Klimaanlage mit Heizung: Heizfunktion, Kosten und alle Bauarten
Eine Klimaanlage mit Heizung kann beides: im Sommer kühlen, im Winter heizen. Der Trick ist kein zusätzlicher Heizstab, sondern ein Vier-Wege-Ventil, das den Kältekreis umkehrt. Damit wird aus dem Klimagerät eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme macht.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Heizfunktion technisch arbeitet, welche Effizienzwerte realistisch sind, was der Winterbetrieb kostet und welche Bauart zu welchem Grundriss passt. Dazu ordnen wir die vielen Ausstattungsvarianten ein, von der Klimaanlage mit Inverter über die Klimaanlage mit Luftreinigung bis zur Klimaanlage mit Deckenkassette, und benennen die Grenzen der Technik ehrlich.
Klimaanlage mit Heizfunktion: so arbeitet sie
Eine Klimaanlage mit Heizfunktion nutzt exakt dieselben Bauteile wie im Kühlbetrieb: Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil und Verdampfer. Der einzige Unterschied ist ein Vier-Wege-Ventil, das die Fließrichtung des Kältemittels umkehrt. Was im Sommer der Verdampfer war, wird im Winter zum Verflüssiger. Das Gerät entzieht dann der Außenluft Wärme und gibt sie im Raum ab.
Physikalisch ist das eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Der Begriff Klimaanlage Heizung beschreibt also kein Zusatzgerät, sondern eine Betriebsart. In der Gebäudetechnik werden Heizung, Klimaanlage und Lüftung ohnehin als ein System geplant, hier fallen zwei dieser Funktionen in einem Gerät zusammen. Und weil Wärme nicht erzeugt, sondern nur transportiert wird, liegt der Wirkungsgrad über 100 %: Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 5 kWh Wärme, je nach Außentemperatur.
Auch bei Frost funktioniert das noch, denn selbst minus 5 °C kalte Luft enthält Wärme. Nur wird das Temperaturgefälle größer, der Verdichter muss stärker arbeiten und die Leistungszahl sinkt. Unterhalb von etwa minus 15 °C geben die meisten Geräte auf. In Deutschland ist das für die überwiegende Zahl der Standorte unkritisch.
Abtauzyklen: der ehrliche Nachteil
Bei Außentemperaturen zwischen minus 5 °C und plus 7 °C bildet sich am Außengerät Reif. Das Gerät schaltet dann alle 40 bis 90 Minuten für 5 bis 12 Minuten in den Abtaubetrieb, kehrt den Kreis kurz um und schmilzt die Eisschicht. In dieser Zeit heizt es nicht, es kühlt sogar leicht. Rechnen Sie mit 5 bis 12 % Effizienzverlust über die Heizsaison. Ein Kondensatablauf am Außengerät ist deshalb Pflicht, sonst vereist die Fläche darunter.
SCOP, SEER und die Klimaanlage mit wenig Stromverbrauch
Zwei Kennzahlen entscheiden. Der SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio) beschreibt die Kühleffizienz über eine Saison, der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) die Heizeffizienz. Beide sind Saisonwerte und damit aussagekräftiger als der Momentanwert COP oder EER.
| Energieeffizienzklasse | SEER (Kühlen) | SCOP (Heizen) | Einordnung |
|---|---|---|---|
| A+++ | ab 8,50 | ab 5,10 | Spitzenklasse, meist Inverter mit R32 |
| A++ | 6,10 bis 8,50 | 4,60 bis 5,10 | sehr gut, gängige Oberklasse |
| A+ | 5,60 bis 6,10 | 4,00 bis 4,60 | solider Standard |
| A | 5,10 bis 5,60 | 3,40 bis 4,00 | Einstiegsklasse Split |
| Monoblock (mobil) | 2,60 bis 3,20 | 2,20 bis 2,80 | deutlich schlechter, Abluftverluste |
Wer eine Klimaanlage mit wenig Stromverbrauch sucht, achtet auf drei Dinge: einen SCOP ab 4,6, einen Inverter-Verdichter und eine korrekte Auslegung. Ein überdimensioniertes Gerät taktet und verliert genau den Vorteil, für den Sie bezahlt haben. Eine Klimaanlage mit Inverter läuft dagegen fast durchgehend im Teillastbereich, wo die Leistungszahl am höchsten ist.
