Wärmepumpe Rohre außen isolieren: Dämmstärke, Material und die Fehler, die Wärme kosten
Wer die Wärmepumpe Rohre außen isolieren lässt, entscheidet über einen erstaunlich großen Teil der Jahresarbeitszahl. Zwischen Außeneinheit und Hauswand liegen bei einer Monoblock-Anlage oft nur zwei bis vier Meter Vorlauf und Rücklauf. Genau diese wenigen Meter stehen bei minus 5 Grad im Wind, während im Rohr 40 Grad warmes Heizungswasser fließt. Der Wärmeverlust je Meter ist dort um ein Vielfaches höher als im beheizten Keller.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Dämmstärke das Gebäudeenergiegesetz konkret verlangt, warum die Praxis draußen darüber hinausgeht, welche Materialien UV-Strahlung, Frost und Marder wirklich überstehen, wie erdverlegte Leitungen gedämmt gehören und woran man Pfusch an der Fassade schon von außen erkennt.
Warum die Isolierung der Wärmepumpe außen anders funktioniert
Wenn Sie die Wärmepumpe Rohre außen isolieren, arbeiten Sie gegen zwei Effekte, die es im Haus so nicht gibt. Der erste ist die Temperaturdifferenz: Im Heizraum liegt sie zwischen Vorlauf und Umgebung bei vielleicht 15 Kelvin, an einem Januartag mit minus 5 Grad Außentemperatur und 35 Grad Vorlauf sind es 40 Kelvin. Der Wärmestrom ist direkt proportional dazu, also fast dreimal so hoch.
Der zweite Effekt ist der Wind. An einer ruhenden Oberfläche im Keller liegt der Wärmeübergangskoeffizient bei etwa 8 bis 10 W/(m²·K). Bei 4 m/s Anströmung, also einer leichten Brise, steigt er auf 25 bis 40 W/(m²·K). Ein blankes Rohr gibt dann ein Vielfaches ab. Bei einer gut gedämmten Leitung ist dieser Anteil zwar klein, weil der Dämmstoff den Widerstand dominiert, bei zu dünner Dämmung schlägt er jedoch voll durch.
Dazu kommt, dass die Außenstrecke bei Luft-Wasser-Geräten ausgerechnet die Strecke mit der geringsten Temperaturspreizung ist. Eine Wärmepumpe arbeitet mit 5 bis 8 Kelvin Spreizung. Wer davon 1,5 Kelvin schon auf dem Weg zum Haus verliert, kippt die Auslegung der Heizflächen. Wie empfindlich das System auf zu niedrige Vorlauftemperaturen reagiert, zeigt der Ratgeber zu den Heizkörpern für Wärmepumpen.
Dämmpflicht: § 71 GEG und Anlage 8
Die Dämmung von Wärmeverteilungsleitungen ist in Deutschland nicht optional. Das Gebäudeenergiegesetz regelt in § 71 die Anforderungen an Heizungsanlagen und verweist für die Verteilung auf Anlage 8. Diese Anlage nennt Mindestdämmstärken, gestaffelt nach dem Rohrinnendurchmesser. Sie gilt für neu verlegte Leitungen ebenso wie für den Austausch.
| Rohrinnendurchmesser | Mindestdämmstärke nach Anlage 8 | Praxiswert im Freien | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| bis DN 20 | 20 mm | 40 bis 50 mm | Kondensat, kleine Anbindeleitung |
| DN 22 bis DN 35 | 30 mm | 50 bis 60 mm | Vorlauf und Rücklauf Monoblock, 4 bis 12 kW |
| DN 40 bis DN 100 | gleich dem Innendurchmesser | Innendurchmesser plus 50 Prozent | größere Anlagen, Mehrfamilienhaus |
| über DN 100 | 100 mm | 100 bis 140 mm | Nahwärme, gewerbliche Anlagen |
| Kreuzungen, Wanddurchbrüche | halbe Werte zulässig | nur innen, außen nicht sinnvoll | Durchführung Hauswand |
Zwei Punkte werden regelmäßig überlesen. Erstens beziehen sich alle Werte auf einen Wärmeleitwert von 0,035 W/(m·K). Verwenden Sie ein Material mit 0,040 W/(m·K), müssen Sie die Stärke rechnerisch anpassen, sonst ist die Anforderung formal nicht erfüllt. Zweitens ist die Anlage 8 ein Minimum und keine wirtschaftliche Optimierung. Für Leitungen im Freien liegt das Optimum aus Bau- und Betriebskosten deutlich höher.
