Warmwasser-Wärmepumpe: lohnt die Brauchwasserwärmepumpe wirklich?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe, oft auch Brauchwasserwärmepumpe genannt, ist ein eigenständiges Gerät für nur eine Aufgabe: warmes Wasser für Dusche, Bad und Küche. Sie besteht aus einem Warmwasserspeicher mit 200 bis 300 Litern und einer kleinen Luft-Wärmepumpe im Deckel, die der Umgebungsluft Wärme entzieht und ins Wasser überträgt. Mit der großen Wärmepumpe für die Raumheizung hat sie nur das Prinzip gemeinsam, nicht den Einsatzzweck.
Dieser Ratgeber erklärt, wie das Gerät physikalisch arbeitet, warum ein Keller mit Abwärme der beste Standort ist, welche Speichergröße zu Ihrem Haushalt passt und wie die Legionellenschaltung nach DVGW W 551 funktioniert. Danach folgt die ehrliche Rechnung: gegen einen simplen Heizstab und gegen die Warmwasserbereitung mit Gas. Wo sich das Gerät lohnt und wo nicht, steht am Ende klar da.
Wie eine Warmwasser-Wärmepumpe funktioniert
Eine Warmwasser-Wärmepumpe ist im Kern ein Warmwasserspeicher mit einer kleinen Luft-Wärmepumpe obendrauf. Ein Ventilator saugt Raumluft an, ein Kältemittelkreis entzieht ihr Wärme, und ein Verdichter hebt diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau, mit dem das Wasser im Speicher erwärmt wird. Die abgekühlte Luft bläst das Gerät wieder in den Raum oder nach außen. Genau dieselbe Physik nutzt ein Kühlschrank, nur andersherum.
Der entscheidende Vorteil gegenüber einem simplen Heizstab: Die Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht, sie verschiebt sie. Aus 1 Kilowattstunde Strom werden bei den moderaten Zieltemperaturen der Warmwasserbereitung rund 3 bis 3,5 Kilowattstunden Wärme. Dieses Verhältnis heißt COP (Coefficient of Performance). Weil das Wasser nur auf 50 bis 60 Grad muss und nicht auf die viel höheren Vorlauftemperaturen einer Heizung, bleibt der COP angenehm hoch.
| Bauteil | Aufgabe | Typischer Wert |
|---|---|---|
| Speicher | hält das warme Wasser auf Vorrat | 200 bis 300 Liter |
| Wärmepumpe im Deckel | entzieht der Luft Wärme | 0,3 bis 0,8 kW elektrisch |
| Verdichter | hebt das Temperaturniveau an | COP 3 bis 3,5 |
| Elektroheizstab | Legionellenschaltung, Spitzenlast | 1,5 bis 2 kW |
| Ventilator | fördert die Umgebungsluft | 200 bis 500 m³/h |
Wichtig zur Abgrenzung: Eine Brauchwasserwärmepumpe deckt nur das Trinkwarmwasser. Sie ersetzt keine Heizung. Wer eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser sucht, braucht eine größere Heizungswärmepumpe mit separatem Speicher. Details dazu und zum Verbrauch einer solchen Anlage stehen in unserem Ratgeber Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe.
Standort: warum der Keller ideal ist
Die Warmwasser-Wärmepumpe zieht ihre Energie aus der Umgebungsluft. Je wärmer die Luft am Aufstellort, desto höher der COP und desto niedriger der Stromverbrauch. Deshalb ist ein Keller oder Hauswirtschaftsraum mit vorhandener Abwärme der ideale Standort. Eine alte Gastherme, ein Wäschetrockner, Gefriertruhen oder einfach das Erdreich halten den Raum ganzjährig auf 10 bis 18 Grad und liefern damit gratis die Wärmequelle.
