WÄRMEPUMPE

Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Die ehrliche Rechnung

Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe an einer Hauswand
Der Stromverbrauch folgt aus Heizlast, Vollbenutzungsstunden und Jahresarbeitszahl, Foto: Pexels

Die Frage „wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, aber sie lässt sich exakt berechnen. Was Sie dafür brauchen, sind drei Werte: die Heizlast Ihres Gebäudes in kW, die Vollbenutzungsstunden Ihres Standorts, und die Jahresarbeitszahl der Anlage. Aus diesen drei Zahlen ergibt sich der Jahresstromverbrauch auf wenige hundert Kilowattstunden genau.

Dieser Ratgeber rechnet das Schritt für Schritt durch, zeigt Tabellen nach Hausgröße und JAZ, ergänzt den Warmwasseranteil, rechnet die Stromkosten bei realistischen Tarifen und erklärt, warum manche Anlagen doppelt so viel verbrauchen wie geplant. Ohne Schönrechnerei, denn eine schlecht ausgelegte Wärmepumpe ist teuer.

Die Formel: so wird der Verbrauch berechnet

Die Frage „wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe“ hat eine saubere Antwort, und zwar diese:

  • Jahresstromverbrauch (kWh) = Heizlast (kW) × Vollbenutzungsstunden (h/a) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)

Alle drei Größen brauchen eine Erklärung, denn genau an ihnen scheitern die meisten Milchmädchenrechnungen im Netz.

Heizlast in kW

Die Heizlast ist die Leistung, die Ihr Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht. Sie wird nach DIN EN 12831 raumweise berechnet. Als Vorabschätzung genügt: beheizte Fläche mal spezifischer Heizlast. Ein saniertes 150 m² Haus mit 55 W/m² kommt auf 8,25 kW.

Vollbenutzungsstunden in h/a

Die Vollbenutzungsstunden geben an, wie viele Stunden im Jahr die Anlage rechnerisch unter Volllast liefe, wenn sie den gesamten Jahreswärmebedarf mit Nennleistung erzeugen würde. In Deutschland liegen sie je nach Region und Gebäude bei rund 1.600 bis 2.000 h/a. Norddeutschland eher am unteren Rand, Süddeutschland und Mittelgebirge am oberen. Ein üblicher Rechenwert ist 1.800 h/a.

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die JAZ ist das Verhältnis aus abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom über ein ganzes Jahr. Sie ist keine Laborzahl wie der COP, sondern ein Messwert aus dem realen Betrieb Ihrer Anlage. Sie hängt vom Wärmeerzeuger, von der Vorlauftemperatur, von der Regelung und vom Nutzerverhalten ab.

Damit rechnen wir ein konkretes Beispiel: 8,25 kW Heizlast, 1.800 Vollbenutzungsstunden, JAZ 3,8. Das ergibt 8,25 × 1.800 ÷ 3,8 = rund 3.900 kWh Heizstrom pro Jahr. Dazu kommt der Warmwasseranteil, dazu gleich mehr.

Ob Sie nun fragen, wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe in Ihrem Haus, oder ob Sie wissen wollen, wieviel Strom benötigt eine Wärmepumpe im Vergleich zu Ihrer alten Gasheizung: Es ist immer dieselbe Formel. Sie liefert auch die Antwort auf die längere Variante, wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr, denn genau ein Jahr ist der Bezugszeitraum der Vollbenutzungsstunden. Und die knappere Frage, wie viel verbraucht eine Wärmepumpe, meint in aller Regel ebenfalls den Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden, nicht die Leistungsaufnahme in Kilowatt. Diese beiden Größen werden ständig verwechselt: kW ist Leistung, kWh ist Arbeit.

Jahresarbeitszahl: 1 kWh Strom, wieviel kWh Wärme?

