INFRAROTHEIZUNG

Infrarotheizung im Bad: Schutzbereiche, Wattbedarf und die ehrliche Kostenrechnung

Modernes Badezimmer mit Dusche und gefliester Wand
Im Bad entscheidet der Schutzbereich nach VDE 0100-701 darüber, welches Gerät wohin darf, Foto: Pexels

Eine Infrarotheizung Bad ist einer der wenigen Fälle, in denen elektrisches Heizen wirtschaftlich aufgeht: Das Bad wird selten länger als eine Stunde am Tag wirklich warm gebraucht, es soll dann aber schnell warm sein, und ein Wasserheizkörper braucht dafür deutlich länger. Genau diese kurze, planbare Nutzungszeit ist das Argument, nicht der oft behauptete Wirkungsgrad.

Dieser Ratgeber klärt das, was im Bad wirklich zählt: welcher Schutzbereich nach VDE 0100-701 wo beginnt, welche IP-Schutzart Ihr Gerät dort haben muss, wie viel Watt je Quadratmeter Sie ansetzen, wann eine Spiegelheizung besser ist als ein Panel mit Handtuchhalter, und was eine Nutzungsstunde tatsächlich kostet. Wir sagen auch, wo Infrarot im Bad die falsche Wahl ist.

Infrarotheizung im Bad: was sie kann und was nicht

Eine Infrarotheizung Bad heizt nicht die Luft, sondern die Flächen, die ihre Strahlung trifft: Fliesen, Wände, Handtücher und Ihre Haut. Genau das ist im Bad der Vorteil. Ein Raum, der nur 20 bis 60 Minuten am Tag warm sein soll, muss nicht erst 15 Kubikmeter Luft aufheizen, sondern nur die Flächen, an denen Sie stehen.

Das Gefühl von Wärme stellt sich deshalb nach 3 bis 5 Minuten ein, während die Lufttemperatur noch bei 18 Grad liegt. Ein wassergeführter Badheizkörper braucht für denselben Effekt 20 bis 40 Minuten, weil er über Konvektion arbeitet. Der Nachteil folgt aus demselben Prinzip: Sobald Sie das Gerät ausschalten, ist die Strahlung sofort weg. Was bleibt, ist nur die Wärme, die die Fliesen gespeichert haben.

Anforderung im BadInfrarotheizungAnmerkung
Schnell spürbare Wärme am Morgensehr gutStrahlungswirkung nach 3 bis 5 Minuten
Kalte Fliesen und Wandflächen anwärmengutOberflächen steigen um 2 bis 5 Kelvin
Handtücher trocknenschwachdauert Stunden, kein Ersatz für einen Handtuchradiator
Feuchte Luft nach dem Duschen abführengar nichtdafür braucht es Fenster oder Lüfter
Ganzes Bad dauerhaft auf 24 Grad haltenteuerStrom kostet je Kilowattstunde ein Vielfaches von Gas

Wenn Sie ohnehin eine elektrische Wandheizung suchen und das Bad nur ein Anwendungsfall von mehreren ist, lohnt der Blick in unseren Überblick zur Elektroheizung für die Wand. Dort finden Sie auch die Bauformen mit Speicherkern, die im Bad allerdings selten passen.

VDE 0100-701: Schutzbereiche 0, 1 und 2

Das ist der Teil, an dem die meisten Kaufentscheidungen scheitern. Die DIN VDE 0100-701 teilt jedes Bad in Schutzbereiche ein, und diese Bereiche entscheiden, welches Gerät wo hängen darf. Sie sind keine Empfehlung, sondern geltende Errichtungsnorm für elektrische Anlagen in Räumen mit Badewanne oder Dusche.