Als Nebeneffekt kühlt und entfeuchtet das Gerät den Aufstellraum. Es zieht Feuchtigkeit aus der Luft, die als Kondensat abläuft. In einem feuchten Keller ist das ein echter Vorteil, denn die Wärmepumpe arbeitet nebenbei wie ein Luftentfeuchter und senkt das Risiko von Stockflecken und muffiger Luft. Der Aufstellraum sollte mindestens rund 20 Kubikmeter Luftvolumen haben, damit dem Gerät nicht die Wärme ausgeht und der Raum nicht zu stark auskühlt.
| Aufstellort | Lufttemperatur | Eignung |
|---|---|---|
| Keller mit Abwärme (Heizung, Trockner) | 12 bis 20 Grad | ideal, hoher COP |
| Unbeheizter Keller | 8 bis 14 Grad | gut, COP etwas niedriger |
| Hauswirtschaftsraum im Wohnbereich | 18 bis 22 Grad | hoher COP, aber Raum kühlt aus |
| Garage, Außenwand | 0 bis 10 Grad im Winter | grenzwertig, Abluftführung prüfen |
Fällt die Ansauglufttemperatur dauerhaft unter etwa 5 bis 7 Grad, schalten viele Geräte auf den elektrischen Heizstab um, weil der Wärmepumpenbetrieb dann nicht mehr sinnvoll ist. In einem frostgefährdeten Raum verliert das Gerät also seinen Vorteil.
Luftführung: Umluft oder Abluft
Wie das Gerät die Luft nutzt, lässt sich über Kanäle steuern. Man unterscheidet drei Betriebsarten, die sich auch mischen lassen. Die Wahl entscheidet darüber, welchem Raum die Kühlung zugutekommt und ob im Winter die Kälte draußen bleibt.
- Umluftbetrieb: Das Gerät saugt Kellerluft an und bläst die gekühlte Luft in denselben Raum zurück. Einfachste Lösung, entfeuchtet den Keller, ohne Rohre.
- Abluftbetrieb: Die abgekühlte Luft wird über ein Rohr nach außen oder in einen anderen Raum geführt. Sinnvoll, wenn der Aufstellraum nicht weiter auskühlen soll.
- Zuluft und Abluft: Warme Luft wird von außen oder aus einem warmen Raum angesaugt und die kalte Luft nach außen abgeführt. Im Sommer nutzbar, um zusätzlich zu kühlen.
Für die Kanäle gelten Grenzen: Jeder Meter Rohr und jeder Bogen kostet Förderleistung, weshalb die Hersteller die maximale Kanallänge und den zulässigen Durchmesser vorgeben. Wer die Abluft der Warmwasser-Wärmepumpe nach außen führt, sollte an ein Insektengitter und im Winter an den Frostschutz des Ansaugwegs denken.
Temperatur und Legionellen nach DVGW W 551
Warmwasser ist ein hygienisches Thema. In stehendem, lauwarmem Wasser können sich Legionellen vermehren, Bakterien, die beim Einatmen feiner Wassertröpfchen eine Lungenentzündung auslösen können. Das technische Regelwerk DVGW W 551 gibt deshalb Temperaturen vor, die das Wachstum unterbinden.
| Temperatur im Speicher | Wirkung auf Legionellen | Bewertung |
|---|---|---|
| 25 bis 45 Grad | optimales Wachstum | zu vermeiden |
| 50 Grad | Vermehrung stark gebremst | Mindestwert Alltag |
| 60 Grad | Legionellen sterben ab | Sollwert DVGW W 551 |
| über 70 Grad | Absterben in Sekunden | selten nötig, ineffizient |
Für den Alltag genügt eine Speichertemperatur von 50 bis 55 Grad, die die Wärmepumpe effizient schafft. Um die von DVGW W 551 empfohlenen 60 Grad periodisch zu erreichen, fährt das Gerät in festgelegten Abständen eine Legionellenschaltung, meist einmal pro Woche. Da der COP zur 60-Grad-Marke hin sinkt, springt hierfür oft der elektrische Heizstab ein. In Einfamilienhäusern mit kleinem Speicher ist die strikte Pflicht zwar entschärft, die periodische Aufheizung bleibt aber sinnvoll.
