WALLBOX

DC-Wallbox: wann Gleichstrom zu Hause sinnvoll ist und wann nicht

DC-Schnellladesäule mit CCS-Stecker an einem Elektroauto
Bei einer DC-Wallbox sitzt der Gleichrichter im Gerät, nicht im Auto, Foto: Pexels

Eine DC-Wallbox lädt das Auto mit Gleichstrom und umgeht damit den Onboard-Charger im Fahrzeug. Das klingt nach der schnelleren, moderneren Lösung, und technisch ist es das auch. Für ein privates Einfamilienhaus ist es trotzdem fast immer die falsche Anschaffung, weil der Akku nachts ohnehin acht bis zehn Stunden stillsteht und der Preisunterschied ein Vielfaches beträgt.

Dieser Ratgeber trennt die Fälle sauber: Wo genau der Unterschied zwischen AC und DC liegt, welche Leistungsklassen es gibt, was Ihr Hausanschluss dafür hergeben muss, wann der Netzbetreiber zustimmen muss, was § 14a EnWG bedeutet, warum bidirektionales Laden der eigentliche Treiber für DC im Eigenheim ist und wann sich eine DC-Wallbox für die PV-Anlage rechnet.

Wallbox AC oder DC: wo der Gleichrichter sitzt

Ein Fahrzeugakku speichert Gleichstrom. Das öffentliche Netz liefert Wechselstrom. Irgendwo auf dem Weg muss also gleichgerichtet werden, und genau darin unterscheiden sich die beiden Systeme. Bei einer AC-Wallbox erledigt das der Onboard-Charger im Auto. Bei einer DC-Wallbox sitzt die Leistungselektronik im Wandgerät, das dann über die beiden zusätzlichen CCS-Kontakte direkt in den Akku speist.

Daraus folgt der entscheidende Punkt: Eine AC-Wallbox kann nie schneller laden als der Onboard-Charger des Fahrzeugs hergibt, und der liegt bei den meisten Modellen bei 11 kW, seltener bei 22 kW oder nur 7,4 kW einphasig. Eine Wallbox mit DC hat diese Grenze nicht, dafür verlagert sie die gesamte Technik samt Kühlung an die Hauswand.

MerkmalAC-WallboxDC-Wallbox
Gleichrichterim Fahrzeug (Onboard-Charger)im Wandgerät
Typische Leistung zu Hause3,7 / 11 / 22 kW20 - 50 kW
Begrenzt durchOnboard-Charger des AutosHausanschluss und Netzbetreiber
SteckerTyp 2CCS Combo 2
Netzbetreiberbis 12 kVA nur Anzeigeimmer genehmigungspflichtig
Standby-Verbrauch2 - 5 W20 - 100 W
Geräuschentwicklungpraktisch lautlosLüfter, je nach Last hörbar
Preisklasse Gerät400 - 1.200 Euro8.000 - 30.000 Euro

Die Frage Wallbox AC oder DC ist damit im Kern keine technische, sondern eine Frage der Standzeit. Wenn das Auto acht Stunden vor dem Haus steht, ist die Ladeleistung nicht der Engpass. Wie die Standardlösung dimensioniert wird, steht im Ratgeber zur Wallbox mit 11 kW.

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Leistungsklassen von 11 kW AC bis 50 kW DC

Auf der Eingangsseite ist auch eine DC-Wallbox ein dreiphasiger Verbraucher am 400-V-Netz. Der Strom je Phase ergibt sich aus der Leistung geteilt durch 400 V mal Wurzel 3, plus den Wandlungsverlusten von etwa 4 bis 7 Prozent. Diese Zahl entscheidet darüber, ob Ihr Anschluss das Gerät überhaupt tragen kann.