Dämmstärke außen: warum mehr als drinnen nötig ist
Die Faustregel der Fachpraxis lautet: draußen die doppelte Anlage-8-Stärke. Das klingt nach Übertreibung, ist aber physikalisch begründet. Bei einer Rohrdämmung nimmt der Nutzen jeder weiteren Schicht ab, weil die Oberfläche mitwächst. Die Rechnung nach DIN EN ISO 12241 zeigt, wo der sinnvolle Punkt liegt.
| Dämmstärke auf DN 25 | Außendurchmesser gedämmt | Wärmeverlust bei 30 K | Einsparung gegenüber blank |
|---|---|---|---|
| 0 mm (blank) | 35 mm | rund 60 W/m | Referenz |
| 13 mm | 61 mm | rund 12 W/m | 80 Prozent |
| 19 mm | 73 mm | rund 9 W/m | 85 Prozent |
| 32 mm | 99 mm | rund 7 W/m | 88 Prozent |
| 50 mm | 135 mm | rund 5 W/m | 91 Prozent |
| 60 mm | 155 mm | rund 5 W/m | 92 Prozent |
Die Werte sind mit einem Wärmeleitwert von 0,038 W/(m·K) und einem Wärmeübergang von 20 W/(m²·K) an der Oberfläche gerechnet, also mit leichter Anströmung. Der Sprung von blank auf 13 mm bringt am meisten, danach flacht die Kurve ab. Trotzdem ist der Schritt von 19 auf 32 mm sinnvoll: Er kostet wenige Euro je Meter und schafft gleichzeitig die Reserve, die eine verpresste oder an der Wandschelle gequetschte Dämmung wieder auffrisst.
Über 50 mm lohnt sich rein rechnerisch kaum noch etwas. Wer trotzdem dicker dämmt, tut das aus einem anderen Grund: Bei einem Monoblock ohne Sekundärkreis verzögert eine dicke Dämmung das Einfrieren bei Stromausfall spürbar. Wie dieser Anlagentyp aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber zur Monoblock-Wärmepumpe.
Wärmeverlust je Meter: ungedämmt gegen gedämmt
Der Verlust je Meter wirkt klein, bis man ihn hochrechnet. Nehmen Sie eine typische Monoblock-Installation: 2,5 Meter Abstand zur Hauswand, Vorlauf und Rücklauf, macht 5 Meter Leitung im Freien. Bei 2.000 Betriebsstunden mit im Mittel 25 Kelvin Differenz ergibt sich folgendes Bild.
| Ausführung | Verlust je Meter | 5 m Leitung | Wärmeverlust pro Saison | Stromkosten bei JAZ 3,5 |
|---|---|---|---|---|
| blank, ungedämmt | rund 50 W | 250 W | rund 500 kWh | rund 43 Euro bei 0,30 Euro/kWh |
| 13 mm Baumarktschlauch | rund 10 W | 50 W | rund 100 kWh | rund 9 Euro |
| 32 mm EPDM außen | rund 6 W | 30 W | rund 60 kWh | rund 5 Euro |
| 50 mm mit Blechmantel | rund 4 W | 20 W | rund 40 kWh | rund 3 Euro |
| 13 mm, durchnässt | rund 35 W | 175 W | rund 350 kWh | rund 30 Euro |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Eine durchnässte Dämmung ist fast so schlecht wie gar keine, weil Wasser rund 25-mal besser leitet als der Gasanteil im Schaum. Genau deshalb ist die Wasserdichtheit draußen wichtiger als jedes zusätzliche Zentimeter Stärke. Der reine Geldbetrag ist überschaubar, der eigentliche Schaden entsteht an anderer Stelle: Der Verlust senkt die Vorlauftemperatur an den Heizflächen, die Regelung fährt dagegen an, und die Arbeitszahl sinkt über die gesamte Anlage. Wie sich das im Verbrauch niederschlägt, zeigt unsere Übersicht dazu, wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht.
