Balkonkraftwerk mit 4 Modulen: Vergleich und Kaufberatung 2026
Ein Balkonkraftwerk mit 4 Modulen ist inzwischen die meistgekaufte Ausbaustufe, und das aus einem guten Grund: Seit der Wechselrichter 800 Watt einspeisen darf und die Modulleistung bis 2.000 Wp reichen darf, ist die Zwei-Modul-Anlage schlicht unterdimensioniert. Vier Module füllen den Wechselrichter über deutlich mehr Stunden des Tages und liefern besonders morgens, abends und im Winter spürbar mehr Ertrag.
Dieser Ratgeber erklärt, warum sich 4 Module am 800-W-Wechselrichter rechnen, wo die gesetzliche Grenze verläuft, wann kleine, leichte oder flexible Module die bessere Wahl sind, welche Halterung auf ein Ziegeldach gehört und was die Anlage kostet, einbringt und an Anmeldung verlangt.
4 Module und 800 Watt: geht das zusammen?
Die häufigste Sorge beim Balkonkraftwerk mit 4 Modulen lautet: Ist das nicht zu viel? Die Antwort ist nein, und zwar weil zwei völlig unterschiedliche Grenzen im Spiel sind. Die erste betrifft den Wechselrichter: Er darf maximal 800 Watt in das Hausnetz einspeisen. Die zweite betrifft die Module: Ihre installierte Leistung darf bis zu 2.000 Wattpeak (Wp) betragen.
Vier moderne Glas-Folie-Module mit je 430 bis 500 Wp ergeben 1.720 bis 2.000 Wp. Sie bleiben damit exakt innerhalb der 2.000-Wp-Grenze und speisen über den Wechselrichter trotzdem nie mehr als 800 Watt ein. Das ist kein Schlupfloch, sondern genau die Konstellation, die der Gesetzgeber mit dem Solarpaket I ermöglichen wollte.
| Kenngröße | Grenzwert | 4 Module (typisch) |
|---|---|---|
| Modulleistung (DC) | max. 2.000 Wp | 1.720–2.000 Wp |
| Einspeiseleistung Wechselrichter (AC) | max. 800 W | 800 W |
| Überbelegungsfaktor | bis 2,5 | 2,15–2,5 |
| Anmeldung | Marktstammdatenregister | online, wenige Minuten |
| Anschluss | haushaltsübliche Steckdose | Schuko oder Wieland |
Warum Überbelegung mehr Ertrag bringt
Ein Solarmodul liefert seine Nennleistung nur unter Standard-Testbedingungen: 1.000 W/m² Einstrahlung und 25 °C Zelltemperatur. Diese Bedingungen herrschen in Deutschland an erschreckend wenigen Stunden im Jahr. Der Rest des Jahres besteht aus diffusem Licht, Bewölkung, flachem Sonnenstand und heißen Modulen, die durch den Temperaturkoeffizienten von rund minus 0,3 %/K weiter an Leistung verlieren.
Genau hier zahlt die Überbelegung (Overpaneling) ein. Mit 2.000 Wp Modulleistung erreicht der Wechselrichter seine 800 W bereits bei etwa 40 % der maximalen Einstrahlung. Die Folge: Die Anlage läuft morgens früher und abends länger am Limit, und auch an bedeckten Wintertagen kommt noch nennenswerte Leistung an. Abgeregelt wird nur in der Mittagsspitze bei voller Sonne, und dieser Verlust ist über das Jahr gerechnet deutlich kleiner als der Gewinn an den Rändern.
| Konfiguration | Modulleistung | Jahresertrag (Süd, 30°) |
|---|---|---|
| 2 Module | ~900 Wp | ~750–900 kWh |
| 3 Module | ~1.350 Wp | ~950–1.200 kWh |
| 4 Module | ~1.800–2.000 Wp | ~1.100–1.600 kWh |
Sie sehen: Vom zweiten zum vierten Modul verdoppelt sich der Ertrag nicht, aber er wächst um rund 50 bis 70 %. Da die Module der günstigste Teil der Anlage sind, ist das 4-Module-Balkonkraftwerk pro erzeugter Kilowattstunde meist die wirtschaftlichste Variante.
Balkonkraftwerk mit 6 Modulen: sinnvoll oder illegal?