LadeleistungArtStrom je Phase (Eingang)AnschlussleistungTypischer Einsatz
3,7 kWAC einphasig16 A3,7 kVAPlug-in-Hybrid, Zweitwagen
11 kWAC dreiphasig16 A11 kVAEinfamilienhaus, Standardfall
22 kWAC dreiphasig32 A22 kVAnur mit passendem Onboard-Charger
20 - 25 kWDCrund 36 - 40 Aetwa 26 kVAkleine Flotte, Werkstatt, V2H
30 kWDCrund 45 - 48 Aetwa 32 kVAGewerbehof, Autohaus
50 kWDCrund 75 - 80 Aetwa 52 kVAKundenparkplatz, hohe Rotation

Die Suchanfrage nach der DC-Wallbox mit 50 kW gehört fast immer in die letzte Zeile dieser Tabelle. 50 kW sind keine Wohnhausgröße mehr: Die Anschlussleistung liegt in der Größenordnung eines kompletten Mehrfamilienhauses. Wer sie an einem Standort mit Publikumsverkehr braucht, muss zusätzlich das Eichrecht beachten, weil das Laden dann gegen Entgelt erfolgt.

Ladezeiten: was DC zu Hause wirklich bringt

Rechnen wir es an einem Akku mit 60 kWh nutzbarer Kapazität durch, geladen von 20 auf 80 Prozent, also 36 kWh. Genau dieser Bereich ist der realistische Alltagsfall, weil DC-Laden oberhalb von 80 Prozent stark abregelt.

Ladeleistung36 kWh nachladenIn 10 Stunden StandzeitBewertung für zu Hause
3,7 kW ACrund 9,5 hrund 37 kWhknapp, aber für Kurzstrecke ausreichend
11 kW ACrund 3,3 hrund 110 kWhdeckt jeden privaten Bedarf über Nacht
22 kW ACrund 1,6 hrund 220 kWhnur sinnvoll bei passendem Fahrzeug
25 kW DCrund 1,5 hweit über AkkukapazitätVorteil nur bei kurzen Standzeiten
50 kW DCrund 45 - 55 minweit über Akkukapazitätfür Flotten und Schichtbetrieb

Die mittlere Spalte ist das Argument. Bereits 11 kW laden über Nacht mehr nach, als in die meisten Akkus hineinpasst. Der Zeitvorteil einer DC-Wallbox verpufft also vollständig, solange das Auto länger steht als es zum Laden braucht. Er wird erst dann real, wenn dasselbe Ladegerät mehrere Fahrzeuge hintereinander bedienen muss, etwa bei einem Pflegedienst, einem Handwerksbetrieb mit Zwei-Schicht-Betrieb oder einem Autohaus.

Wallbox an einer Hauswand mit Ladekabel am Elektroauto
Für das Eigenheim bleibt die AC-Wallbox mit 11 kW die wirtschaftlich richtige Wahl, Foto: Pexels

Hausanschluss, Anmeldung und Genehmigung

Vor der Technik steht die Netzanschlussfrage, und die entscheidet häufig das ganze Projekt. Nach den Technischen Anschlussbedingungen (VDE-AR-N 4100) und § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung gilt: Ladeeinrichtungen bis einschließlich 12 kVA sind dem Netzbetreiber nur anzuzeigen, alles darüber ist zustimmungspflichtig und muss vor dem Einbau beantragt werden.

HausanschlussVerfügbare Leistung11 kW AC25 kW DC50 kW DC
3x35 Arund 24 kVAproblemlosnur mit Lastmanagementnein
3x50 Arund 35 kVAproblemlosmeist möglichnein
3x63 Arund 44 kVAproblemlosjanein
3x100 Arund 69 kVAproblemlosjaja, mit Lastmanagement

Die Verstärkung des Hausanschlusses ist kein Formalakt. Je nach Länge der Anschlussleitung, Zustand des Ortsnetztransformators und Straßenquerung liegen die Kosten zwischen etwa 1.500 Euro und einem fünfstelligen Betrag. In dicht bebauten Gebieten kann der Netzbetreiber die Zustimmung schlicht verweigern oder auf einen späteren Netzausbau verweisen. Wie das Verfahren im Detail abläuft, steht im Ratgeber Wallbox anmelden.

§ 14a EnWG: Dimmen statt Verbieten

Seit 2024 gelten neu angeschlossene Ladeeinrichtungen über 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf sie bei drohender Überlastung vorübergehend auf 4,2 kW absenken, dafür sinken die Netzentgelte, entweder als pauschale Jahresgutschrift (Modul 1) oder als prozentualer Nachlass auf den Arbeitspreis (Modul 2).

