Anschluss einer Wärmepumpe: hydraulisch und elektrisch richtig eingebunden
Der Wärmepumpe Anschluss ist der Teil des Projekts, an dem sich entscheidet, ob das Gerät später die versprochene Arbeitszahl erreicht oder dauerhaft 20 Prozent darunter bleibt. Die Maschine selbst ist weitgehend austauschbar. Wie sie an den Heizkreis, an den Speicher und an den Zählerschrank kommt, ist es nicht.
Dieser Ratgeber trennt die vier Baustellen sauber: die hydraulische Einbindung mit Puffer und Weiche, die Frage nach Heizkörper oder Flächenheizung, den elektrischen Anschluss samt Zählerkonzept und Sperrzeiten nach Paragraf 14a EnWG, und schließlich die Inbetriebnahme mit hydraulischem Abgleich. Wo eine Regel nur in bestimmten Fällen greift, sagen wir das ausdrücklich.
Anschluss einer Wärmepumpe: die vier Baustellen
Beim Anschluss einer Wärmepumpe laufen vier Gewerke zusammen, die selten in einer Hand liegen. Wer die Zuständigkeiten nicht vorher klärt, verliert Wochen an der Schnittstelle zwischen Heizungsbauer, Elektriker und Netzbetreiber.
| Baustelle | Wer macht es | Wovon die Arbeitszahl abhängt |
|---|---|---|
| Hydraulik, Heizkreis | Heizungsbauer | sehr stark, über Vorlauftemperatur und Volumenstrom |
| Warmwasserspeicher | Heizungsbauer | stark, über die nötige Speichertemperatur |
| Elektrischer Anschluss | eingetragener Elektrofachbetrieb | gar nicht, aber ohne ihn keine Inbetriebnahme |
| Regelung und Anmeldung | beide, plus Netzbetreiber | mittel, über Heizkurve und Steuerung |
Die Reihenfolge ist wichtig. Die Anmeldung beim Netzbetreiber steht am Anfang, nicht am Ende, denn sie entscheidet über das Zählerkonzept und damit über den Platzbedarf im Zählerschrank. Erst wenn klar ist, ob ein zweiter Zählplatz gebraucht wird, lässt sich sagen, ob der alte Schrank bleiben darf. Ob und wie angemeldet wird, haben wir im Detail unter Muss eine Wärmepumpe angemeldet werden beschrieben.
Eine Warnung vorweg: Die Hydraulik ist der einzige Bereich, in dem Sie dauerhaft Geld verlieren können, ohne es zu merken. Ein falsch gesetzter Puffer oder eine überflüssige Weiche kostet schleichend Arbeitszahl, ohne dass jemals eine Störmeldung erscheint. Der elektrische Anschluss dagegen ist binär: Er ist normgerecht oder die Anlage geht nicht in Betrieb.
Hydraulische Einbindung in den Heizkreis
Eine Wärmepumpe will einen konstanten, ausreichend großen Volumenstrom und eine kleine Temperaturspreizung. Ein Gaskessel verträgt fast jede Hydraulik, weil er die fehlende Leistung einfach mit einer höheren Brennerleistung ausgleicht. Die Wärmepumpe kann das nicht: Fehlt der Volumenstrom, steigt die Kondensationstemperatur, und die Leistungszahl fällt.
Die Spreizung zwischen Vorlauf und Rücklauf sollte im Auslegungspunkt bei 5 bis 8 Kelvin liegen. Bei einer 8-Kilowatt-Anlage und 5 Kelvin Spreizung entspricht das rund 1.375 Litern pro Stunde. Diese Menge muss der Heizkreis auch dann durchlassen, wenn Thermostatventile schließen. Genau daran scheitern viele Bestandsanlagen mit Einzelraumregelung.
| Einbindung | Wann sinnvoll | Nachteil |
|---|---|---|
| Direkt ohne Puffer | Flächenheizung, großes Anlagenvolumen, keine Einzelraumregelung | Abtauung braucht Restwärme aus dem Estrich |
| Reihenpuffer im Rücklauf | Standardlösung bei Luft-Wasser-Geräten | kleine Bereitschaftsverluste |
| Parallelpuffer | fast nie nötig | Schichtung wird zerstört, Vorlauf muss höher |
| Hydraulische Weiche | zwei Kreise mit stark verschiedenem Volumenstrom | zwingt zu mindestens 2 bis 3 Kelvin Aufschlag |
| Überströmventil | Notlösung, wenn Ventile zufahren | Kurzschlussströmung, Spreizung bricht zusammen |
Die schlichteste und meistens beste Lösung ist ein Reihenpuffer im Rücklauf. Er sichert das Mindestumlaufvolumen für die Abtauung, ohne den Vorlauf anzuheben, weil das gesamte Heizwasser ohnehin durch ihn hindurchmuss. Ein Parallelpuffer dagegen mischt und zwingt die Regelung, den Vorlauf um einige Kelvin höher zu fahren, damit unten noch genug ankommt.