SchutzbereichRäumliche AbgrenzungMindest-IP-SchutzartInfrarotheizung zulässig?
Bereich 0Inneres von Wanne und DuschtasseIPX7nein, nur Schutzkleinspannung bis 12 V AC
Bereich 1über Wanne und Dusche bis 2,25 m über dem fertigen FußbodenIPX4, bei Reinigung mit Wasserstrahl IPX5ja, fest angeschlossen und vom Hersteller freigegeben
Bereich 20,60 m waagerecht um Bereich 1 herumIPX4ja, fest angeschlossen
außerhalballes jenseits von 0,60 m um Bereich 1IP20 genügtja, auch als Steckergerät

Was zusätzlich gilt

  • Fehlerstromschutz: Alle Stromkreise im Bad sind über einen Fehlerstromschutzschalter mit maximal 30 Milliampere Bemessungsdifferenzstrom zu schützen. Ohne diesen Schalter ist die Installation nicht normgerecht, unabhängig vom Gerät.
  • Zusätzlicher Schutzpotentialausgleich: Metallene Rohrleitungen und leitfähige Teile werden untereinander verbunden, damit im Fehlerfall keine gefährliche Berührungsspannung entsteht.
  • Steckdosen: In den Bereichen 0, 1 und 2 sind sie unzulässig. Eine Ausnahme bilden Rasiersteckdosen mit Trenntransformator im Bereich 2. Ein Panel dort wird also fest angeschlossen, nicht eingesteckt.
  • Thermostat und Schalter: gehören außerhalb der Schutzbereiche, oder als Funklösung mit dem Schaltaktor außerhalb des Bads.
  • Deckenmontage: über Wanne oder Dusche liegt oberhalb von 2,25 m formal außerhalb des Bereichs 1, praktisch bleibt der Spritzwasserschutz dort trotzdem sinnvoll.

Prüfen Sie beim Kauf zwei Angaben im Datenblatt: die IP-Schutzart in der Form IPX4 oder IP44 und die ausdrückliche Herstellerfreigabe für den Schutzbereich. Eine allgemeine Angabe wie "badgeeignet" ohne IP-Kennzeichnung ist wertlos.

Weißes Infrarot-Heizpanel an einer Wand montiert
Im Schutzbereich 1 muss das Panel mindestens IPX4 erfüllen und fest angeschlossen sein, Foto: Pexels
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Infrarotheizung für Bad: Watt je Quadratmeter

Eine Infrarotheizung für Bad wird nicht nach Gefühl dimensioniert, sondern nach Fläche und Dämmstandard. Das Bad ist dabei ein Sonderfall: Die Zieltemperatur liegt mit 24 Grad rund 4 Kelvin über der eines Wohnzimmers, dafür ist die Fläche klein und die Nutzung kurz.

BadgrößeZusatzheizung, 60 bis 90 W/m²Vollheizung saniert, 120 W/m²Vollheizung Altbau, 180 bis 200 W/m²
4 m²240 bis 360 W480 W720 bis 800 W
6 m²360 bis 540 W720 W1.080 bis 1.200 W
8 m²480 bis 720 W960 W1.440 bis 1.600 W
10 m²600 bis 900 W1.200 W1.800 bis 2.000 W

Zwei Korrekturen gehören dazu. Erstens: Jede Außenwand und jedes einfach verglaste Fenster rechtfertigt einen Zuschlag von 10 bis 20 Prozent. Zweitens: Ab etwa 1.000 Watt sollten Sie auf zwei Geräte aufteilen statt ein einzelnes großes Panel zu wählen. Zwei Flächen aus zwei Richtungen erzeugen eine gleichmäßigere Strahlungsverteilung als ein Panel, das aus einer Ecke heraus strahlt und hinter dem Duschvorhang nichts mehr erreicht.

Die Montagehöhe ist eine eigene Stellschraube. Ein Wandpanel arbeitet am besten, wenn die Unterkante 40 bis 60 Zentimeter über dem Boden liegt und die Fläche frei auf den Bereich strahlt, in dem Sie stehen. Eine Deckenmontage über der Duschkabine liefert Wärme genau dort, wo Sie nass sind, benötigt dann aber mehr Leistung, weil der Abstand größer ist.

