Thermostat für die Infrarotheizung: die Regelung entscheidet über die Stromrechnung
Ein Thermostat für die Infrarotheizung ist kein Zubehörteil, sondern das Bauteil, das über die Höhe der Stromrechnung entscheidet. Der Grund ist simpel: Ein Infrarotpanel hat keine Leistungsregelung. Es kennt nur an und aus. Solange Spannung anliegt, gibt es exakt seine Nennleistung ab, ob der Raum nun kühl ist oder längst überheizt.
Bei einer Wasserheizung verzeiht das System Regelfehler, weil Estrich, Wasser und Heizkörper Wärme puffern. Bei Strom kostet jede überflüssige Minute Volllast bares Geld. Dieser Ratgeber zeigt, welche Bauform zu welcher Panelzahl passt, warum 16 A die Anlagengröße begrenzt, was Hysterese und PWM praktisch bedeuten, wie Sie das Gerät korrekt einstellen und welche Regeln im Bad gelten.
Warum die Regelung bei Strom teurer wiegt als bei Wasser
Ein Infrarotpanel ist elektrisch betrachtet ein Widerstand. Es gibt keine Modulation, keine Teillast, keine Vorlauftemperatur. Liegt Spannung an, fließt der Nennstrom und die volle Nennleistung geht als Wärme in den Raum. Ein 800-W-Panel verbraucht in jeder Betriebsstunde 0,8 kWh, ob der Raum nun 18 oder 24 Grad hat.
Genau darin liegt der Unterschied zur Wasserheizung. Ein Heizkörper mit 60 Grad Vorlauf gibt bei steigender Raumtemperatur von selbst weniger ab, weil die Temperaturdifferenz sinkt. Das Panel tut das nicht. Ohne Thermostat regelt der Mensch, und der Mensch regelt schlecht: Er merkt eine Überheizung erst, wenn sie unangenehm wird, also bei etwa 2 K über dem Wohlfühlwert.
| Rechenbeispiel, Raum 20 m² | Annahme | Jahresverbrauch | Kosten bei 0,35 €/kWh |
|---|---|---|---|
| Heizlast | 60 W/m², also 1.200 W Panelleistung | Auslegung | Auslegung |
| Sollwert 21 Grad, geregelt | rund 1.600 Volllaststunden | 1.920 kWh | rund 672 € |
| Sollwert 22 Grad | je Grad 5 bis 8 % mehr | 2.020 bis 2.070 kWh | 707 bis 725 € |
| Sollwert 23 Grad | zwei Grad über Bedarf | 2.120 bis 2.230 kWh | 742 bis 781 € |
| Absenkung auf 20 Grad tagsüber ungenutzt | je Grad 5 bis 8 % weniger | 1.770 bis 1.825 kWh | 620 bis 639 € |
Die Spanne zwischen sorgfältig und lieblos geregelt liegt in diesem Beispiel bei rund 150 Euro pro Raum und Heizsaison. Ein digitales Thermostat für 15 bis 40 Euro amortisiert sich damit in der ersten Saison. Die 5 bis 8 Prozent je Kelvin sind eine Faustformel und keine Konstante: In gut gedämmten Räumen liegt der Wert eher am oberen Ende, weil der Grundverlust klein ist und jedes Grad relativ stärker durchschlägt.
Wie hoch der reale Verbrauch Ihrer Panels ist, sollten Sie in der ersten Saison messen statt schätzen. Ein Zwischenzähler zwischen Steckdose und Thermostat liefert dafür belastbare Zahlen, die passenden Geräte vergleichen wir im Ratgeber zu Strommessgeräten.
Steckdosenthermostat, Wandthermostat oder Unterputz
Drei Bauformen decken praktisch alle Fälle ab. Sie unterscheiden sich weniger in der Regelqualität als im Messpunkt und in der schaltbaren Leistung, und genau daran scheitern die meisten Installationen.
Steckdosenthermostat
Der Klassiker im Lieferumfang. Es wird zwischen Steckdose und Panelstecker gesteckt, ist sofort einsatzbereit und kostet 15 bis 40 Euro. Der Nachteil steckt in der Physik des Aufstellorts: Eine Steckdose sitzt typisch 30 cm über dem Boden. Dort ist die Luft in einem Raum mit Strahlungsheizung rund 0,5 bis 1,5 K kühler als auf Sitzhöhe. Das Thermostat regelt also auf einen zu niedrigen Messwert und heizt den Raum systematisch über den Sollwert.
