WALLBOX

Wallbox mit 3,7 kW einphasig: warum die kleine Box für die meisten Haushalte genügt

Typ-2-Ladekabel an einer Wallbox in einer Garage
Eine einphasige Wallbox lädt mit 16 A auf einer Phase, das sind rund 3,7 kW, Foto: Pexels

Eine Wallbox mit 3,7 kW einphasig gilt vielen als Sparversion, mit der man sich später ärgert. Die Rechnung spricht dagegen: 3,7 kW über eine Nacht von zwölf Stunden sind rund 40 kWh im Akku, also grob 200 bis 250 km Reichweite. Der durchschnittliche deutsche Pkw legt am Tag etwa 40 km zurück.

Dieser Ratgeber erklärt, woher die 3,7 kW technisch kommen, warum die 4,6-kVA-Schieflastgrenze über einphasige Anschlüsse entscheidet, welches Kabel und welcher FI vorgeschrieben sind, wie lange typische Akkus tatsächlich laden und in welchen Fällen die kleine Box der dreiphasigen sogar überlegen ist. Und wo ihre Grenzen wirklich liegen.

Wallbox 3,7 kW einphasig: woher die Zahl kommt

Eine Wallbox mit 3,7 kW einphasig ist technisch die schlichteste Form einer Ladeeinrichtung: ein Außenleiter, ein Neutralleiter, ein Schutzleiter, dazu die Steuerleitung des Typ-2-Steckers. Der Ladestrom ist auf 16 A begrenzt, die Netzspannung zwischen Außenleiter und Neutralleiter beträgt 230 V. Daraus folgt die Leistung direkt:

  • 230 V × 16 A = 3.680 W, also rund 3,7 kW
  • Wird auf glatte Werte abgerundet, steht auf dem Typenschild 3,6 kW
  • Bei 10 A Ladestrom, wie ihn viele mobile Ladekabel erzwingen, bleiben 2,3 kW
  • Bei 6 A, dem Minimum nach IEC 61851, sind es 1,38 kW

Die häufige Suchfrage nach dem Unterschied zwischen einer Wallbox mit 3,6 kW und einer Wallbox mit 3,7 kW hat damit eine sehr unspektakuläre Antwort: Es ist dasselbe Gerät, nur unterschiedlich gerundet. Ein Fahrzeug lädt an beiden identisch schnell, weil ohnehin der Ladestrom über das Control-Pilot-Signal ausgehandelt wird und nicht die auf dem Karton gedruckte Kilowattzahl.

Der zweite Punkt ist wichtiger und wird oft übersehen: Das Fahrzeug muss einphasig laden können, was praktisch alle in Europa verkauften Elektroautos beherrschen, weil ihr Bordlader ohnehin auf unterschiedliche Netzformen ausgelegt ist. Die Ladeleistung ist immer das Minimum aus Wallbox, Ladekabel, Bordlader und Zuleitung. Details zur Kabelseite finden Sie im Ratgeber zum Wallbox-Kabel.

Reicht eine 3,7-kW-Wallbox im Alltag?

Die entscheidende Größe ist nicht die Ladeleistung, sondern das Produkt aus Ladeleistung und Standzeit. Ein Auto, das abends um 19 Uhr in die Garage fährt und morgens um 7 Uhr wieder losfährt, steht zwölf Stunden an der Box. In dieser Zeit fließen bei 3,7 kW rund 44 kWh aus dem Netz. Beim Wechselstromladen gehen im Bordlader und in der Leitung etwa 8 bis 12 Prozent als Wärme verloren, es kommen also grob 40 kWh im Akku an.

