WÄRMEPUMPE

Zuleitung zur Wärmepumpen-Außeneinheit: Querschnitt, Erdkabel und Absicherung

Wärmepumpen-Außeneinheit auf einem Fundament neben einem Wohnhaus
Zwischen Zählerschrank und Außeneinheit liegen oft 15 bis 30 Meter Erdkabel, Foto: Pexels

Die Zuleitung Wärmepumpe Außeneinheit ist der unspektakulärste und gleichzeitig teuerste Meter der ganzen Anlage. Sie liegt im Boden, man sieht sie nie wieder, und wenn der Querschnitt zu klein gewählt wurde, merkt man das erst Jahre später an Fehlermeldungen bei minus zehn Grad, wenn Verdichter und Heizstab gleichzeitig ziehen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie der Querschnitt aus Strom und Leitungslänge tatsächlich berechnet wird, wann NYY-J genügt und wann NYCWY sinnvoll ist, wie tief das Kabel liegen muss, welche Absicherung und welcher FI-Typ zur Anlage passen und wo die Grenze zwischen Eigenleistung und Elektrofachbetrieb verläuft. Vorweg das Wichtigste: Den Graben dürfen Sie selbst ausheben, den Anschluss nicht.

Was die Zuleitung zur Außeneinheit leisten muss

Die Zuleitung Wärmepumpe Außeneinheit hat drei Aufgaben zu erfüllen, und sie hängen nur lose zusammen. Erstens muss sie den Betriebsstrom dauerhaft und ohne unzulässige Erwärmung führen. Zweitens darf der Spannungsfall über die gesamte Strecke so klein bleiben, dass der Verdichter auch im Anlauf bei tiefen Außentemperaturen genug Spannung sieht. Drittens muss der Schutz bei Kurzschluss und Fehlerstrom in der geforderten Zeit abschalten.

Der zweite Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Die Strombelastbarkeit einer Leitung ist bei kurzen Wegen das bestimmende Kriterium, bei 30, 50 oder 70 Metern Grabenlänge kippt es: Dann diktiert der Spannungsfall den Querschnitt, oft zwei Stufen über dem, was die Ampacity-Tabelle verlangt. Genau deshalb taugt keine pauschale Empfehlung, sondern nur eine Rechnung mit der konkreten Länge.

Wie hoch der Strom überhaupt ist, steht auf dem Typenschild als maximale Stromaufnahme, nicht in der Heizleistungsangabe. Eine 12-kW-Wärmepumpe zieht im Auslegungspunkt vielleicht 4 kW elektrisch, mit zugeschaltetem Heizstab aber das Dreifache. Der zweite Wert bestimmt die Leitung.

HeizleistungVerdichter elektrischHeizstabSumme max.Strom je AußenleiterÜbliche Absicherung
6 kWca. 2,0 kW3 kW5,0 kWca. 7,6 A3x16 A, C
8 kWca. 2,7 kW6 kW8,7 kWca. 13,2 A3x16 A, C
12 kWca. 4,0 kW9 kW13,0 kWca. 19,8 A3x25 A, C
16 kWca. 5,5 kW9 kW14,5 kWca. 22,0 A3x25 A, C
20 kWca. 7,0 kW9 kW16,0 kWca. 24,3 A3x32 A, C

Gerechnet ist mit 400 V, einem Leistungsfaktor von 0,95 und der Formel Strom gleich Leistung geteilt durch Wurzel drei mal Spannung mal Leistungsfaktor. Die Werte sind typische Größen, das Typenschild Ihres Geräts geht immer vor. Wer noch bei der Geräteauswahl steht, findet die Leistungsklassen in unseren Ratgebern zur Wärmepumpe mit 10 kW und zur Monoblock-Wärmepumpe.

