Warmwasserspeicher 120 l: der Kleinspeicher für ein bis zwei Personen
Der Warmwasserspeicher 120 l steht genau an der Grenze: Er ist der größte Speicher, den Sie noch problemlos an eine tragfähige Wand hängen können, und zugleich der kleinste, mit dem ein kompletter Haushalt aus Bad und Küche vernünftig versorgt wird. Genau deshalb ist diese Größe die Standardwahl in Einliegerwohnungen, Etagenwohnungen, Ferienhäusern und Single-Haushalten.
Dieser Ratgeber nimmt bewusst das kleine Ende der Skala in den Blick: Untertischgeräte für die Küche, Kleinspeicher fürs Gäste-WC und die Größen von 80 bis 120 Litern. Wir rechnen Aufheizzeit, Bereitschaftsverlust und Betriebskosten mit echten Zahlen durch, ordnen die Modelle von Vaillant, Junkers, Brötje, Buderus und Viessmann ein und zeigen, ab wann Sie den Sprung auf 150, 200 oder 300 Liter machen sollten.
Was 120 Liter wirklich leisten
Ein Warmwasserspeicher 120 l hält 120 Liter Trinkwasser dauerhaft auf Temperatur, üblicherweise 60 °C. Weil beim Duschen kein 60-Grad-Wasser aus dem Hahn kommt, sondern Mischwasser mit rund 40 °C, ergibt sich aus dem Speicherinhalt eine deutlich größere nutzbare Menge: Aus 120 Litern bei 60 °C werden mit 10 °C kaltem Zulaufwasser etwa 190 bis 230 Liter Mischwasser. Das entspricht zwei bis drei Duschgängen von je sechs bis acht Minuten bei einem Duschkopf mit 9 bis 12 Litern pro Minute.
Damit ist die Einordnung klar: Der 120 l Warmwasserspeicher ist ein Speicher für einen Single-Haushalt oder ein Paar mit normalem Verbrauch. Er versorgt Bad, Küche und Gäste-WC gleichzeitig, kommt aber an seine Grenze, sobald drei Personen morgens hintereinander duschen wollen. Wer regelmäßig badet, ist hier ebenfalls falsch: Eine normale Badewanne schluckt 140 bis 180 Liter Mischwasser, der Speicher wäre nach einem Bad leer.
Anders als ein Durchlauferhitzer für die Dusche, der das Wasser erst im Moment der Entnahme erhitzt, bevorratet der Speicher Wärme. Er liefert deshalb hohe Zapfmengen ohne elektrische Spitzenlast, produziert dafür aber jeden Tag Bereitschaftsverluste. Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob ein Speicher sparsam ist.
Größentabelle: von 5 l bis 500 l
Die Faustregel für die Auslegung lautet: 40 bis 50 Liter Speichervolumen pro Person bei 60 °C Speichertemperatur. Wer badet, eine Regendusche mit hohem Durchfluss betreibt oder ungewöhnliche Zapfzeiten hat, rechnet großzügiger. Die folgende Tabelle ordnet alle gängigen Baugrößen ein.
| Größe | Nutzbares Mischwasser (40 °C) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 5 Liter (Untertisch) | ca. 8–10 l | Handwaschbecken, Gäste-WC |
| 10 Liter | ca. 16–19 l | Küchenspüle, kleines Waschbecken |
| 15 Liter | ca. 24–29 l | Küche mit höherem Bedarf |
| 30 Liter | ca. 48–57 l | kleines Bad, sparsame Dusche |
| 50 Liter | ca. 80–95 l | Single-Apartment, Ferienhaus |
| 80 Liter | ca. 128–152 l | 1 Person, kleine Wohnung mit Duschbad |
| 100 Liter | ca. 160–190 l | 1 bis 2 Personen |
| 120 Liter | ca. 190–230 l | 1 bis 2 Personen, Standard im Kleinhaushalt |
| 150 Liter | ca. 240–285 l | 2 bis 3 Personen |
| 160 Liter | ca. 255–305 l | 2 bis 3 Personen, kleiner Familienhaushalt |
| 200 Liter | ca. 320–380 l | 3 bis 4 Personen, Standard im Einfamilienhaus |
| 300 Liter | ca. 480–570 l | 4 bis 6 Personen, Wärmepumpe, Badewanne |
| 400 Liter | ca. 640–760 l | 6 bis 8 Personen, Zweifamilienhaus |
| 500 Liter | ca. 800–950 l | Mehrfamilienhaus, Solarthermie |
Die Tabelle zeigt, warum die 120-Liter-Klasse so beliebt ist: Sie ist die kleinste Größe, die einen kompletten Haushalt zentral versorgt, und zugleich die größte, die noch an die Wand passt. Alles darüber gehört auf den Boden und in einen eigenen Technikraum.