LadedauerEnergie ab NetzIm Akku (ca. 90 %)Reichweite bei 18 kWh/100 km
4 h14,8 kWh13,3 kWhca. 74 km
6 h22,2 kWh20,0 kWhca. 111 km
8 h29,6 kWh26,6 kWhca. 148 km
10 h37,0 kWh33,3 kWhca. 185 km
12 h (eine Nacht)44,4 kWh40,0 kWhca. 220 km

Dem gegenüber steht die reale Fahrleistung. Ein privater Pkw in Deutschland kommt auf eine Jahresfahrleistung in der Größenordnung von 13.000 bis 14.000 km, das sind rund 37 bis 39 km am Tag. Selbst wer deutlich über dem Durchschnitt liegt und 80 km täglich pendelt, braucht bei 18 kWh je 100 km nur etwa 14,4 kWh, also gut vier Stunden Ladezeit. Die kleine Box lädt das zwischen Abendessen und Mitternacht nach.

Ehrlich bleiben muss man bei den Ausnahmen. Eng wird es in drei Konstellationen: bei Akkus über 90 kWh, die einmal komplett leergefahren wurden, bei zwei Fahrzeugen an einem Ladepunkt, und bei Fahrzeugen, die tagsüber nur zwei oder drei Stunden am Haus stehen. Wer eines dieser Profile hat, ist mit einer Wallbox mit 11 kW besser bedient.

Wallbox einphasig: die 4,6-kVA-Schieflastgrenze

Das deutsche Niederspannungsnetz ist ein Drehstromnetz mit drei Außenleitern. Werden diese drei Phasen ungleichmäßig belastet, verschiebt sich das Spannungsniveau zwischen ihnen. Genau das passiert bei jedem einphasig angeschlossenen Gerät, und deshalb begrenzen die technischen Anschlussregeln des VDE, konkret die VDE-AR-N 4100 und die darauf aufbauenden TAB der Netzbetreiber, die zulässige unsymmetrische Belastung auf 4,6 kVA je Anschlusspunkt.

Diese Grenze gilt in beide Richtungen, für einspeisende Wechselrichter ebenso wie für einphasige Verbraucher. 4,6 kVA entsprechen bei 230 V genau 20 A. Eine einphasige Wallbox mit 16 A und 3,7 kVA liegt damit sicher darunter und ist ohne Sonderprüfung anschließbar. Das ist der eigentliche Grund, warum 3,7 kW und nicht etwa 5 kW die typische einphasige Größe ist.

Wallbox kW im Vergleich: von 2,3 bis 22 kW

LeistungPhasenStrom je PhaseSchieflastNetzbetreiber
2,3 kW (Schuko, mobil)110 A2,3 kVANotlösung, keine feste Installation
3,6 / 3,7 kW116 A3,7 kVAunter 4,6 kVA, nur anmeldepflichtig
4,6 kW120 A4,6 kVAexakt an der Grenze, selten am Markt
7,4 kW132 A7,4 kVAüber der Grenze, Zustimmung nötig
11 kW316 A0 kVA (symmetrisch)anmeldepflichtig
22 kW332 A0 kVA (symmetrisch)über 12 kVA, genehmigungspflichtig

Warum es 7,4 kW einphasig überhaupt gibt

Geräte mit 7,4 kW auf einer Phase existieren, weil in anderen Ländern andere Netzformen üblich sind. In Teilen Südeuropas, in Großbritannien und in Nordamerika ist der einphasige Hausanschluss der Normalfall, dort ist eine 32-A-Wallbox völlig unauffällig. In Deutschland stößt dasselbe Gerät an die Schieflastgrenze: 7,4 kVA sind mehr als das Anderthalbfache der zulässigen 4,6 kVA.

Möglich ist ein solcher Anschluss nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Netzbetreibers, die von der Belastbarkeit des jeweiligen Ortsnetzstrangs abhängt. Wer mehr als 3,7 kW will, fährt in Deutschland fast immer besser mit einer dreiphasigen Box, die man softwareseitig auf jede gewünschte Leistung begrenzen kann. Sie ist symmetrisch, erzeugt keine Schieflast und kostet in der Anschaffung selten mehr als 100 bis 200 Euro Aufpreis.

