Brauchwasser Wärmepumpe: was sie wirklich spart und wann sie sich nicht lohnt
Eine Brauchwasser Wärmepumpe ist der günstigste Weg, Warmwasser mit Strom zu erzeugen, ohne den Strom direkt zu verheizen. Sie zieht Wärme aus der Raumluft im Keller oder Hauswirtschaftsraum und hebt sie auf Speichertemperatur. Aus einer Kilowattstunde Strom werden so drei Kilowattstunden Warmwasser statt einer.
Dieser Ratgeber rechnet nach, wie viel das im Jahr wirklich bringt, welche Speichergröße zu wie vielen Personen passt, warum die Variante ohne Speicher in den meisten Fällen ein Missverständnis ist, und wo die Grenzen liegen: bei kalten Aufstellräumen, bei Zirkulationsleitungen und bei der Frage, ob das Gerät die gesetzlichen Anforderungen an eine Heizung erfüllt. Es tut das nämlich nicht.
Wie eine Brauchwasser Wärmepumpe funktioniert
Eine Brauchwasser Wärmepumpe ist eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die auf einem Warmwasserspeicher sitzt oder direkt in dessen Mantel integriert ist. Sie saugt Luft aus dem Aufstellraum an, entzieht ihr Wärme, kühlt die Luft dabei um 4 bis 6 Kelvin ab und bläst sie wieder aus. Die gewonnene Wärme geht über einen Wärmetauscher in das Trinkwasser im Speicher.
Die Heizleistung liegt bei 1,5 bis 3 Kilowatt, die elektrische Leistungsaufnahme des Verdichters bei 400 bis 800 Watt. Das ist wenig, und genau darin liegt das Prinzip: Das Gerät heizt langsam über mehrere Stunden, der Speicher puffert die Spitzen beim Duschen. Zusätzlich hat praktisch jedes Modell einen elektrischen Heizstab mit 1,5 bis 2 Kilowatt, der bei hohem Bedarf oder für die Aufheizung über die Verdichtergrenze hinaus zuschaltet.
| Kenngröße | Typischer Bereich | Anmerkung |
|---|---|---|
| COP nach EN 16147 (A15, Zapfprofil L) | 2,8 bis 3,5 | Prüfbedingung 15 Grad Ansaugluft, nicht 7 Grad |
| Heizleistung Verdichter | 1,5 bis 3,0 kW | reicht nie für die direkte Zapfung |
| Elektrische Aufnahme Verdichter | 400 bis 800 W | je nach Speichertemperatur |
| Elektrischer Heizstab | 1,5 bis 2,0 kW | Notbetrieb und Legionellenprogramm |
| Luftdurchsatz | 300 bis 500 m³/h | bestimmt das nötige Raumvolumen |
| Aufheizzeit 200 Liter von 15 auf 55 Grad | 6 bis 9 Stunden | ohne Heizstabunterstützung |
| Untere Einsatzgrenze der Ansaugluft | minus 5 bis plus 7 Grad | darunter läuft nur der Heizstab |
Wichtig ist die Prüfbedingung: Der Herstellerwert wird nach EN 16147 bei 15 Grad Ansaugtemperatur ermittelt. Steht das Gerät in einem unbeheizten Keller mit 10 Grad im Februar, sinkt der COP um etwa 0,3 bis 0,5 Punkte. Wer den Prospektwert eins zu eins in die Jahresrechnung übernimmt, rechnet sich das Gerät um rund 15 Prozent zu gut.
COP, Stromverbrauch und was Sie tatsächlich sparen
Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht. Ein Liter Wasser um ein Kelvin zu erwärmen kostet 1,163 Wattstunden thermisch. Ein Vierpersonenhaushalt zapft rund 160 Liter Warmwasser pro Tag, aufgeheizt von 12 Grad Kaltwasser auf 50 Grad Zapftemperatur, also 38 Kelvin Hub.
