Mobile Klimaanlage ohne Schlauch: warum es sie nicht gibt und was stattdessen hilft
Eine mobile Klimaanlage ohne Schlauch wäre das perfekte Produkt: aufstellen, einstecken, kühlen, ohne Fenster zu verbauen. Genau deshalb wird der Begriff so häufig gesucht und so häufig beworben. Physikalisch existiert dieses Gerät jedoch nicht, und das liegt nicht an fehlender Technik, sondern am ersten Hauptsatz der Thermodynamik.
Dieser Ratgeber zeigt, was die Geräte tatsächlich sind, die ohne Abluftschlauch angeboten werden, wie viel Kühlwirkung ein Verdunstungskühler physikalisch erzeugen kann, warum diese Wirkung bei deutscher Sommerfeuchte schnell verschwindet, und welche Lösung wir stattdessen empfehlen. Die Zahlen dazu sind nachrechenbar, nicht geschätzt.
Warum eine Klimaanlage ohne Schlauch nicht funktionieren kann
Eine mobile Klimaanlage ohne Schlauch müsste zwei Dinge gleichzeitig tun: dem Raum Wärme entziehen und diese Wärme irgendwo ablegen. Eine Kältemaschine erzeugt keine Kälte, sie verschiebt Wärme. Auf der kalten Seite nimmt sie die Kälteleistung auf, auf der warmen Seite gibt sie diese Kälteleistung plus die gesamte elektrische Antriebsleistung wieder ab.
Steht das Gerät vollständig im Zimmer, landen beide Wärmeströme im selben Raum. Die Bilanz ist dann nicht neutral, sondern negativ: Der Raum erwärmt sich um genau die aufgenommene elektrische Leistung. Ein Kompressorgerät mit 1,0 kW Leistungsaufnahme heizt ein geschlossenes Zimmer also mit 1,0 kW, ganz gleich wie kalt die Luft aus dem Ausblasgitter kommt.
| Aufstellung | Wärme in den Raum | Wärme nach draußen | Nettowirkung im Zimmer |
|---|---|---|---|
| Kompressorgerät ohne Abluftschlauch | Kälteleistung plus Antriebsleistung | keine | Raum wird um die Antriebsleistung wärmer |
| Monoblock mit Abluftschlauch | nur Restwärme des Schlauchs | Kondensatorwärme | echte Kühlung, 2,0 bis 3,5 kW |
| Split-Gerät mit Außengerät | praktisch keine | gesamte Kondensatorwärme | echte Kühlung, höchste Effizienz |
| Verdunstungskühler ohne Kompressor | Motorabwärme, 45 bis 100 W | keine | Temperatur bleibt, Feuchte steigt |
Genau deshalb hat jedes ernsthafte mobile Klimagerät einen Abluftschlauch. Er ist kein Designfehler und keine Sparmaßnahme, sondern die technische Voraussetzung dafür, dass überhaupt gekühlt wird. Wie ein solches Gerät richtig eingesetzt wird, beschreiben wir im Ratgeber zur Monoblock-Klimaanlage.
Was stattdessen verkauft wird: der Verdunstungskühler
Wer im Handel nach einer Klimaanlage für zuhause ohne Schlauch sucht, findet Geräte, die als Air Cooler, Luftkühler, Aircooler oder Verdunstungskühler bezeichnet werden. Der Aufbau ist immer derselbe: ein Wassertank, eine Pumpe, eine dauerhaft nass gehaltene Zellulose- oder Kunststoffmatte und ein Ventilator, der Raumluft durch diese Matte drückt.
Das Prinzip ist alt und funktioniert. Wasser verdunstet nur, wenn es Energie aufnimmt. Diese Energie stammt aus der vorbeiströmenden Luft, die dadurch abkühlt. Man nennt das adiabate Kühlung: Die Temperatur sinkt, der Feuchtegehalt steigt, die Gesamtenergie der Luft bleibt unverändert. Der letzte Punkt ist der entscheidende und wird in der Werbung nie erwähnt.
Die drei Bauformen im Handel
- Tisch- und Mini-Geräte, 5 bis 15 Watt: Der Verdunstungsanteil ist so klein, dass praktisch nur der Luftzug wirkt. Das ist ein Ventilator mit Wassertank.