Wallbox an einer Hauswand mit angeschlossenem Elektroauto
Einphasig mit 16 A: 3,7 kVA bleiben deutlich unter der Schieflastgrenze von 4,6 kVA, Foto: Pexels

Kabel, Absicherung und FI-Schutzschalter

Eine Wallbox ist ein Dauerverbraucher. Sie zieht ihre 16 A nicht für zehn Minuten wie ein Wasserkocher, sondern über Stunden. Die Zuleitung muss deshalb für 100 Prozent Einschaltdauer ausgelegt sein, und das gilt auch für die Verlegeart: Ein in Wärmedämmung eingebettetes Kabel verträgt weniger Strom als ein frei auf Putz verlegtes.

Leitungsquerschnitt und Spannungsfall

Bei einphasiger Speisung fließt der Strom über Außen- und Neutralleiter zurück, der Spannungsfall berechnet sich also über die doppelte Leitungslänge. Als Richtwert für Endstromkreise gelten nach DIN 18015-1 maximal drei Prozent. Für 16 A und Kupfer ergibt das folgende Empfehlung:

LeitungslängeQuerschnittSpannungsfall bei 16 ABewertung
10 m2,5 mm²ca. 2,3 V (1,0 %)unkritisch
20 m2,5 mm²ca. 4,6 V (2,0 %)Standardfall in der Garage
30 m2,5 mm²ca. 6,9 V (3,0 %)Grenzwert erreicht
40 m4 mm²ca. 5,7 V (2,5 %)eine Stufe hochgehen
60 m6 mm²ca. 5,7 V (2,5 %)Carport am Grundstücksrand

Ein praktischer Rat, der später viel Geld spart: Lassen Sie auch für eine einphasige Wallbox eine fünfadrige Leitung legen, also drei Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter. Angeschlossen wird zunächst nur eine Phase. Wenn in fünf Jahren ein zweites Fahrzeug oder ein größerer Akku dazukommt, ist der Umbau auf 11 kW eine Sache von einer Stunde im Zählerschrank statt eines neuen Wanddurchbruchs.

Absicherung und Überspannungsschutz

  • Eigener Stromkreis: nach DIN VDE 0100-722 zwingend, jeder Ladepunkt bekommt seinen eigenen Abgang im Verteiler.
  • Leitungsschutzschalter B16: passend zu 16 A Ladestrom und 2,5 mm² Querschnitt. Manche Hersteller schreiben Charakteristik C vor, die Herstellerangabe hat Vorrang.
  • Überspannungsschutz Typ 2: für neue Endstromkreise nach DIN VDE 0100-443 und 0100-534 gefordert, außenliegende Wallboxen sind besonders exponiert.
  • Erdung und Netzform: im TT-Netz und bei Ladepunkten im Freien ist die Ausführung der Schutzmaßnahme vom Elektriker zu bewerten, nicht vom Käufer.

FI-Schutzschalter und die 6-mA-Gleichfehlerstromerkennung

Das ist der Punkt, an dem Wallboxen sich von jedem anderen Hausgerät unterscheiden. Der Bordlader im Fahrzeug richtet Wechselstrom gleich. Geht dort etwas kaputt, kann ein glatter Gleichfehlerstrom auftreten, und der macht den Magnetkern eines normalen FI vom Typ A blind: Er löst dann bei einem echten Fehler möglicherweise nicht mehr aus.

DIN VDE 0100-722 fordert deshalb zweierlei: einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA Auslösestrom, mindestens Typ A, und zusätzlich eine Erkennung glatter Gleichfehlerströme ab 6 mA. Diese Erkennung kann auf zwei Wegen erfüllt werden:

VarianteWas im Verteiler sitztWas in der Wallbox sitztMehrkosten
Typ A plus integrierte DC-ErkennungFI Typ A, 30 mARDC-DD mit 6 mA Ansprechwertgering, in vielen Boxen enthalten
FI Typ BFI Typ B, 30 mAkeine Zusatzelektronik nötigrund 200 bis 400 Euro je Ladepunkt
Typ A EV bzw. Typ F mit DC-Erkennungspezieller FIkeine Zusatzelektronik nötigzwischen beiden Varianten

Die erste Zeile ist heute der Normalfall und der Grund, warum sich der Preisabstand zwischen einer einfachen und einer teuren Wallbox oft schon über den eingesparten Typ-B-FI relativiert. Achten Sie im Datenblatt auf die Formulierung „DC-Fehlerstromerkennung 6 mA“ oder „RDC-DD nach IEC 62955“. Fehlt sie, brauchen Sie den teuren FI.

