Solaranlage Set im Praxischeck: Lieferumfang, Lücken und Anschlusspflichten
Ein Solaranlage Set verspricht die ganze Anlage in einem Karton: Module, Wechselrichter, Halterung, Kabel, fertig. Das stimmt für Steckersolar auf dem Balkon weitgehend und für eine Dachanlage fast nie. Der Preisvorteil eines Sets entsteht überwiegend dadurch, dass genau die Positionen fehlen, die auf dem Dach und im Zählerschrank Arbeit machen.
Dieser Ratgeber zeigt, was in den drei gängigen Set-Typen tatsächlich enthalten ist, welche Teile Sie nachkaufen müssen und was diese kosten, welchen Ertrag Sie je kWp nach Ausrichtung erwarten dürfen, wer die Anlage anschließen darf und wo Gewährleistung und Förderfähigkeit an der Eigenmontage scheitern.
Was in einem Solaranlage Set steckt
Ein Solaranlage Set ist ein Bündel aus Komponenten, die technisch zueinander passen. Das ist der eigentliche Wert: Modulleistung, Wechselrichter-Eingangsspannung und Stringlänge sind aufeinander abgestimmt, und Sie müssen keine Datenblätter vergleichen. Was ein Set nicht ist: eine fertige Anlage. Die Grenze verläuft immer an derselben Stelle, nämlich dort, wo die Anlage auf Ihr konkretes Gebäude trifft.
| Set-Typ | Typische Leistung | Enthaltener Lieferumfang | Preisspanne | Anschluss durch |
|---|---|---|---|---|
| Steckersolar-Set (Balkonkraftwerk) | 800 bis 2.000 Wp Module, 800 W Wechselrichter | Module, Mikrowechselrichter, Halterung, Anschlusskabel | 300 bis 900 Euro | Betreiber selbst |
| Dachanlagen-Set, netzgekoppelt | 3 bis 10 kWp | Module, Stringwechselrichter, Schienen, DC-Kabel, Stecker | 2.500 bis 9.000 Euro | Elektrofachbetrieb |
| Dachanlagen-Set mit Speicher | 5 bis 10 kWp plus 5 bis 10 kWh | wie oben, plus Hybridwechselrichter und Batteriemodule | 6.000 bis 14.000 Euro | Elektrofachbetrieb |
| Inselset (Off-Grid) | 0,4 bis 3 kWp | Module, Laderegler, Batterie, Inselwechselrichter | 500 bis 4.000 Euro | Betreiber selbst, kein Netzbezug |
Die Preisspannen sind Kategoriewerte für Sets ohne Montage, jeweils zum Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Abs. 3 UStG. Wer eine konkrete Anlagengröße durchrechnen möchte, findet die Wirtschaftlichkeit im Detail in unserem Ratgeber zur 5-kW-Solaranlage.
Balkonkraftwerk-Set, Dachanlagen-Set und Inselset
Steckersolar: das einzige wirklich vollständige Set
Beim Balkonkraftwerk stimmt das Versprechen. Zwei Module, ein Mikrowechselrichter mit maximal 800 Watt Ausgangsleistung, eine Halterung und ein Anschlusskabel: mehr braucht es nicht. Seit dem Solarpaket I sind bis zu 2.000 Watt Modulleistung bei 800 Watt Wechselrichterleistung zulässig, die Anmeldung läuft vereinfacht über das Marktstammdatenregister, und der Netzbetreiber muss nicht mehr separat informiert werden. Auch ein rückwärts laufender Ferraris-Zähler ist übergangsweise geduldet, bis der Messstellenbetreiber tauscht.
Die einzige Position, die ein Steckersolar-Set häufig nicht abdeckt, ist die Halterung für Ihre konkrete Situation. Ein Balkongeländer-Set passt nicht auf ein Flachdach, ein Ziegeldach-Set nicht an eine Brüstung. Die passenden Varianten haben wir im Ratgeber zur Halterung für Balkonkraftwerke aufgeschlüsselt.
Dachanlagen-Set: das Set ist der kleinere Teil des Projekts
Bei einer 8-kWp-Anlage macht das Material aus dem Set etwa 40 bis 55 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Rest ist Arbeit, Gerüst, Elektrik und Anmeldung. Wer nur die Setpreise vergleicht, vergleicht also die kleinere Hälfte des Projekts.
