Elektroheizung mit Wärmespeicher: Speichertypen, Nachtstrom und ehrliche Kosten
Eine Elektroheizung mit Wärmespeicher macht etwas, das eine normale Elektroheizung nicht kann: Sie trennt den Zeitpunkt der Stromaufnahme vom Zeitpunkt der Wärmeabgabe. Das Gerät heizt einen massiven Kern auf 500 bis 700 °C auf, speichert diese Wärme und gibt sie über viele Stunden wieder in den Raum ab. Genau daraus entstand vor Jahrzehnten die Nachtspeicherheizung.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Speichermassen es gibt, wie die Aufladesteuerung funktioniert, ob sich ein Nachtstromtarif heute überhaupt noch rechnet, und wie das Gerät ehrlich gegen eine Wärmepumpe abschneidet. Denn eines bleibt physikalisch unverhandelbar: Der Speicher verschiebt Strom, er spart ihn nicht.
Wie eine Elektroheizung mit Wärmespeicher funktioniert
Das Prinzip ist alt und trotzdem elegant. Im Inneren des Geräts sitzen Heizwendel aus einer Widerstandslegierung, die von einem massiven Kern umschlossen sind. Fließt Strom, werden diese Wendel glühend heiß und geben ihre Wärme an die Speichermasse ab. Der Kern erreicht dabei Temperaturen von 500 bis 700 °C. Eine dicke Isolierung aus Mineralwolle oder Vakuumdämmplatten hält diese Wärme im Gerät fest, bis sie gebraucht wird.
Eine Elektroheizung mit Speicher unterscheidet sich damit grundlegend von einem Konvektor oder einem Heizlüfter mit 9 kW, der Wärme sofort und nur solange abgibt, wie er Strom zieht. Der Speicher entkoppelt beides. Sie laden nachts oder in einer günstigen Tarifzone, die Wärme kommt tagsüber wieder heraus.
Der entscheidende Punkt, den viele Anbieter gern verschweigen: Der Wirkungsgrad bleibt bei rund 100 %. Aus 1 kWh Strom werden 1 kWh Wärme, nicht mehr. Der Speicher verschiebt den Strombezug in eine andere Stunde, er macht aus ihm keine zusätzliche Energie. Wer eine Elektroheizung mit Wärmespeicher als Sparwunder verkauft bekommt, sollte hellhörig werden.
Speichertypen: Schamotte, Magnesit, Speckstein und Naturstein
Die Speichermasse ist das Herzstück. Sie bestimmt, wie viel Wärme das Gerät einlagert und wie lange es sie hält. Vier Materialien dominieren den Markt:
| Speichermaterial | Spezifische Wärmekapazität | Charakter |
|---|---|---|
| Schamotte (Ton, gebrannt) | ca. 0,84 kJ/(kg·K) | robust, günstig, sehr verbreitet |
| Magnesit (Magnesiumoxid) | ca. 0,93 kJ/(kg·K) | kompakter, klassischer Nachtspeicherstein |
| Speckstein | ca. 0,98 kJ/(kg·K) | weiche Strahlung, dekorativ, teuer |
| Naturstein, Keramik | ca. 0,80–0,90 kJ/(kg·K) | optisch getrieben, mittlere Leistung |
Eine Elektroheizung mit Schamott, Speckstein oder Magnesit unterscheidet sich in der Praxis weniger stark, als die Datenblätter suggerieren. Entscheidend ist nicht die spezifische Wärmekapazität allein, sondern das Produkt aus Masse und Temperaturhub. Ein Gerät mit 200 kg Schamotte, das von 20 °C auf 600 °C aufheizt, speichert rund 27 kWh Wärme. Genau deshalb sind diese Geräte so schwer.
