WÄRMEPUMPE

Monoblock Wärmepumpe: Technik, Größen und Kaufberatung

Monoblock-Wärmepumpe als Außeneinheit neben einem Wohnhaus
Bei der Monoblock-Wärmepumpe sitzt der komplette Kältekreis in der Außeneinheit, Foto: Pexels

Die Monoblock Wärmepumpe ist die derzeit meistverkaufte Bauform der Luft-Wasser-Wärmepumpe in Deutschland. Der gesamte Kältekreis mit Verdichter, Verdampfer, Verflüssiger und Kältemittel sitzt fertig montiert und geprüft in der Außeneinheit. Ins Haus geht nur Heizungswasser, kein Kältemittel.

Dieser Ratgeber erklärt, was eine Monoblock-Wärmepumpe technisch ausmacht, wie der Anschlussplan aussieht, warum R290 den Markt übernimmt, welche Leistungsklasse von 3 kW bis 12 kW zu Ihrem Haus passt, was Panasonic, LG, Buderus und Samsung unterscheidet, was die Anlage kostet und was Sie tatsächlich selbst installieren dürfen.

Was ist eine Monoblock Wärmepumpe?

Eine Monoblock Wärmepumpe ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, deren kompletter Kältekreis in einem einzigen Gehäuse sitzt. Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil und die Kältemittelfüllung werden im Werk montiert, befüllt und auf Dichtheit geprüft. Auf der Baustelle wird das Gerät nur noch aufgestellt, hydraulisch angeschlossen und elektrisch verbunden.

Der entscheidende Unterschied zur Split-Bauweise: Ins Gebäude führen keine Kältemittelleitungen, sondern nur Heizungswasser. Genau daraus ergeben sich alle Vor- und Nachteile der Monoblock-Wärmepumpe, von der einfachen Montage bis zum Frostrisiko in den Außenleitungen.

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Aufbau und Anschlussplan

Der Anschlussplan einer Monoblock Wärmepumpe ist im Kern immer gleich, unabhängig vom Hersteller. Vom Außengerät gehen zwei wasserführende Leitungen ins Haus, dort schließt sich die Hydraulik an:

  1. Vorlauf und Rücklauf, meist DN 25 bis DN 32, gedämmt und frostsicher (im Erdreich unter der Frostgrenze oder auf kurzem Weg durch die Wand).
  2. Absperrventile und Schmutzfänger direkt hinter der Gebäudeeinführung, damit sich der Wärmetauscher nicht zusetzt.
  3. Umwälzpumpe (bei vielen Geräten bereits im Außengerät integriert) und Volumenstromsensor.
  4. Pufferspeicher als Reihenpuffer oder hydraulische Weiche, wenn die Heizkreise abgesperrt werden können, meist 50 bis 100 Liter.
  5. Drei-Wege-Umschaltventil zwischen Heizkreis und Warmwasserspeicher.
  6. Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil, Manometer und Entlüfter am höchsten Punkt.
  7. Heizkreisverteiler mit hydraulischem Abgleich, Außentemperaturfühler für die witterungsgeführte Regelung.

Der Warmwasserteil braucht einen ausreichend großen Speicher mit großer Wärmetauscherfläche. Welche Größe zu welchem Haushalt passt, rechnen wir im Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit 150 Litern vor.

Monoblock Wärmepumpe Anschlussplan: die vier Ebenen

Ein Monoblock Wärmepumpe Anschlussplan lässt sich immer in vier Ebenen lesen, unabhängig vom Hersteller. Wer sie einmal verstanden hat, erkennt jedes Herstellerschema wieder.