Inselset: kein Netz, keine Anmeldung, aber auch keine Einspeisung
Ein Inselset versorgt Gartenhaus, Wohnwagen oder Alm ohne Netzanschluss. Es enthält statt eines Netzwechselrichters einen Laderegler und eine Batterie. Solange nichts mit dem öffentlichen Netz verbunden wird, entfallen VDE-AR-N 4105 und Netzbetreiber-Anmeldung. Rechnen Sie bei Inselbetrieb mit spürbaren Verlusten: Laderegler, Batterie und Wechselrichter zusammen kosten 20 bis 30 Prozent der erzeugten Energie.
Was regelmäßig fehlt und was es kostet
Diese Liste ist der eigentliche Grund, warum Setpreise so attraktiv aussehen. Alle Positionen beziehen sich auf eine netzgekoppelte Dachanlage im Einfamilienhaus. Die Spannen sind Erfahrungswerte für Material plus Handwerkerleistung.
| Fehlende Position | Warum sie im Set fehlt | Zusatzkosten |
|---|---|---|
| Dachhaken passend zur Deckung | Ziegel, Biberschwanz, Trapezblech und Schiefer brauchen je eigene Haken | 150 bis 500 Euro |
| Gerüst | Arbeitssicherheit ab 3 m Absturzhöhe, nie Teil eines Sets | 600 bis 1.500 Euro |
| AC-Leitung, Leitungsschutz, NA-Schutz-Verdrahtung | Länge und Querschnitt hängen vom Gebäude ab | 300 bis 900 Euro |
| Überspannungsschutz Typ 2 (DC und AC) | gehört in den Zählerschrank, nicht in den Karton | 200 bis 500 Euro |
| Ertüchtigung des Zählerschranks | Altschränke erfüllen die TAB des Netzbetreibers oft nicht | 1.000 bis 3.000 Euro |
| Zweirichtungszähler | stellt der Messstellenbetreiber, nicht der Händler | 0 bis 100 Euro im Jahr Messentgelt |
| Potentialausgleich und Erdung der Unterkonstruktion | gebäudeabhängig, Teil der Elektroinstallation | 150 bis 400 Euro |
| Anschluss, Inbetriebnahme, Anmeldung beim Netzbetreiber | darf nur die eingetragene Elektrofachkraft | 800 bis 2.000 Euro |
| Wieland-Einspeisesteckdose (nur Steckersolar) | optional, Schuko ist zulässig | 60 bis 150 Euro |
In Summe kommen bei einer Dachanlage typischerweise 1.500 bis 5.000 Euro zu dem Setpreis dazu, im Extremfall eines alten Zählerschranks auch mehr. Beim Steckersolar-Set liegt derselbe Posten bei 0 bis 150 Euro. Das ist der ehrliche Unterschied zwischen den beiden Produktwelten, und er hat nichts mit der Modulqualität zu tun.
Ertrag je kWp nach Ausrichtung
Der Ertrag hängt an drei Größen: Einstrahlung am Standort, Ausrichtung und Neigung. Die folgenden Werte gelten für Deutschland mit rund 950 bis 1.200 kWh Globalstrahlung je Quadratmeter und Jahr, von Norddeutschland bis zum Alpenrand. Verschattung ist nicht eingerechnet, sie ist der mit Abstand größte Einzelverlust.
| Ausrichtung und Neigung | Ertrag je kWp und Jahr | Anteil vom Optimum | Ertrag eines 5-kWp-Sets |
|---|---|---|---|
| Süd, 30 bis 35 Grad | 950 bis 1.050 kWh | 100 Prozent | 4.750 bis 5.250 kWh |
| Südost oder Südwest, 30 Grad | 900 bis 980 kWh | rund 94 Prozent | 4.500 bis 4.900 kWh |
| Ost-West-Teilung, 20 bis 30 Grad | 850 bis 900 kWh | rund 86 Prozent | 4.250 bis 4.500 kWh |
| Flachdach, aufgeständert 10 bis 15 Grad | 900 bis 960 kWh | rund 93 Prozent | 4.500 bis 4.800 kWh |
| Fassade Süd, 90 Grad senkrecht | 650 bis 750 kWh | rund 70 Prozent | 3.250 bis 3.750 kWh |
| Nord, 30 Grad | 550 bis 650 kWh | rund 60 Prozent | 2.750 bis 3.250 kWh |
Zwei Schlussfolgerungen daraus. Erstens: Ost-West kostet nur rund 14 Prozent Jahresertrag, liefert aber ein deutlich breiteres Tagesprofil und damit einen höheren Eigenverbrauchsanteil. Zweitens: Selbst Nordausrichtung liefert noch etwa 60 Prozent, was bei sehr günstigen Modulpreisen und ausreichend Fläche wirtschaftlich sein kann. Für die Flachdachvariante mit Ballastierung haben wir die Details im Ratgeber zur Solaranlage auf dem Flachdach beschrieben.
