LUFTENTFEUCHTER

Luftentfeuchter und Luftreiniger: Kombigerät oder zwei Einzelgeräte?

Luftreiniger und Luftentfeuchter nebeneinander in einem Wohnraum
Zwei Geräte, zwei völlig verschiedene physikalische Aufgaben, Foto: Pexels

Wer Luftentfeuchter und Luftreiniger nebeneinander im Regal sieht, hält sie leicht für zwei Varianten derselben Sache. Sie sind das Gegenteil davon. Der Entfeuchter arbeitet thermodynamisch und holt Wasser aus der Luft, der Reiniger arbeitet mechanisch und holt Partikel aus der Luft. Beide Geräte haben ein Gebläse, und damit endet die Gemeinsamkeit.

Dieser Ratgeber beantwortet die eine Frage, die zwischen den beiden Einzelratgebern offen bleibt: Kaufen Sie ein Kombigerät oder zwei getrennte Geräte? Wir vergleichen Leistung, Stromverbrauch, Lautstärke und Folgekosten pro Jahr, zeigen an einer Auswahlmatrix, welches Gerät welches Problem tatsächlich löst, und benennen die Fälle, in denen die Kombination beide Funktionen schlechter macht statt besser.

Was Luftentfeuchter und Luftreiniger physikalisch trennt

Luftentfeuchter und Luftreiniger sehen sich äußerlich ähnlich, weil beide ein Gehäuse, ein Gebläse und ein Bedienfeld haben. Der Unterschied steckt dahinter. Der Entfeuchter kühlt die angesaugte Luft an einem Verdampfer unter den Taupunkt, das Wasser kondensiert und tropft in einen Tank. Der Reiniger drückt die Luft durch ein Filterpaket, in dem Fasern die Partikel abfangen. Der eine verändert den Wassergehalt, der andere die Partikelzahl.

Daraus folgt alles Weitere. Ein Entfeuchter erzeugt Abwärme, weil er als Wärmepumpe im Kreis arbeitet und die Kondensationsenergie an den Raum abgibt. Ein Luftreiniger erzeugt kaum Wärme, weil nur ein kleiner Ventilatormotor arbeitet. Ein Entfeuchter braucht deshalb 200 bis 400 Watt, ein Luftreiniger 10 bis 50 Watt. Wer das ignoriert, wundert sich über die Stromrechnung.

Die Aufgaben im Detail

  • Luftentfeuchter: senkt die relative Luftfeuchte, entzieht Schimmel und Hausstaubmilben die Grundlage, trocknet Wäsche, schützt Keller und Lagerräume.
  • Luftreiniger: senkt die Konzentration von Pollen, Feinstaub, Sporen und Tierhaarschuppen, mit Aktivkohle zusätzlich Gerüche.
  • Beide gemeinsam: wälzen Raumluft um und verbessern die Durchmischung. Beide führen jedoch kein CO2 ab, ersetzen also kein Lüften.

Wie weit ein Filtergerät bei Sporen kommt, haben wir im Ratgeber Luftreiniger gegen Schimmel aufgeschlüsselt. Die Gegenseite, also die Frage nach der Trocknung als Ursachenbekämpfung, behandelt der Ratgeber Luftentfeuchter gegen Schimmel. Dieser Text hier setzt darauf auf und beantwortet nur noch die Kaufentscheidung zwischen beiden.

Auswahlmatrix: welches Gerät bei welchem Problem

Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil das Problem nicht benannt wird. Suchen Sie Ihr Symptom in der ersten Spalte und lesen Sie die Empfehlung ab. Wenn beide Spalten ein Nein zeigen, hilft weder das eine noch das andere Gerät.

Problem im RaumLuftentfeuchterLuftreinigerRichtige Wahl
Luftfeuchte dauerhaft über 60 %ja, direktneinLuftentfeuchter
Sichtbarer Schimmel an der Wandbekämpft die Ursachebekämpft nur die Sporen in der LuftEntfeuchter plus Sanierung
Schimmelsporen, Allergieindirekt, langsamja, sofort mit HEPA H13beide, Entfeuchter zuerst
Pollenflug im Schlafzimmerneinja, deutlichLuftreiniger
Feinstaub, Straße, KaminneinjaLuftreiniger
Muffiger Kellergeruchja, entzieht die Quelleja, mit AktivkohleEntfeuchter, Reiniger als Ergänzung
Küchen- oder Tiergeruchneinja, nur mit AktivkohleLuftreiniger
Beschlagene FensterscheibenjaneinLuftentfeuchter
Hausstaubmilben im Bettja, unter 50 % Feuchtenur der aufgewirbelte KotEntfeuchter plus Encasings
Zu trockene Heizungsluft im Winternein, verschlimmert esneinLuftbefeuchter
Verbrauchte Luft, hoher CO2-WertneinneinStoßlüften

