Klimaanlage mit 2 Innengeräten: Multisplit richtig planen
Eine Klimaanlage mit 2 Innengeräten ist der klassische Einstieg in die feste Klimatisierung: ein Außengerät an der Fassade, zwei Innengeräte in den Räumen, die Sie tatsächlich kühlen wollen. Meist sind das Wohnzimmer und Schlafzimmer, oder Schlafzimmer und Homeoffice.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Kühlleistung pro Raum korrekt berechnen, warum das Außengerät kleiner ausfällt als die Summe der Innengeräte, was eine Split-Klimaanlage mit 2 Innengeräten mit Montage realistisch kostet, welche Rolle SEER und Kältemittel spielen und wann sich stattdessen 3, 4 oder 5 Innengeräte lohnen.
Für wen lohnt sich eine Klimaanlage für 2 Räume?
Eine Klimaanlage mit 2 Innengeräten ist immer dann die richtige Wahl, wenn Sie zwei Räume dauerhaft und leise temperieren wollen, aber nicht zwei getrennte Außengeräte an der Fassade akzeptieren möchten. Der typische Fall: Wohnzimmer und Schlafzimmer, oder Schlafzimmer und Arbeitszimmer im Dachgeschoss. Wer nur einen einzelnen Raum kühlen will, fährt mit einer Single-Split-Anlage günstiger, wer gar nicht bohren darf, findet in unserem Ratgeber zur Klimaanlage ohne Außengerät die Alternativen.
Eine Klimaanlage für 2 Räume spielt ihre Stärke bei durchgehendem Betrieb aus: Sie kühlt nicht nur, sie entfeuchtet, und sie heizt im Winter als Luft-Luft-Wärmepumpe mit einem COP von typischerweise 3,5 bis 4,5 in der Übergangszeit. Genau diese Doppelnutzung macht die Investition wirtschaftlich, denn ein mobiles Klimagerät kann beides nicht.
Klimaanlage 2 Räume: die typischen Kombinationen
Wer eine Klimaanlage 2 Räume versorgen lassen will, kombiniert in der Praxis fast immer einen Raum mit Tagesnutzung und einen mit Nachtnutzung. Das ist auch technisch die beste Konstellation, denn beide Innengeräte laufen selten gleichzeitig auf Volllast, und genau darauf ist das gemeinsame Außengerät ausgelegt.
- Wohnzimmer und Schlafzimmer: die häufigste Kombination. Wohnzimmer meist 3,5 kW, Schlafzimmer 2,5 kW.
- Schlafzimmer und Homeoffice: beide Räume oft 2,5 kW, im Homeoffice kommt die Abwärme der Technik hinzu.
- Zwei Dachgeschosszimmer: hier liegt die Kühllast am höchsten, planen Sie eher 3,5 kW je Raum.
Liegen die beiden Räume weit auseinander, prüfen Sie vor der Bestellung die maximale Gesamtleitungslänge. Bei Duo-Anlagen sind meist 30 bis 40 m zulässig, jeder Meter darüber kostet Leistung.
Multisplit erklärt: ein Außengerät, zwei Innengeräte
Bei einer Multisplit-Anlage sitzt ein einziger Verdichter im Außengerät und versorgt über getrennte Kältemittelleitungen mehrere Innengeräte. Bei zwei Innengeräten spricht man auch von einer Duo-Split-Anlage. Jedes Innengerät hat ein eigenes Expansionsventil und wird einzeln geregelt, ein- und ausschalten können Sie die Geräte unabhängig voneinander.
Vom Außengerät führen also zwei Leitungspaare (Flüssigkeits- und Saugleitung) plus je eine Kondensatleitung und eine Steuerleitung zu den Innengeräten. Das ist der wesentliche Unterschied zur Monoblock-Klimaanlage, bei der der gesamte Kältekreis in einem Gehäuse steckt.
Bauformen der Innengeräte
- Wandgerät: die Standardlösung, günstig, schnell montiert, oberhalb der Fenster oder an einer Innenwand.
- Truhengerät: bodennah, sinnvoll bei Dachschrägen oder wenn keine freie Wandfläche oben verfügbar ist.
- Deckenkassette: optisch dezent, braucht aber eine abgehängte Decke, in Wohnhäusern selten.
- Kanalgerät: unsichtbar hinter der Decke, mit Luftkanälen, aufwendig und teuer.
Kühlleistung berechnen: Klimaanlage 2 kW, 2,5 kW oder mehr?