Wandthermostat als Aufputzvariante
Ein Aufputzthermostat wird auf 1,5 m Höhe an eine Innenwand gesetzt, in Sichtweite, aber nicht gegenüber dem Panel. Der Messpunkt ist deutlich repräsentativer. Bei Steckdosenpanels braucht es dafür entweder einen Funkempfänger oder eine geschaltete Zuleitung. Preisrahmen: 30 bis 90 Euro.
Unterputzthermostat
Die sauberste Lösung bei fest angeschlossenen Panels, etwa bei Deckenmontage oder im Bad. Es braucht eine tiefe Gerätedose, meist 60 mm Durchmesser und mindestens 40 mm Einbautiefe, sowie eine geschaltete Leitung zum Panel. Der Einbau ist Elektrikerarbeit. Preisrahmen: 60 bis 150 Euro, plus Installation.
| Bauform | Schaltbare Last | Panels bei 600 W | Typische Ersparnis gegenüber ungeregelt | Passt zu |
|---|---|---|---|---|
| Kein Thermostat, nur Schalter | - | - | Referenz, 0 % | kurzzeitig genutzte Nebenräume |
| Steckdosenthermostat, mechanisch | 10 bis 16 A | 3 bis 6 | etwa 10 bis 20 % | Werkstatt, Keller, Übergangslösung |
| Steckdosenthermostat, digital mit Wochenprogramm | meist 16 A | bis 6 | etwa 20 bis 30 % | ein Panel je Raum, Mietwohnung |
| Wandthermostat Aufputz | 16 A | bis 6 | etwa 25 bis 35 % | mehrere Panels, Wohn- und Schlafraum |
| Unterputzthermostat | 16 A, je nach Modell 13 A | 4 bis 6 | etwa 25 bis 35 % | Festanschluss, Bad, Neubau |
| Funk- oder Smart-Thermostat mit Präsenz und Fensterkontakt | Empfänger begrenzt, oft 10 bis 16 A | 3 bis 6 | etwa 30 bis 40 % | Homeoffice, unregelmäßige Nutzung |
Die Prozentwerte sind Bandbreiten aus Auslegungsrechnungen und Erfahrungswerten, keine Messwerte aus einem einzelnen Objekt. Der größte Sprung liegt immer zwischen ungeregelt und irgendeiner Regelung. Der Unterschied zwischen einem guten Wandthermostat und einer smarten Lösung ist dagegen klein, sobald die Nutzung ohnehin regelmäßig ist.
Schaltleistung: 16 A, 3.600 W und wie viele Panels
Die Angabe „16 A“ auf dem Typenschild ist die harte Grenze der Anlage. Bei 230 V Netzspannung ergibt sich daraus eine schaltbare Leistung von 16 × 230 = 3.680 W. Diese Zahl gilt für ohmsche Last, und ein Infrarotpanel ist eine reine ohmsche Last, insofern passt die Angabe hier ausnahmsweise ohne Abschlag.
| Schaltvermögen | Leistung bei 230 V | Empfohlene Belegung mit 10 % Reserve | Panels zu 600 W | Panels zu 900 W |
|---|---|---|---|---|
| 10 A | 2.300 W | bis 2.070 W | 3 | 2 |
| 13 A | 2.990 W | bis 2.690 W | 4 | 2 |
| 16 A | 3.680 W | bis 3.300 W | 5 | 3 |
| 2 x 16 A, zwei Thermostate | 7.360 W | bis 6.600 W | 11 | 7 |
Zwei Dinge werden dabei regelmäßig übersehen. Erstens: Nicht nur das Thermostat begrenzt, sondern auch der Stromkreis dahinter. Ein üblicher Steckdosenstromkreis mit B16-Automat und 1,5 mm² Leitung trägt ebenfalls nur 16 A, und daran hängen in der Regel weitere Verbraucher. Wer drei Panels und einen Wasserkocher am selben Kreis betreibt, löst den Automaten aus. Ab etwa 2.000 W fest installierter Heizleistung gehört ein eigener Stromkreis dazu.
Zweitens: Die Panels dürfen nicht in Reihe über mehrere Steckdosenthermostate gekaskadiert werden, um die Grenze zu umgehen. Wenn mehrere Panels gemeinsam geregelt werden sollen, führt der Weg über ein Thermostat, das ein Lastrelais oder Schütz im Verteiler ansteuert. Das Thermostat schaltet dann nur noch die Steuerspannung, das Schütz die Heizlast. Diese Lösung ist bei Anlagen ab etwa 4 kW, also einem größeren Wohnraum mit mehreren Flächen, der Normalfall. Wie sich die Leistung sinnvoll auf Flächen verteilt, zeigen wir am Beispiel der Infrarotheizung als Bildmotiv und beim Infrarot-Standgerät.