- Standgeräte, 45 bis 100 Watt: 5 bis 8 Liter Tank, 300 bis 900 Kubikmeter Luft pro Stunde. Diese Klasse hat eine messbare, aber begrenzte Kühlwirkung.
- Gewerbliche Adiabatkühler, 150 bis 500 Watt: für Hallen, Werkstätten und Außengastronomie mit hohem Luftwechsel. Dort funktioniert das Prinzip wirklich.
Der dritte Punkt ist der Schlüssel: Adiabate Kühlung wirkt nur, wenn die befeuchtete Luft laufend abgeführt und durch trockene Außenluft ersetzt wird. In einem geschlossenen Schlafzimmer ist genau das nicht der Fall.
Die Energiebilanz eines Verdunstungskühlers
Diese Rechnung ist nachprüfbar. Die Verdunstungsenthalpie von Wasser beträgt bei Raumtemperatur rund 2.450 Kilojoule je Kilogramm. Ein Liter verdunstetes Wasser entzieht der Luft also 2.450 kJ. Verteilt auf eine Stunde entspricht das 2.450 geteilt durch 3.600 Sekunden, also etwa 0,68 Kilowatt.
| Wasserverdunstung | Entzogene Wärme | Kühlleistung | Motorabwärme | Netto im geschlossenen Raum |
|---|---|---|---|---|
| 0,3 l/h | 735 kJ/h | 204 W | 45 bis 60 W | 0 W, Feuchte plus 0,3 l/h |
| 0,5 l/h | 1.225 kJ/h | 340 W | 60 bis 80 W | 0 W, Feuchte plus 0,5 l/h |
| 0,8 l/h | 1.960 kJ/h | 544 W | 80 bis 100 W | 0 W, Feuchte plus 0,8 l/h |
| 1,0 l/h | 2.450 kJ/h | 680 W | 80 bis 100 W | 0 W, Feuchte plus 1,0 l/h |
Die letzte Spalte ist der ehrliche Teil. Die 340 Watt Kühlleistung eines mittleren Geräts sind keine Erfindung, sie sind real messbar an der Austrittsluft. Sie verschwinden aber nicht aus dem Raum, sondern stecken als latente Wärme im Wasserdampf, den das Gerät in dieselbe Raumluft bläst. Sobald der Dampf an einer kühleren Fläche kondensiert, wird die Wärme wieder frei.
Unterm Strich bleibt im geschlossenen Zimmer nur die Ventilatorabwärme übrig, und die heizt. Was Sie trotzdem spüren, ist der Luftzug: Bewegte Luft erhöht die Verdunstung auf der Haut und senkt die gefühlte Temperatur um 2 bis 3 Kelvin. Diesen Effekt liefert allerdings auch ein einfacher Ventilator mit 25 Watt und ohne Wassertank.
Wirkung bei hoher Luftfeuchte
Die theoretische Untergrenze eines Verdunstungskühlers ist die Kühlgrenztemperatur, also die Feuchtkugeltemperatur der angesaugten Luft. Trockene Luft kann viel Wasser aufnehmen und kühlt dabei stark ab, feuchte Luft kaum. Reale Geräte erreichen etwa 60 bis 80 Prozent dieser theoretischen Spreizung.
| Raumluft | Rel. Feuchte | Kühlgrenztemperatur | Max. Spreizung | Realistische Austrittsluft |
|---|---|---|---|---|
| 32 Grad | 30 % | ca. 19,5 Grad | 12,5 K | 24 bis 26 Grad |
| 32 Grad | 40 % | ca. 22,0 Grad | 10,0 K | 26 bis 28 Grad |
| 32 Grad | 50 % | ca. 24,0 Grad | 8,0 K | 27 bis 29 Grad |
| 32 Grad | 60 % | ca. 25,5 Grad | 6,5 K | 28 bis 30 Grad |
| 32 Grad | 70 % | ca. 27,5 Grad | 4,5 K | 30 bis 31 Grad |
| 32 Grad | 80 % | ca. 29,0 Grad | 3,0 K | 31 Grad |
In Arizona oder Andalusien mit 15 bis 25 Prozent Sommerfeuchte ist adiabate Kühlung ein ernstzunehmendes Verfahren. In deutschen Wohnungen liegt die relative Luftfeuchte im Sommer typischerweise bei 50 bis 65 Prozent, in Gewitterlagen deutlich darüber. Genau in den schwülen Nächten, in denen Sie ein Kühlgerät am dringendsten brauchen, arbeitet der Verdunstungskühler am schlechtesten.
