Hybridheizung Gas Wärmepumpe: Kosten, Bivalenzpunkt und der ehrliche Vergleich
Die Hybridheizung Gas Wärmepumpe ist der pragmatische Mittelweg zwischen „alles bleibt wie es ist“ und „alles raus“. Zwei Wärmeerzeuger arbeiten an einer Anlage: Die Wärmepumpe deckt die Grundlast über den größten Teil des Jahres, der vorhandene oder neue Gaskessel springt nur an den wenigen wirklich kalten Tagen ein.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Regelung zwischen beiden Erzeugern umschaltet, wo der Bivalenzpunkt sinnvoll liegt, was die Anlage kostet, wie sich 22000 kWh Gas in Wärmepumpe umrechnen lassen und wann der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe wirtschaftlich wird. Dazu ein sauberer Vergleich Gas Wärmepumpe, die Varianten mit Öl und Pellets sowie die Regeln des Gebäudeenergiegesetzes.
Wie die Hybridheizung Gas Wärmepumpe funktioniert
Eine Hybridheizung Gas Wärmepumpe besteht aus zwei Wärmeerzeugern, die auf denselben Heizkreis arbeiten. Die Wärmepumpe liefert Wärme aus der Umgebungsluft, der Gas-Brennwertkessel verbrennt Erdgas. Eine übergeordnete Regelung entscheidet minütlich, wer gerade heizt. Der Fachbegriff dafür lautet bivalenter Betrieb.
Der Reiz liegt in der Lastverteilung. Ein Haus mit 12 kW Heizlast braucht diese 12 kW nur an wenigen Tagen im Jahr. An den meisten Heizstunden liegt der Bedarf bei 3 bis 6 kW. Genau dort arbeitet die Wärmepumpe mit hoher Leistungszahl. Der Kessel bleibt aus. Erst wenn es draußen richtig kalt wird und die Vorlauftemperatur steigt, übernimmt der Kessel, weil die Wärmepumpe dann ineffizient würde.
Man unterscheidet drei Betriebsarten:
- Bivalent-parallel: Unterhalb der Bivalenztemperatur laufen Wärmepumpe und Kessel gemeinsam. Die Wärmepumpe bleibt bis zur Abschaltgrenze in Betrieb.
- Bivalent-alternativ: Unterhalb der Bivalenztemperatur schaltet die Wärmepumpe komplett ab, der Kessel übernimmt allein. Üblich bei hohen Vorlauftemperaturen im Altbau.
- Bivalent-teilparallel: Mischform, die Wärmepumpe läuft parallel weiter, bis die nötige Vorlauftemperatur ihr Limit überschreitet.
Bivalenzpunkt und Bivalenztemperatur
Der Bivalenzpunkt ist die wichtigste Zahl der gesamten Anlage. Er beschreibt die Außentemperatur, bei der die Heizlast des Gebäudes exakt der verfügbaren Wärmepumpenleistung entspricht. Darüber reicht die Wärmepumpe allein, darunter greift der Kessel ein. Die zugehörige Außentemperatur heißt Bivalenztemperatur.
| Bivalenztemperatur | Nötige Wärmepumpenleistung (bei 12 kW Heizlast) | Wärmepumpenanteil an der Jahresarbeit |
|---|---|---|
| +5 °C | ca. 4 kW | ca. 55 bis 65 % |
| +2 °C | ca. 6 kW | ca. 72 bis 80 % |
| 0 °C | ca. 7 kW | ca. 82 bis 88 % |
| -2 °C | ca. 8,5 kW | ca. 88 bis 92 % |
| -5 °C | ca. 10 kW | ca. 93 bis 96 % |
| -12 °C (monovalent) | 12 kW | 100 % |
Die Tabelle zeigt den entscheidenden Effekt: Zwischen einer Bivalenztemperatur von 0 °C und einem reinen Wärmepumpenbetrieb liegen bei der Geräteleistung 5 kW Unterschied, beim Wärmepumpenanteil aber nur rund 15 Prozentpunkte. Der letzte Leistungsanteil ist der teuerste. Genau deshalb existiert das Hybridkonzept.