Relais oder Triac, Hysterese, PWM und PID
Wie geschaltet wird
Im Thermostat sitzt entweder ein elektromechanisches Relais oder ein Halbleiterschalter, meist ein Triac. Der Unterschied ist im Betrieb sofort hörbar.
- Relais: trennt galvanisch, schaltet die volle Last, klickt hörbar. Die Lebensdauer wird meist mit rund 100.000 Schaltspielen angegeben. Bei sechs Schaltungen pro Stunde und zwölf Betriebsstunden am Tag über 180 Heiztage sind das etwa 13.000 Schaltspiele im Jahr, also gut sieben Jahre.
- Triac oder Halbleiterrelais: lautlos, praktisch verschleißfrei, dafür mit Verlustleistung und Kühlbedarf. Der Laststrom ist häufig auf 10 bis 16 A begrenzt, und im ausgeschalteten Zustand bleibt ein kleiner Reststrom, das Panel ist also nicht sicher spannungsfrei. Für Arbeiten am Panel gehört daher immer die Sicherung heraus.
Hysterese: warum 0,3 K besser ist als 1 K
Die Hysterese ist die Schaltspanne um den Sollwert. Bei einem einfachen Zweipunktregler mit 1 K schaltet das Panel bei 21,5 Grad ab und bei 20,5 Grad wieder ein. Bei einer Wasserheizung fällt das kaum auf, weil der warme Heizkörper nach dem Abschalten noch eine halbe Stunde weiter abstrahlt.
Bei Infrarot ist das anders: Die Strahlung endet in dem Moment, in dem die Oberfläche abkühlt, und das dauert bei einem dünnen Panel wenige Minuten. Nutzer beschreiben das als ständiges Wechseln zwischen „warm im Gesicht“ und „kühl“. Eine Hysterese von 0,3 K glättet diesen Effekt spürbar.
| Regelart | Temperaturschwankung | Schaltspiele je Stunde | Empfinden bei Strahlungswärme |
|---|---|---|---|
| Bimetall, mechanisch | 1 bis 2 K | 1 bis 2 | deutlich spürbares An und Aus |
| Zweipunkt digital, 1,0 K | rund 1 K | 2 bis 3 | merklich, im Sitzen störend |
| Zweipunkt digital, 0,3 K | rund 0,3 K | 5 bis 8 | gleichmäßig, kaum wahrnehmbar |
| PWM mit 10 bis 20 Minuten Zykluszeit | 0,2 bis 0,4 K | 3 bis 6 | gleichmäßig, planbare mittlere Leistung |
| PID mit Selbstlernfunktion | unter 0,3 K | 3 bis 6 | am gleichmäßigsten, kein Überschwingen |
PWM heißt Pulsweitenmodulation: Das Thermostat teilt die Zeit in Zyklen von 10 bis 20 Minuten und schaltet das Panel innerhalb eines Zyklus für einen berechneten Anteil ein. Bei 40 Prozent Einschaltdauer gibt ein 800-W-Panel im Mittel 320 W ab. Damit lässt sich eine Teillast nachbilden, die die Hardware selbst nicht kann. Ein PID-Regler ergänzt das um einen Integral- und einen Differenzialanteil und vermeidet damit das typische Überschwingen nach dem Aufheizen. Für einen Wohnraum ist der Unterschied zwischen guter PWM-Regelung und PID klein, für ein Bad mit kurzer Nutzungsspitze ist PID die bessere Wahl.
Der Messpunkt: Luft messen, Strahlung spüren
Jedes handelsübliche Raumthermostat misst Lufttemperatur. Die Wärme einer Infrarotheizung wirkt aber zuerst auf Flächen: Wand, Boden, Möbel und Haut. Erst über diese Flächen wird die Luft erwärmt. Die Folge ist eine Abweichung zwischen Anzeige und Empfinden.
Physikalisch beschreibt das die operative Temperatur, näherungsweise der Mittelwert aus Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur der Umschließungsflächen. Liegen die Wandflächen 2 K über der Luft, ist die operative Temperatur rund 1 K höher als der Messwert. In der Praxis fühlen sich Räume mit Infrarotheizung deshalb bei 20 Grad Lufttemperatur ähnlich an wie ein konvektiv beheizter Raum bei 21 bis 22 Grad.
