Balkonkraftwerk mit kleinen Modulen: Maße, Gewicht und Ertrag
Ein Balkonkraftwerk kleine Module ist die Antwort auf eine sehr konkrete Einschränkung: Das Geländer ist nur 1,05 m hoch, die Brüstung 2,20 m breit, und ein Standardmodul mit 1762 x 1134 mm passt schlicht nicht dorthin, ohne oben oder unten überzustehen. Kleinere Paneele lösen das, ohne dass Sie auf Leistung verzichten müssen.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Maße und Gewichte im Handel üblich sind, wo der Unterschied zwischen kleinen, leichten und flexiblen Modulen liegt, wie viele Module in das erlaubte Fenster von 2000 Wp passen, was ein Balkonkraftwerk mit 6 Modulen bringt und worauf Sie bei Statik, Montage und Wechselrichter achten müssen.
Warum kleine Module?
Der Grund ist fast immer die Geometrie. Ein aktuelles Standardmodul misst rund 1762 x 1134 mm. Hängen Sie es hochkant an ein 1,05 m hohes Geländer, ragt es 70 cm darüber hinaus. Quer montiert passt es zwar in der Höhe, blockiert aber 1,76 m Geländerlänge und lässt am Ende oft 30 cm ungenutzt. Ein Balkonkraftwerk kleine Module löst genau diese Konflikte.
Typische Situationen, in denen sich Balkonkraftwerk kleinere Module lohnen:
- Niedrige Brüstung: Nur 90 cm bis 1,10 m Höhe, ein halbes Modulformat passt genau.
- Kurze oder verwinkelte Balkone: Zwei kleine Module lassen sich um eine Ecke herum verteilen.
- Schwaches Geländer: Zwei Module zu je 12 kg belasten die Halterung weniger punktuell als eines mit 24 kg.
- Optik und Hausordnung: Kleine, bündig sitzende Module fallen weniger auf und sorgen seltener für Streit.
- Allein montieren: Ein 24-kg-Modul im ersten Stock allein ans Geländer zu heben, ist kein Vergnügen. Ein 10-kg-Modul schon.
Der Preis dafür: Je Watt zahlen Sie bei kleinen Modulen etwas mehr. Rund 0,20 bis 0,35 € je Wp statt 0,12 bis 0,20 € je Wp beim Standardformat. Bei 1000 Wp macht das 80 bis 150 € Unterschied.
Maße und Gewicht im Vergleich
| Format | Maße (ca.) | Leistung | Gewicht | Fläche |
|---|---|---|---|---|
| Standardmodul (Referenz) | 1762 x 1134 mm | 430–500 Wp | 21–24 kg | 2,00 m² |
| Halbformat, kleines Modul | 1134 x 1134 mm | 200–250 Wp | 12–14 kg | 1,29 m² |
| Schmalformat | 1700 x 700 mm | 250–330 Wp | 13–16 kg | 1,19 m² |
| Kompaktformat | 1000 x 800 mm | 150–200 Wp | 8–10 kg | 0,80 m² |
| Leichtmodul (Dünnglas oder Wabenkern) | 1600 x 1000 mm | 350–400 Wp | 9–12 kg | 1,60 m² |
| Flexibles Modul (ETFE, ohne Glas) | 1500 x 700 mm | 150–220 Wp | 2–5 kg | 1,05 m² |
Die Zahlen zeigen den entscheidenden Zusammenhang: Der Wirkungsgrad je Fläche ist bei allen Glasmodulen ähnlich, er liegt heute bei 21 bis 23 Prozent. Ein kleines Modul liefert nicht deshalb weniger Watt, weil es schlechter wäre, sondern weil es weniger Quadratmeter hat. Nur flexible Module fallen mit 16 bis 19 Prozent tatsächlich zurück.
