Warmwasserspeicher mit Heizstab: Leistung, Einbau und PV-Überschuss richtig nutzen
Ein Warmwasserspeicher mit Heizstab ist die einfachste Art, Trinkwasser unabhängig vom Heizkessel warm zu bekommen. Ein Rohrheizkörper ragt in das Speicherwasser, ein Thermostat schaltet ihn bei Unterschreiten der Solltemperatur ein, ein Sicherheitstemperaturbegrenzer trennt ihn im Fehlerfall dauerhaft ab. Mehr Technik steckt nicht dahinter, und genau darin liegt Stärke und Schwäche zugleich.
Dieser Ratgeber rechnet nach, was ein Heizstab wirklich leistet: welche Leistungsklasse zu welcher Speichergröße passt, wie lange 120, 200, 300 oder 500 Liter tatsächlich brauchen, wann ein Elektrofachbetrieb zwingend ist, wie sich PV-Überschuss sinnvoll verwerten lässt, und warum die 60-Grad-Regel gegen Legionellen jede reine Sonnenstrom-Strategie einschränkt.
Was ein Heizstab ist und welche Leistungsklassen es gibt
Ein Warmwasserspeicher mit Heizstab besteht aus drei Bauteilen, die man verstehen muss: dem Rohrheizkörper selbst, einem verstellbaren Thermostat und einem Sicherheitstemperaturbegrenzer. Der Heizkörper ist ein Widerstandsdraht in einem Rohr aus Edelstahl oder Kupfer, meist mit einer Inconel- oder Emailbeschichtung gegen Korrosion. Er sitzt im unteren oder mittleren Drittel des Speichers und erwärmt das Wasser direkt.
Das Thermostat misst über einen Fühler im Schutzrohr und schaltet die Heizung ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Der Sicherheitstemperaturbegrenzer, kurz STB, ist die zweite, unabhängige Ebene: Er trennt bei rund 95 Grad hart ab und muss danach von Hand entriegelt werden. Ein Heizstab ohne STB gehört nicht in einen Trinkwasserspeicher, denn ohne ihn kann bei defektem Thermostat der Speicher bis zum Ansprechen des Sicherheitsventils aufheizen.
Ein Heizstab für Warmwasserspeicher arbeitet mit einem Wirkungsgrad von praktisch 100 Prozent. Das klingt gut, ist aber nur die halbe Wahrheit: Es bedeutet lediglich, dass aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme wird. Jede Wärmepumpe macht aus derselben Kilowattstunde drei. Der Heizstab ist deshalb technisch simpel und betriebswirtschaftlich teuer.
| Leistung | Netzanschluss | Stromaufnahme | Absicherung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 1,5 kW | 230 V, 1-phasig | 6,5 A | B16, 1-polig | Kleinspeicher 80 bis 120 l, PV-Überschuss |
| 2,0 kW | 230 V, 1-phasig | 8,7 A | B16, 1-polig | 120 bis 200 l, Ferienhaus |
| 3,0 kW | 230 V, 1-phasig | 13,0 A | B16, Festanschluss | 200 bis 300 l, häufigste Nachrüstgröße |
| 4,5 kW | 400 V, 3-phasig | 6,5 A je Phase | B16, 3-polig | 300 bis 400 l, Notheizung im Wärmepumpensystem |
| 6,0 kW | 400 V, 3-phasig | 8,7 A je Phase | B16, 3-polig | 400 bis 500 l, schnelle Aufheizung |
Die Stromaufnahme ist reine Rechnung: einphasig I = P ÷ 230 V, dreiphasig I = P ÷ (1,73 × 400 V). Bei 3 kW an 230 Volt fließen 13 Ampere, das ist für eine Schuko-Steckdose im Dauerbetrieb zu viel. Deshalb sind 3-kW-Stäbe in der Praxis fest angeschlossen. Viele dreiphasige Stäbe lassen sich in Stufen schalten, etwa 2 / 4 / 6 kW, was für die PV-Nutzung sehr nützlich ist.
Einbau und elektrischer Anschluss: Gewinde, Flansch, 230 oder 400 Volt
Einschraubheizstab mit G 1 1/2 Zoll
Das mit Abstand häufigste Maß in deutschen Trinkwasserspeichern ist die Muffe G 1 1/2 Zoll, die manche Hersteller auch als G 6/4 Zoll bezeichnen. Es ist dasselbe Gewinde. Daneben kommen G 1 Zoll und G 1 1/4 Zoll vor, vor allem bei kleinen Wandspeichern bis 120 Liter. Achten Sie neben dem Gewinde auf zwei weitere Maße: die Einbaulänge des Heizrohrs, damit es nicht am gegenüberliegenden Speicherblech ansteht, und die Bauform der Anschlussdose, damit die Speicherisolierung noch schließt.