Speichergröße: 150, 200 oder 300 Liter
Die Speichergröße bestimmt, wie viele Personen komfortabel duschen können, ohne dass das Wasser kalt wird, bevor die Wärmepumpe nachheizt. Als Faustregel rechnet man mit 50 bis 80 Litern pro Person, je nach Duschverhalten. Ein zu kleiner Speicher zwingt den Heizstab zum Nachhelfen, ein zu großer verursacht unnötige Bereitschaftsverluste.
| Speichergröße | Passt für | Anmerkung |
|---|---|---|
| 100 bis 150 Liter | 1 bis 2 Personen | kompakt, für kleine Haushalte oder als Zusatz |
| 200 Liter | 2 bis 3 Personen | gängige Mittelklasse |
| 300 Liter | 3 bis 5 Personen | der meistverkaufte Standard im Einfamilienhaus |
| über 300 Liter | große Haushalte | hoher Stellplatzbedarf, mehr Verluste |
Die meistgesuchte Klasse ist die Warmwasser-Wärmepumpe mit 300 l, weil sie den typischen Vierpersonenhaushalt abdeckt und morgens genug Reserve für mehrere Duschgänge hintereinander hat. Für ein bis zwei Personen genügt oft ein 150- oder 200-Liter-Gerät. Wer nur einen klassischen Speicher ohne Wärmepumpe sucht, findet die Grundlagen in unseren Ratgebern zum Warmwasserspeicher mit 200 Liter und zum Warmwasserspeicher mit Heizstab.
Stromverbrauch und COP
Der Stromverbrauch der Warmwasser-Wärmepumpe ergibt sich aus dem Warmwasserbedarf geteilt durch den COP. Ein Beispiel: Ein Vierpersonenhaushalt braucht etwa 2.000 bis 2.500 kWh Wärme im Jahr für Warmwasser. Bei einem COP von 3,2 sind das rund 650 bis 800 kWh Strom. Zum Vergleich müsste ein reiner Heizstab die volle Wärmemenge als Strom aufbringen.
| Erzeugungsart | Jahresstrom für 2.200 kWh Warmwasser | Stromkosten bei 0,32 €/kWh |
|---|---|---|
| Elektroheizstab (COP 1) | rund 2.200 kWh | rund 700 € |
| Warmwasser-Wärmepumpe (COP 3,2) | rund 690 kWh | rund 220 € |
| Warmwasser-Wärmepumpe mit PV-Anteil | rund 690 kWh, davon PV | deutlich unter 220 € |
Der reale COP hängt von der Lufttemperatur ab. In einem warmen Technikraum bei 18 Grad erreichen gute Geräte im Jahresmittel eine Arbeitszahl über 3, in einem kalten Keller bei 8 Grad eher 2,5 bis 3. Achten Sie im Datenblatt darauf, bei welcher Lufttemperatur und Zieltemperatur der COP angegeben ist, denn ein COP bei 20 Grad Luft und 45 Grad Wasser sieht auf dem Papier besser aus als im Winterbetrieb.
Kombination mit PV-Überschuss
Die Warmwasser-Wärmepumpe passt hervorragend zu einer Photovoltaikanlage. Weil das Gerät das Wasser langsam über Stunden auf Vorrat erwärmt, lässt sich der Aufheizzyklus per Zeitprogramm in die Mittagsstunden legen, wenn die PV-Anlage den meisten Überschuss liefert. Der Speicher wirkt dann wie eine thermische Batterie: Er nimmt Solarstrom auf, der sonst für wenige Cent ins Netz ginge.
- Zeitprogramm: Aufheizfenster auf 10 bis 16 Uhr legen, statt nachts zum teuren Netzstrom.
