KLIMAANLAGE

Klimaanlage heizen: so betreiben Sie den Wärmepumpenmodus richtig

Split-Klimagerät im Wohnzimmer im Heizbetrieb mit nach unten gerichteten Lamellen
Im Heizbetrieb gehören die Lamellen nach unten, nicht waagerecht, Foto: Pexels

Mit einer Klimaanlage heizen funktioniert technisch hervorragend, im Alltag aber nur, wenn die Bedienung stimmt. Dieselbe Anlage liefert je nach Lamellenstellung, Lüfterstufe und Betriebsart entweder gleichmäßige Wärme für 10 Cent je Kilowattstunde oder einen zugigen Warmluftstrom unter der Decke, der doppelt so viel kostet.

Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich den Betrieb: Wie der Wärmepumpenmodus arbeitet, welche Einstellungen im Winter das Gegenteil des Sommerbetriebs sind, welcher COP bei welcher Außentemperatur realistisch bleibt, warum das Gerät regelmäßig für ein paar Minuten kalt bläst und was am Außengerät bei Frost passiert. Welches Gerät Sie überhaupt kaufen sollten, klärt unser Ratgeber zur Klimaanlage mit Heizung.

Wärmepumpenmodus: was beim Heizen im Gerät passiert

Wenn Sie eine Klimaanlage heizen lassen, ändert sich physikalisch nur eine Sache: die Fließrichtung des Kältemittels. Ein Vier-Wege-Ventil hinter dem Verdichter dreht den Kreislauf um. Das Außengerät, das im Sommer Wärme abgibt, entzieht sie nun der Außenluft. Das Innengerät, das im Sommer kühlt, gibt jetzt Wärme an den Raum ab. Genau deshalb ist jede Split-Anlage mit Heizfunktion nichts anderes als eine Luft-Luft-Wärmepumpe.

Auf der Fernbedienung heißt diese Betriebsart je nach Hersteller HEAT, Wärmepumpe oder trägt ein Sonnensymbol. Wichtig ist, sie fest zu wählen. Der scheinbar bequeme AUTO-Modus überlässt der Steuerung die Entscheidung und lässt das Gerät in der Übergangszeit zwischen Heizen und Kühlen hin und her springen, was Energie kostet und die Raumtemperatur pendeln lässt.

Zwei Punkte unterscheiden den Heizbetrieb spürbar vom Kühlbetrieb. Erstens braucht das Gerät nach dem Einschalten 2 bis 4 Minuten Vorlauf, bis der Wärmetauscher warm ist. In dieser Zeit bleibt der Innenlüfter bei guten Geräten aus, damit kein kalter Luftstrom entsteht. Zweitens läuft im Winter regelmäßig ein Abtauzyklus, den es im Sommer nicht gibt. Beides gehört zum normalen Betrieb.

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Klimaanlage heizen und kühlen: die Einstellungen unterscheiden sich

Der häufigste Bedienfehler ist, die Sommereinstellung im Winter stehen zu lassen. Kalte Luft ist dichter und sinkt von selbst nach unten, warme Luft ist leichter und steigt von selbst nach oben. Wer eine Klimaanlage zum Heizen und Kühlen nutzt, muss die Luftführung deshalb zweimal im Jahr umstellen.

EinstellungKühlbetriebHeizbetriebGrund
Horizontale Lamellenwaagerecht bis leicht nach obensteil nach unten, 60 bis 90 GradKaltluft sinkt von allein, Warmluft steigt von allein
Lüfterstufemittel bis hochniedrig bis mittel oder Autoruhiger, wärmerer Luftstrom statt Zugerscheinung am Kopf
BetriebsartCOOLHEAT, nicht AUTOAUTO wechselt in der Übergangszeit selbsttätig
Solltemperaturhöchstens 6 K unter Außentemperatur20 bis 22 °Cjedes Grad mehr kostet rund 6 Prozent Energie
Swing-Funktionvoller Schwenkbereichauf den unteren Bereich begrenzenverhindert Wärmestau unter der Decke
Nachtabsenkungnicht nötighöchstens 2 bis 3 Ktiefere Absenkung erzwingt morgens Volllast bei schlechtem COP