Das ist der eigentliche Spareffekt der Technik, und er verpufft, wenn Sie den Sollwert einfach auf den gewohnten Wert setzen. Beginnen Sie bei 20 Grad und erhöhen Sie in Schritten von 0,5 K, bis es passt. Jeder nicht benötigte Kelvin kostet 5 bis 8 Prozent.
Externe Fühler für Boden und Wand
Viele Wand- und Unterputzthermostate haben einen Anschluss für einen externen NTC-Fühler, meist 10 kΩ, mit 2 bis 3 m Leitung. Drei Betriebsarten sind üblich:
- Nur Raumfühler: Standard bei Panels an Wand oder Decke.
- Nur externer Fühler: sinnvoll, wenn das Thermostat an einem ungünstigen Ort sitzt, etwa neben der Tür im Zugbereich.
- Raumfühler mit Begrenzung durch den externen Fühler: die richtige Wahl bei zusätzlicher Fußbodentemperierung. Der Bodenfühler begrenzt die Oberfläche dann auf 27 bis 29 Grad, wie es die Verlegehinweise für Parkett und die Empfehlungen zur Fußbodenoberfläche vorsehen.
Ein häufiger Fehler ist die Montage des Thermostats an der Wand direkt gegenüber dem Panel. Der Fühler sieht dann die Strahlung mit, meldet zu früh „warm“ und der Raum bleibt kühl. Der Platz an einer Innenwand, seitlich versetzt, ohne Vorhang und ohne Schrank davor, liefert die brauchbarsten Werte.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise, sondern Preisspannen für die jeweilige Geräteklasse. Eingriffe an fest angeschlossenen Geräten, an Gerätedosen und im Verteiler sind Arbeiten an der festen elektrischen Anlage und gehören in die Hand einer eingetragenen Elektrofachkraft.
Wochenprogramm, Nachtabsenkung und Thermostat einstellen
Was ein Wochenprogramm tatsächlich bringt
Ein Wochenprogramm mit vier bis sechs Schaltzeiten pro Tag ist bei Elektroheizung wertvoller als bei jeder anderen Technik, weil ungenutzte Volllaststunden hier direkt Geld kosten. Sinnvoll sind getrennte Profile für Werktag und Wochenende sowie ein eigenes Profil für das Bad, das nur morgens und abends je 60 bis 90 Minuten anhebt.
Nachtabsenkung: bei Infrarot mit Augenmaß
Bei einer Wasserheizung mit Estrich schwingt das System nach der Absenkung langsam aus, die gespeicherte Wärme trägt die ersten Stunden. Bei Infrarot gibt es diesen Puffer nicht. Das Panel ist Sekunden nach dem Abschalten aus dem Spiel, und die Wärme steckt nur noch in den Raumumschließungsflächen, die über Stunden auskühlen.
Rechnerisch spart die Absenkung trotzdem, weil der Transmissionsverlust proportional zur Temperaturdifferenz sinkt. Der Haken liegt beim Wiederaufheizen: Weil das Panel keine Reserve hat, läuft es dafür mit voller Nennleistung, und zwar bei einer Absenkung um 4 bis 5 K für rund 60 bis 90 Minuten. Die Bilanz bleibt meist knapp positiv, der Komfortverlust am Morgen ist es dagegen nicht wert.
| Absenkung über 8 Stunden | Ersparnis in der Absenkphase | Aufheizzeit morgens | Netto sinnvoll? |
|---|---|---|---|
| 0 K, durchgehend 21 Grad | Referenz | keine | Referenz |
| 1 bis 2 K auf 19 bis 20 Grad | etwa 5 bis 15 % der Nachtenergie | 15 bis 30 Minuten | ja, klar |
| 3 K auf 18 Grad | etwa 15 bis 25 % | 30 bis 60 Minuten | ja, wenn der Raum nachts leer ist |
| 5 K auf 16 Grad | etwa 25 bis 40 % | 60 bis 90 Minuten Volllast | grenzwertig, Aufheizspitze frisst den Vorteil |
| Aus, nur Frostschutz 7 Grad | hoch | mehrere Stunden | nur für Räume, die tagelang leer stehen |
In Räumen mit Feuchteproblem gilt eine zusätzliche Regel: Absenken Sie nicht unter 16 Grad, sonst fällt die Wandoberflächentemperatur an Wärmebrücken unter den Taupunkt. Warum Strahlungswärme trotzdem ein Mittel gegen Feuchte an kalten Flächen sein kann, erklärt der Beitrag Infrarotheizung gegen Schimmel.