Erdkabel NYY-J gegen NYCWY und andere Typen

NYY-J ist das Standard-Erdkabel der deutschen Hausinstallation: Kupferleiter, PVC-Aderisolierung, PVC-Außenmantel, Bemessungsspannung 0,6/1 kV, mit Schutzleiter (das J im Namen). Es darf direkt ins Erdreich, ohne Rohr, ohne zusätzlichen mechanischen Schutz. Für praktisch jede Wärmepumpe am Einfamilienhaus ist es die richtige und günstigste Wahl.

NYCWY unterscheidet sich durch einen konzentrischen wellenförmigen Kupferleiter, der die Adern umschließt. Dieser Schirm kann als PEN oder Schutzleiter dienen und wirkt gleichzeitig als elektromagnetische Abschirmung. Das ist im Hausanschlussbereich und in TN-C-Netzen relevant, im typischen Wärmepumpenkreis dahinter selten. Der Preis liegt ungefähr beim Doppelten, das Kabel ist deutlich steifer und der Anschluss aufwendiger.

KabeltypDirekt im ErdreichBesonderheitRelativer PreisFür die Wärmepumpe
NYY-JjaKupfer, PVC-Mantel, 0,6/1 kV, mit SchutzleiterReferenz 100 %Standardlösung
NYCWYjakonzentrischer Kupferleiter als Schirm oder PENca. 180-220 %nur bei Vorgabe des Netzbetreibers oder EMV-Bedarf
NAYYjaAluminiumleiter, ab ca. 25 mm² wirtschaftlichca. 50-60 %erst bei sehr langen Trassen, Klemmstellen kritisch
NYM-JneinInnenraumleitung, nicht UV-fest, nicht erdverlegbarca. 60 %nur innerhalb des Gebäudes
H07RN-FneinGummischlauchleitung, flexibel, für bewegliche Anschlüsseca. 150 %allenfalls kurze Anschlussstücke, keine feste Trasse
NYY-J im SchutzrohrjaKRSW DN 75 oder DN 110 mit ZugdrahtKabel plus 3-6 Euro je Meterempfehlenswert, macht die Leitung nachziehbar

Der wichtigste Rat zum Kabeltyp lautet daher nicht NYY-J oder NYCWY, sondern: Legen Sie ein Kabelschutzrohr mit. Ein KRSW-Rohr in DN 75 oder DN 110 mit Zugdraht kostet wenige Euro je Meter und erlaubt es, die Leitung später auszutauschen oder eine zweite nachzuziehen, ohne den Garten erneut aufzureißen. Bei Bögen gilt: möglichst wenige, großer Radius, sonst lässt sich ein steifes 5x10-Kabel nicht mehr durchziehen.

Querschnitt nach Strom und Leitungslänge

Für Drehstrom bei 400 V und einem zulässigen Spannungsfall von 3 Prozent, also 12 V, lautet die Auslegung: erforderlicher Querschnitt in mm² gleich 0,0025 mal Strom in Ampere mal einfache Leitungslänge in Metern. Der Faktor stammt aus Wurzel drei mal spezifischem Widerstand von Kupfer (0,0175 Ohm mal mm² je Meter), geteilt durch die zulässigen 12 V.

Die folgende Tabelle nennt den nächstgrößeren handelsüblichen Querschnitt. Wo die Strombelastbarkeit strenger ist als der Spannungsfall, steht dieser größere Wert.

Strom10 m20 m30 m50 m75 m100 m
16 A2,5 mm²2,5 mm²2,5 mm²2,5 mm²4 mm²6 mm²
20 A2,5 mm²2,5 mm²2,5 mm²4 mm²4 mm²6 mm²
25 A4 mm²4 mm²4 mm²4 mm²6 mm²10 mm²
32 A6 mm²6 mm²6 mm²6 mm²10 mm²10 mm²
40 A10 mm²10 mm²10 mm²10 mm²10 mm²16 mm²

Lesebeispiel: 25 A auf 50 m ergeben rechnerisch 0,0025 mal 25 mal 50 gleich 3,1 mm², also 4 mm². Auf 100 m sind es 6,3 mm², also 10 mm². Bei 16 A und 30 m stehen rechnerisch 1,2 mm², dort bestimmt die Strombelastbarkeit den Wert und die Praxis legt 2,5 mm², weil ein 1,5er Erdkabel im Rohr bei 16 A keine ausreichende Reserve hat.