Spiegelheizung oder Standardpanel

Im Bad konkurrieren zwei Bauformen: die Spiegelheizung, also ein beheiztes Spiegelglas, und das klassische beschichtete Metall- oder Glaspanel. Der Unterschied ist nicht kosmetisch, er ist physikalisch.

KriteriumSpiegelheizungStandardpanel
Oberflächentemperaturrund 60 bis 80 Gradrund 80 bis 110 Grad
Strahlungsleistung je m² Flächeniedriger, Glas mit Verspiegelunghöher, hoher Emissionsgrad der Beschichtung
Beschlagfreiheitja, im Betrieb dauerhaftentfällt
Platzbedarfkeiner zusätzlich, ersetzt den Spiegeleigene Wandfläche nötig
Typische Preisspanne der Kategorierund 250 bis 700 Eurorund 150 bis 450 Euro
Aufheizzeit bis zur vollen Abstrahlung8 bis 15 Minuten5 bis 12 Minuten

Die Verspiegelung wirft einen Teil der Infrarotstrahlung nach innen zurück, deshalb liegt die nutzbare Abstrahlung eines Spiegelpanels bei gleicher Anschlussleistung etwas unter der eines Metallpanels. Für die Stromrechnung macht das keinen Unterschied, denn beide setzen dieselbe Wattzahl in Wärme um. Es macht einen Unterschied dafür, wie schnell sich die Wärme anfühlt.

Wer ein Panel als Gestaltungselement sucht, findet Alternativen in unserem Ratgeber zur Infrarotheizung mit Beleuchtung. Im Bad ist die Kombination aus Spiegel und Licht die übliche Lösung, weil sie zwei Wandflächen einspart.

Infrarotheizung Bad mit Handtuchhalter

Die Suche nach einer Infrarotheizung Bad mit Handtuchhalter geht meist von einer falschen Erwartung aus. Ein wassergeführter Badheizkörper trocknet Handtücher, weil das Textil direkt auf dem 45 bis 55 Grad warmen Rohr liegt und die Wärme durch Kontakt in die Fasern geht. Ein Infrarotpanel arbeitet über Strahlung, und ein Handtuch vor der Fläche ist zuerst einmal ein Hindernis.

VarianteWirkung auf das HandtuchVerlust an RaumstrahlungBewertung
Handtuchhalter direkt auf der Panelflächetrocknet, aber langsamje nach Behang 15 bis 25 Prozentfunktioniert, kostet Heizwirkung
Halter seitlich oder unterhalb versetzttrocknet langsam, Handtuch bleibt warmunter 10 Prozentder sinnvollste Kompromiss
Panel plus separater Elektrohandtuchhaltertrocknet zuverlässigkeinerzwei Geräte, dafür je Aufgabe das richtige
Panel ohne Halterkeinekeinermaximale Heizleistung je Watt

Der aufsteckbare Halter selbst ist ein Zubehörteil im Bereich von etwa 25 bis 80 Euro. Achten Sie darauf, dass er nicht zwischen Panel und Wand geklemmt wird, sondern am Rahmen sitzt und einen Abstand von mindestens 2 bis 3 Zentimetern zur heißen Fläche hält. Direkter Kontakt eines dicken Frotteetuchs mit einer 90 Grad heißen Oberfläche führt zu einem Wärmestau, und das ist genau die Situation, für die der Übertemperaturschutz gedacht ist, nicht der Normalfall.

Wenn das Trocknen von Handtüchern Ihr Hauptziel ist, kaufen Sie keinen Handtuchhalter für ein Infrarotpanel. Kaufen Sie einen elektrischen Handtuchtrockner mit 150 bis 400 Watt und dazu ein kleineres Panel für die Raumwärme. Die Aufgabenteilung ist billiger als ein überdimensioniertes Panel, das beides halb erledigt.