Thermostat einstellen: die Bedienungsanleitung in Kurzform
Fast alle digitalen Thermostate, ob als Steckdosen- oder Wandvariante, folgen derselben Logik. Diese Reihenfolge führt am schnellsten zum Ziel:
- 1. Uhrzeit und Wochentag setzen. Ohne korrekte Zeit läuft das Wochenprogramm um Stunden versetzt. Nach jedem Stromausfall ohne Pufferbatterie prüfen.
- 2. Betriebsart wählen. Handbetrieb hält einen festen Sollwert, Automatik folgt dem Programm, Frostschutz hält 5 bis 7 Grad. Im Display steht dafür meist ein Hand- und ein Uhrsymbol.
- 3. Komforttemperatur festlegen. Beginnen Sie mit 20 Grad, nicht mit 23 Grad.
- 4. Absenktemperatur festlegen. 1 bis 2 K unter Komfort, in Schlafräumen gern 18 Grad.
- 5. Schaltzeiten eintragen. Erst Werktage als Block, dann Wochenende getrennt.
- 6. Fühler abgleichen. Legen Sie ein Referenzthermometer für 30 Minuten neben das Thermostat und korrigieren Sie die Abweichung über den Offset, meist im Bereich von minus 5 bis plus 5 K.
- 7. Hysterese prüfen. Falls einstellbar, auf 0,3 bis 0,5 K setzen.
- 8. Tastensperre aktivieren, wenn Kinder im Haushalt sind oder das Gerät im Flur hängt.
Steckdosenthermostat aus dem Lieferumfang, etwa bei Bringer-Panels
Die Steckdosenthermostate, die vielen Infrarotheizungen beiliegen, kommen häufig aus denselben OEM-Fertigungen und unterscheiden sich vor allem im Aufdruck. Typisch ist: Das Display zeigt im Ruhezustand die gemessene Raumtemperatur, der Sollwert erscheint erst nach einem Tastendruck, und eine Modus-Taste wechselt zwischen Hand, Automatik und Aus. Wer den Anzeigewert für den Sollwert hält, verstellt oft minutenlang nichts.
Weil Tastenbeschriftung und Menüreihenfolge zwischen Chargen wechseln, ist die beigelegte Bedienungsanleitung maßgeblich, nicht ein Video zu einem ähnlich aussehenden Gerät. Fehlt sie, hilft die Modellbezeichnung auf der Gehäuserückseite weiter. Und noch ein Punkt, der in keiner Anleitung steht: Prüfen Sie, ob das Gerät nach einem Stromausfall in den letzten Zustand zurückkehrt oder ausgeschaltet bleibt. Bei einer Heizung in einer Ferienwohnung ist das der Unterschied zwischen frostfrei und Wasserschaden.
Funkthermostat, Zigbee, Matter und der Offline-Fall
Funkthermostate auf 433 und 868 MHz
Ein Funkset besteht aus einem Sender, der an einer beliebigen Wand hängt, und einem Empfänger, der zwischen Steckdose und Panel sitzt oder fest verdrahtet wird. Der Vorteil liegt im freien Messpunkt ohne Leitungsverlegung, der Preisrahmen bei 50 bis 120 Euro. Bewährt haben sich Systeme auf 868 MHz, weil dieses Band in Gebäuden weniger belegt ist als 433 MHz.
Die typischen Ausfallmuster sollten Sie vor dem Kauf kennen:
- Verlorenes Pairing nach Stromausfall. Manche Empfänger verlieren die Zuordnung, wenn sie länger spannungslos waren, und müssen neu angelernt werden.
- Undefiniertes Verhalten bei Funkabriss. Ein guter Empfänger schaltet ab, wenn er 30 bis 60 Minuten kein Telegramm empfangen hat. Ein schlechter behält den letzten Zustand bei, im ungünstigen Fall dauerhaft „ein“.
- Leere Batterie im Sender. Ohne Warnung im Display fällt es erst auf, wenn der Raum kalt bleibt oder überheizt.
- Mehrere Empfänger auf einem Kanal. Praktisch, wenn gewollt, ärgerlich, wenn der Nachbarraum mitschaltet.
