STROMSPEICHER

Mobiler Stromspeicher mit 10 kW: was die Zahl bedeutet und was das Gerät wirklich kann

Mobile Powerstation mit Displayanzeige und mehreren Anschlüssen im Wohnraum
Kapazität in kWh und Dauerleistung in Watt sind zwei völlig verschiedene Kennzahlen, Foto: Pexels

Ein mobiler Stromspeicher 10 kW wird von Herstellern und Händlern durcheinander beworben, und genau daran scheitern die meisten Kaufentscheidungen. Die Zahl 10 steht in der Produktbeschreibung fast immer für 10 Kilowattstunden Speicherkapazität, also für die Frage, wie lange das Gerät liefert. Wie viel es gleichzeitig liefern kann, steht an ganz anderer Stelle im Datenblatt und ist mit 2.000 bis 3.600 Watt oft deutlich kleiner, als der Name vermuten lässt.

Dieser Ratgeber trennt die beiden Zahlen sauber, rechnet die realistischen Laufzeiten für typische Verbraucher durch und erklärt, warum LiFePO4 in dieser Klasse die einzig sinnvolle Zellchemie ist. Danach geht es um Gewicht, Erweiterungsakkus, Sinusqualität, USV-Umschaltzeit, Solarladung über MPPT und um die ehrliche Gegenrechnung zum fest installierten Hausspeicher.

Kilowatt oder Kilowattstunde: die zwei Zahlen

Wer nach einem mobilen Stromspeicher 10 kW sucht, meint in aller Regel 10 Kilowattstunden. Die Verwechslung ist so verbreitet, dass Händler die falsche Einheit bewusst in den Titel schreiben. Beide Zahlen beschreiben aber völlig verschiedene Eigenschaften, und nur wenn Sie beide kennen, wissen Sie, ob das Gerät zu Ihrem Anwendungsfall passt.

KennzahlEinheitBeantwortet die FrageTypisch in der 10-kWh-Klasse
Nutzbare KapazitätkWhwie lange?8,5 bis 10 kWh nutzbar bei 10 kWh brutto
Dauerleistung WechselrichterWwas gleichzeitig?2.000 bis 3.600 W
SpitzenleistungWwelcher Anlauf?4.000 bis 7.200 W für wenige Sekunden
Ladeleistung ACWwie schnell voll?1.500 bis 2.300 W an der Schuko-Dose
Solareingang MPPTWwie schnell per PV?1.000 bis 2.400 W

Eine einfache Merkregel: Kilowattstunden sind der Tankinhalt, Kilowatt sind der Querschnitt des Schlauchs. Ein 10-kWh-Speicher mit 3.000 Watt Dauerleistung ist ein großer Tank mit einem mittleren Schlauch. Er versorgt einen Kühlschrank drei Tage lang, aber er betreibt keinen Durchlauferhitzer, der allein 18 bis 27 Kilowatt zieht.

Zwischen Bruttokapazität und nutzbarer Kapazität liegt außerdem die Entladetiefe. Bei LiFePO4 geben seriöse Hersteller 85 bis 95 Prozent der Nennkapazität frei, der Rest bleibt als Puffer für die Zellchemie und das Batteriemanagement reserviert. Rechnen Sie daher bei einem nominellen 10-kWh-Gerät mit 8,5 bis 9,5 kWh, die tatsächlich an der Steckdose ankommen, nach Abzug der Wechselrichterverluste von 8 bis 12 Prozent eher mit 8 kWh.

Dauerleistung, Anlaufstrom und was gleichzeitig läuft

Die harte Grenze im Alltag ist nicht die Kapazität, sondern die Dauerleistung. Und die zweite, weniger bekannte Grenze ist der Anlaufstrom. Alles, was einen Elektromotor oder einen Verdichter enthält, zieht im Moment des Einschaltens ein Vielfaches seiner Nennleistung, weil der stehende Rotor zunächst wie ein Kurzschluss wirkt.