Hinzu kommt die Rückkopplung: Das Gerät hebt die Feuchte im Raum selbst an und verschlechtert damit stundenweise seine eigene Ausgangslage. Wer ohnehin mit feuchten Wänden kämpft, sollte stattdessen über einen Luftentfeuchter nachdenken, denn trockenere Luft fühlt sich bei gleicher Temperatur spürbar kühler an.
Luftkühler gegen Monoblock gegen Split im Vergleich
| Kriterium | Verdunstungskühler | Monoblock mit Schlauch | Split-Klimaanlage |
|---|---|---|---|
| Kühlleistung | 0,2 bis 0,7 kW, netto 0 | 2,0 bis 3,5 kW | 2,5 bis 5,0 kW |
| Leistungsaufnahme | 45 bis 100 W | 800 bis 1.300 W | 600 bis 1.400 W |
| Effizienz | kein EER, kein Kälteprozess | EER 2,6 bis 3,2 | SEER 6,0 bis 8,5 |
| Wirkung bei 60 % Luftfeuchte | 2 bis 4 K, nur am Luftaustritt | voll, entfeuchtet zusätzlich | voll, entfeuchtet zusätzlich |
| Abluftschlauch nötig | nein | ja, 120 bis 150 mm | nein, Kältemittelleitung |
| Feuchte im Raum | steigt um 0,3 bis 1,0 l/h | sinkt, 10 bis 30 l pro Tag Kondensat | sinkt |
| Lautstärke | 45 bis 60 dB(A) | 50 bis 65 dB(A) | 19 bis 40 dB(A) innen |
| Anschaffung | 60 bis 200 Euro | 300 bis 800 Euro | 700 bis 2.000 Euro |
| Montage | keine | Fensterabdichtung, 20 bis 50 Euro | Fachbetrieb, 600 bis 1.500 Euro |
| Stromkosten je Monat, 8 h/Tag | 4 bis 8 Euro | 67 bis 109 Euro | 50 bis 118 Euro |
Die Stromkosten sind mit 35 Cent je Kilowattstunde und 30 Betriebstagen gerechnet. Der Verdunstungskühler gewinnt diese Zeile deutlich, allerdings nur, weil er die Aufgabe nicht erfüllt. Ein Gerät, das nicht kühlt, verbraucht wenig Strom.
Zwischen Monoblock und Split liegt der Unterschied im Aufstellort des Kondensators. Der Monoblock nutzt Raumluft zur Kondensatorkühlung und bläst sie hinaus, wodurch Außenluft nachströmt. Der Effizienzvergleich zwischen beiden Bauarten steht ausführlich im Ratgeber zur Split-Klimaanlage.
Unsere Gegenempfehlung
Wir empfehlen keinen Verdunstungskühler als Ersatz für eine Klimaanlage. Wer eine Raumtemperatur wirklich senken will, hat drei sinnvolle Wege, in dieser Reihenfolge.
- Split-Klimaanlage, wenn baulich möglich. SEER 6 bis 8,5 bedeutet weniger als die Hälfte des Stromverbrauchs eines Monoblocks bei gleicher Kälteleistung. Bei Mietwohnungen ist die Zustimmung des Vermieters nötig, da eine Außenwanddurchführung erfolgt.
- Monoblock mit sauberer Fensterabdichtung. Die realistische Lösung für Mieter. Ohne Abdichtung verliert das Gerät 25 bis 40 Prozent seiner Leistung, weil warme Außenluft durch den Fensterspalt nachzieht.
- Passive Maßnahmen zuerst. Außenliegender Sonnenschutz senkt den Wärmeeintrag um bis zu 75 Prozent gegenüber Innenjalousien. Nachtlüftung zwischen 23 und 7 Uhr kühlt die Bauteile aus. Beides kostet keinen Strom und wirkt zuverlässiger als jedes Gerät ohne Abluftschlauch.