Merksatz für den Heizbetrieb: Der SCOP wird bei einer mittleren Saisontemperatur ermittelt. Am kältesten Tag liegt der reale COP deutlich darunter, oft bei 2,0 bis 2,8. Rechnen Sie Ihre Betriebskosten mit dem SCOP, Ihre Auslegung aber mit der Leistung bei minus 7 °C.
Was kostet die Klimaanlage als Heizung im Winter?
Der Betrieb einer Klimaanlage als Heizung lässt sich sauber durchrechnen. Grundlage: ein Raum mit 30 m², eine Heizlast von 2,4 kW, 1.600 Heizstunden pro Saison, ein Strompreis von 0,32 €/kWh. Die Heizarbeit beträgt damit rund 2.700 kWh.
| Wärmeerzeuger | Wirkungsgrad / SCOP | Energiebedarf | Kosten je Saison |
|---|---|---|---|
| Klimaanlage mit Heizung (SCOP 4,6) | 4,6 | 587 kWh Strom | ca. 188 € |
| Klimaanlage mit Heizung (SCOP 3,4) | 3,4 | 794 kWh Strom | ca. 254 € |
| Infrarotheizung / Direktstrom | 1,0 | 2.700 kWh Strom | ca. 864 € |
| Gas-Brennwertkessel (0,11 €/kWh) | 0,93 | 2.900 kWh Gas | ca. 319 € |
| Klimaanlage mit 50 % PV-Eigenstrom | 4,6 | 587 kWh Strom | ca. 117 € |
Der Vergleich zeigt zwei Dinge. Erstens schlägt die Wärmepumpenfunktion jede direkte Elektroheizung um den Faktor drei bis vier. Zweitens liegt sie auch unter dem Gaspreis, solange der SCOP über 3,4 bleibt. Der Vergleich Heizung und Klimaanlage in einem Gerät ist damit nicht nur bequem, sondern rechnet sich auch.
Wichtig für den Anwendungsfall: Eine Klimaanlage mit Strom zu betreiben ist immer teurer je Kilowattstunde Energie als Gas. Der Unterschied entsteht erst durch die Umwandlung. Wer einen SCOP von nur 2,5 erreicht, weil das Gerät falsch dimensioniert ist oder ständig abtaut, verliert diesen Vorteil.
Auslegung: Wie viel kW braucht der Raum?
Die Auslegung erfolgt über die Heizlast, nicht über die Kühllast. Grund: Im Heizbetrieb sinkt die verfügbare Leistung mit fallender Außentemperatur, im Kühlbetrieb nicht. Ein Gerät, das bei 20 °C Außentemperatur 3,5 kW heizt, schafft bei minus 7 °C oft nur noch 2,6 kW.
| Raumgröße | Heizlast (60 W/m², saniert) | Heizlast (100 W/m², Altbau) | Empfohlene Geräteklasse |
|---|---|---|---|
| 15 m² (Schlafzimmer) | 0,9 kW | 1,5 kW | 2,0 kW (7.000 BTU) |
| 20 m² (Büro) | 1,2 kW | 2,0 kW | 2,5 kW (9.000 BTU) |
| 30 m² (Wohnzimmer) | 1,8 kW | 3,0 kW | 3,5 kW (12.000 BTU) |
| 45 m² (offener Wohnbereich) | 2,7 kW | 4,5 kW | 5,0 kW (18.000 BTU) |
| 60 m² (großer Raum) | 3,6 kW | 6,0 kW | 7,0 kW (24.000 BTU) |
Für die Kühlleistung gilt eine andere Faustformel: 60 bis 80 W/m² bei normaler Sonneneinstrahlung, bis 120 W/m² bei großen Südfenstern unter dem Dach. Wie Sie Kühllast und Schlafkomfort zusammenbringen, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Klimaanlage fürs Schlafzimmer.
Bauarten: Split, Multisplit, Monoblock
Split-Klimaanlage
Ein Innengerät, ein Außengerät, verbunden über zwei Kältemittelleitungen. Die effizienteste Bauform für einen einzelnen Raum, SCOP bis 5,1. Details zur Bauart und zur Montage stehen in unserem Ratgeber zur Split-Klimaanlage.