- Wärmebedarf pro Tag: 160 l × 38 K × 1,163 Wh = rund 7,1 kWh
- Plus Bereitschaftsverlust des Speichers: rund 1,0 bis 1,5 kWh pro Tag
- Jahreswert: etwa 2.900 bis 3.100 kWh Wärme
- Strombedarf bei COP 3,0: rund 970 bis 1.030 kWh
- Strombedarf eines elektrischen Speichers: rund 2.900 bis 3.100 kWh
| Erzeuger | Jahresarbeitszahl | Strom je Jahr | Kosten bei 0,35 Euro/kWh |
|---|---|---|---|
| Elektrischer Warmwasserspeicher | 1,0 | 3.000 kWh | 1.050 Euro |
| Durchlauferhitzer, elektronisch | 0,98 | 2.750 kWh | 963 Euro |
| Brauchwasser Wärmepumpe, Keller 12 Grad | 3,0 | 1.000 kWh | 350 Euro |
| Brauchwasser Wärmepumpe, Raum 18 Grad | 3,4 | 880 kWh | 308 Euro |
| Brauchwasser Wärmepumpe mit PV-Überschuss | 3,0 | 1.000 kWh, davon 500 solar | rund 200 Euro |
Die Ersparnis gegenüber der reinen Widerstandsheizung liegt also bei rund 1.800 bis 2.100 Kilowattstunden im Jahr, in Geld etwa 630 bis 735 Euro. Gegenüber einer bestehenden Gastherme mit Warmwasserbereitung sieht die Rechnung deutlich schlechter aus, weil Gas je Kilowattstunde etwa ein Drittel des Strompreises kostet. Dort spart das Gerät im Betrieb kaum etwas und rechnet sich fast nur über den Sommerbetrieb, wenn die Therme sonst allein für Warmwasser takten müsste. Wie hoch der Verbrauch bei der elektrischen Alternative wirklich ausfällt, haben wir im Detail im Ratgeber zum Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers aufgeschlüsselt.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern, keine Gerätepreise einzelner Hersteller und keine Testnoten. Die genannten Bereiche sind Kategoriewerte aus Herstellerdatenblättern und den Prüfbedingungen der EN 16147.
Speichergröße: 100, 150, 200 und 300 Liter
Der häufigste Fehler beim Kauf ist die Größe, und zwar in beide Richtungen. Zu klein bedeutet, dass der Heizstab regelmäßig einspringt und die Jahresarbeitszahl kippt. Zu groß bedeutet einen dauerhaften Bereitschaftsverlust, den Sie das ganze Jahr über bezahlen, ohne ihn zu nutzen.
| Speicher | Personen | Nutzbares Warmwasser bei 40 Grad | Bereitschaftsverlust pro Tag | Typische Stellfläche |
|---|---|---|---|---|
| 100 Liter | 1 bis 2 | rund 150 Liter | 0,6 bis 0,9 kWh | ca. 60 cm Durchmesser |
| 150 Liter | 2 bis 3 | rund 220 Liter | 0,8 bis 1,1 kWh | ca. 60 cm Durchmesser |
| 200 Liter | 3 bis 4 | rund 300 Liter | 1,0 bis 1,3 kWh | ca. 65 cm Durchmesser |
| 300 Liter | 4 bis 6 | rund 450 Liter | 1,3 bis 1,8 kWh | ca. 70 cm Durchmesser |
Die Spalte "nutzbares Warmwasser" ist die entscheidende: Weil der Speicher auf 55 Grad geladen wird und Sie mit rund 40 Grad duschen, mischt sich das Zapfwasser mit Kaltwasser. Aus 200 Litern Speicherinhalt werden dadurch etwa 300 Liter nutzbares Duschwasser. Eine Brauchwasser Wärmepumpe mit 200l deckt damit vier Duschgänge hintereinander ab, bevor die Temperatur abfällt.
