22 kWh Wallbox: was hinter der 22 kW Wallbox wirklich steckt
Wer nach einer 22 kWh Wallbox sucht, sucht in Wahrheit nach einer 22 kW Wallbox. Der Unterschied ist keine Haarspalterei: Kilowatt (kW) beschreibt die Leistung, also wie schnell geladen wird, Kilowattstunden (kWh) beschreiben die Energiemenge, also wie viel im Akku landet. Eine Wallbox hat eine Leistung, keine Kapazität. Ein Produkt mit der Bezeichnung 22 kWh existiert schlicht nicht.
Damit ist die eigentliche Frage aber erst gestellt: Lohnt die 22 kW Wallbox überhaupt? Dieser Ratgeber klärt, warum sie genehmigungspflichtig ist und nicht nur anmeldepflichtig, welchen Kabelquerschnitt 32 A verlangen, was § 14a EnWG für die Ladeleistung bedeutet, warum der Onboard-Lader im Auto die harte Grenze setzt und weshalb am Ende sehr viele dieser Boxen im Alltag auf 11 kW gedrosselt laufen.
22 kWh oder 22 kW? Die Einheit im Suchbegriff
Der Begriff 22 kWh Wallbox taucht in Suchmaschinen tausendfach auf, im Handel aber nie. Das hat einen einfachen Grund: Es gibt kein solches Produkt. Verwechselt werden zwei physikalische Größen, die im Alltag beide mit dem Wort Kilowatt beginnen und deshalb ständig durcheinandergeraten.
| Größe | Einheit | Was sie beschreibt | Typischer Wert |
|---|---|---|---|
| Ladeleistung der Wallbox | kW | wie schnell geladen wird | 3,7 / 7,4 / 11 / 22 kW |
| Akkukapazität des Autos | kWh | wie viel Energie hineinpasst | 40-100 kWh |
| Geladene Energiemenge | kWh | was der Zähler abrechnet | 2.000-4.000 kWh im Jahr |
| Kapazität eines Hausspeichers | kWh | gespeicherte Energie | 5-20 kWh |
| Anschlussleistung im Netzantrag | kVA | Scheinleistung am Hausanschluss | 11,04 / 22,08 kVA |
Die Beziehung ist simpel: Leistung mal Zeit ergibt Energie. Eine Wallbox mit 22 kW liefert in einer Stunde 22 kWh, in zwei Stunden 44 kWh. Eine 22 kWh Wallbox wäre also eine Box, die nach einer Stunde leer wäre, und das ergibt bei einem fest verdrahteten Gerät am Hausnetz keinen Sinn. Sprechen Sie beim Elektriker und im Netzantrag deshalb immer von einer 22 kW Wallbox.
Ein Sonderfall am Rande: In kWh wird tatsächlich der Hausspeicher angegeben, der zusammen mit einer Photovoltaikanlage betrieben wird. Wer beides plant, findet die Größenordnungen in unserem Ratgeber zum Stromspeicher mit 20 kWh. Für das Laden aus eigener Erzeugung ist außerdem das Überschussladen das entscheidende Stichwort.
Was 22 kW technisch bedeutet: 32 A auf drei Phasen
Hinter der 22 kW Wallbox steckt eine sehr konkrete elektrische Konfiguration: drei Phasen mit je 230 Volt und 32 Ampere. Die Rechnung lautet 3 x 230 V x 32 A = 22.080 W, also 22,08 kW. Alle gängigen AC-Ladeleistungen ergeben sich aus derselben Formel, es ändern sich nur Phasenzahl und Stromstärke.
| Ladeleistung | Phasen | Strom je Phase | Absicherung | Meldung an den Netzbetreiber |
|---|---|---|---|---|
| 3,7 kW | 1 | 16 A | B16 | Anmeldung |
| 7,4 kW | 1 | 32 A | B32 | Anmeldung |
| 11,0 kW | 3 | 16 A | B16, dreipolig | Anmeldung |
| 22,1 kW | 3 | 32 A | B32 oder C32, dreipolig | Genehmigung erforderlich |
Die 32 Ampere sind der eigentliche Knackpunkt. Ein typischer Hausanschluss im Einfamilienhaus ist mit 63 A je Phase abgesichert, das entspricht rund 43 kVA. Eine einzige 22 kW Wallbox belegt davon etwa die Hälfte. Laufen gleichzeitig Wärmepumpe, Durchlauferhitzer und Herd, wird es eng, und genau deshalb schaut der Netzbetreiber bei diesem Leistungssprung genauer hin als bei 11 kW.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC). Eine Wallbox mit 22 kW ist immer eine AC-Ladestation: Sie liefert Wechselstrom, den der Gleichrichter im Fahrzeug, der sogenannte Onboard-Lader, erst in Gleichstrom für den Akku umwandeln muss. Genau dieser Onboard-Lader entscheidet über die tatsächliche Ladeleistung.