Materialien: EPDM, Kautschuk mit Schutzmantel, Blechkanal
Der entscheidende Unterschied zwischen Innen- und Außenmaterial ist nicht der Wärmeleitwert, sondern die Beständigkeit. UV-Strahlung zerstört ungeschützten Synthesekautschuk innerhalb von zwei bis vier Jahren: Die Oberfläche kreidet, reißt längs auf und saugt Wasser. PE-Weichschaum, also der graue Baumarktschlauch, überlebt draußen oft keine zwei Sommer.
| Material | Wärmeleitwert | UV-Beständigkeit | Wasserdampfdiffusion | Einsatz außen |
|---|---|---|---|---|
| EPDM-Kautschuk, UV-stabilisiert | 0,036 bis 0,040 W/(m·K) | hoch, ohne Zusatzmantel | geschlossenzellig, µ ab 5.000 | Standard für sichtbare Leitungen |
| NBR/PVC-Synthesekautschuk | 0,033 bis 0,038 W/(m·K) | gering, nur beschichtet | geschlossenzellig, µ ab 7.000 | nur mit Anstrich oder Mantel |
| PE-Weichschaum | 0,038 bis 0,042 W/(m·K) | sehr gering | teilgeschlossen, µ um 3.000 | ungeeignet |
| Mineralwolle im Blechmantel | 0,035 bis 0,045 W/(m·K) | Mantel schützt vollständig | offen, saugt bei Leck | nur mit dichtem Mantel nach DIN 4140 |
| PUR im Verbundmantelrohr | 0,024 bis 0,030 W/(m·K) | HDPE-Mantel, erdverlegt | dicht durch Mantelrohr | erdverlegte Strecke |
| Alu- oder Edelstahlblechmantel | nicht dämmend | dauerhaft | Regenschutzfunktion | Schutzhülle über der Dämmung |
Wann ein Blechmantel sinnvoll ist
DIN 4140 beschreibt die Ausführung von Dämmarbeiten an betriebstechnischen Anlagen, inklusive der Blechummantelung. Der Mantel übernimmt drei Aufgaben: Regenschutz, UV-Schutz und mechanischer Schutz. Wichtig ist die Überlappung in Fließrichtung des Wassers, also von oben nach unten geschuppt, und ein Abschluss an den Enden, damit kein Wasser hinter das Blech läuft. Ein Blech, das unten offen bleibt und oben Wasser aufnimmt, ist schlimmer als gar keines.
Was gegen den grauen Baumarktschlauch spricht
Er ist billig, schnell montiert und draußen falsch. PE-Weichschaum hat einen niedrigen Diffusionswiderstand, wird bei UV-Einstrahlung spröde und reißt an den Längsnähten auf. Wenn Sie ihn dennoch verwenden, dann ausschließlich unter einem dichten Mantel und nie als sichtbare Endlösung. Optisch wie technisch sauberer wird es mit einer geschlossenen Verkleidung für die Wärmepumpe, die zugleich die Leitungsführung verdeckt.
Erdverlegte Leitungen zwischen Wärmepumpe und Haus
Steht die Außeneinheit weiter als zwei Meter vom Haus entfernt, wird die Leitung meist im Erdreich geführt. Das ist thermisch nicht automatisch besser: Erdreich hat einen Wärmeleitwert von etwa 0,8 bis 2,5 W/(m·K), also das Zwanzig- bis Siebzigfache von ruhender Luft. Ohne Dämmung verliert eine erdverlegte Leitung mehr als eine gedämmte Leitung im Wind.
Der einzige belastbare Aufbau ist ein flexibles Verbundmantelrohr: Mediumrohr aus PE-Xa oder vernetztem Polyethylen, darum ein geschlossenzelliger PUR-Schaum, außen ein gewellter HDPE-Mantel. Dieses Paket ist werkseitig dicht, mechanisch belastbar und lässt sich in einem Stück ohne Verbindung im Erdreich verlegen.