Kleinspeicher: Untertisch, Küche und Bad
Bevor wir zur 120-Liter-Klasse kommen, lohnt der Blick auf die ganz kleinen Geräte. Sie folgen einer völlig anderen Logik: Sie versorgen nicht das Haus, sondern genau einen Wasserhahn.
Warmwasserspeicher 5 l für das Waschbecken
Ein Warmwasserspeicher 5 l ist ein Untertischgerät für das Handwaschbecken im Gäste-WC. Er hängt direkt unter dem Becken, hat eine Anschlussleistung von 1,5 bis 2 kW an einer normalen Schuko-Steckdose und liefert nach zwei Sekunden warmes Wasser, weil die Leitung nur 30 Zentimeter lang ist. Für Händewaschen genügt das vollkommen, für eine Dusche nicht einmal ansatzweise. Die Aufheizzeit von 5 Litern von 15 auf 60 °C beträgt bei 2 kW rund acht Minuten.
Warmwasserspeicher 50 l für die Küche und das kleine Bad
Ein Warmwasserspeicher 50 l ist die typische Ausstattung einer Einliegerwohnung, eines Gartenhauses oder einer Ferienwohnung. Er liefert bei 60 °C etwa 80 bis 95 Liter Mischwasser, das reicht für genau einen ausgiebigen Duschgang. Danach dauert die Wiederaufheizung bei einem 2-kW-Heizstab rund 80 Minuten. In der Küche wird diese Größe gern gewählt, wenn zusätzlich eine Spülmaschine mit Warmwasseranschluss versorgt werden soll.
80 l Warmwasserspeicher: die Untergrenze für ein Duschbad
Ein 80 l Warmwasserspeicher ist die kleinste Größe, mit der eine Person zuverlässig und ohne Rechnen duschen kann, samt Waschbecken und Spüle. Er liefert rund 128 bis 152 Liter Mischwasser. Für zwei Personen hintereinander reicht das nur, wenn beide kurz duschen und der Speicher zwischendurch nachheizen kann. Genau hier beginnt der Bereich, in dem der Sprung auf 120 Liter meist die klügere Entscheidung ist: Der Mehrpreis liegt oft nur bei 40 bis 80 €, der Komfortgewinn ist erheblich.
80 l, 120 l und 150 l für kleine Haushalte
Zwischen 80 und 160 Litern liegt der Bereich der Ein- und Zweipersonenhaushalte. Hier entscheidet weniger die Technik als die ehrliche Einschätzung des eigenen Zapfverhaltens.
Warmwasserspeicher 120 l: die Standardwahl
Ein Warmwasserspeicher 120 l ist der Kompromiss aus Komfort, Stellfläche und Bereitschaftsverlust. Er passt an die Wand, deckt Bad, Küche und WC ab und produziert dabei deutlich weniger Standby-Verluste als ein überdimensionierter 200-Liter-Speicher, der die meiste Zeit ungenutzt heiß gehalten wird. Wer nach einem 120 l Warmwasserspeicher sucht, findet ihn sowohl als reinen Elektrospeicher als auch als indirekt beheizten Speicher mit Wärmetauscher.
Heizung Warmwasserspeicher 120 l: mit Wärmetauscher statt Heizstab
Ein Heizung Warmwasserspeicher 120 l hat statt eines Heizstabs eine Glattrohr- oder Rippenrohrschlange, durch die das Heizungswasser Ihrer Therme oder Wärmepumpe strömt. Er ist im Betrieb um den Faktor drei günstiger als ein reiner Elektrospeicher, verlangt aber eine Heizung in erreichbarer Nähe und eine Ladepumpe. Achten Sie auf die Wärmetauscherfläche: Für den Gasbetrieb genügen 0,6 bis 0,8 m², für den Wärmepumpenbetrieb sollten es bei 120 Litern mindestens 1,0 m² sein.