Zusatzheizung oder Vollheizung im Bad

Die entscheidende Frage vor dem Kauf lautet nicht, welches Panel, sondern welche Rolle. Als Zusatzheizung ergänzt das Gerät einen vorhandenen Heizkörper und deckt nur die Spitze am Morgen. Als Vollheizung trägt es die gesamte Heizlast des Raums.

KriteriumZusatzheizungVollheizung
Auslegung60 bis 90 W/m²120 bis 200 W/m²
Betriebsstunden je Tag0,5 bis 1,53 bis 6 in der Heizperiode
Stromverbrauch je Heizperiode, 6 m² Badrund 60 bis 150 kWhrund 500 bis 1.100 kWh
Stromkosten je Heizperiode bei 0,35 Euro/kWhrund 20 bis 55 Eurorund 175 bis 385 Euro
Sinnvoll beivorhandener Zentralheizung, träger Badheizkörpersaniertem, kleinem Bad ohne Wasseranschluss
Nicht sinnvoll beigar keiner Grundheizungungedämmtem Altbau mit Außenwänden

Die Zahlen zeigen das ehrliche Bild: Als Zusatzheizung ist Infrarot im Bad fast konkurrenzlos günstig, weil die Nutzung kurz ist. Als Vollheizung im ungedämmten Bad wird es die teuerste Variante, die Sie wählen können, weil eine Kilowattstunde Strom je nach Tarif das Zwei- bis Vierfache einer Kilowattstunde Gas kostet. Wer die Heizlast eines schlecht gedämmten Bads dauerhaft elektrisch deckt, zahlt diesen Faktor jede Stunde mit.

Ein Gegenargument gibt es: den Anschlussaufwand. Ein neuer wassergeführter Heizkörper im Dachgeschossbad ohne Steigleitung kann mehrere Tausend Euro Installationskosten verursachen. In diesem Fall kann Infrarot trotz höherer Betriebskosten über 15 Jahre die günstigere Gesamtlösung sein. Rechnen Sie beide Wege durch, bevor Sie sich festlegen.

Schimmelvermeidung durch warme Oberflächen

Das Bad ist der Raum mit dem höchsten Feuchteeintrag: Eine zehnminütige Dusche gibt je nach Wassertemperatur und Duschkopf etwa 0,5 bis 1,5 Liter Wasser als Dampf an die Raumluft ab. Ob daraus Schimmel wird, entscheidet nicht die Menge, sondern die Frage, ob dieses Wasser irgendwo kondensiert.

Kondensat bildet sich dort, wo die Oberflächentemperatur unter die Taupunkttemperatur der Luft fällt. Genau hier liegt der reale Nutzen von Infrarot im Bad: Die Strahlung erwärmt Fliesen und Wandflächen um 2 bis 5 Kelvin, und damit rutscht die kritische Fläche über den Taupunkt.

RaumluftTaupunkttemperaturKritische WandtemperaturBewertung
20 Grad, 50 % relative Feuchte9,3 Gradunter 12 Gradunkritisch
22 Grad, 60 % relative Feuchte14,0 Gradunter 17 GradWärmebrücken beobachten
24 Grad, 70 % relative Feuchte18,2 Gradunter 21 Gradtypische Badsituation, kritisch
24 Grad, 85 % relative Feuchte21,3 Gradunter 24 Graddirekt nach dem Duschen, Kondensat sicher

Halten Sie als Faustregel einen Abstand von 2 bis 3 Kelvin zwischen Wandoberfläche und Taupunkt ein. Ein Panel, das nur eine Wand bestrahlt, hilft der gegenüberliegenden Ecke nicht. Wenn die Feuchte an einer bestimmten Stelle immer wiederkehrt, messen Sie dort die Oberflächentemperatur, bevor Sie ein größeres Gerät kaufen. Wie weit Infrarot als Maßnahme gegen Schimmel trägt und wo sie endet, behandeln wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Infrarotheizung gegen Schimmel.