Multisplit-Klimaanlage
Ein Außengerät versorgt mehrere Innengeräte. Der große Vorteil: nur eine Außeneinheit an der Fassade. Der Nachteil: Alle Innengeräte teilen sich einen Kältekreis, sie können deshalb nicht gleichzeitig heizen und kühlen, es sei denn, die Anlage ist als VRF-System ausgeführt. Mehr dazu unter Multisplit-Klimaanlage.
Monoblock ohne Außengerät
Alle Komponenten stecken in einem Gehäuse, die Abluft geht über einen Schlauch nach draußen. Die Effizienz fällt deutlich ab, weil der Unterdruck im Raum warme Außenluft nachsaugt. Für den dauerhaften Heizbetrieb ist diese Bauart die schlechteste Wahl, siehe Monoblock-Klimaanlage und Klimaanlage ohne Außengerät.
Klimaanlage mit 3 Innengeräten und andere Größen
Multisplit-Anlagen werden nach der Zahl der Innengeräte benannt. Die Suche nach einer Klimaanlage mit 3 Innengeräten oder, in ausgeschriebener Form, nach einer Klimaanlage mit drei Innengeräten ist der häufigste Fall im Einfamilienhaus. Eine Klimaanlage mit 4 Innengeräten deckt zusätzlich ein Kinderzimmer oder das Bad ab.
| Konfiguration | Typische Räume | Außengerät | Preis installiert |
|---|---|---|---|
| Single-Split (1 Innengerät) | Wohnzimmer | 3,5 kW | 1.600 bis 2.800 € |
| Duo-Split (2 Innengeräte) | Wohn- und Schlafzimmer | 5,0 kW | 2.900 bis 4.500 € |
| Trio-Split (3 Innengeräte) | Wohnen, Schlafen, Büro | 6,8 kW | 4.200 bis 6.500 € |
| Quattro-Split (4 Innengeräte) | plus Kinderzimmer | 8,0 kW | 5.500 bis 8.500 € |
| 5 Innengeräte | komplettes Haus | 10,0 kW | 7.000 bis 11.000 € |
Beachten Sie den Gleichzeitigkeitsfaktor. Ein Außengerät mit 6,8 kW versorgt drei Innengeräte mit je 2,5 kW, also nominell 7,5 kW. Das funktioniert, weil selten alle Räume gleichzeitig Volllast fordern. Bei einer Klimaanlage mit Innengerät im Einzelbetrieb entfällt diese Rechnung, dort entspricht die Außengeräteleistung genau der Innengeräteleistung. Eine detaillierte Betrachtung finden Sie unter Klimaanlage mit 3 Innengeräten und Klimaanlage mit 2 Innengeräten.
Ausstattungsvarianten im Überblick
Die Ausstattungsmerkmale sind der Grund für die vielen Produktbezeichnungen im Handel. Hier die wichtigsten, sachlich eingeordnet.
Klimaanlage mit Deckenkassette
Eine Klimaanlage mit Deckenkassette wird in die abgehängte Decke eingebaut und bläst über vier Seiten aus. Der Vorteil ist die gleichmäßige Luftverteilung ohne Zugluft in eine Richtung. Gebraucht wird eine Deckenhöhe von mindestens 25 bis 30 cm Zwischenraum. Typisch in Büros, Praxen und im Ladenbau, im Wohnbereich selten.
Klimaanlage mit Luftreinigung
Eine Klimaanlage mit Luftreinigung hat zusätzlich zum Staubfilter eine Filterstufe für Feinstaub, teils mit Aktivkohle gegen Gerüche. Sie ersetzt keinen echten Luftreiniger mit HEPA H13, weil die Luftmenge und die Filterfläche kleiner sind. Wer gezielt Feinstaub oder Pollen entfernen will, braucht ein eigenes Gerät, siehe Luftreiniger gegen Staub.