Wenn vier Module gut sind, sind sechs dann besser? Rechnen Sie nach: Ein Balkonkraftwerk mit 6 Modulen zu je 450 Wp kommt auf 2.700 Wp und liegt damit weit über der 2.000-Wp-Grenze. Die Anlage verliert dadurch ihren Status als steckerfertiges Balkonkraftwerk. Sie gilt dann als reguläre PV-Anlage mit allem, was dazugehört: Anmeldung und Zustimmung des Netzbetreibers, Installation durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb, fester Anschluss statt Steckdose.
Rein rechnerisch könnten Sie sechs sehr kleine Module zu je 330 Wp verbauen und blieben mit 1.980 Wp knapp unter der Grenze. Technisch ist das aber selten klug: Sie zahlen sechsmal Rahmen, Halterung und Kabel für dieselbe Leistung, brauchen mehr Fläche und meist einen Wechselrichter mit mehr MPP-Trackern. Vier größere Module sind fast immer die bessere Lösung.
Wollen Sie tatsächlich mehr Leistung, ist der ehrliche Weg die Aufdachanlage, nicht das aufgeblähte Balkonkraftwerk. Für Dachflächen ohne Neigung lohnt der Blick auf unsere Anleitung zum Balkonkraftwerk auf dem Flachdach.
Kleine, leichte und flexible Module im Vergleich
Nicht jeder Balkon trägt vier Standardmodule von je etwa 20 kg. Deshalb existieren drei Sonderbauformen, die sich in Gewicht, Wirkungsgrad und Lebensdauer klar unterscheiden. Im Handel werden sie unter uneinheitlichen Namen geführt, dahinter stecken aber immer dieselben drei Kategorien:
| Bezeichnung im Handel | Was technisch dahintersteckt |
|---|---|
| 4 Module Balkonkraftwerk | Standardset mit vier Vollformat-Modulen, zusammen 1.720 bis 2.000 Wp |
| Balkonkraftwerk kleine Module | Kompaktmodule mit 200 bis 250 Wp für schmale Brüstungen und Nischen |
| Balkonkraftwerk kleinere Module | dieselbe Kategorie, meist gesucht für Geländer mit engen Stützabständen |
| Balkonkraftwerk leichte Module | glasfreie Module mit 6 bis 10 kg für schwache Traglast |
| Balkonkraftwerk flexible Module | biegsame Module mit 2 bis 4 kg für gewölbte Flächen, Wohnmobil, Boot |
| Balkonkraftwerk 6 Module | überschreitet mit üblichen Modulen die 2.000-Wp-Grenze, siehe oben |
Balkonkraftwerk mit kleinen Modulen
Wer nach einem Balkonkraftwerk mit kleinen Modulen sucht, hat meist ein Platzproblem: eine schmale französische Brüstung, ein Geländer mit Stützen alle 90 cm oder eine Nische. Standardmodule messen rund 1,72 × 1,13 m. Kompaktmodule mit etwa 1,13 × 0,76 m und 200 bis 250 Wp passen dort, wo ein Vollformat nicht hinkommt. Rechnen Sie damit, dass Sie für dieselbe Leistung deutlich mehr Module und mehr Montagematerial brauchen. Dieselbe Überlegung gilt für kleinere Module auf schmalen Loggien: Sie kaufen Passform, nicht Effizienz.
Balkonkraftwerk mit leichten Modulen
Das Balkonkraftwerk mit leichten Modulen ist die Antwort auf begrenzte Traglast. Statt Solarglas kommt eine ETFE- oder Polymer-Deckschicht zum Einsatz, das Gewicht sinkt von rund 20 kg auf 6 bis 10 kg pro Modul. Das ist relevant bei alten Balkonbrüstungen, bei Vordächern und bei Gartenhäusern mit dünner Unterkonstruktion. Glas-Glas-Module sind mechanisch am robustesten, aber auch am schwersten.