Was die Heizung nicht kann: die Feuchtigkeit aus dem Raum entfernen. Nach dem Duschen muss die feuchte Luft raus, über ein Fenster für 5 bis 10 Minuten oder über einen Abluftventilator mit Nachlauf. Eine Infrarotheizung, die im geschlossenen Bad die Temperatur hochhält, erhöht sogar die Wasseraufnahmefähigkeit der Luft und verschiebt das Problem in den nächsten kalten Raum, wenn Sie danach die Tür öffnen.

Stromkosten je Nutzungsstunde

Rechnen Sie mit dem, was Sie wirklich zahlen: Anschlussleistung mal Betriebszeit mal Ihrem Arbeitspreis. Alle Angaben unten gelten für volle Betriebsstunden, also ohne Thermostattaktung.

AnschlussleistungKosten je Stunde bei 0,30 Euro/kWhbei 0,35 Euro/kWhbei 0,40 Euro/kWh
300 W0,09 Euro0,11 Euro0,12 Euro
450 W0,14 Euro0,16 Euro0,18 Euro
600 W0,18 Euro0,21 Euro0,24 Euro
800 W0,24 Euro0,28 Euro0,32 Euro
1.000 W0,30 Euro0,35 Euro0,40 Euro

In der Praxis läuft ein Panel mit Thermostat nach dem Aufheizen nur noch 30 bis 60 Prozent der Zeit. Ein 600-Watt-Gerät, das morgens 45 Minuten für ein warmes Bad sorgt, verbraucht daher ungefähr 0,25 bis 0,35 Kilowattstunden, also rund 0,09 bis 0,14 Euro je Tag. Über eine Heizperiode von 200 Tagen sind das etwa 18 bis 28 Euro. Das ist der Grund, warum die Zusatzrolle im Bad wirtschaftlich funktioniert.

Der größte Hebel ist nicht das Gerät, sondern die Steuerung. Ein einfaches Thermostat mit Wochenprogramm kostet je nach Ausführung rund 40 bis 120 Euro und spart bei kurzer Badnutzung schnell mehr Strom, als eine andere Panelbauform je einbringen könnte. Welche Regelungsarten es gibt und worauf Sie bei Funklösungen achten müssen, steht im Ratgeber zum Thermostat für die Infrarotheizung.

Typische Fehler

1. IP-Schutzart und Schutzbereich nicht geprüft

Der häufigste und teuerste Fehler. Ein Panel mit IP20 gehört nicht in den Bereich über die Dusche, egal wie gut es aussieht. Fragen Sie beim Hersteller nach der Freigabe für den Schutzbereich, wenn das Datenblatt keine klare IPX4-Angabe enthält. Und lassen Sie im Schutzbereich fest anschließen, statt eine Steckdose zu setzen, die dort nicht erlaubt ist.

2. Nach Raumvolumen statt nach Fläche und Dämmstandard dimensioniert

Faustformeln wie "60 Watt je Kubikmeter" führen im Bad regelmäßig zu unterdimensionierten Geräten, weil die Zieltemperatur höher liegt und Außenwände nicht berücksichtigt werden. Rechnen Sie über die Fläche und schlagen Sie für jede Außenwand 10 bis 20 Prozent auf.

3. Das Panel hinter Handtuch, Vorhang oder Regal versteckt

Infrarot wirkt auf Sichtlinie. Was die Strahlung nicht erreicht, wird nicht warm. Ein Panel hinter der geöffneten Tür, hinter einem Duschvorhang oder unter einem Regalbrett verliert einen erheblichen Teil seiner Wirkung, ohne dass die Stromrechnung davon etwas merkt.