Pufferspeicher und hydraulische Weiche
Die Frage nach dem Puffer wird oft falsch gestellt. Er ist kein Wärmespeicher für lange Sperrzeiten, sondern eine Reserve für den Abtauvorgang: Beim Abtauen dreht die Luft-Wasser-Anlage den Kreis um und entzieht dem Heizungswasser Energie. Fehlt Volumen, unterschreitet der Rücklauf die Frostgrenze und das Gerät bricht den Vorgang ab.
| Heizleistung | Puffer Luft-Wasser, in Reihe | Puffer Sole-Wasser | Anlagenvolumen gesamt, Richtwert |
|---|---|---|---|
| 5 kW | 60 bis 100 l | oft entbehrlich | ab ca. 100 l |
| 8 kW | 100 bis 160 l | oft entbehrlich | ab ca. 160 l |
| 12 kW | 150 bis 240 l | 0 bis 100 l | ab ca. 240 l |
| 16 kW | 200 bis 320 l | 0 bis 150 l | ab ca. 320 l |
| 20 kW | 250 bis 400 l | 0 bis 200 l | ab ca. 400 l |
Die Spanne von 12 bis 20 Litern je Kilowatt ist ein Richtwert und keine Norm. Maßgeblich ist immer die Herstellerangabe zum Mindestumlaufvolumen, weil sie vom Kältekreis abhängt. Eine Fußbodenheizung mit 100 Quadratmetern Fläche bringt allein schon rund 80 bis 120 Liter Anlagenvolumen mit, was den Puffer schrumpfen oder entfallen lässt. Welche Bauformen es gibt und wie sie eingebunden werden, steht im Ratgeber Pufferspeicher für die Wärmepumpe.
Wann eine hydraulische Weiche wirklich nötig ist
Eine Weiche entkoppelt zwei Kreise, die verschieden viel Wasser fördern. Das ist sinnvoll, wenn die Wärmepumpe einen festen Volumenstrom braucht, der Verbraucherkreis aber stark schwankt, etwa bei mehreren gemischten Heizkreisen in einem größeren Gebäude. In einem Einfamilienhaus mit einem einzigen Heizkreis ist sie fast immer überflüssig.
Der Preis der Weiche ist ein Temperaturaufschlag. Weil auf der Sekundärseite immer etwas Rücklaufwasser beigemischt wird, muss die Primärseite 2 bis 3 Kelvin höher fahren. Bei 2 bis 3 Prozent Arbeitszahlverlust je Kelvin sind das 4 bis 9 Prozent Mehrverbrauch, dauerhaft, für ein Bauteil, das in vielen Anlagen keinen Zweck erfüllt.
Heizkörper oder Flächenheizung: was die Arbeitszahl kostet
Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Hebel der gesamten Anlage. Physikalisch steigt die Leistungszahl, je kleiner der Temperaturhub zwischen Quelle und Senke ausfällt. Als praktische Faustregel gilt: Jedes Kelvin weniger Vorlauf verbessert die Jahresarbeitszahl um 2 bis 3 Prozent.
