Durchlauferhitzer elektronisch geregelt: was die Regelung wirklich bringt
Ein Durchlauferhitzer elektronisch geregelt kostet in der Anschaffung rund 100 bis 200 Euro mehr als ein hydraulisches Gerät gleicher Leistung. Ob dieser Aufpreis sich rechnet, hängt weniger vom Datenblatt ab als von Ihrem Wasserdruck, Ihrer Zulauftemperatur und davon, wie oft Sie duschen.
Dieser Ratgeber trennt die drei Bauarten sauber voneinander: hydraulisch, elektronisch geregelt und vollelektronisch. Wir rechnen die Leistung in Liter pro Minute um, zeigen die tatsächliche Einsparung durch Gradgenauigkeit, und benennen die Fälle, in denen die günstige hydraulische Variante völlig ausreicht.
Hydraulisch, elektronisch geregelt, vollelektronisch
Alle drei Bauarten machen physikalisch dasselbe: Sie schicken kaltes Wasser an einer Heizwendel vorbei und erwärmen es im Durchfluss. Der Unterschied liegt ausschließlich darin, wie fein das Gerät seine Leistung an die tatsächliche Wassermenge anpasst.
| Merkmal | Hydraulisch | Elektronisch geregelt | Vollelektronisch |
|---|---|---|---|
| Leistungsanpassung | 2 bis 3 feste Stufen | stufenlos oder feinstufig | stufenlos plus Durchflussregelung |
| Temperaturabweichung vom Sollwert | 5 bis 15 K | rund 1 K | unter 1 K |
| Einschaltmenge | ca. 2,5 bis 3,5 l/min | ca. 2,0 bis 2,5 l/min | ca. 1,5 bis 2,0 l/min |
| Reaktion auf Druckabfall | keine, Temperatur fällt | Leistung wird nachgeführt | Leistung und Menge werden nachgeführt |
| Temperaturvorwahl | über den Zapfhahn | Drehknopf oder Tasten | Display, gradgenau, oft mit Speicherplätzen |
| Bereitschaftsverbrauch der Elektronik | keiner | ca. 0,5 bis 2 W | ca. 1 bis 3 W |
| Preisklasse ohne Montage | 150 bis 300 Euro | 250 bis 450 Euro | 400 bis 800 Euro |
Ein hydraulisches Gerät kennt nur die Wassermenge. Eine Membran hebt bei steigendem Durchfluss einen Schalter an und legt die nächste Heizstufe zu. Was am Auslauf herauskommt, ist ein Nebenprodukt aus Menge, Zulauftemperatur und der zufällig gerade aktiven Stufe. Deshalb wird dieselbe Hahnstellung im Januar deutlich kühler als im August.
Wenn Sie das Gerät ausschließlich für die Dusche einsetzen, lohnt sich vorab ein Blick in unseren Ratgeber zum Durchlauferhitzer für die Dusche, dort stehen die Anforderungen an Armatur und Duschkopf im Detail.
Wie die elektronische Regelung arbeitet
Die Elektronik misst zwei Größen: den Durchfluss über einen Flügelrad- oder Turbinensensor und die Temperatur über je einen Fühler am Zulauf und am Auslauf. Daraus berechnet sie die nötige Heizleistung nach derselben Formel, die auch Sie nachrechnen können.
- Grundformel: Leistung in kW = Durchfluss in Liter pro Minute mal Spreizung in Kelvin mal 0,0698
- Umgestellt: Liter pro Minute = Leistung in kW geteilt durch Spreizung, mal 14,33
- Merksatz: 1 Liter pro Minute und 1 Kelvin Erwärmung kosten rund 70 Watt
- Beispiel: 9 l/min von 10 auf 38 Grad, also 28 K, ergibt 9 mal 28 mal 0,0698 gleich 17,6 kW
Die Leistungsstellung erfolgt bei modernen Geräten über Halbleiterschalter, meist Triacs oder IGBTs, die die Heizwendel im Nulldurchgang zu- und abschalten. Das ist der Grund, warum ein elektronisch geregeltes Gerät die Leistung praktisch stufenlos einstellen kann, während die mechanische Membran des hydraulischen Geräts nur zwei oder drei Zustände kennt.