Die Frage „1 kWh Strom wieviel kWh Wärme Wärmepumpe“ ist im Kern die Frage nach der JAZ. Die Antwort hängt vom Anlagentyp und vor allem von der Vorlauftemperatur ab:

Anlagentyp und BetriebTypische JAZWärme aus 1 kWh Strom
Sole-Wasser, Erdsonde, Fußbodenheizung 35 °C4,2–5,04,2 bis 5,0 kWh
Luft-Wasser, Neubau, Fußbodenheizung 35 °C3,8–4,53,8 bis 4,5 kWh
Luft-Wasser, saniert, Vorlauf 45 °C3,2–3,83,2 bis 3,8 kWh
Luft-Wasser, Altbau, Heizkörper 55 °C2,5–3,02,5 bis 3,0 kWh
Luft-Wasser, Altbau ohne Abgleich, 60 °C2,0–2,52,0 bis 2,5 kWh
Elektrischer Heizstab1,01,0 kWh

Die Faustregel dahinter ist simpel und sie kostet Geld, wenn man sie ignoriert: Jedes Grad Vorlauftemperatur weniger hebt die JAZ um rund 2 bis 2,5 %. Wer die Heizkurve von 50 °C auf 42 °C absenken kann, gewinnt damit 16 bis 20 % Effizienz, ohne einen Cent zu investieren.

Beachten Sie auch die letzte Zeile: Der Heizstab hat eine Arbeitszahl von exakt 1,0. Er ist kein Notnagel, den man ignorieren darf, sondern der teuerste Kilowattstundenlieferant im ganzen System.

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Verbrauch nach Hausgröße und Dämmstandard

Die folgende Tabelle beantwortet die Frage „wieviel kWh verbraucht eine Wärmepumpe“ für die gängigen Gebäudetypen. Gerechnet wurde jeweils mit 1.800 Vollbenutzungsstunden, die JAZ ist an den typischen Dämmstandard angepasst, weil ein Altbau eben höhere Vorlauftemperaturen erzwingt.

GebäudeHeizlastWärmebedarf/JahrJAZHeizstrom/Jahr
Neubau 120 m², KfW 55ca. 4,5 kWca. 8.100 kWh4,2ca. 1.930 kWh
Neubau 150 m², KfW 55ca. 5,5 kWca. 9.900 kWh4,2ca. 2.360 kWh
Saniert 150 m², Fußbodenheizungca. 8,3 kWca. 14.900 kWh3,8ca. 3.920 kWh
Saniert 180 m², gemischte Heizflächenca. 10,0 kWca. 18.000 kWh3,5ca. 5.140 kWh
Teilsaniert 180 m², Heizkörperca. 12,2 kWca. 22.000 kWh3,0ca. 7.330 kWh
Unsaniert 160 m², Heizkörperca. 16,0 kWca. 28.800 kWh2,6ca. 11.080 kWh
Wohnung 80 m², saniertca. 4,0 kWca. 7.200 kWh3,8ca. 1.890 kWh

Die Spannweite von rund 1.900 bis 11.000 kWh zeigt, warum jede pauschale Antwort auf die Frage „was verbraucht eine Wärmepumpe“ irreführen muss. Der Faktor zwischen bestem und schlechtestem Fall liegt bei fast sechs.

Auffällig ist die letzte relevante Zeile: Der unsanierte Altbau verbraucht nicht nur mehr Wärme, sondern erzwingt zusätzlich eine schlechtere JAZ. Beide Effekte multiplizieren sich. Genau deshalb ist die Dämmung der Gebäudehülle vor dem Heizungstausch oft die profitablere Investition.

Verbrauch nach JAZ: dieselbe Wärme, ganz andere Rechnung

Um zu zeigen, wie sehr die Jahresarbeitszahl allein den Verbrauch bestimmt, halten wir den Wärmebedarf konstant bei 18.000 kWh und variieren nur die JAZ. Das entspricht der Frage „wieviel verbraucht eine Wärmepumpe“ bei identischem Haus, aber unterschiedlich guter Anlage.

JAZStromverbrauch bei 18.000 kWh WärmeKosten bei 0,27 €/kWhEinordnung
2,09.000 kWhca. 2.430 €schlecht ausgelegt, Heizstab läuft mit
2,57.200 kWhca. 1.944 €Altbau ohne Abgleich
3,06.000 kWhca. 1.620 €Altbau mit Heizkörpern
3,55.140 kWhca. 1.388 €saniert, gemischte Heizflächen
3,84.740 kWhca. 1.280 €guter Durchschnitt, Fußbodenheizung
4,24.290 kWhca. 1.158 €Neubau, niedrige Vorlauftemperatur
4,83.750 kWhca. 1.013 €Sole-Wasser mit Erdsonde

Der Unterschied zwischen JAZ 2,5 und JAZ 4,2 beträgt bei identischem Gebäude fast 3.000 kWh und rund 790 € pro Jahr. Über zwanzig Jahre sind das 15.800 €. Es lohnt sich also, den hydraulischen Abgleich und die Heizkurve ernst zu nehmen.