Klimaanlage mit Luftbefeuchter
Der Heizbetrieb senkt die relative Luftfeuchte, weil warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann. Eine Klimaanlage mit Luftbefeuchter gleicht das aus, meist über eine Verdunstungseinheit. In der Praxis ist die Befeuchtungsleistung solcher Kombigeräte gering. Ein separater Befeuchter arbeitet zuverlässiger, siehe Luftbefeuchter fürs Büro.
Klimaanlage mit WLAN
Eine Klimaanlage mit WLAN lässt sich per App steuern, in Zeitprogramme einbinden und in Smart-Home-Systeme integrieren. Für den Heizbetrieb ist das mehr als Spielerei: Sie können das Gerät vor der Heimkehr starten und im Sommer nach der Wetterprognose regeln. Achten Sie auf eine lokale Schnittstelle, damit die Steuerung auch ohne Hersteller-Cloud funktioniert.
Klimaanlage mit Wärmetauscher
Jede Klimaanlage hat Wärmetauscher, im Innen- und im Außengerät. Der Begriff Klimaanlage mit Wärmetauscher zielt aber meist auf Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung: Sie führen Frischluft zu und übertragen dabei die Wärme der Abluft auf die Zuluft. Rückgewinnungsgrade von 75 bis 90 % sind üblich. Das ist eine Ergänzung zur Klimaanlage, kein Ersatz.
Mobiles Klimagerät mit Schlauch
Wer nach einem Gerät sucht, das schnell aufgestellt ist, landet bei der Suchanfrage „mobiles Klimaanlage mit Abluftschlauch“. Der Schlauch führt die Abwärme nach draußen, meist durch ein gekipptes Fenster. Das Problem: Durch den Unterdruck strömt warme Luft nach. Eine Klimaanlage mit Zuluftschlauch, also ein Zwei-Schlauch-Gerät, löst genau dieses Problem und ist rund 30 % effizienter als die Ein-Schlauch-Variante. Die Fensterabdichtung ist in beiden Fällen Pflicht.
Klimaanlage mit Wasser, Wassertank und Kaltwasser
Der Begriff Wasser taucht in drei völlig verschiedenen Zusammenhängen auf, die regelmäßig verwechselt werden.
| Begriff | Was gemeint ist | Kühlt wirklich? |
|---|---|---|
| Klimaanlage mit Wasser | Sammelbegriff, meist Verdunstungskühler oder wassergekühlte Anlage | je nach Bauart |
| Klimaanlage mit Wassertank | Verdunstungskühler (Air Cooler), verdunstet Wasser aus einem Tank | nur 2 bis 4 K, erhöht die Luftfeuchte |
| Klimaanlage mit Wasserkühlung | Kältemittelkreis wird über Wasser rückgekühlt statt über Luft | ja, Gewerbe und Rechenzentren |
| Klimaanlage mit Kaltwasser | Kaltwassersatz (Chiller) versorgt Gebläsekonvektoren | ja, große Gebäude |
Die Verwechslungsgefahr ist real. Eine Klimaanlage mit Wassertank im Baumarktregal ist fast immer ein Verdunstungskühler. Er senkt die Temperatur um 2 bis 4 Kelvin, erhöht dabei aber die Luftfeuchte und verschlechtert das Raumklima an schwülen Tagen eher. Eine echte Klimaanlage mit Wasserkühlung dagegen ist ein professionelles System, bei dem ein Wasserkreislauf die Kondensationswärme abführt. Und eine Klimaanlage mit Kaltwasser ist ein Chiller-System, das über Rohre kaltes Wasser zu Gebläsekonvektoren führt. Beides findet sich in Bürogebäuden, nicht im Einfamilienhaus.
Klimaanlage mit Gas: zwei völlig verschiedene Bedeutungen
Der Begriff Klimaanlage mit Gas ist doppeldeutig. In den allermeisten Fällen ist das Kältemittel gemeint, umgangssprachlich das „Gas“ der Anlage. Übliche Kältemittel sind R32 (GWP 675) und zunehmend R290, also Propan (GWP 3). Wenn ein Monteur sagt, er müsse „Gas nachfüllen“, meint er Kältemittel. Ein sauber installierter Kreis verliert allerdings kaum Kältemittel, regelmäßiges Nachfüllen ist ein Warnzeichen für eine Leckage.
