WALLBOX

Wallbox Kabel: Typ 2, Querschnitt, Länge und Verlängerung

Typ-2-Ladekabel an einer Wallbox mit Elektroauto in der Garage
Das Typ-2-Kabel ist der europäische Standard für das Laden an der Wallbox, Foto: Pexels

Das Wallbox Kabel ist das Bauteil, das am meisten angefasst und am wenigsten verstanden wird. Es entscheidet darüber, ob Ihr Auto tatsächlich mit 11 kW lädt oder nur mit 3,7 kW, ob der Stecker nach zwei Jahren noch sauber sitzt und ob Sie in der Garage jedes Mal um das Fahrzeug herumlaufen müssen.

Dieser Ratgeber erklärt die Technik hinter Typ 2 und Mode 3, ordnet die Kombinationen aus Ampere, Phasen und Querschnitt ein, rechnet vor, welche Länge Sie wirklich brauchen, und beantwortet die häufigste Frage überhaupt: Kann man ein Wallbox Kabel verlängern? Die Antwort ist unbequemer, als viele hoffen.

Typ 2 und Mode 3: die Grundlagen

Jedes Wallbox Kabel in Europa ist ein Typ-2-Kabel nach IEC 62196-2, umgangssprachlich Mennekes-Stecker. Es hat sieben Kontakte: drei Phasen (L1, L2, L3), den Neutralleiter, den Schutzleiter sowie zwei Signalleitungen, Control Pilot (CP) und Proximity Pilot (PP). Diese beiden Signalleitungen sind der eigentliche Unterschied zu einem simplen Verlängerungskabel.

  • Control Pilot: Über ein PWM-Signal teilt die Wallbox dem Fahrzeug mit, wie viel Strom sie freigibt. Das Fahrzeug antwortet mit seinem Zustand und zieht nie mehr als freigegeben. Erst nach dieser Verständigung schaltet die Wallbox überhaupt Spannung auf die Leistungskontakte.
  • Proximity Pilot: Im Stecker sitzt ein Codierwiderstand, der die Strombelastbarkeit des Kabels meldet. 1.500 Ohm bedeuten 13 A, 680 Ohm bedeuten 20 A, 220 Ohm bedeuten 32 A, 100 Ohm bedeuten 63 A. Die Wallbox liest diesen Widerstand aus und begrenzt entsprechend.

Dieses Verfahren heißt Mode 3 und ist in IEC 61851 definiert. Es ist der Grund, warum an einer Typ-2-Buchse ohne angestecktes Fahrzeug keine gefährliche Spannung anliegt, und es ist auch der Grund, warum Sie das Kabel Wallbox nicht beliebig manipulieren oder verlängern können: Sie greifen dabei in eine Signalstrecke ein, die auf definierte Widerstände und Leitungslängen ausgelegt ist.

16 A oder 32 A, 1-phasig oder 3-phasig

Die Ladeleistung ergibt sich aus einer simplen Rechnung: Anzahl der Phasen mal 230 V mal Stromstärke. Daraus folgen die Werte, die auf jedem Datenblatt stehen.

KonfigurationLadeleistungKabelquerschnittTypischer Einsatz
1-phasig, 16 A3,7 kW2,5 mm²Plug-in-Hybride, Notladen
1-phasig, 32 A7,4 kW6,0 mm²Autos mit 1-phasigem Onboard-Lader
3-phasig, 16 A11 kW2,5 mm²Standard im Einfamilienhaus
3-phasig, 32 A22 kW6,0 mm²nur mit passendem Onboard-Lader

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem, was die Wallbox kann, was das Kabel kann und was das Auto kann. Das schwächste Glied bestimmt die Ladeleistung. Eine 22-kW-Wallbox mit einem 20-A-Kabel und einem Auto mit 11-kW-Onboard-Lader lädt mit 11 kW. Dieselbe Wallbox mit einem 32-A-Kabel und einem Auto mit 7,4-kW-Onboard-Lader lädt mit 7,4 kW. Der teure Kabelkauf bringt in beiden Fällen nichts.

In der Praxis ist 11 kW die vernünftige Wahl: Die meisten Fahrzeuge laden ohnehin nicht schneller, 22 kW sind beim Netzbetreiber genehmigungspflichtig statt nur anmeldepflichtig, und 11 kW füllen eine 60-kWh-Batterie in rund sechs Stunden, also über Nacht. Details zur Auslegung finden Sie im Ratgeber zur Wallbox mit 11 kW.