Zigbee, Matter oder WLAN
| Protokoll | Braucht Hub | Programm lokal gespeichert | Funktion ohne Internet | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Zigbee 3.0 | ja, Koordinator oder Bridge | ja, in der Regel | vollständig | stromsparend, vermascht, herstellerübergreifend |
| Matter über Thread | ja, Border Router | ja | vollständig, lokale Steuerung vorgesehen | jüngstes Ökosystem, Gerätauswahl noch begrenzt |
| Matter über WLAN | nein, aber Steuerzentrale sinnvoll | ja | lokal möglich | höherer Standby als Zigbee und Thread |
| WLAN mit Hersteller-Cloud | nein | modellabhängig | eingeschränkt bis gar nicht | App-Abhängigkeit, Risiko bei Abschaltung des Dienstes |
Für eine Heizung ist die Offline-Frage keine Nebensache. Fällt der Router aus, während Sie im Urlaub sind, muss das Thermostat sein Programm weiter abarbeiten und mindestens den Frostschutz halten. Prüfen Sie deshalb im Datenblatt zwei Punkte: Wird das Zeitprogramm im Gerät gespeichert, und was passiert beim Verlust der Verbindung. Steht dazu nichts, ist das ein Argument gegen das Gerät.
Der Eigenverbrauch der Elektronik ist überschaubar, aber nicht null: 0,5 bis 1 W Standby ergeben über das Jahr 4 bis 9 kWh, also 1,50 bis 3 Euro. Das ist gegenüber der Heizenergie irrelevant und kein Argument gegen ein smartes Gerät.
Bad und Feuchtraum: DIN VDE 0100-701
Im Bad gilt DIN VDE 0100-701 mit ihrer Einteilung in Bereiche. Diese Einteilung entscheidet, wo ein Thermostat sitzen darf und wo nicht, und sie ist nicht verhandelbar.
| Bereich | Abgrenzung | Steckdose oder Netzschalter zulässig? | Anforderung an das Panel |
|---|---|---|---|
| Bereich 0 | Innenraum von Wanne und Duschtasse | nein | nur Kleinspannung, praktisch kein Panel |
| Bereich 1 | über Wanne oder Dusche bis 2,25 m Höhe | nein | Festanschluss, mindestens IPX4, geeignete Bauart |
| Bereich 2 | 0,60 m seitlich um Bereich 1 | nein, Ausnahme Rasiersteckdose mit Trenntrafo | Festanschluss, mindestens IPX4 |
| Außerhalb der Bereiche | übriger Raum | ja | hier gehört das Thermostat hin, typisch neben die Tür |
Dazu kommen zwei Punkte, die unabhängig vom Bereich gelten. Alle Stromkreise im Badezimmer müssen über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit 30 mA Bemessungsdifferenzstrom laufen, und der Potentialausgleich muss vorhanden sein. Ein Infrarotpanel im Bad wird deshalb fest angeschlossen, nicht über einen Schuko-Stecker betrieben, und das zugehörige Thermostat sitzt außerhalb der Bereiche 0 bis 2 oder gleich außerhalb des Raums. Ein externer Fühler kann dann die Temperatur dort messen, wo sie relevant ist.
Wer für ein Bad plant, sollte außerdem den Nutzungsrhythmus abbilden: zwei kurze Anhebungen am Tag statt Dauerbetrieb, mit Vorlaufzeit von 30 bis 45 Minuten. Ein PID-Regler trifft die Zieltemperatur dabei am zuverlässigsten, weil er nicht überschwingt.
Typische Fehler
1. Das Steckdosenthermostat bleibt in der Bodensteckdose
Auf 30 cm Höhe misst der Fühler in einem strahlungsbeheizten Raum 0,5 bis 1,5 K zu wenig. Das Panel heizt entsprechend über den Sollwert hinaus, dauerhaft und unbemerkt. Ein Verlängerungskabel, das das Thermostat auf Tischhöhe bringt, oder gleich ein Wandthermostat lösen das Problem.
2. Der Sollwert wird auf den gewohnten Wert der Wasserheizung gesetzt
Wer von 22 Grad kommt und bei Infrarot wieder 22 Grad einstellt, verschenkt den Vorteil der Strahlungswärme. Die operative Temperatur liegt dann rund 1 K über dem früheren Empfinden, bezahlt wird das mit 5 bis 8 Prozent Mehrverbrauch.
3. Zu viele Panels an einem Thermostat
Vier Panels zu 1.000 W sind 4.000 W und liegen über den 3.680 W, die ein 16-A-Kontakt schaltet. Das Ergebnis sind verschweißte Relaiskontakte und im ungünstigen Fall ein Panel, das nicht mehr abschaltet. Ab etwa 3.300 W gehört ein Schütz im Verteiler dazwischen.