VerbraucherDauerleistungAnlaufspitzeAn 3.000-W-Wechselrichter?
Kühlschrank A-Klasse80-150 W600-900 Wproblemlos
Router, Licht, Laptop50-200 Wkeineproblemlos
Heizungsumwälzpumpe25-70 W150-300 Wproblemlos
Waschmaschine im Heizgang2.000-2.400 W2.500 Wknapp, allein betreiben
Wasserkocher2.000-2.400 Wkeineja, aber 4 kWh je Stunde
Wärmepumpe 2,2 kW elektrisch2.200 Wbis 4.000 Wnein, außer mit Sanftanlauf
Durchlauferhitzer18.000-27.000 Wkeinenein, dreiphasig

Das Beispiel der Wärmepumpe ist der klassische Fehlkauf. Auf dem Typenschild stehen 2,2 Kilowatt, der Wechselrichter kann 3.000 Watt dauerhaft, also müsste es passen. Zieht der Verdichter beim Start jedoch für einige hundert Millisekunden 4 Kilowatt, schaltet die Überlastabschaltung ab, bevor die Maschine läuft. Ein Gerät mit 6.000 Watt Spitzenleistung hilft nur, wenn diese Spitze laut Datenblatt auch für mehrere Sekunden gehalten wird und nicht nur für 20 Millisekunden.

Der zweite Punkt ist die Phasenzahl. Eine mobile Powerstation liefert einphasig 230 Volt. Alles, was dreiphasig angeschlossen ist, also Herd, Durchlauferhitzer, viele Wärmepumpen und die Wallbox mit 11 kW, lässt sich damit grundsätzlich nicht betreiben. Wie viel Ihre einzelnen Geräte tatsächlich ziehen, messen Sie am ehrlichsten selbst nach, wofür ein einfaches Strommessgerät genügt.

LiFePO4 gegen NMC, Gewicht und Zyklenzahl

Warum LFP diese Klasse dominiert

In der 10-kWh-Klasse ist Lithium-Eisenphosphat praktisch Standard geworden, und das aus zwei handfesten Gründen: Zyklenfestigkeit und thermische Stabilität. LFP-Zellen erreichen 3.000 bis 6.000 Vollzyklen, bis die Restkapazität auf 80 Prozent gefallen ist. NMC-Zellen, wie sie in Notebooks und vielen E-Autos stecken, liegen bei 1.500 bis 3.000 Zyklen.

EigenschaftLiFePO4 (LFP)NMC
Vollzyklen bis 80 % Restkapazität3.000-6.0001.500-3.000
Thermisches Durchgehen abrund 270 °Crund 210 °C
Energiedichte auf Zellebene90-160 Wh/kg150-250 Wh/kg
Zellspannung nominal3,2 V3,6-3,7 V
Verhalten bei KälteLaden unter 0 °C nur mit Heizungähnlich empfindlich
Kritische Rohstoffekein KobaltKobalt und Nickel

Bei 6.000 Zyklen und einem Zyklus pro Tag ergibt das rechnerisch über 16 Jahre. Realistisch begrenzt eher die kalendarische Alterung die Lebensdauer, aber der Unterschied zu NMC bleibt deutlich. Der Preis dafür ist Gewicht: LFP speichert je Kilogramm weniger Energie, und genau das schlägt auf die Mobilität durch.

Modularer Lithium-Stromspeicher als Wandgerät im Technikraum
Ein 10-kWh-LFP-Paket wiegt 80 bis 120 Kilogramm, ob es an der Wand hängt oder auf Rollen steht, Foto: Pexels

Wie mobil sind 10 kWh wirklich?

Auf Systemebene, also inklusive Gehäuse, Batteriemanagement und Kühlung, kommen LFP-Speicher auf etwa 70 bis 100 Wattstunden pro Kilogramm. Für 10 Kilowattstunden bedeutet das rund 80 bis 120 Kilogramm. Kein Hersteller baut das in ein tragbares Gehäuse. Stattdessen besteht ein solches System aus einem Basisgerät mit Wechselrichter und Display sowie ein bis drei Erweiterungsakkus, die per Kabel angesteckt werden.

AufbauKapazitätGewicht ungefährHandhabung
Basisgerät allein2-3 kWh25-35 kgvon einer Person kurz tragbar
Basis plus 1 Erweiterung5-6 kWh50-70 kgzu zweit oder auf Rollen
Basis plus 2-3 Erweiterungen9-12 kWh80-120 kgnur rollend, im Auto nur zerlegt

Der modulare Aufbau ist der eigentliche Vorteil dieser Bauart: Sie starten mit dem Basisgerät und kaufen Erweiterungsakkus nach, wenn der Bedarf wächst. Achten Sie darauf, dass die Module über Jahre lieferbar bleiben und dass sich alte und neue Module mischen lassen, denn ein Batteriepaket arbeitet immer nur so gut wie sein schwächstes Modul.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Einzelpreise. Für den Transport im Flugzeug sind Lithiumakkus über 160 Wattstunden ausgeschlossen, ein Speicher dieser Klasse reist ausschließlich im Auto.