Praktische Empfehlung: Legen Sie die Bivalenztemperatur auf minus 2 bis 0 °C, wenn Ihre Heizflächen mit maximal 50 °C Vorlauf auskommen. Bei Altbau-Heizkörpern mit 60 °C Auslegung darf sie höher liegen, weil die Wärmepumpe dort ohnehin früh an ihre Grenze kommt.
Auslegung: Wie viel kW braucht die Wärmepumpe im Hybrid?
Im Hybridbetrieb wird die Wärmepumpe bewusst kleiner ausgelegt als die Heizlast. Als Faustregel gelten 60 bis 80 % der nach DIN EN 12831 berechneten Heizlast. Bei 12 kW Heizlast landen Sie also bei einer Wärmepumpe mit 7 bis 9 kW. Wie sich Leistungsklassen und Fläche zueinander verhalten, ist ausführlich in unserem Ratgeber zur 12 kW Wärmepumpe beschrieben, für die Standardgröße lohnt der Blick auf die 10 kW Wärmepumpe.
| Heizlast Gebäude | Wärmepumpe im Hybrid (70 %) | Restleistung Gaskessel |
|---|---|---|
| 8 kW (saniertes Haus) | 5 bis 6 kW | 2 bis 3 kW Spitze |
| 10 kW | 6 bis 8 kW | 2 bis 4 kW Spitze |
| 12 kW (teilsanierter Altbau) | 7 bis 9 kW | 3 bis 5 kW Spitze |
| 16 kW (unsanierter Altbau) | 10 bis 12 kW | 4 bis 6 kW Spitze |
| 20 kW (Zweifamilienhaus) | 12 bis 15 kW | 5 bis 8 kW Spitze |
Der Gaskessel selbst wird nicht kleiner. Sein vorhandener Brennwertkessel mit 20 kW deckt die Spitzenlast ohnehin mit Reserve. Genau das macht die Nachrüstung günstig: Sie kaufen nur die Wärmepumpe, die Hydraulik und die Regelung.
Hydraulisches Schema und Einbindung
Wer nach einem Hybridheizung Öl-Wärmepumpe Schema oder dem Gas-Pendant sucht, findet meist eine von zwei Grundvarianten. Beide sind übertragbar, unabhängig davon, ob der Spitzenlastkessel mit Gas, Öl oder Pellets befeuert wird. Die Begriffe Wärmepumpe Hybridheizung und Hybridheizung Wärmepumpe bezeichnen dabei dasselbe Konzept, nur mit vertauschter Wortstellung.
Variante 1: Einbindung über einen Pufferspeicher
Wärmepumpe und Kessel speisen beide in einen Pufferspeicher, der Heizkreis wird aus dem Puffer versorgt. Vorteil: hydraulisch entkoppelt, unkritisch bei unterschiedlichen Volumenströmen. Nachteil: Der Speicher mischt die Temperaturschichten, was die Effizienz der Wärmepumpe leicht senkt. Übliche Größe: 30 bis 50 Liter je kW Wärmepumpenleistung.
Variante 2: Reihenschaltung mit dem Kessel als Nachheizer
Die Wärmepumpe hebt das Rücklaufwasser auf ein Zwischenniveau, der Kessel hebt es bei Bedarf auf die Solltemperatur an. Vorteil: Die Wärmepumpe arbeitet mit niedriger Spreizung und guter Leistungszahl. Nachteil: Die Regelung muss sauber abgestimmt sein, sonst taktet der Kessel gegen die Wärmepumpe.
In beiden Fällen gilt: Ohne hydraulischen Abgleich und ohne korrekt eingestellte Heizkurve verpufft der Vorteil. Die häufigste Fehlerquelle ist eine zu steile Heizkurve, die schon bei 5 °C Außentemperatur 50 °C Vorlauf anfordert, obwohl 38 °C reichen würden.