Warum die niedrige Lüfterstufe im Heizbetrieb die bessere ist

Ein hoher Volumenstrom liefert viel lauwarme Luft, ein niedriger wenig richtig warme. Für das Behaglichkeitsempfinden ist der zweite Fall der bessere: Ein Luftstrom von mehr als 0,2 m/s wird ab etwa 22 °C als Zug empfunden, selbst wenn er warm ist. Kommt die Luft dagegen mit 35 bis 45 °C langsam und steil nach unten aus dem Gerät, legt sie sich in die Bodenzone und steigt erst dort auf. Dazu kommt: Eine Inverter-Klimaanlage arbeitet in langen Teillastphasen am effizientesten, und niedrige Lüfterstufen sind mit 19 bis 24 dB(A) im Schlafbereich überhaupt erst dauerbetriebstauglich.

Die Grenze dieser Regel liegt beim Aufheizen eines ausgekühlten Raums. Solange die Wände kalt sind, dürfen Lüfter und Solltemperatur hoch stehen. Sobald die Zieltemperatur erreicht ist, schalten Sie zurück. Wer dauerhaft auf höchster Stufe heizt, sammelt die Wärme unter der Decke: Der Temperaturunterschied zwischen Boden und Decke erreicht bei luftgeführter Wärme leicht 3 bis 5 Kelvin, während eine Fußbodenheizung unter 2 Kelvin bleibt.

COP und Heizleistung über die Außentemperatur

Der COP gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden. Er ist kein fester Gerätewert, sondern ein Momentanwert, der mit der Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Raum fällt. Der SCOP auf dem EU-Energielabel mittelt ihn nach EN 14825 über eine ganze Heizsaison. Für den Alltag ist die folgende Staffelung aussagekräftiger.

Außentemperaturtypischer COPverfügbare HeizleistungAnmerkung
+10 °C4,5-5,5100 %kein Abtauen nötig
+7 °C4,0-5,0100 %Normpunkt der Leistungsangabe nach EN 14511
+2 °C3,0-3,890-100 %feuchteste Luft, häufigste Abtauzyklen
0 °C2,8-3,585-100 %typischer Wintertag in Deutschland
-7 °C2,0-2,870-90 %Auslegungsfall vieler Regionen nach DIN EN 12831
-15 °C1,6-2,255-75 %Grenzbereich, viele Geräte schalten ab

Der zweite Wert der Tabelle wird beim Kauf regelmäßig übersehen. Eine Anlage mit 3,5 kW Nennheizleistung liefert bei minus 7 °C nur noch 2,5 bis 3,1 kW, gerade dann also, wenn der Raum die volle Leistung bräuchte. Wer die Anlage als alleinige Wärmequelle einsetzt, legt sie deshalb nach der Heizlast bei Auslegungstemperatur aus, nicht nach dem Katalogwert bei plus 7 °C.

Innengerät einer Split-Klimaanlage im Schlafzimmer
Im Heizbetrieb reicht eine niedrige Lüfterstufe mit 19 bis 24 dB(A), der Luftstrom soll nach unten zeigen, Foto: Pexels

Abtauzyklus und Kondensat am Außengerät

Im Heizbetrieb arbeitet das Außengerät als Verdampfer und liegt unter der Außentemperatur. Ist die Luft feucht, schlägt sich Wasser am Lamellenblock nieder und gefriert. Eine Eisschicht wirkt wie eine Dämmung, der Wärmeübergang bricht ein, und deshalb kehrt die Steuerung den Kreis kurzzeitig erneut um: Aus der Heizung wird für wenige Minuten eine Kühlung, die Wärme aus dem Raum an den Außenverdampfer schickt und das Eis abschmilzt.