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Querschnitt: warum 2,5 mm² nicht immer reichen

Ein Ladekabel führt Dauerstrom über Stunden. Anders als beim Staubsauger, der nach zehn Minuten wieder aus ist, liegt hier vier bis acht Stunden lang der volle Strom an. Der Querschnitt muss deshalb für Dauerlast ausgelegt sein, nicht für Kurzzeitbetrieb.

Strom pro PhaseMindestquerschnittKabelgewicht (5 m, 3-phasig)Codierwiderstand
13 A1,5 mm²ca. 1,8 kg1.500 Ohm
20 A (für 16 A Dauerlast)2,5 mm²ca. 2,6 kg680 Ohm
32 A6,0 mm²ca. 4,8 kg220 Ohm
63 A16 mm²ca. 11 kg100 Ohm

Der Sprung von 2,5 auf 6,0 mm² verdoppelt Gewicht und Steifigkeit fast. Ein 32-A-Kabel mit 10 Metern wiegt über 8 kg und lässt sich im Winter kaum noch sinnvoll aufrollen. Kaufen Sie deshalb nicht reflexhaft die dickste Variante, sondern die, die zu Ihrem Fahrzeug passt.

Zum Vergleich: Der Spannungsfall über 5 Meter Kabel mit 2,5 mm² bei 16 A liegt bei etwa 1,2 V pro Phase, also unter 0,6 %. Bei 32 A über dasselbe Kabel wären es 2,4 V und die Leitung würde sich unzulässig erwärmen. Genau deshalb existiert der Codierwiderstand: Er verhindert, dass die Wallbox einem zu dünnen Kabel zu viel Strom aufzwingt.

Kabellänge: 5, 7,5 oder 10 Meter?

Die Länge ist die Entscheidung, die am häufigsten bereut wird, und zwar in beide Richtungen.

LängeReichweite in der PraxisGewicht (32 A)Bewertung
3 Meternur bei Wallbox direkt neben der Ladeklappeca. 3,0 kgzu knapp, kaum Reserve
5 MeterEinzelgarage, Wallbox auf der richtigen Seiteca. 4,8 kgStandard, meist ausreichend
7,5 Meterauch die andere Fahrzeugseite, zweiter Stellplatzca. 7,0 kgbester Kompromiss
10 MeterCarport, Hof, rückwärts eingeparktca. 9,2 kgschwer, sperrig, teuer

Messen Sie den Weg vor dem Kauf nach: von der Wallbox an der Wand entlang, um die Fahrzeugfront oder das Heck herum, bis zur Ladeklappe, plus einen Meter Schlaufe, damit das Kabel nicht spannt. Bei einem Auto mit Ladeklappe hinten links und einer Wallbox rechts vorne kommen schnell 6 Meter zusammen. Wer das unterschätzt, kauft zweimal.

Der zweite Punkt: Wenn Sie irgendwann ein zweites Elektroauto laden, wechselt vielleicht die Seite der Ladeklappe. 7,5 Meter fangen das ab, 5 Meter nicht.

Wallbox Kabel verlängern: geht das?

Die meistgestellte Frage in diesem Themenfeld lautet: Kann man ein Wallbox Kabel verlängern? Die ehrliche Antwort: Es gibt entsprechende Produkte, aber es ist die schlechteste der verfügbaren Lösungen. Drei Gründe sprechen dagegen.

1. Übergangswiderstand und Wärme

Jede zusätzliche Steckverbindung fügt einen Übergangswiderstand hinzu, typisch 0,5 bis 2 Milliohm pro Kontakt bei einem neuen, sauberen Stecker. Das klingt nach nichts. Bei 32 A entstehen daraus jedoch schon 0,5 bis 2 Watt Verlustleistung pro Kontakt, und zwar konzentriert auf wenige Quadratmillimeter. Wird der Kontakt durch Korrosion, Schmutz oder mechanischen Verschleiß schlechter, steigt der Widerstand und mit ihm die Wärme. Ein Steckkontakt, der sich erwärmt, oxidiert schneller, was den Widerstand weiter erhöht. Dieser Kreislauf ist die klassische Ursache für angeschmorte Ladestecker.

2. Die Signalleitungen

Control Pilot und Proximity Pilot sind auf definierte Leitungslängen und Widerstände ausgelegt. Eine Verlängerung verändert die Kapazität und den Widerstand dieser Signalstrecke. Viele Fahrzeuge und Wallboxen erkennen die Abweichung und brechen den Ladevorgang ab oder starten gar nicht erst. Sie kaufen also womöglich eine Verlängerung, die schlicht nicht funktioniert.