Vergleich Gas Wärmepumpe: Wärmepumpe oder Gas?
Ob Sie nach „Vergleich Gas Wärmepumpe“, „Gas Wärmepumpe Vergleich“, „Wärmepumpe Gas Vergleich“, „Vergleich Wärmepumpe Gas“ oder „Wärmepumpe Vergleich Gas“ suchen: Gemeint ist immer dieselbe Rechnung. Sie besteht aus drei Größen, dem Arbeitspreis, dem Wirkungsgrad und der Investition.
| Kriterium | Gas-Brennwertkessel | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Arbeitspreis Energieträger | ca. 0,11 €/kWh Gas | ca. 0,26 €/kWh Wärmepumpenstrom |
| Wirkungsgrad / JAZ | Nutzungsgrad 0,90 bis 0,96 | JAZ 2,8 bis 4,5 |
| Wärmekosten je kWh | ca. 11,5 bis 12,2 Cent | ca. 5,8 bis 9,3 Cent |
| Investition installiert | 7.000 bis 11.000 € | 18.000 bis 33.000 € |
| Förderung | keine | bis 70 % über die BEG |
| CO2-Bepreisung | steigt jährlich, wirkt direkt auf den Gaspreis | nicht direkt betroffen |
| Vorlauftemperatur | bis 75 °C unkritisch | über 55 °C sinkt die JAZ deutlich |
| Wartung pro Jahr | 180 bis 280 € inkl. Schornsteinfeger | 150 bis 250 € |
Die Frage Wärmepumpe oder Gas hat damit eine klare Struktur: Im laufenden Betrieb gewinnt die Wärmepumpe fast immer, in der Anschaffung gewinnt Gas. Die Antwort auf Gas oder Wärmepumpe hängt deshalb an der Nutzungsdauer und an der Vorlauftemperatur Ihrer Heizflächen. Fällt Ihre Wahl auf die Kombination Wärmepumpe Gas, verschieben Sie beide Nachteile: geringere Investition als beim Vollaustausch, deutlich niedrigere Betriebskosten als beim reinen Kessel.
22000 kWh Gas in Wärmepumpe umrechnen
Die Suchanfrage 22000 kWh Gas in Wärmepumpe zielt auf die Umrechnung des heutigen Gasverbrauchs in den künftigen Stromverbrauch. So gehen Sie vor:
- Schritt 1, Nutzwärme berechnen: 22.000 kWh Gas × 0,92 (Nutzungsgrad Brennwert im Bestand) = rund 20.200 kWh Wärme.
- Schritt 2, Warmwasser abziehen oder einrechnen: Bei vier Personen entfallen rund 3.000 kWh auf Warmwasser. Die Wärmepumpe erledigt beides, deshalb bleibt der Wert drin.
- Schritt 3, durch die Jahresarbeitszahl teilen: 20.200 kWh ÷ 3,5 = rund 5.800 kWh Strom.
- Schritt 4, Kosten: 5.800 kWh × 0,26 €/kWh = rund 1.500 € pro Jahr. Gas kostete zuvor 22.000 kWh × 0,11 €/kWh = rund 2.420 € plus Grundpreis.
| Jahresarbeitszahl | Strombedarf (20.200 kWh Wärme) | Stromkosten (0,26 €/kWh) | Ersparnis gegenüber Gas |
|---|---|---|---|
| JAZ 2,5 (Altbau, 60 °C Vorlauf) | ca. 8.100 kWh | ca. 2.100 € | ca. 320 € |
| JAZ 3,0 | ca. 6.700 kWh | ca. 1.740 € | ca. 680 € |
| JAZ 3,5 (typisch, 45 °C Vorlauf) | ca. 5.800 kWh | ca. 1.510 € | ca. 910 € |
| JAZ 4,0 (Fußbodenheizung, 35 °C) | ca. 5.050 kWh | ca. 1.310 € | ca. 1.110 € |
| JAZ 4,0 mit 40 % PV-Eigenstrom | ca. 5.050 kWh | ca. 950 € | ca. 1.470 € |
Die letzte Zeile ist der Hebel, den viele übersehen. Wer Solarstrom selbst erzeugt, senkt den effektiven Arbeitspreis deutlich. Eine 10 kW Solaranlage liefert im Jahresmittel deutlich mehr Kilowattstunden, als die Wärmepumpe zieht, auch wenn die zeitliche Deckung im Winter naturgemäß schlecht ist. Ein Stromspeicher mit 20 kWh verschiebt einen Teil des Ertrags in die Abendstunden, ersetzt aber keine Winterstrommenge.