Mobiler Stromspeicher 3 kW, 5 kW und 10 kW im Vergleich

Die drei gängigen Größenklassen bedienen sehr verschiedene Zwecke. Wer einen mobilen Stromspeicher 3 kW für Hausnotstrom kauft, ist ebenso falsch beraten wie jemand, der 10 Kilowattstunden mit ins Zelt nehmen will.

KlasseNutzbarTypische DauerleistungPasst fürReicht nicht für
Mobiler Stromspeicher 3 kW2,5-3 kWh1.500-2.200 WCamping, Balkon, Baustelle, kurzer AusfallHausnotstrom über Nacht
Mobiler Stromspeicher 5 kW4,3-5 kWh2.000-3.000 Wein Tag Grundlast, Homeoffice, KühlgeräteKochen, Heizen, Waschen
Mobiler Stromspeicher 10 kW8,5-10 kWh2.400-3.600 Wzwei bis drei Tage Grundlast, PV-Eigenverbrauchdreiphasige Verbraucher, Wärmepumpe

Für die Auslegung hilft eine simple Rechnung: Ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt verbraucht 2.500 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr, also rund 7 bis 8 Kilowattstunden am Tag. Davon entfallen 2 bis 3 Kilowattstunden auf die durchlaufende Grundlast aus Kühlgeräten, Router, Heizungssteuerung und Standby. Ein 10-kWh-Speicher trägt diese Grundlast also drei Tage, den kompletten Tagesverbrauch dagegen nur gut einen Tag.

Wenn Sie den Speicher primär für den Eigenverbrauch einer kleinen Solaranlage einsetzen wollen, ist die Steckerklasse oft die bessere Antwort. Dazu haben wir eigene Ratgeber zum Balkonkraftwerk-Speicher mit 5 kWh und zum 2-kW-Speicher fürs Balkonkraftwerk.

Reiner Sinus, Klirrfaktor und USV-Umschaltzeit

Warum die Kurvenform zählt

Der Wechselrichter formt aus der Gleichspannung der Batterie die 230 Volt Wechselspannung. Wie sauber er das tut, entscheidet darüber, was Sie anschließen dürfen. Ein reiner Sinus bildet die Netzspannung mit einem Klirrfaktor von unter 3 Prozent nach. Ein modifizierter Sinus ist in Wahrheit eine gestufte Rechteckspannung mit 20 bis 40 Prozent Oberschwingungsanteil.

  • Elektromotoren: Oberschwingungen erzeugen zusätzliche Wirbelstromverluste. Der Motor wird heiß, brummt hörbar und altert schneller. Betroffen sind Kühlschrankverdichter, Pumpen und Bohrmaschinen.
  • Schaltnetzteile: Netzteile von Laptops, Fernsehern und Routern arbeiten mit höherem Ripple und werden warm, teils setzt der Überspannungsschutz aus.
  • Elektronik mit Nulldurchgangserkennung: Dimmer, Induktionskochfelder und manche Heizungssteuerungen erkennen den Nulldurchgang falsch und schalten unregelmäßig.
  • Medizintechnik und Messgeräte: ausdrücklich nur mit reinem Sinus, die Hersteller schließen modifizierte Sinusquellen in den Handbüchern regelmäßig aus.

In der 10-kWh-Klasse liefert praktisch jedes ernsthafte Gerät reinen Sinus. Findet sich im Datenblatt kein expliziter Hinweis auf einen Klirrfaktor unter 3 Prozent, ist das ein Ausschlussgrund und kein Detail. Achten Sie ebenso auf die Frequenzstabilität von 50 Hertz mit einer Toleranz von unter einem Prozent.

USV-Funktion und Umschaltzeit

Viele Powerstations dieser Größe können als unterbrechungsfreie Stromversorgung arbeiten: Das Gerät hängt an der Steckdose, der Verbraucher hängt am Gerät, und bei einem Netzausfall schaltet es auf Batterie um. Entscheidend ist, wie lange diese Umschaltung dauert.