Die Begriffe Elektroheizung mit Speicherkern, Elektroheizung mit Schamotte Speicherkern und Elektroheizung mit Schamotte-Speicherkern meinen dasselbe Bauprinzip. Wenn Sie speziell zur Schamotte tiefer einsteigen wollen, zu Aufheizverhalten, Rissbildung und Wärmeabgabekurve, lesen Sie unseren Ratgeber zur Elektroheizung mit Schamottekern. Dort steht die Materialseite ausführlich, hier bleiben wir bei der Speicherlogik.
Als Faustwert für die Auslegung gilt: 40 bis 90 kg Speichermasse pro kW Anschlussleistung. Ein 3 kW Gerät wiegt damit häufig 150 bis 250 kg. Diese Last muss der Boden tragen, und bei Leichtbauwänden ist eine Wandmontage schlicht nicht zulässig.
Elektroheizung mit Nachtspeicher und die klassische Nachtspeicherheizung
Die Elektroheizung mit Nachtspeicher ist die bekannteste Bauform. Die Nachtspeicherheizung wurde in den 1960er und 1970er Jahren massenhaft installiert, weil Grundlastkraftwerke nachts Strom produzierten, den niemand abnahm. Die Versorger boten dafür stark vergünstigten Nachtstrom an, und der Nachtspeicherofen war das Gerät, das diesen Strom in Wärme umsetzte.
Technisch ist die Nachtspeicherheizung nach wie vor funktionsfähig, und das ursprünglich geplante Verbot aus der Energieeinsparverordnung wurde 2013 wieder gekippt. Sie dürfen eine bestehende Anlage also weiterbetreiben. Die Frage ist nur, ob Sie es wollen: Der Strompreisvorteil, der das ganze Konzept trug, ist weitgehend verschwunden.
Aufladesteuerung: wie viel Wärme das Gerät einlagert
Ein Speichergerät, das jede Nacht voll auflädt, ist im März eine Katastrophe: Am Morgen liegen 25 kWh Wärme im Kern, draußen sind es 14 °C, und Sie können die Wärme nur noch durch das offene Fenster entsorgen. Deshalb braucht jede Elektroheizung mit Wärmespeicher eine Aufladesteuerung. Drei Varianten sind üblich:
- Manuelle Aufladung: Sie stellen den Ladegrad selbst ein, in Stufen von 0 bis 100 %. Einfach, billig, fehleranfällig.
- Witterungsgeführte Aufladung: Ein Außenfühler misst die Temperatur, die Steuerung berechnet daraus den nötigen Ladegrad. Das ist der Standard bei fest installierten Anlagen und spart in der Übergangszeit deutlich Strom.
- Rückführung der Restwärme: Ein Sensor im Kern meldet, wie viel Wärme vom Vortag übrig ist, und zieht diese Menge vom Ladeziel ab. Die effizienteste Variante.
In Bestandsanlagen kommt die Freigabe der Ladezeit häufig noch per Rundsteuersignal vom Netzbetreiber. Moderne Geräte arbeiten stattdessen mit einer eigenen Zeitschaltuhr oder werden über einen Smart Meter angesteuert. Wer wissen will, was das Gerät tatsächlich zieht, misst nach, ein Strommessgerät kostet wenig und liefert in einer Heizwoche mehr Erkenntnis als jedes Datenblatt.
Nachtstromtarif: lohnt er sich heute noch?
Das ist die Kernfrage, und die ehrliche Antwort lautet: meistens nicht mehr. Nachtstrom und Wärmestrom werden weiterhin angeboten, aber der Abstand zum normalen Haushaltsstrom ist geschrumpft. Rechnen wir es durch:
| Position | Haushaltsstrom | Nachtstrom / Wärmestrom |
|---|---|---|
| Arbeitspreis | ca. 0,32–0,38 €/kWh | ca. 0,26–0,32 €/kWh |
| Grundgebühr pro Jahr | bereits vorhanden | zusätzlich ca. 60–140 € |
| Zusätzlicher Zähler | nein | Zweitarifzähler oder zweiter Zähler nötig |
| Ersparnis bei 6.000 kWh/Jahr | Referenz | ca. 200–420 € minus Grundgebühr |
Der Preisvorteil liegt heute typischerweise bei 3 bis 7 Cent/kWh. Bei einem Wochenendhaus mit 1.500 kWh Heizstrom im Jahr bleiben nach Abzug der zweiten Grundgebühr oft weniger als 30 € übrig, das lohnt den Aufwand nicht. Bei einem Haus mit 10.000 kWh Heizstrom sieht die Rechnung anders aus, dann ist aber die viel drängendere Frage, warum überhaupt noch elektrisch direkt geheizt wird.