Lohnt sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe?
Die Frage lohnt sich Umstieg von Gas auf Wärmepumpe lässt sich an fünf Kriterien festmachen. Erfüllen Sie drei davon, ist die Antwort in der Regel ja.
- Vorlauftemperatur: Kommen Ihre Heizflächen am kältesten Tag mit 55 °C oder weniger aus? Prüfen Sie das im Winter, indem Sie die Kesseltemperatur schrittweise absenken.
- Alter des Kessels: Ist der Gaskessel älter als 15 Jahre, steht der Austausch ohnehin an. Dann konkurriert die Wärmepumpe nicht mit „nichts tun“, sondern mit einem neuen Kessel.
- Förderung: Über die BEG sind bis zu 70 % Zuschuss möglich. Das verkürzt die Amortisation drastisch.
- Eigenstrom: Vorhandene oder geplante Photovoltaik senkt den effektiven Strompreis.
- Verbleibedauer: Unter zehn Jahren Nutzungshorizont rechnet sich der Vollaustausch selten, der Hybridweg dagegen häufig.
Wenn zwei oder mehr Kriterien nicht passen, also etwa 65 °C Vorlauf bei einem drei Jahre alten Kessel, ist die Hybridheizung fast immer die bessere Zwischenlösung als der komplette Umstieg. Sie senken die Betriebskosten sofort, ohne die Heizflächen im ganzen Haus tauschen zu müssen.
Hybridheizung Öl-Wärmepumpe und Pellet-Wärmepumpe
Hybridheizung Öl-Wärmepumpe
Die Hybridheizung Öl-Wärmepumpe funktioniert technisch identisch zur Gasvariante. Der Ölkessel übernimmt die Spitzenlast unterhalb der Bivalenztemperatur, die Wärmepumpe deckt die Grundlast. Sinnvoll ist das, wenn ein junger Öl-Brennwertkessel und ein intakter Tank vorhanden sind. Ein Hybridheizung Öl-Wärmepumpe Schema unterscheidet sich hydraulisch nicht vom Gasschema, es kommen lediglich Tank, Ölleitung und ein anderer Abgasweg hinzu.
Rechnen Sie beim Öl mit rund 1,10 bis 1,30 € je Liter, was bei 10 kWh Heizwert je Liter etwa 11 bis 13 Cent je Kilowattstunde ergibt, zuzüglich der jährlich steigenden CO2-Bepreisung. Der Ölanteil sollte im Hybrid also so klein wie möglich bleiben.
Hybridheizung Pellet-Wärmepumpe
Bei der Hybridheizung Pellet Wärmepumpe übernimmt ein Pelletkessel die Spitzenlast. Der Vorteil: Beide Erzeuger gelten als erneuerbar, die 65-Prozent-Regel ist damit unproblematisch. Der Nachteil: Ein Pelletkessel braucht Lagerraum von 5 bis 8 m³, eine Förderschnecke und regelmäßige Ascheentleerung. Die Investition liegt spürbar über der Gasvariante, dafür entfällt die Abhängigkeit von fossilen Preisen.
Für die Kombination Wärmepumpe und Kaminofen oder Solarthermie gilt dieselbe Logik: Es geht immer darum, den Erzeuger mit dem besseren Wirkungsgrad möglichst viele Stunden laufen zu lassen.