UmschaltzeitBauartSchützt zuverlässigKritisch bei
0 msechte Online-USV mit Doppelwandleralles, auch Serverhöherer Eigenverbrauch
unter 20 msEPS oder Line-InteractivePC-Netzteile, NAS, Router, Heizungssteuerungalte Netzteile mit kurzer Pufferzeit
20-50 mseinfache UmschaltrelaisLicht, Kühlgeräte, LadegeräteRechner starten neu
über 50 msHandumschaltungnichts unterbrechungsfreialle empfindlichen Geräte

Der Richtwert von 20 Millisekunden ist kein Zufall: Ein handelsübliches ATX-Netzteil hält die Ausgangsspannung nach einem Netzausfall etwa 16 bis 20 Millisekunden aufrecht. Wer den heimischen Rechner, den Netzwerkspeicher oder die Umwälzpumpe der Heizung absichern will, sollte deshalb nach einer garantierten Umschaltzeit unter 20 Millisekunden suchen und nicht nach dem Werbewort USV. Für Aquarien, Serverschränke und Gasthermen mit elektronischer Zündung gilt das genauso.

Laden per Solar, MPPT und Steckdose

Laden an der Haushaltssteckdose

Eine Schuko-Steckdose ist mit 16 Ampere abgesichert, dauerhaft belastbar sind daraus rund 10 Ampere, also etwa 2,3 Kilowatt. Das ist die realistische Obergrenze für das Nachladen. Für 10 Kilowattstunden bedeutet das inklusive Ladeverlusten von 8 bis 12 Prozent etwa 4,5 bis 5,5 Stunden. Geräte, die kurzzeitig mit 3,6 Kilowatt laden, fahren den Stromkreis an die Grenze und gehören keinesfalls an eine Mehrfachsteckdose oder eine Kabeltrommel im aufgerollten Zustand.

Solareingang und MPPT-Regler

Der eingebaute MPPT-Regler sucht den Punkt maximaler Leistung auf der Kennlinie des Moduls und holt gegenüber einem einfachen Laderegler 10 bis 30 Prozent mehr Ertrag heraus, besonders bei Bewölkung und Kälte. Wichtig sind drei Werte im Datenblatt: die maximale Eingangsleistung in Watt, der zulässige Spannungsbereich in Volt und der maximale Eingangsstrom in Ampere. Passt die Leerlaufspannung Ihrer Module nicht in das Fenster, lädt das Gerät gar nicht oder nimmt Schaden.

SolarleistungErtrag Juni, sonnigErtrag Dezember, trüb10 kWh voll in
400 W (ein Modul)1,8-2,2 kWh/Tag0,2-0,4 kWh/Tag5 Sommertage
800 W (Balkonkraftwerk)3,5-4,5 kWh/Tag0,4-0,8 kWh/Tag2-3 Sommertage
2.000 W (mobiles Set)9-11 kWh/Tag1,0-2,0 kWh/Tag1 Sommertag

Die Zahlen zeigen die eigentliche Schwäche der Solarladung in Deutschland: Im Sommer füllt ein 2-Kilowatt-Set den Speicher an einem einzigen Tag, im Dezember braucht dasselbe Set eine Woche. Wer den Speicher ganzjährig als Puffer nutzen will, kommt um die Kombination aus PV und Netzladung nicht herum. Passende Modulsätze finden Sie in unserem Ratgeber zum Solaranlagen-Komplettset, für die Auslegung einer festen Dachanlage in dem zur 10-kW-Solaranlage.

Was kostet ein 10-kW-Stromspeicher

Die Frage, was kostet ein 10 kW Stromspeicher, lässt sich nur als Spanne beantworten, und die Spanne hängt stark davon ab, ob mobil oder fest installiert gemeint ist. Sinnvoll ist der Blick auf den Preis je Kilowattstunde, denn nur der ist zwischen Bauarten vergleichbar.