Warmwasserspeicher 150 l und Warmwasserspeicher 160 l
Ein Warmwasserspeicher 150 l ist die Zwischenstufe zur Familiengröße und deckt zwei bis drei Personen ab. Der 150 l Warmwasserspeicher wird meist schon als Standspeicher gebaut, weil das Gefülltgewicht von rund 195 kg für normale Wandbefestigungen grenzwertig ist. Alle Details zu dieser Größe finden Sie in unserem eigenen Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit 150 Litern.
Ein Warmwasserspeicher 160 l unterscheidet sich davon kaum: Der 160 l Warmwasserspeicher ist bei vielen Herstellern schlicht die Baugröße, die andere Anbieter mit 150 Litern führen. Ein Buderus Warmwasserspeicher 160 l etwa entspricht in der Praxis dem 150-Liter-Speicher eines Mitbewerbers. Vergleichen Sie deshalb nicht das Nennvolumen, sondern die Leistungskennzahl NL und den Dauerleistungswert in Litern pro Stunde.
Ab wann 200, 300, 400 oder 500 Liter?
Sobald drei oder mehr Personen im Haushalt leben, eine Badewanne regelmäßig genutzt wird oder eine Wärmepumpe die Warmwasserbereitung übernimmt, verlassen Sie die Kleinspeicherklasse. Diese Größen behandeln wir ausführlich in eigenen Ratgebern, hier nur die Einordnung.
200 Liter für drei bis vier Personen
Die 200-Liter-Klasse ist die meistverbaute Größe im deutschen Einfamilienhaus. Sie deckt den Morgenandrang einer vierköpfigen Familie ab. Details, Kostenrechnung und Herstellervergleich finden Sie in unserem Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit 200 Litern.
Warmwasserspeicher 300 l: die Wärmepumpengröße
Ein Warmwasserspeicher 300 l ist die Standardgröße für den Betrieb an einer Wärmepumpe. Der Grund ist technisch: Die Wärmepumpe arbeitet mit niedriger Vorlauftemperatur und braucht deshalb mehr Volumen und mehr Wärmetauscherfläche, um trotzdem auf 55 bis 60 °C zu kommen. Ein 300 l Warmwasserspeicher versorgt vier bis sechs Personen und puffert eine Badewanne problemlos ab.
Ein solar Warmwasserspeicher 300 l hat zwei Wärmetauscher übereinander: Der untere nimmt die Wärme der Solarthermie-Kollektoren auf, der obere dient der Nachheizung durch Kessel oder Wärmepumpe. Diese Bauform heißt bivalenter Speicher und ist bei Solarthermie zwingend, weil die Solarwärme immer im kältesten Teil des Speichers ankommen muss, um überhaupt einen Ertrag zu liefern. Für die Kombination mit einer 10 kW Wärmepumpe ist ein solcher Speicher der übliche Weg.
Warmwasserspeicher 400 l und Warmwasserspeicher 500 l
Ein Warmwasserspeicher 400 l gehört in große Häuser und Zweifamilienhäuser mit sechs bis acht Personen. Ein 400 l Warmwasserspeicher wiegt gefüllt über 480 kg, das Fundament und die Einbringung wollen geplant sein. Ein Warmwasserspeicher 500 l ist eine Mehrfamilienhaus- und Solarthermiegröße: Die große Speichermasse nimmt den Ertrag eines Sonnentags auf und trägt ihn über die Nacht.
Achten Sie bei diesen Größen unbedingt auf die Einbringmaße. Ein 500 l Warmwasserspeicher hat typischerweise 1,90 m Höhe und 75 cm Durchmesser, mit Kipphöhe kommen Sie damit durch keine schmale Kellertür. Messen Sie vor der Bestellung.