Zusätzlich kommt seit der Neuregelung des §14a EnWG Bewegung in die Sache: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen können reduzierte Netzentgelte erhalten. Das betrifft in erster Linie Wärmepumpen und Wallboxen, kann aber je nach Netzbetreiber auch Speicherheizungen einschließen. Fragen Sie konkret nach, pauschale Antworten helfen hier nicht.
Elektroheizung mit Thermostat und Regelung
Eine Elektroheizung mit Thermostat regelt die Raumtemperatur, nicht den Ladegrad. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil beide Regelkreise bei einem Speichergerät unabhängig voneinander arbeiten: Die Aufladesteuerung entscheidet, wie viel Wärme eingelagert wird, das Thermostat entscheidet, wie schnell sie wieder herauskommt.
Bei einer Elektroheizung Wand mit Thermostat sitzt der Fühler meist im Gerät selbst, was tückisch ist: Er misst die vom Gerät erwärmte Luft, nicht die Raumtemperatur zwei Meter weiter. Ein separater Wandthermostat oder ein Funkthermostat mit eigenem Fühler liefert deutlich stabilere Werte. Achten Sie auf folgende Punkte:
- Elektronisches Thermostat mit 0,5 K Schaltdifferenz statt Bimetall mit 2 K, das spart spürbar Energie.
- Wochenprogramm mit Absenkung, denn 1 K weniger Raumtemperatur senkt den Verbrauch um rund 6 %.
- Fensteröffnungserkennung, sonst heizt das Gerät beim Lüften munter weiter.
- Kindersicherung und Überhitzungsschutz, bei Kerntemperaturen um 600 °C keine Nebensache.
Elektroheizung mit Gebläse oder rein statisch?
Eine Elektroheizung mit Gebläse holt die Wärme aktiv aus dem Speicherkern: Ein Radiallüfter drückt Raumluft durch Kanäle im Kern und bläst sie erwärmt wieder aus. Das erhöht die abrufbare Leistung deutlich und macht das Gerät regelbar. Der Preis dafür ist ein Geräuschpegel von rund 30 bis 45 dB(A) und ein kleiner Zusatzverbrauch von 15 bis 40 W für den Lüfter selbst.
Rein statische Geräte geben ihre Wärme nur über Konvektion an der Gehäuseoberfläche und über Strahlung ab. Sie sind lautlos, dafür träge und schlechter regelbar: Was der Kern abgibt, gibt er ab, ob Sie es gerade wollen oder nicht. Für Schlafzimmer ist das oft die bessere Wahl, für Wohnräume mit wechselndem Bedarf das Gebläsegerät.
Bauarten im Überblick
| Bauart | Anschlussleistung | Speicher | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Nachtspeicherofen (Magnesit) | 2–6 kW | 150–400 kg | Hauptheizung im Bestand |
| Schamotte-Speicherheizung | 1–2,5 kW | 60–160 kg | Einzelraum, Wohnzimmer |
| Speckstein-Speicherheizung | 0,8–2 kW | 50–120 kg | Wohnraum, dekorativ |
| Infrarotheizung (kein Speicher) | 0,3–1,2 kW | keine | Zusatzwärme, Bad |
| Konvektor, Heizlüfter | 0,5–3 kW | keine | kurzfristige Zusatzwärme |
Wichtig zur Abgrenzung: Eine Infrarotheizung hat keinen Wärmespeicher im eigentlichen Sinn, ihre Frontplatte kühlt binnen Minuten aus. Sie ist deshalb kein Ersatz für ein Speichergerät, sondern eine andere Wärmelogik. Wenn Sie in diese Richtung schauen, hilft unser Beitrag zum Infrarotheizung Standgerät bei der Einordnung.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Welche Anschlussleistung zu Ihrem Raum passt, ergibt sich aus der Raumgröße, dem Dämmstandard und der vorhandenen Elektroinstallation.
