DURCHLAUFERHITZER

Durchlauferhitzer für die Badewanne: 18, 21 oder 24 kW?

Einlaufendes Wasser in eine gefüllte Badewanne
Eine 150-Liter-Wanne auf 40 Grad braucht rund 5,2 kWh, unabhängig vom Gerät, Foto: Pexels

Ein Durchlauferhitzer für die Badewanne ist der Punkt, an dem die Technik an ihre Grenze kommt. Beim Duschen fließen 6 bis 9 Liter pro Minute, und fast jedes Gerät kommt damit zurecht. Eine Wanne will 130 bis 180 Liter am Stück, und zwar möglichst bevor das zuerst eingelaufene Wasser wieder abgekühlt ist.

Dieser Ratgeber rechnet die Sache konsequent durch. Sie bekommen eine einzige Formel, mit der Sie jede Kombination aus Leistung, Durchfluss und Temperatur selbst prüfen können, dazu die realistischen Füllzeiten für 18, 21 und 24 kW, die Anforderungen an den Elektroanschluss und eine ehrliche Gegenrechnung: Für welchen Haushalt ein Warmwasserspeicher die bessere Lösung ist.

Die eine Formel: kW, Liter pro Minute und Kelvin

Beim Thema Durchlauferhitzer und Badewanne wird viel geschätzt und wenig gerechnet. Dabei genügt eine einzige Gleichung, um jede Angabe eines Herstellers und jede Empfehlung aus dem Baumarkt zu prüfen:

Leistung in kW = Durchfluss in l/min × Temperaturerhöhung in K × 0,0698

Der Faktor 0,0698 ist keine Faustregel, sondern die spezifische Wärmekapazität von Wasser, umgerechnet auf Minuten. Ein Liter Wasser um ein Kelvin zu erwärmen kostet 1,163 Wattstunden. Fließt ein Liter pro Minute, also 60 Liter pro Stunde, sind das 69,8 Watt je Kelvin. Genau daher kommt die Zahl. Sie können die Formel in jede Richtung auflösen:

  • Durchfluss aus der Leistung: l/min = kW ÷ (K × 0,0698)
  • Nötige Leistung: kW = l/min × K × 0,0698
  • Erreichbare Erwärmung: K = kW ÷ (l/min × 0,0698)

Ein Beispiel: 21 kW, gewünschte Erwärmung von 10 auf 40 Grad, also 30 Kelvin. 21 ÷ (30 × 0,0698) = 10,0 Liter pro Minute. Wollen Sie stattdessen 12 Liter pro Minute bei denselben 30 Kelvin, bräuchten Sie 12 × 30 × 0,0698 = 25,1 kW. Diese eine Rechnung entscheidet über die Gerätewahl, alles andere ist Ausstattung.

AnwendungTypischer DurchflussErwärmungRechnerisch nötige Leistung
Handwaschbecken2 l/min25 K3,5 kW
Küchenspüle5 l/min35 K12,2 kW
Sparsame Dusche6 l/min28 K11,7 kW
Komfortdusche9 l/min30 K18,8 kW
Badewanne füllen10 l/min30 K20,9 kW
Wanne zügig füllen12 l/min30 K25,1 kW

Damit ist die Kernaussage dieses Ratgebers bereits belegt: Eine Badewanne verlangt rechnerisch rund 21 kW, wenn Sie in vertretbarer Zeit fertig werden wollen. Für die reine Dusche genügt gut die Hälfte, wie wir im Ratgeber zum Durchlauferhitzer für die Dusche im Detail durchrechnen.

Wie viel Energie eine Badewanne wirklich braucht

Hier liegt der größte Denkfehler beim Thema Badewanne mit Durchlauferhitzer: Viele nehmen an, ein stärkeres Gerät verbrauche mehr Strom. Das Gegenteil ist der Fall, und zwar aus einem simplen physikalischen Grund. Die Wärmemenge, die in der Wanne landet, ergibt sich allein aus Wassermenge und Temperaturdifferenz:

Wärmemenge in kWh = Liter × Kelvin × 1,163 ÷ 1000

Für 150 Liter, die von 10 auf 40 Grad gebracht werden, sind das 150 × 30 × 1,163 ÷ 1000 = 5,23 kWh. Diese 5,2 kWh fallen an, egal ob ein 11-kW-Gerät eine halbe Stunde arbeitet oder ein 24-kW-Gerät in dreizehn Minuten fertig ist. Ein Durchlauferhitzer setzt praktisch die gesamte aufgenommene elektrische Energie in Wärme um und hat kein Speichervolumen, das auskühlen könnte. Die Geräteleistung verändert also nur die Dauer, nicht den Verbrauch.