Aufheizzeit und Heizleistung
Die Aufheizzeit folgt aus einer einzigen Rechnung. Für 120 Liter von 15 auf 60 °C brauchen Sie: 120 kg mal 4,187 kJ/(kg·K) mal 45 K, das ergibt rund 22.600 kJ oder 6,3 kWh. Geteilt durch die Heizleistung ergibt sich die Zeit.
| Wärmequelle | Leistung | Aufheizzeit (120 l, 15 auf 60 °C) |
|---|---|---|
| Elektrischer Heizstab, klein | 1,5 kW | ca. 4,2 h |
| Elektrischer Heizstab, Standard | 2 kW | ca. 3,1 h |
| Elektrischer Heizstab | 3 kW | ca. 2,1 h |
| Elektrischer Heizstab, Drehstrom | 6 kW | ca. 63 min |
| Gastherme über Wärmetauscher | 18–24 kW | ca. 20–30 min |
| Wärmepumpe, Warmwasserbetrieb | 3–5 kW thermisch | ca. 1,5–2,5 h |
Die scheinbar lange Aufheizzeit an der Wärmepumpe ist kein Mangel, sondern Absicht: Die Wärmepumpe arbeitet mit kleiner Temperaturdifferenz und deshalb effizient. Entscheidend ist nur, dass der Wärmetauscher groß genug ist. Sonst läuft die Wärmepumpe zwar, bekommt die Wärme aber nicht schnell genug ins Speicherwasser und schaltet in den Heizstabbetrieb.
Bereitschaftsverlust und Energielabel
Der Bereitschaftsverlust ist der wichtigste Wert auf dem Datenblatt und wird trotzdem fast immer übersehen. Er gibt an, wie viel Wärme der Speicher innerhalb von 24 Stunden an die Umgebung abgibt, ganz ohne Zapfung. Das EU-Energielabel weist ihn in Klassen von A+ bis G aus.
| Energieklasse | Bereitschaftsverlust (120 l) | Kosten pro Jahr (0,35 €/kWh) |
|---|---|---|
| A+ bis A | ca. 0,8–1,1 kWh/24 h | rund 100–140 € |
| B | ca. 1,2–1,4 kWh/24 h | rund 155–180 € |
| C | ca. 1,5–1,9 kWh/24 h | rund 190–245 € |
| D bis G | über 2,0 kWh/24 h | über 255 € |
Zwischen Klasse A und Klasse C liegen bei einem 120-Liter-Speicher rund 90 € pro Jahr, allein für Wärme, die niemand nutzt. Über 15 Jahre Nutzungsdauer sind das 1.350 €. Der Aufpreis für eine dickere, lückenlose PU-Dämmung liegt selten über 120 €. Das ist die sicherste Rendite am ganzen Gerät. Achten Sie zusätzlich auf gedämmte Anschlussstutzen: Ungedämmte Muffen wirken wie kleine Kühlrippen und können den Verlust um 15 bis 20 % erhöhen.
Emailliert oder Edelstahl?
Beim Tankmaterial stehen zwei Bauarten zur Wahl. Der emaillierte Stahltank ist der Standard: Eine eingebrannte Glasschicht schützt den Stahl, eine Magnesium-Opferanode fängt die Korrosion an den unvermeidbaren Fehlstellen der Emaillierung ab. Das funktioniert seit Jahrzehnten zuverlässig, verlangt aber eine Anodenkontrolle alle ein bis zwei Jahre.
Ein Warmwasserspeicher 120 l Edelstahl braucht keine Opferanode. Der Tank ist korrosionsbeständig, wartungsarm, leichter und damit gerade bei der Wandmontage im Vorteil. Zwei Einschränkungen sollten Sie kennen: Edelstahl kostet 30 bis 60 % mehr, und bei hohen Chloridkonzentrationen im Trinkwasser (über etwa 250 mg/l) kann Lochfraßkorrosion auftreten. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Wasserversorger nach dem Chloridgehalt, die Angabe steht in jeder Trinkwasseranalyse.
| Kriterium | Emaillierter Stahl | Edelstahl |
|---|---|---|
| Preis (120 l) | 250–600 € | 450–950 € |
| Anode nötig | ja, Prüfung alle 1 bis 2 Jahre | nein |
| Lebensdauer | 15–20 Jahre bei gepflegter Anode | 20–30 Jahre |
| Gewicht leer | höher | rund 20 % niedriger |
| Schwachstelle | Emailschäden durch Stoß | Chloride im Trinkwasser |
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Welche Größe zu Ihrem Haushalt passt, ergibt sich aus Personenzahl, Zapfverhalten und der vorhandenen Wärmequelle.