| Heizfläche | Typischer Vorlauf | Erwartbare Jahresarbeitszahl, Luft-Wasser | Stromverbrauch je 20.000 kWh Wärme |
|---|---|---|---|
| Fußbodenheizung, weite Verlegung | 30 bis 35 °C | 4,0 bis 4,5 | 4.400 bis 5.000 kWh |
| Wandheizung | 32 bis 38 °C | 3,8 bis 4,3 | 4.700 bis 5.300 kWh |
| Große Niedertemperaturheizkörper | 40 bis 45 °C | 3,3 bis 3,8 | 5.300 bis 6.100 kWh |
| Bestandsheizkörper, gut dimensioniert | 50 bis 55 °C | 2,7 bis 3,2 | 6.300 bis 7.400 kWh |
| Bestandsheizkörper, unterdimensioniert | 60 bis 65 °C | 2,2 bis 2,6 | 7.700 bis 9.100 kWh |
Die Zahlen sind Erfahrungsbereiche für Luft-Wasser-Geräte in einem mitteldeutschen Klima, keine Prüfstandswerte. Sole-Wasser-Anlagen liegen wegen der stabileren Quellentemperatur meist 0,5 bis 1,0 Punkte darüber. Entscheidend ist die Aussage der Tabelle, nicht die zweite Nachkommastelle: Der Sprung von 55 auf 35 Grad halbiert nicht den Verbrauch, er senkt ihn aber um eine Größenordnung von 30 bis 40 Prozent.
Daraus folgt nicht, dass Heizkörper ausgeschlossen sind. Sie müssen nur groß genug sein. Ein Heizkörper gibt bei 45 Grad Vorlauf etwa die Hälfte der Leistung ab, die er bei 70 Grad liefert. Wer im Bestand bleibt, tauscht deshalb gezielt die zwei oder drei kritischen Räume und lässt den Rest stehen. Welche Bauformen dafür taugen, zeigt der Beitrag Heizkörper für die Wärmepumpe, und ob der Betrieb ganz ohne Flächenheizung funktioniert, klärt Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung.
Einzelraumregelung: offen lassen oder nicht
Bei einer abgeglichenen Fußbodenheizung ist die Einzelraumregelung eher schädlich als nützlich. Schließen mehrere Stellantriebe gleichzeitig, sinkt der Volumenstrom unter das Minimum, die Anlage taktet und die Spreizung bricht zusammen. Üblich ist deshalb, die Stellantriebe dauerhaft offen zu fahren und die Temperatur über die Heizkurve zu führen. Räume mit abweichendem Bedarf, etwa das Schlafzimmer, regelt man über die Durchflussmenge am Verteiler statt über einen Thermostatkopf.
Warmwasser sauber anbinden
Warmwasser ist die zweite Baustelle und der zweitgrößte Arbeitszahlfresser. Für 45 Grad Zapftemperatur genügen 50 bis 52 Grad Speichertemperatur. Jede Anhebung darüber kostet unmittelbar, weil der Verdichter gegen einen höheren Druck arbeitet.
- Speichergröße: 200 bis 300 Liter für einen Vier-Personen-Haushalt, mit einer Heizwendel von mindestens 3,0 bis 4,0 Quadratmetern Fläche.
- Wärmetauscherfläche: zu klein dimensionierte Wendeln zwingen zu 8 bis 10 Kelvin höherem Vorlauf, das ist der häufigste Fehler bei Speichern aus dem Gaskesselzeitalter.
- Legionellen: Für Ein- und Zweifamilienhäuser mit weniger als 400 Litern Speicher und höchstens 3 Litern Rohrinhalt greift die Untersuchungspflicht der Trinkwasserverordnung nicht. Eine wöchentliche Aufheizung auf 60 Grad ist in dieser Konstellation Vorsorge, keine Vorschrift.
- Zirkulation: nur mit Zeitschaltung oder Anforderungstaster. Eine dauerhaft laufende Zirkulation kann mehr Wärme verlieren, als das Duschen verbraucht.
Wenn die Heizungswärmepumpe das Warmwasser mitmacht, hebt jede Speicherladung kurzzeitig die Vorlauftemperatur auf 50 bis 55 Grad an. Alternativ übernimmt eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe diesen Teil und lässt die Heizungsanlage dauerhaft im Niedertemperaturbetrieb.
Elektrischer Anschluss der Wärmepumpe
Der elektrische Anschluss der Wärmepumpe ist ein reiner Fachbetriebsvorgang. Er wird nach VDE-AR-N 4100 beim Netzbetreiber angemeldet und nach VDE 0100 ausgeführt. Der Elektrofachbetrieb muss im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen sein, sonst wird die Anmeldung nicht angenommen.