Für eine DC-Wallbox ist das ein doppeltes Argument: Erstens ist die Steuerbarkeit die Bedingung, unter der überhaupt zugestimmt wird. Zweitens relativiert die Regel den ganzen Anschaffungsgrund. Wer 50 kW installiert, um schneller zu laden, kann im Ernstfall auf 4,2 kW gedrosselt werden. Der Netzanschluss ist die harte Grenze, nicht das Gerät.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Alle Angaben zu Anschluss und Absicherung ersetzen keine Planung durch eine eingetragene Elektrofachkraft, die für DC-Ladeeinrichtungen zwingend erforderlich ist.

CCS oder Typ 2: Stecker, Normen und Kommunikation

Der Steckerstreit ist in Europa entschieden. Der Typ-2-Stecker überträgt Wechselstrom mit bis zu 22 kW, CCS Combo 2 setzt genau diesen Typ-2-Kopf oben auf und ergänzt darunter zwei kräftige Gleichstromkontakte. Ein Auto mit CCS-Dose kann daher an beiden Welten laden, an der AC-Wallbox über die oberen Kontakte, an der DC-Wallbox über die unteren.

  • DIN EN 61851-1: Grundnorm für konduktive Ladesysteme, definiert die Lademodi.
  • DIN EN 61851-23: die eigentliche Norm für DC-Ladestationen, unter anderem mit den Anforderungen an Isolationsüberwachung und Berührungsschutz.
  • ISO 15118: Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladepunkt, Grundlage für Plug and Charge. Teil 20 ergänzt bidirektionalen Leistungsfluss.
  • CHAdeMO: in Europa nur noch bei älteren Fahrzeugen relevant, technisch aber die erste Schnittstelle, über die Rückspeisung serienreif war.
  • Eichrecht (MessEG, MessEV): greift, sobald gegen Entgelt geladen wird, etwa für Mitarbeiter oder Kunden.

Ein praktischer Unterschied: DC-Ladekabel sind fest am Gerät montiert und wegen des Querschnitts schwer, teils flüssigkeitsgekühlt. Die Wahl zwischen Box mit und ohne Kabel, die es bei AC gibt, entfällt. Welche Kabeltypen bei AC sinnvoll sind, erklärt der Ratgeber zum Wallbox-Kabel.

Bidirektionales Laden: der eigentliche Grund für DC

Wer im Eigenheim ernsthaft über eine DC-Wallbox nachdenkt, tut das meist wegen einer Funktion, die mit Ladegeschwindigkeit nichts zu tun hat: Rückspeisung. Vehicle-to-Home nutzt den Fahrzeugakku als Hausspeicher, Vehicle-to-Grid speist ins Netz zurück.

Der technische Grund, warum das über DC läuft, ist einfach. Der Onboard-Charger der meisten Fahrzeuge ist ein reiner Gleichrichter, er arbeitet nur in eine Richtung. Ein Wechselrichter im Auto wäre nötig, damit AC-Rückspeisung funktioniert, und den bauen bisher nur wenige Hersteller ein. Sitzt die Leistungselektronik dagegen in der Wallbox, kann sie in beide Richtungen wandeln, und der Akku wird über die CCS-Kontakte direkt angezapft.

Was dabei zu klären ist

  • Fahrzeugfreigabe: Nur Modelle mit ausdrücklich freigegebener Entladefunktion nach ISO 15118-20 kommen infrage. Eine CCS-Dose allein genügt nicht.
  • Netzanschluss: Rückspeisung macht die Anlage zur Erzeugungsanlage, es gilt zusätzlich VDE-AR-N 4105 mit Netz- und Anlagenschutz.
  • Messkonzept: Für die Abgrenzung von eingespeistem und entnommenem Strom braucht es ein sauberes Zählerkonzept, sonst wird Strom doppelt belastet.
  • Zyklen: Jede Entladung ins Haus ist ein Teilzyklus des Fahrzeugakkus. Prüfen Sie, ob der Hersteller das in der Garantie ausdrücklich zulässt.

Der wirtschaftliche Reiz ist real: Ein Fahrzeugakku mit 60 bis 80 kWh ist um ein Vielfaches größer als ein typischer Hausspeicher. Wer schon einmal die Kosten stationärer Speicher verglichen hat, sieht das Verhältnis sofort, nachzulesen unter Stromspeicher 20 kWh Preis. Nur ist der Fahrzeugakku eben genau dann außer Haus, wenn er gebraucht würde, nämlich tagsüber.