BauartPreisspanne 10 kWhPreis je kWhUmsatzsteuer
Mobile Powerstation, modular3.500-6.500 €350-650 €19 %
Fester Hausspeicher inkl. Montage4.000-8.000 €400-800 €0 % im PV-Kontext
Nachrüstakku am bestehenden System2.500-5.000 €250-500 €0 % im PV-Kontext

Der steuerliche Punkt ist erheblich. Seit dem Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Absatz 3 UStG wird auf Photovoltaikanlagen und die zugehörigen Speicher keine Umsatzsteuer erhoben, sofern der Speicher dazu bestimmt ist, Strom aus der Anlage zu speichern. Eine mobile Powerstation, die auch zum Camping mitgeht, erfüllt diese Bedingung im Regelfall nicht. Bei 5.000 Euro Kaufpreis sind das rund 800 Euro Unterschied, die in der Rechnung oft übersehen werden.

Rechnen Sie außerdem die Speicherkosten je durchgesetzter Kilowattstunde nach: 5.000 Euro geteilt durch 4.000 nutzbare Zyklen mal 9 Kilowattstunden ergeben rund 14 Cent je gespeicherter Kilowattstunde, plus Wirkungsgradverluste. Das liegt in der Größenordnung der Differenz zwischen Netzbezugspreis und Einspeisevergütung, weshalb sich Speicher rechnerisch selten dramatisch lohnen und die Kaufentscheidung meist über Autarkie und Ausfallsicherheit fällt. Die Detailrechnung für größere Systeme steht in unserem Ratgeber zum Preis eines 20-kWh-Stromspeichers.

Mobil gegen fest installiert: BYD und andere Hausspeicher

Wer nach einem BYD Stromspeicher 10 kW sucht, sucht meist etwas anderes als eine Powerstation. BYD zählt zu den bekannten Herstellern modularer LiFePO4-Hausspeicher. Solche Systeme werden im Technikraum montiert, an einen kompatiblen Hybridwechselrichter angeschlossen und vom Elektrofachbetrieb in Betrieb genommen und beim Netzbetreiber angemeldet. Sie haben keine eigenen Steckdosen und sind nicht dafür gedacht, umgesetzt zu werden.

KriteriumMobiler Speicher 10 kWhFester Hausspeicher 10 kWh
Installationauspacken, einsteckenElektrofachbetrieb, Anmeldung
Mietwohnungproblemlos, zieht mit umin der Regel nicht möglich
Versorgung des Hausnetzesnur über Umschalteinrichtung vom Elektrikerintegriert, mit Notstromfunktion automatisch
Kopplung mit der PV-Anlageüber eigenen Solareingang, kein Zugriff auf Dach-PVDC-gekoppelt, hoher Wirkungsgrad
Umsatzsteuer19 %0 % im PV-Kontext
Mitnehmbarja, im Auto und zerlegtnein
Erweiterbarja, Slave-Akkusja, Module im gleichen System

Der entscheidende technische Unterschied ist die Rückspeisung. Ein fest installierter Speicher mit Notstromfunktion trennt bei einem Ausfall automatisch vom Netz und versorgt die vorgesehenen Stromkreise weiter. Eine mobile Powerstation kann das grundsätzlich nicht, solange keine Umschalteinrichtung nach VDE-AR-N 4105 und DIN VDE 0100-551 installiert ist. Das im Netz kursierende Kabel mit zwei Steckern ist lebensgefährlich, weil es die Steckerstifte unter Spannung setzt, und obendrein unzulässig.

Ehrlich gesagt: Wenn Sie ein Eigenheim mit Photovoltaik besitzen und keinerlei Bedarf haben, den Speicher jemals zu bewegen, ist der feste Hausspeicher die technisch und wirtschaftlich bessere Wahl. Der mobile Speicher gewinnt in der Mietwohnung, beim häufigen Umzug, auf dem Campingplatz, auf der Baustelle und überall dort, wo eine Installation nicht genehmigt oder nicht gewollt ist.

Typische Fehler

1. Kilowatt und Kilowattstunden verwechseln

Der häufigste und teuerste Irrtum. Wer 10 Kilowatt Leistung erwartet und 10 Kilowattstunden Kapazität mit 3 Kilowatt Wechselrichter bekommt, stellt beim ersten Einschalten des Herds fest, dass die Rechnung nicht aufgeht. Lesen Sie im Datenblatt beide Zeilen und notieren Sie sie getrennt, bevor Sie vergleichen.