3. Die Normen

IEC 61851 sieht Verlängerungen im Mode-3-Betrieb nicht vor. Kommt es zu einem Schaden, wird eine Versicherung genau hinschauen, ob die Anlage normkonform betrieben wurde. Auch die Herstellergarantie der Wallbox kann betroffen sein.

Die saubere Lösung lautet in dieser Reihenfolge: erstens ein von Anfang an ausreichend langes Kabel kaufen, zweitens die Wallbox an einen besseren Ort setzen (die Zuleitung zur Wallbox darf sehr wohl lang sein, sie ist eine feste Installation), drittens auf eine Wallbox mit Buchse wechseln und ein längeres eigenes Kabel verwenden.

Wallbox Kabel Verlängerung im Handel

Wer trotzdem nach einer Wallbox Kabel Verlängerung sucht, findet Typ-2-Verlängerungen mit Stecker auf Buchse, meist in 3, 5 oder 7 Metern. Wenn Sie sich dafür entscheiden, gelten drei Mindestbedingungen:

  • Gleicher oder größerer Querschnitt: Eine Verlängerung mit 2,5 mm² an einem 6,0-mm²-Kabel ist ein Engpass und gefährlich. Sie darf niemals dünner sein als das Hauptkabel.
  • Gesamtlänge begrenzen: Ladekabel plus Verlängerung sollten zusammen 10, besser 7,5 Meter nicht überschreiten. Je länger die Signalstrecke, desto wahrscheinlicher der Ladeabbruch.
  • Trocken und mechanisch geschützt: Die Steckverbindung darf nicht in einer Pfütze, im Schnee oder unter dem Auto liegen. Sie ist der schwächste Punkt der Kette.

Und ein praktischer Test: Fassen Sie die Steckverbindung nach einer Stunde Ladung an. Ist sie spürbar warm, hat sie einen zu hohen Übergangswiderstand. Dann laden Sie nicht weiter über diese Verbindung, sondern lösen das Problem an der Wurzel.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Welche Strombelastbarkeit Sie brauchen, ergibt sich aus dem Onboard-Lader Ihres Fahrzeugs, nicht aus der Wallbox allein.

Wallbox ohne Kabel: Buchse statt Kabel

Eine Wallbox ohne Kabel hat statt eines fest angeschlagenen Kabels eine Typ-2-Buchse. Sie stecken Ihr eigenes Ladekabel ein, das Sie sonst im Kofferraum mitführen. Diese Bauform ist in Deutschland die häufigere und hat handfeste Vorteile.

  • Diebstahl und Vandalismus: An der Wand hängt kein Kabel, das jemand abschneiden könnte. Ein Kupferkabel mit 6,0 mm² und 7 Metern hat einen realen Materialwert.
  • Reparatur: Ein defektes Kabel wird in fünf Minuten getauscht. Bei einer Wallbox mit fest angeschlagenem Kabel muss das Gerät geöffnet oder eingeschickt werden.
  • Flexibilität: Sie wählen Länge und Strombelastbarkeit frei und können jederzeit auf ein längeres Kabel wechseln, wenn sich der Stellplatz ändert.
  • Wetter: Das Kabel liegt trocken im Kofferraum statt bei minus 10 °C an der Außenwand, wo die Isolierung steif wird.

Der Nachteil ist Komfort: Bei jeder Ladung Kabel holen, ausrollen, einstecken, danach wieder aufrollen und verstauen. Wer täglich lädt, empfindet das nach ein paar Wochen als lästig. Wer die Wallbox mit einem Zähler kombiniert und die Ladung abrechnen will, findet in unserem Ratgeber zur Wallbox mit Stromzähler die passenden Hinweise, und wenn es eichrechtskonform sein muss, im Beitrag zur Wallbox mit MID-Zähler.

Wallbox mit fest angeschlagenem Kabel

Die Alternative ist die Wallbox mit fest montiertem Kabel, meist 5 oder 7,5 Meter, oft mit einer Kabelhalterung oder einem Steckerhalter an der Seite. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ankommen, einstecken, fertig. Kein Kofferraum, kein Aufrollen.