Praktisch alle Geräte über etwa 3 Kilowatt Aufnahmeleistung werden dreiphasig mit 400 Volt angeschlossen. Dazu gehören ein eigener Stromkreis, eine passende Überstromschutzeinrichtung und in aller Regel ein Fehlerstromschutzschalter vom Typ B oder Typ A EV, weil Frequenzumrichter glatte Gleichfehlerströme erzeugen können. Welcher Typ konkret nötig ist, steht in der Installationsanweisung des Herstellers und ist verbindlich.
| Punkt | Regelwerk | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Anmeldung beim Netzbetreiber | VDE-AR-N 4100 | vor der Installation, durch den eingetragenen Betrieb |
| Ausführung der Anlage | VDE 0100 | eigener Stromkreis, Schutzeinrichtung, Erstprüfung |
| Steuerbarkeit ab 4,2 kW | Paragraf 14a EnWG | Steuereinrichtung und reduzierbare Leistung |
| Auslegung der Wärmeerzeugung | VDI 4645 | Heizlast, Bivalenzpunkt, Speicherkonzept dokumentiert |
| Hydraulischer Abgleich bei Förderung | BEG EM | Verfahren B, Nachweis nach Fertigstellung |
Zur Leitung selbst: Querschnitt, Verlegeart und Länge gehören in die Berechnung des Elektrofachbetriebs und sind kein Bereich für Faustformeln aus dem Internet. Was der Anschluss an laufenden Stromkosten bedeutet, haben wir unter Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe durchgerechnet.
Wärmepumpe Anschluss Zählerschrank und Zählerkonzepte
Beim Stichwort Wärmepumpe Anschluss Zählerschrank geht es um zwei Dinge: Passt der Schrank technisch, und welches Messkonzept wollen Sie fahren. Beides hängt zusammen, denn ein zweiter Zählplatz braucht Platz und einen Schrank, der die heutigen Anforderungen an Aufbau, Abdeckung und Zugänglichkeit erfüllt. In vielen Häusern aus den siebziger und achtziger Jahren ist das nicht der Fall.
| Zählerkonzept | Messung | Was Sie sparen | Zusatzkosten | Lohnt sich ab |
|---|---|---|---|---|
| Ein Zähler, kein Paragraf 14a | vorhandener Zähler | nichts | keine | nur unter 4,2 kW Anschlussleistung |
| Modul 1, pauschaler Netzentgeltrabatt | ein Zähler plus Steuereinrichtung | fester Jahresbetrag, je Netzgebiet meist 110 bis 190 Euro | Steuereinrichtung, Smart Meter | sofort, Standardfall im Bestand |
| Modul 2, reduzierter Arbeitspreis | separater Zähler nötig | rund 60 Prozent des Arbeitspreisanteils am Netzentgelt | zweiter Zählplatz plus jährlicher Messstellenbetrieb | etwa 5.000 bis 6.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr |
| Kaskadenmessung, ein Zähler hinter dem Hauptzähler | Unterzähler | separater Wärmepumpentarif möglich | Unterzähler plus Verrechnung | wenn der Versorger es anbietet |
| Getrennter Wärmepumpentarif, alte Bauart | zweiter Zähler, Rundsteuerempfänger | niedrigerer Arbeitspreis | Zählplatz, feste Sperrzeiten | meist nur bei Bestandsverträgen |
Die Faustregel: Modul 1 ist der bequeme Standard, Modul 2 rechnet sich erst bei hohem Verbrauch, weil der zweite Zählplatz jedes Jahr Messstellenbetrieb kostet. Wer 3.500 Kilowattstunden im Jahr für die Wärmepumpe braucht, fährt mit dem Pauschalrabatt besser. Wer ein großes Haus mit Bestandsheizkörpern heizt und 8.000 Kilowattstunden verbraucht, gewinnt mit Modul 2.
Ein neuer Zählerschrank ist teuer, aber selten verschwendet. Wenn ohnehin Wallbox, Photovoltaik oder ein Speicher geplant sind, erledigt man die Erneuerung in einem Zug. Rechnen Sie mit einer Größenordnung von 1.500 bis 3.500 Euro inklusive Montage, je nach Umfang und Zustand des Hausanschlusskastens.
Sperrzeiten und Paragraf 14a EnWG
Die alte Vorstellung von der Wärmepumpe, die dreimal am Tag für zwei Stunden abgeschaltet wird, stammt aus den früheren Wärmepumpentarifen mit Rundsteuerempfänger. Für Anlagen, die nach der Neuregelung ans Netz gehen, gilt das nicht mehr in dieser Form.