Flanschheizstab für große Speicher
Speicher ab etwa 200 Liter besitzen fast immer einen Reinigungs- oder Inspektionsflansch. Auf diesem lässt sich ein Flanschheizstab montieren, oft mit deutlich höherer Leistung als beim Einschraubtyp. Wichtig: Für diese Flansche gibt es kein einheitliches Normmaß. Durchmesser, Lochkreis und Lochzahl unterscheiden sich zwischen Herstellern und sogar zwischen Baureihen. Wer einen Heizstab für Buderus Warmwasserspeicher oder für ein Gerät von Viessmann, Vaillant oder Wolf sucht, bestellt am sichersten den vom Speicherhersteller freigegebenen Stab samt passender Dichtung. Wir nennen dabei bewusst keine Modellnummern, weil sich die Baureihen jährlich ändern.
Wer den Anschluss machen darf
Der hydraulische Einbau ist Sanitärarbeit und in Eigenleistung möglich, wenn Sie den Speicher sicher entleeren und die Trinkwasserhygiene wahren. Der elektrische Festanschluss ist es nicht: Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an der festen Elektroinstallation nur von einem Betrieb ausgeführt werden, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Für den Heizstab gelten dabei konkret:
- DIN VDE 0100-701: Anforderungen an Räume mit Badewanne oder Dusche, relevant bei Speichern im Bad.
- DIN VDE 0100-540: Einbeziehung des Heizstabs in den Schutzpotentialausgleich, besonders wichtig bei Kunststoffrohren.
- DIN VDE 0100-600: Erstprüfung und Prüfprotokoll nach dem Anschluss.
- VDE-AR-N 4100 (TAB Niederspannung): Anmeldung beim Netzbetreiber, dreiphasige Geräte müssen symmetrisch angeschlossen werden.
Ein Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA ist bei neuen Stromkreisen ohnehin vorgeschrieben und bei einem Gerät, das mit Wasser in Berührung kommt, nicht verhandelbar. Ein reiner Warmwasser-Heizstab ist übrigens keine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Wird der Stab dagegen als Zusatz- oder Notheizung einer Wärmepumpenanlage betrieben, fällt er zusammen mit dieser Anlage unter die Regelung.
Speichergrößen von 120 bis 500 Liter
Die Speichergröße bestimmt drei Dinge: den Komfort bei Gleichzeitigkeit, den Energiebedarf je Aufheizvorgang und die Bereitschaftsverluste. Die Verluste laufen 8.760 Stunden im Jahr und werden fast immer unterschätzt. Sie stehen auf dem EU-Energielabel nach Verordnung (EU) 812/2013, dort trägt jeder Warmwasserspeicher eine Klasse von A+ bis F und einen Warmhalteverlust in Watt.
| Speicher | Personen | Energie für 40 K | Bereitschaftsverlust | Verlust pro Jahr | Passende Heizstableistung |
|---|---|---|---|---|---|
| 120 l | 1 bis 2 | 5,6 kWh | 1,0 bis 1,5 kWh/24 h | 365 bis 550 kWh | 1,5 bis 2 kW |
| 160 l | 2 bis 3 | 7,4 kWh | 1,2 bis 1,7 kWh/24 h | 440 bis 620 kWh | 2 bis 3 kW |
| 200 l | 2 bis 3 | 9,3 kWh | 1,3 bis 1,9 kWh/24 h | 470 bis 700 kWh | 2 bis 3 kW |
| 300 l | 3 bis 5 | 13,9 kWh | 1,7 bis 2,4 kWh/24 h | 620 bis 880 kWh | 3 bis 4,5 kW |
| 400 l | 4 bis 6 | 18,6 kWh | 2,0 bis 2,8 kWh/24 h | 730 bis 1.020 kWh | 4,5 bis 6 kW |
| 500 l | 5 bis 8 | 23,2 kWh | 2,4 bis 3,2 kWh/24 h | 880 bis 1.170 kWh | 6 kW |
Ein Warmwasserspeicher 500 Liter mit Heizstab verliert also im ungünstigen Fall mehr Energie in die Umgebung, als ein Zweipersonenhaushalt an Warmwasser überhaupt benötigt. Die Regel lautet deshalb: so groß wie nötig, nicht so groß wie möglich. Wer nur PV-Überschuss speichern will, hat einen Grund für den größeren Speicher, denn er ist der eigentliche Puffer. Wer den Stab mit Netzstrom betreibt, sollte klein bleiben. Wie die Größen im Detail zueinander stehen, zeigen unsere Vergleiche zum 200-Liter-Speicher und zum 120-Liter-Speicher.