Die Nachteile sind ebenso klar: Das Kabel hängt draußen, ist Wetter und Sonne ausgesetzt, kann überfahren oder gestohlen werden, und bei einem Defekt tauschen Sie nicht das Kabel, sondern haben ein Servicethema mit der Wallbox. Wählen Sie diese Bauart nur, wenn die Wallbox in einer geschlossenen Garage hängt und die Länge sicher passt. In der Einfahrt oder am Carport ist die Buchse die klügere Wahl.

Wallbox an der Hauswand mit eingestecktem Typ-2-Stecker
Wallbox mit Buchse oder mit fest angeschlagenem Kabel: technisch gleichwertig, im Alltag verschieden, Foto: Pexels

Woran Sie ein gutes Kabel erkennen

  • Aufdruck am Stecker: Typ, Strombelastbarkeit, Phasenzahl und Normbezug müssen lesbar aufgedruckt sein. Fehlt das, lassen Sie die Finger davon.
  • Verriegelung: Der Typ-2-Stecker wird fahrzeugseitig verriegelt. Er muss satt und ohne Spiel sitzen. Ein wackelnder Stecker bedeutet Übergangswiderstand.
  • Mantelmaterial: TPU oder eine hochwertige Gummimischung bleibt auch bei minus 15 °C flexibel. Billiges PVC wird im Winter steif wie ein Gartenschlauch im Frost.
  • Zugentlastung: Der Übergang von Kabel zu Stecker ist die häufigste Bruchstelle. Eine ordentliche Knickschutztülle ist Pflicht.
  • Schutzart: Mindestens IP44 im gesteckten Zustand, besser IP55, damit Regen und Spritzwasser nichts ausrichten.
  • Prüfzeichen: CE ist eine Selbsterklärung des Herstellers, ein zusätzliches Prüfzeichen einer unabhängigen Stelle ist deutlich mehr wert.

Kosten und Rechenbeispiel

KabelLängePreisAnmerkung
Typ 2, 3-phasig, 20 A (11 kW)5 m90–180 €2,5 mm², Standard
Typ 2, 3-phasig, 20 A (11 kW)7,5 m120–230 €bester Kompromiss
Typ 2, 3-phasig, 32 A (22 kW)5 m130–250 €6,0 mm², schwer
Typ 2, 3-phasig, 32 A (22 kW)10 m220–380 €über 9 kg, sperrig
Typ 2, 1-phasig, 32 A (7,4 kW)5 m90–160 €für 1-phasige Onboard-Lader
Kabelhalter mit Steckerhalterung20–60 €schützt den Stecker vor dem Boden

Rechenbeispiel für die Ladung selbst: Eine 60-kWh-Batterie von 20 auf 80 % zu laden bedeutet 36 kWh. An einer 11-kW-Wallbox dauert das rund 3,4 Stunden (Ladeverluste von etwa 10 % eingerechnet, also rund 40 kWh aus dem Netz). Bei einem Haushaltsstrompreis von 0,35 €/kWh kostet die Ladung etwa 14 €. Mit eigenem Solarstrom für 0,10 €/kWh sind es 4 €. Das Kabel ist an dieser Rechnung nicht beteiligt, aber ein Kabel mit zu hohem Widerstand erhöht genau diese Ladeverluste.

Pflege, Aufbewahrung und Lebensdauer

Ein Typ-2-Kabel ist auf mindestens 10.000 Steckzyklen ausgelegt. Bei täglicher Ladung sind das rund 27 Jahre. In der Praxis stirbt kaum ein Kabel an der Steckverbindung, sondern an mechanischer Gewalt.

  • Nicht überfahren: Ein einziges Überrollen mit dem Vorderrad kann die Litzen im Inneren beschädigen, ohne dass man außen etwas sieht. Der Widerstand steigt, die Stelle wird warm.
  • Nicht scharf knicken: Rollen Sie das Kabel in großen Schlaufen auf, nicht um den Ellbogen. Der zulässige Biegeradius liegt typisch beim Fünffachen des Kabeldurchmessers.
  • Stecker nicht auf den Boden legen: Die Kontakte gehören trocken und sauber. Ein Steckerhalter an der Wand kostet 20 bis 60 € und verlängert die Lebensdauer erheblich.
  • Kontakte kontrollieren: Verfärbungen, Schmauchspuren oder ein Stecker, der spürbar warm wird, sind ein Ausschlusskriterium. Tauschen, nicht weiterbenutzen.

Die häufigsten Fehler

1. Kabel zu kurz gekauft

5 Meter klingen viel, bis das Auto einmal andersherum in der Garage steht. Messen Sie den realen Weg, plus einen Meter Reserve.