FüllungKaltwasserBadetemperaturWärmemengeKosten bei 35 ct/kWh
120 l10 °C38 °C3,9 kWh1,37 €
150 l10 °C40 °C5,2 kWh1,83 €
150 l15 °C (Sommer)40 °C4,4 kWh1,53 €
150 l10 °C42 °C5,6 kWh1,95 €
180 l10 °C40 °C6,3 kWh2,20 €
Dusche, 40 l10 °C38 °C1,3 kWh0,46 €

Ein Vollbad kostet also rund das Vierfache eines kurzen Duschgangs. Wer zweimal pro Woche badet, liegt bei etwa 540 kWh im Jahr allein für die Wanne, umgerechnet rund 190 Euro. Der Strompreis ist dabei die einzige Stellschraube, die Sie noch beeinflussen können, denn an der Physik lässt sich nichts drehen. Genau deshalb lohnt bei häufigem Baden der Blick auf einen Speicher, der sich in günstigen Stunden oder mit Solarstrom laden lässt.

18, 21 oder 24 kW: Füllzeiten in der Praxis

Jetzt wird die Formel konkret. Wir rechnen mit 30 Kelvin Erwärmung, also 10 Grad Kaltwasser und 40 Grad Badewasser, und mit einer 150-Liter-Wanne. Das ist der realistische Winterfall in Deutschland, im Sommer liegt das Leitungswasser oft bei 14 bis 16 Grad und alle Werte fallen entsprechend günstiger aus.

GeräteleistungDurchfluss bei 30 KFüllzeit 150-l-WanneStrom je PhaseEignung zum Baden
11 kW5,3 l/minca. 29 Minuten15,9 Akaum praktikabel
18 kW8,6 l/minca. 17 Minuten26,0 Amachbar, ohne Reserve
21 kW10,0 l/minca. 15 Minuten30,3 Avernünftiger Standard
24 kW11,5 l/minca. 13 Minuten34,6 Akomfortabel
27 kW12,9 l/minca. 12 Minuten39,0 AReserve, hoher Anschlussaufwand

Der praktische Unterschied zwischen 18 und 24 kW beträgt also gut vier Minuten Füllzeit. Das klingt nach wenig, ist es aber nicht: Das zuerst eingelaufene Wasser kühlt in einer emaillierten Stahlwanne spürbar aus, in einer Acrylwanne etwas langsamer. Bei 29 Minuten Füllzeit mit einem 11-kW-Gerät fehlen am Ende mehrere Kelvin, und Sie müssen nachheizen, indem Sie die letzten Liter heißer einlaufen lassen.

Warum die Mischeinstellung an der Armatur nichts an der Zeit ändert

Ein häufiges Missverständnis: Wer das Gerät auf 55 Grad stellt und an der Armatur kaltes Wasser zumischt, bekommt zwar mehr Liter pro Minute aus dem Auslauf, aber nicht früher eine warme Wanne. Bei 55 Grad Auslauftemperatur und 10 Grad Kaltwasser liefert ein 21-kW-Gerät nur noch 6,7 Liter pro Minute, dazu kommen rund 3,3 Liter kaltes Mischwasser. Am Ende stehen wieder 10 Liter pro Minute mit 40 Grad in der Wanne. Die Energiebilanz ist identisch, weil die Leistung des Geräts der einzige Engpass ist.

Die Armatur muss den Durchfluss auch hergeben

Eine Wannenarmatur mit 1/2-Zoll-Anschluss liefert bei 3 bar Fließdruck typischerweise 15 bis 20 Liter pro Minute. Der Durchlauferhitzer ist damit fast immer der begrenzende Faktor, nicht die Armatur. Wichtig ist die andere Richtung: Perlatoren und Durchflussbegrenzer, die für die Dusche sinnvoll sind, gehören nicht in die Wannenfüllarmatur. Sie verlängern die Füllzeit, ohne Energie zu sparen.