Balkonkraftwerk mit flexiblen Modulen
Ein Balkonkraftwerk mit flexiblen Modulen lässt sich rollen, auf gewölbte Flächen kleben oder mit Ösen an einen Zaun spannen. Diese Module wiegen oft nur 2 bis 4 kg. Der Preis dafür ist hoch: geringerer Wirkungsgrad, schnellere Degradation, schlechte Wärmeabfuhr bei vollflächiger Verklebung und Leistungsgarantien von meist nur 5 bis 10 Jahren statt 25. Für Wohnmobil, Boot oder Gartenhaus sind sie richtig, für den dauerhaften Balkonbetrieb sind starre Module fast immer die bessere Wahl.
| Modultyp | Gewicht | Wirkungsgrad | Leistungsgarantie | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Standard Glas-Folie (430–500 Wp) | ca. 20–23 kg | 21–23 % | 25–30 Jahre | Balkon, Dach, Garten |
| Glas-Glas (430–500 Wp) | ca. 24–28 kg | 21–23 % | 30 Jahre | langfristige Dachmontage |
| Kleine Module (200–250 Wp) | ca. 10–13 kg | 19–21 % | 20–25 Jahre | schmale Brüstungen, Nischen |
| Leichte Module (350–410 Wp) | ca. 6–10 kg | 19–21 % | 10–20 Jahre | schwache Traglast, Vordach |
| Flexible Module (100–200 Wp) | ca. 2–4 kg | 16–19 % | 5–10 Jahre | Wohnmobil, Boot, Gartenhaus |
Halterung: Balkon, Flachdach, Ziegeldach, Garten
Vier Module wiegen zusammen rund 80 kg und bieten dem Wind eine Fläche von etwa 8 m². Die Halterung ist deshalb kein Zubehör, sondern das sicherheitsrelevante Bauteil der ganzen Anlage.
Brüstungshalterung am Balkon
Die klassische Lösung: Haken- oder Klemmhalter an der Brüstung, Module senkrecht oder mit 10 bis 20 Grad Anstellwinkel. Senkrecht montierte Module verlieren etwa 25 bis 30 % Ertrag gegenüber der optimalen Neigung, liefern dafür im Winter bei tiefem Sonnenstand relativ mehr. Prüfen Sie die Traglast der Brüstung und ob Ihre Hausordnung eine Anzeige beim Vermieter verlangt.
Halterung fürs Ziegeldach
Passende Sets finden Sie im Handel unter der Bezeichnung Balkonkraftwerk Halterung Ziegeldach 4 Module. Eine solche Halterung besteht aus drei Teilen: Dachhaken, Montageschienen und Modulklemmen. Die Dachhaken werden unter dem Ziegel direkt auf dem Sparren verschraubt, der darüberliegende Ziegel wird an der Auflagestelle vorsichtig ausgeklinkt. Verschrauben Sie niemals durch den Ziegel, das führt zu Rissen und Feuchtigkeitsschäden. Kalkulieren Sie für vier Module mindestens acht Dachhaken, bei schneereichen Lagen mehr, entsprechend der Wind- und Schneelastzone nach DIN EN 1991. Wer nicht schwindelfrei ist oder das Dach nicht kennt, gibt diese Montage ab.
Flachdach und Garten
Auf dem Flachdach kommen Aufständerungen mit Ballast zum Einsatz, im Garten Erdspieße oder Betonplatten. Der große Vorteil: Sie können die Module optimal nach Süden ausrichten und mit 30 Grad neigen. Details dazu finden Sie im Ratgeber zum Balkonkraftwerk auf dem Flachdach.
Ertrag: Was 4 Module wirklich liefern
| Ausrichtung | Neigung | Jahresertrag (ca. 1.900 Wp) |
|---|---|---|
| Süd | 30° | ~1.400–1.600 kWh |
| Süd | 90° (Brüstung) | ~1.000–1.200 kWh |
| Ost/West (geteilt) | 30° | ~1.150–1.350 kWh |
| Ost oder West | 90° (Brüstung) | ~750–950 kWh |
| Nord | beliebig | nicht empfehlenswert |
Wichtig ist der Unterschied zwischen Erzeugung und Nutzen. Ohne Speicher zählt nur der Strom, den Sie im Moment der Erzeugung selbst verbrauchen. Bei einem typischen Haushalt mit Grundlast aus Kühlschrank, Router und Standby-Geräten sind das ohne weitere Maßnahmen etwa 600 bis 900 kWh im Jahr. Was darüber hinaus erzeugt wird, fließt unvergütet ins Netz. Wer wissen will, wo die eigene Grundlast wirklich liegt, misst sie mit einem Strommessgerät nach.