Elektrisch oder über die Heizung?
Diese Entscheidung bestimmt Ihre Betriebskosten stärker als jede andere Eigenschaft des Geräts.
Elektrospeicher
Ein elektrischer 120-Liter-Speicher erwärmt das Wasser über einen eingebauten Heizstab. Er braucht nur eine Steckdose oder einen Drehstromanschluss, keinerlei Anbindung an eine Heizung, und ist dadurch unschlagbar einfach zu installieren. Der Haken: Jede Kilowattstunde Wärme kostet eine Kilowattstunde teuren Haushaltsstrom. Sinnvoll ist diese Bauart dort, wo keine Heizung anliegt, oder wenn der Speicher gezielt mit eigenem Solarstrom geladen wird.
Indirekt beheizt über Therme oder Wärmepumpe
Hier gibt ein Heizkessel, eine Gastherme oder eine Wärmepumpe die Wärme über den Wärmetauscher an das Speicherwasser ab. In Kombination mit einer Wärmepumpe wird aus einer Kilowattstunde Strom je nach Jahresarbeitszahl das Drei- bis Vierfache an Wärme. Die Stromkosten für Warmwasser sinken damit auf rund ein Drittel. Wer eine Monoblock-Wärmepumpe plant, sollte den Speicher gleich mitplanen, denn die Ladeleistung und die Wärmetauscherfläche müssen zusammenpassen.
Vaillant, Junkers, Brötje, Buderus und Viessmann
Beim Speicherkauf begegnen Ihnen immer dieselben Namen. Die Grundtechnik ist bei allen sehr ähnlich, die Unterschiede liegen in Wärmetauscherfläche, Dämmqualität, Regelanbindung und Preis.
| Hersteller | Typische Speicher | Charakteristik |
|---|---|---|
| Vaillant | Vaillant Warmwasserspeicher 120 l, uniSTOR-Reihe bis 500 Liter | enge Systemintegration in die eigene Regelung, breites Größenspektrum |
| Junkers | Junkers Warmwasserspeicher 120 l, wandhängende und stehende Ausführungen | Bosch-Konzern, gute Ersatzteilversorgung, solide Basistechnik |
| Brötje | Brötje Warmwasserspeicher 120 l, Speicher für die eigenen Wandthermen | Fachhandwerkermarke, Speicher meist als Systemzubehör zur Therme |
| Buderus | Buderus Warmwasserspeicher 160 l, Logalux-Standspeicher bis 400 Liter | robuste Standspeicher, große Wärmetauscherflächen |
| Viessmann | Viessmann Warmwasserspeicher 120 l, Vitocell-Reihe bis 500 Liter | sehr gute Dämmung, hohe Energieklassen, Ceraprotect-Emaillierung |
Praktischer Rat: Wenn Ihre Heizung von einem dieser Hersteller stammt, ist der hauseigene Speicher meist die reibungsloseste Lösung, weil Fühler, Ladepumpe und Regelung aufeinander abgestimmt sind. Ein Vaillant Warmwasserspeicher 120 l an einer Vaillant-Therme oder ein Junkers Warmwasserspeicher 120 l an einer Junkers-Therme spart Ihnen die Fühleranpassung und die Diskussion über Gewährleistungsgrenzen. Dasselbe gilt für einen Brötje Warmwasserspeicher 120 l an einer Brötje-Wandtherme.
Bei den größeren Klassen ist das Bild identisch: Ein Viessmann Warmwasserspeicher 300 l punktet vor allem mit der Dämmung und damit mit den langfristigen Betriebskosten. Wer im Handel nach einem Warmwasserspeicher 300 l Viessmann sucht, landet meist bei der Vitocell-Reihe. Steht die Regelung ohnehin separat oder handelt es sich um einen reinen Elektrospeicher, sparen Sie mit einer Großhandelsmarke schnell mehrere hundert Euro, ohne technische Nachteile. Und ein Viessmann Warmwasserspeicher 120 l ist im Kleinformat oft teurer als ein gleichwertiger No-Name-Speicher mit derselben Energieklasse.