Der Zielkorridor stammt nicht aus dem Bauch: Das Umweltbundesamt nennt für Innenräume eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent als hygienisch unbedenklichen Bereich. Darüber steigt das Schimmelrisiko, darunter reizt trockene Luft die Schleimhäute. Messen Sie zuerst, bevor Sie kaufen, zum Beispiel mit einem Thermometer mit Hygrometer.

Kombigerät gegen zwei Einzelgeräte im Direktvergleich

Ein Kombigerät ist technisch fast immer ein Kompressor-Luftentfeuchter, in dessen Ansaugweg zusätzlich ein Filterpaket sitzt. Der Luftstrom, den der Entfeuchter ohnehin erzeugt, wird zweimal genutzt. Das ist elegant und hat einen Preis: Beide Funktionen teilen sich ein Gebläse, eine Regelung und eine Betriebsstrategie.

KriteriumKombigerätZwei Einzelgeräte
Entfeuchtungsleistung8 bis 20 l/Tag10 bis 30 l/Tag je nach Modell
Luftdurchsatz Reinigung (CADR)100 bis 180 m³/h250 bis 500 m³/h beim Reiniger
Sinnvolle Raumgröße Reinigung10 bis 15 m²20 bis 45 m²
Leistungsaufnahme gesamt250 bis 450 W210 bis 450 W in Summe
Reinigung ohne Entfeuchtung möglichnur wenn ein Nur-Lüfter-Modus vorhanden istimmer, die Geräte sind unabhängig
Lautstärke im Reinigungsbetrieb42 bis 52 dB(A)24 bis 35 dB(A) im Nachtmodus
Aufstellungein Standort, eine Steckdosezwei Standorte, frei wählbar
Filterkosten pro Jahr60 bis 130 Euro40 bis 110 Euro
Anschaffung Kategorie250 bis 600 Euro230 bis 700 Euro zusammen
Ausfallrisikoein Defekt legt beide Funktionen stillRedundanz, ein Gerät läuft weiter

Die entscheidende Zeile ist der CADR. Die Faustformel lautet Raumfläche mal Raumhöhe mal gewünschte Luftwechsel. Ein 20 Quadratmeter großer Raum mit 2,5 Metern Höhe braucht bei vier Luftwechseln 200 m³/h. Ein Kombigerät mit 140 m³/h schafft in diesem Raum knapp drei Luftwechsel, ein guter Einzelreiniger mit 350 m³/h dagegen sieben. Die Reinigungsfunktion des Kombigeräts ist damit nicht wertlos, aber sie ist eine Klasse kleiner.

Bedienfeld eines Luftentfeuchters mit Anzeige der relativen Luftfeuchte
Das Hygrostat entscheidet über die Laufzeit und damit über den Stromverbrauch, Foto: Pexels

Wann die Kombination wirklich sinnvoll ist

Es gibt klare Fälle, in denen ein Gerät für beides die vernünftigere Entscheidung ist. Sie haben alle dieselbe Struktur: Ein Raum, ein Problempaar, begrenzter Platz.

Ein Raum mit Feuchte und Staub zugleich

Hobbyraum, Werkstatt oder Souterrainzimmer mit 12 bis 15 Quadratmetern, in dem die Feuchte bei 65 Prozent liegt und gleichzeitig Staub anfällt. Hier passt der schwächere CADR zur Raumgröße, und der Entfeuchterteil ist der Hauptnutzen.

Wäschetrocknen in der Wohnung

Ein Wäscheständer setzt pro Ladung rund 2 bis 3 Liter Wasser frei. Ein Kombigerät im geschlossenen Raum trocknet die Wäsche in 4 bis 8 Stunden und filtert dabei den Staub, der ohnehin aufgewirbelt wird. Der laute Betrieb stört in einem ungenutzten Raum nicht.