Wann 300 Liter statt 200 Liter
Eine Brauchwasser Wärmepumpe mit 300 Liter ist immer dann richtig, wenn eine Badewanne regelmäßig gefüllt wird, wenn mehr als vier Personen im Haushalt leben oder wenn Sie Photovoltaik-Überschuss speichern wollen. Im letzten Fall ist der größere Behälter kein Nachteil, sondern die eigentliche Funktion: Er nimmt mittags rund 12 Kilowattstunden Wärme auf. Wer die Deckenhöhe im Keller prüfen muss, findet die Maßverhältnisse im Vergleich der 300-Liter-Warmwasserspeicher.
100 und 150 Liter: die Ausnahmefälle
Eine Brauchwasser Wärmepumpe mit 150 Liter passt zu einem Paarhaushalt oder einer Einliegerwohnung. Bei 100 Litern wird es eng: Der Verdichter braucht für die Aufheizung fast ebenso lang wie bei 150 Litern, weil er ohnehin gedrosselt läuft, aber die Reserve fehlt. Hier lohnt sich der Vergleich mit einem klassischen Warmwasserspeicher mit 150 Litern und Heizstab, dessen Anschaffungspreis um ein Vielfaches niedriger liegt. Bei so kleinem Verbrauch amortisiert sich die Wärmepumpe kaum noch.
Brauchwasser Wärmepumpe ohne Speicher
Der Suchbegriff Brauchwasser Wärmepumpe ohne Speicher beruht in den meisten Fällen auf einem Missverständnis, und die Physik ist hier eindeutig. Eine Dusche mit 8 Litern pro Minute und 30 Kelvin Temperaturhub verlangt eine Leistung von rund 17 Kilowatt. Der Verdichter einer Brauchwasser-Wärmepumpe liefert 1,5 bis 3 Kilowatt. Es fehlt also etwa der Faktor sieben.
| Zapfstelle | Durchfluss | Temperaturhub | Nötige Leistung | Von der Wärmepumpe direkt lieferbar? |
|---|---|---|---|---|
| Handwaschbecken | 3 l/min | 25 K | 5,2 kW | nein |
| Dusche, Sparbrause | 8 l/min | 30 K | 16,7 kW | nein, Faktor 7 zu wenig |
| Dusche, Regenbrause | 14 l/min | 30 K | 29,3 kW | nein |
| Badewanne, 150 Liter in 12 Minuten | 12,5 l/min | 30 K | 26,1 kW | nein |
Was als Wärmepumpe für Brauchwasser ohne Speicher beworben wird, ist deshalb fast immer eines von zwei Dingen: entweder ein Aufsatzgerät, das auf einen bereits vorhandenen externen Speicher gesetzt wird und nur keinen eigenen Behälter mitbringt, oder eine Splitvariante mit außen aufgestelltem Verdichter. In beiden Fällen ist ein Speicher vorhanden, er gehört nur nicht zum Lieferumfang. Wer echten Warmwasserbetrieb ohne Speicher will, landet zwangsläufig beim Durchlauferhitzer für die Dusche, und der arbeitet mit einer Arbeitszahl von eins.
Aufstellraum, Luftmenge und Schall
Die Wärmequelle ist die Raumluft, und das macht den Aufstellraum zum wichtigsten Bauteil der ganzen Anlage. Als Faustwert gelten mindestens rund 20 Kubikmeter Raumvolumen, also etwa 8 Quadratmeter bei 2,5 Metern Deckenhöhe. In kleineren Räumen kühlt die Luft so schnell aus, dass die Leistungszahl innerhalb weniger Betriebsstunden einbricht.