Legionellenschutz, Kalk und Anode
- Legionellenschutz: Halten Sie die Speichertemperatur bei mindestens 60 °C. Legionellen vermehren sich vor allem zwischen 25 und 45 °C und sterben ab etwa 60 °C zuverlässig ab. Nutzen Sie zusätzlich das wöchentliche Legionellenprogramm der Regelung, das kurzzeitig auf 65 bis 70 °C aufheizt. Gerade bei kleinen Speichern in wenig genutzten Ferienwohnungen ist das wichtig, weil das Wasser dort lange steht.
- Kalk: Oberhalb von etwa 60 °C steigt der Kalkausfall deutlich. Eine dauerhafte Speichertemperatur von 70 °C ist deshalb keine gute Idee: Sie erhöht Bereitschaftsverlust und Verkalkung gleichzeitig. Bei hartem Wasser über 14 °dH sollten Sie den Heizstab alle drei bis fünf Jahre entkalken lassen.
- Anode: Bei emaillierten Speichern gehört die Magnesium-Schutzanode alle ein bis zwei Jahre auf den Prüfstand. Ist sie aufgezehrt, beginnt der Stahltank an den Fehlstellen zu rosten und der Speicher ist verloren. Eine Fremdstromanode kostet mehr, hält aber die gesamte Lebensdauer.
- Zirkulation: Eine dauerhaft laufende Zirkulationspumpe kann die Warmwasserverluste verdoppeln. Bei einem 120-Liter-Speicher, dessen Leitungswege ohnehin kurz sind, ist eine Zirkulation fast nie nötig.
Kosten und Rechenbeispiel
| Posten | Preis | Anmerkung |
|---|---|---|
| Elektrospeicher 120 Liter | 250–550 € | nur Stromanschluss nötig |
| Indirekt beheizter Speicher 120 Liter | 350–750 € | mit Wärmetauscher, empfohlen |
| Edelstahlspeicher 120 Liter | 450–950 € | anodenfrei, wartungsarm |
| Montage durch Fachbetrieb | 250–500 € | je nach Anschlusssituation |
| Wartung (Anode, Entkalkung) | 50–120 € pro Jahr | teils in Eigenleistung |
Rechenbeispiel für einen Ein-Personen-Haushalt: Zwei Duschgänge pro Tag sind unrealistisch, rechnen wir mit einem Duschgang von 50 Litern Mischwasser plus 30 Litern für Spüle und Waschbecken. Das sind rund 45 Liter Speicherwasser mit 60 °C pro Tag, also etwa 2,4 kWh Nutzwärme. Dazu kommen bei Energieklasse A rund 1,0 kWh Bereitschaftsverlust pro Tag. Macht 3,4 kWh täglich oder 1.240 kWh im Jahr.
- Rein elektrisch: 1.240 kWh mal 0,35 €/kWh, also rund 435 € pro Jahr.
- Über eine Wärmepumpe mit JAZ 3,0: etwa 415 kWh Strom, also rund 145 € pro Jahr.
- Mit eigenem Solarstrom geladen: je nach Eigenverbrauchsquote 50 bis 200 € pro Jahr. Eine 10 kW Solaranlage deckt den Speicherbedarf im Sommer vollständig.
Der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Zeile ist der eigentliche Hebel. Eine bessere Energieklasse spart 90 € im Jahr, der Wechsel von Strom auf Wärmepumpe spart 290 €. Beides zusammen macht den Speicher fast zur Nebensache in der Nebenkostenabrechnung.
Montage: wandhängend oder stehend
Ein wandhängender Warmwasserspeicher 120 l spart wertvolle Stellfläche in kleinen Bädern und Abstellräumen. Er verlangt aber eine tragfähige Wand: 120 Liter Wasser plus Tank, Dämmung und Wärmetauscher ergeben gefüllt rund 160 kg, punktuell an zwei Befestigungen. In einer Beton- oder Vollziegelwand ist das mit den mitgelieferten Ankern problemlos darstellbar, in einer Gipskarton-Ständerwand oder einer Hohlblockwand nicht. Im Zweifel montieren Sie eine Traverse quer über zwei tragende Ständer oder stellen den Speicher auf den Boden.