- Verlegetiefe: 60 bis 80 cm, also unterhalb der örtlichen Frostgrenze, die in Deutschland je nach Region bei 60 bis 100 cm liegt.
- Sandbett: 10 cm Sand unter und über dem Rohr, damit keine Steine den Mantel beschädigen.
- Keine Muffen im Erdreich: jede Verbindung im Boden ist ein Leckrisiko, das man erst am Druckverlust bemerkt.
- Leerrohr für die Elektrik: Steuer- und Versorgungsleitung getrennt und nicht im selben Wellrohr wie die Heizungsleitung.
- Trassenwarnband: 30 cm über dem Rohr, damit der nächste Spaten die Leitung nicht trifft.
- Gebäudeeinführung: mit Ringraumdichtung gegen drückendes Wasser, nicht mit Bauschaum.
Erdverlegte Strecken sind der Punkt, an dem Eigenleistung wirklich riskant wird, weil Fehler erst nach Jahren sichtbar werden und dann der Garten wieder aufgeht. Wer trotzdem selbst Hand anlegen will, findet die Abgrenzung von erlaubter und unzulässiger Eigenleistung im Ratgeber Wärmepumpe selbst einbauen.
Kondensat, Diffusion und Frostschutz
An warmgehenden Leitungen ist Diffusion kein Thema, weil der Dampfdruck von innen nach außen wirkt. Kritisch wird es überall dort, wo das Rohr kälter ist als die Umgebungsluft: bei Kühlbetrieb über die Fußbodenheizung, im Abtauzyklus und an der Kondensatleitung der Außeneinheit. Dann diffundiert Wasserdampf von außen zum kalten Rohr und kondensiert direkt auf dem Metall.
Der Effekt ist tückisch, weil er unsichtbar bleibt: Die Dämmung sieht außen trocken aus, während das Rohr darunter dauerhaft nass ist und korrodiert. Verhindern lässt sich das nur durch eine geschlossenzellige Dämmung mit hohem Diffusionswiderstand und durch konsequentes Verkleben.
- Schlauchdämmung über das Rohr schieben statt geschlitzte Ware aufklappen, wo immer die Montagereihenfolge das zulässt.
- Jede Längsnaht und jeden Stoß vollflächig mit dem systemzugehörigen Kleber verkleben, nicht nur mit Klebeband überkleben.
- Bögen, Ventile und Schellen mitdämmen, denn eine blanke Armatur wirkt wie ein Kühlrippenkörper.
- Rohrschellen mit Dämmschale und Kältebrückenunterbrechung verwenden, keine Metallschelle direkt auf dem Rohr.
- Die Kondensatleitung der Außeneinheit selbst frostfrei führen, sonst friert sie zu und das Wasser läuft in das Gerät zurück.
Zum Frostschutz: Eine Dämmung verhindert das Einfrieren nicht, sie verzögert es. Bei einem Monoblock ohne Systemtrennung ist deshalb ein Wasser-Glykol-Gemisch mit 25 bis 33 Prozent üblich, das Frostschutz bis etwa minus 12 bis minus 20 Grad bietet. Der Preis dafür sind rund 5 bis 10 Prozent geringere Wärmekapazität und ein höherer Druckverlust, was bei der Auslegung der Umwälzpumpe und des Pufferspeichers berücksichtigt werden muss.
Marderschutz und mechanischer Schutz
Weicher Kautschuk ist für einen Marder ein ideales Beißobjekt, und für Elstern und Krähen ist er Nistmaterial. Beide arbeiten bevorzugt an der frei stehenden Strecke zwischen Gerät und Hauswand, also genau dort, wo die Dämmung am wichtigsten ist. Nach einer Saison hängt das Material in Fetzen und die Leitung ist praktisch blank.