Was die Regelung nicht kann
Sie kann keine Leistung erzeugen, die nicht installiert ist. Wenn ein 18-kW-Gerät im Winter bei 8 Grad Zulauf 12 Liter pro Minute auf 38 Grad bringen soll, fehlen ihm schlicht 4 kW. Ein elektronisch geregeltes Gerät wird dann kühler als eingestellt, ein vollelektronisches drosselt stattdessen den Durchfluss. Beide Reaktionen sind korrekt, sie fühlen sich nur unterschiedlich an.
kW und Liter pro Minute bei 38 Grad
Die folgende Tabelle rechnet die Nennleistung in nutzbare Liter pro Minute um, jeweils für eine Auslauftemperatur von 38 Grad, der üblichen Duschtemperatur. Entscheidend ist die Zulauftemperatur, die in Deutschland je nach Jahreszeit zwischen etwa 8 und 15 Grad liegt.
| Nennleistung | Sommer, Zulauf 15 Grad (23 K) | Übergang, Zulauf 10 Grad (28 K) | Winter, Zulauf 8 Grad (30 K) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 11 kW | 6,9 l/min | 5,6 l/min | 5,3 l/min | Küche, Waschbecken |
| 13,5 kW | 8,4 l/min | 6,9 l/min | 6,4 l/min | kleines Bad, Sparduschkopf |
| 18 kW | 11,2 l/min | 9,2 l/min | 8,6 l/min | Dusche, sparsam genutzt |
| 21 kW | 13,1 l/min | 10,7 l/min | 10,0 l/min | Standard für Bad mit Dusche |
| 24 kW | 14,9 l/min | 12,3 l/min | 11,5 l/min | Regendusche, zwei Zapfstellen |
| 27 kW | 16,8 l/min | 13,8 l/min | 12,9 l/min | Badewanne, hoher Komfort |
Die Zahlen sind reine Physik, kein Herstellerversprechen: Sie folgen aus der Wärmekapazität von Wasser mit rund 4,19 Kilojoule je Kilogramm und Kelvin. Ein Gerät kann davon nicht abweichen, unabhängig davon, wie fein es geregelt ist. Wer eine Wanne füllen möchte, findet die Dimensionierung dafür im Ratgeber zum Durchlauferhitzer für die Badewanne.
Praktisch heißt das: Ein handelsüblicher Duschkopf braucht 10 bis 14 Liter pro Minute, ein Sparduschkopf 6 bis 9 Liter. Mit einem Sparduschkopf reicht ein 18-kW-Gerät auch im Winter, mit einer Regendusche wird selbst ein 24-kW-Gerät im Januar knapp.
Einsparung durch Gradgenauigkeit
Hier wird häufig falsch argumentiert. Ein elektronischer Durchlauferhitzer heizt nicht effizienter als ein hydraulischer: Beide setzen praktisch 100 Prozent der aufgenommenen elektrischen Energie in Wärme um. Gespart wird nicht Strom je Liter, sondern es werden Liter gespart.
Zwei Effekte sind messbar. Erstens die Zieltemperatur: Wer statt 42 Grad exakt 38 Grad einstellen kann, senkt die Spreizung von 32 auf 28 Kelvin. Das sind exakt 12,5 Prozent weniger Energie für dieselbe Wassermenge.
| Duschtemperatur | Spreizung ab 10 Grad | Energie für 80 Liter | Kosten bei 0,35 Euro je kWh | Differenz zu 42 Grad |
|---|---|---|---|---|
| 42 Grad | 32 K | 2,98 kWh | 1,04 Euro | Referenz |
| 40 Grad | 30 K | 2,79 kWh | 0,98 Euro | 6,3 Prozent |
| 38 Grad | 28 K | 2,60 kWh | 0,91 Euro | 12,5 Prozent |
| 36 Grad | 26 K | 2,42 kWh | 0,85 Euro | 18,8 Prozent |
Für einen Zweipersonenhaushalt mit täglich zwei Duschgängen sind das 730 Duschen im Jahr. Der Wechsel von 42 auf 38 Grad spart damit rund 271 kWh und bei 0,35 Euro je Kilowattstunde etwa 95 Euro im Jahr. Genau diese Genauigkeit ermöglicht die Elektronik, weil sie den Sollwert hält, statt ihn dem Zufall aus Druck und Jahreszeit zu überlassen.