Warum die Anlage dabei kalt bläst

Während des Abtauens ist das Innengerät der Verdampfer, das Kältemittel dort also kalt. Gut geregelte Geräte stellen deswegen den Innenlüfter komplett ab, sodass Sie nur ein Klacken des Ventils und eine Pause bemerken. Einfachere Geräte lassen den Lüfter weiterlaufen und blasen dann tatsächlich Luft von 12 bis 16 °C in den Raum. Beides ist kein Defekt. Verdächtig wird es erst, wenn die Abtauung im Zehn-Minuten-Takt startet oder der Eisblock trotz Abtauen wächst.

Merkmaltypischer WertHinweis
Abtauintervall40-90 Minutenam häufigsten zwischen +5 und -5 °C bei hoher Luftfeuchte
Dauer je Abtauvorgang3-10 MinutenVier-Wege-Ventil schaltet auf Kühlbetrieb um
Energieanteil über die Saisonrund 5-10 %ist im SCOP nach EN 14825 bereits enthalten
Kondensatmengestark schwankend, Zehntelliter bis über 1 Liter je StundeBereich, kein Festwert: hängt an Luftfeuchte und Leistung
Kondensatablaufheizung in der Wanne30-100 Wab etwa +3 °C Außentemperatur sinnvoll, thermostatgesteuert
Begleitheizband im Ablaufrohr10-20 W je Meternötig, wenn das Rohr frei liegt oder lang ist
Aufstellhöhe des Außengeräts25-30 cm über Bodenüber einem Kiesbett, damit das Tauwasser versickert

Warum eine Kondensatablaufheizung in Deutschland Pflichtprogramm ist

Fällt das Tauwasser in eine ungeheizte Bodenwanne und ist es draußen frostig, gefriert es dort. Der Ablauf verstopft, das nächste Abtauwasser bleibt stehen, und innerhalb weniger Nächte wächst ein Eisblock von unten in den Lamellenblock hinein. Die Folge ist der klassische Winterausfall: Die Anlage taut ständig ab, heizt aber nicht mehr. Eine Wannenheizung mit 30 bis 100 W verbraucht über eine Saison spürbar weniger Strom, als eine einzige vereiste Woche an Effizienz kostet.

Genauso wichtig ist, wohin das Wasser läuft. Ein Ablauf über den Gehweg erzeugt eine Eisfläche und damit ein Haftungsrisiko aus der Verkehrssicherungspflicht. Planen Sie einen Kiesstreifen, eine Sickerpackung oder den Anschluss an eine Entwässerung. Worauf es bei Aufstellung, Abstand und Schall sonst noch ankommt, steht im Ratgeber zum Klimaanlagen-Außengerät.

Heizkosten pro Stunde: Klimaanlage, Heizlüfter und Gas

Die folgende Rechnung nimmt 0,32 €/kWh für Haushaltsstrom und 11 ct/kWh für Erdgas an. Beide Werte sind Annahmen, setzen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis ein. Bezugsgröße sind 3,5 kW Wärmeabgabe, also ein typisches Wohnzimmergerät unter Volllast.

WärmequelleCOP bzw. NutzungsgradKosten je kWh WärmeKosten je Stunde bei 3,5 kW
Split-Klimaanlage bei +7 °CCOP 4,08,0 ct28 ct
Split-Klimaanlage bei 0 °CCOP 3,010,7 ct37 ct
Split-Klimaanlage bei -7 °CCOP 2,214,5 ct51 ct
Gas-Brennwertkessel90 % Jahresnutzungsgrad12,2 ct43 ct
Heizlüfter oder InfrarotpaneelWirkungsgrad 1,032,0 ct112 ct

Zwei Schlüsse ergeben sich daraus. Erstens: Gegenüber jeder direktelektrischen Heizung gewinnt die Klimaanlage immer, und zwar um den Faktor des COP. Ein Heizlüfter kostet bei gleicher Wärmemenge das Zwei- bis Vierfache. Zweitens: Gegenüber Gas liegt der Break-even bei einem COP von rund 2,6, denn 0,32 € geteilt durch 0,122 € ergibt 2,6. Diesen Wert hält eine ordentliche Split-Anlage bis etwa minus 5 °C. An wenigen sehr kalten Tagen im Jahr heizt der Gaskessel also günstiger, über die Saison gemittelt bleibt die Klimaanlage vorn.