Achten Sie auf die Dämmstärke. 50 mm PU-Schaum sind heute das Minimum, 80 bis 100 mm sind gut, und nur mit Vakuumdämmung erreichen Speicher die Klasse A oder A+. Ein nachträglich aufgelegter Dämmmantel bringt vor allem an Speichern älterer Bauart mit 30 bis 40 mm Dämmung noch spürbar etwas. Vergessen Sie dabei die Anschlussleitungen nicht: Ungedämmte Anschlussstutzen wirken als Wärmebrücke und über eine Schwerkraftzirkulation im Rohr laufen die Verluste weiter, wenn keine Thermosiphon-Schleife eingebaut ist.
Aufheizzeit und Strombedarf berechnen
Die Rechnung ist einfach und stimmt immer, weil sie nur auf der Wärmekapazität von Wasser beruht. Sie brauchen 1,16 Wattstunden, um ein Liter Wasser um ein Kelvin zu erwärmen:
- Energie: Liter × Temperaturdifferenz in Kelvin × 1,16 ÷ 1000 = Kilowattstunden
- Zeit: Kilowattstunden ÷ Heizstableistung in Kilowatt = Stunden
- Beispiel: 200 l von 15 auf 55 Grad, also 40 K: 200 × 40 × 1,16 ÷ 1000 = 9,28 kWh. Mit 3 kW dauert das 3,1 Stunden.
- Kosten: 9,28 kWh × 0,35 €/kWh = 3,25 Euro für eine volle Speicherladung mit Netzstrom.
| Speicher | Energie (40 K) | 1,5 kW | 2 kW | 3 kW | 4,5 kW | 6 kW |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 120 l | 5,6 kWh | 3,7 h | 2,8 h | 1,9 h | 1,2 h | 0,9 h |
| 150 l | 7,0 kWh | 4,6 h | 3,5 h | 2,3 h | 1,5 h | 1,2 h |
| 200 l | 9,3 kWh | 6,2 h | 4,6 h | 3,1 h | 2,1 h | 1,5 h |
| 300 l | 13,9 kWh | 9,3 h | 7,0 h | 4,6 h | 3,1 h | 2,3 h |
| 400 l | 18,6 kWh | 12,4 h | 9,3 h | 6,2 h | 4,1 h | 3,1 h |
| 500 l | 23,2 kWh | 15,5 h | 11,6 h | 7,7 h | 5,2 h | 3,9 h |
Zwei Korrekturen zur Tabelle. Erstens: Während des Aufheizens verliert der Speicher bereits wieder Wärme, rechnen Sie 10 Prozent Zuschlag, in einem kalten Keller eher 15 Prozent. Zweitens: Ein Heizstab im unteren Speicherdrittel erwärmt den gesamten Inhalt, ein Stab im oberen Drittel nur den darüberliegenden Teil. Letzteres ist bei PV-Nutzung oft gewollt, weil so nach einer Stunde schon Duschwasser bereitsteht, ohne dass der ganze Speicher geladen sein muss.
Die Tabelle macht auch deutlich, warum ein Warmwasserspeicher 400 Liter mit Heizstab an einem 1,5-kW-Stab keine gute Idee ist. Über 12 Stunden Aufheizzeit bedeuten, dass Sie an einem normalen Wintertag mit vier Sonnenstunden niemals eine volle Ladung schaffen.
Heizstab mit PV-Anlage: Überschuss statt Einspeisung
Der häufigste Grund für die Nachrüstung ist heute die eigene Photovoltaikanlage. Ein Heizstab für den Warmwasserspeicher an der PV-Anlage verwertet Strom, der sonst für 6 bis 8 Cent ins Netz ginge. Die entscheidende Frage ist nicht, ob das funktioniert, sondern ob es die beste Verwendung für diese Kilowattstunde ist.
| Verwendung von 1 kWh PV-Überschuss | Gegenwert | Bewertung |
|---|---|---|
| Einspeisung ins Netz | 6 bis 8 ct | Basisfall, je nach Inbetriebnahmedatum |
| Heizstab, ersetzt Gas (90 % Nutzungsgrad) | 12 bis 15 ct | klarer Gewinn gegenüber Einspeisung |
| Heizstab, ersetzt Heizöl | 10 bis 14 ct | ähnlich, abhängig vom Ölpreis |
| Brauchwasserwärmepumpe, JAZ 3 | 35 bis 45 ct | dreifacher Ertrag aus derselben Kilowattstunde |
| Haushaltsstrom direkt ersetzen | 30 bis 40 ct | immer zuerst bedienen |
Die Reihenfolge ist damit vorgegeben: erst Haushaltslasten, dann Wärmepumpe oder Auto, und erst danach der Heizstab. Wer ein E-Auto hat, sollte den Überschuss zuerst dorthin lenken, wie wir im Ratgeber zum Überschussladen mit der Wallbox vorrechnen. Der Heizstab ist der letzte Verbraucher in der Kette, nicht der erste. Danach ist er allerdings besser als jede Einspeisung.