Solarpaket I: 800 W AC und 2000 Wp DC
Seit dem Solarpaket I gilt für Balkonkraftwerke ein klarer Rahmen, und der ist für die Modulwahl entscheidend:
| Grenze | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Wechselrichterleistung (AC) | 800 W | so viel darf maximal ins Hausnetz eingespeist werden |
| Modulleistung (DC) | 2000 Wp | so viel Modulleistung darf angeschlossen sein |
| Anmeldung | Marktstammdatenregister, vereinfacht | innerhalb eines Monats, keine Netzbetreiberanmeldung mehr nötig |
| Zähler | Rücklaufsperre nicht mehr Voraussetzung | ein alter Ferrariszähler darf übergangsweise weiterlaufen |
| Anschluss | Schuko zulässig, Wieland empfohlen | Fachbetrieb setzt bei Bedarf eine Einspeisesteckdose |
Das Verhältnis von 2000 Wp DC zu 800 W AC ist Absicht: Der Gesetzgeber erlaubt bewusst eine Überbauung im Verhältnis 2,5 zu 1. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Module ihre Nennleistung nur unter Laborbedingungen erreichen. Auf einem senkrecht montierten Balkongeländer nach Süden kommen selbst im Sommer real oft nur 50 bis 70 Prozent der Nennleistung an.
Wie viele Module passen unter 2000 Wp?
| Modultyp | Wp je Modul | Maximal möglich | Summe DC |
|---|---|---|---|
| Standard | 450 Wp | 4 Module | 1800 Wp |
| Kleines Modul (Halbformat) | 250 Wp | 8 Module | 2000 Wp |
| Schmalformat | 330 Wp | 6 Module | 1980 Wp |
| Kompaktformat | 200 Wp | 10 Module | 2000 Wp |
| Flexibles Modul | 200 Wp | 10 Module | 2000 Wp |
Die rechtliche Grenze ist also selten das Problem, wohl aber die Zahl der Wechselrichtereingänge. Typische Balkonwechselrichter haben zwei MPP-Tracker. Wollen Sie acht kleine Module betreiben, müssen Sie jeweils mehrere davon in Reihe schalten, bis die Leerlaufspannung des Strangs die zulässige Eingangsspannung (oft 55 bis 60 V) nicht überschreitet. Rechnen Sie mit der Leerlaufspannung im kältesten Fall, nicht mit dem Nennwert im Datenblatt.
Balkonkraftwerk mit 6 Modulen
Ein Balkonkraftwerk 6 Module ist die derzeit beliebteste Ausbaustufe für alle, die das DC-Fenster ausreizen wollen. Sechs Schmalformate zu je 330 Wp ergeben 1980 Wp und bleiben damit knapp unter der 2000-Wp-Grenze. Sechs kleine Halbformate zu je 250 Wp kommen auf 1500 Wp und lassen noch Luft.
✓ Vorteile
- Deutlich mehr Jahresertrag: 800 W liegen morgens früher und abends länger an
- Auch im Winter und bei Bewölkung wird die Wechselrichterleistung häufiger erreicht
- Module lassen sich auf mehrere Flächen verteilen: Geländer, Wand, Gartenhaus, Ost und West
- Ost-West-Verteilung glättet die Erzeugungskurve über den Tag und passt besser zum Verbrauch
✕ Nachteile
- Zwei MPP-Tracker reichen nicht, es braucht Reihenschaltung oder einen Wechselrichter mit vier Eingängen
- Mehr Kabel, mehr Steckverbinder, mehr mögliche Fehlerquellen
- Die Spitzenleistung steigt nicht: 800 W bleiben 800 W
- Sechs Module wollen erst einmal sicher befestigt werden, Windlast summiert sich
Praktisch sinnvoll wird ein Aufbau mit sechs Modulen vor allem dann, wenn Sie sie nicht alle in dieselbe Richtung hängen. Drei nach Osten und drei nach Westen liefern morgens und abends Strom, also genau dann, wenn im Haushalt tatsächlich verbraucht wird. Sechs Module nach Süden dagegen erzeugen mittags einen Überschuss, den niemand nutzt. Wie eine Aufteilung auf mehrere Paneele im Detail aussieht, zeigt der Ratgeber zum Balkonkraftwerk mit 4 Modulen.