Die Kühllast eines Raums hängt von Fläche, Fensterfläche, Himmelsrichtung, Dämmung und der Anzahl der Personen und Geräte ab. Als belastbare Faustformel gilt: 60 W/m² bei gut gedämmten, verschatteten Nordräumen, bis zu 100 W/m² bei Dachgeschossräumen mit großen Südfenstern. Die Klimaanlage mit 2,5 kW ist deshalb die mit Abstand meistverkaufte Einzelgröße, eine Klimaanlage mit 2 kW reicht nur für kleine, verschattete Zimmer.
| Raum | Fläche | Situation | Empfohlene Kühlleistung |
|---|---|---|---|
| Kleines Schlafzimmer | 12–16 m² | Nordseite, verschattet | 2,0 kW |
| Schlafzimmer | 16–22 m² | normale Lage | 2,5 kW |
| Homeoffice mit Technik | 15–20 m² | Südwest, PC + Monitore | 2,5–3,5 kW |
| Wohnzimmer | 25–35 m² | große Fensterfront | 3,5 kW |
| Dachgeschoss-Raum | 20–25 m² | unter dem Dach, Süd | 3,5–5,0 kW |
Wichtig: Überdimensionieren Sie nicht. Ein zu groß gewähltes Innengerät kühlt schnell herunter, schaltet ab und entfeuchtet dabei zu wenig. Das Ergebnis ist ein klammes, unangenehmes Raumklima trotz niedriger Temperatur. Für das Schlafzimmer haben wir die Anforderungen in einem eigenen Ratgeber zur Klimaanlage im Schlafzimmer vertieft, dort zählt vor allem der Schalldruckpegel im Nachtbetrieb.
Klimaanlage 2,5 kW: die Standardgröße pro Raum
Die Klimaanlage 2,5 kW ist im Wohnungsbau die mit Abstand häufigste Einzelleistung, und das aus gutem Grund: Bei 80 W/m² deckt sie rund 30 m² ab, bei ungünstiger Südlage immer noch etwa 25 m². Für ein normal geschnittenes Schlafzimmer mit 16 bis 22 m² hat sie damit genug Reserve für Hitzetage, ohne im Normalbetrieb dauernd abzuschalten.
Der Sprung von 2,5 kW auf 3,5 kW ist nur dann richtig, wenn große Fensterflächen nach Süden oder Westen zeigen, der Raum unter dem Dach liegt oder mehrere Personen und Geräte dauerhaft Wärme abgeben. In allen anderen Fällen verschlechtert die größere Klasse das Raumklima, weil sie zu schnell herunterkühlt und dabei zu wenig entfeuchtet.
Warum das Außengerät kleiner ist als die Summe der Innengeräte
Ein häufiges Missverständnis: Zwei Innengeräte mit je 2,5 kW brauchen kein Außengerät mit 5,0 kW. In der Praxis laufen selten beide Räume gleichzeitig auf Volllast. Hersteller kalkulieren daher mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von etwa 70 bis 90 Prozent, das Außengerät einer Duo-Anlage mit 2 x 2,5 kW liegt also typischerweise bei 4,0 bis 5,0 kW.
| Kombination Innengeräte | Summe innen | Übliches Außengerät | Anschlusswert |
|---|---|---|---|
| 2 x 2,0 kW | 4,0 kW | 3,5–4,1 kW | 230 V, 10 A |
| 2 x 2,5 kW | 5,0 kW | 4,0–5,0 kW | 230 V, 16 A |
| 2,5 + 3,5 kW | 6,0 kW | 5,0–5,3 kW | 230 V, 16 A |
| 2 x 3,5 kW | 7,0 kW | 5,3–6,8 kW | 230 V, 16 A |
Prüfen Sie zusätzlich immer zwei Grenzwerte aus dem Datenblatt: die maximale Gesamtleitungslänge (bei Duo-Anlagen meist 30 bis 40 m) und die maximale Höhendifferenz zwischen Außen- und Innengerät (oft 10 bis 15 m). Werden sie überschritten, sinkt die Leistung, und die Herstellergarantie kann entfallen.
Split-Klimaanlage mit 2 Innengeräten mit Montage
Eine Split-Klimaanlage mit 2 Innengeräten mit Montage wird in aller Regel als Paket verkauft: Gerätesatz plus Installation durch einen Kältefachbetrieb. Der Ablauf ist immer derselbe:
- Ortstermin mit Kühllastabschätzung, Festlegung der Innengeräte-Positionen und des Außengeräte-Standorts.