- Steuerbare Verbrauchseinrichtung ist jede Wärmepumpe mit mehr als 4,2 Kilowatt elektrischer Anschlussleistung, ebenso Wallboxen, Klimaanlagen und Speicher.
- Der Netzbetreiber darf im Fall einer drohenden Netzüberlastung die Leistung reduzieren, mindestens 4,2 Kilowatt müssen aber jederzeit verfügbar bleiben.
- Im Gegenzug darf er den Anschluss nicht verweigern und muss ihn zügig gewähren.
- Als Ausgleich erhalten Sie die Wahl zwischen Modul 1 und Modul 2, dazu kommt optional ein zeitvariables Modul 3.
- Die Eingriffe werden dokumentiert und sind in der Praxis bislang selten.
Für die Anlagenplanung heißt das: Ein Puffer als Sperrzeitreserve ist nicht mehr nötig. 4,2 Kilowatt elektrisch reichen bei einer Arbeitszahl um 3 für etwa 12 Kilowatt Wärmeleistung, das deckt in fast jedem Einfamilienhaus die Heizlast auch am kalten Tag. Wer trotzdem einen sehr großen Puffer eingebaut bekommt, sollte nach der Begründung fragen.
Inbetriebnahme und hydraulischer Abgleich
Die Inbetriebnahme ist mehr als das Einschalten. Sie umfasst das Spülen und Befüllen der Anlage, das Entlüften, die Einstellung des Anlagendrucks, die Parametrierung der Heizkurve und die Dokumentation. Lassen Sie sich das Inbetriebnahmeprotokoll aushändigen, es ist im Streitfall Ihr einziger Beleg.
Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B
Beim hydraulischen Abgleich bekommt jeder Heizkreis genau den Volumenstrom, den er für seine raumweise berechnete Heizlast braucht. Verfahren B verlangt diese raumweise Berechnung, Verfahren A arbeitet mit Schätzwerten. Für die BEG-EM-Förderung ist Verfahren B vorgeschrieben, und der Nachweis muss innerhalb der Nachweisfrist eingereicht werden. Fehlt er, wird die Förderung zurückgefordert.
Der praktische Nutzen ist unabhängig von der Förderung groß. In einem unabgeglichenen Netz bekommen die Räume nahe der Pumpe zu viel und die entfernten zu wenig. Die Regelung reagiert darauf mit einer höheren Heizkurve, damit auch der schlechteste Raum warm wird. Diese Anhebung trifft aber alle Räume und kostet in jedem einzelnen Arbeitszahl.
Die Heizkurve absenken, systematisch
- Alle Thermostatventile beziehungsweise Stellantriebe vollständig öffnen.
- Heizkurve auf den Auslegungswert setzen, den das Heizlastprotokoll nennt.
- An einem kalten Tag prüfen, ob der kälteste Raum die Solltemperatur erreicht.
- Wird sie erreicht, die Heizkurve um 2 Kelvin senken und drei Tage beobachten.
- Schritt 3 und 4 wiederholen, bis ein Raum abfällt, dann eine Stufe zurück.
- Erst danach die Nachtabsenkung bewerten. Bei Fußbodenheizungen bringt sie meist nichts, weil der Estrich träge ist und der Morgenhochlauf den Vorlauf anhebt.
Zwei bis drei Kelvin, die Sie auf diesem Weg finden, sind 4 bis 9 Prozent Stromersparnis pro Jahr. Das ist mehr, als die meisten Zusatzkomponenten je einbringen.
Typische Fehler
1. Parallelpuffer statt Reihenpuffer
Der Klassiker aus dem Gaskesselzeitalter. Ein parallel eingebundener Puffer mischt Vor- und Rücklauf, zerstört die Schichtung und zwingt die Anlage zu einem höheren Vorlauf. In Reihe im Rücklauf erfüllt derselbe Behälter seinen Zweck ohne diesen Nachteil.
2. Hydraulische Weiche ohne Grund
In einem Einfamilienhaus mit einem einzigen Heizkreis entkoppelt die Weiche nichts, das entkoppelt werden müsste. Sie kostet 2 bis 3 Kelvin Vorlauf und damit dauerhaft Arbeitszahl. Fragen Sie den Planer, welche zwei Kreise hier eigentlich getrennt werden.