Balkonkraftwerk flexible Module
Ein Balkonkraftwerk flexible Module setzt auf Paneele ohne Glasabdeckung: Die Zellen sitzen zwischen Kunststofffolien, meist ETFE, mit einem Träger aus Kunststoff oder dünnem Metall. Das Ergebnis wiegt nur 2 bis 5 kg und lässt sich um wenige Grad biegen.
| Eigenschaft | Flexibles Modul | Starres Glasmodul |
|---|---|---|
| Gewicht | 2–5 kg | 12–24 kg |
| Wirkungsgrad | 16–19 % | 21–23 % |
| Leistungsgarantie | oft 5–10 Jahre | meist 25–30 Jahre |
| Montage | kleben, ösen, Klettband, Kabelbinder | Klemmen und Halterungen |
| Wärmeabfuhr | schlecht, wenn flach aufliegend | gut, Hinterlüftung durch Rahmen |
| Preis je Wp | 0,60–1,20 € | 0,15–0,35 € |
Der Wärmestau ist der unterschätzte Punkt. Liegt ein flexibles Modul flach auf einer Fläche auf, kann es sich auf 70 bis 80 °C aufheizen. Der Wirkungsgrad von Silizium sinkt pro Grad über 25 °C um etwa 0,35 Prozent, das kostet an einem heißen Tag schnell 15 Prozent Leistung. Außerdem altert das Laminat schneller. Wenn Sie flexible Module einsetzen, dann mit mindestens 2 bis 3 cm Luftspalt dahinter.
Sinnvoll sind sie dort, wo starre Module gar nicht gehen: auf einer gewölbten Gartenhausabdeckung, einem Wohnmobildach, einer Markise oder einem Geländer, das kein Gewicht trägt. Für den normalen Balkon sind sie die zweitbeste Wahl.
Balkonkraftwerk leichte Module
Ein Balkonkraftwerk leichte Module ist der Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Gewicht. Leichtmodule erreichen ihre 9 bis 12 kg auf drei Wegen:
- Dünnglas: 2 mm statt 3,2 mm Frontglas, oft in Glas-Glas-Bauweise, sehr langlebig.
- Verbundkern: Ein Alu- oder Kunststoff-Wabenkern trägt das Laminat, spart Glas auf der Rückseite.
- Schlanker Rahmen: 25 statt 35 mm Rahmenhöhe, spart ein bis zwei Kilo.
Die Vorteile gegenüber flexiblen Modulen: voller Wirkungsgrad, 25 Jahre Leistungsgarantie, normale Klemmmontage und eine ordentliche Hinterlüftung durch den Rahmen. Für ein altes Holzgeländer, einen Wintergarten oder eine Brüstung mit begrenzter Tragfähigkeit ist ein Leichtmodul in der Regel die richtige Wahl.
Faustregel für die Statik: Ein Geländer, das die üblichen Anforderungen an Absturzsicherung erfüllt, trägt 30 bis 60 kg Zusatzlast problemlos. Kritisch wird es bei Zug- und Sogkräften durch Wind, nicht beim Eigengewicht. Zwei leichte Module mit je 11 kg plus Halterung liegen bei etwa 28 kg, das ist unkritisch.
Wechselrichter und MPP-Tracker
Der Wechselrichter ist bei kleinen Modulen der eigentliche Engpass. Zwei Werte müssen stimmen:
- Eingangsspannung: Die Leerlaufspannung (Voc) aller in Reihe geschalteten Module darf die zulässige Eingangsspannung nicht überschreiten. Rechnen Sie mit Kälte: Bei minus 10 °C liegt Voc rund 8 bis 10 Prozent über dem Datenblattwert.
- Eingangsstrom: Parallel geschaltete Module addieren ihren Strom. Übliche Balkonwechselrichter nehmen je Eingang 13 bis 20 A.
Bei zwei MPP-Trackern und vier bis sechs Modulen bedeutet das: Zwei Module je Tracker in Reihe, sofern die Spannung passt. Ein Modul mit 250 Wp hat typisch eine Voc um 30 bis 38 V, zwei in Reihe also 60 bis 76 V. Das überschreitet die üblichen 55 bis 60 V bereits. Prüfen Sie das Datenblatt genau, sonst zerstören Sie den Eingang.
Alternativen: ein Wechselrichter mit vier MPP-Eingängen, oder zwei getrennte Wechselrichter, deren Summe 800 W AC nicht überschreitet. Ein 300-W-Aufbau als Einstieg ist im Ratgeber zum Balkonkraftwerk mit 300 W beschrieben.
Montage am Geländer, Statik und Wind
Kleine Module montieren sich leichter, das ist ihr Hauptvorteil. Die Regeln bleiben dieselben:
- Vier Befestigungspunkte je Modul, an den vom Hersteller markierten Klemmzonen im Rahmen.