Elektroheizung mit Wärmespeicher gegen Wärmepumpe: der ehrliche Vergleich
Hier wird es unbequem, deshalb rechnen wir es offen durch. Beide Systeme heizen mit Strom, aber sie tun es völlig unterschiedlich. Die Elektroheizung wandelt Strom direkt in Wärme um, Wirkungsgrad rund 100 %. Die Wärmepumpe nutzt Strom nur als Antrieb und holt den Großteil der Wärme aus der Umgebungsluft, Jahresarbeitszahl 3,0 bis 4,2.
| Kriterium | Elektroheizung mit Wärmespeicher | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Wärme aus 1 kWh Strom | 1 kWh | 3 bis 4 kWh |
| Stromverbrauch für 18.000 kWh Wärme | ca. 18.000 kWh | ca. 4.700 kWh (JAZ 3,8) |
| Stromkosten pro Jahr | ca. 4.700–5.900 € | ca. 1.200–1.500 € |
| Anschaffung | ca. 800–2.000 € pro Raum | 20.000–33.000 € installiert |
| Förderung | keine | bis 70 % über die BEG |
| Wasserkreislauf nötig | nein | ja |
| Wartung | praktisch keine | jährlich empfohlen |
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bei hohem Wärmebedarf ist die Wärmepumpe im Betrieb um den Faktor drei bis vier günstiger, und die Mehrkosten der Anschaffung amortisieren sich mit Förderung oft in acht bis zwölf Jahren. Welche Leistungsklasse dabei nötig ist, hängt allein an der Heizlast, dazu haben wir eigene Ratgeber zur 10 kW Wärmepumpe und zur 12 kW Wärmepumpe geschrieben.
Die Elektroheizung mit Wärmespeicher gewinnt trotzdem in drei Fällen: wenn kein Wasserkreislauf existiert und keiner nachgerüstet werden kann, wenn der Raum nur selten beheizt wird, und wenn die Investition in eine Wärmepumpe schlicht nicht darstellbar ist. In genau diesen Nischen ist sie keine schlechte Wahl, sondern die pragmatische.
Haus mit Elektroheizung und Wohnung mit Elektroheizung
Ein Haus mit Elektroheizung hat eine ungewöhnliche Kostenstruktur: keine Kessel, keine Schornsteinfeger, keine Heizungswartung, keine Rohrleitungen. Dafür eine Stromrechnung, die im Winter monatlich vierstellig werden kann. Für ein 140 m² Haus mit mittlerem Dämmstandard und 18.000 kWh Wärmebedarf liegen die reinen Heizstromkosten bei rund 4.700 bis 5.900 € pro Jahr. Diese Zahl schockiert viele Käufer, die die niedrigen Nebenkosten im Exposé gesehen haben.
Eine Wohnung mit Elektroheizung ist etwas entspannter, weil die Nachbarwohnungen mitheizen und die Hüllfläche kleiner ist. Eine 70 m² Mietwohnung im Mittelgeschoss kommt oft mit 6.000 bis 8.000 kWh Heizstrom aus, das sind 1.900 bis 2.900 € im Jahr. Mieter haben hier ein strukturelles Problem: Sie zahlen die hohen Betriebskosten, können aber die Heizung nicht austauschen. Realistisch bleiben ihnen drei Hebel:
- Aufladesteuerung prüfen und witterungsgeführt einstellen lassen, das ist der größte Einzelposten.
- Thermostate nachrüsten und Absenkzeiten programmieren, 1 K spart rund 6 %.
- Den Stromtarif wechseln, denn Heizstrom ist bei 8.000 kWh preislich verhandelbar.