DC-Wallbox für die PV-Anlage

Eine DC-Wallbox für die PV-Anlage verspricht, Umwandlungsverluste zu sparen. Der Gedanke stimmt: Solarmodule liefern Gleichstrom, der Fahrzeugakku speichert Gleichstrom, dazwischen stehen bei AC-Kopplung ein Wechselrichter und der Onboard-Charger, die jeweils Wirkungsgrad kosten.

PfadWandlungsschritteTypischer GesamtwirkungsgradBindung
PV zu AC-Wallbox zu AutoWechselrichter plus Onboard-Chargerrund 85 - 91 Prozentherstelleroffen
PV zu DC-Wallbox zu Autonur DC-DC-Wandlungrund 93 - 97 Prozentmeist ein Hersteller-Ökosystem
PV zu Speicher zu AC-Wallbox zu Autodrei Wandlungenrund 80 - 87 Prozentherstelleroffen

Der Gewinn liegt also bei etwa 3 bis 8 Prozentpunkten. Bei 3.000 kWh Ladestrom aus der eigenen Anlage im Jahr sind das 90 bis 240 kWh, also im Bereich von 30 bis 85 Euro Gegenwert. Das trägt die Mehrkosten einer DC-Anbindung nicht, wenn sie allein deshalb angeschafft wird. Sinnvoll wird die Kombination, wenn ohnehin ein neues Speichersystem geplant ist und die DC-Ladeeinheit dort als Option mitläuft.

Der zweite Punkt ist Leistung. Eine 10-kW-Solaranlage liefert an einem guten Sommertag maximal etwa 8 bis 9 kW, abzüglich Haushaltslast bleiben selten mehr als 7 kW Überschuss. Diese Leistung nimmt eine 11-kW-AC-Wallbox mit Überschussfunktion vollständig auf. Die höhere Leistungsfähigkeit einer DC-Einheit wird von der PV-Anlage nie ausgereizt. Wie Überschussladen konkret geregelt wird, steht unter Wallbox Überschussladen.

Was eine DC-Wallbox kostet

Preise für einzelne Produkte nennen wir grundsätzlich nicht. Die Größenordnungen der Kategorien sind aber stabil genug, um eine Entscheidung darauf zu stützen.

PositionRahmenAnmerkung
AC-Wallbox 11 kW inkl. Montage1.100 - 2.500 EuroReferenzfall im Eigenheim
Bidirektionale DC-Wallbox bis rund 11 kW4.000 - 10.000 Eurojunger Markt, Preise in Bewegung
DC-Wallbox 20 - 30 kW8.000 - 20.000 Eurozuzüglich Installation
DC-Ladeeinheit 50 kW15.000 - 30.000 Europlus Fundament und Zuleitung
Verstärkung des Hausanschlusses1.500 - 10.000 Euro und mehrstark abhängig von Trafo und Leitungsweg
Standby über das Jahr175 - 875 kWhbei 0,35 Euro/kWh rund 60 - 300 Euro
Wartung und Prüfungjährlich, gewerblich PflichtDGUV V3 im gewerblichen Umfeld

Der Vergleich fällt eindeutig aus: Eine DC-Wallbox kostet in der kleinsten sinnvollen Ausbaustufe das Drei- bis Fünffache der AC-Lösung, in der 50-kW-Klasse das Zehnfache und mehr. Rechtfertigen lässt sich das über eingesparte Zeit (Flotte), über eine Funktion, die AC nicht bietet (bidirektional), oder über Ladeumsatz mit Dritten. Über die reine Ladegeschwindigkeit im Eigenheim nicht. Wer den Ladestrom abrechnen muss, findet die eichrechtlichen Anforderungen unter Wallbox mit Abrechnungssystem.

Typische Fehler

1. Die Ladeleistung mit dem Nutzen verwechseln

50 kW klingen nach dem Zehnfachen von 5 kW, bringen aber null Zusatznutzen, solange das Auto zehn Stunden steht. Entscheidend ist die Frage, wie viele Kilowattstunden pro Standzeit nachgeladen werden müssen, nicht die Spitzenleistung des Geräts.

2. Den Hausanschluss erst am Ende prüfen

Viele Projekte scheitern, nachdem das Gerät bereits ausgesucht ist. Klären Sie zuerst über die Elektrofachkraft, welche Anschlussleistung verfügbar und welche Zustimmung realistisch ist. Ohne Zusage des Netzbetreibers darf oberhalb von 12 kVA nichts installiert werden.