Elektronischer Durchlauferhitzer an einer Wand im Badezimmer
Kompakt an der Wand, anspruchsvoll am Zählerschrank: 24 kW verlangen 3 × 35 A und eine eigene Zuleitung, Foto: Pexels

Der Elektroanschluss ist die eigentliche Grenze

In der Praxis scheitert die Entscheidung für ein starkes Gerät fast nie am Gerätepreis, sondern am Hausanschluss. Ein Durchlauferhitzer ist die mit Abstand größte Einzellast einer normalen Wohnung. 24 kW entsprechen etwa dem Vierfachen dessen, was ein Backofen mit voller Leistung zieht.

Der Strom je Phase folgt aus I = P ÷ (√3 × 400 V). Für 24 kW sind das 24.000 ÷ 692,8 = 34,6 A. Damit ist ein Leitungsschutzschalter 3 × 35 A nötig, und die Zuleitung muss diesen Strom dauerhaft tragen können.

LeistungSpannungStrom je PhaseAbsicherungQuerschnitt (Richtwert)Zustimmung Netzbetreiber
3,5 kW230 V, 1-phasig15,2 A1 × 16 A2,5 mm²nein
11 kW400 V, 3-phasig15,9 A3 × 20 A2,5 mm²nein, unter 12 kVA
18 kW400 V, 3-phasig26,0 A3 × 32 A4 mm²ja
21 kW400 V, 3-phasig30,3 A3 × 35 A4 mm²ja
24 kW400 V, 3-phasig34,6 A3 × 35 A6 mm²ja
27 kW400 V, 3-phasig39,0 A3 × 40 A6 mm²ja

Die Querschnitte sind Richtwerte. Maßgeblich sind Verlegeart, Häufung und Leitungslänge nach DIN VDE 0298-4. Bei langen Wegen vom Zählerschrank ins Bad kann eine Nummer größer nötig werden, damit der Spannungsfall im Rahmen bleibt. Das rechnet der Elektrofachbetrieb, und diese Arbeit ist keine Do-it-yourself-Aufgabe: Ein Festanschluss dieser Größenordnung darf ausschließlich von einer im Installateurverzeichnis eingetragenen Fachkraft ausgeführt werden.

Anmeldung nach VDE-AR-N 4100

Die technischen Anschlussbedingungen für Niederspannung, festgehalten in der VDE-Anwendungsregel 4100, verlangen für ortsfeste Geräte mit einer Bemessungsleistung über 12 kVA die Zustimmung des Netzbetreibers. Jeder Durchlauferhitzer ab 18 kW fällt darunter. Der Elektrobetrieb reicht das Formular ein, der Netzbetreiber prüft, ob der Hausanschluss die Last verträgt, und stimmt in aller Regel zu. Anders als bei einer Wallbox geht es hier nicht um eine steuerbare Verbrauchseinrichtung: § 14a EnWG erfasst Wärmepumpen, Ladepunkte, Klimaanlagen und Speicher, nicht aber Durchlauferhitzer. Ein Netzbetreiber darf Ihr Badewasser also nicht dimmen.

Was der Hausanschluss aushält

Ein üblicher Wohnungsanschluss ist mit 3 × 35 A bis 3 × 63 A abgesichert, ein Einfamilienhaus häufig mit 3 × 63 A, also rund 43 kW. Ein 24-kW-Gerät belegt davon mehr als die Hälfte. Läuft gleichzeitig der Herd, wird es eng, und in Altbauwohnungen mit 3 × 35 A Vorsicherung ist ein 24-kW-Gerät schlicht nicht darstellbar. Prüfen Sie diesen Punkt zuerst, bevor Sie über Ausstattungsmerkmale nachdenken.

Bei einer reinen 230-Volt-Situation, etwa in einer Gartenlaube oder einem nachträglich eingebauten Gäste-WC, endet die Diskussion ohnehin bei rund 3,5 bis 6,5 kW. Was damit möglich ist und was nicht, steht im Ratgeber zum Durchlauferhitzer mit 230 V.