- Ideale Ansaugtemperatur: 15 bis 25 Grad, dort liegen die Prospektwerte
- Untere Grenze: je nach Modell minus 5 bis plus 7 Grad, darunter arbeitet nur der Heizstab
- Kondensat: 1 bis 3 Liter pro Tag, ein Ablauf oder eine Kondensatpumpe ist Pflicht
- Abkühlung des Raums: 1 bis 3 Kelvin im Dauerbetrieb
- Entfeuchtung: willkommener Nebeneffekt in feuchten Kellern
Ein Punkt wird regelmäßig übersehen: Wenn der Aufstellraum von der Zentralheizung mitbeheizt wird, entzieht das Gerät indirekt der Heizung Wärme. Sie verschieben die Energie dann nur von der Heizung zum Warmwasser, statt Umweltwärme zu nutzen. Sinnvoll sind unbeheizte, aber nicht frostgefährdete Räume: Keller, Waschküche, Garage mit Innenwand zum beheizten Bereich.
Abluft- und Umluftbetrieb
Die meisten Geräte lassen sich mit Luftkanälen von 160 bis 200 Millimetern Durchmesser anschließen. Damit können Sie Abluft nach außen führen, Luft von außen ansaugen oder beides. Jeder Meter Kanal und jeder Bogen erhöht den Druckverlust und senkt den Volumenstrom, die Hersteller geben deshalb eine maximal zulässige Kanallänge an, meist zwischen 6 und 12 Metern inklusive Bögen. Außenluftbetrieb im Winter klingt attraktiv, drückt aber genau dann die Leistungszahl, wenn der Bedarf am höchsten ist.
Schall im Haus
Der angegebene Schallleistungspegel liegt üblicherweise bei 50 bis 60 dB(A). Das ist deutlich leiser als eine Heizungswärmepumpe im Garten, die Baugenehmigungs- und Nachbarschaftsfragen der TA Lärm entfallen bei Innenaufstellung vollständig. Kritisch ist nur der Körperschall über den Estrich. Schwingungsdämpfer unter den Füßen und flexible Anschlussschläuche lösen das in aller Regel. Wer sich mit Schallfragen bei Außengeräten beschäftigt, findet die Grenzwerte im Ratgeber zur Schallschutzhaube für Wärmepumpen.
Temperatur, Legionellen und DVGW W 551
Die Frage nach der Brauchwasser Wärmepumpe und ihrer Temperatur ist der Punkt, an dem Technik und Hygienevorschrift aufeinandertreffen. Der Verdichter schafft je nach Kältemittel 55 bis 62 Grad. Alles darüber erzeugt der Heizstab mit einer Arbeitszahl von eins.
| Speichertemperatur | Erzeugt durch | COP in diesem Bereich | Hygienische Bewertung |
|---|---|---|---|
| 45 Grad | Verdichter | 3,4 bis 3,8 | Vermehrungsbereich der Legionellen |
| 55 Grad | Verdichter | 2,8 bis 3,2 | Legionellen vermehren sich nicht mehr |
| 60 Grad | Verdichter (R290) oder Heizstab | 2,3 bis 2,7 bzw. 1,0 | Abtötung innerhalb weniger Minuten |
| 65 Grad | nur Heizstab | 1,0 | Verbrühungsgefahr, Kalkausfall steigt |
Rechtlich unterscheidet das DVGW-Arbeitsblatt W 551 zwischen Klein- und Großanlagen. Eine Kleinanlage liegt vor, wenn der Speicher höchstens 400 Liter fasst und in keiner Leitung zwischen Speicher und Entnahmestelle mehr als 3 Liter stehen. Das trifft auf nahezu jedes Einfamilienhaus zu. Für Kleinanlagen sind 60 Grad empfohlen, aber nicht zwingend vorgeschrieben, ein dauerhafter Betrieb bei 55 Grad ist zulässig und energetisch die bessere Wahl.
Anders bei Großanlagen, also in Mehrfamilienhäusern mit Zirkulationsleitung: Dort verlangt W 551 mindestens 60 Grad am Speicheraustritt, und die Zirkulation darf um höchstens 5 Kelvin abkühlen, also nicht unter 55 Grad fallen. Für gewerblich oder öffentlich genutzte Anlagen kommt zusätzlich die Untersuchungspflicht nach Trinkwasserverordnung hinzu. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe kann diese Temperaturen liefern, tut es aber mit dem Heizstab und damit ohne Effizienzvorteil. In solchen Objekten ist sie meist die falsche Technik.