4. Auf Lüften verzichtet, weil es jetzt ja warm ist

Warme Luft nimmt mehr Wasser auf, sie entsorgt es aber nicht. Nach jedem Duschen muss die Feuchte aus dem Raum, sonst wandert sie an die nächste kalte Fläche in der Wohnung. Die Heizung verschiebt das Problem, sie löst es nicht.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Spürbare Wärme nach 3 bis 5 Minuten, ideal für die kurze Morgennutzung im Bad
  • Erwärmt Fliesen und Wandflächen direkt und hebt sie über die Taupunkttemperatur
  • Kein Wasseranschluss nötig, damit auch im Dachgeschossbad ohne Steigleitung machbar
  • Als Spiegelheizung kostet sie keine zusätzliche Wandfläche und beschlägt im Betrieb nicht
  • Als Zusatzheizung realistisch rund 20 bis 55 Euro Stromkosten je Heizperiode für ein 6-m²-Bad

✕ Nachteile

  • Im Schutzbereich 1 und 2 nur fest angeschlossen und mit mindestens IPX4 zulässig, Elektrofachkraft nötig
  • Als Vollheizung im ungedämmten Altbaubad die teuerste sinnvolle Variante
  • Trocknet Handtücher nur langsam, ein Handtuchhalter kostet 10 bis 25 Prozent der Raumstrahlung
  • Wirkt nur auf Sichtlinie, verdeckte Flächen und die gegenüberliegende Ecke bleiben kalt
  • Führt keine Feuchtigkeit ab, Lüften oder ein Abluftventilator bleiben Pflicht

Fazit

🏆 Empfehlenswert als Zusatzheizung

Infrarotheizung im Bad: als Zusatzheizung stark, als Vollheizung nur im gedämmten Bad

4.1/ 5

Für die kurze, planbare Nutzung im Bad ist Infrarot die passende Technik: schnell spürbar, ohne Wasseranschluss und mit rund 0,10 bis 0,20 Euro je Nutzung günstig im Betrieb. Entscheidend ist die normgerechte Montage nach VDE 0100-701 mit passender IP-Schutzart, festem Anschluss im Schutzbereich und 30-mA-Fehlerstromschutz.

Legen Sie das Gerät mit 60 bis 90 Watt je Quadratmeter als Zusatzheizung aus oder mit 120 bis 200 Watt je Quadratmeter als Vollheizung, prüfen Sie die Herstellerfreigabe für den Schutzbereich und investieren Sie lieber in ein Thermostat mit Wochenprogramm als in mehr Watt. Für das Trocknen von Handtüchern nehmen Sie ein zweites, kleines Gerät statt eines Halters vor der Abstrahlfläche.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Ist eine Infrarotheizung im Bad überhaupt erlaubt?

Ja, sofern Schutzart und Montageort zum Schutzbereich nach VDE 0100-701 passen. Im Schutzbereich 1, also über Wanne und Dusche, ist ein fest angeschlossenes Gerät mit mindestens IPX4 zulässig, wenn der Hersteller es für diesen Bereich freigibt. Steckdosen sind dort verboten, der Anschluss erfolgt fest über eine Abzweigdose außerhalb des Bereichs. Ein 30-Milliampere-Fehlerstromschutzschalter ist Pflicht.

Welche IP-Schutzart braucht eine Infrarotheizung für Bad?

Außerhalb der Schutzbereiche genügt IP20, im Schutzbereich 2 und im Schutzbereich 1 gilt mindestens IPX4, also Schutz gegen allseitiges Spritzwasser. Wird der Raum mit einem Wasserstrahl gereinigt, etwa in einem öffentlichen Bad, verlangt die Norm IPX5. Im Schutzbereich 0, dem Inneren von Wanne und Duschtasse, sind IPX7 und Schutzkleinspannung bis 12 Volt Wechselspannung nötig, dort gehört keine Heizung hin.

Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung fürs Bad?

Als Zusatzheizung rechnen Sie 60 bis 90 Watt je Quadratmeter Badfläche, als alleinige Vollheizung 120 bis 200 Watt je Quadratmeter, abhängig vom Dämmstandard. Ein saniertes Bad mit 6 Quadratmetern kommt als Vollheizung also auf etwa 700 bis 900 Watt, ein ungedämmtes Altbaubad gleicher Größe auf 1.000 bis 1.200 Watt. Rechnen Sie Außenwände und große Fenster mit einem Zuschlag von 10 bis 20 Prozent.