Der Onboard-Lader im Auto ist die harte Grenze
Der wichtigste Satz dieses Ratgebers: Eine Wallbox liefert nie mehr, als das Fahrzeug anfordert. Steht ein Auto mit 11-kW-Onboard-Lader an einer 22 kW Wallbox, lädt es mit exakt 11 kW. Die Mehrleistung der Box liegt brach, sie ist bezahlt und bleibt ungenutzt.
| Fahrzeugklasse | Typischer AC-Onboard-Lader | Ladeleistung an der 22 kW Wallbox | Nutzen der Mehrleistung |
|---|---|---|---|
| Plug-in-Hybrid | 3,7 kW einphasig | 3,7 kW | keiner |
| Kleinwagen, ältere Modelle | 7,4 kW einphasig | 7,4 kW | keiner |
| Gängige E-Autos, Mittelklasse und SUV | 11 kW dreiphasig | 11 kW | keiner |
| Modelle mit optionalem 22-kW-Lader | 22 kW dreiphasig | 22 kW | voll, aber selten verbaut |
| Zwei Fahrzeuge parallel mit Lastmanagement | 2 x 11 kW | 2 x 11 kW | hoch, sofern zwei Ladepunkte vorhanden |
Prüfen Sie im Datenblatt Ihres Fahrzeugs gezielt die Angabe zur AC-Ladeleistung, nicht die DC-Schnellladeleistung. Ein Auto, das an der Autobahnsäule 150 kW aufnimmt, kann zu Hause trotzdem auf 11 kW begrenzt sein, denn das sind zwei völlig getrennte Ladepfade im Fahrzeug. 22-kW-Onboard-Lader sind schwer, teuer und selten, weshalb die meisten Hersteller sie weglassen.
Es gibt genau zwei Konstellationen, in denen sich die 22 kW Wallbox technisch wirklich auszahlt: ein Fahrzeug mit echtem 22-kW-Lader, oder eine Box mit zwei Ladepunkten beziehungsweise ein Lastmanagement über mehrere Boxen, das die 32 A intelligent auf zwei Autos verteilt. Für den Standardfall Einfamilienhaus mit einem Elektroauto ist die 11 kW Wallbox die sachlich richtige Wahl.
Auch das Kabel selbst hat eine Strombelastbarkeit. Ein Typ-2-Kabel für 20 A begrenzt die Ladung an einer 22 kW Wallbox auf rund 13,8 kW, unabhängig davon, was Box und Auto könnten. Für die vollen 32 A brauchen Sie ein entsprechend codiertes Kabel, das spürbar dicker und schwerer ist. Details dazu stehen im Ratgeber zum Wallbox-Kabel.
Ladezeiten nach Onboard-Lader
Die folgende Tabelle rechnet mit einem Akku von 60 kWh und einer Nachladung von 10 auf 80 Prozent, also 42 kWh. Ladeverluste von rund 10 Prozent sind eingerechnet. Entscheidend ist in jeder Zeile nicht die Wallbox, sondern der Onboard-Lader.
| Tatsächliche Ladeleistung | 10 auf 80 Prozent (42 kWh) | Leerer Akku auf 100 Prozent (60 kWh) | Nachladung über 8 Stunden Nacht |
|---|---|---|---|
| 3,7 kW | ca. 12,5 Stunden | ca. 18 Stunden | ca. 27 kWh |
| 7,4 kW | ca. 6,3 Stunden | ca. 9 Stunden | ca. 53 kWh |
| 11 kW | ca. 4,2 Stunden | ca. 6 Stunden | ca. 79 kWh |
| 22 kW | ca. 2,1 Stunden | ca. 3 Stunden | ca. 158 kWh |
| 4,2 kW (gedimmt nach § 14a EnWG) | ca. 11 Stunden | ca. 16 Stunden | ca. 30 kWh |
Lesen Sie die letzte Spalte genau: Schon 11 kW laden in acht Nachtstunden rund 79 kWh nach, also mehr als einen kompletten Akku. Der Zeitvorteil der 22 kW Wallbox ist real, aber er fällt in eine Zeitspanne, in der das Auto ohnehin steht. Er zahlt sich erst aus, wenn ein Fahrzeug mehrmals täglich schnell nachgeladen werden muss, etwa im Handwerksbetrieb oder bei Pflegediensten.