3. Bidirektional kaufen, ohne die Fahrzeugfreigabe zu prüfen

Eine CCS-Dose bedeutet nicht, dass das Fahrzeug entladen darf. Ohne ausdrückliche Freigabe des Herstellers und passende Kommunikation nach ISO 15118-20 bleibt die teure Funktion ungenutzt. Diese Prüfung gehört vor die Bestellung, nicht danach.

4. Herstellerbindung übersehen

DC-Anbindungen an Hausspeicher funktionieren nur innerhalb des jeweiligen Ökosystems. Speicher, Wechselrichter und Ladeeinheit stammen dann zwingend von einem Anbieter. Das ist beim Kauf bequem und in zehn Jahren, wenn ein Bauteil ersetzt werden muss, ein handfestes Risiko.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Umgeht den Onboard-Charger und ist damit nicht auf dessen 11 kW begrenzt
  • Einzige praktikable Basis für bidirektionales Laden nach ISO 15118-20 (V2H und V2G)
  • Bei DC-Kopplung an die PV-Anlage entfällt ein Wandlungsschritt, rund 3 bis 8 Prozentpunkte weniger Verlust
  • Ideal für Standorte mit hoher Fahrzeugrotation: Flotten, Werkstätten, Kundenparkplätze
  • Lädt auch Fahrzeuge zügig, deren AC-Ladeleistung nur 3,7 oder 7,4 kW beträgt

✕ Nachteile

  • Anschaffungskosten von 8.000 bis 30.000 Euro, ein Vielfaches einer 11-kW-AC-Wallbox
  • Immer genehmigungspflichtig, weil oberhalb der 12-kVA-Grenze der VDE-AR-N 4100
  • Ab etwa 30 kW ist der übliche Hausanschluss zu schwach, Verstärkung kostet vierstellig
  • Standby von 20 bis 100 W plus Lüftergeräusch durch die Leistungselektronik im Gerät
  • DC-Kopplung an Speicher bindet dauerhaft an einen Hersteller, freie Kombination entfällt

Fazit

🏆 Nur im Sonderfall empfehlenswert

DC-Wallbox: technisch reizvoll, zu Hause selten die richtige Antwort

3.4/ 5

Im Einfamilienhaus löst eine DC-Wallbox ein Problem, das dort nicht existiert: Ladezeit ist über Nacht kein knappes Gut. Sinnvoll wird Gleichstrom, wenn bidirektional geladen werden soll oder mehrere Fahrzeuge nacheinander an denselben Ladepunkt müssen.

Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Wie viele Kilowattstunden müssen pro Standzeit wirklich nachgeladen werden, was gibt der Hausanschluss her, und soll rückgespeist werden. Fällt die Antwort nicht eindeutig zugunsten von DC aus, ist die 11-kW-AC-Wallbox mit Lastmanagement und Überschussladen die wirtschaftlich klar bessere Lösung.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Wallbox AC oder DC: was ist besser für zu Hause?

Für zu Hause ist AC mit 11 kW in nahezu allen Fällen besser. Der Grund ist nicht die Technik, sondern die Standzeit: Das Auto hängt über Nacht acht bis zehn Stunden an der Box, in denen 11 kW rund 110 kWh nachladen. Ein DC-Gerät kostet ein Vielfaches, braucht Genehmigung und einen stärkeren Hausanschluss. DC lohnt sich erst, wenn Ladezeit knapp ist oder bidirektional geladen werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen AC- und DC-Wallbox?

Der Ort des Gleichrichters. Ein Akku speichert immer Gleichstrom, umgewandelt werden muss also in jedem Fall. Bei einer AC-Wallbox übernimmt das der Onboard-Charger im Fahrzeug, der meist auf 11 kW begrenzt ist. Bei einer DC-Wallbox sitzt die Leistungselektronik im Wandgerät und speist über die CCS-Kontakte direkt in den Akku. Alles andere, Kabel, Steuerung, Abrechnung, funktioniert gleich.

Was kostet eine DC-Wallbox mit 50 kW?