| Schutzmaßnahme | Wirkung gegen Marder | Wirkung gegen Vögel | Materialkosten je Meter |
|---|---|---|---|
| Alu- oder Edelstahlblechmantel | sehr hoch | sehr hoch | rund 12 bis 30 Euro |
| PVC-Kabelkanal über der Dämmung | hoch | hoch | rund 5 bis 12 Euro |
| Geschlitztes Wellrohr, schwarz | mittel | hoch | rund 2 bis 6 Euro |
| Gewebeband über der Dämmung | gering | gering | rund 1 bis 3 Euro |
| Freie EPDM-Dämmung ohne Hülle | keine | keine | 0 Euro |
Praktisch reicht es, die untersten 80 Zentimeter über dem Boden und die gesamte frei liegende Strecke zu ummanteln. Höher gelegene Leitungsabschnitte an der Fassade sind für Marder schwerer erreichbar. Wo ohnehin eine Einhausung gegen Schall gebaut wird, kann diese den Schutz übernehmen. Worauf es dabei akustisch ankommt, steht im Ratgeber zur Schallschutzhaube für die Wärmepumpe.
Kosten und was sich rechnet
Die Materialkosten sind gemessen an der Gesamtinvestition marginal. Eine ordentliche Ausführung der Außenstrecke kostet bei fünf Metern Leitung meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Genau deshalb ist es die günstigste Stelle, an der man an einer Wärmepumpe noch etwas verbessern kann.
- EPDM-Schlauchdämmung 32 mm auf DN 25: rund 12 bis 25 Euro je Meter im Fachhandel.
- Systemkleber und Verschlussband: rund 20 bis 40 Euro für eine typische Installation.
- Blechmantel oder Kanal: rund 5 bis 30 Euro je Meter je nach Ausführung.
- Verbundmantelrohr DN 25, erdverlegt: rund 30 bis 60 Euro je Meter, zuzüglich Erdarbeiten.
- Fachbetrieb für die Ausführung: meist 2 bis 5 Arbeitsstunden für eine kurze Außenstrecke.
Rein über die eingesparte Wärme amortisiert sich der Aufwand langsam, oft erst in acht bis fünfzehn Jahren. Die eigentliche Rechtfertigung liegt woanders: Eine dauerhaft dichte, UV-beständige Dämmung verhindert Korrosion am Rohr, hält die Vorlauftemperatur stabil und vermeidet den Fall, dass nach fünf Jahren die gesamte Strecke neu gemacht werden muss. Und die Anlage-8-Werte des GEG sind ohnehin verbindlich, unabhängig von jeder Amortisationsrechnung.
Typische Fehler
1. Innendämmung nach außen verlängert
Der häufigste Pfusch: Die 13-mm-Schlauchdämmung aus dem Keller läuft durch die Wand einfach weiter bis zur Wärmepumpe. Draußen ist sie zu dünn, nicht UV-fest und nach zwei Jahren rissig. Setzen Sie an der Wanddurchführung bewusst einen Materialwechsel und erhöhen Sie gleichzeitig die Stärke.
2. Stöße nur mit Klebeband überklebt
Klebeband hält an einer feuchten, kalten und UV-bestrahlten Oberfläche kein Jahr. Sobald ein Stoß offen ist, läuft Regenwasser in den Ringspalt zwischen Dämmung und Rohr und bleibt dort. Nähte gehören mit dem systemzugehörigen Kontaktkleber vollflächig verklebt, das Band ist nur die optische Abdeckung.
3. Dämmung an Schellen plattgedrückt
Wo eine Rohrschelle die Dämmung auf die halbe Stärke quetscht, ist der Wärmeverlust an dieser Stelle mehr als doppelt so hoch, und bei kaltgehenden Leitungen bildet sich dort zuerst Kondensat. Verwenden Sie Schellen mit vorgefertigter Dämmschale, die die Last auf einen druckfesten Einsatz überträgt.