  • Hydraulik außen: Vorlauf und Rücklauf verlassen das Gerät als einziges Leitungspaar. Beide werden geschlossenzellig gedämmt und entweder unter der Frostgrenze im Erdreich oder auf kürzestem Weg durch die Wand geführt. Im Plan finden Sie hier Absperrhähne und den Schmutzfänger.
  • Hydraulik innen: Nach der Gebäudeeinführung folgen Umwälzpumpe, Pufferspeicher oder hydraulische Weiche, das Drei-Wege-Umschaltventil zum Warmwasserspeicher, Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil. Der Puffer ist keine Kür, er sichert den Mindestwasserinhalt für den Abtauzyklus.
  • Frostschutz: Der Plan zeigt entweder eine Frostschutzfunktion über die dauerlaufende Umwälzpumpe, eine Notentleerung oder einen Zwischenwärmetauscher mit Glykolkreis. Genau dieser Punkt entscheidet, ob ein Stromausfall bei minus 10 °C den Wärmetauscher zerstört.
  • Elektroanschluss: Getrennt eingezeichnet sind die Last- und die Steuerleitung, der Fehlerstromschutzschalter, der Anschluss des Außentemperaturfühlers und, falls vorhanden, die Ansteuerung nach §14a EnWG durch den Netzbetreiber. Diese Ebene darf ausschließlich eine eingetragene Elektrofachkraft ausführen.

Verbindlich ist immer das Schema aus der Montageanleitung Ihres Geräts. Weichen Sie davon ab, riskieren Sie Gewährleistung und Förderung.

Monoblock oder Split Wärmepumpe?

Die Frage Wärmepumpe Split oder Monoblock ist die häufigste vor dem Kauf. Beide Bauformen nutzen dieselbe Physik, sie unterscheiden sich nur darin, wo der Kältekreis endet.

KriteriumMonoblockSplit
Kältekreiskomplett im Außengerät, werkseitig dichtgeteilt, Kältemittelleitungen ins Haus
Montageohne Kältesachkunde möglichnur mit Sachkundenachweis (Kälteschein)
Platzbedarf innengering, oft nur HydraulikstationInneneinheit, teils mit Speicher
Frostrisikovorhanden, Wasser führt nach draußenkeines, Wasser bleibt im Haus
Kältemittelmeist R290 (Propan)meist R32, zunehmend R290
Vorlauftemperaturbis ca. 70 °C mit R290bis ca. 60–65 °C mit R32
Montagekostenniedrigerhöher
Wartungsaufwandgeringer, keine Dichtheitsprüfung am Bauregelmäßige Dichtheitsprüfung je nach Füllmenge

Im direkten Vergleich Monoblock vs Split Wärmepumpe gewinnt die Monoblock-Bauart bei Montageaufwand, Kältemittelrecht und Förderfähigkeit. Split bleibt sinnvoll, wenn Sie eine Inneneinheit mit integriertem Speicher wollen oder die Leitungsführung nach draußen bautechnisch schwierig ist. Ob Monoblock oder Split: Die Dimensionierung nach Heizlast ist wichtiger als die Bauform, wie unser Ratgeber zur 10 kW Wärmepumpe zeigt.

Kältemittel R290: Propan als Standard

Nahezu alle neuen Baureihen sind heute eine Monoblock Wärmepumpe mit R290. Propan hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von 3, R32 liegt bei 675, das früher übliche R410A bei 2.088. Die novellierte EU-F-Gase-Verordnung verschärft die Grenzwerte schrittweise, natürliche Kältemittel sind damit zukunftssicher.

KältemittelGWPMax. VorlaufBewertung
R290 (Propan)3bis ca. 70 °CStandard bei neuen Monoblock-Geräten
R32675bis ca. 60–65 °Cnoch verbreitet, vor allem bei Split
R410A2.088bis ca. 55 °CAuslaufmodell, meiden

Die hohe Vorlauftemperatur ist der praktische Vorteil: Eine Wärmepumpe mit R290 im Monoblock-Format kann auch an bestehenden Heizkörpern betrieben werden, ohne dass zuerst eine Fußbodenheizung eingebaut werden muss. Wirtschaftlich bleibt trotzdem gültig: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser die Jahresarbeitszahl.

Der Sicherheitsaspekt: Propan ist brennbar. Deshalb gelten Mindestabstände zu Fenstern, Lichtschächten, Kellerabgängen und Zündquellen, in der Regel 1 bis 2 m, je nach Füllmenge und Herstellerangabe. Die Aufstellung im Innenraum ist bei R290-Monoblöcken nicht vorgesehen.