Nur eine Steckdose und wenig Stellfläche

In kleinen Mietwohnungen ist der Platz das eigentliche Argument. Zwei Geräte belegen zwei Ecken und zwei Anschlüsse, was in Altbauzimmern mit wenigen Steckdosen praktisch ein Verlängerungskabel bedeutet.

Saisonaler Wechsel im selben Raum

Wenn Sie im Sommerhalbjahr entfeuchten und im Winterhalbjahr filtern wollen, laufen die beiden Funktionen nie gleichzeitig. Genau dann fällt der geteilte Ventilator nicht ins Gewicht, und ein Gerät genügt. Voraussetzung ist ein separater Reinigungsmodus ohne Kompressorbetrieb.

Wann ein Kombigerät beides schlechter macht

Die Kombination hat einen Konstruktionskonflikt, den kein Hersteller vollständig auflösen kann: Der Entfeuchter will viel Luft über einen kalten Verdampfer schicken, der Reiniger will die Luft langsam und leise durch einen dichten Filter drücken. Aus diesem Konflikt entstehen vier konkrete Nachteile.

KonfliktWas passiertFolge im Alltag
Ein Gebläse für zwei Aufgabender Ventilator läuft auf der Entfeuchterstufe42 bis 52 dB(A), im Schlafzimmer nicht dauerhaft nutzbar
HEPA-Filter im feuchten LuftstromFasern nehmen Feuchte auf, Staub verklebtkürzere Standzeit, mögliche Keimbildung, häufigerer Tausch
Filterwiderstand vor dem Verdampferder Volumenstrom sinktEntfeuchtungsleistung fällt um etwa 5 bis 15 Prozent
Gekoppelte RegelungReinigung nur bei laufender Entfeuchtungim Winter bei 45 Prozent Feuchte schaltet das Gerät ab, die Filterung endet mit
Abwärme des KompressorsRaumtemperatur steigt um 1 bis 3 Kelvinim Sommer unerwünscht, im Schlafraum störend

Der vierte Punkt ist der unterschätzte. Wenn die Zielfeuchte erreicht ist, schaltet das Hygrostat den Kompressor ab. Bei vielen Kombigeräten steht dann auch das Gebläse und damit die Luftreinigung. Ausgerechnet in der trockenen Heizperiode, wenn Feinstaub und Pollen im Innenraum am meisten stören, liefert das Gerät dann keine Filterleistung mehr. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob ein reiner Umluft- oder Filtermodus vorhanden ist.

Ein weiteres Ausschlusskriterium ist der Keller. Dort liegt die Temperatur oft unter 15 Grad, und Kompressorgeräte verlieren in diesem Bereich stark an Leistung, weil der Verdampfer vereist. Für kalte Räume ist ein Adsorptionsgerät die richtige Bauart, das aber praktisch nie mit einer Reinigungsfunktion kombiniert wird. Details dazu im Ratgeber Luftentfeuchter für den Keller.

Leistung, Stromverbrauch und Betriebskosten

Die folgende Rechnung nutzt einen Strompreis von 0,35 Euro pro Kilowattstunde. Setzen Sie Ihren eigenen Tarif ein, das Verhältnis bleibt gleich.

Gerät und BetriebLeistungLaufzeitkWh im JahrStromkosten im Jahr
Luftreiniger, Nachtstufe10 W8 h/Tag29 kWhrund 10 Euro
Luftreiniger, Dauerbetrieb mittlere Stufe25 W24 h/Tag219 kWhrund 77 Euro
Kompressor-Entfeuchter, Keller300 W8 h/Tag876 kWhrund 307 Euro
Kompressor-Entfeuchter, Wohnraum saisonal300 W3 h/Tag, 6 Monate164 kWhrund 57 Euro
Adsorptionsentfeuchter, kalter Keller600 W4 h/Tag876 kWhrund 307 Euro
Kombigerät, gemischter Betrieb320 W6 h/Tag701 kWhrund 245 Euro

Zwei Schlüsse folgen daraus. Erstens: Der Luftreiniger ist im Betrieb billig, seine Kosten stecken in den Filtern. Zweitens: Der Entfeuchter ist im Betrieb teuer, seine Kosten stecken im Strom. Wer beim Kombigerät spart, spart also am kleineren Posten. Die Laufzeit senken Sie am wirksamsten über das Hygrostat: Jeder Prozentpunkt Zielfeuchte, den Sie höher ansetzen, kürzt die Betriebsstunden spürbar. 55 Prozent statt 45 Prozent Zielwert halbiert die Laufzeit in vielen Wohnräumen, und liegt immer noch im vom Umweltbundesamt genannten Korridor.