Warmwasser: der oft vergessene Anteil

Wer nur die Heizlast rechnet, unterschlägt einen relevanten Posten. Die Warmwasserbereitung verlangt Vorlauftemperaturen von 50 bis 60 °C, und in diesem Bereich arbeitet jede Wärmepumpe deutlich schlechter als bei 35 °C Heizungsvorlauf. Die Arbeitszahl für Warmwasser liegt typischerweise nur bei 2,2 bis 2,8.

HaushaltWarmwasserbedarfWärme/JahrStrom/Jahr (Arbeitszahl 2,5)
1 Personca. 30–40 l/Tag bei 45 °Cca. 500–650 kWhca. 200–260 kWh
2 Personenca. 70–90 l/Tagca. 1.100–1.400 kWhca. 440–560 kWh
3 bis 4 Personenca. 120–170 l/Tagca. 1.800–2.400 kWhca. 720–960 kWh
5 Personen und mehrca. 200–250 l/Tagca. 2.900–3.600 kWhca. 1.160–1.440 kWh

Für eine vierköpfige Familie kommen also rund 700 bis 960 kWh Strom obendrauf. Bei unserem Beispielhaus mit 3.920 kWh Heizstrom landen wir damit bei rund 4.600 bis 4.900 kWh gesamt. Das ist die realistische Antwort auf die Frage „wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr“ für ein normales saniertes Einfamilienhaus.

Zwei Stellschrauben liegen hier offen: Erstens die Speichertemperatur. 50 °C statt 60 °C senken den Warmwasserstrom um 15 bis 20 %. Zweitens der Legionellenschutz. Er muss sein, aber er muss nicht täglich laufen. Ein wöchentlicher Zyklus reicht in Ein- und Zweifamilienhäusern nach den einschlägigen Regeln aus, viele Anlagen sind ab Werk viel aggressiver eingestellt.

Wieviel kW Wärmepumpe brauche ich?

Die Frage „wieviel kW Wärmepumpe“ geht der Verbrauchsfrage logisch voraus, denn die Heizlast steckt in der Formel. Kurz und ohne Umschweife:

GebäudezustandSpezifische HeizlastHeizlast bei 150 m²Passende Klasse
Neubau, Effizienzhaus30–40 W/m²4,5–6,0 kW5 bis 6 kW
Saniertes Haus50–60 W/m²7,5–9,0 kW8 bis 9 kW
Teilsanierter Altbau60–75 W/m²9,0–11,3 kW10 bis 12 kW
Unsanierter Altbau90–120 W/m²13,5–18,0 kW14 bis 18 kW

Verbindlich ist einzig die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch einen Fachbetrieb. Die Faustformel liefert nur eine Vorabschätzung. Wichtig ist außerdem: Überdimensionierung ist der häufigste und teuerste Auslegungsfehler. Ein zu großes Gerät taktet in der Übergangszeit, und jedes Takten kostet Effizienz. Wie sich die Klassen konkret einordnen, haben wir in eigenen Ratgebern zur 10 kW Wärmepumpe und zur 12 kW Wärmepumpe beschrieben.

Was verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr, Monat für Monat?

Die Frage „was verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr“ wird oft aus einer einzigen Winterrechnung hochgerechnet, und genau das führt in die Irre. Der Verbrauch verteilt sich extrem ungleich. Hier die Monatsaufteilung für unser Beispielhaus mit 4.700 kWh Jahresverbrauch:

MonatAnteil am JahresverbrauchStrom in kWh
Januarca. 17 %ca. 800 kWh
Februarca. 15 %ca. 705 kWh
Märzca. 12 %ca. 565 kWh
Aprilca. 7 %ca. 330 kWh
Maica. 3 %ca. 140 kWh
Juni bis Augustca. 5 % zusammenca. 235 kWh (nur Warmwasser)
Septemberca. 3 %ca. 140 kWh
Oktoberca. 8 %ca. 375 kWh
Novemberca. 13 %ca. 610 kWh
Dezemberca. 17 %ca. 800 kWh

Wer im Januar 800 kWh abliest und mit zwölf multipliziert, landet bei 9.600 kWh und erschrickt zu Recht. Die Frage „wieviel Strom verbraucht Wärmepumpe, Jahr für Jahr gerechnet“ lässt sich nur über eine vollständige Heizperiode ehrlich beantworten. Und genau deshalb lautet die verwandte Frage „wieviel strom verbraucht wärmepumpe jahr“ auch immer nach dem Jahreswert, nicht nach dem Monatswert.