Monoblock Wärmepumpe R290: worauf Sie im Datenblatt achten

In Preislisten und Shops taucht dieselbe Bauform unter mehreren Bezeichnungen auf, mal als Wärmepumpe R290 Monoblock, mal als Wärmepumpe Monoblock R290. Gemeint ist immer dasselbe: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, deren werkseitig geschlossener Kältekreis mit Propan gefüllt ist und komplett im Außengerät sitzt. Vergleichen Sie deshalb nicht die Namen, sondern drei Werte.

  • Füllmenge: Sie bestimmt die einzuhaltenden Sicherheitsabstände. Geräte unter etwa 300 g Propan haben deutlich kleinere Schutzbereiche als Geräte mit 1 kg und mehr.
  • Maximale Vorlauftemperatur bei Norm-Außentemperatur: Die beworbenen 70 °C gelten oft nur bei milden Außentemperaturen. Entscheidend ist der Wert bei minus 7 °C, denn genau dann brauchen Ihre Heizkörper die hohe Vorlauftemperatur.
  • SCOP im Betriebspunkt Ihres Hauses: Ein R290-Gerät ist bei 55 °C Vorlauf effizienter als ein R32-Gerät, aber immer noch schlechter als dasselbe Gerät bei 35 °C. Das Kältemittel ersetzt keinen hydraulischen Abgleich.

Leistungsklassen: von 3 kW bis 12 kW

Die passende Größe ergibt sich aus der Heizlast nach DIN EN 12831, nicht aus der Wohnfläche. Diese Tabelle zeigt, welche Klasse in der Praxis zu welchem Gebäude passt:

LeistungTypisches GebäudeBeheizte FlächeAnmerkung
Monoblock-Wärmepumpe 3 kWPassivhaus, kleines Reihenhaus, Ferienhaus50–80 m²selten, oft ohne Warmwasserbereitung ausgelegt
Monoblock-Wärmepumpe 5 kWNeubau mit sehr guter Dämmung90–130 m²Fußbodenheizung vorausgesetzt
Monoblock-Wärmepumpe 7 kWNeubau oder gut saniertes Haus120–160 m²meistverkaufte Klasse im Neubau
Monoblock-Wärmepumpe 8 kWsaniertes Einfamilienhaus140–175 m²guter Kompromiss im Bestand
Wärmepumpe 9 kW MonoblockEinfamilienhaus mit Standard-Dämmung150–190 m²häufig bei gemischten Heizflächen
Wärmepumpe 12 kW Monoblockteilsanierter Altbau, großes Haus180–230 m²oft überdimensioniert, Heizlast prüfen

Achtung bei der Angabe im Datenblatt: Die Nennleistung bezieht sich auf einen definierten Betriebspunkt, üblicherweise A7/W35 (7 °C Außenluft, 35 °C Vorlauf). Bei A-7/W55 liefert dasselbe Gerät deutlich weniger. Vergleichen Sie also nur Werte im selben Betriebspunkt, sonst wählen Sie eine Monoblock Wärmepumpe mit 12 kW, wo eine mit 8 kW gereicht hätte.

Wärmepumpe 5 kW Monoblock

Eine Wärmepumpe 5 kW Monoblock reicht für gut gedämmte Neubauten mit 90 bis 130 m² und Fußbodenheizung, also für eine Heizlast um 4,5 bis 5,5 kW. Voraussetzung ist eine Vorlauftemperatur unter 35 °C. In einem Bestandshaus mit Heizkörpern ist diese Klasse zu klein, dort springt der Elektroheizstab an jedem kalten Tag ein.

Wärmepumpe 7 kW Monoblock

Die Wärmepumpe 7 kW Monoblock ist die meistverkaufte Klasse im Neubau und im gut sanierten Haus mit 120 bis 160 m². Sie deckt Heizlast und Warmwasser ab, ohne in der Übergangszeit zu takten, solange der Verdichter breit moduliert.

Wärmepumpe 8 kW Monoblock

Eine Wärmepumpe 8 kW Monoblock passt zum sanierten Einfamilienhaus mit 140 bis 175 m² und gemischten Heizflächen, also Fußbodenheizung im Erdgeschoss und Heizkörpern im Obergeschoss. Sie ist der sicherste Kompromiss im Bestand, wenn die Heizlastberechnung zwischen 7 und 8,5 kW liegt.