2. 32-A-Kabel für ein 11-kW-Auto

Sie zahlen mehr, schleppen ein doppelt so schweres Kabel und laden keine Sekunde schneller, weil der Onboard-Lader die Grenze setzt, nicht das Kabel.

3. Verlängerung als Dauerlösung

Wer regelmäßig mit einer Verlängerung lädt, betreibt eine Steckverbindung unter Dauerlast, für die die Norm sie nicht vorsieht. Lösen Sie das Problem am Wallbox-Standort, nicht am Kabel.

4. Schuko statt Wallbox

Eine Haushaltssteckdose ist nicht für 10 bis 13 A über acht Stunden gebaut. Notladen ja, Dauerlösung nein. Eine feste Wallbox ist auch deshalb Pflicht, weil sie einen DC-Fehlerstromschutz mitbringt.

5. Kabel im Winter falsch behandelt

Ein steifes, kaltes Kabel gewaltsam zu biegen, bricht Litzen. Lassen Sie es kurz im warmen Auto liegen oder rollen Sie es vorsichtiger ab.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Typ 2 ist europäischer Standard: jedes Elektroauto und jeder Plug-in-Hybrid passt
  • Mode 3 mit Control Pilot ist deutlich sicherer als jede Schuko-Lösung
  • Wallbox ohne Kabel erlaubt freie Wahl von Länge und Strombelastbarkeit
  • Codierwiderstand im Stecker schützt zuverlässig vor Überlastung eines zu dünnen Kabels
  • Ein Kabel ist bei Defekt in Minuten getauscht, wenn die Wallbox eine Buchse hat

✕ Nachteile

  • Ein 32-A-Kabel mit 6,0 mm² ist schwer, steif und im Winter unhandlich
  • Wallbox Kabel verlängern ist normativ nicht vorgesehen und führt oft zum Ladeabbruch
  • Fest angeschlagene Kabel sind wetterexponiert und können gestohlen oder überfahren werden
  • Zu kurz gekauft heißt zweimal gekauft, die Länge lässt sich nicht sauber nachrüsten
  • Ein 32-A-Kabel bringt nichts, wenn der Onboard-Lader des Autos nur 11 kW kann

Fazit

🏆 Kaufempfehlung

Wallbox Kabel: Typ 2, 7,5 Meter, passend zum Onboard-Lader

4.4/ 5

Kaufen Sie ein Typ-2-Kabel mit der Strombelastbarkeit, die Ihr Auto tatsächlich nutzt, und mit 7,5 Metern Länge. Das deckt praktisch jede Stellplatzsituation ab, ohne unnötig schwer zu sein.

Für 11 kW genügt ein 3-phasiges Kabel mit 20 A und 2,5 mm². Ein 32-A-Kabel lohnt nur, wenn Ihr Fahrzeug wirklich 22 kW einphasen kann. Und die Frage nach der Verlängerung beantworten Sie am besten, indem Sie sie gar nicht erst stellen: Ein längeres Kabel oder ein besserer Wallbox-Standort ist immer die sichere Lösung.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Welches Wallbox Kabel brauche ich?

In Europa immer ein Typ-2-Kabel nach IEC 62196-2 für den Ladebetrieb Mode 3. Entscheidend ist die Strombelastbarkeit: Für eine 11-kW-Wallbox brauchen Sie ein 3-phasiges Kabel mit 20 A Belastbarkeit (Querschnitt 2,5 mm²), für eine 22-kW-Wallbox ein 3-phasiges Kabel mit 32 A (Querschnitt 6,0 mm²). Ein zu schwaches Kabel meldet der Wallbox über den eincodierten Widerstand seine Grenze, und die Ladeleistung wird entsprechend gedrosselt.

Kann ich ein Wallbox Kabel verlängern?

Technisch gibt es Typ-2-Verlängerungen zu kaufen, empfehlenswert sind sie nicht. Jede zusätzliche Steckverbindung bringt Übergangswiderstand, und der erzeugt Wärme genau dort, wo niemand hinsieht. Bei 32 A und einem schlecht sitzenden Kontakt reichen wenige Milliohm für eine deutliche Erwärmung. Dazu kommt: Viele Fahrzeuge und Wallboxen quittieren die verlängerte Proximity-Pilot-Leitung mit einem Ladeabbruch. Die saubere Lösung ist ein von vornherein längeres Kabel oder ein anderer Wallbox-Standort.