Realistischer als die Volllastrechnung ist der Teillastbetrieb. Eine Inverter-Anlage läuft die meiste Zeit bei 30 bis 60 Prozent Leistung, dort liegen die tatsächlichen Kosten bei 10 bis 20 Cent je Stunde und Raum. Über eine Heizperiode mit 1.600 bis 1.800 Betriebsstunden ergibt das grob 200 bis 400 Euro je beheiztem Raum.

Kann eine mobile Klimaanlage zum Heizen und Kühlen taugen?

Wer eine Klimaanlage zum Kühlen und Heizen ohne bauliche Eingriffe sucht, landet schnell bei mobilen Monoblock-Geräten mit Heizfunktion. Im Heizbetrieb funktionieren sie physikalisch, scheitern aber am Abluftschlauch. Das Gerät bläst Luft nach draußen, im Raum entsteht Unterdruck, und genau dieselbe Menge kalter Außenluft strömt durch Fugen, Türspalte und die Fensterabdichtung nach.

Die Größenordnung ist ernüchternd. Ein Monoblock fördert typisch 250 bis 400 m³/h durch den Schlauch. Luft hat eine volumenbezogene Wärmekapazität von rund 0,34 Wh je Kubikmeter und Kelvin. Um 300 m³/h von 0 auf 21 °C zu erwärmen, sind also 300 × 21 × 0,34 = etwa 2,1 kW nötig. Ein mobiles Gerät mit Heizfunktion liefert typischerweise 2,0 bis 2,6 kW. Der Nachströmverlust frisst die Heizleistung damit fast vollständig auf.

BauartHeizprinziprealistischer COP im WinterBewertung
Split-Gerät, fest installiertWärmepumpe, Vier-Wege-Ventil2,0-4,5 je nach Außentemperaturdie einzige sinnvolle Lösung zum Heizen
Monoblock mobil, Einschlauch, reversibelWärmepumpe plus Nachströmverlustrechnerisch 1,0-1,5Nachströmung frisst den Gewinn auf
Monoblock mobil, DoppelschlauchWärmepumpe, getrennte Luftwege1,5-2,2besser, aber selten und teuer
Monoblock mobil mit PTC-Heizstabelektrischer Widerstand1,0ein Heizlüfter im teuren Gehäuse
Monoblock fest, WanddurchführungWärmepumpe, ohne Schlauch2,0-3,2brauchbar, aber baulicher Eingriff nötig

Wenn ein mobiles Gerät trotzdem die einzige Option ist, minimieren Sie den Schaden: eine dichte Fensterabdichtung für Klimaanlagen, ein kurzer und gedämmter Schlauch und ein möglichst kleiner Raum. Prüfen Sie außerdem im Datenblatt, ob überhaupt eine Wärmepumpe oder nur ein PTC-Heizstab arbeitet. Die Unterschiede der Bauarten ordnet unser Ratgeber zur Monoblock-Klimaanlage ein.

Luftfeuchte: der Nebeneffekt beim Heizen mit Split-Gerät

Ein verbreiteter Irrtum lautet, die Klimaanlage entziehe dem Raum beim Heizen Wasser. Das Gegenteil stimmt: Im Heizbetrieb kondensiert Feuchtigkeit am Außengerät, nicht am Innengerät. Die absolute Feuchte im Raum bleibt also unverändert. Trocken wird es trotzdem, und zwar aus zwei Gründen.

  • Physik der Erwärmung: Außenluft von 0 °C und 85 Prozent relativer Feuchte enthält rund 4 g Wasser je Kubikmeter. Auf 21 °C erwärmt, entspricht dieselbe Wassermenge nur noch etwa 22 Prozent relativer Feuchte. Das gilt für jede Heizung, auch für den Heizkörper.
  • Luftbewegung: Das Split-Gerät wälzt den Rauminhalt mehrfach pro Stunde um. Bewegte Luft erhöht die Verdunstung an Haut und Schleimhäuten, deshalb wird dieselbe relative Feuchte als trockener empfunden als bei einem Heizkörper.
  • Staub und Geruch: Der Wärmetauscher ist im Sommer feucht gewesen. Beim ersten Heizbetrieb im Herbst löst die Wärme Ablagerungen, was den typischen kurzen Geruch erzeugt. Reinigen Sie die Vorfilter vor Saisonbeginn.