Monoblock Wärmepumpe 12 kW

Eine Monoblock Wärmepumpe 12 kW gehört in den teilsanierten Altbau oder in große Häuser mit 180 bis 230 m², typischerweise mit einer Vorlauftemperatur um 50 °C. Sie ist zugleich die am häufigsten zu groß gewählte Klasse: Wer aus 9 kW Heizlast sicherheitshalber 12 kW macht, kauft kein Polster, sondern ein taktendes Gerät.

Im Handel finden Sie dieselbe Baugröße unter beiden Schreibweisen, als Wärmepumpe Monoblock 12 kW und als Monoblock Wärmepumpe 12 kW. Der Unterschied liegt nur in der Wortstellung des Shops, technisch ist es dasselbe Gerät. Vergleichen Sie deshalb immer die Leistung im selben Betriebspunkt und nicht die Produktbezeichnung. Wie sich die Klassen darüber und darunter einordnen, zeigt unser Ratgeber zur Wärmepumpe mit 12 kW.

Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten
Die Nennleistung gilt immer für einen Betriebspunkt, meist A7/W35, Foto: Pexels

Panasonic, LG, Buderus und Samsung im Überblick

Der Markt für Monoblock-Geräte ist groß, vier Namen tauchen in Suchanfragen besonders häufig auf. Wir nennen bewusst keine Modellnummern, weil Baureihen jährlich wechseln, sondern beschreiben die Positionierung:

  • Panasonic Wärmepumpe Monoblock: die Panasonic Monoblock Wärmepumpe ist im deutschen Markt sehr verbreitet, mit einem breiten Leistungsspektrum, R290-Geräten für hohe Vorlauftemperaturen und einer gut dokumentierten Hydraulik-Einbindung.
  • LG Monoblock Wärmepumpe: LG bietet R290-Monoblöcke mit hohen Vorlauftemperaturen und ausgeprägter Konnektivität, das Fachhandwerksnetz ist regional unterschiedlich dicht.
  • Buderus Monoblock Wärmepumpe: Buderus ist ein Systemanbieter, die Stärke liegt in der durchgängigen Regelung, dem Zusammenspiel mit Speichern und Hybridlösungen und einem sehr dichten Servicenetz.
  • Samsung Monoblock Wärmepumpe: Samsung liefert Monoblock-Geräte mit kompakten Abmessungen und niedrigen Schallwerten, verfügbar mit R290 und R32.

Wichtiger als die Marke sind drei Punkte: der geprüfte SCOP bei Ihrer tatsächlichen Vorlauftemperatur, der Modulationsbereich des Verdichters (je größer, desto weniger Takten) und die Verfügbarkeit eines Fachbetriebs mit Wartungsvertrag in Ihrer Region.

Monoblock Wärmepumpe selbst installieren: was ist erlaubt?

Weil der Kältekreis geschlossen bleibt, ist eine Monoblock Wärmepumpe selbst zu installieren rechtlich grundsätzlich möglich, anders als bei einer Split-Anlage. Es gibt aber klare Grenzen:

✓ Vorteile

  • Aufstellung, Fundament und schallentkoppelte Montage dürfen Sie selbst ausführen
  • Hydraulische Verrohrung, Dämmung und Anbindung an den Heizkreis sind Eigenleistung möglich
  • Keine F-Gase-Sachkunde nötig, weil der Kältekreis nicht geöffnet wird
  • Spart je nach Umfang 2.000 bis 4.000 € Montagekosten

✕ Nachteile

  • Der Elektroanschluss ist ausschließlich der eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten
  • Anmeldung beim Netzbetreiber nach VDE-AR-N 4100 und §14a EnWG ist Pflicht
  • Ohne Fachunternehmererklärung gibt es keine Förderung, der Zuschuss übersteigt die Ersparnis meist deutlich
  • Gewährleistungs- und Garantieansprüche entfallen bei Montagefehlern
  • Fehler beim Frostschutz oder beim hydraulischen Abgleich sind teuer und fallen erst im Winter auf

Unsere Einschätzung: Eigenleistung lohnt fast nie. Wer bis zu 70 % Förderung erhält, verschenkt durch die Selbstmontage mehr Geld, als er an Handwerkerkosten spart. Sinnvoll sind Teilleistungen in Absprache mit dem Fachbetrieb, etwa Erdarbeiten oder das Fundament.