Erfahrungen aus dem Betrieb
Wer nach Hybridheizung Gas Wärmepumpe Erfahrungen sucht, stößt immer wieder auf dieselben drei Themen. Auch bei der Suche nach Hybridheizung Öl-Wärmepumpe Erfahrung wiederholt sich das Muster, weil die Ursachen in der Regelung liegen, nicht im Brennstoff.
1. Der Kessel läuft häufiger als geplant
Wenn die Regelung den Kessel schon bei 6 °C Außentemperatur zuschaltet, sinkt der Wärmepumpenanteil von geplanten 85 % auf 60 %. Prüfen Sie den eingestellten Bivalenzpunkt im Reglermenü und die Freigabetemperatur der Wärmepumpe. Häufig steht die Werkseinstellung noch auf einem konservativen Wert.
2. Die Heizkurve ist zu steil
Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur bringt rund 2,5 % Effizienz. Senken Sie die Heizkurve schrittweise um jeweils 2 K und beobachten Sie eine Woche lang, ob alle Räume warm werden. Erst wenn ein Raum nicht mehr auf Temperatur kommt, ist die Grenze erreicht.
3. Der hydraulische Abgleich fehlt
Ohne Abgleich strömt zu viel Wasser durch die kesselnahen Heizkörper und zu wenig durch die entfernten. Die Folge: Die Vorlauftemperatur muss angehoben werden, damit der letzte Raum warm wird. Das kostet in der Praxis leicht 10 bis 15 % Jahresarbeitszahl und ist zudem Voraussetzung für die Förderung.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Welche Baugröße in Ihr Hybridkonzept passt, ergibt sich erst aus der Heizlastberechnung und dem gewünschten Bivalenzpunkt.
GEG, 65-Prozent-Regel und Förderung
Das Gebäudeenergiegesetz verlangt bei neu eingebauten Heizungen, dass sie zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für eine Hybridheizung heißt das: Der rechnerische Wärmepumpenanteil muss diese Schwelle erreichen. Ein kleiner Wärmepumpen-Zusatz an einem großen Kessel erfüllt die Regel nicht.
| Konstellation | Erneuerbarer Anteil | GEG-konform? |
|---|---|---|
| Wärmepumpe 3 kW an 20 kW Kessel | ca. 45 % | nein |
| Wärmepumpe 7 kW an 20 kW Kessel, Bivalenzpunkt 0 °C | ca. 85 % | ja |
| Wärmepumpe 9 kW, Bivalenzpunkt -3 °C | ca. 91 % | ja |
| Pelletkessel plus Wärmepumpe | 100 % (beide erneuerbar) | ja |
Gefördert wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Möglich sind Grundförderung, Klimageschwindigkeits-Bonus, Einkommens-Bonus und Effizienz-Bonus für natürliche Kältemittel wie R290. Der Antrag muss vor Beauftragung gestellt werden, und der Fachbetrieb muss den hydraulischen Abgleich bestätigen. Der fossile Teil der Anlage, also der Gas- oder Ölkessel, ist selbst nicht förderfähig.