Ein häufig übersehener Punkt: Die Abwärme des Entfeuchters ist im Winter kein Verlust, denn sie heizt den Raum mit. In einem beheizten Wohnraum ersetzt der Entfeuchter also einen Teil der Heizenergie. Im Sommer ist derselbe Effekt ein Nachteil.

Filterwechsel und Folgekosten pro Jahr

Filter sind der Posten, den Käufer beim Vergleich am häufigsten vergessen. Ein Luftentfeuchter hat nur einen waschbaren Kunststoffvorfilter und verursacht praktisch keine Verbrauchskosten. Ein Luftreiniger dagegen lebt von seinen Filtern, und ein Kombigerät verschleißt sie schneller, weil sie im feuchten Luftstrom stehen.

FilterWechselintervallPreis je FilterKosten pro Jahr
Vorfilter, waschbaralle 2 bis 4 Wochen reinigen0 Euro0 Euro
HEPA H13 im Einzelreiniger12 bis 18 Monate25 bis 60 Euro20 bis 55 Euro
HEPA H13 im Kombigerät8 bis 12 Monate25 bis 60 Euro30 bis 75 Euro
Aktivkohle als Vlies1 bis 2 Monate8 bis 15 Euro50 bis 150 Euro
Aktivkohle als Granulatkartusche9 bis 18 Monate30 bis 70 Euro25 bis 70 Euro
Kondensatpumpe oder SchlauchVerschleiß nach Jahren15 bis 40 Eurounter 10 Euro

Die Zeile Aktivkohle als Vlies ist der eigentliche Kostentreiber und zugleich das schwächste Bauteil. Wenige Gramm Kohle auf einem Trägervlies sind nach Wochen gesättigt und geben bei hoher Luftfeuchte Gebundenes wieder ab, was gerade im Kombigerät ein realer Effekt ist. Eine Granulatkartusche mit 500 Gramm bis 2 Kilogramm hält deutlich länger und ist über die Nutzungsdauer günstiger. Welche Filterstufen ein Reiniger sinnvollerweise mitbringt, steht im Ratgeber Luftreiniger mit HEPA-Filter.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise, nur Preisspannen für die jeweilige Kategorie. Bei sichtbarem Schimmelbefall über 0,5 Quadratmeter gehört die Sanierung nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts in Fachhände, kein Gerät ersetzt sie.

Kaufkriterien für beide Gerätearten

KriteriumBeim LuftentfeuchterBeim Luftreiniger
LeitkennzahlEntzugsleistung in l/Tag bei 30 °C und 80 % rFCADR in m³/h nach AHAM AC-1
Dimensionierungrund 0,5 l/Tag je Quadratmeter Wohnfläche als StartwertFläche mal Höhe mal 4 bis 5 Luftwechsel
BauartKompressor ab 15 °C, Adsorption darunterVorfilter plus HEPA H13 plus Aktivkohle
RegelungHygrostat mit einstellbarem ZielwertPartikelsensor mit Automatikmodus
Lautstärke38 bis 52 dB(A), im Nebenraum unkritischunter 30 dB(A) im Nachtmodus notwendig
EntwässerungTank 2 bis 6 Liter oder Schlauchanschlussentfällt
FolgekostenStrom, 60 bis 310 Euro im JahrFilter, 30 bis 80 Euro im Jahr
Sinnvolle ZusatzfunktionAbtauautomatik, Frostschutzabschaltbarer Ionisator, kein Ozonmodus
KältemittelR290 mit GWP 3, Füllmenge meist unter 200 gentfällt

Zum Kältemittel: Kompressor-Entfeuchter arbeiten heute überwiegend mit dem natürlichen Kältemittel R290, also Propan. Die EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase drängt fluorierte Kältemittel zurück, und R290 hat mit einem Treibhauspotenzial von 3 einen vernachlässigbaren Wert. Es ist brennbar, weshalb die Füllmengen klein bleiben und das Gerät nicht in einen sehr engen Schrank gehört. Für die Filterklasse gilt EN 1822: Nur die explizite Angabe H13 oder H14 ist belastbar, alles andere ist Werbesprache.