- Kernbohrungen (ca. 60 bis 80 mm) durch die Außenwand für die Leitungsdurchführung.
- Verlegen der Kältemittelleitungen, der Kondensatableitung mit Gefälle und der Steuerleitung.
- Setzen der Wandkonsole oder der Bodenfüße für das Außengerät, schallentkoppelt.
- Bördeln, Druckprüfen mit Stickstoff, Evakuieren des Kältekreises unter Vakuum, Freigabe des Kältemittels.
- Elektroanschluss durch eine Elektrofachkraft, Dichtheitsprüfung, Inbetriebnahmeprotokoll und Einweisung.
Die Vakuumphase ist der Qualitätsschritt, an dem sich Profis von Pfuschern trennen. Bleibt Restfeuchte im Kreislauf, bilden sich Säuren, und der Verdichter stirbt lange vor der Zeit. Lassen Sie sich das Inbetriebnahmeprotokoll mit Vakuumwert und Kältemittelfüllmenge aushändigen.
Selbstmontage mit Quick-Connect-Set
Es gibt Duo-Sets mit vorbefüllten Leitungen und selbstdichtenden Schnellkupplungen. Hier wird der Kältekreis nie geöffnet, ein Sachkundenachweis ist dafür nicht erforderlich. Der Nachteil: Die Leitungslängen sind fix (meist 3 bis 5 m je Innengerät), der Spielraum bei der Positionierung ist also klein. Den Elektroanschluss muss trotzdem eine Elektrofachkraft nach VDE 0100 herstellen.
Split-Klimaanlage 2 Innengeräte mit Montage: Kosten
| Posten | Preis | Anmerkung |
|---|---|---|
| Duo-Split-Gerätesatz (2 x 2,5 kW) | 1.200–2.500 € | je nach SEER und Marke |
| Montage durch Kältefachbetrieb | 1.400–3.000 € | 2 Innengeräte, Standardsituation |
| Zusätzliche Leitungsmeter | 25–45 € / m | über die Pauschale hinaus |
| Kernbohrung | 80–150 € / Stück | abhängig von der Wandstärke |
| Wartung | 120–200 € / Jahr | Reinigung, Dichtheitssichtprüfung |
| Gesamt (typisch) | 2.800–5.500 € | schlüsselfertig |
Zum Vergleich: Eine dritte Zone kostet meist noch einmal 900 bis 1.600 € Aufpreis, wie wir im Ratgeber zur Klimaanlage mit 3 Innengeräten vorrechnen. Die Kosten pro Raum sinken also mit jedem Innengerät, der Sprung von einer auf zwei Zonen ist der wirtschaftlichste.
Unsere Empfehlung für zwei Räume
Wir nennen bewusst keine Modellnummern, weil sich Produktreihen und Verfügbarkeiten laufend ändern. Entscheidend sind die Kennwerte oben: SEER, Modulationsbereich des Verdichters, Schalldruckpegel und Kältemittel. Wie wir Produkte bewerten, lesen Sie auf unserer Methodik-Seite.
Klimaanlage mit 4 Innengeräten oder 5 Innengeräten: lohnt das?
Multisplit-Außengeräte gibt es für bis zu fünf Zonen. Eine Klimaanlage mit 4 Innengeräten arbeitet mit Außenleistungen von typischerweise 8 bis 10 kW, eine Klimaanlage mit 5 Innengeräten mit 10 bis 12,5 kW. Technisch ist das problemlos möglich, wirtschaftlich und energetisch gibt es aber zwei Haken.
| Zonen | Typisches Außengerät | Kosten inkl. Montage | Kosten je Zone |
|---|---|---|---|
| 1 Innengerät | 2,5–3,5 kW | 1.600–2.800 € | ~2.200 € |
| 2 Innengeräte | 4,0–5,3 kW | 2.800–5.500 € | ~2.000 € |
| 3 Innengeräte | 5,5–7,0 kW | 4.000–7.000 € | ~1.800 € |
| 4 Innengeräte | 8,0–10,0 kW | 5.500–9.000 € | ~1.800 € |
| 5 Innengeräte | 10,0–12,5 kW | 7.000–12.000 € | ~1.900 € |
Klimaanlage 4 Innengeräte: wann sich der Schritt von zwei auf vier lohnt
Eine Klimaanlage 4 Innengeräte ist sinnvoll, wenn Sie vier Räume regelmäßig nutzen, diese in vertretbarer Leitungslänge zum Außengerät liegen und die Nutzung zeitlich gestaffelt ist, etwa Wohnzimmer und Homeoffice tagsüber, zwei Schlafzimmer nachts. Rechnen Sie mit einem Außengerät von 8 bis 10 kW und einer Gesamtleitungslänge von häufig maximal 60 m.