Zwei Dinge kommen dazu. Erstens ist der spezifische Widerstand temperaturabhängig: Bei 70 Grad Leitertemperatur liegt er rund 20 Prozent höher als bei 20 Grad, der reale Spannungsfall unter Volllast fällt also etwas größer aus als der Tabellenwert. Zweitens gilt der Wert nur für die Zuleitung. Die Hausinstallation vom Hausanschlusskasten bis zur Unterverteilung verbraucht ebenfalls Spannungsfall, weshalb die 3 Prozent für den Kabelweg nach draußen eine sinnvolle Selbstbeschränkung sind.

Fünfadriges Erdkabel mit Kupferleitern im Anschlussbereich
Fünfadrig ist Standard: drei Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter, Foto: Pexels

Spannungsfall richtig rechnen

DIN VDE 0100-520 nennt im Beiblatt 2 als Richtwert 3 Prozent für Beleuchtungsstromkreise und 5 Prozent für sonstige Verbraucher, jeweils zwischen Übergabepunkt und Verbrauchsmittel. Für die Wärmepumpe ist das eine Obergrenze, kein Ziel. Ein Verdichter, der bei minus zwölf Grad anläuft, zieht kurzzeitig ein Vielfaches des Nennstroms, und in diesem Moment bricht die Spannung an der Klemme deutlich stärker ein als im Dauerbetrieb.

QuerschnittMax. Länge bei 16 Abei 20 Abei 25 Abei 32 A
2,5 mm²62 m49 m39 m31 m
4 mm²99 m79 m63 m49 m
6 mm²148 m119 m95 m74 m
10 mm²247 m198 m158 m124 m
16 mm²396 m317 m253 m198 m

Die Werte gelten für 400 V Drehstrom, Kupfer und 3 Prozent Spannungsfall. Bei 5 Prozent dürfen Sie die Längen mit 1,67 multiplizieren, sollten es aber nicht ausreizen. Rechnen Sie außerdem mit der echten Kabellänge inklusive Steigungen, Bögen und der Schleife im Gebäude, nicht mit der Luftlinie im Lageplan. Zwischen Luftlinie und tatsächlicher Trasse liegen im Garten schnell 30 Prozent.

Wenn eine Wärmepumpe und eine Wallbox denselben Weg nach draußen nehmen, planen Sie beide Leitungen gleichzeitig. Zwei Kabel in einem Graben kosten kaum mehr als eines, ein zweiter Graben kostet noch einmal den vollen Tiefbaupreis. Zur Auslegung der Ladeleitung finden Sie die Details im Ratgeber zum Ladekabel für die Wallbox.

Verlegearten, Verlegetiefe und Strombelastbarkeit

Die zulässige Strombelastbarkeit hängt davon ab, wie gut die Leitung ihre Verlustwärme loswird. VDE 0298-4 unterscheidet dafür Verlegearten. Frei in Luft verlegt trägt ein Kabel deutlich mehr Strom als dasselbe Kabel im Rohr in einer wärmegedämmten Wand. Erdreich liegt dazwischen und ist überraschend günstig, weil der Boden Wärme gut abführt.

QuerschnittA2: Rohr in gedämmter WandB2: Rohr auf der WandC: direkt auf der WandDirekt im ErdreichIm Rohr im Erdreich
1,5 mm²13 A15,5 A19,5 A27 A23 A
2,5 mm²17,5 A21 A26 A36 A30 A
4 mm²23 A28 A35 A47 A38 A
6 mm²29 A36 A44 A59 A48 A
10 mm²39 A50 A61 A79 A64 A
16 mm²52 A66 A82 A102 A83 A

Richtwerte für Kupfer, drei belastete Adern, 30 Grad Umgebungstemperatur in Luft und 20 Grad Erdreich bei einem spezifischen Bodenwärmewiderstand von 1 K mal m je Watt. Häufung mehrerer Kabel im selben Graben, ein trockener Sandboden oder eine Rohrverlegung reduzieren die Werte über Umrechnungsfaktoren, die der Fachbetrieb anwendet. Wer mehrere Leitungen zusammenlegt, verliert schnell 20 bis 30 Prozent Belastbarkeit.