22 kW Wallbox Genehmigung: die 12-kVA-Schwelle
Die 22 kW-Wallbox Genehmigung ist der Punkt, an dem die meisten Projekte tatsächlich entschieden werden. Maßgeblich ist die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100, die technischen Anschlussbedingungen für das Niederspannungsnetz. Sie zieht die Grenze bei 12 kVA Bemessungs- oder Anschlussleistung je Ladeeinrichtung.
| Leistung der Ladeeinrichtung | Verfahren | Kann der Netzbetreiber ablehnen? | Typische Dauer |
|---|---|---|---|
| bis 12 kVA (z. B. 11 kW) | Anmeldung, reine Anzeigepflicht | nein, nur Kenntnisnahme | wenige Tage |
| über 12 kVA (z. B. 22 kW) | Genehmigung, Zustimmung erforderlich | ja, oder Begrenzung auf 11 kW | 2 bis 8 Wochen |
| mehrere Ladepunkte im Gebäude | Genehmigung, Summenbetrachtung | ja, Lastmanagement wird meist verlangt | 4 bis 10 Wochen |
Der Unterschied ist grundsätzlicher Natur. Bei der Anmeldung nimmt der Netzbetreiber Ihre Ladeeinrichtung lediglich zur Kenntnis, ein Nein ist nicht vorgesehen. Bei der Genehmigung prüft er aktiv, ob Hausanschluss, Zuleitung und der Ortsnetztransformator die zusätzlichen 32 A je Phase verkraften. In dicht bebauten Altbaugebieten mit schwachen Anschlüssen ist ein Nein oder eine Auflage zur Begrenzung auf 11 kW keineswegs ungewöhnlich.
Den Antrag stellt in beiden Fällen die eingetragene Elektrofachkraft über das Installateurportal des Netzbetreibers, niemals der Eigentümer selbst. Eigenmächtig installierte oder nicht gemeldete Ladeeinrichtungen gefährden im Schadensfall den Versicherungsschutz. Wie der Ablauf im Einzelnen aussieht, welche Unterlagen nötig sind und welche Fristen gelten, steht im Ratgeber Wallbox anmelden.
Wenn die Genehmigung abgelehnt wird
Eine Ablehnung ist kein Projektende. Der übliche Weg: Die 22 kW Wallbox wird installiert, aber fest auf 11 kW konfiguriert und in dieser Konfiguration angemeldet. Die Zuleitung mit 5x6 mm² liegt dann bereits für die volle Leistung bereit, falls der Netzbetreiber nach einem Netzausbau später zustimmt. Das ist die einzige Konstellation, in der der Aufpreis für die 22-kW-Hardware strategisch sinnvoll ist.
§ 14a EnWG: Dimmen auf 4,2 kW und reduziertes Netzentgelt
Seit 2024 gelten neu in Betrieb genommene Ladeeinrichtungen über 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Das betrifft jede 11 kW und jede 22 kW Wallbox. Der Netzbetreiber erhält damit das Recht, die Leistung bei drohender Netzüberlastung vorübergehend zu reduzieren, allerdings nie unter 4,2 kW.
| Modul | Was Sie bekommen | Größenordnung | Für wen sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Modul 1: pauschale Reduzierung | fester Abzug beim Netzentgelt | rund 110 bis 190 Euro im Jahr, je nach Netzgebiet | Standardfall, einfach abzurechnen |
| Modul 2: prozentuale Reduzierung | Nachlass auf den Arbeitspreis des Netzentgelts | rund 60 Prozent, erfordert eigenen Zählpunkt | hoher Ladestrombezug, mehr als 6.000 kWh im Jahr |
| Modul 3: zeitvariables Netzentgelt | tageszeitabhängige Netzentgelte | zusätzlich zu Modul 1 wählbar | wer nachts oder mittags laden kann |
In der Praxis ist die Steuerung bislang selten aktiv geworden. Und selbst der Extremfall bleibt beherrschbar: 4,2 kW über acht Nachtstunden ergeben rund 30 kWh, also etwa 150 bis 200 Kilometer Reichweite. Wer die Wallbox mit einer eigenen Photovoltaikanlage kombiniert, etwa einer 10 kW Solaranlage, verschiebt einen Teil der Ladung ohnehin in die Mittagsstunden und ist von abendlichen Netzengpässen weniger betroffen.