Gegen den Schritt sprechen zwei Punkte. Erstens der Teillastbetrieb: Läuft nur eines von vier Innengeräten, arbeitet der Verdichter weit unter seinem Auslegungspunkt und der SEER sinkt. Zweitens die Ausfallsicherheit, denn ein einziges Außengerät versorgt dann die halbe Wohnung. Prüfen Sie deshalb ehrlich, ob Sie den vierten Raum wirklich kühlen, oder ob drei Zonen reichen. Die Kosten und die Auslegung dafür rechnen wir im Ratgeber zur Klimaanlage mit 3 Innengeräten vor. Häufig sind zwei getrennte Duo-Anlagen die klügere Lösung als eine große Anlage mit vier Zonen.
Der erste Haken ist der Teillastbetrieb: Hängen fünf Innengeräte an einem Verdichter, läuft aber nur eines davon, arbeitet die Anlage weit unter ihrem Auslegungspunkt und der SEER bricht ein. Der zweite Haken ist der Ausfall: Steht das Außengerät still, ist das ganze Haus ohne Kühlung. Bei mehr als drei Zonen prüfen wir daher gern die Alternative aus zwei getrennten Duo-Anlagen.
SEER, Stromverbrauch und ein Rechenbeispiel
Der SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio) beschreibt die Effizienz über eine ganze Kühlsaison, nicht nur im Bestpunkt. Er ist die einzige Kennzahl, die für den Stromverbrauch wirklich zählt. Werte ab 7,0 sind gut, ab 8,5 sehr gut. Für den Heizbetrieb gilt analog der SCOP.
Rechenbeispiel für eine Duo-Anlage mit 2 x 2,5 kW und einem SEER von 7,5:
- Kühlbedarf: 500 Betriebsstunden im Sommer, im Mittel 60 % Last, also rund 1.500 kWh Kühlarbeit.
- Stromverbrauch: 1.500 kWh / 7,5 = 200 kWh.
- Stromkosten bei 0,32 €/kWh: rund 64 € pro Saison für beide Räume.
Das ist deutlich weniger, als die meisten erwarten, und es ist ein Bruchteil dessen, was ein mobiles Monoblock-Gerät mit einem EER um 2,6 verbraucht. Wer den tatsächlichen Verbrauch nachmessen will, findet in unserem Strommessgeräte-Ratgeber die passenden Geräte, für 230-V-Anschlüsse genügt ein einfacher Zwischenstecker.
Vorteile und Nachteile im Überblick
✓ Vorteile
- Nur ein Außengerät für zwei Räume, weniger Fassadeneingriff und weniger Lärmquellen
- Sehr effizient: SEER von 7 bis 9 statt 2,5 bis 3 bei mobilen Geräten
- Beide Räume unabhängig regelbar, jedes Innengerät mit eigener Fernbedienung
- Heizfunktion als Luft-Luft-Wärmepumpe in der Übergangszeit
- Sehr leise im Innenraum, oft unter 22 dB(A) im Nachtmodus
- Günstiger je Raum als zwei einzelne Single-Split-Anlagen
✕ Nachteile
- Montage nur durch Kältefachbetrieb, außer bei Quick-Connect-Sets
- Kernbohrungen nötig, in Mietwohnungen und im Denkmalschutz oft nicht erlaubt
- Gemeinsamer Verdichter: fällt das Außengerät aus, sind beide Räume betroffen
- Kein gleichzeitiges Kühlen und Heizen in den zwei Räumen möglich
- Höhere Anschaffungskosten als ein mobiles Klimagerät
Kältemittel, F-Gase und Nachbarrecht
Kältemittel R32 und R290
Aktuelle Split-Anlagen arbeiten fast durchgehend mit R32 (GWP 675). Die novellierte EU-F-Gase-Verordnung senkt die zulässigen GWP-Werte schrittweise, langfristig setzen sich natürliche Kältemittel wie R290 (Propan, GWP 3) durch. Für eine Anlage, die 15 Jahre laufen soll, ist ein niedriger GWP ein echtes Kaufargument, auch mit Blick auf künftige Nachfüllpreise.