Schuko-Steckdose und mobiles Ladekabel

Die naheliegende Frage bei einer 3,7-kW-Box lautet: Wenn die Leistung ohnehin klein ist, warum nicht gleich die Schuko-Steckdose in der Garage nehmen? Die Antwort hat drei Teile, und alle drei sind sicherheitsrelevant.

  • Dauerlast: Eine Schuko-Steckdose ist für 16 A bemessen, aber im Gebrauchsprofil kurzzeitiger Lasten. Für stundenlangen Betrieb wird üblicherweise auf 10 A reduziert, weshalb mobile Ladeziegel selbst meist auf 8 bis 10 A begrenzen. Damit bleiben 1,8 bis 2,3 kW statt 3,7 kW.
  • Kontaktwiderstand: Steckkontakte altern. Ein Übergangswiderstand von nur 0,1 Ohm erzeugt bei 10 A bereits 10 W Verlustleistung direkt im Kontakt. Über zehn Stunden ist das eine dauerhaft heiße Stelle in einer Dose, die dafür nicht ausgelegt ist. Verschmorte Schuko-Dosen sind der klassische Schadensfall beim Laden.
  • Kein eigener Stromkreis: Die Garagensteckdose hängt fast immer mit Licht, Tor und Werkbank am selben Abgang. Läuft nebenbei ein Heizlüfter, fliegt die Sicherung mitten in der Nacht, und morgens steht ein leeres Auto in der Garage.

Dazu kommt, dass beim Laden über eine gewöhnliche Steckdose weder die Gleichfehlerstromerkennung noch die Temperaturüberwachung des Steckers garantiert ist, sofern das Ladekabel sie nicht selbst mitbringt. Als Notlösung bei Freunden oder im Urlaub ist der Ladeziegel richtig. Zu Hause, an fünf Abenden die Woche über Jahre, ist er es nicht. Eine fest installierte Wallbox mit 3,7 kW kostet in der Gerätekategorie typischerweise 300 bis 700 Euro und liefert dabei fast doppelt so viel Ladeleistung wie der Ziegel.

Ladezeiten nach Akkugröße

Die folgende Tabelle rechnet mit 3,7 kW ab Netz und rund zehn Prozent Ladeverlusten, es kommen also etwa 3,3 kWh je Stunde im Akku an. Die Spalte 20 bis 80 Prozent ist die alltagsnähere: In diesem Fenster bewegt sich der reale Ladebetrieb, ein vollständiges Leerfahren kommt praktisch nicht vor.

AkkukapazitätFahrzeugklasse0 bis 100 %20 bis 80 %Passt in eine Nacht?
20 kWhKleinstwagenca. 6 hca. 3,6 hja, mühelos
40 kWhKleinwagenca. 12 hca. 7 hja
58 kWhKompaktklasseca. 17,5 hca. 10,5 hja im 20-80-Fenster
77 kWhMittelklasse, SUVca. 23 hca. 14 hknapp, zwei Nächte bei Vollladung
100 kWhOberklasseca. 30 hca. 18 hnein, hier lohnen 11 kW

Diese Zahlen wirken auf den ersten Blick abschreckend, führen aber in die Irre, solange man sie als „Ladezeit von leer auf voll“ liest. Niemand fährt seinen Akku regelmäßig auf null. Relevant ist die Nachladung des tatsächlich gefahrenen Tagesbedarfs, und der liegt bei den meisten Haushalten zwischen 5 und 15 kWh, also bei anderthalb bis fünf Stunden Ladezeit.