Stufenlose Regelung oder einfaches Relais
Ein simpler Überschussschalter braucht die volle Heizstableistung als Überschuss, bevor er einschaltet. Bei einem 3-kW-Stab passiert das an einem durchschnittlichen Apriltag nur wenige Stunden. Ein Leistungssteller regelt dagegen stufenlos ab etwa 100 Watt und folgt der Wolkenlage. Der Mehrpreis lohnt sich fast immer. Achten Sie darauf, dass das Gerät die EMV-Anforderungen erfüllt, denn phasenanschnittgesteuerte Regler können Netzrückwirkungen erzeugen. Dreiphasige Stäbe mit Stufenschaltung 2 / 4 / 6 kW sind die robuste, günstige Zwischenlösung.
Zur Dimensionierung: Erst ab etwa 7 kWp fällt genug Mittagsüberschuss an, um einen 300-Liter-Speicher regelmäßig zu füllen. Was eine Anlage dieser Größe liefert, zeigt unsere Auswertung zur 10-kW-Solaranlage. Rechnen Sie realistisch mit 800 bis 1.400 kWh Verlagerung im Jahr, also 40 bis 90 Euro Vorteil gegenüber der Einspeisung.
Kombination mit Gastherme, Ölheizung, Pellets und Wärmepumpe
Ein Heizstab ist selten die einzige Wärmequelle. In den meisten Fällen sitzt er als zweiter Wärmeerzeuger in einem Speicher, der bereits an einem Kessel hängt. Der Nutzen hängt stark davon ab, welcher Kessel das ist.
| Wärmeerzeuger | Rolle des Heizstabs | Sinnvoll? |
|---|---|---|
| Gastherme oder Gas-Brennwerttherme mit Speicher | Sommerbetrieb, PV-Überschuss | ja, wenn PV vorhanden |
| Gas-Brennwertkessel | Ersatzheizung bei Kesselstörung | bedingt, als Notreserve |
| Ölheizung oder Öl-Brennwertkessel | Kessel im Sommer ganz abschalten | ja, spart Takt- und Bereitschaftsverluste |
| Pelletheizung mit Puffer- und Warmwasserspeicher | Warmwasser im Sommer ohne Kesselstart | ja, verhindert ineffiziente Kurzläufe |
| Solarthermie, bivalenter Speicher | Nachheizung an trüben Tagen | bedingt, teurer als Kesselnachheizung |
| Luftwärmepumpe | Legionellenschaltung, Notheizung | ja, aber nie im Dauerbetrieb |
| Kein weiterer Erzeuger | einzige Wärmequelle | nur als Übergangs- oder Notlösung |
Gastherme und Gasheizung mit Warmwasserspeicher
Eine Gastherme mit Warmwasserspeicher trennt Heizen und Warmwasser sauber: Der Speicher puffert, die Therme läuft mit längeren Brennerlaufzeiten und taktet weniger. Der Heizstab kommt hier als Sommergerät ins Spiel. Wer den Kessel von Mai bis September ausschalten kann, spart dessen Bereitschaftsverluste und Zündvorgänge. Zu den Kosten: Gerätekosten für ein Brennwertgerät mit separatem Speicher liegen meist bei 2.500 bis 5.000 Euro, komplett montiert eher bei 7.000 bis 12.000 Euro. Hersteller wie Viessmann, Buderus, Vaillant und Wolf bieten passende Speicher mit Flanschöffnung an, konkrete Modelle bewerten wir bewusst nicht.
Ein wichtiger regulatorischer Hinweis: Nach § 71 GEG müssen neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. In bestehenden Gebäuden hing der Termin an der kommunalen Wärmeplanung. Für Kommunen über 100.000 Einwohner ist deren Frist am 30. Juni 2026 abgelaufen. Wer dort jetzt eine reine Gasheizung einbauen will, muss die 65-Prozent-Anforderung erfüllen, etwa über eine Hybridlösung. Wie das praktisch aussieht, zeigt unser Ratgeber zur Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe. Ein Heizstab zählt dabei nicht als erneuerbarer Anteil, auch nicht mit PV.