Verlegetiefe und Grabenaufbau

  • 60 cm Regeltiefe in Garten-, Rasen- und Beetflächen.
  • 80 cm unter Wegen, Einfahrten und allen befahrenen Flächen.
  • 10 cm Sandbett unter und über dem Kabel, steinfrei, damit der Mantel nicht punktuell belastet wird.
  • Abdeckung aus Kabelabdeckhauben oder Ziegeln direkt über dem Sandbett.
  • Trassenwarnband 20 bis 30 cm über dem Kabel, damit der nächste Spatenstich rechtzeitig warnt.
  • Abstände zu Wasser-, Gas- und Telekommunikationsleitungen einhalten, Kreuzungen nur mit Schutzrohr.
  • Mauerdurchführung mit Ringraumdichtung, druckwasserdicht ausgeführt, mit Gefälle nach außen.

Der Graben ist der Punkt, an dem Eigenleistung wirklich Geld spart. Tiefbau wird je nach Boden mit grob 30 bis 80 Euro je Meter berechnet. Wer selbst baggert, spart bei 25 Metern schnell einen vierstelligen Betrag, ohne dass irgendeine Vorschrift verletzt wird. Was Sie nicht selbst machen dürfen, steht weiter unten und auch im Ratgeber zur Frage, ob man eine Wärmepumpe selbst einbauen darf.

Absicherung, FI-Typ und Erdung

Die Wärmepumpe wird fest angeschlossen, nicht über eine Steckvorrichtung. Abgesichert wird mit einem dreipoligen Leitungsschutzschalter, dessen Nennstrom über der maximalen Stromaufnahme und unter der Strombelastbarkeit der Leitung liegt. Die Charakteristik ist in der Regel C: Ein B-Automat löst beim Ladestrom der Zwischenkreiskondensatoren und beim Verdichteranlauf zu leicht aus. Manche Hersteller verlangen ausdrücklich C oder D, das steht in der Installationsanleitung.

Fehlerstromschutz: warum Typ B

Jede moderne Wärmepumpe arbeitet mit einem Frequenzumrichter. Der gleichrichtet die Netzspannung und erzeugt daraus ein Drehfeld variabler Frequenz. Tritt auf der Gleichstromseite ein Isolationsfehler auf, fließt ein glatter Gleichfehlerstrom. Ein RCD vom Typ A erkennt solche Ströme nicht und kann durch sie sogar in der Auslösefähigkeit blockiert werden, weil sein Summenstromwandler magnetisch vorgesättigt wird.

RCD-TypErfasstFür die Wärmepumpe
Typ ACnur sinusförmige Wechselfehlerströmein Deutschland ohnehin nicht zulässig
Typ Azusätzlich pulsierende Gleichfehlerströmenur wenn der Hersteller eine interne DC-Fehlerstromüberwachung bescheinigt
Typ Fzusätzlich Mischfrequenzen bis 1 kHzfür einphasige Frequenzumrichter, bei Drehstrom-Wärmepumpen selten ausreichend
Typ B / B+allstromsensitiv, auch glatte GleichfehlerströmeStandardlösung bei Drehstrom-Wärmepumpen mit Umrichter

DIN VDE 0100-410 fordert den 30-mA-Zusatzschutz zwingend für Steckdosen bis 32 A und für Endstromkreise in bestimmten Bereichen. Ein fest angeschlossenes Betriebsmittel im Freien fällt nicht automatisch darunter, in der Praxis setzt man den RCD trotzdem, weil die Anlage im Außenbereich steht und Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Sitzt eine Wärmepumpe hinter einem RCD, muss dieser zum Umrichter passen, sonst ist der Schutz nur auf dem Papier vorhanden.