- PV-Signal: Höherwertige Geräte nehmen ein Freigabesignal vom Wechselrichter oder Energiemanager entgegen und starten bei Überschuss.
- Überhöhung: Bei viel Überschuss darf der Speicher auf 60 bis 65 Grad geladen werden, um mehr Solarenergie zu puffern.
Die Frage, ob ein Zeitprogramm für die Warmwasser-Wärmepumpe sinnvoll ist, lässt sich also klar beantworten: Mit PV auf jeden Fall, weil es den Eigenverbrauch erhöht. Ohne PV kann ein Nachtfenster mit günstigem Tarif ebenfalls Sinn ergeben, sonst ist ein durchgehender Bedarfsbetrieb einfacher.
Vergleich gegen Heizstab und Gas
Jetzt die ehrliche Rechnung. Eine Warmwasser-Wärmepumpe kostet in Anschaffung und Montage meist 2.000 bis 3.500 Euro. Ein reiner elektrischer Warmwasserspeicher mit Heizstab liegt bei einem Bruchteil davon. Der Vorteil der Wärmepumpe steckt allein in den Betriebskosten, und der muss die Mehrkosten über die Jahre wieder einspielen.
| System | Anschaffung | Jahresstrom/Brennstoff | Laufende Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Speicher mit Heizstab | gering | rund 2.200 kWh Strom | rund 700 € |
| Warmwasser-Wärmepumpe | 2.000 bis 3.500 € | rund 690 kWh Strom | rund 220 € |
| Gas-Warmwasser (Kessel im Sommer) | vorhanden | rund 2.600 kWh Gas | rund 260 € plus Bereitschaftsverluste |
Gegen den Heizstab spart die Wärmepumpe im Beispiel rund 480 Euro pro Jahr. Bei 2.500 Euro Mehrkosten amortisiert sie sich damit in gut fünf Jahren, bei niedrigeren Strompreisen langsamer, bei höheren schneller. Gegen einen bestehenden Gaskessel ist die Rechnung enger: Hier gewinnt die Wärmepumpe vor allem im Sommer, wenn der Kessel sonst nur für Warmwasser laufen und dabei mit schlechtem Wirkungsgrad takten würde. Wer eine grobe Vorstellung der laufenden Stromkosten sucht, findet Rechenwege im Ratgeber Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine konkreten Produktpreise. Die genannten Beträge sind gerundete Rechenbeispiele bei einem Strompreis von 0,32 Euro je Kilowattstunde und ersetzen keine individuelle Kalkulation.
Typische Fehler
1. Das Gerät in einen zu kalten oder zu kleinen Raum stellen
Steht die Brauchwasserwärmepumpe in einem winzigen, unbeheizten Raum, kühlt sie die Luft schnell aus und arbeitet fortan mit schlechtem COP oder schaltet auf den Heizstab. Mindestens rund 20 Kubikmeter Luftvolumen und Temperaturen über 8 bis 10 Grad sind die Grundlage für den versprochenen Wirkungsgrad.
2. Speicher zu klein wählen
Ein 150-Liter-Gerät im Vierpersonenhaushalt ist morgens nach der zweiten Dusche leer. Dann heizt der Heizstab mit COP 1 nach, und der Effizienzvorteil ist dahin. Rechnen Sie 50 bis 80 Liter pro Person und wählen Sie im Zweifel die nächstgrößere Stufe.
3. Die Legionellenschaltung deaktivieren, um Strom zu sparen
Die periodische Aufheizung auf 60 Grad ist kein Komfort, sondern Hygiene nach DVGW W 551. Wer sie abschaltet, riskiert Legionellenwachstum im lauwarmen Speicher. Die paar Kilowattstunden pro Aufheizung sind gut investiert.