Zwei Punkte werden oft übersehen: Die Teilnahme an § 14a EnWG ist für neue Wallboxen über 4,2 kW verpflichtend, nicht freiwillig. Und die Reduzierung des Netzentgelts betrifft nur einen Baustein des Strompreises, nicht den gesamten Arbeitspreis. Rechnen Sie die Ersparnis daher nicht schön.
22 kW Wallbox Kabelquerschnitt, Absicherung, Schutz
Der 22 kW Wallbox Kabelquerschnitt ist der zweite Kostentreiber nach der Genehmigung. 32 A Dauerstrom über drei Phasen verlangen deutlich mehr Kupfer als die 16 A einer 11-kW-Box, und zwar sowohl aus thermischen Gründen als auch wegen des Spannungsfalls, der nach DIN VDE 0100-520 unter 3 Prozent bleiben soll.
| Leitungslänge | Querschnitt bei 22 kW (32 A) | Spannungsfall (Richtwert) | Zum Vergleich: 11 kW (16 A) |
|---|---|---|---|
| bis 10 m | 5x6 mm² | ca. 0,4 Prozent | 5x2,5 mm² |
| 10 bis 25 m | 5x6 mm² | ca. 1,0 Prozent | 5x2,5 bis 5x4 mm² |
| 25 bis 40 m | 5x10 mm² | ca. 1,0 Prozent | 5x4 bis 5x6 mm² |
| über 40 m | 5x10 bis 5x16 mm² | Einzelberechnung nötig | 5x6 mm² |
Die Werte sind Richtwerte für eine fünfadrige Kupferleitung (drei Phasen, Neutralleiter, Schutzleiter) bei günstiger Verlegeart. Verbindlich ist die Berechnung der Elektrofachkraft, denn Verlegung in Wärmedämmung, Häufung mehrerer Leitungen im selben Kanal und hohe Umgebungstemperaturen senken die zulässige Strombelastbarkeit spürbar. Im Erdreich kommt zusätzlich ein Erdkabel des Typs NYY-J zum Einsatz, im Rohr und mindestens 60 cm tief.
Absicherung und Fehlerstromschutz
Abgesichert wird die 22 kW Wallbox mit einem dreipoligen Leitungsschutzschalter B32, je nach Anlaufverhalten und Selektivität auch C32. Beim Fehlerstromschutz gilt DIN VDE 0100-722: Jeder Ladepunkt braucht einen eigenen RCD, mindestens Typ A mit 30 mA.
- RCD Typ A plus 6-mA-DC-Erkennung: Der Standardweg. Die Wallbox erkennt glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA intern nach IEC 62955 (RDC-DD) und trennt selbst. In der Unterverteilung genügt dann ein RCD Typ A.
- RCD Typ B: Nötig, wenn die Wallbox keine integrierte DC-Erkennung mitbringt. Ein Typ B für 32 A kostet ein Vielfaches eines Typ A und ist der Grund, warum praktisch alle aktuellen Boxen die 6-mA-Erkennung eingebaut haben.
- Überspannungsschutz: Bei Außenmontage und langer Zuleitung ist ein Typ-2-Ableiter in der Unterverteilung sinnvoll, in Gebäuden mit Blitzschutzanlage vorgeschrieben.
- Zählerschrank: Ältere Verteilungen ohne freien Platz oder ohne Hauptleitungsabzweigklemme müssen oft ertüchtigt werden. Rechnen Sie in diesem Fall mit 500 bis 1.500 Euro zusätzlich.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Alle Arbeiten an der Zuleitung und der Unterverteilung gehören ausschließlich in die Hand einer beim Netzbetreiber eingetragenen Elektrofachkraft.
Wallbox 22 kW: Testsieger, Drosselung und Kosten
Suchen Sie nach einem Wallbox 22 kW Testsieger, stoßen Sie auf Ranglisten, die fast alle dasselbe Problem haben: Sie bewerten die Hardware, nicht Ihren Netzanschluss. Eine technisch exzellente 22-kW-Box nützt nichts, wenn der Netzbetreiber sie nicht genehmigt. Die ehrliche Reihenfolge lautet deshalb: erst Machbarkeit klären, dann Gerät auswählen.