Die zweite Bedeutung ist eine echte Klimaanlage mit Gasbetrieb, also eine Absorptionskältemaschine oder ein gasmotorisch angetriebener Verdichter (GHP). Diese Technik gibt es, sie ist aber Industrie- und Großgewerbeausrüstung. Für Wohnhäuser spielt sie keine Rolle, weil Anschaffungspreis und Wartungsaufwand um ein Vielfaches höher liegen als bei einem Splitgerät.
Rechtlich relevant: Nach der F-Gase-Verordnung dürfen Arbeiten am Kältemittelkreis nur von zertifizierten Betrieben ausgeführt werden. Deshalb sind vorgefüllte Quick-Connect-Systeme entstanden, bei denen der Kreis werkseitig geschlossen ist, siehe Klimaanlage mit Quick-Connect.
Klimaanlage mit Solar betreiben
Eine Klimaanlage mit Solar zu betreiben ist im Kühlbetrieb der Idealfall: Die Kühllast ist genau dann am höchsten, wenn die Sonne am stärksten scheint. Ein Splitgerät mit 3,5 kW Kühlleistung und SEER 7,0 zieht rund 0,5 kW elektrisch. Selbst eine kleine Anlage deckt das mühelos.
| Betrieb | Elektrische Aufnahme | PV-Deckung im Jahresmittel |
|---|---|---|
| Kühlen, 3,5 kW Gerät, SEER 7,0 | ca. 0,5 kW | 80 bis 95 % |
| Kühlen, 5,0 kW Gerät, SEER 6,1 | ca. 0,8 kW | 75 bis 90 % |
| Heizen, 3,5 kW Gerät, SCOP 4,6 | ca. 0,8 kW | 15 bis 30 % |
| Heizen bei -7 °C, COP 2,4 | ca. 1,5 kW | unter 10 % |
Der Begriff Klimaanlage mit Solarbetrieb wird im Handel auch für Geräte verwendet, die direkt an Solarmodule angeschlossen werden (Hybrid-DC-Geräte). Technisch funktioniert das, wirtschaftlich ist es meist unterlegen: Eine normale Klimaanlage am Hausnetz mit einer sauberen PV-Anlage nutzt den Strom flexibler, weil der Überschuss auch anderen Verbrauchern zugutekommt. Wie viel eine Anlage liefert, steht in unserem Ratgeber zur 10 kW Solaranlage.
Gewerbliche Einsatzfälle
Außerhalb der Wohnung gelten andere Anforderungen. Ein Restaurant mit Klimaanlage muss hohe innere Lasten abführen: Küche, Gäste und Beleuchtung erzeugen zusammen leicht 100 bis 150 W je Quadratmeter Kühllast. Deshalb setzen Restaurants mit Klimaanlage meist auf Deckenkassetten oder Kanalgeräte, die die Luft gleichmäßig und zugfrei verteilen, statt auf ein Wandgerät über dem Gast.
Ein Serverschrank mit Klimaanlage ist ein Sonderfall: Hier zählt nicht Komfort, sondern eine konstante Temperatur zwischen 18 und 27 °C bei jeder Außenbedingung. Übliche Lösungen sind Schrankkühlgeräte mit 0,5 bis 3 kW Kälteleistung, die direkt an den Schrank montiert werden. Der Heizbetrieb ist dort irrelevant, gefragt ist Kühlung rund um die Uhr, auch im Winter.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Welche Leistungsklasse passt, ergibt sich aus der Heizlast und der Kühllast Ihres Raums, nicht aus der Quadratmeterzahl allein.
Klimaanlage mit Montage: Ablauf und Kosten
Eine Klimaanlage mit Montage zu kaufen bedeutet, dass ein zertifizierter Fachbetrieb Kältemittelleitungen verlegt, den Kreis evakuiert, auf Dichtheit prüft und die Anlage in Betrieb nimmt. Das ist keine Komfortleistung, sondern rechtlich vorgeschrieben, sobald am Kältekreis gearbeitet wird.