3. Überströmventil als Ersatz für den Abgleich
Ein Überströmventil schafft eine Kurzschlussströmung zwischen Vor- und Rücklauf. Der Volumenstrom stimmt danach am Gerät, aber die Wärme kommt nicht im Raum an, die Spreizung bricht zusammen und die Anlage taktet. Das Ventil ist eine Notlösung, kein Ersatz für den hydraulischen Abgleich.
4. Elektroanschluss zu spät geplant
Wenn Gerät und Termin stehen und dann auffällt, dass der Zählerschrank keinen Platz für den zweiten Zählplatz hat, verschiebt sich die Inbetriebnahme um Wochen. Die Anmeldung nach VDE-AR-N 4100 gehört an den Anfang des Projekts, zusammen mit der Entscheidung über das Zählerkonzept.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Ein sauber ausgeführter Anschluss hebt die Jahresarbeitszahl um 0,3 bis 0,8 Punkte gegenüber einer lieblos verrohrten Anlage
- Der Reihenpuffer sichert die Abtauung, ohne die Vorlauftemperatur anzuheben
- Paragraf 14a EnWG verpflichtet den Netzbetreiber zum zügigen Anschluss und schließt echte Abschaltungen aus
- Modul 1 bringt ohne Umbau einen festen Netzentgeltrabatt, meist 110 bis 190 Euro im Jahr
- Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B senkt die nötige Heizkurve und ist bei Förderung ohnehin Pflicht
✕ Nachteile
- Vier Gewerke an einer Schnittstelle, Verzögerungen entstehen fast immer zwischen Heizungsbauer und Elektrofachbetrieb
- Ein neuer Zählerschrank kostet zusätzlich in der Größenordnung von 1.500 bis 3.500 Euro
- Modul 2 rechnet sich erst ab etwa 5.000 bis 6.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr
- Bestandsheizkörper mit 55 Grad Vorlauf kosten gegenüber einer Flächenheizung 30 bis 40 Prozent mehr Strom
- Fehler in der Hydraulik erzeugen keine Störmeldung, sie fallen erst auf der Jahresabrechnung auf
Fazit
Wärmepumpe Anschluss: die Hydraulik entscheidet, die Elektrik terminiert
Ein Reihenpuffer statt Parallelpuffer, keine Weiche ohne zwei echte Kreise, kein Überströmventil und ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B: Damit ist der hydraulische Teil im Wesentlichen erledigt. Der elektrische Anschluss ist keine Frage der Effizienz, sondern des Terminplans, und gehört deshalb an den Anfang.
Klären Sie zuerst das Zählerkonzept, denn davon hängt ab, ob der Zählerschrank bleiben kann. Verlangen Sie das Heizlastprotokoll nach VDI 4645, die Abgleichdokumentation und das Inbetriebnahmeprotokoll schriftlich. Und senken Sie im ersten Winter die Heizkurve in 2-Kelvin-Schritten, bis ein Raum abfällt. Diese drei Schritte kosten nichts und bringen mehr als jedes Zusatzbauteil.
Weiterführende Links und Quellen
- Pufferspeicher für die Wärmepumpe, Heizkörper für die Wärmepumpe, Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung, Muss eine Wärmepumpe angemeldet werden, Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe, Brauchwasser-Wärmepumpe
- Bundesnetzagentur, Festlegung zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a EnWG
- VDE, Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 zum Anschluss an das Niederspannungsnetz und Errichtungsnorm VDE 0100
- VDI 4645, Planung und Dimensionierung von Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Gebäuden
- Umweltbundesamt, Feldmessungen zu Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen im Bestand
- BAFA und BEG EM, Förderbedingungen inklusive der Pflicht zum hydraulischen Abgleich nach Verfahren B
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Was gehört alles zum anschluss wärmepumpe?
Vier Gewerke: die hydraulische Einbindung in den Heizkreis samt Puffer und Umwälzpumpe, die Warmwasseranbindung an einen Speicher, der elektrische Anschluss vom Zählerschrank bis zum Gerät und die Regelung mit Außenfühler und Steuerleitung. Bei Split-Geräten kommt die Kältemittelleitung zwischen Innen- und Außeneinheit hinzu, die ein Kältetechniker herstellen muss.
Wer darf den elektrischer anschluss wärmepumpe herstellen?