Wer anschließen darf und was angemeldet werden muss
Hier trennt sich das Steckersolar-Set vom Rest, und zwar rechtlich sauber definiert.
| Anlage | Wer schließt an | Anmeldung | Regelwerk |
|---|---|---|---|
| Steckersolar bis 800 W Wechselrichterleistung | Betreiber selbst, Schuko zulässig | Marktstammdatenregister, vereinfacht, ohne Netzbetreiber | Solarpaket I, VDE-Produktnorm für Steckersolargeräte |
| Fest angeschlossene Anlage bis 30 kWp | eingetragener Elektrofachbetrieb | Netzbetreiber vorab, Marktstammdatenregister binnen eines Monats | VDE-AR-N 4105, TAB des Netzbetreibers |
| Anlage über 30 kWp | Elektrofachbetrieb, zusätzliche Nachweise | wie oben, plus Anlagenzertifikat je nach Größe | VDE-AR-N 4105 und Netzanschlussverordnung |
| Inselanlage ohne Netzverbindung | Betreiber selbst | keine, solange keine Netzkopplung besteht | keine Netzanschlussregeln, Brandschutz beachten |
Wichtig ist die Aufgabenteilung: Module tragen, Schienen setzen und Kabel verlegen dürfen Sie bei einer Dachanlage selbst. Nur der elektrische Anschluss ans Hausnetz und die Inbetriebnahme sind der eingetragenen Fachkraft vorbehalten. Damit lässt sich ein erheblicher Teil der Lohnkosten einsparen, ohne die Anmeldefähigkeit zu verlieren. Voraussetzung ist ein Betrieb, der diese Teilleistung überhaupt anbietet.
Set, Einzelkomponenten oder Fachbetrieb
| Kriterium | Komplettset | Einzelkomponenten | Fachbetrieb schlüsselfertig |
|---|---|---|---|
| Materialpreis 8 kWp | 4.000 bis 7.000 Euro | 3.500 bis 6.500 Euro | im Gesamtpreis enthalten |
| Gesamtpreis 8 kWp fertig | 6.000 bis 11.000 Euro | 5.500 bis 10.500 Euro | 10.000 bis 16.000 Euro |
| Kompatibilitätsrisiko | gering, abgestimmt | hoch, Sie prüfen selbst | keines, Betrieb haftet |
| Haftung für das Gesamtwerk | nur Sachmängel je Komponente | nur Sachmängel je Komponente | fünf Jahre auf die Werkleistung |
| Förderfähigkeit kommunal | oft nicht | oft nicht | in der Regel ja |
| Zeitaufwand für Sie | 2 bis 4 Tage plus Planung | 3 bis 6 Tage plus Recherche | ein Beratungstermin |
Die Rechnung fällt eindeutiger aus, als die Preisdifferenz vermuten lässt. Ein Set spart bei einer Dachanlage grob 25 bis 35 Prozent gegenüber der schlüsselfertigen Lösung, verlagert dafür aber Planung, Statik, Arbeitssicherheit und die gesamte Gewährleistungsfrage auf Sie. Einzelkomponenten lohnen sich fast nur, wenn Sie eine ungewöhnliche Konfiguration brauchen, etwa einen bestimmten Hybridwechselrichter für eine vorhandene Batterie.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Einzelpreise von Produkten. Alle genannten Beträge sind Spannen für die jeweilige Kategorie, keine Angebote.
Gewährleistung, Garantie und Förderfähigkeit
Gewährleistung ist nicht Garantie
Beim Kauf eines Sets haben Sie zwei Jahre gesetzliche Sachmängelhaftung gegenüber dem Verkäufer, je Komponente. Die 25 oder 30 Jahre, mit denen Modulhersteller werben, sind eine freiwillige Leistungsgarantie: Sie sichert einen Restwirkungsgrad zu, meist 80 bis 87 Prozent nach 25 Jahren, und sie deckt weder Montagefehler noch Transportschäden. Produktgarantien auf das Modul selbst liegen üblicherweise bei 10 bis 15 Jahren, Wechselrichter bei 5 bis 12 Jahren.