4. Enden offen gelassen
Am Übergang zur Außeneinheit und an der Hauswand endet die Dämmung oft einfach im Nichts. Über diese offene Stirnfläche saugt sich die Dämmung mit Wasser voll, und die letzten 20 Zentimeter blankes Rohr geben mehr ab als die restlichen fünf Meter zusammen. Enden gehören mit einer Kappe oder einem umlaufend verklebten Abschluss geschlossen.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Eine korrekt gedämmte Außenstrecke senkt den Wärmeverlust je Meter von rund 60 auf etwa 6 Watt bei 30 Kelvin Differenz
- Stabile Vorlauftemperatur an den Heizflächen, dadurch weniger Nachregeln und eine höhere Jahresarbeitszahl
- UV-stabilisierter EPDM-Kautschuk hält draußen ohne Zusatzmantel und bleibt über Jahrzehnte formstabil
- Geschlossenzellige Dämmung schützt das Rohr zusätzlich vor Korrosion durch Kondensat und Schlagregen
- Materialkosten von meist unter 200 Euro für eine typische Außenstrecke, also der günstigste Optimierungshebel der ganzen Anlage
✕ Nachteile
- Die reine Energieeinsparung amortisiert das Material erst nach etwa acht bis fünfzehn Jahren
- Dicke Dämmung mit Blechmantel wird an der Fassade sichtbar klobig und braucht eine saubere Trassenführung
- Durchnässte Dämmung verliert fast ihre gesamte Wirkung und ist von außen kaum zu erkennen
- Erdverlegte Abschnitte erfordern ein Verbundmantelrohr und Erdarbeiten, die Nachrüstung ist aufwendig
- Marder und Vögel zerstören ungeschützte Kautschukdämmung, es braucht zusätzlich einen mechanischen Mantel
Fazit
Außenleitungen dämmen: kleiner Aufwand, messbarer Effekt
Die Dämmung der Außenleitungen ist der billigste Hebel an einer Wärmepumpe. Anlage 8 des GEG ist dabei das Minimum, draußen gilt in der Praxis die doppelte Stärke, und das Material muss UV-fest, geschlossenzellig und mechanisch geschützt sein.
Rechnen Sie mit 50 bis 60 mm UV-stabilisiertem EPDM auf einem DN-25-Rohr, verkleben Sie jede Naht vollflächig, schließen Sie die Enden dicht ab und legen Sie einen Blechmantel oder Kanal über die frei liegende Strecke. Erdverlegte Abschnitte gehören ausschließlich in ein Verbundmantelrohr. Wer diese vier Punkte einhält, hat die Außenstrecke für die gesamte Lebensdauer der Anlage erledigt.
Weiterführende Links und Quellen
- Monoblock-Wärmepumpe, Pufferspeicher für die Wärmepumpe, Wärmepumpe selbst einbauen, Schallschutzhaube, Verkleidung für Wärmepumpen, Heizkörper für Wärmepumpen, Stromverbrauch einer Wärmepumpe
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), § 71 Anforderungen an Heizungsanlagen sowie Anlage 8 mit den Mindestdämmstärken für Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen
- DIN 4140, Dämmarbeiten an betriebs- und haustechnischen Anlagen, Ausführung von Wärme- und Kältedämmungen einschließlich Blechummantelung
- DIN EN ISO 12241, Wärmedämmung an haustechnischen Anlagen und Betriebseinrichtungen, Berechnungsregeln für Wärmeverluste an Rohrleitungen
- Umweltbundesamt, Daten und Bewertungen zu Wärmepumpen und Gebäudewärme
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Wie dick muss die Isolierung der Wärmepumpe außen sein?
Draußen sollten Sie die Werte aus Anlage 8 des GEG mindestens verdoppeln. Bei einem üblichen DN-25-Rohr verlangt die Anlage 30 mm, im Freien sind 50 bis 60 mm die vernünftige Größe. Grund ist der Wind: Er erhöht den Wärmeübergang an der Dämmoberfläche stark, und gleichzeitig ist die Temperaturdifferenz zur Umgebung im Winter etwa doppelt so hoch wie im Keller.
Welches Material eignet sich zum Isolieren der Wärmepumpen-Rohre außen?
UV-stabilisierter EPDM-Kautschuk ist der Standard für sichtbare Außenleitungen, weil er ohne Zusatzmantel witterungs- und ozonbeständig ist. Alternativ funktioniert normaler Synthesekautschuk mit einer UV-festen Beschichtung oder ein Blechmantel aus Aluminium oder Edelstahl nach DIN 4140. PE-Weichschaum und offenzellige Materialien gehören ausdrücklich nicht nach draußen.
Wie viel Wärme verliert ein ungedämmtes Rohr im Freien?