Hydraulisch oder vollelektronisch geregelt

Bei gleicher Nennleistung unterscheiden sich zwei Geräte im Alltag vor allem durch die Regelung. Für eine Wannenfüllung ist dieser Unterschied wichtiger als jedes Ausstattungsdetail, weil die Füllung 13 bis 18 Minuten dauert und in dieser Zeit erfahrungsgemäß jemand anders im Haushalt Wasser zapft.

MerkmalHydraulisch gesteuertHydraulisch-elektronischVollelektronisch geregelt
Leistungsanpassung2 feste Stufen2 Stufen plus Feinregelungstufenlos
Temperaturkonstanzschwankt um mehrere Kelvinetwa ± 2 Ketwa ± 1 K
Solltemperatur einstellbarnein, nur über Mischeneingeschränktja, meist 30 bis 60 °C
Reaktion auf zweite ZapfstelleTemperatur bricht eingedämpfthält Sollwert bis zur Leistungsgrenze
Mindestdurchfluss zum Einschaltenca. 3 l/minca. 2,5 l/minca. 2 l/min
Kaltwassersandwichausgeprägtreduziertkaum spürbar
Verhalten bei kaltem WinterzulaufTemperatur sinkt mitteilweise ausgeregeltausgeregelt, Durchfluss sinkt stattdessen

Der letzte Punkt ist der entscheidende. Ein hydraulisches Gerät liefert eine feste Heizleistung und lässt die Temperatur wandern. Ein vollelektronisches Gerät hält die eingestellte Temperatur und drosselt stattdessen über ein Motorventil den Durchfluss, wenn die Leistung nicht reicht. Für die Wanne heißt das: Die Füllung dauert im Winter etwas länger, aber das Wasser hat verlässlich die Temperatur, die Sie eingestellt haben.

Der zweite Vorteil ist banal und trotzdem relevant: Wer 40 Grad direkt am Gerät einstellt, muss an der Armatur nicht mehr nachmischen und verschwendet keine überhitzten Liter. In Haushalten, in denen bisher permanent nachgeregelt wurde, sind dadurch etwa 10 bis 20 Prozent weniger Warmwasser realistisch. Das ist eine Größenordnung, keine Messgarantie, und sie hängt stark vom bisherigen Verhalten ab.

Kaltwassersandwich und einbrechende Temperatur

Das Kaltwassersandwich ist der bekannteste Effekt beim Durchlauferhitzer: Sie schließen die Armatur kurz, öffnen sie nach wenigen Sekunden wieder und bekommen erst warmes, dann kaltes und dann wieder warmes Wasser. Die Erklärung ist rein hydraulisch. Im Gerät und in der kurzen Strecke dahinter steht Wasser, das noch nachgewärmt wurde. Es kommt zuerst. Dahinter folgt das Wasser aus der Leitung, das seit dem Schließen ausgekühlt ist, und erst danach hat die Heizwendel wieder eingesetzt.

  • Beim Wannefüllen kaum ein Thema: Sie öffnen die Armatur einmal und lassen sie 15 Minuten offen. Der Effekt tritt nur bei Unterbrechungen auf.
  • Beim Duschen dagegen unangenehm: Einseifen, Wasser aus, Wasser an, kalter Schwall. Vollelektronische Geräte mit schneller Regelung reduzieren das auf ein bis zwei Sekunden.
  • Lange Leitungswege verstärken es: Je mehr Rohrvolumen zwischen Gerät und Auslauf steht, desto länger der kalte Abschnitt. Ein Gerät möglichst nah an der Zapfstelle ist immer die bessere Lösung.
  • Der zweite Einbruch kommt von außen: Öffnet jemand parallel die Küchenarmatur, verteilt sich der Durchfluss. Beim hydraulischen Gerät sinkt dann die Temperatur an beiden Stellen.

Für die Montage im Bad gilt zusätzlich DIN VDE 0100-701 mit den Schutzbereichen um Wanne und Dusche. Ein Durchlauferhitzer gehört nicht in Bereich 0 oder 1, also nicht über die Wanne. Der übliche Platz ist die Wand neben oder unter dem Waschtisch, mit möglichst kurzen Wegen zur Wannenarmatur.