4. Erwarten, dass sie die Heizung ersetzt
Eine Warmwasser-Wärmepumpe macht nur Warmwasser. Sie hat weder die Leistung noch die Anbindung, um Heizkörper oder eine Fußbodenheizung zu versorgen. Wer Heizung und Warmwasser will, braucht eine Heizungswärmepumpe, kein Brauchwassergerät.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- COP von 3 bis 3,5 senkt den Warmwasser-Stromverbrauch auf rund ein Drittel gegenüber einem Heizstab
- Entfeuchtet und kühlt den Aufstellraum, ein Vorteil im feuchten Keller
- Einfache Nachrüstung, unabhängig vom bestehenden Heizsystem
- Passt ideal zur PV-Anlage, weil der Speicher Solarüberschuss puffert
- Vermeidet den ineffizienten Sommerbetrieb eines Gaskessels nur für Warmwasser
✕ Nachteile
- Höhere Anschaffung als ein simpler Speicher mit Heizstab, Amortisation über mehrere Jahre
- Braucht einen geeigneten Raum mit ausreichend Luftvolumen und Temperatur über 8 bis 10 Grad
- Für die 60-Grad-Legionellenschaltung ist meist der Elektroheizstab nötig, der den COP drückt
- Betriebsgeräusch von 45 bis 55 dB(A), nahe an Wohnräumen störend
- Deckt ausschließlich Warmwasser, keine Raumheizung
Fazit
Warmwasser-Wärmepumpe: effizient, wenn der Standort passt
Eine Brauchwasserwärmepumpe senkt den Warmwasser-Stromverbrauch auf etwa ein Drittel gegenüber einem Heizstab und nutzt dabei kostenlos die Abwärme eines Kellers. Steht ein geeigneter Raum bereit und idealerweise eine PV-Anlage, ist sie eine der wirtschaftlichsten Einzelmaßnahmen.
Wählen Sie die Speichergröße nach Haushalt (50 bis 80 Liter pro Person), stellen Sie das Gerät in einen frostfreien Raum mit Abwärme und lassen Sie die Legionellenschaltung nach DVGW W 551 aktiv. Gegen einen reinen Heizstab rechnet sich die Anschaffung in wenigen Jahren, gegen einen Gaskessel vor allem im Sommer. Ohne geeigneten Aufstellraum verliert das Konzept dagegen seinen Vorteil.
Weiterführende Links und Quellen
- Warmwasserspeicher mit Heizstab, Warmwasserspeicher 200 Liter, Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe
- DVGW, Arbeitsblatt W 551 zur Trinkwarmwasserhygiene und Legionellenprophylaxe
- Umweltbundesamt, Empfehlungen zu Warmwassertemperaturen und Trinkwasserhygiene
- BAFA, Förderbedingungen für effiziente Heizungs- und Warmwassertechnik
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Ist eine wärmepumpe für warmwasser sinnvoll?
In den meisten Fällen ja. Eine Warmwasser-Wärmepumpe braucht für dieselbe Wassermenge nur etwa ein Drittel des Stroms eines reinen Heizstabs, weil sie mit einem COP von 3 bis 3,5 arbeitet. Sinnvoll ist sie vor allem dort, wo ein Keller oder Technikraum mit Abwärme vorhanden ist. In einer beheizten Wohnung ohne solchen Raum fällt der Vorteil kleiner aus.
Wie viel grad schafft eine wärmepumpe beim warmwasser?
Die Wärmepumpe allein erreicht im Speicher meist 55 bis 60 Grad. Für die tägliche Nutzung reichen 50 bis 55 Grad völlig aus. Höhere Temperaturen kosten Effizienz, weil der COP mit steigender Zieltemperatur sinkt. Die gesetzlich geforderten 60 Grad zur Legionellenprophylaxe übernimmt bei vielen Geräten der elektrische Heizstab in einem periodischen Aufheizzyklus.
Wie lange braucht eine warmwasser wärmepumpe zum aufheizen?