Nur ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragener Elektrofachbetrieb. Er meldet die Anlage nach VDE-AR-N 4100 beim Netzbetreiber an, führt die Leitung nach VDE 0100 aus und dokumentiert die Erstprüfung. Eigenleistung ist hier ausgeschlossen, auch dann, wenn Sie die hydraulischen Arbeiten selbst übernehmen und nur den Stromanschluss vergeben.
Was ändert sich beim wärmepumpe anschluss zählerschrank?
Der Zählerschrank muss Platz für den zusätzlichen Zählerplatz oder für die Messeinrichtung der steuerbaren Verbrauchseinrichtung bieten und die aktuellen Anforderungen an Aufbau und Abdeckung erfüllen. In Altbauten ist deshalb häufig eine Erneuerung fällig. Rechnen Sie für einen neuen Zählerschrank mit einer Größenordnung von 1.500 bis 3.500 Euro inklusive Montage.
Brauche ich einen zweiten Zähler für die Wärmepumpe?
Nur, wenn Sie einen separaten Wärmepumpentarif oder das Modul 2 nach Paragraf 14a EnWG nutzen wollen. Beides setzt eine getrennte Messung voraus. Bei der Eintarifvariante mit pauschalem Netzentgeltrabatt nach Modul 1 genügt der vorhandene Zähler plus Steuereinrichtung. Rechnen Sie den zweiten Zählplatz gegen den Tarifvorteil, er kostet jährlich Messstellenbetrieb.
Wie lange sind die Sperrzeiten der Wärmepumpe?
Klassische Sperrzeiten alter Wärmepumpentarife lagen bei bis zu dreimal zwei Stunden am Tag. Für neue Anlagen nach Paragraf 14a EnWG gilt das nicht mehr: Der Netzbetreiber darf die Leistung nur noch auf mindestens 4,2 Kilowatt dimmen, nicht abschalten. In der Praxis wird davon selten Gebrauch gemacht, ein Pufferspeicher überbrückt die Zeit ohnehin.
Wie groß muss der Pufferspeicher sein?
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen rechnen Sie mit 12 bis 20 Litern je Kilowatt Heizleistung, eingebunden in Reihe. Der Puffer dient der Abtauung und dem Mindestumlauf, nicht der Wärmespeicherung. Bei Sole-Wasser-Geräten mit ausreichendem Anlagenvolumen und Fußbodenheizung ohne Einzelraumregelung kann er ganz entfallen. Jeder unnötige Puffer erzeugt Bereitschaftsverluste.
Wärmepumpe an alte Heizkörper anschließen, geht das?
Ja, wenn die Heizkörper bei etwa 50 bis 55 Grad Vorlauf die Raumheizlast decken. Prüfen kann man das mit einem Heizlastprotokoll und einem Testlauf im Winter bei abgesenktem Vorlauf. Häufig reicht der Tausch von zwei oder drei unterdimensionierten Heizkörpern im Bad und im Wohnzimmer, statt die gesamte Anlage umzubauen.
Ist der hydraulische Abgleich beim Anschluss Pflicht?
Bei jeder BEG-EM-Förderung ja, und zwar nach Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung. Ohne den Nachweis fordert die Förderstelle die Mittel zurück. Auch ohne Förderung ist er sinnvoll: Ein unabgeglichenes Netz zwingt die Regelung zu einem höheren Vorlauf, damit auch der schlechteste Raum warm wird, und das kostet Arbeitszahl in jedem einzelnen Raum.
Was kostet der Anschluss der Wärmepumpe insgesamt?
Ohne das Gerät selbst liegen die Anschlussarbeiten meist zwischen 4.000 und 9.000 Euro. Darin stecken Hydraulik und Verrohrung, Speicher, Elektroanschluss, Anmeldung, Inbetriebnahme und hydraulischer Abgleich. Ein neuer Zählerschrank, ein Durchbruch für die Leitungsführung oder der Tausch einzelner Heizkörper kommen darüber hinaus dazu.
Muss der Anschluss beim Netzbetreiber angemeldet werden?
Ja, vor der Installation. Der Elektrofachbetrieb reicht das Anmeldeformular nach VDE-AR-N 4100 ein, der Netzbetreiber prüft die Netzverträglichkeit und darf nach Paragraf 14a EnWG den Anschluss nicht mehr verweigern, sondern muss ihn unter der Bedingung der Steuerbarkeit gewähren. Die Zustimmung sollte vorliegen, bevor das Gerät bestellt wird.