Zweitens der Stufeneffekt: Ein hydraulisches Gerät legt die zweite Heizstufe erst ab einem bestimmten Durchfluss zu. Wer den Hahn weiter öffnet, nur damit es warm genug wird, verbraucht mehr Wasser als nötig, und mit dem Wasser proportional mehr Strom.
| Situation | Benötigt | Tatsächlich gezapft | Mehrverbrauch | Ursache |
|---|---|---|---|---|
| Hydraulisch, Stufe 2 ab 5,0 l/min | 4,0 l/min | 5,0 l/min | 25 Prozent | Hahn weiter geöffnet, um die Stufe auszulösen |
| Hydraulisch, Nachregeln mit Kaltwasser | 8,0 l/min | 9,5 l/min | 19 Prozent | zu heißes Wasser wird heruntergemischt |
| Hydraulisch, Temperatur pendelt | 8,0 l/min | 8,8 l/min | 10 Prozent | längeres Nachjustieren am Hahn |
| Elektronisch geregelt, Sollwert 38 Grad | 8,0 l/min | 8,0 l/min | 0 Prozent | Sollwert wird gehalten |
In Summe sind 10 bis 20 Prozent weniger Warmwasser realistisch, wenn das hydraulische Altgerät tatsächlich unruhig lief. Bei einem Haushalt, der jährlich rund 1.500 bis 2.500 kWh für Warmwasser aufwendet, sind das 150 bis 500 kWh. Wie sich der Gesamtverbrauch zusammensetzt, rechnen wir im Ratgeber Stromverbrauch Durchlauferhitzer im Detail durch.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern, keine Produktpreise und keine Testnoten. Alle Einsparwerte oben sind Rechenbeispiele mit offengelegten Annahmen, keine Messergebnisse.
Elektroanschluss, VDE 0100 und Anmeldung
Ein elektronisch geregelter Durchlauferhitzer ab 18 kW ist ein Drehstromverbraucher mit 400 Volt. Die Stromstärke je Außenleiter ergibt sich aus Leistung geteilt durch 400 Volt mal Wurzel drei.
| Nennleistung | Spannung | Strom je Außenleiter | Übliche Absicherung | Übliche Leitung bei kurzer Strecke |
|---|---|---|---|---|
| 11 kW | 400 V | ca. 15,9 A | 3 x 20 A | 5 x 2,5 mm² |
| 13,5 kW | 400 V | ca. 19,5 A | 3 x 25 A | 5 x 4 mm² |
| 18 kW | 400 V | ca. 26,0 A | 3 x 32 A | 5 x 6 mm² |
| 21 kW | 400 V | ca. 30,3 A | 3 x 32 A | 5 x 6 mm² |
| 24 kW | 400 V | ca. 34,6 A | 3 x 40 A | 5 x 10 mm² |
| 27 kW | 400 V | ca. 39,0 A | 3 x 40 A | 5 x 10 mm² |
Die Leitungsquerschnitte in der letzten Spalte sind Anhaltswerte für kurze Leitungswege. Die verbindliche Auslegung nach Verlegeart, Häufung und Länge erfolgt nach VDE 0100 Teil 520, die Planung der Leitungsführung in Wohngebäuden nach DIN 18015. Verlassen Sie sich hier nicht auf eine Tabelle, sondern auf die Berechnung Ihrer Elektrofachkraft.
Anmeldepflicht ab 12 kW
Geräte mit mehr als 12 kW Anschlussleistung sind beim zuständigen Netzbetreiber anzumelden. Diese Pflicht ergibt sich aus den Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber, die auf VDE-AR-N 4100 aufsetzen. Die Anmeldung erledigt das eingetragene Installationsunternehmen mit einem Formular, sie ist in der Regel kostenlos und dient dem Netzbetreiber zur Beurteilung der Hausanschlussleistung.
Wenn nur eine 230-Volt-Zuleitung vorhanden ist, kommt ein Gerät der großen Leistungsklassen nicht infrage. Die Möglichkeiten und ihre engen Grenzen beschreiben wir im Ratgeber Durchlauferhitzer mit 230 V. Für einzelne Waschbecken ist auch eine Armatur mit integriertem Durchlauferhitzer eine Alternative.
Test Durchlauferhitzer elektronisch: worauf es ankommt
Wer nach einem Test für elektronische Durchlauferhitzer sucht, findet vor allem Zusammenstellungen von Herstellerangaben. Belastbar wird ein Vergleich erst, wenn er unter definierten Bedingungen misst. Diese fünf Kriterien trennen brauchbare von wertlosen Vergleichen.