Was bringt eine Infrarotheizung Bad mit Handtuchhalter?

Sie hält Handtücher trocken und leicht angewärmt, ersetzt aber keinen Badheizkörper mit Handtuchtrocknung. Der Halter liegt vor der Abstrahlfläche und blockiert je nach Bauart 10 bis 20 Prozent der Strahlung in den Raum. Ein feuchtes Handtuch braucht dort mehrere Stunden zum Trocknen, weil Infrarot die Oberfläche erwärmt und nicht wie ein warmer Wasserkörper das Textil durchheizt.

Spiegelheizung oder normales Panel im Bad?

Die Spiegelheizung ist sinnvoll, wenn die Wandfläche knapp ist und Sie den Spiegel ohnehin brauchen. Sie beschlägt im Betrieb nicht, weil die Glasoberfläche über der Taupunkttemperatur liegt. Ihr Nachteil: Glas gibt bei gleicher Fläche und Leistung etwas weniger Strahlung an den Raum ab als ein beschichtetes Metallpanel, und die Oberflächentemperatur ist niedriger. Für die reine Wärmeleistung ist das Panel effizienter.

Reicht eine Infrarotheizung im Bad als Vollheizung?

In einem gedämmten Bad mit maximal 8 Quadratmetern ja, im ungedämmten Altbau meist nicht wirtschaftlich. Als Vollheizung muss das Gerät die gesamte Transmissionslast decken und läuft dann mehrere Stunden täglich. Bei 1.000 Watt und 4 Stunden sind das 4 Kilowattstunden pro Tag, also rund 1,20 bis 1,60 Euro. Über eine Heizperiode summiert sich das auf einen dreistelligen Betrag allein für das Bad.

Hilft eine Infrarotheizung im Bad gegen Schimmel?

Sie hilft, wenn kalte Wandoberflächen die Ursache sind. Infrarot erwärmt die Oberflächen direkt, und sobald die Wandtemperatur 2 bis 3 Kelvin über der Taupunkttemperatur der Raumluft liegt, kondensiert dort kein Wasser mehr. Gegen eine undichte Fuge, aufsteigende Feuchte oder fehlende Lüftung nach dem Duschen hilft sie nicht. Feuchte Luft muss weiterhin raus, entweder über ein Fenster oder einen Lüfter.

Was kostet eine Stunde Infrarotheizung im Bad?

Bei 600 Watt Anschlussleistung und 0,30 bis 0,40 Euro je Kilowattstunde kostet eine volle Betriebsstunde 0,18 bis 0,24 Euro. Mit Thermostat läuft das Gerät nach dem Aufheizen aber nur noch getaktet, meist 30 bis 60 Prozent der Zeit. Realistisch liegen die Kosten für ein warmes Bad am Morgen daher bei rund 0,10 bis 0,20 Euro je Nutzung.

Wohin gehört das Thermostat im Bad?

Außerhalb der Schutzbereiche 0, 1 und 2, also mindestens 60 Zentimeter neben der Duschabtrennung und nicht über der Wanne. Sinnvoll ist ein Funkthermostat mit externem Fühler, dessen Bedienteil an einer trockenen Innenwand sitzt und den Schaltaktor außerhalb des Bads hat. Ein Thermostat mit Wochenprogramm holt bei kurzer Nutzung mehr heraus als jede Leistungsreserve.

Darf ich eine Infrarotheizung im Bad selbst anschließen?

Das Einstecken eines Steckergeräts außerhalb der Schutzbereiche dürfen Sie selbst. Alles, was fest angeschlossen wird oder in Schutzbereich 1 oder 2 montiert ist, gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Sie prüft den 30-Milliampere-Fehlerstromschutzschalter, den zusätzlichen Schutzpotentialausgleich und die Eignung des Geräts für den jeweiligen Bereich und dokumentiert das.

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