Kosten und Amortisation
| Posten | Preis | Anmerkung |
|---|---|---|
| Komplettset 4 Module + 800-W-Wechselrichter | 550–900 € | ohne Mehrwertsteuer (Nullsteuersatz) |
| Halterung Brüstung (4 Module) | 80–200 € | je nach Geländertyp |
| Halterung Ziegeldach (4 Module) | 150–300 € | Dachhaken, Schienen, Klemmen |
| Optional: Speicher 2–5 kWh | 800–2.000 € | erhöht die Eigenverbrauchsquote |
Ein Rechenbeispiel: Das Set kostet 750 €, die Halterung 150 €, macht 900 €. Sie nutzen 750 kWh selbst und sparen bei 0,35 €/kWh rund 262 € pro Jahr. Die Anlage hat sich damit nach etwa 3,4 Jahren bezahlt gemacht und produziert danach 20 Jahre lang praktisch kostenlos Strom. Auf Balkonkraftwerke gilt der Nullsteuersatz, es fällt also keine Umsatzsteuer an.
Mit Speicher: den Ertrag in den Abend retten
Der Schwachpunkt jeder Balkonanlage ist das Timing: Der Strom kommt mittags, verbraucht wird er abends. Genau diese Lücke schließt ein Speicher. Er nimmt den Überschuss auf und gibt ihn nachts an die Grundlast ab. Bei vier Modulen ist genug Überschuss vorhanden, um einen Speicher sinnvoll zu füllen: Die Eigenverbrauchsquote steigt oft von 40 auf 70 bis 80 %.
Passende Größen und die Wirtschaftlichkeit haben wir im Ratgeber zum Balkonkraftwerk-Speicher mit 5 kWh durchgerechnet. Für größere Hausanlagen ist der Stromspeicher mit 20 kWh die nächste Stufe.
Anmeldung, Stecker und Zähler
- Marktstammdatenregister: Pflicht, aber schnell erledigt. Registrierung online bei der Bundesnetzagentur, wenige Angaben zu Standort, Modul- und Wechselrichterleistung.
- Netzbetreiber: Die separate Anmeldung entfällt seit dem Solarpaket I. Der Netzbetreiber wird automatisch über das Register informiert.
- Stecker: Der Anschluss über eine haushaltsübliche Steckdose ist zulässig. Ein eigener Stromkreis ohne weitere große Verbraucher ist trotzdem die technisch saubere Lösung. Verwenden Sie keine Mehrfachsteckdosen und keine Kabeltrommeln.
- Zähler: Ein alter Ferraris-Zähler darf übergangsweise rückwärts laufen, bis der Netzbetreiber ihn gegen eine moderne Messeinrichtung tauscht. Sie müssen den Tausch nicht selbst veranlassen.
- Mietwohnung und WEG: Balkonkraftwerke gelten seit 2024 als privilegierte bauliche Veränderung. Vermieter und Eigentümergemeinschaft dürfen sie nicht mehr ohne triftigen Grund ablehnen, über die Art der Ausführung dürfen sie aber mitbestimmen.
Kaufberatung: Die 6 wichtigsten Kriterien
1. Modulleistung knapp unter 2.000 Wp
Vier Module zu je 430 bis 500 Wp schöpfen den erlaubten Rahmen aus, ohne ihn zu sprengen.
2. Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern
Bei vier Modulen sollten mindestens zwei, besser vier MPP-Tracker vorhanden sein, damit ein verschattetes Modul nicht die anderen ausbremst.
3. Drosselbarkeit und NA-Schutz
Der Wechselrichter muss den Netz- und Anlagenschutz nach VDE-AR-N 4105 mitbringen und sich auf 800 W begrenzen lassen.
4. Passende Halterung für den Untergrund
Brüstung, Flachdach, Ziegeldach oder Garten verlangen jeweils eine eigene Konstruktion, inklusive Wind- und Schneelastnachweis.
5. Gewicht und Traglast
Prüfen Sie die Tragfähigkeit von Brüstung oder Unterkonstruktion. Erst wenn sie knapp wird, sind leichte oder flexible Module die richtige Antwort.