Wer wissen will, wie viel tatsächlich in den Wagen fließt, braucht eine Messung. Boxen mit integrierter Verbrauchserfassung zeigen das direkt an, siehe unseren Ratgeber zur Wallbox mit Stromzähler.

PV-Überschussladen: einphasig im Vorteil

Hier dreht sich das übliche Argument um. Beim Überschussladen soll die Wallbox genau so viel Leistung ziehen, wie die Photovoltaikanlage gerade über den Hausverbrauch hinaus liefert. Das Problem: Der Ladevorgang lässt sich nach IEC 61851 nicht beliebig herunterregeln. Die Untergrenze liegt bei 6 A je Phase.

WallboxPhasenMinimaler LadestromMinimale LadeleistungLadung startet ab Überschuss
3,7 kW einphasig16 Aca. 1,4 kWca. 1,4 kW
7,4 kW einphasig16 Aca. 1,4 kWca. 1,4 kW
11 kW dreiphasig33 × 6 Aca. 4,1 kWca. 4,2 kW
22 kW dreiphasig33 × 6 Aca. 4,1 kWca. 4,2 kW
11 kW mit Phasenumschaltung1 oder 36 Aca. 1,4 kWca. 1,4 kW, aber teurer

Eine dreiphasige 11-kW-Box startet also erst, wenn rund 4,2 kW Überschuss anliegen. Bei einer 5-kWp-Anlage ist das nur an wolkenlosen Sommertagen um die Mittagszeit der Fall, und selbst dann nur, solange Wärmepumpe, Kühlschrank und Herd nichts wegnehmen. Die einphasige Box legt schon bei 1,4 kW los und lädt an einem durchwachsenen Apriltag drei bis vier Stunden, während die große Box gar nicht erst anläuft.

Der Regelbereich einer 3,7-kW-Wallbox liegt zwischen 1,4 und 3,7 kW, das sind rund 2,3 kW Spielraum in Schritten von 230 W je Ampere. Diese feine Auflösung passt gut zu den typischen Schwankungen einer Hausanlage. Wie die Steuerung im Detail funktioniert, welche Hysterese sinnvoll ist und wie sich Wärmepumpe und Speicher einordnen, steht im Ratgeber zum Wallbox-Überschussladen.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Angaben zu Preisspannen beziehen sich auf die Gerätekategorie, nicht auf ein bestimmtes Produkt. Installation, Anmeldung und Prüfung gehören in die Hände eines eingetragenen Elektroinstallationsbetriebs.

Anmeldung, 12-kVA-Grenze und §14a EnWG

Jede fest installierte Ladeeinrichtung muss dem Netzbetreiber gemeldet werden, das regelt §19 der Niederspannungsanschlussverordnung in Verbindung mit der VDE-AR-N 4100. Entscheidend ist dann die Leistungsschwelle:

  • Bis 12 kVA: Anmeldung genügt. Der Netzbetreiber wird informiert, eine Zustimmung ist nicht erforderlich. Eine 3,7-kW-Box fällt mit deutlichem Abstand hierunter, eine 11-kW-Box ebenfalls.
  • Über 12 kVA: genehmigungspflichtig. Der Netzbetreiber prüft die Belastbarkeit des Ortsnetzes und kann ablehnen oder Auflagen machen. Das betrifft die klassische 22-kW-Box.
  • Einphasig über 4,6 kVA: zusätzlich abstimmungspflichtig wegen der Schieflast, unabhängig von der 12-kVA-Grenze.

Die Meldung erledigt in der Regel der Elektroinstallateur über das Portal des Netzbetreibers, oft im selben Formular wie die Fertigstellungsanzeige. Der komplette Ablauf mit Fristen und Unterlagen steht im Ratgeber Wallbox anmelden.

Der §14a-Effekt: unter 4,2 kW gibt es beides nicht

Seit dem 1. Januar 2024 gilt §14a EnWG für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung. Dazu zählen Wärmepumpen, Stromspeicher, Raumklimageräte und nicht öffentlich zugängliche Ladepunkte. Diese Geräte muss der Netzbetreiber im Engpassfall auf 4,2 kW absenken dürfen, im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.