Ein blankes Rohr mit 32 bis 35 mm Außendurchmesser verliert bei 30 Kelvin Temperaturdifferenz und leichter Anströmung etwa 55 bis 70 Watt je Meter. Mit 32 mm Dämmung sinkt der Wert auf rund 7 Watt je Meter. Bei vier Metern Vorlauf und Rücklauf sind das über eine Heizsaison je nach Laufzeit schnell 300 bis 800 Kilowattstunden Wärme.
Schreibt das GEG die Dämmung der Außenleitungen vor?
Ja. § 71 GEG verweist zusammen mit den Vorschriften zur Verteilung von Wärme auf Anlage 8, und diese gilt für Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen unabhängig davon, ob sie innen oder außen liegen. Die dort genannten Stärken sind Mindestwerte. Für Leitungen im Freien setzt die Fachpraxis darüber hinaus höhere Stärken an, weil die Randbedingungen deutlich ungünstiger sind.
Muss ich erdverlegte Leitungen zur Wärmepumpe dämmen?
Ja, und zwar mit einem wasserdichten System. Erdreich leitet Wärme deutlich besser als ruhende Luft, und jede Dämmung, die Wasser aufnimmt, verliert ihre Wirkung fast vollständig. Verwenden Sie ein flexibles Verbundmantelrohr mit PUR-Kern und HDPE-Außenmantel. Offenzelliger Schaum, Kautschukschläuche oder in Folie gewickelte Dämmung sind im Erdreich ein Totalausfall.
Warum schwitzt die Dämmung an meiner Wärmepumpe?
Weil Wasserdampf durch die Dämmung an das kalte Rohr diffundiert. Das passiert an kaltgehenden Leitungen, etwa im Abtaubetrieb oder bei Kühlfunktion. Abhilfe schafft nur eine geschlossenzellige Dämmung mit hohem Wasserdampfdiffusionswiderstand, deren Längsnähte und Stöße vollflächig verklebt sind. Ein einziger offener Stoß reicht aus, damit das Rohr innen dauerhaft nass wird.
Wie schütze ich die Dämmung vor Mardern und Vögeln?
Mit einer harten Hülle. Marder beißen weichen Kautschuk auf, Elstern und Krähen zupfen ihn faserweise heraus. Ein Alu- oder Edelstahlblechmantel, ein PVC-Kanal oder ein Wellrohr über der Dämmung löst das Problem dauerhaft. Kritisch sind vor allem die untersten 80 Zentimeter über dem Boden und die frei stehende Strecke zwischen Gerät und Hauswand.
Kann ich die Rohre der Wärmepumpe selbst dämmen?
Die Dämmung selbst dürfen Sie anbringen, das ist keine an einen Fachbetrieb gebundene Arbeit. Anders sieht es bei Eingriffen in den hydraulischen oder den Kältekreis aus. Wenn Sie ohnehin nachrüsten, arbeiten Sie mit Schlauchdämmung statt geschlitzter Ware, verkleben Sie jede Naht und lassen Sie die Ausführung vom Heizungsbauer abnehmen.
Reicht die Dämmung der Wärmepumpe außen aus, wenn sie schon Werksdämmung hat?
Meist nicht. Werkseitig gedämmte Anschlussschläuche haben oft nur 9 bis 13 mm Stärke und sind für kurze Prüfstandsituationen gedacht. Sobald die Leitung dauerhaft im Freien liegt, ist das zu wenig und außerdem in der Regel nicht UV-fest. Prüfen Sie die tatsächliche Stärke mit dem Zollstock, bevor Sie sich auf die Herstellerangabe verlassen.
Muss ich zusätzlich Frostschutzmittel einfüllen?
Bei einem Monoblock im Freien ja, wenn kein Sekundärkreis mit Wärmetauscher vorhanden ist. Die Dämmung verzögert das Einfrieren, verhindert es aber bei Stromausfall nicht. Üblich ist ein Wasser-Glykol-Gemisch mit 25 bis 33 Prozent Anteil, was den Frostschutz auf minus 12 bis minus 20 Grad bringt. Beachten Sie, dass Glykol die Wärmekapazität senkt und die Pumpenleistung steigen muss.