6. Garantie und Verfügbarkeit
25 Jahre Leistungsgarantie auf die Module und mindestens 10 Jahre auf den Wechselrichter sind der Maßstab. Achten Sie auf einen erreichbaren Ansprechpartner in der EU.
Balkonkraftwerk 4 Module Testsieger: Was taugen die Tests?
Wer nach einem Balkonkraftwerk 4 Module Testsieger sucht, findet vor allem Vergleichsseiten, keine echten Labortests. Einen aktuellen, umfassenden Test von 4-Modul-Sets hat Stiftung Warentest bislang nicht veröffentlicht. Wir stützen unsere Einschätzung deshalb auf technische Herstellerdaten (Modulwirkungsgrad, Temperaturkoeffizient, Anzahl MPP-Tracker, Wirkungsgrad des Wechselrichters), auf die Anforderungen der VDE-AR-N 4105 sowie auf eine breite Auswertung von Nutzerbewertungen, nach der auf unserer Methodik-Seite beschriebenen Gewichtung. Wo ein Anbieter mit einem Testsieger-Siegel wirbt, lohnt immer der Blick, wer da eigentlich getestet hat.
Vorteile und Nachteile von 4 Modulen
✓ Vorteile
- Der 800-W-Wechselrichter wird über viel mehr Stunden des Tages ausgelastet
- Deutlich besserer Ertrag bei Bewölkung, im Winter und in den Morgen- und Abendstunden
- Module sind der günstigste Teil der Anlage, der Mehrpreis gegenüber 2 Modulen ist klein
- Genug Überschuss, damit sich ein Speicher wirklich lohnt
- Bleibt rechtlich eine steckerfertige Anlage mit einfacher Anmeldung
✕ Nachteile
- Die Mittagsspitze wird auf 800 W abgeregelt, dieser Teil geht verloren
- Rund 8 m² Fläche und etwa 80 kg wollen sicher befestigt sein
- Ohne Speicher bleibt die Eigenverbrauchsquote niedrig
- Halterung und Montageaufwand steigen gegenüber einem Zwei-Modul-Set spürbar
Unser Urteil zum 4-Module-Balkonkraftwerk
Vier Module sind seit der 800-Watt-Regel die wirtschaftlichste Konfiguration: mehr Ertrag an den Tagesrändern, kaum Mehrkosten pro Kilowattstunde und weiterhin die einfache Anmeldung über das Marktstammdatenregister.
Wer noch mehr Leistung will, sollte nicht auf sechs Module ausweichen, sondern über eine reguläre Aufdachanlage nachdenken. Ein Speicher bringt beim 4-Module-Set mehr als jedes weitere Modul.
Fazit
Das Balkonkraftwerk mit 4 Modulen ist die logische Antwort auf die 800-Watt-Regel: Es füllt den Wechselrichter über viel mehr Stunden, holt bei diffusem Licht und im Winter spürbar mehr heraus und bleibt mit bis zu 2.000 Wp im gesetzlichen Rahmen. Sechs Module sprengen diesen Rahmen in der Regel und machen aus der einfachen Steckdosenanlage ein anmeldepflichtiges Bauprojekt.
Achten Sie auf einen Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern, auf eine Halterung, die zu Ihrem Untergrund passt, und bei schwacher Traglast auf leichte statt flexible Module. Wer den Ertrag wirklich nutzen will, ergänzt einen Speicher: Das bringt mehr als jedes zusätzliche Modul.
Weiterführende Links und Quellen
- Balkonkraftwerk auf dem Flachdach, Balkonkraftwerk-Speicher 5 kWh, Stromspeicher 20 kWh Preis, Strommessgerät im Test
- Solarpaket I: 800 W Einspeiseleistung, 2.000 Wp Modulleistung, vereinfachte Anmeldung
- Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, Registrierung steckerfertiger Anlagen
- VDE-AR-N 4105, Netz- und Anlagenschutz für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz
- Verbraucherzentrale, Balkonkraftwerk: Regeln, Ertrag und Wirtschaftlichkeit
Häufige Fragen
Sind 4 Module bei einem Balkonkraftwerk erlaubt?
Ja. Begrenzt ist nicht die Modulanzahl, sondern zum einen die Einspeiseleistung des Wechselrichters auf 800 Watt und zum anderen die installierte Modulleistung auf 2.000 Wp. Vier Module mit je 430 bis 500 Wp ergeben 1.720 bis 2.000 Wp und liegen damit innerhalb beider Grenzen. Ein 4-Module-Balkonkraftwerk ist also eine ganz normale steckerfertige Anlage.