Eine Wallbox mit 3,7 kW liegt unterhalb dieser Schwelle. Das hat zwei Seiten, und beide gehören genannt:

Aspekt3,7 kW einphasig11 kW dreiphasig
Steuerbarkeit nach §14anicht betroffen, keine Absenkung möglichbetroffen, Absenkung auf 4,2 kW zulässig
Reduziertes Netzentgelt (Modul 1)nicht wählbarwählbar, pauschaler Abschlag je nach Netzgebiet
Steuerbox oder Steuerempfängernicht erforderlicherforderlich
Intelligentes Messsystemnicht durch §14a ausgelöstdurch §14a ausgelöst
Anmeldung beim Netzbetreiberja, formlos über den Elektrikerja

Die kleine Box ist damit die regulatorisch unauffälligste Variante: kein Steuerempfänger, keine Absenkung, kein zusätzlicher Messstellenbetrieb. Sie verzichtet dafür auf den Netzentgeltrabatt, dessen Höhe der Netzbetreiber festlegt und der in vielen Netzgebieten grob in der Größenordnung von 100 bis 190 Euro im Jahr liegt. Bei geringen Ladepauschalen holt dieser Rabatt die Mehrkosten für Box, Steuerbox und Installation selten heraus.

Typische Fehler

1. Die Wallbox nach dem Katalogblatt statt nach der Fahrleistung wählen

22 kW klingen besser als 3,7 kW, laden aber nichts schneller, wenn der Bordlader des Fahrzeugs bei 11 kW deckelt und das Auto ohnehin zwölf Stunden steht. Rechnen Sie den Tagesbedarf aus: Kilometer pro Tag mal Verbrauch je 100 km, geteilt durch die verfügbare Standzeit. Was dabei herauskommt, ist die Leistung, die Sie wirklich brauchen.

2. Eine 7,4-kW-Box einphasig bestellen und die Schieflast ignorieren

Solche Geräte sind im europäischen Handel problemlos erhältlich, weil sie in anderen Netzformen zulässig sind. In Deutschland überschreiten 7,4 kVA die 4,6-kVA-Grenze deutlich, und der Elektriker wird die Anlage so nicht in Betrieb nehmen. Wer mehr als 3,7 kW braucht, nimmt eine dreiphasige Box und begrenzt sie im Menü.

3. Dreiadrig verlegen und den späteren Umbau verbauen

Der Preisunterschied zwischen einer dreiadrigen und einer fünfadrigen Leitung liegt bei 20 Metern im Bereich weniger Euro. Der Unterschied beim späteren Umbau auf 11 kW liegt bei mehreren hundert Euro, weil Wanddurchbrüche, Kabelkanäle und Erdarbeiten noch einmal anfallen. Fünfadrig verlegen kostet heute fast nichts und hält alle Optionen offen.

4. Den falschen FI einbauen lassen

Wird ein FI vom Typ B eingeplant, obwohl die Wallbox bereits eine 6-mA-Gleichfehlerstromerkennung mitbringt, zahlen Sie 200 bis 400 Euro für eine doppelte Funktion. Umgekehrt ist ein reiner Typ A ohne DC-Erkennung im Gerät ein echter Sicherheitsmangel. Prüfen Sie das Datenblatt, bevor der Elektriker das Material bestellt.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Rund 40 kWh in einer Nacht von zwölf Stunden, das reicht für 200 bis 250 km Reichweite
  • 3,7 kVA bleiben klar unter der Schieflastgrenze von 4,6 kVA, keine Abstimmung mit dem Netzbetreiber nötig
  • Nur anmeldepflichtig statt genehmigungspflichtig, weil weit unter der 12-kVA-Schwelle
  • Beim PV-Überschussladen ab rund 1,4 kW ladefähig, eine dreiphasige Box braucht dafür etwa 4,2 kW
  • Günstige Installation: eine Phase, 2,5 mm² bis 30 m Leitungslänge, B16 und ein FI Typ A mit integrierter 6-mA-Erkennung