Zielbereich sind 40 bis 60 Prozent relative Feuchte. Fallen Sie dauerhaft unter 35 Prozent, hilft ein Luftbefeuchter oder schlicht eine niedrigere Raumtemperatur, weil jedes Grad weniger die relative Feuchte um etwa 3 bis 4 Prozentpunkte anhebt. Messen Sie nach, statt zu schätzen: Ein Hygrometer kostet weniger als eine Betriebswoche.

Beste Klimaanlage zum Heizen: worauf es im Betrieb ankommt

Die beste Klimaanlage zum Heizen ist nicht die mit der höchsten Nennleistung, sondern die, die bei Kälte noch liefert und dabei sauber abtaut. Diese Eigenschaften stehen im Datenblatt, nicht in der Produktbeschreibung.

KriteriumEmpfehlungWarum
SCOP, Klimazone gemäßigtab 4,0der einzige normierte Saisonwert für das Heizen, nach EN 14825
Heizleistung bei -7 °Cmuss im Datenblatt stehender Katalogwert bei +7 °C sagt über den Winter nichts aus
Betriebsgrenze Heizenbis mindestens -15 °Cdarunter schalten viele Geräte auf Notbetrieb oder ab
Kondensatablaufheizungab Werk oder nachrüstbarohne sie friert die Bodenwanne im Dauerfrost zu
InverterzwingendTeillastbetrieb statt Taktbetrieb, 30 bis 40 % weniger Strom
KältemittelR32 oder R290niedriger GWP, günstiger im Rahmen der F-Gase-Verordnung
Schalldruck Innengerät nachtsunter 25 dB(A)niedrige Lüfterstufen sind im Heizbetrieb der Regelfall
Lamellenwinkel im Heizbetriebbis 90 Grad nach untenflach stellende Geräte sammeln die Wärme unter der Decke

Klimaanlage heizen und kühlen: Testsieger und was davon zu halten ist

Nach einem Klimaanlage heizen und kühlen Testsieger wird viel gesucht, belastbare unabhängige Winter-Messreihen für Split-Geräte gibt es in Deutschland aber kaum. Wir nennen daher keinen Testsieger und keine Modellnummern. Prüfbar und herstellerübergreifend vergleichbar ist das EU-Energielabel: Es weist SEER für das Kühlen und SCOP für das Heizen getrennt aus, beide nach demselben Messverfahren. Wer eine Klimaanlage kühlen und heizen lassen will, liest also zwei Zahlen und nicht ein Siegel.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Arbeiten am Kältekreis dürfen nach der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 nur zertifizierte Fachbetriebe ausführen.

Typische Fehler

1. Die Lamellen im Winter waagerecht lassen

Der teuerste Bedienfehler und zugleich der am schnellsten behobene. Warm ausgeblasene Luft steigt ohnehin auf. Zeigen die Lamellen zusätzlich nach vorn, sammelt sich die Wärme unter der Decke, der Raumthermostat im Innengerät meldet zu früh die Solltemperatur und in Fußhöhe bleibt es kalt. Steil nach unten stellen, fertig.

2. Im AUTO-Modus betreiben

In der Übergangszeit springt die Steuerung zwischen Heizen und Kühlen, weil sie nur die Raumtemperatur kennt, nicht Ihre Absicht. Jeder Wechsel bedeutet ein Umschalten des Vier-Wege-Ventils und einen neuen Anlauf des Verdichters. Wählen Sie fest HEAT und regeln Sie über die Solltemperatur.

3. Nachts komplett abschalten

Eine tiefe Absenkung erzwingt morgens Volllast, ausgerechnet in den kältesten Stunden mit dem schlechtesten COP. Bei einer Inverter-Anlage ist eine Absenkung um 2 bis 3 Kelvin das Optimum, weil das Gerät dann durchgängig in effizienter Teillast bleibt statt zweimal täglich hochzufahren.