Stromkosten: Wärmepumpentarif gegen Haushaltsstrom

Der Verbrauch in kWh ist die eine Hälfte der Rechnung, der Preis pro kWh die andere. Hier trennen sich zwei Welten: Haushaltsstrom und der separate Wärmepumpentarif, auch Heizstrom oder Wärmestrom genannt.

PositionHaushaltsstromWärmepumpentarif
Arbeitspreisca. 0,32–0,38 €/kWhca. 0,24–0,30 €/kWh
Grundgebühr pro Jahrbereits vorhandenzusätzlich ca. 60–140 €
Separater Zählerneinja, Kaskadenschaltung oder zweiter Zähler
Steuerbarkeit nach §14a EnWGnicht relevantPflicht bei Neuanlagen ab 4,2 kW
Kosten bei 4.700 kWhca. 1.500–1.790 €ca. 1.130–1.410 € plus Grundgebühr
Netto-Ersparnis pro JahrReferenzca. 250–400 €

Die Steuerbarkeit nach §14a EnWG ist dabei kein lästiger Nebenpunkt, sondern der Grund für den günstigeren Preis: Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe in Engpasssituationen für maximal zwei Stunden am Tag auf 4,2 kW drosseln. Im Gegenzug erhalten Sie reduzierte Netzentgelte, entweder als pauschale Reduzierung oder als prozentualer Rabatt auf den Arbeitspreis. In der Praxis merken die meisten Haushalte von der Drosselung nichts, weil ein Pufferspeicher die zwei Stunden überbrückt.

Ab welchem Verbrauch sich der Tarifwechsel lohnt, lässt sich einfach ausrechnen: Bei 6 Cent/kWh Preisvorteil und 100 € zusätzlicher Grundgebühr liegt der Break-even bei rund 1.700 kWh. Alles darüber spart. Bei den 4.700 kWh unseres Beispielhauses ist die Sache klar.

Strom, Wärmepumpe und Tarife: die Suchbegriffe geordnet

Rund um dieses Thema kursieren viele Formulierungen, die dasselbe meinen und trotzdem unterschiedlich klingen. Damit klar ist, worüber jeweils gesprochen wird, hier die Einordnung:

FormulierungWas tatsächlich gemeint ist
„Strom Wärmepumpe“ und „Wärmepumpe Strom“Der Jahresstromverbrauch der Anlage in kWh, berechnet aus Heizlast, Vollbenutzungsstunden und JAZ.
„Verbrauch Strom Wärmepumpe“, „Wärmepumpe Verbrauch Strom“ und „Verbrauch Wärmepumpe Strom“Ebenfalls der Jahresverbrauch, meist im Vergleich zur alten Gas- oder Ölheizung gefragt.
„Wärmepumpe Strom Tarif“ und „Strom Tarif Wärmepumpe“Der separate Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler und Steuerbarkeit nach §14a EnWG.
„Strom Wärmepumpe Vergleich“, „Wärmepumpe Strom Vergleich“ und „Strom Vergleich Wärmepumpe“Der Tarifvergleich zwischen Anbietern von Heizstrom, nicht der Vergleich zweier Wärmepumpen.
„Strom Preisvergleich Wärmepumpe“, „Strom Wärmepumpe Preisvergleich“ und „Wärmepumpe Strom Preisvergleich“Dasselbe wie oben, gefragt ist der Arbeitspreis in Cent pro kWh plus Grundgebühr.
„Wieviel kostet Wärmepumpe“Zwei Dinge zugleich: Anschaffung von 20.000 bis 33.000 € vor Förderung, und Betrieb von 1.100 bis 1.800 € Strom pro Jahr.

Ein Wort zum letzten Punkt, weil er am häufigsten durcheinandergeht: Die Anschaffung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt installiert bei 20.000 bis 33.000 € vor Förderung, mit BEG-Zuschuss von bis zu 70 % bleiben davon oft 8.000 bis 14.000 € übrig. Die laufenden Stromkosten sind davon völlig unabhängig und liegen im Einfamilienhaus bei rund 1.100 bis 1.800 € pro Jahr.