Haus mit Elektroheizung umrüsten
Wer ein Haus mit Elektroheizung umrüsten will, steht vor einem Problem, das Besitzer einer Gasheizung nicht haben: Es gibt kein Verteilsystem. Nachtspeicheröfen stehen als Einzelgeräte in den Räumen, es liegen keine Rohre. Der Umstieg auf eine Wärmepumpe bedeutet deshalb immer auch den Einbau eines kompletten Heizkreises.
| Umbauschritt | Kostenrahmen | Anmerkung |
|---|---|---|
| Ausbau und Entsorgung der Nachtspeicheröfen | 150–400 € pro Gerät | ältere Geräte können Asbest oder KMF enthalten, Fachentsorgung Pflicht |
| Heizkreis: Rohre, Heizkörper oder Fußbodenheizung | 8.000–20.000 € | größter Posten, stark abhängig von der Grundrisssituation |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe, installiert | 20.000–33.000 € | vor Förderung |
| Pufferspeicher und Warmwasserspeicher | 1.200–2.800 € | je nach Volumen |
| BEG-Förderung | bis 70 % | Antrag vor Beauftragung, Fachunternehmererklärung nötig |
Ein wichtiger Hinweis zur Entsorgung: Nachtspeicheröfen aus den 1960er und 1970er Jahren können Asbest oder künstliche Mineralfasern enthalten. Bauen Sie diese Geräte niemals selbst aus. Der Ausbau ist ein Fall für einen zertifizierten Fachbetrieb, und die Entsorgungskosten gehören in jede seriöse Umbaukalkulation.
Kosten und Stromverbrauch
Der Verbrauch einer Elektroheizung mit Wärmespeicher lässt sich exakt berechnen, weil der Wirkungsgrad bei 100 % liegt. Die Formel lautet schlicht: Wärmebedarf in kWh gleich Stromverbrauch in kWh. Bei 0,32 €/kWh Haushaltsstrom oder 0,28 €/kWh Wärmestrom ergibt das:
| Objekt | Wärmebedarf pro Jahr | Kosten bei 0,32 €/kWh | Kosten bei 0,28 €/kWh |
|---|---|---|---|
| Einzelraum 20 m² | ca. 1.800 kWh | ca. 580 € | ca. 500 € |
| Wochenendhaus, sporadisch | ca. 2.500 kWh | ca. 800 € | ca. 700 € |
| Wohnung 70 m² | ca. 7.000 kWh | ca. 2.240 € | ca. 1.960 € |
| Haus 140 m², mittlere Dämmung | ca. 18.000 kWh | ca. 5.760 € | ca. 5.040 € |
| Haus 180 m², unsaniert | ca. 27.000 kWh | ca. 8.640 € | ca. 7.560 € |
Diese Tabelle ist der eigentliche Kern des Themas. Ein Speicherkern ändert an keiner einzigen dieser Zahlen etwas, er verschiebt nur, wann der Strom fließt. Wer die Zeile für 140 m² sieht und trotzdem eine Elektroheizung mit Wärmespeicher plant, sollte dafür einen sehr guten Grund haben, etwa ein Gebäude, in dem sich kein Wasserkreislauf verlegen lässt.
Elektroheizung mit Wärmespeicher Testsieger: warum wir keinen küren
Die Suche nach dem Elektroheizung mit Wärmespeicher Testsieger führt fast immer zu Seiten, die keinen einzigen Test durchgeführt haben. Wir machen das nicht mit. Es gibt für diese Gerätekategorie derzeit keinen belastbaren, unabhängigen Vergleichstest mit reproduzierbarer Methodik. Was Sie stattdessen tun können, ist eine ehrliche Kaufprüfung anhand harter Kriterien:
- Speichermasse in kg, nicht nur Anschlussleistung in kW. Unter 40 kg pro kW ist es kein echtes Speichergerät.
- Art der Aufladesteuerung. Witterungsgeführt mit Restwärmerückführung ist der Goldstandard.