- Genannte Zulauftemperatur: Eine Angabe wie "12 Liter pro Minute" ohne Zulauftemperatur ist wertlos, weil sie sich um rund 30 Prozent verschiebt.
- Temperaturkonstanz unter Druckwechsel: Gemessen wird, wie stark der Auslauf abweicht, wenn parallel eine zweite Zapfstelle geöffnet wird.
- Einschaltmenge: Je niedriger, desto besser für Handwaschbecken und sparsame Armaturen.
- Abweichung vom Sollwert: Bei elektronisch geregelten Geräten sollte sie unter 2 Kelvin bleiben, bei vollelektronischen unter 1 Kelvin.
- Regelgeschwindigkeit: Wie viele Sekunden vergehen, bis das Gerät nach einer Druckänderung wieder auf Sollwert ist.
Nicht aussagekräftig sind dagegen Energieeffizienzklassen als Unterscheidungsmerkmal: Elektrische Durchlauferhitzer liegen bauartbedingt praktisch alle in derselben Klasse, weil sie alle Widerstandsheizungen sind. Ein echter Effizienzsprung entsteht nur durch einen Systemwechsel, etwa zu einer Warmwasser-Wärmepumpe, die mit einer Jahresarbeitszahl von rund 3 arbeitet.
Durchlauferhitzer elektronisch oder hydraulisch
Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf die Zapfstelle an. Wir sagen bewusst nicht, dass die elektronische Regelung immer die bessere Wahl ist.
Elektronisch geregelt lohnt sich
- an der Dusche, weil dort 5 Kelvin Abweichung unmittelbar unangenehm sind
- wenn mehrere Zapfstellen an einem Gerät hängen und der Druck dadurch schwankt
- bei Thermostatarmaturen, die einen stabilen Vorlauf brauchen, um sauber zu arbeiten
- in Haushalten mit Kindern oder älteren Menschen, weil eine Temperaturbegrenzung möglich ist
- wenn Sie täglich duschen, denn dann amortisiert sich der Aufpreis über den Wasserverbrauch
Hydraulisch reicht
- am einzelnen Handwaschbecken im Gäste-WC
- in der Küche, wenn dort ohnehin überwiegend heiß gezapft wird
- im Ferienhaus oder in der selten genutzten Einliegerwohnung
- wenn das Budget knapp ist und die Zapfstelle wenige Minuten am Tag läuft
Es gibt einen dritten Weg, der oft übersehen wird: Wenn ein Gasanschluss vorhanden ist, kann ein Gas-Durchlauferhitzer bei den laufenden Kosten günstiger liegen, weil Gas je Kilowattstunde deutlich weniger kostet als Strom. Dafür kommen Abgasführung, Wartung und Schornsteinfeger hinzu.
Kosten, Preisklassen und Betriebskosten
| Position | Hydraulisch | Elektronisch geregelt | Vollelektronisch |
|---|---|---|---|
| Gerät, Kategorie 18 bis 24 kW | 150 bis 300 Euro | 250 bis 450 Euro | 400 bis 800 Euro |
| Elektroanschluss durch die Fachkraft | 150 bis 400 Euro | 150 bis 400 Euro | 150 bis 400 Euro |
| Neue Zuleitung, falls nötig | 400 bis 1.200 Euro | 400 bis 1.200 Euro | 400 bis 1.200 Euro |
| Warmwasserstrom, Zweipersonenhaushalt | 1.700 bis 2.700 kWh | 1.500 bis 2.400 kWh | 1.450 bis 2.300 kWh |
| Stromkosten je Jahr bei 0,35 Euro je kWh | 595 bis 945 Euro | 525 bis 840 Euro | 508 bis 805 Euro |
| Erwartbare Nutzungsdauer | 15 bis 20 Jahre | 12 bis 18 Jahre | 12 bis 18 Jahre |
Der Aufpreis von rund 100 bis 200 Euro gegenüber dem hydraulischen Gerät amortisiert sich bei täglicher Duschnutzung typischerweise in zwei bis drei Jahren, sofern die Einsparung tatsächlich bei 10 Prozent oder mehr liegt. Bei einem selten genutzten Waschbecken amortisiert er sich nie. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Verbrauch, nicht mit einem Durchschnittshaushalt.