- Drehmoment beachten: Klemmschrauben mit 10 bis 15 Nm anziehen, nicht nach Gefühl.
- Kontern: Selbstsichernde Muttern oder Schraubensicherung, Vibration löst sonst alles.
- Windlast: Ab dem zweiten Obergeschoss und an Gebäudekanten steigt der Staudruck deutlich. Bei einem 1,3-m²-Modul entstehen dann mehrere Hundert Newton Sog.
- Nachziehen: Nach vier Wochen und nach dem ersten Sturm alle Schrauben prüfen.
- Hinterlüftung: Mindestens 2 bis 3 cm Abstand zur Brüstung, sonst staut sich Wärme und der Ertrag sinkt.
In der Mietwohnung dürfen Sie ein Steckersolargerät grundsätzlich anbringen, es zählt seit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes und des BGB zu den privilegierten Maßnahmen. Der Vermieter darf aber Vorgaben zur fachgerechten und optisch verträglichen Ausführung machen. Kleine Module, die bündig hinter dem Geländer sitzen, haben es hier deutlich leichter als überstehende Standardmodule.
Ertrag: was bringen kleinere Module wirklich?
| Aufbau | DC-Leistung | Ausrichtung | Jahresertrag (ca.) | Ersparnis bei 0,32 €/kWh |
|---|---|---|---|---|
| 2 kleine Module | 500 Wp | Süd, senkrecht am Geländer | ca. 300–350 kWh | ca. 95–110 € |
| 4 kleine Module | 1000 Wp | Süd, senkrecht | ca. 600–700 kWh | ca. 190–225 € |
| 6 Module (Schmalformat) | 1980 Wp | Süd, senkrecht | ca. 1000–1200 kWh | ca. 320–385 € |
| 6 Module Ost und West | 1980 Wp | je 3 Module Ost und West | ca. 950–1100 kWh | höherer Eigenverbrauchsanteil |
| 4 Module, 30° aufgeständert | 1000 Wp | Süd, Flachdach oder Terrasse | ca. 850–950 kWh | ca. 270–305 € |
Zwei Werte werden dabei oft verwechselt. Der Jahresertrag ist das eine, die tatsächliche Ersparnis das andere: Sie sparen nur die Kilowattstunden, die Sie auch selbst verbrauchen. Der Überschuss fließt ohne Vergütung ins Netz. Bei einem Haushalt mit einer Grundlast von 150 bis 250 W (Kühlschrank, Router, Standby) landen realistisch 60 bis 80 Prozent des Ertrags im eigenen Verbrauch, wenn die Anlage nicht zu groß ist. Genau darum ist die Ost-West-Verteilung so interessant.
Für eine bessere Ausbeute lohnt sich außerdem der Blick auf die Aufständerung. Wie das auf einer ebenen Fläche funktioniert, zeigt der Ratgeber zum Balkonkraftwerk auf dem Flachdach.
Kosten im Überblick
| Posten | Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kleines Modul, 200 bis 250 Wp | 50–90 € je Stück | 0,25 bis 0,35 € je Wp |
| Schmalformat, 300 bis 330 Wp | 70–120 € je Stück | gutes Verhältnis für sechs Module |
| Leichtmodul, 350 bis 400 Wp | 120–200 € je Stück | Aufpreis für Dünnglas oder Wabenkern |
| Flexibles Modul, 150 bis 220 Wp | 110–250 € je Stück | deutlich teurer je Wp |
| Wechselrichter 800 W, 2 MPP | 90–180 € | mit Relais nach VDE-AR-N 4105 |
| Wechselrichter 800 W, 4 MPP | 150–280 € | nötig bei sechs oder mehr Modulen |
| Geländerhalterung je Modul | 25–60 € | verstellbar, für runde und eckige Profile |
| Kabel, Stecker, Verlängerung | 30–70 € | UV-beständige Solarkabel, keine Baumarktware |
Ein Komplettset mit sechs Schmalmodulen, Wechselrichter und Halterungen liegt bei etwa 700 bis 1.100 €. Bei rund 1.100 kWh Jahresertrag und 70 Prozent Eigenverbrauch sparen Sie etwa 245 € im Jahr, die Amortisation liegt damit bei drei bis fünf Jahren.
Unsere Empfehlung
Wie wir bewerten, lesen Sie auf unserer Methodik-Seite. Modellnummern nennen wir bewusst nicht, weil Sets und Firmware-Stände häufig wechseln.