Sachkundenachweis
Arbeiten am geschlossenen Kältekreis darf nur ausführen, wer über einen Sachkundenachweis nach der F-Gase-Verordnung verfügt (Kategorie I für alle Füllmengen). Ohne diesen Nachweis ist die Montage einer fest verrohrten Anlage nicht zulässig, unabhängig von den handwerklichen Fähigkeiten.
Lärmschutz und Nachbarn
Maßgeblich ist die TA Lärm: In allgemeinen Wohngebieten gelten tagsüber 55 dB(A) und nachts 40 dB(A) am maßgeblichen Immissionsort, in reinen Wohngebieten 50 bzw. 35 dB(A). Halten Sie Abstand zur Grundstücksgrenze, richten Sie das Ausblasgitter nicht auf das Nachbarschlafzimmer und nutzen Sie den Nachtmodus. In vielen Bundesländern gibt es zusätzlich Mindestabstände aus dem Bauordnungsrecht.
Mietwohnung
Kernbohrungen und ein Außengerät an der Fassade sind bauliche Veränderungen und brauchen die schriftliche Zustimmung des Vermieters, in Eigentümergemeinschaften einen Beschluss. Ohne Zustimmung droht der Rückbau auf eigene Kosten.
Kaufberatung: 6 Kriterien
1. Kühlleistung pro Raum, nicht pauschal
Rechnen Sie jeden Raum einzeln: 60 bis 100 W/m². Eine Klimaanlage mit 2,5 kW passt zum Schlafzimmer, das Wohnzimmer braucht meist 3,5 kW.
2. SEER und SCOP
SEER ab 7,0, besser über 8,0. Wenn Sie im Winter mitheizen wollen, achten Sie zusätzlich auf einen SCOP über 4,0.
3. Inverter-Verdichter mit großem Modulationsbereich
Nur ein weit modulierender Verdichter läuft im Teillastbetrieb sauber durch, statt zu takten.
4. Schalldruckpegel innen und Schallleistungspegel außen
Innen unter 22 dB(A) im Nachtmodus, außen unter 55 dB(A) Schallleistung, das sind gute Zielwerte.
5. Leitungslängen und Höhendifferenz
Messen Sie die Wege vorab aus. Werden die Grenzwerte des Datenblatts gerissen, sinkt die Leistung spürbar.
6. Festpreisangebot mit Leistungsverzeichnis
Leitungsmeter, Kernbohrungen, Konsole, Elektroanschluss und Inbetriebnahme gehören schriftlich ins Angebot.
Typische Planungsfehler
Der häufigste Fehler ist die Überdimensionierung der Innengeräte. Wer ins Schlafzimmer 3,5 kW statt 2,5 kW hängt, bekommt kurze Kühlstöße, zu wenig Entfeuchtung und einen unruhigen Verdichterlauf. Der zweitgrößte Fehler ist die Kondensatleitung: Sie braucht durchgehendes Gefälle, sonst läuft das Wasser an der Wand herunter. Und drittens wird der Außengerätestandort zu oft nach Bequemlichkeit gewählt statt nach Schall und Luftführung. Ein Gerät in einer engen Nische saugt seine eigene Abluft wieder an und verliert massiv an Leistung.
Fazit zur Klimaanlage mit 2 Innengeräten
Für zwei regelmäßig genutzte Räume ist die Duo-Split-Anlage die effizienteste und leiseste Lösung, sofern Fassade und Vermieter mitspielen.
Rechnen Sie mit 2.800 bis 5.500 € schlüsselfertig, planen Sie 2,5 kW je Schlafraum und 3,5 kW fürs Wohnzimmer und achten Sie auf einen SEER von mindestens 7,0. Die laufenden Stromkosten bleiben mit rund 60 bis 90 € pro Kühlsaison überschaubar.
Fazit
Eine Klimaanlage mit 2 Innengeräten ist der wirtschaftlichste Einstieg in die feste Klimatisierung: Sie versorgt zwei Räume aus einem Außengerät, arbeitet mit einem SEER von 7 bis 9 dreimal so effizient wie ein mobiles Gerät und heizt in der Übergangszeit mit. Planen Sie die Kühlleistung raumweise, wählen Sie das Außengerät nach dem Gleichzeitigkeitsfaktor und lassen Sie die Anlage von einem Kältefachbetrieb evakuieren und in Betrieb nehmen. Wer mehr Räume versorgen will, sollte den Sprung auf 4 oder 5 Innengeräte sorgfältig gegen zwei getrennte Duo-Anlagen abwägen.