Für Split-Geräte gilt: Arbeiten am Kältemittelkreis sind nach der EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase und der deutschen Chemikalien-Klimaschutzverordnung zertifizierungspflichtig. Eine Ausnahme sind vorgefüllte Steckkupplungssysteme, die wir im Ratgeber zur Quick-Connect-Klimaanlage beschreiben. Geräte mit dem natürlichen Kältemittel R290 haben ein Treibhauspotenzial von 3 statt 675 bei R32 und sind damit langfristig die sicherere Wahl.
Wann ein Luftkühler trotzdem sinnvoll ist
Es gibt Situationen, in denen ein Verdunstungskühler die richtige Anschaffung ist. Sie haben alle eines gemeinsam: Die befeuchtete Luft kann entweichen, oder es reicht der punktuelle Zugeffekt.
- Überdachte Terrasse, Balkon, Carport: Außenbereiche mit trockener Mittagsluft und unbegrenztem Luftaustausch. Hier funktioniert das Prinzip wie vorgesehen.
- Werkstatt oder Garage mit offenem Tor: hoher Luftwechsel, kein Feuchtestau, oft niedrigere Anforderungen an das Behaglichkeitsempfinden.
- Arbeitsplatz-Kühlung: Ein Gerät, das direkt auf den Schreibtisch bläst, senkt die gefühlte Temperatur um 2 bis 3 Kelvin, unabhängig von der Raumtemperatur.
- Sehr trockene Innenräume unter 40 Prozent Feuchte: selten in Deutschland, aber in Dachgeschossen mit starker Sonneneinstrahlung im Hochsommer möglich.
- Zimmer ohne Fenster zum Öffnen: Wenn ein Abluftschlauch schlicht nicht verlegbar ist, bleibt nur der Zugeffekt. Ehrlicher wäre dann allerdings ein reiner Ventilator.
Für sehr kleine Räume und punktuelle Kühlung vergleichen wir die Kompaktgeräte im Ratgeber zur Mini-Klimaanlage, wo dieselbe Unterscheidung zwischen echtem Kälteprozess und Verdunstung greift.
Kaufkriterien im Überblick
| Kriterium | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Bauart | Kompressorgerät mit Abluftschlauch | ohne Wärmeabfuhr nach draußen keine echte Kühlung |
| Kälteleistung | rund 100 W je Quadratmeter | 20 m2 Raum benötigen etwa 2,0 kW |
| Schlauchdurchmesser | mindestens 150 mm | enge Schläuche erhöhen den Gegendruck und die Lautstärke |
| Schlauchlänge | so kurz wie möglich, unter 1,5 m | jeder Meter ungedämmter Schlauch strahlt Wärme in den Raum |
| Fensterabdichtung | immer, mit Reißverschluss | verhindert 25 bis 40 Prozent Leistungsverlust |
| Kältemittel | R290 statt R32 | Treibhauspotenzial 3 statt 675 |
| Lautstärke | unter 55 dB(A) für Schlafräume | lautere Geräte werden nachts abgeschaltet |
| Kondensatführung | Selbstverdampfung oder Ablaufschlauch | 10 bis 30 Liter pro Tag wollen entsorgt sein |
| Luftkühler nur dann | Außenbereich oder Zugeffekt | im geschlossenen Zimmer ist die Bilanz null |
Typische Fehler
1. Den Luftkühler für eine Klimaanlage halten
Der häufigste und teuerste Irrtum. Die Produktbilder zeigen Eiswürfel, die Beschreibung nennt Kühlleistungen in Watt, und der Begriff Klimaanlage taucht in Titel und Beschreibung auf. Ein Gerät ohne Kompressor und ohne Abluftweg kann die Raumtemperatur netto nicht senken. Prüfen Sie das Datenblatt: Steht dort kein Kältemittel und kein EER-Wert, ist es ein Ventilator mit Wassertank.
2. Den Monoblock ohne Fensterabdichtung betreiben
Der Schlauch im Fensterspalt und der Rest offen: So arbeiten die meisten mobilen Klimageräte in Deutschland, und so verlieren sie ein Viertel bis zwei Fünftel ihrer Leistung. Das Gerät zieht Raumluft nach draußen und erzeugt Unterdruck, den warme Außenluft ausgleicht. Passende Lösungen sammeln wir im Ratgeber zu Fensterabdichtungen für Klimaanlagen.