Was bedeutet Mode 3?

Mode 3 ist der Lademodus für Wechselstrom an einer festen Ladeeinrichtung, definiert in IEC 61851. Wallbox und Fahrzeug kommunizieren über die Control-Pilot-Leitung: Die Wallbox teilt per PWM-Signal mit, wie viel Strom sie erlaubt, das Fahrzeug bestätigt und zieht nie mehr. Erst wenn diese Verständigung steht, wird der Leistungsteil überhaupt zugeschaltet. Deshalb liegt an einer Typ-2-Buchse ohne angestecktes Auto keine Spannung an, und deshalb ist Mode-3-Laden deutlich sicherer als eine Schuko-Steckdose.

Was ist der Unterschied zwischen 16 A und 32 A?

Der maximale Strom pro Phase. Dreiphasig mit 16 A ergibt 11 kW (3 mal 230 V mal 16 A), dreiphasig mit 32 A ergibt 22 kW. Der doppelte Strom verlangt den mehr als doppelten Querschnitt: 2,5 mm² für 16 A, 6,0 mm² für 32 A. Ein 32-A-Kabel ist deshalb spürbar dicker, schwerer und steifer. Wenn Ihre Wallbox und Ihr Auto ohnehin nur 11 kW können, ist ein 32-A-Kabel unnötiger Ballast.

Lohnt sich eine Wallbox ohne Kabel?

Eine Wallbox ohne Kabel hat eine Typ-2-Buchse, in die Sie Ihr eigenes Ladekabel stecken. Vorteile: Das Kabel kann nicht an der Wand gestohlen oder beschädigt werden, es ist bei Defekt in fünf Minuten getauscht, und Sie können die Länge und Strombelastbarkeit frei wählen. Nachteil: Sie müssen jedes Mal das Kabel aus dem Kofferraum holen und wieder verstauen. Im Alltag entscheidet der Komfortwunsch, technisch sind beide Varianten gleichwertig.

Welche Kabellänge ist die richtige?

In einer normalen Einzelgarage mit Wallbox neben der Ladeklappe genügen 5 Meter. 7,5 Meter sind der beste Allrounder: Sie erreichen damit auch die andere Fahrzeugseite und einen zweiten Stellplatz. 10 Meter klingen komfortabel, wiegen bei 32 A aber über 8 kg, sind sperrig und teuer. Rechnen Sie den tatsächlichen Weg von der Wallbox um das Auto herum zur Ladeklappe, plus einen Meter Schlaufe, statt zu schätzen.

Warum lädt mein Auto langsamer als die Wallbox kann?

Drei Ursachen sind typisch. Erstens: Das Kabel ist mit 20 A codiert, obwohl die Wallbox 32 A könnte, dann drosselt die Wallbox auf den Kabelwert. Zweitens: Das Fahrzeug hat einen 1-phasigen oder 2-phasigen Onboard-Lader, dann sind trotz dreiphasiger Wallbox nur 3,7 oder 7,4 kW möglich. Drittens: Ein dynamisches Lastmanagement oder eine Schieflastbegrenzung reduziert den Strom. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge, die Ursache liegt meist beim Onboard-Lader des Autos.

Darf ich ein Ladekabel an einer Schuko-Steckdose verwenden?

Das ist Mode 2 und funktioniert nur mit einer speziellen In-Kabel-Kontrollbox (ICCB). Ein Typ-2-Kabel für die Wallbox passt dort nicht. Und selbst mit einem Mode-2-Kabel gilt: Eine Schuko-Steckdose ist nicht für stundenlange Dauerlast von 10 bis 13 A ausgelegt. Alte Steckdosen und Verteiler erwärmen sich, das ist eine der häufigsten Brandursachen im Zusammenhang mit Elektroautos. Notladen ja, Dauerlösung nein.

Wie viel kostet ein Typ-2-Kabel?

Ein Typ-2-Kabel mit 5 Metern für 11 kW (3-phasig, 20 A) kostet 90 bis 180 €. Dieselbe Länge für 22 kW (3-phasig, 32 A) liegt bei 130 bis 250 €, weil der Querschnitt von 2,5 auf 6,0 mm² steigt. Mit 7,5 Metern kommen 30 bis 60 € dazu, mit 10 Metern 60 bis 120 €. Achten Sie auf die Prüfzeichen und darauf, dass die Strombelastbarkeit auf dem Stecker aufgedruckt ist.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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