Bringen 4 Module am 800-W-Wechselrichter überhaupt mehr?
Ja, deutlich. Module erreichen ihre Nennleistung nur bei voller Sonne und 25 °C, im Alltag liegen sie meist weit darunter. Mit 2.000 Wp Modulleistung erreicht der Wechselrichter seine 800 W schon bei etwa 40 % Einstrahlung und hält die Kappungsgrenze über viele Stunden. Der Mehrertrag gegenüber zwei Modulen liegt in der Praxis bei rund 50 bis 70 %, nicht bei 100 %, weil die Mittagsspitze abgeregelt wird.
Ist ein Balkonkraftwerk mit 6 Modulen erlaubt?
In der Regel nicht mehr als steckerfertige Anlage. Sechs übliche Module mit je 430 bis 500 Wp ergeben 2.580 bis 3.000 Wp und überschreiten die 2.000-Wp-Grenze klar. Damit fällt die Anlage aus der vereinfachten Regelung und wird wie eine reguläre PV-Anlage behandelt: Anmeldung beim Netzbetreiber, Installation durch einen Elektrofachbetrieb, kein Schuko-Stecker. Mit sechs sehr kleinen Modulen von je etwa 330 Wp bleiben Sie rechnerisch knapp unter 2.000 Wp, technisch ist das aber selten sinnvoll.
Lohnen sich flexible Module für ein Balkonkraftwerk?
Flexible Module wiegen oft nur 2 bis 4 kg statt 20 kg und lassen sich auf gewölbte Flächen kleben oder mit Ösen spannen. Der Preis dafür: niedrigerer Wirkungsgrad, stärkere Degradation, schlechtere Wärmeabfuhr bei vollflächiger Verklebung und meist nur 5 bis 10 Jahre Leistungsgarantie statt 25. Sinnvoll sind sie dort, wo Gewicht das entscheidende Kriterium ist: Wohnmobil, Gartenhaus, dünne Blechdächer oder eine Brüstung mit geringer Traglast.
Welche Halterung brauche ich für 4 Module auf einem Ziegeldach?
Für eine Balkonkraftwerk-Halterung am Ziegeldach mit 4 Modulen brauchen Sie Dachhaken, die unter dem Ziegel auf dem Sparren verschraubt werden, dazu Montageschienen und Modulklemmen. Verschrauben Sie niemals direkt in den Ziegel, das führt zu Rissen und Undichtigkeiten. Wichtig sind ausreichend Dachhaken für Wind- und Schneelast nach DIN EN 1991 und eine sichere Kabelführung. Wer nicht schwindelfrei ist, gibt die Montage ab.
Wie viel Strom liefern 4 Module im Jahr?
Bei 1.720 bis 2.000 Wp und guter Südausrichtung mit rund 30 Grad Neigung sind etwa 1.100 bis 1.600 kWh pro Jahr realistisch, wobei die Abregelung auf 800 W in den Mittagsstunden bereits berücksichtigt ist. An einer senkrechten Balkonbrüstung liegen die Erträge etwa 25 bis 30 % niedriger. Ohne Speicher nutzen Sie davon typischerweise 600 bis 900 kWh selbst.
Muss ich das Balkonkraftwerk anmelden?
Ja, aber nur einmal und online: Der Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist Pflicht und dauert wenige Minuten. Die frühere Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem Solarpaket I. Ein alter Ferraris-Zähler darf übergangsweise weiterlaufen, der Netzbetreiber tauscht ihn gegen eine moderne Messeinrichtung.
Reicht ein normaler Schuko-Stecker für 4 Module?
Ja. Begrenzend ist nicht die Modulanzahl, sondern die maximale Einspeiseleistung von 800 W am Wechselrichter, und die liegt weit unter der Belastbarkeit eines haushaltsüblichen Stromkreises mit 16 A. Der Anschluss über eine haushaltsübliche Steckdose ist mit dem Solarpaket I ausdrücklich vorgesehen. Ein eigener, nicht durch andere große Verbraucher belegter Stromkreis ist trotzdem die sauberere Lösung.