Erdung und Potentialausgleich

Das Metallgehäuse der Außeneinheit gehört über den Schutzleiter der Zuleitung an den Schutzpotentialausgleich. Bei einem Neubau ist der Fundamenterder nach DIN 18014 die Basis, im Bestand die vorhandene Haupterdungsschiene. Ein separater Staberder neben der Außeneinheit ist kein Ersatz, sondern allenfalls eine Ergänzung, und er muss zwingend mit der Haupterdungsschiene verbunden werden. Zwei getrennte Erdungssysteme sind ein Sicherheitsrisiko, kein doppelter Schutz.

Steuerleitung, Bus und Kältemittelleitung

Neben dem Leistungskabel läuft immer noch mindestens eine zweite Leitung nach draußen. Welche, hängt an der Bauform.

BauformLeistungskabelSteuer- oder BusleitungZusätzlich nach draußen
MonoblockErdkabel zur Außeneinheit2- bis 4-adrig, geschirmt, zum Hydraulikmodulzwei gedämmte Wasserleitungen, frostgeschützt
Splitmeist Einspeisung innen, Verbindung nach außenVerbindungsleitung 3- bis 5-adrig nach Herstellervorgabezwei Kältemittelleitungen aus Kupfer, gedämmt
Warmwasser-Wärmepumpe230 V innenentfällt meistoptional Luftkanäle

Steuerleitung sauber führen

Die Bus- oder Steuerleitung überträgt kleine Signalpegel und liegt neben einem Kabel, das ein getaktetes Umrichtersignal führt. Legen Sie beide nicht in dasselbe Leerrohr. Halten Sie mindestens 10 bis 20 cm Abstand, kreuzen Sie im rechten Winkel, verwenden Sie eine geschirmte Leitung und legen Sie den Schirm nur an einer Seite auf, üblicherweise im Innengerät. Ein beidseitig aufgelegter Schirm erzeugt eine Erdschleife und damit genau die Störungen, die er verhindern soll. Sporadische Kommunikationsfehler nach der Inbetriebnahme haben sehr oft genau diese Ursache.

Kältemittelleitung: ein anderes Gewerk

Bei Split-Geräten verbinden zwei gedämmte Kupferleitungen Innen- und Außeneinheit. Diese Arbeiten sind kein Elektrogewerk und auch keine Eigenleistung. Wer an Kältemittelkreisen mit fluorierten Treibhausgasen arbeitet, braucht eine Sachkunde nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung und der europäischen F-Gase-Verordnung. Geräte mit dem natürlichen Kältemittel R290 fallen zwar nicht unter die F-Gase-Regeln, dafür gelten Anforderungen an den Explosionsschutz und Mindestabstände, weil Propan brennbar ist. Details dazu stehen im Ratgeber zur R290-Wärmepumpe.

Praktisch bedeutet das: Ein Monoblock lässt sich mit deutlich weniger Fremdgewerken errichten, weil der Kältekreis werkseitig geschlossen ist. Dafür laufen zwei wassergefüllte Leitungen nach draußen, die frostsicher ausgeführt sein müssen, in der Regel mit Frostschutzgemisch und einer Zwangsentleerung bei Stromausfall.

Was der Elektrofachbetrieb machen muss

Deutlich gesagt: Der elektrische Anschluss einer Wärmepumpe ist keine Heimwerkerarbeit. Er gehört zu den Tätigkeiten, die nur ein Elektrofachbetrieb ausführen darf, der im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen ist. Das ist keine Formalie: Ohne diesen Eintrag bekommen Sie weder eine Anmeldung noch eine Zählersetzung, und im Schadensfall steht Ihre Versicherung nicht ein.