Zur Montage gehören außerdem drei Pflichtbauteile, die gern vergessen werden: eine Sicherheitsgruppe mit Sicherheitsventil (üblich 6 bar bei Speichern bis 200 Liter, das Ventil muss abtropfen dürfen), ein Membran-Ausdehnungsgefäß für Trinkwasser, wenn ein Rückflussverhinderer verbaut ist, und ein Absperrventil auf der Kaltwasserseite. Ohne Ausdehnungsgefäß tropft das Sicherheitsventil bei jeder Aufheizung, weil sich das Wasser um rund 1,7 % ausdehnt: Aus 120 Litern werden beim Aufheizen von 15 auf 60 °C etwa zwei Liter Mehrvolumen, die irgendwohin müssen.
Vorteile und Nachteile der 120-Liter-Klasse
✓ Vorteile
- Genug Warmwasser für ein bis zwei Personen, inklusive Bad, Küche und WC aus einem Gerät
- Wandmontage möglich, spart Stellfläche in kleinen Wohnungen
- Deutlich geringere Bereitschaftsverluste als ein überdimensionierter 200-Liter-Speicher
- Große Auswahl, auch als Edelstahlvariante ohne wartungspflichtige Anode
- Gut geeignet für die Ladung mit eigenem Solarstrom in den Mittagsstunden
✕ Nachteile
- Für drei Personen oder eine Badewanne deutlich zu klein
- Wandmontage nur an massiven Wänden, Gefülltgewicht rund 160 kg
- Rein elektrisch betrieben ist die Warmwasserbereitung teuer
- Wärmetauscherfläche oft knapp bemessen, für Wärmepumpen kritisch prüfen
- Emaillierte Modelle brauchen alle ein bis zwei Jahre eine Anodenkontrolle
Fazit
Warmwasserspeicher 120 l: richtig dimensioniert für ein bis zwei Personen
120 Liter sind die richtige Größe für einen Single-Haushalt oder ein Paar mit normalem Verbrauch. Entscheidend sind Energieklasse und Wärmetauscherfläche, nicht der Markenname auf dem Tank.
Prüfen Sie vor dem Kauf drei Werte: den Bereitschaftsverlust in kWh/24 h (unter 1,1 anstreben), die Wärmetauscherfläche in m² (mindestens 1,0 m² für den Wärmepumpenbetrieb) und die Tragfähigkeit Ihrer Wand. Wer diese drei Punkte klärt, kauft einmal richtig. Ab drei Personen wechseln Sie in die 150- oder 200-Liter-Klasse, an einer Wärmepumpe mit Familienbedarf gleich auf 300 Liter.
Weiterführende Links und Quellen
- Warmwasserspeicher 150 Liter, Warmwasserspeicher 200 Liter, Durchlauferhitzer für die Dusche, 10 kW Wärmepumpe, Monoblock-Wärmepumpe
- EU-Energielabel für Warmwasserspeicher (Verordnung (EU) Nr. 812/2013), Energieklassen A+ bis G und Bereitschaftsverlust in kWh/24 h
- DVGW-Arbeitsblatt W 551 und Trinkwasserverordnung, Anforderungen an Speichertemperatur und Legionellenprävention
- Verbraucherzentrale, Warmwasserbereitung: Speicher, Durchlauferhitzer und Kosten
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Für wie viele Personen reicht ein Warmwasserspeicher 120 l?
Ein Warmwasserspeicher 120 l versorgt eine Person komfortabel und ein Paar mit sparsamem Verbrauch. Bei 60 °C Speichertemperatur ergeben 120 Liter etwa 190 bis 230 Liter Mischwasser mit 40 °C, also zwei bis drei Duschgänge von je sechs bis acht Minuten. Wird danach sofort weiter gezapft, muss der Speicher erst nachheizen. Ab drei Personen sollten Sie auf 150 oder 200 Liter gehen.
Wie lange dauert das Aufheizen von 120 Litern?
Für 120 Liter von 15 auf 60 °C werden rund 6,3 kWh benötigt. Ein elektrischer Heizstab mit 2 kW braucht dafür etwa 3,1 Stunden, ein 3-kW-Heizstab rund 2,1 Stunden und ein 6-kW-Heizstab etwa 63 Minuten. Indirekt beheizt über eine Gastherme mit 20 kW dauert die Vollaufheizung je nach Wärmetauscherfläche 20 bis 30 Minuten, an einer Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur eher 1,5 bis 2,5 Stunden.