Ölheizung, Pellets und Pufferspeicher
Bei einer Ölheizung mit Warmwasserspeicher ist der Sommerbetrieb der wunde Punkt: Ein Kessel mit 20 kW Leistung, der täglich zweimal für zehn Minuten 10 kWh Warmwasser nachlädt, arbeitet weit unterhalb seines besten Betriebspunkts. Ein Heizstab beendet das. Bei einer Pelletheizung ist der Effekt noch größer, weil jeder Kesselstart eine Zünd- und Ausbrandphase mit schlechtem Wirkungsgrad und erhöhtem Emissionsausstoß bedeutet.
Verwechseln Sie Puffer- und Trinkwasserspeicher nicht. Ein Pufferspeicher enthält Heizungswasser und darf beliebig groß sein. Ein Trinkwasserspeicher enthält Wasser, das Sie trinken, und unterliegt der Trinkwasserverordnung. Die Kombination beider gibt es als Kombispeicher (Tank-in-Tank) oder als Hygienespeicher mit innenliegendem Edelstahl-Wellrohr. Letzterer ist hygienisch die beste Lösung, weil er praktisch kein stehendes Trinkwasser bevorratet.
Warmwasserspeicher mit Solar und mit Luftwärmepumpe
Ein Warmwasserspeicher mit Solar ist bivalent aufgebaut: ein Solarregister unten, ein Nachheizregister oben, dazwischen die Schichtung. Ein Heizstab ergänzt das nur dann sinnvoll, wenn kein Kessel mehr vorhanden ist. Bei einem Warmwasserspeicher mit Luftwärmepumpe gilt eine andere Regel: Der Speicher braucht eine sehr große Registerfläche, mindestens 2,5 bis 3,0 m² bei 300 Litern, weil die Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur arbeitet. Ein Standardspeicher aus einer Gasheizung ist dafür meist zu klein dimensioniert. Details zur Auslegung finden Sie im Ratgeber zur Monoblock-Wärmepumpe.
Hinweis: Wir nennen keine Modellnummern und keine Produktpreise. Alle Kostenangaben sind Spannen für die jeweilige Geräteklasse in Deutschland, Stand Juli 2026.
Heizstab nachrüsten
Einen Heizstab im Warmwasserspeicher nachrüsten ist bei den meisten Speichern möglich, aber nicht bei allen. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:
- Freie Öffnung: Gibt es eine ungenutzte Muffe mit G 1 1/2 Zoll oder einen Reinigungsflansch? Ohne Öffnung ist der Speicher nicht nachrüstbar.
- Einbaulage: Unten heizt den gesamten Inhalt, mittig oder oben nur den oberen Teil. Für PV-Betrieb ist die obere Position oft die klügere.
- Einbaulänge: Messen Sie den Innendurchmesser. Zwischen Heizrohrende und gegenüberliegender Wand sollten mindestens 5 cm bleiben.
- Registerkollision: Bei bivalenten Speichern liegen Wärmetauscherwendeln im Weg. Hier hilft nur die Einbauzeichnung des Herstellers.
- Stromkreis: Liegt eine passende Leitung im Heizraum, oder muss ein neuer Stromkreis gezogen werden? Das ist meist der größere Kostenblock.
Der Ablauf: Speicher spannungsfrei und drucklos machen, Kaltwasserzulauf schließen, über den Entleerungshahn ablassen und dabei eine Zapfstelle öffnen, damit Luft nachströmt. Alte Blindstopfen lösen sich nach Jahren oft nur mit Erwärmung. Danach Heizstab mit neuer Dichtung einsetzen, Speicher füllen, entlüften und erst dann elektrisch anschließen lassen. Kosten: 60 bis 250 Euro für den Stab, 150 bis 400 Euro für den Elektroanschluss, bei neuem Stromkreis mit Leitungsverlegung mehr.
Prüfen Sie vorher die Alternative. Ein elektronischer Durchlauferhitzer für eine einzelne Zapfstelle kann günstiger sein, wenn nur ein Bad selten genutzt wird, und er hat keinerlei Bereitschaftsverluste.
Legionellen, Kalk und Wartung
Die 60-Grad-Regel nach DVGW W 551
Legionellen vermehren sich zwischen 25 und 45 Grad besonders stark, oberhalb von 55 Grad stellen sie das Wachstum ein, ab 60 Grad sterben sie innerhalb weniger Minuten ab. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 unterscheidet zwei Fälle:
- Kleinanlagen: Speicher bis 400 Liter und maximal 3 Liter Inhalt in jeder Leitung zwischen Erwärmer und Entnahmestelle, typisch für Ein- und Zweifamilienhäuser. Hier gibt es keine Untersuchungspflicht, 60 Grad bleiben trotzdem dringend empfohlen.