4. Regelung und Fensterlüftung ignorieren einander
Ohne Fensterkontakt oder Fensteroffen-Erkennung heizt das Panel beim Stoßlüften mit voller Leistung gegen die geöffnete Fensterfläche. Zehn Minuten Volllast eines 1.200-W-Panels sind 0,2 kWh, jeden Tag, in jedem Raum. Fast alle digitalen Thermostate haben eine Erkennung über den Temperaturabfall, sie ist nur oft ab Werk deaktiviert.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Größter Einzelhebel auf die Betriebskosten einer Elektroheizung, 20 bis 35 Prozent gegenüber ungeregeltem Betrieb sind realistisch
- Digitale Geräte mit 0,3 K Hysterese oder PWM machen Strahlungswärme spürbar gleichmäßiger
- Wochenprogramm bildet den Nutzungsrhythmus ab, gerade im Bad mit zwei kurzen Anhebungen
- Externe Fühler ermöglichen einen sinnvollen Messpunkt auch bei ungünstiger Gerätelage
- Anschaffung von 15 bis 150 Euro, die sich in einem regelmäßig beheizten Raum meist in der ersten Saison amortisiert
✕ Nachteile
- Ein 16-A-Kontakt begrenzt die Anlage auf rund 3.600 W, darüber braucht es ein Schütz im Verteiler
- Relaisgeräte klicken hörbar, was im Schlafzimmer stört, Triac-Geräte trennen dafür nicht galvanisch
- Steckdosenthermostate messen zu tief und regeln dadurch systematisch zu warm
- Funklösungen können Pairing verlieren, leere Senderbatterien fallen erst am kalten Raum auf
- Reine Cloud-WLAN-Geräte verlieren bei Internetausfall je nach Modell Programm und Fernsteuerung
Fazit
Thermostat für die Infrarotheizung: das billigste Bauteil mit der größten Wirkung
Ein Infrarotpanel ohne Thermostat ist ein Heizlüfter ohne Regler. Ein digitales Gerät mit 0,3 K Hysterese oder PWM, montiert auf 1,5 m Höhe an einer Innenwand, senkt den Verbrauch in einem normal genutzten Raum um 20 bis 35 Prozent und macht die Wärme gleichzeitig angenehmer.
Prüfen Sie vor dem Kauf drei Zahlen: das Schaltvermögen in Ampere gegen die Summe Ihrer Panelleistungen, die einstellbare Hysterese und den Ort, an dem gemessen wird. Wer mehr als 3.300 W anschließen will, plant ein Schütz ein. Im Bad gilt zusätzlich DIN VDE 0100-701, dort gehört die Installation in die Hand einer Elektrofachkraft.
Weiterführende Links und Quellen
- Infrarotheizung mit Bild, Infrarotheizung als Standgerät, Infrarotheizung gegen Schimmel, Elektroheizung mit Wärmespeicher, Strommessgeräte im Vergleich
- DIN VDE 0100-701, Errichten von Niederspannungsanlagen, Räume mit Badewanne oder Dusche, Einteilung in die Bereiche 0 bis 2
- DIN VDE 0100-410, Schutz gegen elektrischen Schlag, Anforderung an Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen mit 30 mA
- VDE, Normenwerk und Erläuterungen zu Elektroinstallationen im Wohnbereich
- Umweltbundesamt, Hinweise zu Raumtemperatur, Lüftung und Energiebedarf im Wohngebäude
- DIN EN ISO 7730, Bewertung des Behaglichkeitsempfindens, Grundlage der operativen Temperatur und der Strahlungsasymmetrie
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Braucht eine Infrarotheizung zwingend ein Thermostat?
Ja, praktisch immer. Ein Panel ohne Regelung gibt permanent seine Nennleistung ab und heizt den Raum über den Sollwert hinaus. Nur in Räumen, die Sie gezielt für 20 bis 30 Minuten aufwärmen und danach von Hand abschalten, etwa im Hobbykeller, ist der Verzicht vertretbar. In jedem dauerhaft genutzten Raum ist das Thermostat die Investition mit dem kürzesten Rücklauf.
Welches Thermostat für Infrarotheizung ist das richtige?
Für ein einzelnes Panel bis 2.000 W genügt ein digitales Steckdosenthermostat mit Wochenprogramm. Sobald zwei oder mehr Panels in einem Raum hängen oder die Steckdose ungünstig tief sitzt, ist ein Wandthermostat auf 1,5 m Höhe klar überlegen. Bei fest angeschlossenen Panels und im Bad gehört ein Unterputzthermostat in eine tiefe Gerätedose, gesetzt vom Elektriker.