Kleindurchlauferhitzer mit 3,5 kW: nur zum Händewaschen

Kleindurchlauferhitzer mit 3,5 kW werden regelmäßig für Situationen gekauft, in denen sie zwangsläufig enttäuschen. Die Rechnung dauert drei Sekunden: 3,5 ÷ (25 × 0,0698) = 2,0 Liter pro Minute bei 25 Kelvin Erwärmung. Bei 30 Kelvin sind es nur noch 1,7 Liter pro Minute.

KleingerätDurchfluss bei 25 KFüllzeit 150-l-WanneRealistischer Einsatz
3,5 kW2,0 l/minüber 70 MinutenHandwaschbecken
4,4 kW2,5 l/minca. 60 MinutenHandwaschbecken, kleine Spüle
6,5 kW3,7 l/minca. 40 MinutenSpüle, notdürftig eine Dusche

Eine Wanne über ein solches Gerät zu füllen ist keine Frage der Geduld, sondern physikalisch sinnlos: Die ersten Liter sind längst ausgekühlt, bevor die letzten kommen. Kleindurchlauferhitzer sind für das Gäste-WC, die Kellerspüle oder die Waschküche gedacht, wo warmes Wasser nur gelegentlich und in kleinen Mengen gebraucht wird. Nach der EU-Verordnung 812/2013 tragen sie folgerichtig das Lastprofil XXS, während Wannengeräte mit 21 bis 27 kW in den Profilen L oder XL eingestuft werden.

Badewanne mit Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher

Für einen Haushalt, in dem die Wanne regelmäßig läuft, ist der Durchlauferhitzer nicht automatisch die richtige Lösung. Der Speicher dreht das Problem um: Statt die volle Leistung im Moment der Zapfung bereitzustellen, verteilt er die gleiche Wärmemenge über Stunden auf eine kleine Leistung.

KriteriumDurchlauferhitzer 21 bis 24 kWWarmwasserspeicher 150 l
Anschlussleistung21 bis 24 kW, 3 × 32 bis 35 A2 bis 6 kW, oft einphasig
Bereitschaftsverlustkeiner, kein Speichervolumenca. 1,2 bis 2,0 kWh je Tag, also 440 bis 730 kWh im Jahr
Verfügbare Warmwassermengeunbegrenzt, aber auf 10 bis 11,5 l/min gedrosselt150 l bei 60 °C ergeben rund 250 l Mischwasser mit 40 °C
Nach der Zapfungsofort wieder voll verfügbarWiederaufheizung 150 l von 15 auf 60 °C: 7,9 kWh, mit 6 kW rund 1,3 Stunden
PV-Überschuss nutzbarkaum, die Last fällt nur beim Zapfen anja, Aufheizung lässt sich in die Mittagsstunden legen
PlatzbedarfWandgerät, etwa 47 × 26 cmstehend oder hängend, rund 0,4 bis 0,5 m² Stellfläche
Hygienekein stehendes WasserSpeichertemperatur beachten, DVGW W 551
VerkalkungHeizwendel, ab etwa 15 °dH kritischHeizstab und Anode regelmäßig prüfen

Die Entscheidungslinie verläuft klar entlang der Nutzungshäufigkeit. Wer einmal pro Woche badet, zahlt beim Speicher über den Bereitschaftsverlust mehr, als er beim Baden spart: 440 bis 730 kWh im Jahr sind bei 35 Cent immerhin 155 bis 255 Euro, für die der Durchlauferhitzer gar nichts verbraucht. Wer täglich badet oder eine Photovoltaikanlage hat, kippt die Rechnung, weil der Speicher die 5,2 kWh je Füllung mit kleiner Leistung und zu günstigen Zeiten bereitstellt. Die passenden Größen und Verluste haben wir im Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit 150 Litern aufgeschlüsselt.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Elektroarbeiten an Festanschlüssen dieser Leistungsklasse gehören ausschließlich in die Hand eines eingetragenen Elektrofachbetriebs.

Typische Fehler

1. Das Gerät nach dem Preis statt nach dem Zählerschrank auswählen

Ein 24-kW-Gerät nützt nichts, wenn die vorhandene Zuleitung 4 mm² hat und der Hausanschluss mit 3 × 35 A vorgesichert ist. Klären Sie die Elektroseite vor dem Kauf: vorhandener Querschnitt, freie Plätze im Verteiler, Vorsicherung, Zustimmung des Netzbetreibers. Erst danach steht fest, welche Leistungsklasse überhaupt zur Wahl steht.