Ein Punkt gegen die Elektronik: Sie ist ein zusätzliches Bauteil, das ausfallen kann. Hydraulische Geräte haben mechanisch weniger Verschleißteile im Signalweg und laufen deshalb im Mittel etwas länger. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Hersteller Ersatzteile für die Steuerplatine über die gesetzliche Gewährleistung hinaus anbietet.
Typische Fehler
1. Die Leistung nach dem Sommerwert auswählen
Datenblätter geben die Wassermenge gern bei komfortablen Zulauftemperaturen an. Wählen Sie das Gerät immer nach dem Winterfall mit 8 bis 10 Grad Zulauf aus. Sonst steht die Dusche im Januar bei knapp 34 Grad, und das Gerät ist nicht defekt, sondern zu klein.
2. Das Gerät gegen eine Thermostatarmatur arbeiten lassen
Eine Thermostatarmatur mischt selbst und drosselt dabei den Durchfluss. Zusammen mit einem hydraulischen Gerät entsteht ein Regelkonflikt: Die Armatur senkt die Menge, das Gerät fällt eine Stufe zurück, die Armatur öffnet wieder. Elektronisch geregelte Geräte vertragen sich mit Thermostatarmaturen deutlich besser, wenn Sie den Sollwert am Gerät etwa 5 Grad über die gewünschte Duschtemperatur legen.
3. Den bestehenden Stromkreis weiterverwenden
Wer ein 18-kW-Altgerät gegen 24 kW tauscht, erhöht den Strom je Außenleiter von 26 auf knapp 35 Ampere. Absicherung und Querschnitt müssen mitwachsen, sonst löst der Leitungsschutzschalter aus oder die Leitung erwärmt sich unzulässig. Das ist keine Formalie, sondern die Kernaussage von VDE 0100.
4. Die Anmeldung beim Netzbetreiber überspringen
Ab 12 kW ist sie Pflicht. Sie kostet nichts und dauert wenige Tage, aber ohne sie steht bei einem Schaden die Frage im Raum, ob die Anlage regelkonform errichtet wurde. Lassen Sie sich die Anmeldung vom Installateur bestätigen.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Hält die eingestellte Temperatur auf rund 1 Kelvin genau, unabhängig von Druck und Jahreszeit
- Gradgenaue Vorwahl macht 38 statt 42 Grad möglich und spart damit 12,5 Prozent Energie je Dusche
- Niedrigere Einschaltmenge von etwa 2,0 bis 2,5 Liter pro Minute, sparsame Armaturen funktionieren
- Nutzt die installierte Leistung vollständig aus, statt in groben Stufen zu springen
- Temperaturbegrenzung als Verbrühschutz einstellbar, sinnvoll bei Kindern und Pflegebedürftigen
✕ Nachteile
- Aufpreis von rund 100 bis 200 Euro gegenüber einem hydraulischen Gerät gleicher Leistung
- Steuerelektronik ist ein zusätzliches Ausfallteil, Ersatzplatinen sind nach Jahren nicht immer lieferbar
- Bereitschaftsverbrauch der Elektronik von etwa 0,5 bis 2 Watt, also rund 4 bis 18 kWh im Jahr
- Erzeugt keine Leistung, die nicht installiert ist, ein zu klein gewähltes Gerät bleibt zu klein
- Amortisiert sich an selten genutzten Zapfstellen wie dem Gäste-WC praktisch nie
Fazit
Durchlauferhitzer elektronisch: an der Dusche die richtige Wahl
Ein elektronisch geregeltes Gerät hält die Temperatur auf etwa ein Grad genau und spart dadurch Wasser, nicht Strom je Liter. Der Aufpreis rechnet sich bei täglicher Duschnutzung in zwei bis drei Jahren, am Handwaschbecken dagegen nie.
Wählen Sie die Leistung nach dem Winterfall mit 8 bis 10 Grad Zulauf: 21 kW für ein Bad mit Dusche, 24 kW bei Regendusche oder zwei Zapfstellen. Ab 12 kW meldet die Elektrofachkraft das Gerät beim Netzbetreiber an, Absicherung und Querschnitt folgen VDE 0100. Wo Sie ohnehin einen Systemwechsel planen, prüfen Sie vorher, ob eine Warmwasser-Wärmepumpe in Ihre Situation passt.