- Großanlagen: über 400 Liter Speicherinhalt oder über 3 Liter Rohrleitungsinhalt. Speicheraustritt mindestens 60 Grad, Zirkulationsrücklauf mindestens 55 Grad, also höchstens 5 Kelvin Spreizung. In vermieteten und öffentlichen Gebäuden kommt die Untersuchungspflicht nach Trinkwasserverordnung hinzu.
Für den PV-Betrieb heißt das: Wer den Speicher tagsüber nur auf 45 oder 50 Grad bringt, weil das energetisch günstiger ist, züchtet im schlechtesten Fall Legionellen. Programmieren Sie eine Legionellenschaltung, die den Speicher mindestens einmal pro Woche vollständig auf 60 Grad bringt, im Zweifel mit Netzstrom oder über den Kessel. Ein 300-Liter-Speicher braucht für einen Hub von 45 auf 60 Grad 5,2 kWh, das kostet mit Netzstrom rund 1,80 Euro pro Woche. Das ist kein Grund, darauf zu verzichten.
Kalk und Wasserhärte
Calciumcarbonat fällt oberhalb von etwa 60 Grad deutlich stärker aus. Weil ein Heizstab die heißeste Oberfläche im Speicher ist, setzt er als Erstes zu. Eine Kalkschicht wirkt als Isolierung: Der Draht im Inneren wird heißer, die Lebensdauer sinkt, im Extremfall brennt der Stab durch. Die Härtebereiche sind im Wasch- und Reinigungsmittelgesetz definiert.
| Härtebereich | Grad deutscher Härte | Verkalkungsrisiko am Heizstab | Empfohlene Kontrolle |
|---|---|---|---|
| weich | unter 8,4 °dH | gering | alle 3 bis 4 Jahre |
| mittel | 8,4 bis 14 °dH | mäßig | alle 2 bis 3 Jahre |
| hart | über 14 °dH | hoch, sichtbare Krusten nach 1 bis 2 Jahren | jährlich |
Ihren Härtegrad nennt der Wasserversorger im jährlichen Trinkwasserbericht. Bei hartem Wasser gilt: Thermostat nicht über 60 Grad stellen, einen Stab mit geringer Oberflächenbelastung wählen, also lieber ein langes Rohr mit 2 kW als ein kurzes mit 3 kW, und den Stab beim Anodenwechsel mitprüfen.
Anode und Sicherheitsbauteile
Emaillierte Speicher nach DIN 4753-3 sind auf einen kathodischen Schutz angewiesen. Die Magnesium-Opferanode nach DIN 4753-6 wird dabei planmäßig aufgezehrt und ist alle zwei Jahre zu prüfen, bei aggressivem Wasser jährlich. Ist sie zu mehr als zwei Dritteln abgetragen, wird sie getauscht. Eine Fremdstromanode arbeitet wartungsarm, braucht aber eine dauerhafte Stromversorgung. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch das Sicherheitsventil: Es muss laut DIN 1988-200 einmal jährlich angelüftet werden und darf beim Aufheizen tropfen, das ist die Ausdehnung des Wassers und kein Defekt.
Typische Fehler
1. Den Heizstab als Dauerheizung mit Netzstrom betreiben
Bei 35 bis 40 Cent je Kilowattstunde kostet Warmwasser für vier Personen schnell 700 bis 1.000 Euro im Jahr. Dieselbe Wärme liefert eine Brauchwasserwärmepumpe für ein Drittel. Der Heizstab ist ein Ergänzungs-, Sommer- oder Notgerät, keine Heizung für zwölf Monate.
2. Leistung mit Verbrauch verwechseln
Ein 6-kW-Stab verbraucht nicht mehr Strom als ein 2-kW-Stab, er ist nur dreimal schneller fertig. Der Verbrauch hängt einzig an Wassermenge und Temperaturhub. Wer die Leistung erhöht, um Geld zu sparen, hat die Rechnung nicht verstanden.
3. Thermostat auf 70 Grad drehen
Das bringt mehr nutzbare Warmwassermenge, kostet aber überproportional: Die Bereitschaftsverluste steigen mit der Temperaturdifferenz zum Raum, und der Kalkausfall am Heizstab nimmt oberhalb von 60 Grad stark zu. 60 Grad ist das Optimum aus Hygiene, Verlust und Kalk.