2. Von der Nennleistung auf den Stromverbrauch schließen

Ein 24-kW-Gerät verbraucht für dieselbe Wannenfüllung nicht mehr als ein 18-kW-Gerät, sondern exakt gleich viel, nämlich die 5,2 kWh aus der Wärmemengenrechnung. Es ist nur schneller fertig. Wer aus Sparsamkeit ein zu kleines Gerät wählt, spart keinen Cent und wartet stattdessen zwölf Minuten länger.

3. Ein Duschgerät für die Wanne mitbenutzen wollen

11 kW sind für die Dusche eine solide Wahl und für die Wanne eine Fehlentscheidung. Mit 5,3 Litern pro Minute läuft eine 150-Liter-Wanne knapp 29 Minuten, und die zuerst eingelaufenen Liter haben am Ende mehrere Kelvin verloren. Wenn beides bedient werden soll, ist die Wanne der dimensionierende Fall.

4. Den Durchflussbegrenzer in der Wannenarmatur belassen

Sparperlatoren gehören an Waschtisch und Dusche, wo sie die Warmwassermenge tatsächlich senken. In der Wannenfüllarmatur bewirken sie das Gegenteil: Die Wanne braucht die gleiche Wassermenge und die gleiche Wärme, nur eben länger, und kühlt dabei stärker aus.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Kein Bereitschaftsverlust, das Gerät verbraucht nur während der Zapfung Strom
  • Warmwasser ist nie aufgebraucht, zwei Wannenfüllungen hintereinander sind kein Problem
  • Sehr geringer Platzbedarf, das Wandgerät misst etwa 47 mal 26 Zentimeter
  • Vollelektronische Regelung hält die Solltemperatur auf rund 1 Kelvin genau
  • Kein stehendes Speicherwasser, damit auch keine Legionellenproblematik im Behälter

✕ Nachteile

  • Sehr hohe Anschlussleistung: 24 kW brauchen 3 × 35 A und eine eigene Zuleitung
  • Ab 12 kVA ist die Zustimmung des Netzbetreibers nach VDE-AR-N 4100 erforderlich
  • Der Durchfluss ist begrenzt, eine 150-Liter-Wanne braucht 13 bis 18 Minuten
  • Kein Betrieb mit Photovoltaik-Überschuss möglich, die Last fällt nur beim Zapfen an
  • Hydraulische Geräte reagieren mit Temperatursprüngen, sobald eine zweite Zapfstelle öffnet

Fazit

🏆 Empfehlenswert ab 21 kW

Durchlauferhitzer für die Badewanne: ab 21 kW eine gute Lösung

4.1/ 5

Rechnen Sie mit der Formel kW = l/min × K × 0,0698. Für eine 150-Liter-Wanne bei 30 Kelvin Erwärmung sind 21 kW die vernünftige Untergrenze und 24 kW der Komfortwert, damit die Füllung 13 bis 15 Minuten dauert. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern ob der Elektroanschluss die Leistung hergibt.

Prüfen Sie zuerst Vorsicherung, Querschnitt und die Zustimmungspflicht ab 12 kVA, wählen Sie dann ein vollelektronisch geregeltes Gerät und stellen Sie die Solltemperatur direkt am Gerät ein. Wer täglich badet oder Solarstrom zwischenspeichern möchte, sollte den Warmwasserspeicher gegenrechnen: Er verliert zwar 1,2 bis 2,0 kWh am Tag, verlangt dafür aber nur 2 bis 6 kW Anschlussleistung.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Welcher Durchlauferhitzer reicht für eine Badewanne?

Für eine normale Wanne mit 140 bis 160 Litern sind 21 kW die vernünftige Untergrenze, 24 kW der Komfortwert. Mit 21 kW fließen bei 30 Kelvin Erwärmung rund 10 Liter pro Minute, die Wanne ist nach etwa 15 Minuten voll. 18 kW funktionieren ebenfalls, brauchen aber gut 17 Minuten. Unter 18 kW wird Baden zur Geduldsprobe.

Wie viel kW braucht eine Badewanne mit Durchlauferhitzer?