Lohnt sich ein Warmwasserspeicher 120 l Edelstahl?
Ein Warmwasserspeicher 120 l Edelstahl braucht keine Magnesium-Opferanode, korrodiert nicht und ist praktisch wartungsfrei. Er kostet allerdings 30 bis 60 % mehr als ein emaillierter Speicher gleicher Größe. Bei weichem bis mittelhartem Trinkwasser und einer geplanten Nutzungsdauer über 20 Jahre rechnet sich der Aufpreis. Bei hohen Chloridwerten im Trinkwasser bleibt der emaillierte Stahltank mit gepflegter Anode die sichere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen einem Untertischspeicher und einem 120-Liter-Speicher?
Ein Untertischspeicher mit 5 bis 15 Litern versorgt genau eine Zapfstelle, meist das Handwaschbecken oder die Küchenspüle, und hängt direkt darunter. Ein Warmwasserspeicher 120 l ist ein Zentralspeicher: Er versorgt Bad, Küche und WC gleichzeitig über das Leitungsnetz. Der Preis dafür sind längere Leitungswege und damit Auskühlverluste, die ein Kleinspeicher am Waschbecken nicht hat.
Welche Speichertemperatur ist wegen Legionellen nötig?
Halten Sie den Speicher auf mindestens 60 °C. Bei dieser Temperatur werden Legionellen zuverlässig abgetötet, gleichzeitig bleibt der Kalkausfall beherrschbar, denn oberhalb von etwa 60 °C fällt deutlich mehr Kalk aus. Nutzen Sie zusätzlich das wöchentliche Legionellenprogramm Ihrer Regelung, das den Speicher kurzzeitig auf 65 bis 70 °C bringt. Für Ein- und Zweifamilienhäuser besteht keine Prüfpflicht nach Trinkwasserverordnung, sinnvoll ist die Maßnahme trotzdem.
Kann ich einen Warmwasserspeicher 120 l an die Wand hängen?
Ja, 120 Liter sind die übliche Obergrenze für wandhängende Speicher. Rechnen Sie mit rund 160 kg Gefülltgewicht (120 kg Wasser plus Tank und Dämmung), das punktuell an zwei Befestigungen hängt. In einer massiven Beton- oder Ziegelwand ist das darstellbar, in einer Leichtbau- oder Ständerwand nicht. Ab 150 bis 200 Litern werden Speicher fast ausschließlich als Standspeicher gebaut.
Was kostet ein Warmwasserspeicher 120 l im Betrieb?
Rein elektrisch betrieben verbraucht ein 120-Liter-Speicher für einen Ein-Personen-Haushalt etwa 1.400 bis 2.000 kWh im Jahr, inklusive Bereitschaftsverlusten. Bei 0,35 €/kWh sind das rund 490 bis 700 € pro Jahr. Indirekt beheizt über eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,0 sinkt der Strombedarf auf etwa ein Drittel, also rund 160 bis 240 € im Jahr.
Welche Größe brauche ich bei einer Wärmepumpe?
Wärmepumpen arbeiten mit niedriger Vorlauftemperatur und brauchen deshalb Speicher mit großer Wärmetauscherfläche. Für einen Single-Haushalt kann ein 120-Liter-Speicher genügen, sofern er ausdrücklich als wärmepumpentauglich gekennzeichnet ist. Für Familien sind 200 bis 300 Liter Standard. Ein Speicher für Gasthermen hat oft eine zu kleine Wärmetauscherfläche und kommt an der Wärmepumpe nicht auf Temperatur.
Was bedeutet die Angabe kWh/24 h auf dem Energielabel?
Das ist der Bereitschaftsverlust, also die Wärmemenge, die der Speicher innerhalb von 24 Stunden an die Umgebung abgibt, ohne dass gezapft wird. Ein guter 120-Liter-Speicher der Klasse A liegt bei etwa 0,8 bis 1,1 kWh/24 h, ein schwaches Modell der Klasse C bei 1,5 bis 1,9 kWh/24 h. Die Differenz von rund 0,7 kWh pro Tag summiert sich auf 255 kWh im Jahr, bei 0,35 €/kWh also rund 90 €.