AufgabeEigenleistung möglichGrundlage
Graben ausheben, Sandbett, Warnbandjareine Bauleistung
Leerrohr verlegen und Zugdraht einziehenjareine Bauleistung
Kernbohrung und MauerdurchführungbedingtStatik und Abdichtung beachten
Kabel auswählen, anschließen, absichernneinElektrofachbetrieb, VDE 0100
FI-Typ festlegen und einbauenneinVDE 0100-410, Herstellervorgabe
Anmeldung beim NetzbetreiberneinVDE-AR-N 4100
Steuerbox nach §14a EnWG setzenneinMessstellenbetreiber und Netzbetreiber
Prüfung und InbetriebnahmeprotokollneinVDE 0100-600

Zum Pflichtprogramm des Fachbetriebs gehören die Messungen: Durchgängigkeit des Schutzleiters, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Auslösezeit und Auslösestrom des RCD, Drehfeldrichtung. Gerade die Drehfeldrichtung wird bei Verdichtern mit fester Drehrichtung zum Thema, ein falsch angeschlossenes Drehfeld kann Schaden anrichten. All das landet im Protokoll, das Sie sich aushändigen lassen sollten.

Die Anmeldung nach VDE-AR-N 4100 erfolgt vor der Errichtung, nicht danach. Ab 4,2 kW steuerbarer Leistung greift zusätzlich §14a EnWG: Die Wärmepumpe wird zur steuerbaren Verbrauchseinrichtung, der Netzbetreiber darf die Leistung im Bedarfsfall auf 4,2 kW begrenzen, und Sie erhalten dafür reduzierte Netzentgelte. Was dabei formal zu tun ist, haben wir im Beitrag Muss eine Wärmepumpe angemeldet werden zusammengestellt.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Die genannten Ströme, Querschnitte und Verlegetiefen sind Richtwerte. Maßgeblich sind die Installationsanleitung Ihres Geräts, die technischen Anschlussbedingungen Ihres Netzbetreibers und die Berechnung des ausführenden Elektrofachbetriebs.

Typische Fehler

1. Querschnitt nach Heizleistung statt nach Strom wählen

Die Heizleistung sagt nichts über die Stromaufnahme. Entscheidend ist der maximale Betriebsstrom laut Typenschild, und der enthält den elektrischen Heizstab. Eine 12-kW-Wärmepumpe mit 9-kW-Stab zieht im ungünstigsten Fall dreimal so viel wie im Auslegungspunkt. Genau dieser Fall tritt an den kältesten Tagen des Jahres ein, wenn es besonders unangenehm ist, ohne Heizung dazustehen.

2. Ohne Leerrohr verlegen

Ein direkt verlegtes NYY-J ist zulässig und funktioniert. Nur ist es unwiederbringlich im Boden, sobald der Rasen wieder wächst. Ein Schutzrohr mit Zugdraht kostet ein paar Euro je Meter und hält die Option offen, später ein größeres Kabel, eine zweite Leitung oder ein Datenkabel nachzuziehen. Der Aufwand für einen zweiten Graben ist um ein Vielfaches höher.

3. Falschen FI-Typ setzen

Ein Typ-A-RCD vor einem Frequenzumrichter ohne interne Gleichfehlerstromüberwachung ist ein Scheinschutz. Er sitzt im Verteiler, sieht gut aus und schaltet im entscheidenden Fehlerfall nicht. Prüfen Sie in der Installationsanleitung, ob der Hersteller Typ A freigibt oder Typ B fordert, und lassen Sie die Auslösung nach dem Einbau messen.