Praktisch sinnvoll ist der Kompromiss, den fast jede Regelung anbietet: Dauerbetrieb bei 55 Grad aus dem Verdichter und ein Legionellenprogramm einmal pro Woche auf 60 Grad. Wer den Heizstab als Rückfallebene kennenlernen will, findet die Funktionsweise im Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit Heizstab.
Kosten, Förderung und Amortisation
| Posten | Bereich | Anmerkung |
|---|---|---|
| Gerät, 200 bis 300 Liter | 1.500 bis 3.500 Euro | abhängig von Kältemittel und Regelung |
| Gerät, 100 bis 150 Liter | 1.200 bis 2.200 Euro | Preisvorteil kleiner als erwartet |
| Installation, Trinkwasser und Elektro | 500 bis 1.500 Euro | inklusive Kondensatablauf |
| Luftkanäle, falls gewünscht | 150 bis 500 Euro | je Kanalmeter plus Wanddurchbruch |
| Wartung | 0 bis 120 Euro je Jahr | Anode prüfen, Filter reinigen |
| Magnesiumanode, Tausch alle 2 bis 5 Jahre | 40 bis 90 Euro | entfällt bei Fremdstromanode |
| Ersparnis gegenüber Elektrospeicher | 630 bis 735 Euro je Jahr | Vierpersonenhaushalt, 0,35 Euro/kWh |
Aus Gesamtkosten von rund 2.500 bis 4.500 Euro und einer jährlichen Ersparnis von 630 bis 735 Euro ergibt sich eine Amortisation von etwa vier bis sieben Jahren, sofern Sie tatsächlich von einem elektrischen Speicher oder Durchlauferhitzer umsteigen. Die übliche Lebensdauer der Geräte liegt bei 15 bis 20 Jahren, der Verdichter ist dabei das begrenzende Bauteil.
Förderung: die unbequeme Antwort
Die Heizungsförderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude setzt eine Heizungsanlage voraus. Ein Gerät, das ausschließlich Trinkwasser erwärmt, ist keine solche Anlage. Als alleinige Einzelmaßnahme ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe daher in der Regel nicht förderfähig. Realistisch bleiben kommunale Programme und Zuschüsse einzelner Stadtwerke, die es tatsächlich gibt, aber regional stark schwanken. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Auftragsvergabe, nicht danach.
Genauso klar ist die Lage beim Gebäudeenergiegesetz: Die 65-Prozent-Regel für neu eingebaute Heizungen betrifft die Raumwärme. Wer eine defekte Gasheizung ersetzen muss, erfüllt die Pflicht mit einer Brauchwasser-Wärmepumpe nicht. Sie kann aber ein sinnvoller Baustein sein, wenn Sie den Heizungstausch später mit einer Monoblock-Wärmepumpe angehen und die Warmwasserbereitung schon vorher vom Gas trennen wollen.
Test, Vergleich und Erfahrungen aus der Praxis
Wer nach einem Brauchwasser-Wärmepumpe-Test sucht, sollte wissen, worauf die veröffentlichten Werte beruhen. Vergleichbar sind ausschließlich Angaben nach EN 16147, und auch nur dann, wenn dasselbe Zapfprofil zugrunde liegt. Ein Gerät mit COP 3,4 im Profil M ist nicht besser als eines mit COP 3,1 im Profil L, es wurde nur mit weniger Zapfmenge geprüft.