Kosten der Hybridheizung
| Posten | Preisspanne | Anmerkung |
|---|---|---|
| Wärmepumpe 7 bis 9 kW, installiert | 14.000 bis 22.000 € | vor Förderung |
| Hydraulik, Pufferspeicher, Einbindung | 2.500 bis 5.000 € | bei vorhandenem Kessel |
| Gemeinsame Regelung / Hybridmanager | 600 bis 1.500 € | oft herstellergebunden |
| Neuer Gas-Brennwertkessel (falls nötig) | 7.000 bis 11.000 € | nicht förderfähig |
| Hydraulischer Abgleich Verfahren B | 700 bis 1.400 € | Pflicht für die Förderung |
| Betriebskosten pro Jahr (Hybrid) | 1.600 bis 2.000 € | Strom plus Restgas |
Rechnen Sie vor Förderung mit 18.000 bis 30.000 €, wenn der Kessel bleibt. Nach Abzug eines Zuschusses von 50 bis 70 % auf den förderfähigen Wärmepumpenteil bleiben oft 10.000 bis 16.000 € Eigenanteil. Wer die Kombination Heizen und Kühlen mitdenkt, sollte auch die Wärmepumpe als Klimaanlage prüfen, weil dasselbe Gerät im Sommer kühlen kann.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Deutlich niedrigere Investition als der komplette Heizungstausch, weil der Kessel bleibt
- Wärmepumpe kann kleiner ausgelegt werden, dadurch weniger Takten und geringerer Preis
- Betriebskosten sinken sofort um 25 bis 40 % gegenüber reinem Gasbetrieb
- Versorgungssicherheit an sehr kalten Tagen durch den Kessel als Reserve
- Auch im Altbau mit Heizkörpern und 55 bis 60 °C Vorlauf umsetzbar
- Bei ausreichendem Wärmepumpenanteil GEG-konform und förderfähig
✕ Nachteile
- Zwei Wärmeerzeuger bedeuten zwei Wartungen, zwei Ersatzteilwelten und mehr Regelungsaufwand
- Der fossile Anteil bleibt und wird über die CO2-Bepreisung Jahr für Jahr teurer
- Schornstein und Gasanschluss müssen weiter betrieben und bezahlt werden
- Falsch eingestellter Bivalenzpunkt kann den Wärmepumpenanteil halbieren
- Der Kessel selbst ist nicht förderfähig
- Platzbedarf im Technikraum steigt durch Puffer und zusätzliche Hydraulik
Fazit
Hybridheizung Gas Wärmepumpe: die richtige Wahl im schwierigen Bestand
Die Kombination aus Gas und Wärmepumpe ist kein Kompromiss aus Bequemlichkeit, sondern eine saubere Antwort auf hohe Vorlauftemperaturen und begrenztes Budget. Entscheidend ist der Bivalenzpunkt.
Legen Sie die Wärmepumpe auf 60 bis 80 % der Heizlast aus, setzen Sie die Bivalenztemperatur auf minus 2 bis 0 °C und lassen Sie den hydraulischen Abgleich durchführen. Dann deckt die Wärmepumpe 85 % oder mehr der Jahresarbeit, die 65-Prozent-Regel ist erfüllt und die Betriebskosten sinken spürbar. Im Neubau und im gut gedämmten Bestand mit Fußbodenheizung ist die reine Wärmepumpe dagegen die bessere und einfachere Lösung.
Weiterführende Links und Quellen
- Wärmepumpe 12 kW, Wärmepumpe 10 kW, Monoblock-Wärmepumpe, Wärmepumpe als Klimaanlage, 10 kW Solaranlage, Stromspeicher 20 kWh Preis
- BAFA, Vorgaben der Bundesförderung für effiziente Gebäude
- Verbraucherzentrale, Hybridheizung und Anforderungen des GEG
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Was ist eine Hybridheizung Gas Wärmepumpe?
Eine Hybridheizung Gas Wärmepumpe kombiniert zwei Wärmeerzeuger an einem Heizkreis: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Grundlast und einen Gas-Brennwertkessel für die Spitzenlast. Eine gemeinsame Regelung entscheidet anhand der Außentemperatur und der Vorlauftemperatur, welcher Erzeuger gerade läuft. Über das Jahr deckt die Wärmepumpe typischerweise 75 bis 90 % der Heizarbeit ab.
Wärmepumpe oder Gas: Was ist günstiger im Betrieb?
Bei einem Wärmepumpentarif von 0,26 €/kWh und einer Jahresarbeitszahl von 3,5 kostet eine Kilowattstunde Wärme rund 7,4 Cent. Bei Gas mit 0,11 €/kWh und einem Nutzungsgrad von 0,95 sind es rund 11,6 Cent. Die Wärmepumpe ist im Betrieb also klar günstiger, sofern die Vorlauftemperatur niedrig bleibt. Kippt die JAZ auf 2,5, gleichen sich beide Werte an.