Was am Ende meistens passiert
Das häufigste reale Ergebnis eines 22-kW-Projekts im Einfamilienhaus ist eine gedrosselte Box. Fast jede 22 kW Wallbox lässt sich bei der Inbetriebnahme per DIP-Schalter, Drehschalter oder Konfigurationssoftware auf 11 kW oder darunter begrenzen. Der Netzbetreiber akzeptiert die Anlage dann als anmeldepflichtige 11-kW-Ladeeinrichtung. Die Drosselung muss die Elektrofachkraft dokumentieren, eine spätere eigenmächtige Erhöhung ist unzulässig.
Betriebswirtschaftlich ist das nur dann klug, wenn Sie den Sprung auf 22 kW später wirklich erwarten. Ansonsten zahlen Sie für Hardware und Kupfer, die Sie nie nutzen.
| Posten | 11 kW Wallbox | 22 kW Wallbox | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Wallbox | 400 bis 1.200 Euro | 500 bis 1.500 Euro | Aufpreis moderat |
| Zuleitung Material | 5x2,5 bis 5x6 mm² | 5x6 bis 5x10 mm² | Kupferpreis steigt überproportional |
| Installation | 700 bis 1.500 Euro | 800 bis 2.000 Euro | abhängig vom Leitungsweg |
| Gesamt, ohne Zählerschrank | 1.100 bis 2.500 Euro | 1.300 bis 3.000 Euro | zzgl. 500 bis 1.500 Euro bei Ertüchtigung |
| Netzverfahren | Anmeldung | Genehmigung | Ablehnung möglich |
Worauf Sie stattdessen achten sollten
- Konfigurierbare Strombegrenzung: Damit die Box im Fall einer Auflage sauber auf 11 kW oder 16 A begrenzt werden kann.
- Integrierte 6-mA-DC-Erkennung nach IEC 62955: spart den teuren RCD Typ B.
- Lastmanagement: zwingend, sobald ein zweiter Ladepunkt oder eine Wärmepumpe am selben Hausanschluss hängt.
- Schutzart IP54 und Schlagfestigkeit IK08 bis IK10: für die Außenmontage.
- MID-Zähler: nötig, wenn der Arbeitgeber den Ladestrom erstattet, siehe Wallbox mit MID-Zähler.
- Offene Schnittstellen: OCPP oder Modbus, damit die Box auch nach einem Anbieterwechsel steuerbar bleibt.
Typische Fehler
1. Die 22 kW Wallbox kaufen, bevor der Netzbetreiber zugestimmt hat
Die Genehmigung nach VDE-AR-N 4100 ist keine Formsache. Wird sie abgelehnt, steht eine Box in der Garage, die nur gedrosselt betrieben werden darf. Lassen Sie die Elektrofachkraft den Antrag stellen und warten Sie die Antwort ab, bevor Sie bestellen.
2. Den Onboard-Lader des Autos nicht prüfen
Der mit Abstand teuerste Irrtum. Wer ein Fahrzeug mit 11-kW-Onboard-Lader fährt, lädt an einer 22 kW Wallbox keine Minute schneller. Die Angabe finden Sie im Fahrzeugdatenblatt unter AC-Ladeleistung, nicht unter der DC-Schnellladeleistung.
3. Die Zuleitung zu knapp dimensionieren
Ein 5x2,5-mm²-Kabel trägt keine 32 A. Wird die Box später auf volle Leistung gestellt, ist die Leitung thermisch überlastet. Wer den Sprung auf 22 kW offenhalten will, legt sofort 5x6 mm² und bei langen Wegen 5x10 mm², denn nachträgliches Aufgraben kostet ein Vielfaches des Kupfers.