| Prüfangabe | Was sie bedeutet | Vergleichbar mit |
|---|---|---|
| COP nach EN 16147, Profil L, A15 | rund 5,8 kWh Zapfenergie am Tag | nur mit demselben Profil und derselben Lufttemperatur |
| COP, Profil M, A15 | rund 3,5 kWh Zapfenergie am Tag | nicht mit Profil L |
| COP bei A20 | Prüfung bei 20 Grad Ansaugluft | schmeichelhafter Wert, im Keller nie erreicht |
| Energieeffizienzklasse Warmwasserbereitung | A+ bis C nach EU-Verordnung 812/2013 | eingeschränkt, Profil steht daneben |
| Bereitschaftsverlust in W | Dauerverlust des Speichers | direkt, unabhängig vom Profil |
Am Markt sind unter anderem Geräte von Buderus, Tesy, Ochsner, Stiebel Eltron, Vaillant und Austria Email verbreitet. Die Unterschiede liegen weniger im COP, der sich bei vergleichbarer Bauart kaum unterscheidet, sondern in drei praktischen Punkten: dem Kältemittel und damit der maximalen Verdichtertemperatur, der Qualität der Speicherisolierung und damit dem Bereitschaftsverlust, und der Frage, ob eine PV-Ansteuerung ohne Zusatzmodul möglich ist. Testsieger-Listen ohne Angabe des Prüfprofils sind wertlos, egal von welcher Redaktion sie stammen.
Was Nutzer nach ein paar Jahren berichten
Die wiederkehrenden Erfahrungen sind erstaunlich einheitlich. Erstens: Die Ersparnis stimmt, wenn vorher ein Elektrospeicher lief. Zweitens: Der Keller wird spürbar kühler und trockener, was manche schätzen und andere stört. Drittens: Der Heizstab läuft öfter als gedacht, wenn der Speicher knapp bemessen wurde oder das Legionellenprogramm zu häufig eingestellt ist. Viertens: Die Magnesiumanode wird vergessen, und das ist der häufigste Grund für einen vorzeitigen Speicherausfall.
Typische Fehler
1. Das Gerät in einen zu kleinen oder beheizten Raum stellen
Unter etwa 20 Kubikmetern Raumvolumen kühlt die Luft schneller aus, als sie nachströmt, und der COP fällt binnen Stunden ab. Steht das Gerät dagegen in einem von der Zentralheizung beheizten Raum, entzieht es der Heizung die Wärme, die es dem Wasser zuführt. Der Effizienzgewinn ist dann zu einem großen Teil nur eine Umbuchung.
2. Den Prospekt-COP in die Jahresrechnung übernehmen
Die Prüfbedingung nach EN 16147 nennt 15 oder 20 Grad Ansaugluft. Ein unbeheizter Keller liegt im Winter bei 8 bis 12 Grad. Rechnen Sie mit einem um 0,3 bis 0,5 Punkte niedrigeren COP, sonst schätzen Sie die Amortisation um ein bis zwei Jahre zu kurz.
3. Das Legionellenprogramm auf täglich stellen
Jeder Aufheizvorgang auf 60 oder 65 Grad läuft am Ende über den Heizstab und kostet je nach Speichergröße 2 bis 4 Kilowattstunden Strom mit einer Arbeitszahl von eins. Wöchentlich reicht bei einer Kleinanlage nach W 551 vollkommen, täglich verbrennt im Jahr mehrere hundert Kilowattstunden ohne hygienischen Zusatznutzen.