Monoblock-Wärmepumpe neben einem Wohnhaus
Monoblock-Geräte mit R290 erreichen auch bei 55 °C Vorlauf noch brauchbare Arbeitszahlen, Foto: Pexels

Wärmepumpe verbraucht zu viel Strom: die Ursachen

Wenn eine Wärmepumpe verbraucht zu viel Strom, liegt das fast nie am Gerät, sondern an der Anlage drumherum. Sechs Ursachen erklären in der Praxis fast alle Ausreißer:

1. Zu hohe Heizkurve

Die Heizkurve bestimmt, welche Vorlauftemperatur die Anlage bei welcher Außentemperatur fährt. Ist sie zu steil eingestellt, produziert die Wärmepumpe dauerhaft heißeres Wasser als nötig. Jedes Grad zu viel kostet 2 bis 2,5 % Effizienz. Fünf Grad zu viel sind also 10 bis 12 % Mehrverbrauch. Absenken, bis es im kältesten Raum gerade noch reicht, das ist der richtige Einstellpunkt.

2. Fehlender hydraulischer Abgleich

Ohne Abgleich bekommen die Räume nahe am Verteiler zu viel Wasser, die entfernten zu wenig. Um den kältesten Raum warm zu bekommen, wird die Vorlauftemperatur hochgedreht, und schon läuft die gesamte Anlage ineffizient. Der Abgleich kostet 500 bis 1.200 € und bringt 10 bis 20 % Ersparnis. Er ist zudem Voraussetzung für die BEG-Förderung.

3. Überdimensionierung und Takten

Eine zu große Wärmepumpe kann in der Übergangszeit nicht weit genug herunter modulieren. Sie schaltet ein, überheizt, schaltet aus, kühlt ab, schaltet wieder ein. Jeder Start kostet Energie, und die JAZ bricht ein. Mehr als drei Starts pro Stunde sind ein Alarmzeichen. Ein Pufferspeicher entschärft das Problem, beseitigt aber nicht die falsche Auslegung.

4. Heizstab springt zu oft ein

Der elektrische Heizstab hat eine Arbeitszahl von 1,0. Wenn er 10 % der Heizarbeit übernimmt, steigt der Jahresstromverbrauch um 25 bis 30 %. Prüfen Sie in der Anlagenstatistik, wie viele Betriebsstunden der Heizstab hatte. Alles über 50 Stunden im Jahr deutet auf ein Problem hin, meist auf eine zu niedrig gesetzte Bivalenztemperatur oder auf eine unterdimensionierte Anlage.

5. Warmwasser zu heiß und zu oft

60 °C Speichertemperatur statt 50 °C kosten 15 bis 20 % beim Warmwasserstrom. Ein täglich laufender Legionellenschutz statt eines wöchentlichen kostet nochmal deutlich. Prüfen Sie beide Parameter in der Regelung, das sind zwei Klicks und mehrere hundert Kilowattstunden im Jahr.

6. Zu kleine Heizflächen

Alte, hochtemperierte Heizkörper zwingen die Anlage auf 55 bis 60 °C Vorlauf. Der Austausch der zwei oder drei kritischen Heizkörper gegen größere Flächen oder Niedertemperaturheizkörper kostet oft weniger als 2.000 € und hebt die JAZ um 0,4 bis 0,8 Punkte. Das ist die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme überhaupt.

So senken Sie den Verbrauch

MaßnahmeEinsparungAufwand
Heizkurve absenken5–15 %kostenlos, Regelung anpassen
Hydraulischer Abgleich10–20 %500–1.200 €
Warmwassertemperatur auf 50 °C3–6 % gesamtkostenlos
Legionellenschutz wöchentlich statt täglich2–4 % gesamtkostenlos
Bivalenztemperatur senken, Heizstab sperren5–25 %kostenlos, Fachbetrieb prüfen lassen
Kritische Heizkörper tauschen8–18 %1.000–2.500 €
Nachtabsenkung abschalten2–5 %kostenlos, wirkt nur bei trägen Systemen
Wärmepumpentarif abschließenca. 250–400 € pro JahrZähler und Anmeldung

Ein oft missverstandener Punkt ist die Nachtabsenkung. Bei einer Gasheizung spart sie Geld, bei einer Wärmepumpe mit Fußbodenheizung nicht: Das Gebäude kühlt langsam aus, und um es morgens wieder hochzufahren, braucht die Anlage eine höhere Vorlauftemperatur und damit eine schlechtere Arbeitszahl. In gut gedämmten Häusern mit Flächenheizung lassen Sie die Anlage besser durchlaufen.

Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Anlage tatsächlich zieht, hilft Messen mehr als Schätzen. Viele moderne Wärmepumpen zählen den Strom selbst mit, ältere nicht. Ein Strommessgerät genügt bei Steckergeräten, für eine fest angeschlossene Wärmepumpe braucht es einen Zwischenzähler im Verteilerkasten.

Photovoltaik und Wärmepumpe

Der naheliegende Gedanke: Wenn die Wärmepumpe Strom braucht, produziere ich ihn eben selbst. Das funktioniert, aber nicht so gut, wie viele hoffen. Der Grund ist die zeitliche Verschiebung: Die Photovoltaikanlage liefert im Sommer viel und im Winter wenig, die Wärmepumpe braucht im Winter viel und im Sommer fast nichts.

KonstellationDeckungsgrad Wärmepumpenstrom
Photovoltaik ohne Speicherca. 15–25 %
Photovoltaik mit Batteriespeicherca. 25–35 %
Photovoltaik, Speicher und smarte Steuerungca. 30–40 %

Mehr als etwa 40 % sind mit vertretbarem Aufwand nicht drin, weil im Dezember und Januar schlicht zu wenig Sonne scheint. Trotzdem lohnt sich die Kombination: Die Photovoltaikanlage senkt die Stromrechnung des gesamten Haushalts, nicht nur die der Wärmepumpe. Und mit einer smarten Steuerung lässt sich der Pufferspeicher gezielt mit Solarüberschuss aufheizen, das verschiebt Verbrauch in die Mittagsstunden. Ergänzend interessant ist auch die Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe, die im tiefsten Winter auf den günstigeren Energieträger umschaltet.

Vorteile und Nachteile im Verbrauch

✓ Vorteile

  • Aus 1 kWh Strom werden je nach JAZ 3 bis 5 kWh Wärme, kein anderer Wärmeerzeuger schafft das
  • Der Verbrauch lässt sich exakt vorausberechnen: Heizlast mal Vollbenutzungsstunden geteilt durch JAZ
  • Wärmepumpentarif senkt den Arbeitspreis auf 0,24 bis 0,30 €/kWh
  • Reduzierte Netzentgelte nach §14a EnWG bei steuerbaren Anlagen
  • Kombination mit Photovoltaik deckt 15 bis 40 % des Wärmepumpenstroms
  • Betriebskosten liegen im Einfamilienhaus meist unter denen einer Gasheizung

✕ Nachteile

  • Der Verbrauch schwankt je nach Gebäude und JAZ um den Faktor fünf, pauschale Zahlen taugen nichts
  • Hohe Vorlauftemperaturen im Altbau drücken die JAZ auf 2,5 und darunter
  • Der Heizstab arbeitet mit Arbeitszahl 1,0 und kann den Jahresverbrauch um 25 bis 30 % hochtreiben
  • Ohne hydraulischen Abgleich verschenken Sie 10 bis 20 % dauerhaft
  • Warmwasserbereitung läuft nur mit Arbeitszahl 2,2 bis 2,8, sie zieht überproportional Strom
  • Photovoltaik deckt im Winter kaum etwas ab, gerade dann, wenn der Bedarf am höchsten ist

Fazit

🏆 Rechnung statt Faustformel

Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Rechnen statt raten

4.5/ 5

Ein saniertes Einfamilienhaus mit 150 m² verbraucht rund 4.500 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr, inklusive Warmwasser. Die Spanne über alle Gebäudetypen reicht von 2.500 bis über 11.000 kWh.

Die entscheidende Größe ist nicht die Wärmepumpe, sondern die Jahresarbeitszahl, und die entsteht im Gebäude, nicht im Gerät. Wer die Heizkurve absenkt, den hydraulischen Abgleich machen lässt, den Heizstab im Blick behält und die Warmwassertemperatur vernünftig einstellt, holt aus derselben Anlage 20 bis 30 % weniger Stromverbrauch heraus. Rechnen Sie Ihren eigenen Fall mit der Formel durch, statt einer pauschalen Zahl aus dem Netz zu vertrauen.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m², 8 kW Heizlast und einer Jahresarbeitszahl von 3,8 verbraucht rund 3.800 kWh Heizstrom plus etwa 700 kWh für Warmwasser, zusammen also etwa 4.500 kWh pro Jahr. Die Spanne reicht von rund 2.500 kWh im gut gedämmten Neubau bis über 8.000 kWh im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen.