Der entscheidende Unterschied zum Fachbetrieb
Beauftragen Sie einen Betrieb mit Planung und Montage, entsteht ein Werkvertrag über ein Bauwerk. Dafür gelten nach Paragraf 634a BGB fünf Jahre Mängelhaftung, und zwar auf das Gesamtwerk, nicht auf einzelne Kartons. Wenn Wasser ins Dach läuft oder der Ertrag wegen falscher Stringplanung unter der Zusage bleibt, gibt es genau einen Adressaten. Beim Selbstbau sind Sie dieser Adressat.
Förderfähigkeit
Der bundesweite Zuschuss KfW 442 für Solarstrom und Elektroauto ist ausgelaufen und wurde nicht neu aufgelegt. Was bleibt: der Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Abs. 3 UStG, zinsgünstige KfW-Kredite und kommunale oder landeseigene Zuschussprogramme. Letztere verlangen fast immer eine Fachbetriebsrechnung und ein Inbetriebnahmeprotokoll. Ein selbst montiertes Set erfüllt das nicht. Die Einspeisevergütung nach EEG erhalten Sie dagegen auch bei Eigenmontage, solange der Anschluss durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgt ist. Sie liegt für Teileinspeisung bei Anlagen bis 10 kWp derzeit im Bereich von rund 7 bis 8 Cent je kWh und sinkt regelmäßig weiter.
Was 3000-Watt-Sets aus dem Versandhandel leisten
Sets mit 3.000 Watt Modulleistung sind eine eigene Produktkategorie zwischen Balkonkraftwerk und Dachanlage, und sie werden am häufigsten missverstanden. Die Wattzahl bezeichnet die Modulleistung, nicht das, was ohne weitere Arbeit im Hausnetz ankommt.
- Als Steckersolar zulässig? Nein. Die 800-Watt-Grenze gilt für die Wechselrichter-Ausgangsleistung, die Modulgrenze liegt bei 2.000 Watt. Ein 3.000-Watt-Set fällt aus der Steckersolar-Regelung heraus.
- Als Inselanlage? Ja, das ist der eigentliche Einsatzzweck vieler dieser Sets. Mit Laderegler und Batterie versorgen sie Gartenhaus, Werkstatt oder Wohnmobil.
- Als netzgekoppelte Kleinanlage? Ja, aber nur mit Elektrofachbetrieb, Anmeldung nach VDE-AR-N 4105 und den oben gelisteten Zusatzkosten.
- Realistischer Ertrag? Bei Südausrichtung rund 2.850 bis 3.150 kWh im Jahr, bei aufgeständerter Freifläche im Garten eher am unteren Rand, weil Verschattung durch Bewuchs häufig ist.
Prüfen Sie bei dieser Klasse besonders genau, ob ein Netzwechselrichter oder nur ein Laderegler enthalten ist. Das ist der Unterschied zwischen einer Anlage, die Ihre Stromrechnung senkt, und einer, die eine Batterie im Gartenhaus lädt. Wer im Garten bleiben möchte, findet die passenden Aufbauten im Ratgeber zur Solaranlage für den Garten.
Typische Fehler
1. Die Stückliste nicht gegen das eigene Dach prüfen
Der häufigste Fall: Das Set enthält Dachhaken für Pfannenziegel, das Haus hat Biberschwanzdeckung. Die Module liegen dann wochenlang in der Garage, bis die richtigen Haken da sind. Fotografieren Sie Ihre Deckung und den Zählerschrank, bevor Sie bestellen, und gleichen Sie beides mit der Stückliste ab.
2. Die 800-Watt-Grenze auf die Module beziehen
Die Grenze gilt für die Ausgangsleistung des Wechselrichters. Bis zu 2.000 Watt Modulleistung dahinter sind zulässig und sinnvoll, weil sie den Ertrag an trüben Tagen und in den Randstunden deutlich anhebt. Wer stattdessen die Module auf 800 Watt begrenzt, verschenkt Jahresertrag. Wie stark, zeigt der Vergleich im Ratgeber zum Balkonkraftwerk mit 1500 W.
3. Ohne Fachbetrieb kaufen und dann einen suchen
Viele Elektrobetriebe schließen fremd gekauftes Material nicht an, weil sie damit für Komponenten einstehen müssten, die sie nicht ausgewählt haben. Klären Sie die Anschlussfrage schriftlich, bevor das Set bestellt wird. Sonst steht eine vollständige Anlage auf dem Dach, die niemand in Betrieb nehmen darf.
4. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister aufschieben
Die Registrierung ist Pflicht und binnen eines Monats nach Inbetriebnahme fällig, auch für ein Balkonkraftwerk. Bei versäumter Anmeldung droht ein Bußgeld, und die Einspeisevergütung kann für den nicht gemeldeten Zeitraum entfallen. Der Vorgang dauert bei Steckersolar wenige Minuten.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Komponenten sind aufeinander abgestimmt, Stringlänge und Wechselrichtereingang passen ohne eigene Auslegung
- Preisvorteil von rund 25 bis 35 Prozent gegenüber der schlüsselfertigen Anlage vom Fachbetrieb
- Steckersolar-Sets bis 800 W dürfen Sie ohne Elektrofachkraft anschließen und vereinfacht anmelden
- Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Abs. 3 UStG gilt für das Set genauso wie für die Fachbetriebsanlage
- Montage der Module und Unterkonstruktion in Eigenleistung ist zulässig und spart einen großen Teil der Lohnkosten
✕ Nachteile
- Zählerschrank, AC-Leitung, Überspannungsschutz und Gerüst fehlen fast immer und kosten 1.500 bis 5.000 Euro extra
- Nur zwei Jahre Sachmängelhaftung je Komponente statt fünf Jahren auf das Gesamtwerk
- Dachhaken passen häufig nicht zur vorhandenen Deckung, weil Sets auf Pfannenziegel ausgelegt sind
- Kommunale Förderprogramme verlangen meist eine Fachbetriebsrechnung, die beim Selbstbau fehlt
- Viele Elektrobetriebe schließen fremd gekauftes Material nicht an, die Inbetriebnahme kann daran scheitern
Fazit
Solaranlage Set: sehr gut beim Balkonkraftwerk, halbe Miete auf dem Dach
Ein Steckersolar-Set ist tatsächlich komplett, darf selbst angeschlossen werden und lohnt sich fast immer. Ein Dachanlagen-Set liefert dagegen nur das Material und lässt Elektrik, Gerüst und Anmeldung offen. Rechnen Sie 1.500 bis 5.000 Euro Zusatzkosten ein, bevor Sie den Setpreis mit einem Fachbetriebsangebot vergleichen.
Für die Dachanlage ist der pragmatische Mittelweg meist der beste: Set kaufen, Module und Unterkonstruktion selbst montieren, Anschluss und Inbetriebnahme durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb. Klären Sie diese Teilleistung aber schriftlich, bevor Sie bestellen, und prüfen Sie vorher, ob Ihre Kommune eine Fachbetriebsrechnung verlangt.
Weiterführende Links und Quellen
- Solaranlage Komplettset, 5-kW-Solaranlage, Solaranlage Flachdach, Solaranlage für den Garten, Balkonkraftwerk 1500 W, Halterung für Balkonkraftwerk, Batterie für Solaranlage
- Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, Registrierungspflicht und vereinfachte Meldung für Steckersolar
- VDE-AR-N 4105, Anwendungsregel für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz, sowie die TAB des jeweiligen Netzbetreibers
- Solarpaket I, in Kraft seit Mai 2024, Grenzen von 800 W Wechselrichter- und 2.000 W Modulleistung für Steckersolargeräte
- Paragraf 12 Abs. 3 UStG, Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen auf und an Wohngebäuden
- Paragraf 434 und Paragraf 634a BGB, Sachmängelhaftung beim Kauf und fünfjährige Mängelhaftung bei Werkleistungen an Bauwerken
- Umweltbundesamt, Daten zu Globalstrahlung und Ertragsabschätzung in Deutschland
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Was ist in einem solaranlage set enthalten?
Fast immer Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, DC-Solarkabel mit Steckern und eine Montageanleitung. Häufig fehlen Dachhaken passend zu Ihrer Deckung, die AC-Leitung vom Wechselrichter zum Zählerschrank, Leitungsschutzschalter, Überspannungsschutz und der Potentialausgleich. Prüfen Sie die Stückliste vor dem Kauf Position für Position gegen Ihre reale Dachsituation.
Darf ich ein solaranlage set selbst anschließen?