4. Das Tauwasser einfach laufen lassen

Kondensat vom Außengerät auf Gehweg, Treppe oder Zufahrt bildet bei Frost eine Eisfläche. Neben dem Haftungsrisiko friert der Ablauf selbst zu, sobald keine Ablaufheizung vorhanden ist. Kiesbett, Sickerpackung oder Anschluss an die Entwässerung gehören zur Montage dazu, nicht zur Kür.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Aus 1 kWh Strom werden je nach Außentemperatur 2,0 bis 5,0 kWh Wärme, das schlägt jede direktelektrische Heizung deutlich
  • Bei einem COP über 2,6 ist die Wärme günstiger als aus einem Gas-Brennwertkessel mit 11 ct/kWh
  • Dasselbe Gerät kühlt im Sommer, es fällt keine zweite Anschaffung an
  • Sehr kurze Reaktionszeit: Der Raum ist in 10 bis 20 Minuten warm, nicht in Stunden
  • Raumweise Regelung ohne Hydraulik, jedes Innengerät hat seinen eigenen Sollwert

✕ Nachteile

  • Der COP fällt bei minus 7 °C auf 2,0 bis 2,8 und die Heizleistung auf 70 bis 90 Prozent
  • Alle 40 bis 90 Minuten unterbricht ein Abtauzyklus von 3 bis 10 Minuten die Wärmeabgabe
  • Ohne Kondensatablaufheizung von 30 bis 100 W friert das Außengerät im Dauerfrost zu
  • Luftgeführte Wärme schichtet: 3 bis 5 Kelvin Unterschied zwischen Boden und Decke sind normal
  • Mobile Monoblock-Geräte heizen wegen der Nachströmung durch den Abluftschlauch praktisch nicht

Fazit

🏆 Empfehlenswert mit Einschränkung

Klimaanlage heizen: effizient, wenn die Bedienung stimmt

4.1/ 5

Eine fest installierte Split-Anlage im Wärmepumpenmodus liefert Wärme für 8 bis 15 Cent je Kilowattstunde und unterbietet damit Gas an den meisten Tagen des Jahres. Voraussetzung sind Lamellen nach unten, niedrige Lüfterstufe, fest gewählter HEAT-Modus und ein Außengerät mit beheiztem Kondensatablauf.

Legen Sie das Gerät nach der Heizleistung bei minus 7 °C aus, nicht nach dem Katalogwert bei plus 7 °C, und rechnen Sie mit einer Absenkung von höchstens 2 bis 3 Kelvin über Nacht. Von mobilen Monoblock-Geräten als Heizung raten wir ab: Der Abluftschlauch zieht so viel kalte Luft nach, dass unter dem Strich kaum mehr übrig bleibt als bei einem Heizlüfter.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Kann man mit einer Klimaanlage heizen?

Ja, sofern das Gerät ein Vier-Wege-Ventil und damit einen Wärmepumpenmodus besitzt. Reine Kühlgeräte können es nicht, sie tragen im Datenblatt keine Angabe zur Heizleistung und keinen SCOP. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Fernbedienung eine Betriebsart HEAT oder ein Sonnensymbol hat. Nachrüsten lässt sich die Heizfunktion nicht.

Klimaanlage heizen und kühlen: welche Einstellung ist richtig?

Im Heizbetrieb stellen Sie die Lamellen steil nach unten und die Lüfterstufe auf niedrig bis mittel, weil warme Luft von selbst aufsteigt. Im Kühlbetrieb zeigen die Lamellen waagerecht oder leicht nach oben und der Lüfter darf schneller laufen. Wählen Sie außerdem fest HEAT statt AUTO, sonst wechselt das Gerät in Übergangszeiten selbstständig zwischen beiden Betriebsarten.

Warum bläst die Klimaanlage beim Heizen plötzlich kalte Luft?