4. Steuerleitung im selben Rohr wie das Leistungskabel

Der Umrichter erzeugt steile Schaltflanken, die auf eine parallel geführte Signalleitung einkoppeln. Das Ergebnis sind sporadische Kommunikationsfehler, die sich nicht reproduzieren lassen und im Winter zuerst auffallen. Getrenntes Rohr, Schirm einseitig aufgelegt, fertig. Wer die Außeneinheit ohnehin plant, sollte gleichzeitig über Aufstellort und Schall nachdenken, dazu finden Sie Details bei der Schallschutzhaube.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Ein großzügig gewählter Querschnitt kostet einmalig wenig und schließt Spannungsfallprobleme dauerhaft aus
  • NYY-J darf direkt ins Erdreich, ohne Rohr und ohne zusätzlichen mechanischen Schutz
  • Erdverlegung erlaubt höhere Strombelastbarkeit als jede Verlegeart in der Wand, bei 4 mm² etwa 47 A statt 23 A
  • Graben, Sandbett und Leerrohr dürfen Sie in Eigenleistung herstellen und sparen damit den größten Kostenblock
  • Ein mitverlegtes Leerrohr mit Zugdraht hält den Weg für Wallbox, Datenkabel oder ein größeres Kabel offen

✕ Nachteile

  • Anschluss, Absicherung, Prüfung und Anmeldung sind dem eingetragenen Elektrofachbetrieb vorbehalten
  • Ab etwa 50 m Trassenlänge treibt der Spannungsfall den Querschnitt und damit die Kabelkosten stark nach oben
  • Ein allstromsensitiver RCD vom Typ B kostet ein Vielfaches eines Typ A und wird oft übersehen
  • Tiefbau ist der eigentliche Kostentreiber, je nach Boden 30 bis 80 Euro je Meter
  • Split-Geräte erfordern zusätzlich einen sachkundigen Kälteanlagenbauer für die Kältemittelleitung

Fazit

🏆 Planbar, aber fachbetriebspflichtig

Zuleitung zur Außeneinheit: eine Rechnung, keine Faustregel

4.2/ 5

Der Querschnitt ergibt sich aus maximalem Betriebsstrom und tatsächlicher Trassenlänge, nicht aus der Heizleistung. Wer 0,0025 mal Strom mal Länge rechnet, eine Stufe aufschlägt und ein Leerrohr mitverlegt, macht nichts falsch. Anschluss und Absicherung bleiben Sache des eingetragenen Elektrofachbetriebs.

Für die typische Einfamilienhaus-Wärmepumpe mit 3x16 A bis 3x25 A und 20 bis 40 Metern Trassenlänge landen Sie bei 4 mm² NYY-J in einem KRSW-Rohr, 60 cm tief, mit Sandbett und Warnband, abgesichert über einen C-Automaten und einen RCD vom Typ B. Melden Sie die Anlage vor der Errichtung beim Netzbetreiber an und lassen Sie sich das Prüfprotokoll aushändigen.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Welchen Querschnitt braucht die Zuleitung zur Wärmepumpe?

Bei 400 V Drehstrom und 3 Prozent zulässigem Spannungsfall gilt: Querschnitt in mm² = 0,0025 x Strom in A x Länge in m. Für 16 A auf 30 m ergibt das rechnerisch 1,2 mm², praktisch werden 2,5 mm² gelegt. Für 25 A auf 50 m sind 4 mm² nötig, für 32 A auf 75 m bereits 10 mm². Maßgeblich ist immer der größere Wert aus Spannungsfall und Strombelastbarkeit nach VDE 0298-4.

Wie tief muss das Erdkabel zur Wärmepumpen-Außeneinheit liegen?

Im Garten und unter Rasenflächen sind 60 cm üblich, unter Wegen und befahrbaren Flächen 80 cm. Das Kabel liegt in einem Sandbett von etwa 10 cm unter und über der Leitung, darüber kommen Abdeckziegel oder eine Kabelabdeckhaube und rund 20 bis 30 cm höher das Trassenwarnband. Damit liegt die Leitung frostfrei und wird beim späteren Graben rechtzeitig gefunden.

NYY-J oder NYCWY für die Wärmepumpe?

NYY-J genügt in nahezu allen Einfamilienhaus-Installationen. Es ist als Erdkabel für die direkte Verlegung im Erdreich zugelassen, günstig und gut zu verarbeiten. NYCWY mit konzentrischem wellenförmigem Kupferleiter kostet ungefähr das Doppelte und wird gefordert, wenn der Netzbetreiber im TN-C-System einen PEN über den Schirm verlangt, bei hoher mechanischer Belastung oder wenn eine Schirmwirkung gegen Störeinstrahlung gewünscht ist.