3. Dauerbetrieb im geschlossenen Schlafzimmer
Ein Liter Wasser pro Stunde über acht Stunden bedeutet acht Liter Wasserdampf in einem Raum von vielleicht 35 Kubikmetern. Die relative Luftfeuchte steigt dabei schnell über 70 Prozent. Das fühlt sich schwüler an als vorher und begünstigt Schimmel an kühlen Außenwänden.
4. Tank und Kühlmatte nicht reinigen
Stehendes Wasser bei 25 bis 30 Grad ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Schimmelpilze, und der Ventilator verteilt das Ergebnis im Raum. Leeren Sie den Tank nach jedem Betrieb, trocknen Sie die Matte durch und reinigen Sie beides wöchentlich. Diesen Wartungsaufwand nennt kaum eine Produktbeschreibung.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Kein Abluftschlauch und keine Fensteröffnung nötig, damit auch in Mietwohnungen ohne Absprache nutzbar
- Mit 45 bis 100 Watt sehr geringer Stromverbrauch, rund 4 bis 8 Euro je Monat bei acht Stunden täglich
- Anschaffung von 60 bis 200 Euro deutlich unter jedem Kompressorgerät
- In trockenen Außenbereichen wie Terrasse oder Werkstatt echte Abkühlung von bis zu 8 Kelvin
- Leicht, rollbar und ohne Montage sofort einsatzbereit, auch mehrfach im Haus versetzbar
✕ Nachteile
- Keine echte Klimaanlage: im geschlossenen Raum ist die Temperaturbilanz null, die Motorabwärme heizt sogar leicht
- Erhöht die Luftfeuchte um 0,3 bis 1,0 Liter je Stunde und begünstigt damit Schimmel an Außenwänden
- Bei 60 Prozent Raumfeuchte bleiben nur 2 bis 4 Kelvin Spreizung am Luftaustritt übrig
- Tägliches Entleeren und wöchentliches Reinigen von Tank und Matte nötig, sonst verkeimt das Wasser
- Mit 45 bis 60 dB(A) so laut wie ein Monoblock, aber ohne dessen Kühlleistung
Fazit
Mobile Klimaanlage ohne Schlauch: als Klimagerät ungeeignet
Ein Kompressorgerät ohne Abluftweg kann es nicht geben. Was ohne Schlauch verkauft wird, ist ein Verdunstungskühler, der die Raumtemperatur netto nicht senkt, sondern nur Feuchte hinzufügt. Auf trockener Terrasse und in offenen Werkstätten ist er brauchbar, im geschlossenen Schlafzimmer nicht.
Wenn Sie ein Zimmer wirklich kühlen wollen, führt der Weg über einen Monoblock mit sauberer Fensterabdichtung oder, wo baulich möglich, über eine Split-Anlage mit R290 und SEER über 6. Rechnen Sie mit rund 100 Watt Kälteleistung je Quadratmeter und ergänzen Sie außenliegenden Sonnenschutz sowie Nachtlüftung, das senkt die nötige Gerätegröße spürbar.
Weiterführende Links und Quellen
- Monoblock-Klimaanlage, Split-Klimaanlage, Fensterabdichtungen für Klimaanlagen, Mini-Klimaanlage, Klimaanlage Quick Connect, Luftentfeuchter für den Keller
- Umweltbundesamt, Hinweise zu Raumklima, sommerlichem Wärmeschutz und Kältemitteln
- Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase sowie die deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung, Zertifizierungspflicht für Arbeiten am Kältemittelkreis
- DIN 4108-2, sommerlicher Wärmeschutz, und die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an den Wärmeeintrag
- EN 14511 und EN 14825, Messnormen für EER und SEER bei Raumklimageräten
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Gibt es eine mobile Klimaanlage ohne Schlauch?
Nein, keine echte. Ein Kälteprozess verschiebt Wärme von einer kalten auf eine warme Seite und erzeugt dabei zusätzlich Abwärme aus der Antriebsleistung. Diese Summe muss den Raum verlassen, sonst wird er wärmer statt kühler. Geräte ohne Abluftschlauch arbeiten deshalb ohne Kompressor und kühlen nur durch Wasserverdunstung.
Was taugt eine Klimaanlage für zuhause ohne Schlauch?