Ein Steckersolar-Set bis 800 Watt Wechselrichterleistung dürfen Sie selbst in eine Steckdose stecken und selbst im Marktstammdatenregister anmelden. Jede fest verdrahtete Anlage fällt unter die VDE-AR-N 4105. Sie muss von einem im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Elektrofachbetrieb angeschlossen und dort angemeldet werden. Module und Unterkonstruktion dürfen Sie trotzdem selbst montieren.
Sind 3000-Watt-Solaranlagen-Sets wie das von Juskys ihr Geld wert?
Als Inselanlage oder Gartenversorgung oft ja, als Ersatz für eine netzgekoppelte Dachanlage nein. Sets dieser Klasse liefern Module, Laderegler oder Wechselrichter und Kabel, aber keine Netzeinspeisung und keine Anmeldung. Wer 3.000 Watt ins Hausnetz bringen will, braucht ohnehin die Elektrofachkraft. Lassen Sie sich von der Wattzahl nicht über den tatsächlichen Lieferumfang hinwegtäuschen.
Wie viel Strom liefert ein solaranlage set pro Jahr?
Rechnen Sie in Deutschland mit 950 bis 1.050 kWh je installiertem kWp und Jahr bei Südausrichtung und rund 30 Grad Neigung. Ein 5-kWp-Set liefert damit etwa 4.750 bis 5.250 kWh. Bei Ost-West-Teilung sinkt der Wert auf etwa 850 bis 900 kWh je kWp, bei senkrechter Fassadenmontage nach Süden auf 650 bis 750 kWh je kWp.
Muss ich ein Set im Marktstammdatenregister anmelden?
Ja, jede Photovoltaikanlage muss dort registriert werden, auch ein Balkonkraftwerk. Für Steckersolar gilt seit dem Solarpaket I ein verkürztes Formular mit wenigen Angaben, und die separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt. Für Dachanlagen bleibt es bei der vollständigen Registrierung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme plus Anmeldung durch den Elektrofachbetrieb.
Zahle ich auf ein Solarset Umsatzsteuer?
Nein, wenn die Anlage auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes betrieben wird. Nach Paragraf 12 Abs. 3 UStG gilt seit 2023 ein Steuersatz von 0 Prozent auf Module, Wechselrichter, Speicher, wesentliches Zubehör und die Montageleistung. Der ausgewiesene Setpreis ist damit bereits der Endpreis. Achten Sie darauf, dass der Händler den Nullsatz auch tatsächlich ausweist.
Wie lange habe ich Gewährleistung auf ein Solarset?
Zwei Jahre gesetzliche Sachmängelhaftung nach BGB gegenüber dem Verkäufer. Die beworbenen 25 oder 30 Jahre sind eine freiwillige Leistungsgarantie des Modulherstellers und decken nur den Leistungsabfall ab, nicht Transportschäden oder Montagefehler. Beauftragt ein Fachbetrieb die Montage, gelten für die Werkleistung an einem Bauwerk fünf Jahre nach Paragraf 634a BGB.
Ist ein selbst montiertes Set förderfähig?
Meist nicht. Bundesweite Zuschüsse für Balkonkraftwerke gibt es derzeit nicht, und kommunale Programme verlangen fast durchgängig die Rechnung eines Fachbetriebs samt Inbetriebnahmeprotokoll. Ein zinsgünstiger Kredit über die KfW ist unabhängig davon möglich. Prüfen Sie die Förderbedingungen Ihrer Kommune, bevor Sie das Set bestellen, nicht danach.
Brauche ich beim Set einen Speicher?
Nicht zwingend. Ohne Speicher nutzen Sie typischerweise 25 bis 35 Prozent des erzeugten Stroms selbst, mit einem passend dimensionierten Speicher 55 bis 70 Prozent. Ob sich das rechnet, hängt vom Strompreis und vom Speicherpreis je kWh ab. Sinnvoll ist ein Speicher meist erst, wenn Ihr Verbrauch über 3.500 kWh im Jahr liegt.
Was kostet die Montage, wenn ich das Set selbst kaufe?
Für die reine Montage und den elektrischen Anschluss einer 5- bis 10-kWp-Dachanlage verlangen Betriebe üblicherweise 300 bis 600 Euro je kWp, dazu Gerüst mit 600 bis 1.500 Euro. Viele Betriebe montieren allerdings kein fremd gekauftes Material, weil sie dann für Komponenten haften sollen, die sie nicht ausgewählt haben. Klären Sie das vor der Bestellung.