Frostschutz: der kritische Punkt der Monoblock-Bauweise

Weil Heizungswasser nach draußen geführt wird, ist Frost die Achillesferse jeder Monoblock-Anlage. Bei Stromausfall oder Störung im Winter kann der Wärmetauscher einfrieren und platzen. Drei Absicherungen sind üblich:

  • Frostschutzfunktion der Regelung: Die Umwälzpumpe läuft weiter und hält das Wasser in Bewegung. Funktioniert nur, solange Strom anliegt.
  • Automatische Notentleerung: Ein Ventil lässt den Außenkreis bei Unterschreiten einer Grenztemperatur ab. Gut, aber nicht bei jedem Gerät vorhanden.
  • Glykol-Wasser-Gemisch: Der sicherste Weg, meist über einen Zwischenwärmetauscher. Kostet 3 bis 8 % Effizienz, weil sich Wärmekapazität und Viskosität verschlechtern.

Halten Sie die Außenleitungen so kurz wie möglich, dämmen Sie sie geschlossenzellig und UV-beständig und führen Sie sie im Erdreich unter der örtlichen Frostgrenze (in Deutschland meist 80 cm).

SCOP, JAZ und Stromkosten

Der SCOP ist der genormte Laborwert nach EN 14825, die JAZ (Jahresarbeitszahl) misst die reale Effizienz in Ihrem Haus. Beide hängen fast vollständig von der Vorlauftemperatur ab.

HeizsystemVorlauftemperaturRealistische JAZStrom bei 18.000 kWh Wärme
Fußbodenheizung30–35 °C4,0–4,83.750–4.500 kWh
Große Heizkörper / Niedertemperatur40–45 °C3,5–4,04.500–5.150 kWh
Bestehende Heizkörper50–55 °C2,8–3,35.450–6.430 kWh
Alte Heizkörper ohne Abgleich60–70 °C2,2–2,76.670–8.180 kWh

Rechenbeispiel: 18.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 4,0, Wärmepumpentarif 0,26 €/kWh. Das ergibt 4.500 kWh Strom und rund 1.170 € Stromkosten pro Jahr. Bei einer JAZ von nur 2,8 (alte Heizkörper, kein hydraulischer Abgleich) steigen die Kosten auf etwa 1.670 €. Der hydraulische Abgleich und größere Heizflächen sind deshalb kein Luxus, sondern der günstigste Effizienzhebel überhaupt. Wer zusätzlich Solarstrom nutzt und ihn in einem großen Stromspeicher zwischenspeichert, senkt die Betriebskosten weiter.

Kosten und Förderung

PostenKostenAnmerkung
Monoblock-Gerät (7–9 kW, R290)7.000–13.000 €je nach Hersteller und Regelung
Installation, Hydraulik, Elektro5.000–11.000 €inkl. Speicher und Inbetriebnahme
Pufferspeicher und Warmwasserspeicher1.500–3.500 €Größe nach Haushalt
Hydraulischer Abgleich600–1.200 €förderfähig, Pflicht für den Zuschuss
Summe vor Förderung14.000–28.000 €schlüsselfertig
Förderung (BEG, über die KfW)bis 70 %Grund-, Effizienz-, Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus

Der Effizienz-Bonus wird unter anderem für natürliche Kältemittel gewährt, R290-Geräte profitieren also direkt. Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden, und die Sätze können sich ändern. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen bei KfW und BAFA und binden Sie einen Energieberater ein.

Testsieger und Tests: was wirklich belastbar ist

Die Suche nach einem Monoblock Wärmepumpe Testsieger führt schnell zu Listen ohne Messgrundlage. Ein sauberer Wärmepumpe Monoblock Test müsste ein Gerät über eine ganze Heizsaison in einem realen Gebäude messen, das machen nur wenige Institute. Stiftung Warentest hat Luft-Wasser-Wärmepumpen wiederholt untersucht, ein durchgängiger, aktueller Test aller Monoblock-Baureihen liegt nicht vor.

Wir stützen unsere Einschätzung deshalb auf Herstellerdaten nach EN 14825 (SCOP im jeweiligen Betriebspunkt), auf den Schallleistungspegel, den Modulationsbereich, das Kältemittel und die Servicedichte, nach der auf unserer Methodik-Seite beschriebenen Gewichtung.