Wie viele Infrarotheizungen darf ich an ein Thermostat hängen?
Die Grenze ist die Schaltleistung. Ein 16-A-Thermostat schaltet bei 230 V rund 3.680 W ohmsche Last, das sind etwa sechs Panels zu 600 W oder vier Panels zu 800 W. Rechnen Sie 10 Prozent Reserve ein und bleiben Sie unter 3.300 W. Der Stromkreis dahinter muss die Last ebenfalls tragen, also ein eigener Kreis mit B16-Automat.
Was bedeutet Hysterese beim Thermostat der Infrarotheizung?
Die Hysterese ist die Spanne zwischen Ausschalt- und Wiedereinschaltpunkt. Bei 1 K schaltet das Gerät bei 21,5 Grad ab und bei 20,5 Grad wieder ein. Bei Strahlungswärme spüren Sie diesen Wechsel sofort, weil die Strahlung in dem Moment endet, in dem das Panel stromlos wird. 0,3 K fühlt sich deshalb spürbar gleichmäßiger an, erzeugt aber mehr Schaltspiele.
Wie stelle ich das Thermostat der Infrarotheizung ein?
In dieser Reihenfolge: erst Uhrzeit und Wochentag, dann Komfort- und Absenktemperatur, dann die Schaltzeiten, zuletzt der Fühlerabgleich. Setzen Sie den Komfortwert zunächst auf 20 Grad und tasten Sie sich in Schritten von 0,5 K nach oben. Ein zu hoch gewählter Startwert kostet je Grad rund 5 bis 8 Prozent Energie, ohne dass Sie es merken.
Wie funktioniert bei einer Bringer Infrarotheizung das Thermostat einstellen?
Die beiliegenden Steckdosenthermostate vieler Anbieter stammen von denselben OEM-Herstellern und folgen demselben Muster: Das Display zeigt im Ruhezustand die gemessene Raumtemperatur, der Sollwert erscheint erst nach einem Tastendruck. Eine Modus-Taste schaltet zwischen Handbetrieb, Automatik und Frostschutz. Da die Tastenbeschriftung je Charge wechselt, gilt im Zweifel die beiliegende Bedienungsanleitung, nicht ein Video zu einem ähnlich aussehenden Gerät.
Warum klickt mein Thermostat hörbar?
Weil es ein mechanisches Relais nutzt. Das Klicken ist normal und unbedenklich, im Schlafzimmer aber störend. Thermostate mit Triac oder Halbleiterrelais schalten lautlos, sind dafür meist auf 10 bis 16 A begrenzt, brauchen Kühlung und trennen das Panel nicht galvanisch vom Netz. Für den Schlafbereich ist ein Triac-Gerät oder ein Relaisgerät außerhalb des Raums die bessere Wahl.
Lohnt sich eine Nachtabsenkung bei einer Infrarotheizung?
Nur in Maßen. Eine Absenkung um 1 bis 2 K über acht Stunden spart real Energie, weil der Transmissionsverlust mit der Temperaturdifferenz sinkt. Eine tiefe Absenkung um 4 oder 5 K bringt dagegen wenig, weil die ausgekühlten Wandflächen morgens wieder aufgeheizt werden müssen und das Panel dafür 60 bis 90 Minuten mit voller Leistung läuft.
Darf ein Thermostat für die Infrarotheizung ins Badezimmer?
Nicht in die Bereiche 0, 1 und 2 nach DIN VDE 0100-701. Bereich 1 reicht bis 2,25 m Höhe über der Wanne oder Dusche, Bereich 2 zusätzlich 0,60 m seitlich. Dort sind netzgespeiste Schalter und Steckdosen unzulässig. Setzen Sie das Thermostat außerhalb dieser Bereiche, typisch neben die Tür, und lassen Sie das Panel fest anschließen.
Funktioniert ein smartes Thermostat auch ohne Internet?
Das hängt vom Protokoll ab. Zigbee- und Matter-Geräte behalten Sollwert und Wochenprogramm lokal im Gerät und heizen bei Ausfall der Internetverbindung weiter. Reine WLAN-Cloud-Thermostate verlieren je nach Modell die Fernsteuerung, teils auch die Zeitschaltung. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Programm im Gerät gespeichert wird und ob das Panel bei Funkausfall definiert abschaltet.