4. Den elektrischen Anschluss selbst machen
Ein Heizstab hängt in Trinkwasser und wird fest angeschlossen. Wer die Zuleitung selbst legt, verstößt gegen § 13 NAV, verliert im Schadensfall den Versicherungsschutz und hat kein Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600. Den Stab einschrauben dürfen Sie, verdrahten nicht.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Sehr günstig in der Anschaffung: 60 bis 250 Euro für den Stab, keine Abgasführung, keine Genehmigung
- Macht den Heizkessel im Sommer entbehrlich und spart dessen Takt- und Bereitschaftsverluste
- Verwertet PV-Überschuss mit 12 bis 15 Cent Gegenwert statt 6 bis 8 Cent Einspeisevergütung
- Nachrüstbar in fast jedem Speicher mit freier G-1-1/2-Zoll-Muffe oder Reinigungsflansch
- Zuverlässige Legionellenschaltung und Notheizung, unabhängig vom Hauptwärmeerzeuger
✕ Nachteile
- Aus 1 kWh Strom wird nur 1 kWh Wärme, eine Warmwasserwärmepumpe schafft aus derselben Kilowattstunde 3 kWh
- Mit Netzstrom bei 35 bis 40 Cent je kWh die teuerste Art der Warmwasserbereitung
- Der elektrische Festanschluss ist Pflichtaufgabe eines eingetragenen Elektrofachbetriebs, 150 bis 400 Euro
- Verkalkt bei über 14 °dH sichtbar innerhalb von ein bis zwei Jahren und braucht dann jährliche Kontrolle
- Zählt nach § 71 GEG nicht als erneuerbarer Anteil, auch nicht in Verbindung mit einer PV-Anlage
Fazit
Warmwasserspeicher mit Heizstab: starke Ergänzung, schwache Hauptheizung
Als Sommerbetrieb neben Gas-, Öl- oder Pelletkessel, als Legionellenschaltung im Wärmepumpensystem und als Abnehmer für PV-Überschuss ist der Heizstab eine der günstigsten sinnvollen Investitionen am Speicher. Als alleinige Warmwasserbereitung mit Netzstrom ist er die teuerste Lösung überhaupt.
Wählen Sie 10 bis 15 Watt je Liter Speicherinhalt, achten Sie beim Kauf auf Gewinde G 1 1/2 Zoll oder das exakte Flanschmaß Ihres Speichers und lassen Sie den Anschluss von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb herstellen. Stellen Sie das Thermostat auf 60 Grad und prüfen Sie bei hartem Wasser jährlich auf Kalk. Wenn Ihr Hauptmotiv der PV-Überschuss ist, vergleichen Sie vorher ehrlich mit einer Brauchwasserwärmepumpe: Sie kostet mehr, holt aus derselben Kilowattstunde aber das Dreifache heraus.
Weiterführende Links und Quellen
- Warmwasserspeicher 200 Liter, Warmwasserspeicher 150 Liter, Warmwasserspeicher 120 l, Durchlauferhitzer für die Dusche
- Wallbox mit Überschussladen, 10-kW-Solaranlage, Monoblock-Wärmepumpe, Hybridheizung Gas und Wärmepumpe
- DVGW-Arbeitsblatt W 551, Trinkwassererwärmungsanlagen, Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV), Untersuchungspflichten für Großanlagen zur Trinkwassererwärmung
- DIN 4753-3 und DIN 4753-6, Wassererwärmer: Emaillierung und kathodischer Korrosionsschutz
- DIN VDE 0100-540, -600 und -701 sowie VDE-AR-N 4100 (TAB Niederspannung), Anschluss ortsfester Elektrogeräte
- § 13 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), Arbeiten an der elektrischen Anlage nur durch eingetragene Betriebe
- § 71 Gebäudeenergiegesetz (GEG), 65-Prozent-Anforderung an neu eingebaute Heizungen, gekoppelt an die kommunale Wärmeplanung
- Verordnung (EU) 812/2013, Energieverbrauchskennzeichnung von Warmwasserbereitern und Warmwasserspeichern
- Umweltbundesamt, Daten zu Warmwasserbereitung und Energieverbrauch im Haushalt
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Welche Leistung braucht ein heizstab für warmwasserspeicher?
Faustregel: rund 10 bis 15 Watt je Liter Speicherinhalt. Für 120 Liter reichen 1,5 bis 2 kW, für 200 Liter sind 2 bis 3 kW üblich, für 300 Liter 3 bis 4,5 kW und für 400 bis 500 Liter 4,5 bis 6 kW. Mehr Leistung verkürzt nur die Aufheizzeit, sie senkt den Stromverbrauch nicht. Der ist allein von Wassermenge und Temperaturhub abhängig.
Kann ich einen warmwasserspeicher heizstab nachrüsten?