Unsere Empfehlung

Auch beim Wärmepumpen-Außengerät gilt: Der Aufstellort entscheidet über Schall und Effizienz. Eine Schallschutzhaube für die Wärmepumpe hilft, die Nachtwerte der TA Lärm sicher einzuhalten, ersetzt aber keinen ausreichenden Abstand zur Grundstücksgrenze.

Vorteile und Nachteile der Monoblock-Bauweise

✓ Vorteile

  • Kältekreis werkseitig geschlossen und geprüft, kein Kältemittel im Haus
  • Montage ohne Kältesachkunde, dadurch günstiger und schneller
  • Kein Platzbedarf für eine große Inneneinheit
  • R290 erlaubt Vorlauftemperaturen bis rund 70 °C
  • Keine Dichtheitsprüfungspflicht am Bau, geringerer Wartungsaufwand
  • Voll förderfähig über die Bundesförderung, inklusive Effizienz-Bonus

✕ Nachteile

  • Frostrisiko in den wasserführenden Außenleitungen bei Stromausfall
  • Glykol als Frostschutz kostet 3 bis 8 % Effizienz
  • Wärmeverluste über die Außenleitungen, deshalb kurze Wege nötig
  • Bei R290 Sicherheitsabstände zu Fenstern und Lichtschächten einzuhalten
  • Der Verdichter steht draußen, der Schallschutz muss von Anfang an mitgeplant werden

Typische Fehler

Der klassische Fehler ist die Überdimensionierung: Aus Sicherheitsdenken wird eine 12 kW Anlage gewählt, wo die Heizlast 8 kW beträgt. Die Folge ist Takten, also ständiges Ein- und Ausschalten, mit schlechterer JAZ und höherem Verschleiß. Der zweite Fehler betrifft die Vorlauftemperatur: Wer die alten Heizkörper unverändert weiterbetreibt und keinen hydraulischen Abgleich macht, landet bei einer JAZ um 2,5 und wundert sich über die Stromrechnung. Der dritte Fehler ist der unzureichende Frostschutz. Und der vierte: der Aufstellort direkt unter dem Schlafzimmerfenster des Nachbarn.

🏆 Empfehlung für den Bestand

Fazit zur Monoblock Wärmepumpe

4.5/ 5

Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ist die Monoblock-Bauweise mit R290 heute die pragmatischste und förderfreundlichste Wahl.

Rechnen Sie mit 14.000 bis 28.000 € vor Förderung, lassen Sie die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnen, planen Sie den Frostschutz von Anfang an und senken Sie die Vorlauftemperatur so weit wie möglich. Damit erreichen Sie eine JAZ von 4 und mehr.

Fazit

Die Monoblock Wärmepumpe hat sich durchgesetzt, weil sie die Baustelle einfacher macht: kein Kältemittel im Haus, keine Kältesachkunde, kürzere Montage. Mit R290 als Kältemittel sind Vorlauftemperaturen bis rund 70 °C möglich, was den Einsatz im Bestand ohne komplette Heizungssanierung erlaubt. Wählen Sie die Leistungsklasse nach berechneter Heizlast, nicht nach Gefühl, sichern Sie die Außenleitungen gegen Frost und beantragen Sie die Förderung vor der Beauftragung. Dann ist die Monoblock-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Heizung, die Sie heute in ein bestehendes Haus einbauen können.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Was ist eine Monoblock Wärmepumpe?

Eine Monoblock Wärmepumpe ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei der der komplette Kältekreis in einem einzigen, werkseitig befüllten Gehäuse im Außenbereich sitzt. Vom Gerät ins Haus führen ausschließlich wasserführende Heizungsleitungen für Vorlauf und Rücklauf. Bei der Split-Bauweise dagegen sind Verdampfer und Verdichter getrennt, und Kältemittelleitungen führen ins Gebäude, was einen Kältefachbetrieb für die Montage voraussetzt.

Monoblock oder Split Wärmepumpe: was ist besser?

Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Monoblock-Bauweise die einfachere Wahl: Es sind keine Kältemittelarbeiten am Bau nötig, die Installation ist schneller und günstiger, und mit R290 sind hohe Vorlauftemperaturen möglich. Eine Split-Wärmepumpe kann bei sehr niedrigen Außentemperaturen im Vorteil sein, weil der wasserführende Kreis im Haus bleibt und nicht einfrieren kann, und sie erlaubt eine Inneneinheit mit integriertem Speicher. Die Effizienzunterschiede sind bei aktuellen Geräten gering.

Welche Größe brauche ich: 8 kW oder 12 kW Monoblock?

Das entscheidet allein die Heizlast nach DIN EN 12831. Grob gilt: Ein Neubau mit 140 m² liegt bei 5 bis 7 kW, ein saniertes Haus gleicher Größe bei 8 bis 10 kW, ein teilsanierter Altbau bei 10 bis 12 kW. Eine Wärmepumpe mit 12 kW im Monoblock-Format ist für viele Bestandshäuser passend, wird aber häufig zu groß gewählt. Eine überdimensionierte Anlage taktet und verliert Effizienz.

Kann ich eine Monoblock Wärmepumpe selbst installieren?

Sie dürfen die Aufstellung, die Fundamentierung und die hydraulische Verrohrung in Eigenleistung ausführen, weil kein Kältekreis geöffnet wird und damit keine F-Gase-Sachkunde nötig ist. Den Elektroanschluss darf nur eine eingetragene Elektrofachkraft herstellen, sie meldet die Anlage außerdem beim Netzbetreiber nach VDE-AR-N 4100 an. Ohne Fachunternehmererklärung entfällt zudem die Förderung, das macht die Eigenleistung meist unwirtschaftlich.

Warum setzen alle Hersteller auf R290?

Propan (R290) hat ein Treibhauspotenzial von 3 statt 675 wie R32 und fällt damit nicht unter die Verschärfungen der EU-F-Gase-Verordnung. Technisch erlaubt R290 Vorlauftemperaturen bis rund 70 °C, was den Betrieb an bestehenden Heizkörpern ohne Sanierung ermöglicht. In der Bundesförderung sichert ein natürliches Kältemittel zusätzlich den Effizienz-Bonus. Nachteil ist die Brennbarkeit, weshalb Sicherheitsabstände zu Fenstern, Lichtschächten und Kellerabgängen einzuhalten sind.

Wie sieht der Anschlussplan einer Monoblock Wärmepumpe aus?

Vom Außengerät führen gedämmte Vorlauf- und Rücklaufleitungen (meist DN 25 bis DN 32) frostsicher ins Haus. Innen folgen Absperrventile, Schmutzfänger, Umwälzpumpe, gegebenenfalls eine hydraulische Weiche oder ein Pufferspeicher (Reihen- oder Trennpuffer), das Drei-Wege-Umschaltventil für die Warmwasserbereitung und der Anschluss an den Heizkreisverteiler. Dazu kommen Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Außenfühler. Den verbindlichen Anschlussplan liefert der Hersteller in der Montageanleitung, er ist Voraussetzung für Gewährleistung und Förderung.

Was passiert bei Stromausfall im Winter?

Steht die Anlage bei Frost still, kann das Wasser in den Außenleitungen und im Wärmetauscher einfrieren. Gute Geräte haben eine automatische Frostschutzfunktion, die die Umwälzpumpe laufen lässt, und einige besitzen eine Notentleerung. Sicher ist nur eine der beiden Lösungen: ein Glykol-Wasser-Gemisch im Außenkreis über einen Zwischenwärmetauscher, oder eine sehr kurze, tief verlegte und stark gedämmte Leitungsführung mit Entleerungsmöglichkeit.

Gibt es einen Monoblock Wärmepumpe Testsieger?

Einen allgemeingültigen Testsieger gibt es nicht, weil die Eignung immer vom Gebäude abhängt. Stiftung Warentest hat Luft-Wasser-Wärmepumpen mehrfach untersucht, ein durchgängiger, aktueller Test speziell aller Monoblock-Baureihen liegt aber nicht vor. Belastbar sind der geprüfte SCOP nach EN 14825 bei Ihrer Vorlauftemperatur, der Schallleistungspegel, der Modulationsbereich und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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