Typische Fehler

1. Das Gerät kaufen, bevor gemessen wurde

Ohne Hygrometer ist die Kaufentscheidung geraten. Liegt die relative Luftfeuchte bei 48 Prozent, bringt ein Luftentfeuchter nichts außer Stromkosten und trockenen Schleimhäuten. Messen Sie über zwei Wochen an mehreren Stellen, auch hinter Möbeln an der Außenwand.

2. Den CADR des Kombigeräts ignorieren

Die Angabe zur Entfeuchtungsleistung steht groß auf dem Karton, der Luftdurchsatz der Reinigungsstufe oft nur im Datenblatt. Rechnen Sie nach: Unter drei Luftwechseln pro Stunde ist der Reinigungseffekt in der Praxis kaum messbar.

3. Beide Geräte nebeneinander aufstellen

Stehen Entfeuchter und Reiniger direkt nebeneinander, saugt der eine die Abluft des anderen an. Die Geräte wälzen dann dasselbe Luftpaket um, während die Raumecken unbelüftet bleiben. Stellen Sie sie diagonal gegenüber und lassen Sie zu Wänden mindestens 20 bis 30 Zentimeter Abstand.

4. Den Filter im Kombigerät zu lange nutzen

Ein HEPA-Filter im feuchten Luftstrom ist ein anderer Fall als im trockenen. Er setzt sich schneller zu, was den Volumenstrom senkt und damit gleichzeitig die Entfeuchtungsleistung schmälert. Halten Sie sich hier eher an das untere Ende des angegebenen Wechselintervalls.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Ein Kombigerät belegt nur einen Stellplatz und eine Steckdose, was in kleinen Wohnungen zählt
  • Der ohnehin vorhandene Luftstrom des Entfeuchters wird für die Filterung mitgenutzt
  • In Räumen bis etwa 15 Quadratmetern reicht der Luftdurchsatz für drei bis vier Luftwechsel
  • Beim Wäschetrocknen im geschlossenen Raum arbeiten beide Funktionen sinnvoll zusammen
  • Anschaffungspreis meist unter der Summe zweier ordentlicher Einzelgeräte

✕ Nachteile

  • Der Reinigungsteil bleibt mit 100 bis 180 m³/h CADR eine Klasse unter einem echten Luftreiniger
  • Ein gemeinsames Gebläse bedeutet 42 bis 52 dB(A), für das Schlafzimmer meist zu laut
  • Viele Modelle filtern nur, solange der Entfeuchter läuft, im trockenen Winter also gar nicht
  • Der HEPA-Filter steht im feuchten Luftstrom und muss häufiger getauscht werden, 60 bis 130 Euro im Jahr
  • Ein einziger Defekt legt beide Funktionen gleichzeitig still

Fazit

🏆 Kombigerät nur im Sonderfall

Luftentfeuchter und Luftreiniger: zwei Geräte lösen mehr als eines

3.5/ 5

Ein Kombigerät lohnt sich, wenn ein einzelner Raum bis etwa 15 Quadratmetern feucht und staubig zugleich ist und Platz knapp ist. In allen anderen Fällen liefern zwei Einzelgeräte mehr Leistung pro Euro, sind leiser regelbar und fallen nicht gemeinsam aus.

Beginnen Sie mit der Messung. Liegt die relative Luftfeuchte über 60 Prozent, kaufen Sie zuerst den Entfeuchter, denn er beseitigt die Ursache von Schimmel und Milben. Bleibt die Feuchte im Korridor von 40 bis 60 Prozent und stören Pollen, Feinstaub oder Gerüche, kaufen Sie einen Luftreiniger mit HEPA H13 nach EN 1822 und Aktivkohle-Granulat. Beides gleichzeitig brauchen Sie seltener, als der Handel nahelegt.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Brauche ich Luftentfeuchter und Luftreiniger gleichzeitig?

Nur wenn Sie beide Probleme wirklich haben. Prüfen Sie zuerst mit einem Hygrometer, ob die relative Luftfeuchte dauerhaft über 60 Prozent liegt. Ist sie das, ist der Entfeuchter die vordringliche Anschaffung, weil Feuchte Schimmel und Milben erst ermöglicht. Bleibt die Feuchte im Bereich von 40 bis 60 Prozent und stören Pollen oder Staub, reicht ein Luftreiniger allein.

Gibt es ein Gerät als Luftreiniger und Luftentfeuchter in einem?