4. Kondensatablauf und Anode vergessen
Ein bis drei Liter Kondensat pro Tag müssen sicher abfließen, sonst steht der Aufstellraum irgendwann unter Wasser. Und die Magnesiumanode ist ein Verschleißteil: Wird sie nicht alle zwei bis fünf Jahre geprüft, korrodiert der emaillierte Behälter von innen. Ein defekter Speicher macht jede Effizienzrechnung zunichte.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- COP von 2,8 bis 3,5 nach EN 16147, also rund zwei Drittel weniger Strom als ein elektrischer Speicher
- Ersparnis von etwa 630 bis 735 Euro pro Jahr im Vierpersonenhaushalt gegenüber Widerstandsheizung
- Der Speicher puffert PV-Überschuss: 300 Liter nehmen rund 12 kWh Wärme auf, ganz ohne Batterie
- Innenaufstellung ohne Außengerät, damit keine Fragen zu TA Lärm oder Nachbarschaftsabstand
- Entfeuchtet und kühlt den Keller nebenbei, was in feuchten Untergeschossen ein echter Nebennutzen ist
✕ Nachteile
- Braucht rund 20 Kubikmeter Aufstellraum und einen Kondensatablauf, das schließt viele Bäder aus
- Über 55 bis 62 Grad heizt nur der elektrische Heizstab, das Legionellenprogramm kostet entsprechend
- Als Einzelmaßnahme in der Regel nicht über die BEG-Heizungsförderung förderfähig
- Erfüllt die 65-Prozent-Regel des GEG nicht, ersetzt also keine Heizung
- Gegenüber einer bestehenden Gastherme ist die Einsparung gering, weil Gas je kWh deutlich billiger ist
Fazit
Brauchwasser Wärmepumpe: stark gegen Strom, schwach gegen Gas
Wer heute Warmwasser mit einem elektrischen Speicher oder Durchlauferhitzer erzeugt, senkt den Verbrauch mit einer Brauchwasser Wärmepumpe um rund zwei Drittel und amortisiert die Anlage in vier bis sieben Jahren. Wer eine Gastherme hat, spart im Betrieb kaum etwas.
Wählen Sie 200 Liter für drei bis vier Personen und 300 Liter, sobald eine Badewanne oder eine Photovoltaikanlage im Spiel ist. Stellen Sie das Gerät in einen unbeheizten Raum mit mindestens 20 Kubikmetern, betreiben Sie es dauerhaft bei 55 Grad und lassen Sie das Legionellenprogramm wöchentlich statt täglich laufen. Und tragen Sie sich die Anodenprüfung in den Kalender ein.
Weiterführende Links und Quellen
- Warmwasser-Wärmepumpe im Überblick, Warmwasserspeicher mit 300 Litern, Warmwasserspeicher mit 150 Litern, Warmwasserspeicher mit Heizstab, Stromverbrauch Durchlauferhitzer, Durchlauferhitzer für die Dusche, Monoblock-Wärmepumpe, Schallschutzhaube für Wärmepumpen
- EN 16147, Prüfverfahren und Anforderungen an Wärmepumpen mit elektrisch angetriebenen Verdichtern zur Warmwasserbereitung
- DVGW-Arbeitsblatt W 551, Trinkwassererwärmungsanlagen und Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums
- Trinkwasserverordnung, Untersuchungspflichten für Großanlagen zur Trinkwassererwärmung
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), Anforderungen an Heizungsanlagen und die 65-Prozent-Regel
- Umweltbundesamt, Daten zum Warmwasserbedarf privater Haushalte
- KfW, Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Was kostet eine brauchwasser wärmepumpe im Jahr an Strom?
Bei einem Vierpersonenhaushalt und rund 2.900 kWh Wärmebedarf für Warmwasser liegt der Stromverbrauch mit einem COP von 3,0 bei etwa 950 bis 1.100 kWh im Jahr. Bei 0,35 Euro je Kilowattstunde sind das rund 330 bis 385 Euro. Ein elektrischer Speicher braucht für dieselbe Wärmemenge etwa 3.000 kWh und damit ungefähr 1.050 Euro.
Welche Größe brauche ich, 200l oder 300 Liter?
Rechnen Sie mit 50 bis 60 Litern Speichervolumen je Person. Eine brauchwasser wärmepumpe mit 200l passt damit zu drei bis vier Personen, 300 Liter zu vier bis sechs. Wichtiger als die Personenzahl ist das Zapfverhalten: Wer eine Badewanne mit 150 Litern füllt, braucht die größere Stufe, sonst springt regelmäßig der Heizstab an.
Gibt es eine brauchwasser wärmepumpe ohne speicher?