Die reine Ladeeinheit liegt je nach Ausführung bei 15.000 bis 30.000 Euro netto. Dazu kommen Fundament oder Wandmontage, Zuleitung mit großem Querschnitt, ein Zählerplatz für die Leistung und in vielen Fällen eine Verstärkung des Hausanschlusses. Realistisch landet ein 50-kW-Projekt inklusive Installation im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. Eine 11-kW-AC-Wallbox kostet mit Montage 1.100 bis 2.500 Euro.

Braucht eine DC-Wallbox eine Genehmigung?

Ja. Ladeeinrichtungen bis einschließlich 12 kVA sind beim Netzbetreiber nur anzuzeigen, alles darüber braucht seine ausdrückliche Zustimmung vor der Installation. Jede DC-Wallbox liegt über dieser Grenze. Der Antrag wird von einer im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrofachkraft gestellt. Der Netzbetreiber kann die Leistung begrenzen oder Netzausbau verlangen, wenn Hausanschluss oder Ortsnetztransformator nicht ausreichen.

Welchen Hausanschluss braucht eine DC-Wallbox?

Eine 50-kW-Einheit zieht eingangsseitig rund 75 bis 80 A je Phase, das entspricht etwa 52 kVA. Ein typischer Einfamilienhausanschluss mit 3x35 A liefert nur rund 24 kVA, mit 3x50 A rund 35 kVA. Für 50 kW ist also fast immer eine Verstärkung auf 3x100 A oder mehr nötig. Kleinere DC-Geräte mit 20 bis 25 kW kommen mit rund 36 bis 40 A je Phase aus und passen häufiger.

Was bringt eine DC-Wallbox für die PV-Anlage?

Sie spart einen Umwandlungsschritt. Bei DC-Kopplung geht der Solarstrom direkt vom Gleichstromkreis der Anlage oder des Speichers in den Fahrzeugakku, statt erst per Wechselrichter auf 230 V zu gehen und im Auto wieder gleichgerichtet zu werden. Der Gewinn liegt bei etwa 3 bis 8 Prozentpunkten. Das rechnet sich nur, wenn die Anlage ohnehin erneuert wird, denn solche Systeme sind herstellergebunden.

Was ist eine DC-Wallbox von E3/DC?

E3/DC ist ein deutscher Hersteller von Hausspeichersystemen, der eine DC-seitig angebundene Ladeeinheit für sein eigenes Ökosystem anbietet. Das Prinzip: Die Wallbox hängt am Gleichstromkreis des Hauskraftwerks statt am Wechselstromnetz. Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Wichtig ist die Konsequenz: Solche Lösungen binden Sie an einen Hersteller, Speicher und Wallbox lassen sich später nicht frei kombinieren.

Kann ich mit einer AC-Wallbox bidirektional laden?

Nur mit wenigen Fahrzeugen. Bidirektionales Laden über AC setzt voraus, dass der Onboard-Charger auch wechselrichten kann, und das können die meisten Modelle nicht. Deshalb laufen die derzeit verfügbaren Lösungen für Vehicle-to-Home fast alle über DC-Wallboxen mit CCS und ISO 15118-20. Prüfen Sie vor jeder Anschaffung, ob Ihr konkretes Fahrzeug die Rückspeisung freigegeben hat.

Ist CCS dasselbe wie Typ 2?

Nicht ganz. Der CCS-Combo-2-Stecker enthält den kompletten Typ-2-Anschluss für Wechselstrom plus zwei zusätzliche Kontakte für Gleichstrom. Eine AC-Wallbox nutzt nur den oberen Teil, eine DC-Wallbox die beiden DC-Kontakte. Autos mit CCS-Ladedose können daher an beiden Systemen laden. In Europa ist CCS der Standard, CHAdeMO spielt nur noch bei älteren Fahrzeugen eine Rolle.

Wie hoch ist der Standby-Verbrauch einer DC-Wallbox?

Deutlich höher als bei AC. Leistungselektronik, Isolationsüberwachung und aktive Lüfter ziehen je nach Gerät 20 bis 100 W dauerhaft, das sind 175 bis 875 kWh im Jahr. Bei 0,35 Euro je Kilowattstunde entspricht das rund 60 bis 300 Euro laufender Kosten, bevor ein einziges Kilowatt in den Akku geflossen ist. Eine AC-Wallbox liegt meist bei 2 bis 5 W.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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