Sie taugt als Luftkühler in gut belüftbaren oder offenen Bereichen, nicht als Klimaanlage. In einem geschlossenen Zimmer sinkt die Temperatur netto nicht, weil die entzogene Wärme als Feuchte im Raum bleibt und der Ventilatormotor zusätzlich 45 bis 100 Watt Abwärme einbringt. Der spürbare Effekt kommt fast ausschließlich vom Luftzug auf der Haut.
Wie viel Grad schafft ein Verdunstungskühler?
Das hängt vollständig von der Luftfeuchte ab. Bei 32 Grad und 30 Prozent Feuchte liegt die Kühlgrenztemperatur bei etwa 19,5 Grad, ein guter Kühler erreicht dann 24 bis 26 Grad Austrittsluft. Bei 32 Grad und 60 Prozent Feuchte liegt die Grenze schon bei rund 25,5 Grad, und die Austrittsluft bleibt bei 29 bis 30 Grad.
Wie viel Strom verbraucht eine mobile Klimaanlage?
Ein Verdunstungskühler zieht 45 bis 100 Watt, ein Monoblock 800 bis 1.300 Watt, ein mobiles Split-Gerät 600 bis 900 Watt. Bei acht Betriebsstunden an 30 Tagen sind das rund 11 bis 24 kWh beim Luftkühler und 190 bis 310 kWh beim Monoblock. Bei 35 Cent je kWh entspricht das etwa 4 bis 8 Euro gegenüber 67 bis 109 Euro.
Was ist besser: mobile Klimaanlage mit oder ohne Schlauch?
Mit Schlauch, wenn Sie wirklich Temperatur senken wollen. Ein Monoblock fördert die Kondensator-Abwärme nach draußen und erreicht damit 2,0 bis 3,5 kW echte Kälteleistung. Ohne Schlauch bleibt die Wärme im Raum. Der Abluftschlauch ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Bedingung, unter der das Gerät überhaupt kühlt.
Wie viel Wasser braucht ein Luftkühler?
Zwischen 0,3 und 1,0 Liter pro Stunde, je nach Gebläsestufe und Trockenheit der Luft. Ein Tank mit 5 bis 8 Litern reicht damit für etwa 6 bis 20 Stunden. Genau diese Wassermenge landet als Wasserdampf im Raum und hebt die relative Luftfeuchte, was in ohnehin feuchten Wohnungen unerwünscht ist.
Erhöht ein Luftkühler das Schimmelrisiko?
Ja, bei Dauerbetrieb in geschlossenen Räumen. Ein Liter verdunstetes Wasser pro Stunde entspricht der Feuchteabgabe mehrerer Personen. Steigt die relative Luftfeuchte dauerhaft über 60 Prozent, wachsen Schimmelpilze an kühlen Außenwänden. Lüften Sie deshalb konsequent und reinigen Sie Tank und Kühlmatte wöchentlich, sonst verkeimt das stehende Wasser.
Braucht ein mobiles Klimagerät eine Fensterabdichtung?
Ja, sobald es einen Abluftschlauch hat. Ohne Abdichtung strömt durch den Fensterspalt permanent Warmluft nach, weil das Gerät den Raum in leichten Unterdruck versetzt. Praxismessungen zeigen dadurch Leistungsverluste von rund 25 bis 40 Prozent. Eine Stoffabdichtung mit Reißverschluss kostet 20 bis 50 Euro und ist die günstigste Effizienzmaßnahme überhaupt.
Warum ist ein Split-Gerät effizienter als ein Monoblock?
Weil der Kondensator draußen sitzt. Ein Monoblock saugt bereits gekühlte Raumluft an, um den Kondensator zu kühlen, und bläst sie nach draußen. Diese Luft muss durch Außenluft ersetzt werden. Ein Split-Gerät hat dieses Problem nicht und erreicht SEER-Werte von 6 bis 8 statt 2,6 bis 3,2 beim Monoblock.
Darf ich eine Split-Klimaanlage selbst anschließen?
Nein, sofern der Kältekreis geöffnet wird. Nach der EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase und der deutschen Chemikalien-Klimaschutzverordnung dürfen Arbeiten am Kältemittelkreis nur zertifizierte Fachbetriebe ausführen. Ausgenommen sind vorgefüllte Quick-Connect-Systeme mit Steckkupplungen, die als hermetisch dicht gelten und ohne Eingriff montiert werden.