- Thermostat-Typ. Elektronisch mit 0,5 K Schaltdifferenz statt Bimetall.
- Anschlussart. 230 V Schuko nur bis etwa 2 kW, darüber Festanschluss oder 400 V.
- Sicherheit. Überhitzungsschutz, Kippschutz, CE-Kennzeichnung, VDE-Prüfzeichen.
- Gewicht und Statik. 200 kg an einer Rigipswand sind kein theoretisches Problem.
Ein Randthema zur Abgrenzung: Der Begriff Räucherofen mit Elektroheizung taucht in denselben Suchergebnissen auf, meint aber einen Räucherschrank für Fisch und Fleisch, bei dem ein elektrisches Heizelement die Räucherspäne erhitzt. Mit Raumheizung hat das nichts zu tun, und wir behandeln es hier nicht weiter.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Kein Wasserkreislauf nötig, damit auch dort einsetzbar, wo keine Rohre liegen
- Sehr niedrige Anschaffungskosten pro Raum, meist 800 bis 2.000 €
- Wärmeabgabe über Stunden, deutlich gleichmäßiger als bei Konvektor oder Heizlüfter
- Nahezu wartungsfrei, kein Schornsteinfeger, keine Jahresprüfung
- Lädt in günstigen Tarifzonen und kann mit Nachtstrom oder Eigenstrom kombiniert werden
- Statische Geräte arbeiten vollkommen geräuschlos
✕ Nachteile
- Wirkungsgrad bleibt bei rund 100 %, eine Wärmepumpe liefert das Drei- bis Vierfache pro kWh Strom
- Betriebskosten sind bei Vollbeheizung eines Hauses um Faktor drei bis vier höher
- Sehr hohes Gewicht, Wandmontage oft unzulässig, Statik prüfen
- Nachtstromvorteil auf 3 bis 7 Cent/kWh geschrumpft, zweiter Zähler kostet Grundgebühr
- Träge Regelung, überladene Speicher heizen den Raum auf, auch wenn niemand es will
- Keine staatliche Förderung, Altgeräte können Asbest oder KMF enthalten
Fazit
Elektroheizung mit Wärmespeicher: sinnvoll in der Nische, teuer als Hauptheizung
Der Speicherkern ist ein guter Trick, um Strombezug und Wärmeabgabe zu entkoppeln. Er ändert aber nichts daran, dass aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme wird.
Für einzelne Räume ohne Heizkreis, für Wochenendhäuser und für Zusatzwärme ist eine Elektroheizung mit Wärmespeicher eine ehrliche, günstige und wartungsarme Lösung. Für ein ganzes Haus im Dauerbetrieb ist sie das teuerste Heizsystem am Markt. Rechnen Sie vor dem Kauf die Jahreskosten anhand Ihres tatsächlichen Wärmebedarfs durch, und prüfen Sie parallel, ob sich mit BEG-Förderung nicht doch der Umstieg auf eine Wärmepumpe darstellen lässt.
Weiterführende Links und Quellen
- Elektroheizung mit Schamottekern, Infrarotheizung Standgerät, Heizlüfter 9 kW, Wärmepumpe 10 kW, Wärmepumpe 12 kW, Strommessgerät im Test
- Verbraucherzentrale, Nachtspeicherheizung und Stromheizung im Kostenvergleich
- BAFA, Vorgaben der Bundesförderung für effiziente Gebäude
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Was ist eine Elektroheizung mit Wärmespeicher?
Eine Elektroheizung mit Wärmespeicher ist ein Heizgerät, das über einen elektrischen Heizwendel eine massive Speichermasse aufheizt, meist Schamotte oder Magnesit. Die eingelagerte Wärme wird anschließend über Stunden an den Raum abgegeben, teils rein statisch über die Gerätehülle, teils aktiv über ein Gebläse. Der Vorteil liegt in der zeitlichen Entkopplung: Sie laden dann, wenn Strom günstig ist, und heizen dann, wenn Sie es brauchen.