Rechnen Sie mit der Formel: gewünschter Durchfluss in Litern pro Minute mal Temperaturerhöhung in Kelvin mal 0,0698. Für 10 Liter pro Minute und 30 Kelvin Erwärmung sind das 20,9 kW. Wollen Sie 12 Liter pro Minute, landen Sie bei 25,1 kW und damit bereits über der Baureihe, die im Wohnungsbau üblich ist.

Wie lange dauert es, eine Badewanne mit Durchlauferhitzer zu füllen?

Bei 150 Litern und 30 Kelvin Erwärmung dauert es mit 18 kW etwa 17 bis 18 Minuten, mit 21 kW rund 15 Minuten und mit 24 kW etwa 13 Minuten. Ein 11-kW-Gerät braucht knapp 29 Minuten. Die Zeit hängt allein von der Geräteleistung ab, nicht davon, wie Sie an der Armatur mischen.

Reichen 18 kW für eine Badewanne?

Ja, aber ohne Reserve. 18 kW liefern bei 30 Kelvin Erwärmung 8,6 Liter pro Minute, eine 150-Liter-Wanne ist damit nach gut 17 Minuten voll. Problematisch wird es, wenn parallel eine zweite Zapfstelle geöffnet wird oder das Kaltwasser im Winter nur 8 Grad hat. Dann sinkt entweder die Temperatur oder der Durchfluss.

Reichen 11 kW für eine Badewanne?

Zum Duschen ja, zum Baden praktisch nicht. 11 kW ergeben bei 30 Kelvin Erwärmung nur 5,3 Liter pro Minute. Eine 150-Liter-Wanne braucht damit knapp 29 Minuten, und das zuerst eingelaufene Wasser ist am Ende bereits deutlich abgekühlt. Für ein Gästebad mit Dusche ist die Leistungsklasse dagegen völlig in Ordnung.

Was kostet eine Badewannenfüllung mit dem Durchlauferhitzer?

Rund 1,80 Euro bei 150 Litern, 40 Grad Badewasser, 10 Grad Kaltwasser und 35 Cent je Kilowattstunde. Die benötigte Wärmemenge beträgt etwa 5,2 kWh. Sie ist bei jedem Gerät identisch, weil sie allein aus Wassermenge und Temperaturdifferenz folgt. Ein Duschgang mit 40 Litern kostet zum Vergleich etwa 46 Cent.

Muss ein Durchlauferhitzer beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ab einer Bemessungsleistung über 12 kVA ja. Die VDE-Anwendungsregel 4100 verlangt für solche Geräte die Zustimmung des Netzbetreibers, die Ihr Elektrofachbetrieb einholt. Alle Geräte ab 18 kW fallen darunter, ein 11-kW-Gerät nicht. Der Antrag ist Routine und in der Regel kostenlos, die Anmeldung darf aber nicht ausgelassen werden.

Hydraulisch oder elektronisch geregelt: was ist für die Wanne besser?

Vollelektronisch. Ein geregeltes Gerät misst Zulauftemperatur und Durchfluss und stellt die Heizleistung stufenlos nach, sodass die Solltemperatur auf etwa 1 Kelvin genau gehalten wird, auch wenn jemand die Küchenarmatur öffnet. Hydraulische Geräte schalten nur zwischen zwei Leistungsstufen und schwanken deutlich, sobald Durchfluss oder Kaltwassertemperatur sich ändern.

Was ist das Kaltwassersandwich?

Ein Schwall kalten Wassers mitten im warmen Strahl. Er entsteht, wenn Sie die Armatur kurz schließen und gleich wieder öffnen: Das im Gerät stehende, nachgewärmte Wasser kommt zuerst, dahinter folgt die noch kalte Strecke, erst danach greift die Heizung wieder. Vollelektronische Geräte mit schneller Leistungsregelung reduzieren den Effekt auf ein kaum spürbares Maß.

Badewanne mit Durchlauferhitzer oder besser ein Warmwasserspeicher?

Wer selten badet, fährt mit dem Durchlauferhitzer besser, weil er keinen Bereitschaftsverlust hat. Wer täglich badet oder eine Photovoltaikanlage nutzt, sollte den Speicher prüfen: 150 Liter bei 60 Grad ergeben rund 250 Liter Mischwasser mit 40 Grad, und die Aufheizung mit 2 bis 6 kW lässt sich in günstige Stunden legen.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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