Nicht sinnvoll. Eine Wärmepumpe liefert nur 1,5 bis 3 kW Heizleistung, eine Dusche braucht aber 18 bis 24 kW. Ohne Speicher kann das Gerät die Zapfleistung physikalisch nicht bereitstellen. Was als wärmepumpe brauchwasser ohne speicher verkauft wird, ist meist ein Aufsatzgerät für einen bereits vorhandenen externen Speicher, also nur ohne integrierten Behälter.
Welche temperatur schafft eine brauchwasser wärmepumpe?
Der Verdichter allein erreicht je nach Kältemittel 55 bis 62 Grad Celsius. Geräte mit dem Kältemittel R290 kommen am oberen Ende an, ältere Bauarten bleiben bei 55 Grad. Höhere Speichertemperaturen erzeugt nur der elektrische Heizstab, und der arbeitet mit einem Wirkungsgrad von eins statt mit einem COP von drei.
Wie kalt wird der Keller durch eine wärmepumpe für brauchwasser?
Das Gerät entzieht der Raumluft dieselbe Wärme, die es ins Wasser schiebt, abzüglich der Verdichterleistung. Bei 300 bis 500 Kubikmetern Luftdurchsatz pro Stunde kühlt der Aufstellraum typischerweise um 1 bis 3 Kelvin ab. Das ist im Sommer angenehm und im Winter nur dann ein Problem, wenn der Raum beheizt wird und die Wärme aus der Heizung stammt.
Lohnt sich das Gerät mit einer Photovoltaikanlage?
Ja, das ist der stärkste Anwendungsfall. Der Speicher ist ein thermischer Puffer, der Überschussstrom mittags aufnimmt, ohne dass Sie eine Batterie brauchen. Ein 300-Liter-Speicher, der von 20 auf 55 Grad geladen wird, nimmt rund 12 Kilowattstunden Wärme auf, also etwa 4 Kilowattstunden Strom bei einem COP von 3,0.
Muss ich wegen Legionellen auf 60 Grad aufheizen?
Bei einem Haushaltsspeicher bis 400 Liter Inhalt nicht zwingend. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 stuft solche Anlagen als Kleinanlagen ein, für die 60 Grad empfohlen, aber nicht vorgeschrieben sind. In Mehrfamilienhäusern mit Zirkulation gelten die Werte für Großanlagen: 60 Grad am Speicheraustritt und mindestens 55 Grad im Rücklauf der Zirkulation.
Erfüllt eine brauchwasser wärmepumpe die 65-Prozent-Regel im GEG?
Nein. Das Gebäudeenergiegesetz stellt die Anforderung an die Heizungsanlage, also an die Raumwärme. Ein Gerät, das ausschließlich Trinkwasser erwärmt, ist keine Heizung in diesem Sinne. Wer eine Gasheizung ersetzen muss, löst die Pflicht damit nicht ein und braucht zusätzlich eine Lösung für die Raumheizung.
Wird eine brauchwasser wärmepumpe gefördert?
In der Regel nicht als Einzelmaßnahme. Die Heizungsförderung im Rahmen der BEG setzt eine Heizungsanlage voraus, und die reine Trinkwassererwärmung fällt nicht darunter. Fördermittel kommen eher aus kommunalen Programmen oder von Stadtwerken. Prüfen Sie vor dem Kauf die aktuellen Bedingungen bei der KfW und bei Ihrem regionalen Versorger.
Wie laut ist so ein Gerät im Keller?
Die Hersteller geben meist einen Schallleistungspegel von 50 bis 60 dB(A) an. Im Nachbarraum kommen davon je nach Wand und Tür etwa 30 bis 40 dB(A) an. Kritisch wird es nur, wenn das Gerät neben einem Schlafzimmer steht oder der Körperschall über den Estrich weitergeleitet wird. Eine entkoppelte Aufstellung auf Schwingelementen hilft zuverlässig.