Wo liegt der Bivalenzpunkt bei einer Hybridheizung?
Der Bivalenzpunkt liegt in der Praxis meist zwischen minus 2 °C und plus 3 °C Außentemperatur. Er ist der Punkt, an dem die Heizlast des Gebäudes die verfügbare Wärmepumpenleistung übersteigt. Je tiefer Sie ihn legen, desto größer muss die Wärmepumpe sein, desto seltener läuft aber der Kessel. Ein Bivalenzpunkt bei 0 °C bedeutet in Deutschland, dass die Wärmepumpe an etwa 90 % der Heizstunden allein arbeitet.
Wie viele kWh Strom ersetzen 22000 kWh Gas?
Rechnen Sie zuerst die Nutzwärme aus: 22.000 kWh Gas mal 0,92 Nutzungsgrad ergibt rund 20.200 kWh Wärme. Geteilt durch eine Jahresarbeitszahl von 3,5 sind das rund 5.800 kWh Strom. Bei einer JAZ von 3,0 wären es 6.700 kWh, bei einer JAZ von 4,0 nur 5.050 kWh. Die Spanne zeigt, wie stark die Vorlauftemperatur den Verbrauch bestimmt.
Erfüllt eine Hybridheizung die 65-Prozent-Regel des GEG?
Nur dann, wenn der erneuerbare Anteil rechnerisch mindestens 65 % der bereitgestellten Wärme beträgt. Das gelingt, wenn die Wärmepumpe auf einen ausreichend großen Anteil der Heizlast ausgelegt ist und der Bivalenzpunkt niedrig genug liegt. Der Nachweis erfolgt über eine Auslegungsrechnung des Fachbetriebs. Ein kleiner Wärmepumpen-Zusatz an einem großen Kessel erfüllt die Regel nicht.
Hybridheizung Gas Wärmepumpe Erfahrungen: Was berichten Betreiber?
Typische Rückmeldungen betreffen drei Punkte: Erstens greift der Kessel oft häufiger ein als geplant, weil die Regelung zu früh umschaltet. Zweitens sinkt die Jahresarbeitszahl, wenn die Heizkurve zu steil eingestellt bleibt. Drittens lohnt der hydraulische Abgleich sofort. Wer diese drei Stellschrauben nachjustiert, kommt in der Regel auf den geplanten Wärmepumpenanteil.
Was kostet eine Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe?
Für die Wärmepumpe im Hybridbetrieb (6 bis 9 kW) rechnen Sie mit 14.000 bis 22.000 € installiert. Bleibt ein funktionsfähiger Gas-Brennwertkessel erhalten, kommen nur Hydraulik, Regelung und Pufferspeicher hinzu, also etwa 2.500 bis 5.000 €. Ein neuer Gaskessel kostet zusätzlich 7.000 bis 11.000 €. Vor Förderung liegt eine typische Anlage bei 18.000 bis 30.000 €.
Ist eine Hybridheizung Öl-Wärmepumpe sinnvoll?
Technisch funktioniert die Hybridheizung Öl-Wärmepumpe genauso wie die Gasvariante: Die Wärmepumpe deckt die Grundlast, der Ölkessel die Spitzenlast. Sinnvoll ist sie vor allem dann, wenn der Ölkessel noch jung ist und der Tank ohnehin steht. Rechnen Sie aber ein, dass Öl über die CO2-Bepreisung Jahr für Jahr teurer wird und der Kessel irgendwann ersetzt werden muss.
Kann die Wärmepumpe im Hybrid kleiner ausgelegt werden?
Ja, und genau das ist der wirtschaftliche Kern. Die Wärmepumpe wird auf 60 bis 80 % der Heizlast ausgelegt, nicht auf 100 %. Bei 12 kW Heizlast reicht also eine Wärmepumpe mit 7 bis 9 kW. Sie deckt trotzdem den überwiegenden Teil der Jahresarbeit ab, weil die wenigen sehr kalten Tage nur einen kleinen Anteil der Heizstunden ausmachen.