Das ist der Abtauzyklus. Am Außengerät bildet sich Eis, deshalb schaltet die Steuerung alle 40 bis 90 Minuten für 3 bis 10 Minuten auf Kühlbetrieb um und taut den Verdampfer mit Wärme aus dem Raum ab. Gute Geräte stoppen dabei den Innenlüfter, sodass es nicht zieht, sondern nur kurz kühler bleibt. Ein Defekt ist das nicht.

Was kostet es, eine Stunde mit der Klimaanlage zu heizen?

Ein Gerät mit 3,5 kW Heizleistung nimmt bei einem COP von 3,0 rund 1,17 kW elektrisch auf. Bei 0,32 €/kWh sind das etwa 37 Cent je Stunde unter Volllast. Bei milden 7 °C und COP 4,0 sinkt der Wert auf 28 Cent, bei minus 7 °C und COP 2,2 steigt er auf rund 51 Cent. Im Teillastbetrieb liegen die realen Werte deutlich darunter.

Ist Heizen mit Klimaanlage günstiger als Gas?

Meist ja, aber nicht immer. Gas zu 11 ct/kWh ergibt bei 90 Prozent Jahresnutzungsgrad rund 12,2 Cent je Kilowattstunde Wärme. Strom zu 32 ct/kWh unterbietet das ab einem COP von etwa 2,6. Diesen Wert hält eine Split-Anlage bis rund minus 5 °C sicher. An sehr kalten Tagen kehrt sich das Verhältnis um, über die gesamte Saison bleibt die Klimaanlage in der Regel vorn.

Welche ist die beste Klimaanlage zum Heizen?

Entscheidend sind drei Datenblattwerte: SCOP ab 4,0 in der gemäßigten Klimazone, eine ausgewiesene Heizleistung bei minus 7 °C statt nur bei plus 7 °C und eine Betriebsgrenze bis mindestens minus 15 °C. Dazu Inverter-Technik, R32 oder R290 als Kältemittel und eine ab Werk verbaute Kondensatablaufheizung. Modellnamen nennen wir bewusst nicht, die Baureihen wechseln jährlich.

Gibt es einen Testsieger für Klimaanlagen zum Heizen und Kühlen?

Wir nennen keinen Testsieger, weil belastbare unabhängige Winter-Messreihen für Split-Geräte in Deutschland rar sind und die Baureihen schneller wechseln als die Tests erscheinen. Prüfbar ist stattdessen das EU-Energielabel: Es weist SEER für das Kühlen und SCOP für das Heizen getrennt aus, jeweils nach EN 14825. Vergleichen Sie diese Werte, nicht Testsiegel.

Kann eine mobile Klimaanlage heizen?

Technisch ja, praktisch kaum. Der Abluftschlauch erzeugt Unterdruck, sodass etwa 250 bis 400 m³/h kalte Außenluft durch Ritzen nachströmen. Diese Luft von 0 auf 21 °C zu erwärmen kostet rund 1,8 bis 2,9 kW, ungefähr die gesamte Heizleistung des Geräts. Viele Modelle heizen ohnehin nur mit einem PTC-Heizstab, also mit COP 1 wie ein Heizlüfter.

Braucht das Außengerät im Winter eine Kondensatablaufheizung?

In Deutschland ja. Im Heizbetrieb kondensiert Feuchtigkeit am Außenverdampfer und läuft in die Bodenwanne. Bei Frost gefriert sie dort und blockiert den Ablauf, das Eis wächst in den Lamellenblock und die Abtauung greift nicht mehr. Eine Wannenheizung von 30 bis 100 W plus ein Begleitheizband von 10 bis 20 W je Meter verhindern das zuverlässig.

Trocknet Heizen mit der Klimaanlage die Luft aus?

Sie entzieht der Raumluft im Heizbetrieb kein Wasser, das Kondensat fällt draußen an. Trotzdem sinkt die relative Luftfeuchte auf 25 bis 35 Prozent, weil kalte Außenluft wenig Wasser enthält und beim Erwärmen relativ trockener wird. Der kräftige, 35 bis 45 °C warme Luftstrom verstärkt das Gefühl zusätzlich. Ein Hygrometer und gegebenenfalls ein Luftbefeuchter schaffen Abhilfe.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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