✕ Nachteile

  • Große Akkus ab 77 kWh sind aus einem niedrigen Ladestand nicht in einer Nacht voll
  • Zwei Fahrzeuge an einem Ladepunkt lassen sich damit nicht sinnvoll versorgen
  • Belastet das Netz einseitig, weil eine Phase 16 A zieht und die anderen beiden nichts
  • Kein Anspruch auf reduzierte Netzentgelte nach §14a EnWG, weil die 4,2-kW-Schwelle nicht erreicht wird
  • Zwischenladen tagsüber bringt wenig, in zwei Stunden sind es nur etwa 6,6 kWh im Akku

Fazit

🏆 Empfehlenswert bei normaler Fahrleistung

Wallbox 3,7 kW einphasig: für die meisten Haushalte die richtige Größe

4.2/ 5

16 A auf einer Phase liefern über eine Nacht rund 40 kWh und damit weit mehr, als der deutsche Durchschnittsfahrer am Tag verbraucht. Die Box bleibt unter der 4,6-kVA-Schieflastgrenze, ist nur anmeldepflichtig und beim PV-Überschussladen sogar feiner regelbar als eine dreiphasige.

Rechnen Sie Ihren Tagesbedarf einmal ehrlich durch, bevor Sie zur größeren Box greifen. Liegt er unter 20 kWh und steht das Auto nachts mindestens acht Stunden am Haus, ist 3,7 kW die passende Wahl. Lassen Sie dabei trotzdem eine fünfadrige Leitung legen: Der Umbau auf 11 kW kostet dann später nur noch Arbeitszeit im Verteiler.

Weiterführende Links und Quellen

  • Wallbox mit 11 kW, Wallbox anmelden, Wallbox-Überschussladen, Wallbox-Kabel, Wallbox mit Stromzähler
  • VDE-AR-N 4100, Technische Anschlussregeln Niederspannung, Grenze der unsymmetrischen Belastung und Meldepflicht für Ladeeinrichtungen
  • DIN VDE 0100-722, Errichten von Niederspannungsanlagen, Anforderungen an Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge
  • DIN VDE 0100-443 und 0100-534, Überspannungsschutz, sowie DIN 18015-1 zum zulässigen Spannungsfall
  • IEC 61851-1 und IEC 62955, Ladebetriebsarten, Control-Pilot-Signal und Gleichfehlerstromerkennung RDC-DD
  • §19 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) und §14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), Anmeldung und steuerbare Verbrauchseinrichtungen
  • Bundesnetzagentur, Festlegung zu §14a EnWG und reduzierte Netzentgelte
  • Kraftfahrt-Bundesamt, Fahrleistungen deutscher Pkw, sowie die Erhebung Mobilität in Deutschland
  • Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen

Häufige Fragen

Reicht eine wallbox 3 7 kw einphasig für ein Elektroauto?

Für die allermeisten Haushalte ja. In zwölf Stunden lädt die Box rund 44 kWh ab Netz, davon kommen etwa 40 kWh im Akku an. Das sind bei einem Verbrauch von 18 kWh je 100 km grob 220 km Reichweite pro Nacht. Der deutsche Durchschnitts-Pkw fährt rund 40 km am Tag. Eng wird es nur bei sehr großen Akkus, Pendelstrecken über 150 km täglich oder mehreren Fahrzeugen an einem Ladepunkt.

Was ist der Unterschied zwischen wallbox 3 6 kw und 3 7 kw?

Technisch keiner. Beide Angaben beschreiben 16 A auf einer Phase. Bei einer Nennspannung von 230 V ergeben sich 3.680 W, das rundet der eine Hersteller auf 3,7 kW auf und der andere auf 3,6 kW ab. Manche Angaben rechnen zusätzlich mit einer etwas niedrigeren Bemessungsspannung. Auf die Ladezeit wirkt sich das nicht messbar aus.