| Leistung | Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| Montage Single-Split | 700 bis 1.400 € | bis 5 m Leitungslänge |
| Montage je weiteres Innengerät | 400 bis 800 € | bei Multisplit |
| Kernbohrung durch die Außenwand | 80 bis 180 € | je Durchführung |
| Wandkonsole oder Bodenständer | 90 bis 250 € | je nach Aufstellort |
| Kondensatpumpe (wenn kein Gefälle) | 120 bis 250 € | häufig nötig im Innenbereich |
| Wartung pro Jahr | 120 bis 220 € | Filter, Dichtheit, Kondensatweg |
Klären Sie vor der Montage drei Punkte: den Aufstellort des Außengeräts (Schall, Abstand zur Grundstücksgrenze, TA Lärm mit 35 dB(A) nachts am Nachbarfenster), die Kondensatführung im Winterbetrieb und die Leitungslänge, denn jeder Meter über der Standardlänge kostet extra und senkt bei großen Längen die Leistung. Details zum Außengerät stehen in unserem Beitrag zum Klimaanlagen-Außengerät.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Ein Gerät für Heizen und Kühlen, dadurch keine zweite Investition
- Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 5 kWh Wärme, deutlich günstiger als jede Direktstromheizung
- Sehr schnelle Aufheizzeit, ein Raum ist in 10 bis 20 Minuten warm
- Als Luft-Luft-Wärmepumpe erfüllt sie die 65-Prozent-Regel des GEG
- Im Sommer nahezu vollständig mit PV-Strom betreibbar
- Kein Wasserkreislauf im Haus, dadurch kein Frostrisiko und kein hydraulischer Abgleich
✕ Nachteile
- Wärme kommt über die Luft, die Verteilung ist ungleichmäßiger als bei Flächenheizungen
- Abtauzyklen kosten 5 bis 12 % Effizienz über die Heizsaison
- Trocknet die Raumluft im Winterbetrieb spürbar aus
- Kein Warmwasser, dafür braucht es weiterhin ein separates Gerät
- Außengerät ist hörbar, die TA Lärm begrenzt den Aufstellort
- Montage nur durch zertifizierte Kältebetriebe, das verteuert die Anlage
Fazit
Klimaanlage mit Heizung: gut als Zusatz, tragfähig als Hauptheizung nur im gedämmten Gebäude
Eine Klimaanlage mit Heizfunktion ist die günstigste Art, einen einzelnen Raum elektrisch zu beheizen, und im Sommer kühlt sie kostenlos aus der PV-Anlage. Als alleinige Hausheizung braucht sie ein gedämmtes Gebäude und einen offenen Grundriss.
Achten Sie auf einen SCOP ab 4,6, einen Inverter-Verdichter und die Leistung bei minus 7 °C, nicht nur auf die Nennleistung. Legen Sie das Gerät nach der Heizlast aus, nicht nach der Kühllast. Und planen Sie den Aufstellort des Außengeräts früh, denn Schall und Abstand zur Grundstücksgrenze sind der häufigste Grund, warum ein Projekt am Ende scheitert.
Weiterführende Links und Quellen
- Split-Klimaanlage, Multisplit-Klimaanlage, Klimaanlage 3 Innengeräte, Klimaanlage Schlafzimmer, Wärmepumpe als Klimaanlage, Klimaanlage Außengerät
- Umweltbundesamt, Kältemittel und F-Gase-Verordnung
- Verbraucherzentrale, Heizen mit Klimaanlagen und Luft-Luft-Wärmepumpen
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Kann eine Klimaanlage mit Heizung eine richtige Heizung ersetzen?
In gut gedämmten Räumen ja, im unsanierten Altbau selten. Eine Klimaanlage als Heizung gibt Wärme über die Raumluft ab, nicht über eine Fläche. Sie heizt schnell, trocknet die Luft aber leicht aus und verteilt die Wärme ungleichmäßig, wenn der Grundriss verwinkelt ist. Als alleinige Heizung eignet sie sich am ehesten in Neubauten, Wohnungen und offenen Grundrissen.
Wie effizient ist eine Klimaanlage mit Heizfunktion?
Der maßgebliche Wert ist der SCOP, der die Heizeffizienz über eine ganze Saison beschreibt. Gute Geräte erreichen SCOP 4,0 bis 5,1, das heißt: Aus 1 kWh Strom werden 4,0 bis 5,1 kWh Wärme. Bei minus 7 °C Außentemperatur sinkt der Momentanwert allerdings auf etwa 2,0 bis 2,8, weil die Abtauzyklen Energie kosten.