Welcher FI-Schalter ist bei einer Wärmepumpe vorgeschrieben?

Wärmepumpen mit Frequenzumrichter können glatte Gleichfehlerströme erzeugen, die einen RCD vom Typ A blockieren. Erforderlich ist dann ein allstromsensitiver Typ B oder B+. Viele Hersteller integrieren eine DC-Fehlerstromüberwachung im Gerät und geben dann Typ A frei. Entscheidend ist die Installationsanleitung des Herstellers, nicht die Gewohnheit des Installateurs.

Wie wird die Wärmepumpe abgesichert?

Fest angeschlossen über einen dreipoligen Leitungsschutzschalter, meist 3x16 A oder 3x25 A mit Charakteristik C, weil der Einschaltstrom des Verdichters und der Ladestrom der Zwischenkreiskondensatoren einen B-Automaten auslösen können. Der Wert ergibt sich aus der maximalen Stromaufnahme laut Typenschild inklusive elektrischem Heizstab, nicht aus der Heizleistung.

Darf ich die Zuleitung zur Wärmepumpe selbst verlegen?

Den Graben und das Leerrohr dürfen Sie in Eigenleistung herstellen, das spart den größten Kostenblock. Kabel anschließen, Leitungsschutz auswählen, Fehlerstromschutz festlegen und die Anlage prüfen darf ausschließlich ein eingetragener Elektrofachbetrieb. Nur er kann das Inbetriebnahmeprotokoll und die Anmeldung beim Netzbetreiber unterschreiben.

Wie lang darf die Zuleitung zur Außeneinheit maximal sein?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht, die Grenze setzt der Spannungsfall. Mit 2,5 mm² und 16 A sind rund 60 m bei 3 Prozent möglich, mit 6 mm² und 25 A rund 95 m. Über etwa 50 m wird es wirtschaftlich meist günstiger, die Innen- oder Verteilereinheit näher an die Außeneinheit zu setzen, statt den Querschnitt weiter hochzuziehen.

Braucht die Außeneinheit eine eigene Steuerleitung?

Ja, bei fast allen Systemen. Split-Geräte brauchen eine Verbindungsleitung zwischen Innen- und Außeneinheit, Monoblock-Geräte eine Busleitung zum Hydraulikmodul und zum Raumregler. Üblich sind geschirmte Leitungen mit 2 bis 5 Adern. Führen Sie sie nicht im selben Leerrohr wie das Leistungskabel, sondern mit mindestens 10 bis 20 cm Abstand oder in einem eigenen Rohr.

Muss die Wärmepumpe beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja, vor der Errichtung. Nach VDE-AR-N 4100 ist jede Wärmepumpe als Verbrauchseinrichtung anmeldepflichtig, die Anmeldung übernimmt der eingetragene Elektrofachbetrieb. Ab 4,2 kW steuerbarer Leistung fällt die Anlage zusätzlich unter §14a EnWG, was reduzierte Netzentgelte bringt, im Gegenzug aber eine Steuerbox und die Dimmbarkeit der Leistung verlangt.

Wie teuer ist die Zuleitung insgesamt?

Das Kabel selbst ist der kleinste Posten: NYY-J 5x2,5 liegt je nach Kupferpreis bei etwa 2 bis 4 Euro pro Meter, 5x6 bei rund 6 bis 10 Euro. Teuer sind Tiefbau und Anschluss. Für Graben, Sandbett, Leerrohr, Mauerdurchführung, Unterverteilung und Inbetriebnahme sollten Sie je nach Länge und Bodenverhältnissen 1.000 bis 3.000 Euro einplanen.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

Wir vergleichen Haus-Energie-Produkte anhand von Herstellerdaten, Normen und unabhängigen Tests (Stiftung Warentest, Öko-Test), herstellerunabhängig und transparent.

Zuletzt aktualisiert: . So testen wir