Für einen 300-Liter-Speicher von etwa 15 auf 55 Grad rechnet man je nach Modell und Lufttemperatur mit rund 6 bis 9 Stunden. Die Wärmepumpe heizt bewusst langsam, weil das effizient ist. Deshalb betreibt man das Gerät meist über Nacht oder, bei PV, über die Mittagsstunden und nicht auf Zuruf kurz vor dem Duschen.
Wie hoch ist der stromverbrauch einer warmwasser wärmepumpe pro tag?
Ein Zwei- bis Vierpersonenhaushalt verbraucht für das Warmwasser rund 1,5 bis 2,5 kWh am Tag, über das Jahr etwa 500 bis 900 kWh. Der genaue Wert hängt von Warmwasserverbrauch, Zieltemperatur und Lufttemperatur am Aufstellort ab. Ein kühler Keller senkt den COP und erhöht den Verbrauch, ein warmer Technikraum senkt ihn.
Kann eine warmwasser wärmepumpe ohne speicher arbeiten?
Nein. Das Prinzip beruht auf dem Speicher. Die Wärmepumpe hat eine kleine Leistung von meist 0,3 bis 0,8 kW und heizt das Wasser über Stunden auf Vorrat. Für die spontane, hohe Leistung eines Durchlauferhitzers ist sie viel zu schwach. Wer Warmwasser ohne Speicher direkt beim Zapfen erzeugen will, braucht einen Durchlauferhitzer, keine Brauchwasserwärmepumpe.
Welche speichergröße braucht eine warmwasser wärmepumpe?
Als Faustregel gelten 50 bis 80 Liter pro Person. Für einen Zweipersonenhaushalt reichen oft 150 bis 200 Liter, für vier Personen sind 250 bis 300 Liter sinnvoll. Ein zu kleiner Speicher zwingt die Wärmepumpe zum häufigen Takten oder den Heizstab zum Nachheizen, ein zu großer kostet unnötig Stellplatz und Bereitschaftsverluste.
Kühlt eine brauchwasserwärmepumpe den keller ab?
Ja, das ist prinzipbedingt. Das Gerät entzieht der Raumluft Wärme und gibt gekühlte, entfeuchtete Luft zurück. In einem feuchten Keller ist das ein willkommener Nebeneffekt, weil die Luftfeuchte sinkt. In einem Keller, der zugleich als Wohn- oder Hobbyraum dient, kann die Abkühlung um wenige Grad dagegen stören.
Wie laut ist eine warmwasser wärmepumpe?
Die meisten Geräte liegen bei 45 bis 55 dB(A) in einem Meter Abstand, vergleichbar mit einem Kühlschrank bis leisen Gespräch. Im Keller oder Hauswirtschaftsraum stört das kaum. Steht das Gerät nahe an einem Schlafzimmer oder einer dünnen Wand, sollten Sie auf den Schalldruck laut Datenblatt achten und einen Aufstellort mit etwas Abstand wählen.
Ersetzt eine warmwasser wärmepumpe die heizung?
Nein. Eine Brauchwasserwärmepumpe macht ausschließlich Warmwasser. Die Raumheizung übernimmt weiterhin Ihr bestehendes System, etwa Gas, eine Heizungswärmepumpe oder eine Elektroheizung. Wer Heizung und Warmwasser zusammen mit einer Wärmepumpe abdecken will, braucht eine größere Heizungswärmepumpe mit angeschlossenem Speicher, kein Brauchwassergerät.
Lohnt sich eine warmwasser wärmepumpe im sommer?
Besonders dann. Wenn im Sommer nur Warmwasser gebraucht wird und die Gasheizung eigentlich stillstehen könnte, vermeidet die Brauchwasserwärmepumpe den ineffizienten Sommerbetrieb des Kessels. In Kombination mit einer PV-Anlage nutzt sie tagsüber den Solarüberschuss und macht das Warmwasser dann nahezu kostenlos.