4. Beim Fehlerstromschutz sparen
Ein normaler RCD Typ A ohne DC-Erkennung erfüllt die Anforderungen der DIN VDE 0100-722 nicht. Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Typ A blind machen, sodass er im Ernstfall nicht auslöst. Entweder die Box bringt die 6-mA-Erkennung nach IEC 62955 mit, oder es muss ein RCD Typ B sein.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Volle 22,1 kW bei 3 x 32 A: halbiert die Ladezeit gegenüber 11 kW, sofern das Fahrzeug mitspielt
- Ideal für zwei Fahrzeuge an einem Anschluss, weil 32 A per Lastmanagement auf zwei Ladepunkte verteilt werden können
- Zukunftssicher, wenn die Zuleitung ohnehin mit 5x6 oder 5x10 mm² gelegt wird
- Sinnvoll bei mehreren Ladevorgängen pro Tag, etwa im Gewerbe oder bei Fahrdiensten
- Lässt sich jederzeit sauber auf 11 kW konfigurieren und später wieder freigeben
✕ Nachteile
- Genehmigungspflichtig nach VDE-AR-N 4100 ab 12 kVA, der Netzbetreiber kann ablehnen
- Die meisten Elektroautos laden per Wechselstrom nur mit 11 kW, viele mit 7,4 oder 3,7 kW
- Deutlich höherer Kabelquerschnitt nötig, 5x6 bis 5x10 mm² statt 5x2,5 mm²
- Belegt rund die Hälfte eines typischen Hausanschlusses von 63 A je Phase
- Höhere Gesamtkosten bei praktisch identischem Alltagsnutzen im Einfamilienhaus
Fazit
22 kWh Wallbox: der Begriff ist falsch, die 22 kW Wallbox meist überdimensioniert
Eine 22 kWh Wallbox existiert nicht, gemeint ist immer die 22 kW Wallbox mit 3 x 32 A. Sie ist ab 12 kVA genehmigungspflichtig, verlangt 5x6 bis 5x10 mm² Zuleitung und bringt im Einfamilienhaus meist keinen Vorteil, weil der Onboard-Lader des Autos bei 11 kW abriegelt.
Prüfen Sie zuerst die AC-Ladeleistung Ihres Fahrzeugs, dann lassen Sie die Elektrofachkraft die Netzverträglichkeit klären. Für ein Auto im Eigenheim ist die 11 kW Wallbox die richtige Entscheidung: anmeldepflichtig statt genehmigungspflichtig, günstigere Zuleitung, identische Ladezeit. Zur 22 kW Wallbox greifen Sie, wenn zwei Fahrzeuge über ein Lastmanagement laden sollen, wenn das Auto einen echten 22-kW-Lader hat oder wenn Sie die Leistungsreserve gewerblich brauchen. Legen Sie die Zuleitung im Neubau in jedem Fall großzügig aus, das Kupfer ist der billigste Teil einer späteren Erweiterung.
Weiterführende Links und Quellen
- Wallbox 11 kW, Wallbox anmelden, Wallbox-Kabel, Wallbox Überschussladen, Wallbox mit MID-Zähler, Stromspeicher 20 kWh, 10 kW Solaranlage
- VDE-AR-N 4100, Technische Anschlussregel Niederspannung, Anmeldung bis 12 kVA und Genehmigungspflicht darüber
- DIN VDE 0100-722, Anforderungen an Betriebsstätten für die Speisung von Elektrofahrzeugen, sowie DIN VDE 0100-520 für Kabel und Leitungsanlagen
- IEC 62955, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung zur Erkennung glatter Gleichfehlerströme ab 6 mA (RDC-DD)
- § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und die Festlegungen der Bundesnetzagentur zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und reduzierten Netzentgelten
- VDE, Anwendungsregeln und Normen zur Ladeinfrastruktur
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Gibt es eine 22 kWh Wallbox?
Nein. Die Angabe 22 kWh ist eine Verwechslung der Einheiten. Kilowatt (kW) ist Leistung und beschreibt das Tempo des Ladens, Kilowattstunden (kWh) sind Energie und beschreiben die geladene Menge. Eine Wallbox wird immer in kW angegeben, gemeint ist also die 22 kW Wallbox. In kWh wird dagegen die Akkukapazität des Autos oder ein Stromspeicher angegeben.
Was bedeutet 22 kW bei einer Wallbox konkret?
Die 22 kW-Wallbox lädt dreiphasig mit 32 Ampere je Phase. Rechnerisch sind das 3 x 230 V x 32 A = 22,08 kW. Sie zieht damit doppelt so viel Strom wie eine 11 kW Wallbox mit 16 A. Bei einem üblichen Hausanschluss mit 63 A je Phase belegt eine einzelne 22 kW Wallbox rund die Hälfte der verfügbaren Anschlussleistung.
Braucht eine 22 kW Wallbox eine Genehmigung?