Ja, sofern der Speicher eine freie Muffe mit G 1 1/2 Zoll oder einen Reinigungsflansch besitzt. Bei den meisten Speichern für Gas- und Ölheizungen ist mindestens eine dieser Öffnungen vorhanden. Der Speicher muss dafür drucklos gemacht und entleert werden. Den elektrischen Anschluss darf nur ein eingetragener Elektrofachbetrieb ausführen.
Wie lange braucht ein warmwasserspeicher 300l mit heizstab zum Aufheizen?
Für 300 Liter und einen Temperaturhub von 40 Kelvin sind 13,9 kWh nötig. Ein 3-kW-Heizstab braucht dafür rund 4,6 Stunden, ein 4,5-kW-Stab etwa 3,1 Stunden und ein 6-kW-Stab rund 2,3 Stunden. Rechnen Sie etwa 10 Prozent Zuschlag für Speicherverluste während des Aufheizens, bei kaltem Heizraum eher 15 Prozent.
Braucht ein Heizstab Starkstrom?
Bis 3 kW nicht. Diese Geräte laufen einphasig an 230 Volt und ziehen maximal 13 Ampere. Ab 4,5 kW ist der dreiphasige Anschluss an 400 Volt Standard, weil die Last dann gleichmäßig auf drei Phasen verteilt wird und je Phase nur 6,5 beziehungsweise 8,7 Ampere fließen. Eine Schuko-Steckdose ist für Dauerlasten über etwa 2,3 kW keine gute Lösung.
Lohnt sich ein heizstab warmwasserspeicher pv anlage wirklich?
Wirtschaftlich ist der Gewinn überschaubar. Sie ersetzen 6 bis 8 Cent Einspeisevergütung durch eingesparten Brennstoff im Gegenwert von etwa 12 bis 15 Cent je Kilowattstunde. Bei 1.000 verlagerten Kilowattstunden im Jahr sind das 40 bis 70 Euro Ersparnis. Ein Set mit stufenloser Leistungsregelung kostet 400 bis 900 Euro und amortisiert sich damit erst nach vielen Jahren.
Warmwasserspeicher 200 l mit heizstab oder Durchlauferhitzer?
Der Speicher gewinnt, wenn mehrere Zapfstellen gleichzeitig laufen, Solarthermie oder PV eingebunden werden soll oder der Hausanschluss keine 18 bis 27 kW für einen Durchlauferhitzer hergibt. Der Durchlauferhitzer gewinnt bei seltener Nutzung, weil er keine Bereitschaftsverluste hat. Ein 200-Liter-Speicher verliert je nach Dämmung 1,3 bis 1,9 kWh pro Tag, also 470 bis 700 kWh im Jahr.
Auf welche Temperatur soll ich den Heizstab einstellen?
Stellen Sie 60 Grad ein. Unterhalb von 55 Grad vermehren sich Legionellen im Speicher, oberhalb von 60 Grad steigt der Kalkausfall stark an und die Bereitschaftsverluste wachsen. 60 Grad ist der Kompromiss, den auch das DVGW-Arbeitsblatt W 551 als Speicheraustrittstemperatur vorgibt. Der Sicherheitstemperaturbegrenzer trennt zusätzlich bei etwa 95 Grad ab.
Was kostet eine gastherme mit warmwasserspeicher?
Für ein Gas-Brennwertgerät mit separatem Speicher liegen die reinen Gerätekosten meist bei 2.500 bis 5.000 Euro, komplett montiert mit Abgasführung und Hydraulik eher bei 7.000 bis 12.000 Euro. Beachten Sie die 65-Prozent-Regel nach § 71 GEG: In Kommunen mit über 100.000 Einwohnern ist die Frist zur Wärmeplanung am 30. Juni 2026 abgelaufen, dort gilt sie jetzt für neu eingebaute Heizungen.
Passt ein Heizstab in jeden Speicher?
Nein. Sie brauchen entweder eine freie Muffe, meist G 1 1/2 Zoll, oder einen Flansch. Ein genormtes Flanschmaß gibt es nicht, Lochkreis und Durchmesser unterscheiden sich je Hersteller und Baureihe. Messen Sie vor dem Kauf nach oder bestellen Sie den vom Speicherhersteller freigegebenen Stab. Prüfen Sie außerdem die Einbaulänge, damit der Stab nicht am gegenüberliegenden Blech ansteht.
Kann ein Heizstab eine Wärmepumpe ersetzen?
Als Notheizung ja, im Dauerbetrieb nein. Ein Heizstab macht aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme, eine Warmwasserwärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3 macht daraus 3 kWh. Bei 40 Cent je Kilowattstunde Netzstrom kostet dieselbe Warmwassermenge mit Heizstab also rund dreimal so viel. Im Wärmepumpensystem ist der Heizstab nur für die Legionellenschaltung und für Ausfälle gedacht.