Ja, solche Kombigeräte existieren, sie sind aber fast immer ein Entfeuchter mit zusätzlichem Filterfach. Der Entfeuchterteil arbeitet meist auf normalem Niveau, der Reinigerteil bleibt schwach: Häufig liegt der Luftdurchsatz bei 100 bis 180 m³/h, was rechnerisch nur für Räume bis etwa 12 bis 15 Quadratmeter für vier Luftwechsel genügt.

Ersetzt ein Luftentfeuchter einen Luftreiniger?

Nein. Ein Luftentfeuchter kondensiert Wasserdampf an einem kalten Verdampfer, er ist kein Partikelfilter. Sein Vorfilter hält lediglich groben Staub vom Wärmetauscher fern. Pollen, Feinstaub oder Schimmelsporen entfernt er nicht nennenswert aus der Raumluft. Indirekt entzieht er Schimmel und Milben allerdings die Lebensgrundlage, und das ist langfristig wirksamer als Filtern.

Ersetzt ein Luftreiniger einen Luftentfeuchter?

Nein, und zwar in noch klarerer Weise. Ein Luftreiniger ändert die absolute Luftfeuchte nicht um ein Gramm, weil er die Luft weder kühlt noch trocknet. Er entfernt Sporen aus der Luft, während sie an der feuchten Wand weiter nachwachsen. Bei einem Feuchteproblem ist er eine Begleitmaßnahme, nie die Lösung.

Wie viel Strom verbraucht die Kombination aus beiden Geräten?

Rechnen Sie mit dem Entfeuchter als dominierendem Posten. Ein Kompressorgerät zieht 200 bis 400 Watt und läuft im feuchten Keller oft 6 bis 10 Stunden am Tag, das sind grob 400 bis 1.200 kWh im Jahr. Ein Luftreiniger mit 15 bis 30 Watt im Dauerbetrieb kommt auf 130 bis 260 kWh. Der Reiniger ist also der billige Teil der Rechnung.

Ist ein Kombigerät leiser als zwei Einzelgeräte?

In der Summe ja, im Schlafzimmer meist trotzdem nicht brauchbar. Das Kombigerät hat nur ein Gebläse, aber dieses Gebläse muss im Entfeuchtungsbetrieb den Kondensator durchströmen und läuft entsprechend hoch, typisch 42 bis 52 dB(A). Zwei Einzelgeräte lassen sich dagegen unabhängig regeln: Der Reiniger läuft nachts unter 30 dB(A), der Entfeuchter tagsüber im leeren Raum.

Welche Filterklasse brauche ich im Kombigerät?

HEPA H13 nach EN 1822, alles darunter ist bei Sporen und Feinstaub nicht belastbar. Achten Sie darauf, dass die Klasse explizit genannt wird. Formulierungen wie HEPA-artig oder True HEPA sind keine geschützten Angaben. Für Gerüche brauchen Sie zusätzlich Aktivkohle, sinnvollerweise als Granulat und nicht als dünnes Kohlevlies.

Was hilft besser gegen Schimmel, Luftentfeuchter oder Luftreiniger?

Der Luftentfeuchter, ohne Einschränkung. Er entzieht dem Pilz die Wachstumsbedingung, indem er die relative Luftfeuchte unter 60 Prozent drückt. Der Luftreiniger senkt nur die Sporenkonzentration in der Luft und lässt den Befall an der Wand unberührt. Sinnvoll ist der Reiniger als Begleitmaßnahme für Allergiker während der Trocknung und Sanierung.

Wie viel Filterkosten fallen pro Jahr an?

Bei einem reinen Luftreiniger meist 30 bis 80 Euro pro Jahr für HEPA und Aktivkohle. Bei einem Kombigerät steigt das auf etwa 60 bis 130 Euro, weil der Filter im feucht durchströmten Gerät schneller verkeimt und häufiger getauscht werden muss. Ein reiner Luftentfeuchter kommt mit einem waschbaren Vorfilter aus und verursacht keine Filterkosten.

Wo stelle ich die Geräte auf, wenn ich beide betreibe?

Den Entfeuchter frei im Raum mit mindestens 20 bis 30 Zentimetern Abstand zu Wänden, nicht in eine Ecke und nicht hinter Möbel, damit die Luft zirkulieren kann. Den Luftreiniger möglichst weit davon entfernt in die Rückströmung, damit die beiden Geräte nicht dieselbe Luft im Kreis schicken. Türen und Fenster bleiben bei beiden Geräten geschlossen.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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