Kaufberatung: 7 Kriterien
1. Maße vor dem Kauf messen
Geländerhöhe, nutzbare Breite und Abstand zur Wand notieren. Erst dann das Modulformat wählen.
2. Wp je Modul und Summe
Bleiben Sie unter 2000 Wp DC. Sechs Module zu 330 Wp ergeben 1980 Wp, das ist der Sweetspot.
3. Zahl der MPP-Tracker
Zwei Eingänge reichen für bis zu vier Module. Für sechs brauchen Sie vier Eingänge oder eine passende Reihenschaltung.
4. Gewicht und Geländerstatik
Bei schwachen Geländern leichte Module wählen, nicht flexible. Der Unterschied liegt in der Haltbarkeit.
5. Leerlaufspannung im Kältefall
Voc steigt bei Kälte um 8 bis 10 Prozent. Reihenschaltung erst rechnen, dann stecken.
6. Halterung mit vier Klemmpunkten
Zwei Punkte reichen nicht. Windsog ist die Hauptbelastung, nicht das Eigengewicht.
7. Ausrichtung planen
Ost und West statt alles nach Süden. Das erhöht den Eigenverbrauchsanteil deutlich.
Typische Fehler
Der erste Fehler: die Module bestellen, bevor das Geländer vermessen wurde. Der zweite: sechs Module an einen Wechselrichter mit zwei Eingängen hängen und die Leerlaufspannung nicht nachrechnen. Der dritte: flexible Module flach auf die Brüstung kleben, ohne Luftspalt, und sich über den geringen Ertrag wundern. Der vierte: nur zwei Klemmpunkte je Modul setzen, weil es schneller geht. Und der fünfte: alle Module nach Süden hängen, obwohl mittags niemand zu Hause ist und der Strom ungenutzt ins Netz geht.
Fazit zum Balkonkraftwerk mit kleinen Modulen
Kleine Module kosten je Watt etwas mehr, passen dafür an Geländer, an denen ein Standardmodul überstehen würde, und lassen sich allein montieren.
Wer das erlaubte Fenster von 2000 Wp DC ausreizen will, kommt mit sechs Schmalmodulen zu je 330 Wp auf 1980 Wp. Wichtig ist dann ein Wechselrichter mit vier MPP-Eingängen und eine Verteilung nach Ost und West statt alles nach Süden.
Fazit
Ein Balkonkraftwerk kleine Module ist keine Sparversion, sondern eine Anpassung an die Fläche, die Sie tatsächlich haben. Der Wirkungsgrad je Quadratmeter ist derselbe wie beim großen Paneel, nur die Stückleistung sinkt. Wählen Sie Balkonkraftwerk leichte Module, wenn das Geländer schwach ist, und greifen Sie nur dann zu flexiblen Modulen, wenn die Fläche gewölbt ist oder wirklich jedes Kilogramm zählt. Für die volle Ausbaustufe rechnen Sie mit sechs Modulen, 1980 Wp DC, 800 W AC und einem Wechselrichter mit vier Eingängen. Das ist der Aufbau, der im Alltag den höchsten Eigenverbrauch liefert.
Weiterführende Links und Quellen
- Balkonkraftwerk 300 W, Balkonkraftwerk 4 Module, Balkonkraftwerk Flachdach, Balkonkraftwerk mit Speicher
- Marktstammdatenregister, Anmeldung von Steckersolargeräten
- VDE, VDE-AR-N 4105 und die Produktnorm für Steckersolargeräte
- Verbraucherzentrale, Steckersolargeräte in Miete und Eigentum
Häufige Fragen
Was gilt als kleines Modul beim Balkonkraftwerk?
Als Referenz dient das heutige Standardmodul mit rund 1762 x 1134 mm, etwa 430 bis 500 Wp und 21 bis 24 kg. Alles, was deutlich darunter liegt, gilt im Handel als kleines Modul: halbe Formate um 1134 x 1134 mm mit 200 bis 250 Wp, schmale Formate um 1700 x 700 mm mit rund 300 Wp oder kompakte Paneele um 1000 x 800 mm mit 150 bis 200 Wp. Der Wirkungsgrad je Quadratmeter ist dabei praktisch derselbe, kleine Module liefern nur weniger Watt, weil sie weniger Fläche haben.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit kleineren Modulen überhaupt?