2. Den Anlaufstrom ignorieren

Nennleistung und Anlaufleistung sind zwei Paar Schuhe. Alles mit Motor oder Verdichter braucht beim Start das Zwei- bis Dreifache. Prüfen Sie, ob die angegebene Spitzenleistung für mehrere Sekunden gilt oder nur für Millisekunden, denn nur der erste Wert hilft im Betrieb.

3. Mobil mit tragbar gleichsetzen

80 bis 120 Kilogramm gehen keine Treppe hinauf. Planen Sie Rollen, ein Podest oder ein zerlegbares Modulsystem ein und prüfen Sie vorher, wie schwer das einzelne Modul ist. Ein Gerät, das faktisch nie bewegt wird, hätte auch fest installiert werden können, und zwar günstiger.

4. Rückspeisung ins Hausnetz improvisieren

Ohne Umschalteinrichtung gibt es keine legale und keine sichere Verbindung zwischen Powerstation und Hausinstallation. Eine Netzumschaltung kostet je nach Aufwand einige hundert bis rund zweitausend Euro und gehört in die Hand eines eingetragenen Elektrofachbetriebs. Rechnen Sie diesen Posten in die Kaufentscheidung ein, wenn Sie echten Hausnotstrom wollen.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Sofort einsatzbereit ohne Elektriker, ohne Anmeldung und ohne bauliche Eingriffe
  • Zieht mit um und passt damit auch in die Mietwohnung
  • LiFePO4 mit 3.000 bis 6.000 Zyklen und hoher thermischer Stabilität
  • Modular erweiterbar: Basisgerät kaufen, Slave-Akkus bei Bedarf nachrüsten
  • Eigener MPPT-Eingang, Solarladung mit bis zu 2.000 Watt ohne separaten Wechselrichter

✕ Nachteile

  • Dauerleistung von 2.000 bis 3.600 Watt schließt Herd, Durchlauferhitzer und die meisten Wärmepumpen aus
  • Nur einphasig, dreiphasige Verbraucher lassen sich grundsätzlich nicht betreiben
  • 80 bis 120 Kilogramm für 10 kWh, mobil heißt gerollt und nicht getragen
  • Kein Zugriff auf die vorhandene Dach-Photovoltaik, keine DC-Kopplung
  • Ohne Umschalteinrichtung keine Versorgung der Hausstromkreise, und in der Regel 19 Prozent Umsatzsteuer

Fazit

🏆 Für Mietwohnung und Notstrom

Mobiler Stromspeicher 10 kW: stark im Inselbetrieb, schwach am Hausnetz

3.8/ 5

Ein modulares LiFePO4-System mit rund 10 kWh Kapazität und 3.000 Watt reinem Sinus deckt die Grundlast eines Haushalts zwei bis drei Tage und ist ohne Elektriker einsatzbereit. Es ersetzt keinen fest installierten Hausspeicher, weil es weder die Dach-PV noch die Hausstromkreise erreicht.

Prüfen Sie vor dem Kauf drei Zahlen: die nutzbare Kapazität in Kilowattstunden, die Dauerleistung des Wechselrichters in Watt und die Umschaltzeit in Millisekunden. Wenn Sie ein Eigenheim mit Photovoltaik haben und den Speicher ohnehin nie bewegen werden, ist der feste Hausspeicher die günstigere und leistungsfähigere Lösung.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet mobiler stromspeicher 10 kw genau?

In fast allen Produkttexten sind 10 Kilowattstunden Kapazität gemeint, nicht 10 Kilowatt Leistung. Die Kapazität sagt, wie viel Energie gespeichert ist, die Leistung sagt, wie viel gleichzeitig entnommen werden kann. Ein Gerät mit 10 kWh und 3.000 W Dauerleistung kann also lange liefern, aber nur begrenzt viel auf einmal. Prüfen Sie im Datenblatt immer beide Werte getrennt.

Kann ein mobiler Stromspeicher eine Wärmepumpe betreiben?

Nur ausnahmsweise. Eine Wärmepumpe mit 2,2 kW elektrischer Aufnahme zieht beim Anlauf des Verdichters kurzzeitig das Doppelte, oft 4 kW und mehr. Ein Wechselrichter mit 3.000 W Dauerleistung und 6.000 W Spitze schafft das nur, wenn die Spitze wirklich für einige Sekunden gehalten wird und die Anlage einen Sanftanlasser hat. Moderne Inverter-Geräte mit weichem Hochlauf sind deutlich unkritischer.