Weiterführende Links und Quellen
- Klimaanlage mit 3 Innengeräten, Klimaanlage Außengerät, Klimaanlage fürs Schlafzimmer, Monoblock-Klimaanlage, Klimaanlage ohne Außengerät
- Umweltbundesamt, Kältemittel, F-Gase-Verordnung und GWP-Werte
- Verbraucherzentrale, Klimageräte im Vergleich, Stromverbrauch und Kosten
- BMUV, TA Lärm und Immissionsrichtwerte für Außengeräte
Häufige Fragen
Wie viel kW braucht eine Klimaanlage für 2 Räume?
Rechnen Sie pro Raum mit rund 60 bis 100 Watt Kühlleistung je Quadratmeter. Ein 20 m² großes Schlafzimmer mit normaler Dämmung und wenig Sonneneinstrahlung kommt mit einer Klimaanlage mit 2 kW bis 2,5 kW aus, ein 30 m² großes Wohnzimmer mit Südfenstern braucht eher 3,5 kW. Zwei Innengeräte mit 2,5 kW ergeben zusammen 5 kW Innenleistung, das passende Außengerät liegt dann meist bei 4,0 bis 5,0 kW.
Was kostet eine Split-Klimaanlage mit 2 Innengeräten mit Montage?
Für eine Duo-Split-Anlage mit zwei Innengeräten liegen die Gerätepreise je nach Effizienzklasse bei etwa 1.200 bis 2.500 €. Die Montage durch einen Kältefachbetrieb kostet zusätzlich rund 1.400 bis 3.000 €, abhängig von Leitungslänge, Kernbohrungen, Fassadengerüst und Elektroanschluss. In Summe sollten Sie mit 2.800 bis 5.500 € rechnen. Ein schriftliches Festpreisangebot mit Leitungsmetern und Inbetriebnahmeprotokoll schützt vor Nachforderungen.
Kann ich eine Klimaanlage mit 2 Innengeräten selbst montieren?
Nur wenn es sich um ein Quick-Connect-Set mit vorbefüllten, dicht verschraubbaren Leitungen handelt, das ohne Öffnen des Kältekreises angeschlossen wird. Sobald der Kältekreis geöffnet, evakuiert oder befüllt werden muss, ist ein Sachkundenachweis nach der F-Gase-Verordnung Pflicht, umgangssprachlich Kälteschein. Den Elektroanschluss darf ohnehin nur eine Elektrofachkraft ausführen.
Lohnt sich eine Klimaanlage mit 4 Innengeräten?
Eine Klimaanlage mit 4 Innengeräten lohnt sich, wenn Sie tatsächlich vier Räume regelmäßig kühlen und diese in vertretbarer Leitungslänge zum Außengerät liegen. Der Preis steigt aber überproportional, und je mehr Innengeräte an einem Verdichter hängen, desto schlechter arbeitet die Anlage im Teillastbetrieb, wenn nur ein Gerät läuft. Häufig sind zwei separate Duo-Anlagen effizienter und im Ausfall weniger anfällig.
Klimaanlage 5 Innengeräte: geht das mit einem Außengerät?
Ja, Multisplit-Außengeräte gibt es für bis zu fünf Innengeräte, üblich sind dann Außenleistungen von 10 bis 12,5 kW. Prüfen Sie unbedingt die maximale Gesamtleitungslänge (oft 60 bis 80 m) und die maximale Höhendifferenz. Bei fünf Innengeräten wird der hydraulische und kältetechnische Abgleich anspruchsvoll, das gehört in die Hand eines erfahrenen Kältefachbetriebs.
Wie laut ist das Außengerät einer Duo-Split-Anlage?
Gute Außengeräte liegen bei 46 bis 55 dB(A) Schallleistungspegel im Normalbetrieb, viele bieten einen Nachtmodus mit reduzierter Drehzahl. Maßgeblich ist nicht der Gerätewert, sondern der Immissionswert am Nachbarfenster: Nach TA Lärm gelten in reinen Wohngebieten nachts 35 dB(A). Ein ausreichender Abstand zur Grundstücksgrenze und eine schallentkoppelte Aufstellung sind daher wichtiger als jedes Datenblatt.
Können beide Innengeräte unterschiedlich eingestellt werden?
Die Temperatur und der Ventilator lassen sich pro Innengerät frei regeln, jedes Gerät hat seine eigene Fernbedienung. Nicht möglich ist bei den meisten Multisplit-Anlagen der gleichzeitige Misch-Betrieb, also Kühlen im einen und Heizen im anderen Raum. Das können nur teurere Wärmerückgewinnungssysteme.