Was kostet das Heizen mit einer Klimaanlage pro Stunde?
Ein Gerät mit 3,5 kW Heizleistung und einem COP von 3,5 nimmt rund 1,0 kW elektrisch auf. Bei 0,32 €/kWh sind das 32 Cent je Stunde bei Volllast. Im Teillastbetrieb, in dem eine Inverter-Anlage meist läuft, sinkt der Wert auf 10 bis 18 Cent je Stunde. Über eine Heizsaison von 1.600 Stunden ergibt das rund 250 bis 400 € je Raum.
Was bedeutet Klimaanlage mit Inverter?
Eine Klimaanlage mit Inverter regelt die Verdichterdrehzahl stufenlos, statt nur ein- und auszuschalten. Sie läuft dadurch fast durchgehend im Teillastbetrieb, hält die Temperatur konstanter und verbraucht 30 bis 40 % weniger Strom als ein Ein-Aus-Gerät. Für den Heizbetrieb ist der Inverter praktisch Pflicht, weil sonst die Raumtemperatur pendelt.
Wie viel kW Heizleistung braucht mein Raum?
Als Faustformel gelten 60 bis 100 W je Quadratmeter, abhängig von Dämmung, Fensterfläche und Ausrichtung. Ein Wohnzimmer mit 30 m² und mittlerem Dämmstandard braucht also rund 2,4 kW Heizleistung. Wählen Sie das Gerät nach dieser Heizlast, nicht nach der Kühlleistung, denn im Heizbetrieb liegt die verfügbare Leistung bei tiefen Außentemperaturen niedriger.
Wie viele Räume schafft eine Klimaanlage mit 3 Innengeräten?
Eine Multisplit-Anlage mit 3 Innengeräten versorgt drei Räume aus einem Außengerät, etwa Wohnzimmer, Schlafzimmer und Büro. Wichtig ist die Gleichzeitigkeit: Das Außengerät hat meist weniger Leistung als die Summe aller Innengeräte, weil selten alle Räume gleichzeitig Volllast fordern. Prüfen Sie den Gleichzeitigkeitsfaktor im Datenblatt.
Lässt sich eine Klimaanlage mit Solar betreiben?
Ja, und das ist der ideale Fall im Sommer: Die höchste Kühllast fällt genau dann an, wenn die PV-Anlage am meisten liefert. Eine 3,5 kW Klimaanlage zieht rund 1,0 kW elektrisch, das deckt schon eine kleine Anlage. Im Heizbetrieb passt die Kurve dagegen schlecht, weil die Sonne im Winter zu wenig liefert und die Heizlast abends am größten ist.
Braucht eine Klimaanlage mit Heizung ein Außengerät?
Eine Split- oder Multisplit-Anlage ja, denn sie muss dem Außenbereich Wärme entziehen. Monoblock-Geräte ohne Außeneinheit arbeiten mit einem Luftschlauch durch die Wand oder das Fenster und erreichen deutlich schlechtere Werte, im Heizbetrieb typischerweise COP 2,5 statt 4,0. Für den dauerhaften Heizbetrieb ist die Split-Bauweise die klar bessere Wahl.
Ist eine Klimaanlage mit Heizung nach GEG zulässig?
Ja. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe zählt als Wärmepumpe und erfüllt damit die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes. Sie muss allerdings tatsächlich die Heizlast des Gebäudes decken können, und der Nachweis dafür gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Ein einzelnes Splitgerät im Wohnzimmer ersetzt keine Zentralheizung im ganzen Haus.
Wie laut ist eine Klimaanlage im Heizbetrieb?
Innengeräte liegen bei 19 bis 24 dB(A) in der Nachtstufe und bei 38 bis 45 dB(A) unter Volllast. Das Außengerät erreicht 48 bis 58 dB(A). Im Heizbetrieb kommen Abtauzyklen hinzu, bei denen das Außengerät kurzzeitig lauter wird und Wasserdampf abgibt. Für die Nachbarschaft gilt die TA Lärm mit 35 dB(A) nachts am Immissionsort.