Wieviel Strom braucht eine Wärmepumpe pro Tag?

An einem kalten Wintertag mit minus 5 °C läuft eine 8 kW Wärmepumpe fast durchgehend und zieht bei einer Leistungszahl von etwa 2,8 rund 55 bis 70 kWh Strom am Tag. In der Übergangszeit im April sind es dagegen nur 5 bis 12 kWh, im Sommer nur der Warmwasseranteil von 1,5 bis 3 kWh. Der Jahresmittelwert liegt bei rund 12 kWh pro Tag.

1 kWh Strom: wieviel kWh Wärme Wärmepumpe?

Aus 1 kWh Strom macht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Jahresmittel 3 bis 4 kWh Wärme, das ist genau die Jahresarbeitszahl. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde kommt auf 4 bis 5 kWh, weil die Quellentemperatur im Erdreich konstant bei 8 bis 12 °C liegt. Im Auslegungspunkt bei minus 7 °C Außenluft sinkt der Wert dagegen auf 2,2 bis 2,8.

Wieviel kW Wärmepumpe brauche ich für mein Haus?

Die nötige Leistung ergibt sich aus der Heizlast nach DIN EN 12831, nicht aus der Wohnfläche. Als Vorabschätzung: beheizte Fläche mal spezifischer Heizlast. Das sind 30 bis 40 W/m² im Effizienzhaus, 50 bis 60 W/m² im sanierten Haus, 60 bis 75 W/m² im teilsanierten Altbau und 90 bis 120 W/m² im unsanierten Altbau. Ein saniertes 150 m² Haus landet damit bei rund 8 bis 9 kW.

Lohnt sich ein Wärmepumpentarif?

Bei mehr als etwa 3.000 kWh Heizstrom im Jahr in der Regel ja. Der Arbeitspreis liegt bei rund 0,24 bis 0,30 €/kWh statt 0,32 bis 0,38 €/kWh im Haushaltstarif, dafür fällt eine zusätzliche Grundgebühr von 60 bis 140 € für den zweiten Zähler an. Bei 4.500 kWh sparen Sie so netto rund 250 bis 400 € pro Jahr. Voraussetzung ist ein separater Zähler und die Steuerbarkeit nach §14a EnWG.

Warum verbraucht meine Wärmepumpe zu viel Strom?

Die häufigsten Ursachen sind: zu hohe Heizkurve und damit zu hohe Vorlauftemperatur, fehlender hydraulischer Abgleich, Überdimensionierung mit häufigem Takten, ein zu häufig einspringender Heizstab, eine zu hohe Warmwassertemperatur oder ein falsch parametrierter Legionellenschutz. Jeder dieser Punkte kostet 10 bis 30 % Mehrverbrauch, in Summe kann sich der Verbrauch verdoppeln.

Was verbraucht eine Wärmepumpe an Strom im Vergleich zur Gasheizung?

Für 18.000 kWh Wärme braucht eine Gasheizung mit 90 % Wirkungsgrad rund 20.000 kWh Gas, das kostet bei 0,11 €/kWh etwa 2.200 €. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3,8 braucht dafür 4.700 kWh Strom, das kostet im Wärmepumpentarif bei 0,27 €/kWh rund 1.270 €. Die Wärmepumpe ist also im Betrieb deutlich günstiger, sofern die JAZ stimmt. Bei einer JAZ von 2,5 kippt die Rechnung.

Wie stark schwankt der Verbrauch übers Jahr?

Sehr stark. Dezember, Januar und Februar machen zusammen rund 45 bis 50 % des Jahresstromverbrauchs aus. Juni, Juli und August zusammen nur 4 bis 7 %, und das nahezu ausschließlich für Warmwasser. Wer den Monatsverbrauch im Januar hochrechnet, kommt auf absurd hohe Jahreswerte. Rechnen Sie immer über die volle Heizperiode.

Zählt der Heizstab mit in den Verbrauch?

Ja, und er ist der wichtigste versteckte Posten. Der elektrische Heizstab arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 100 %, also einer Arbeitszahl von 1,0. Jede kWh Wärme aus dem Heizstab kostet Sie viermal so viel Strom wie eine kWh aus dem Verdichter. Wenn der Heizstab 10 % der Heizarbeit übernimmt, steigt der Jahresstromverbrauch um rund 25 bis 30 %.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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