Wie schwer ist ein mobiler stromspeicher 10 kw?

Rechnen Sie mit 80 bis 120 Kilogramm für 10 kWh in LiFePO4, verteilt auf ein Basisgerät und ein bis drei Erweiterungsakkus. Ein einzelner Modulblock liegt meist bei 25 bis 40 Kilogramm und ist noch zu zweit zu tragen. Der Gesamtaufbau ist mobil im Sinne von rollbar und umsetzbar, nicht im Sinne von tragbar.

Was kostet ein 10 kw stromspeicher?

Für eine mobile 10-kWh-Konfiguration aus Basisgerät und Erweiterungsakkus liegen die Preise typischerweise im Bereich von 3.500 bis 6.500 Euro. Ein fest installierter Hausspeicher gleicher Kapazität kostet inklusive Hybridwechselrichter und Montage grob 4.000 bis 8.000 Euro, profitiert aber vom Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Absatz 3 UStG, wenn er zu einer Photovoltaikanlage gehört. Das sind Spannen, keine Einzelpreise.

Was ist bei einem byd stromspeicher 10 kw anders?

BYD ist ein Hersteller fest installierter, modularer Hausspeicher auf LiFePO4-Basis. Solche Systeme werden im Technikraum an einen kompatiblen Hybridwechselrichter angeschlossen und vom Elektrofachbetrieb angemeldet. Sie sind keine Powerstation: Sie haben keine eigenen Schuko-Steckdosen zum Mitnehmen, versorgen dafür aber bei entsprechender Notstromfunktion das gesamte Hausnetz.

Reicht ein mobiler stromspeicher 5 kw für einen Stromausfall?

Für einen Ausfall von wenigen Stunden ja. Mit 5 kWh betreiben Sie Kühlschrank, Router, Licht, Laptop und Heizungssteuerung etwa einen Tag lang, sofern Sie auf Herd, Wasserkocher und Heizlüfter verzichten. Sobald ein Gerät mit Heizwiderstand dazukommt, sind die 5 kWh in zwei bis drei Stunden aufgebraucht.

Wofür genügt ein mobiler stromspeicher 3 kw?

Für Camping, Balkon, Baustelle und den kurzen Notfall. Mit rund 3 kWh laufen Kühlbox, Beleuchtung, Notebook und Ladegeräte über ein Wochenende. Für Hausnotstrom ist die Klasse zu knapp, weil allein ein Kühlschrank je nach Alter 0,8 bis 1,5 kWh am Tag zieht und der Rest der Kapazität für alles andere fehlt.

Wie lange dauert das Laden an der Steckdose?

An einer normalen Schuko-Dose sind dauerhaft 230 Volt mal 10 Ampere, also rund 2,3 Kilowatt zulässig. Für 10 kWh brauchen Sie damit inklusive Ladeverlusten etwa 4,5 bis 5,5 Stunden. Geräte, die kurzzeitig 3,6 kW ziehen, belasten den Stromkreis bis an die Grenze der 16-Ampere-Sicherung und sollten nicht an einer Mehrfachsteckdose hängen.

Darf ich mit dem Speicher das Hausnetz versorgen?

Nicht ohne Elektriker. Eine Rückspeisung in die Hausinstallation setzt eine Umschalteinrichtung voraus, die das Hausnetz sicher vom öffentlichen Netz trennt, üblicherweise nach VDE-AR-N 4105 und DIN VDE 0100-551. Der oft gezeigte Trick mit einem beidseitig bestückten Kabel ist lebensgefährlich und verboten. Ohne Umschaltung versorgt das Gerät nur die eigenen Steckdosen.

Brauche ich für den mobilen Speicher eine Anmeldung beim Netzbetreiber?

Im reinen Inselbetrieb nein. Solange das Gerät nicht mit dem Hausnetz gekoppelt ist und nicht ins Netz einspeist, ist es ein Verbraucher wie jeder andere und mit maximal 2,3 kW Ladeleistung auch nicht steuerbar im Sinne von Paragraf 14a EnWG. Sobald eine feste Kopplung oder Einspeisung dazukommt, gelten die üblichen Anmelde- und Anschlussregeln.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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