Ja, wenn die Fläche der begrenzende Faktor ist. Der Ertrag hängt an der Modulfläche und der Ausrichtung, nicht an der Stückzahl. Zwei kleine Module mit je 250 Wp liefern ungefähr so viel wie ein großes mit 500 Wp, brauchen aber weniger zusammenhängende Höhe. Sie können sie auf zwei Geländerabschnitte verteilen, um eine Ecke herumführen oder an einer schmalen Brüstung montieren, wo ein großes Paneel überstehen würde.
Wie viele kleine Module darf ich anschließen?
Rechtlich begrenzt ist die Modulleistung auf 2000 Wp (DC) und die Einspeiseleistung auf 800 W (AC). Technisch begrenzt ist die Zahl durch die Eingänge des Wechselrichters: Übliche Geräte haben zwei MPP-Tracker, also zwei Eingänge. Mehr Module hängen Sie dann in Reihe oder parallel an einen Eingang, sofern Spannung und Strom im Datenblatt bleiben. Ein Balkonkraftwerk mit 6 Modulen erfordert deshalb entweder einen Wechselrichter mit vier Eingängen oder eine passende Verschaltung.
Sind flexible Module eine gute Idee?
Nur unter Bedingungen. Flexible Module ohne Glas wiegen 2 bis 5 kg statt 12 bis 24 kg, das ist an einem schwachen Geländer oder auf einem Gartenhausdach ein echter Vorteil. Die Nachteile: geringerer Wirkungsgrad (typisch 16 bis 19 statt 21 bis 23 Prozent), kürzere Leistungsgarantien (oft 5 bis 10 Jahre statt 25) und Wärmestau, wenn sie flach ohne Hinterlüftung aufliegen. Für den dauerhaften Betrieb am Balkon ist ein leichtes Glasmodul meist die klügere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen leichten und flexiblen Modulen?
Flexibel heißt biegsam: Die Zellen sitzen in Kunststoff (meist ETFE) statt zwischen Glasscheiben, das Modul lässt sich einer leichten Wölbung anpassen. Leicht heißt nur, dass das Gewicht reduziert ist, etwa durch Dünnglas, einen Alu-Wabenkern oder einen schmaleren Rahmen. Ein leichtes Modul ist starr und hält 25 Jahre, ein flexibles ist biegsam und altert schneller. Beim Balkonkraftwerk leichte Module zu wählen ist deshalb fast immer der bessere Kompromiss.
Halten die Geländer das Gewicht aus?
Zwei kleine Module mit je 12 kg plus Halterung ergeben rund 30 kg, das trägt ein normales Metallgeländer. Kritisch ist nicht das Gewicht, sondern der Wind: Ein Modul ist eine Segelfläche. Bei 1,2 m² und einer Böe entstehen mehrere Hundert Newton Sog- und Druckkraft. Deshalb gilt: mindestens vier Klemmpunkte je Modul, Schrauben mit Drehmoment anziehen, kontern und nach dem ersten Sturm nachziehen. Ab dem zweiten Obergeschoss ist die Windlast ein ernstes Thema.
Bringt ein Balkonkraftwerk mit 6 Modulen mehr Strom?
Es bringt mehr Jahresertrag, aber keine höhere Spitzenleistung. Der Wechselrichter deckelt bei 800 W, dieser Wert wird an einem sonnigen Mittag auch schon von zwei bis drei Modulen erreicht. Mehr Module verlängern die Zeit, in der die 800 W tatsächlich anliegen: morgens früher, abends länger, im Winter und bei Bewölkung überhaupt erst. Der Effekt liegt je nach Ausrichtung bei 15 bis 30 Prozent mehr Jahresertrag gegenüber einer knapp dimensionierten Anlage.
Muss ich kleine Module anders anmelden?
Nein. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister ist von der Modulgröße unabhängig, sie richtet sich nach der installierten Leistung. Solange Sie unter 800 W Wechselrichterleistung und 2000 Wp Modulleistung bleiben, gilt das vereinfachte Verfahren: Anmeldung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats, keine separate Meldung beim Netzbetreiber mehr. Ob Sie das mit zwei großen oder sechs kleinen Modulen erreichen, spielt keine Rolle.