Ja. Nach VDE-AR-N 4100 sind Ladeeinrichtungen bis einschließlich 12 kVA beim Netzbetreiber nur anzumelden, alles darüber ist genehmigungspflichtig. Eine 22 kW Wallbox liegt klar über dieser Schwelle. Der Netzbetreiber prüft Hausanschluss und Ortsnetz und darf den Antrag ablehnen oder die Leistung auf 11 kW begrenzen. Antragsteller ist immer die eingetragene Elektrofachkraft, nicht Sie selbst.
Wie lange dauert die 22 kW-Wallbox Genehmigung?
Rechnen Sie mit zwei bis acht Wochen, je nach Netzbetreiber und Auslastung. Der Antrag geht über das Installateurportal des Netzbetreibers und enthält Angaben zu Hausanschluss, Zählerplatz, Leistung und Steuerbarkeit nach § 14a EnWG. Die Anmeldung einer 11 kW Wallbox ist dagegen eine reine Anzeige und in wenigen Tagen erledigt. Wie der Ablauf im Detail aussieht, erklären wir im Ratgeber zur Wallbox-Anmeldung.
Welchen Kabelquerschnitt braucht eine 22 kW Wallbox?
In den meisten Fällen mindestens 5x6 mm², also fünfadrig mit drei Phasen, Neutralleiter und Schutzleiter. Ab etwa 30 bis 40 Metern Leitungslänge oder bei ungünstiger Verlegeart, etwa in Wärmedämmung oder bei Häufung mehrerer Leitungen, sind 5x10 mm² angebracht. Verbindlich ist die Berechnung der Elektrofachkraft nach DIN VDE 0100-520 unter Berücksichtigung von Strombelastbarkeit, Häufung und Spannungsfall.
Kann ich eine 22 kW Wallbox auf 11 kW drosseln?
Ja, und genau das ist der übliche Weg. Nahezu jede 22 kW Wallbox lässt sich per DIP-Schalter, App oder Inbetriebnahmesoftware auf 11 kW oder darunter begrenzen. Der Netzbetreiber akzeptiert die gedrosselte Box dann in der Regel als anmeldepflichtige 11-kW-Anlage. Wichtig: Die Drosselung muss durch die Elektrofachkraft dokumentiert und gemeldet werden, eine eigenmächtige Änderung ist unzulässig.
Welches Auto lädt überhaupt mit 22 kW Wechselstrom?
Nur wenige. Die große Mehrheit der Elektroautos hat einen Onboard-Lader mit 11 kW, viele Plug-in-Hybride und Kleinwagen kommen auf 7,4 oder sogar nur 3,7 kW. Ein 22-kW-Wechselstromlader ist die Ausnahme und meist eine Sonderausstattung. Prüfen Sie vor dem Kauf das Datenblatt Ihres Fahrzeugs unter dem Stichwort AC-Ladeleistung, nicht die DC-Schnellladeleistung.
Was bringt eine 22 kW Wallbox, wenn das Auto nur 11 kW kann?
Im Alltag nichts. Die Wallbox liefert immer nur so viel, wie das Fahrzeug anfordert. Ein Auto mit 11-kW-Onboard-Lader lädt an einer 22 kW Wallbox exakt so schnell wie an einer 11-kW-Box. Ein Vorteil bleibt nur als Zukunftsoption, etwa wenn später ein Fahrzeug mit 22-kW-Lader dazukommt oder zwei Autos über ein Lastmanagement parallel geladen werden sollen.
Welcher FI-Schutzschalter ist bei 22 kW vorgeschrieben?
Jeder Ladepunkt braucht nach DIN VDE 0100-722 einen eigenen Fehlerstromschutz, mindestens Typ A, ergänzt um eine Erkennung glatter Gleichfehlerströme ab 6 mA nach IEC 62955. Viele Wallboxen bringen diese DC-Erkennung bereits mit, dann genügt ein RCD Typ A in der Unterverteilung. Fehlt sie, ist ein deutlich teurerer RCD vom Typ B nötig.
Was bedeutet ein Wallbox 22 kW Testsieger für meine Entscheidung?
Wenig, solange die Prüfkriterien nicht zu Ihrem Netzanschluss passen. Eine Box kann technisch hervorragend sein und trotzdem an der fehlenden Genehmigung scheitern. Achten Sie stattdessen auf harte Merkmale: integrierte 6-mA-DC-Erkennung, konfigurierbare Strombegrenzung, IP54 und IK08 oder besser im Außenbereich, Lastmanagement, OCPP-Schnittstelle und eine belastbare Update-Politik des Herstellers.