Wallbox einphasig oder dreiphasig, was ist besser?

Einphasig ist billiger, netzschonender und beim PV-Überschussladen feiner regelbar. Dreiphasig lädt dreimal schneller und ist sinnvoll, wenn Sie regelmäßig große Strecken fahren, zwei Fahrzeuge laden oder das Auto tagsüber nur kurz an der Box steht. Wer unsicher ist, lässt eine fünfadrige Leitung legen und schließt zunächst nur eine Phase an.

Wie viel kW braucht eine Wallbox?

So viel, dass die tägliche Fahrleistung in die Standzeit passt. Rechnen Sie: Kilometer pro Tag mal Verbrauch je 100 km geteilt durch die Standzeit. 60 km am Tag mit 18 kWh je 100 km sind 10,8 kWh, verteilt auf zehn Stunden also gut 1,1 kW. Selbst 3,7 kW sind für dieses Profil noch reichlich bemessen.

Darf ich eine Wallbox mit 7,4 kW einphasig anschließen?

Nicht ohne Rücksprache. 7,4 kW auf einer Phase sind 32 A und damit 7,4 kVA unsymmetrische Belastung. Die technischen Anschlussregeln VDE-AR-N 4100 begrenzen einphasig angeschlossene Geräte auf 4,6 kVA. Darüber entscheidet der Netzbetreiber im Einzelfall, in Wohngebieten wird das häufig abgelehnt. Praxisgerechter ist eine dreiphasige Box, die Sie auf die gewünschte Leistung begrenzen.

Muss ich eine 3,7-kW-Wallbox anmelden?

Ja, jede fest installierte Ladeeinrichtung ist beim Netzbetreiber anzumelden, unabhängig von der Leistung. Die gute Nachricht: Bis 12 kVA reicht die Anmeldung, eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Eine 3,7-kW-Box liegt weit darunter. Die Meldung übernimmt in der Regel der eingetragene Elektroinstallateur, der die Anlage errichtet.

Welchen Kabelquerschnitt braucht eine einphasige Wallbox?

Bei 16 A und Leitungslängen bis etwa 30 m genügt 2,5 mm² Kupfer, dann bleibt der Spannungsfall unter drei Prozent. Ab rund 40 m sind 4 mm² sinnvoll, ab 60 m eher 6 mm². Legen Sie in jedem Fall eine fünfadrige Leitung, damit ein späterer Umbau auf drei Phasen ohne neuen Wanddurchbruch möglich ist.

Welcher FI-Schutzschalter ist für eine Wallbox vorgeschrieben?

Nach DIN VDE 0100-722 braucht jeder Ladepunkt einen eigenen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA, mindestens Typ A. Zusätzlich ist der Schutz vor glatten Gleichfehlerströmen gefordert: entweder ein FI Typ B oder ein Typ A in Kombination mit einer Gleichfehlerstromerkennung ab 6 mA, die viele Wallboxen bereits eingebaut haben. Letzteres ist die günstigere Variante.

Kann ich mit 3,7 kW PV-Überschuss laden?

Ja, und zwar besonders gut. Der Ladevorgang startet nach IEC 61851 erst ab 6 A, einphasig sind das rund 1,4 kW. Eine dreiphasige 11-kW-Box braucht dagegen etwa 4,2 kW Überschuss, bevor sie überhaupt anläuft. Bei kleinen Anlagen oder bewölkten Tagen lädt die einphasige Box also, während die große noch wartet.

Kann ich dauerhaft an der Schuko-Steckdose laden?

Davon raten wir ab. Eine Schuko-Steckdose ist für kurzzeitige 16 A ausgelegt, nicht für zehn Stunden Dauerlast. Mobile Ladeziegel begrenzen deshalb meist auf 8 bis 10 A. Dazu kommen ein in der Regel geteilter Stromkreis, alternde Kontakte mit steigendem Übergangswiderstand und fehlende Gleichfehlerstromerkennung. Als Notlösung unterwegs in Ordnung, als Dauerlösung zu Hause nicht.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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