Lohnt sich eine Elektroheizung mit Speicher noch?
Eine Elektroheizung mit Speicher lohnt sich vor allem dort, wo wenig geheizt wird oder wo kein Wasserkreislauf vorhanden ist: Wochenendhaus, Anbau, Hobbyraum, einzelner Zusatzraum. Als Hauptheizung für ein ganzes Haus ist sie fast immer die teuerste Variante, weil der Wirkungsgrad bei rund 100 % steckenbleibt, während eine Wärmepumpe aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme macht.
Wie viel Speichermasse braucht eine Elektroheizung mit Speicherkern?
Als Faustwert rechnet man mit 40 bis 90 kg Speichermaterial pro kW Anschlussleistung. Ein Gerät mit 3 kW Anschlussleistung bringt dadurch oft 150 bis 250 kg auf die Waage. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf die Tragfähigkeit von Wand und Decke, eine Elektroheizung mit Speicherkern gehört bei Trockenbauwänden nicht an einen Dübel, sondern auf den Boden.
Braucht eine Elektroheizung mit Nachtspeicher Starkstrom?
Kleine Geräte bis 2 kW laufen an einer normalen Steckdose mit 230 V. Sobald die Anschlussleistung über etwa 3 kW liegt, ist ein Festanschluss nötig, größere Nachtspeicheröfen mit 4 kW bis 6 kW werden dreiphasig mit 400 V angeschlossen. Diese Arbeit gehört ausschließlich in die Hand eines Elektrofachbetriebs, ebenso die Absicherung und die Aufladesteuerung.
Gibt es Nachtstrom überhaupt noch?
Ja, Nachtstromtarife und Wärmestromtarife werden weiterhin angeboten, sie setzen aber einen separaten Zähler oder einen Zweitarifzähler voraus. Der Preisunterschied zum Haushaltsstrom ist im Vergleich zu früher deutlich kleiner geworden und liegt meist bei 3 bis 7 Cent/kWh. Rechnen Sie den Vorteil vor dem Kauf konkret gegen die Grundgebühr des zweiten Zählers.
Was ist der Unterschied zwischen Schamotte und Magnesit?
Magnesit speichert pro Kilogramm etwas mehr Wärme und wird bei kompakten Nachtspeicheröfen bevorzugt, Schamotte ist günstiger, robuster und in Kaminöfen wie in Elektrogeräten verbreitet. Beide erreichen Kerntemperaturen von 500 bis 700 °C. Die Details zum Schamottekern haben wir in einem eigenen Ratgeber ausführlich beschrieben.
Kann man ein Haus mit Elektroheizung umrüsten?
Ein Haus mit Elektroheizung umrüsten heißt in der Praxis: ein wasserführendes Verteilsystem nachrüsten, denn Nachtspeicheröfen haben keines. Rechnen Sie mit Fußbodenheizung oder Heizkörpern, Rohrleitungen, Wärmeerzeuger und Pufferspeicher. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst den Wechsel auf eine Wärmepumpe mit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten, das verschiebt die Rechnung deutlich.
Wie laut ist eine Elektroheizung mit Gebläse?
Rein statische Speichergeräte sind lautlos. Sobald ein Gebläse die Wärme aktiv aus dem Kern holt, entstehen je nach Stufe rund 30 bis 45 dB(A). Das ist im Wohnzimmer meist unproblematisch, im Schlafzimmer aber spürbar. Wer nachts Ruhe will, wählt ein statisches Gerät oder stellt das Gebläse auf die niedrigste Stufe.
Was hat ein Räucherofen mit Elektroheizung damit zu tun?
Der Begriff Räucherofen mit Elektroheizung taucht in derselben Suche auf, meint aber etwas völlig anderes: einen Räucherschrank für Lebensmittel, dessen Späne von einem elektrischen Heizelement statt von einer Gasflamme erhitzt werden. Mit Raumheizung und Wärmespeicher hat das nichts zu tun, wir erwähnen es nur zur Abgrenzung.