Weiterführende Links und Quellen
- Durchlauferhitzer für die Dusche, Durchlauferhitzer für die Badewanne, Stromverbrauch Durchlauferhitzer, Durchlauferhitzer mit 230 V, Armatur mit Durchlauferhitzer, Gas-Durchlauferhitzer, Warmwasser-Wärmepumpe
- VDE 0100, Errichten von Niederspannungsanlagen, insbesondere Teil 520 zur Auswahl von Kabeln und Leitungen
- DIN 18015, Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Planungsgrundlagen und Leitungsführung
- VDE-AR-N 4100 und die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers, Anmeldepflicht für Geräte über 12 kW
- Umweltbundesamt, Daten zum Warmwasserbedarf privater Haushalte
- Bundesnetzagentur, Strompreise für Haushaltskunden
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Durchlauferhitzer elektronisch oder hydraulisch, was ist besser?
Für die Dusche ist die elektronische Regelung klar besser, für das Handwaschbecken reicht Hydraulik. Ein elektronisch geregeltes Gerät hält die Temperatur auf etwa ein Grad genau, unabhängig von Druckschwankungen und Jahreszeit. Hydraulische Geräte schalten in zwei oder drei groben Leistungsstufen und schwanken deshalb um 5 bis 15 Grad. Wo nur kurz die Hände gewaschen werden, fällt das kaum ins Gewicht.
Was heißt elektronisch geregelter Durchlauferhitzer genau?
Elektronisch geregelt bedeutet, dass eine Steuerelektronik Durchfluss und Auslauftemperatur misst und die Heizleistung stufenlos oder in feinen Schritten nachführt. Der Sollwert wird am Gerät eingestellt, meist zwischen 30 und 60 Grad. Die Elektronik gleicht sinkenden Wasserdruck und schwankende Zulauftemperatur aus, solange die installierte Leistung ausreicht.
Was ist der Unterschied zwischen elektronisch und vollelektronisch?
Ein elektronisch geregeltes Gerät regelt die Leistung, ein vollelektronisches regelt zusätzlich den Durchfluss über ein motorisches Ventil. Damit hält es die Wunschtemperatur auch dann, wenn die installierte Leistung eigentlich zu knapp ist: Es drosselt dann die Wassermenge statt kälter zu werden. Vollelektronische Geräte schalten außerdem früher ein, oft schon ab rund 1,5 Liter pro Minute.
Wie viele kW braucht ein Durchlauferhitzer für die Dusche?
Für eine komfortable Dusche sollten es 21 kW sein, 18 kW sind das Minimum. Bei 10 Grad Zulauf und 38 Grad Auslauf liefert ein 18-kW-Gerät rund 9,2 Liter pro Minute, ein 21-kW-Gerät rund 10,7 und ein 24-kW-Gerät rund 12,3 Liter. Ein Sparduschkopf mit 6 bis 8 Litern pro Minute macht auch 18 kW alltagstauglich.
Worauf achtet ein Test Durchlauferhitzer elektronisch?
Belastbare Tests prüfen die Temperaturkonstanz bei wechselndem Druck, die Einschaltmenge, die Abweichung vom Sollwert und den Bereitschaftsverbrauch der Elektronik. Achten Sie auf Messwerte statt auf Werbebegriffe. Nicht aussagekräftig sind Angaben ohne genannte Zulauftemperatur, denn dieselbe kW-Zahl liefert im Sommer deutlich mehr Liter pro Minute als im Winter.
Spart ein elektronischer Durchlauferhitzer wirklich Strom?
Ja, aber indirekt. Das Gerät heizt nicht effizienter, denn jede Kilowattstunde Strom wird zu Wärme. Gespart wird Wasser: Wer nicht mit Kaltwasser gegenregeln oder den Hahn weiter aufdrehen muss, verbraucht weniger warmes Wasser. Realistisch sind 10 bis 20 Prozent gegenüber einem hydraulischen Gerät, bei nachweislich unruhigem Wasserdruck auch mehr.
Ab welcher Leistung muss ich den Durchlauferhitzer anmelden?
Ab 12 kW Anschlussleistung ist die Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber verpflichtend. Das regeln die Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber, ergänzt durch VDE-AR-N 4100. Die Anmeldung übernimmt in der Praxis das eingetragene Elektroinstallationsunternehmen. Ohne diese Anmeldung riskieren Sie im Schadensfall Probleme mit dem Versicherer.
Kann ich einen elektronischen Durchlauferhitzer selbst anschließen?
Nein. Geräte mit 18 kW und mehr hängen an einem Drehstromanschluss mit 400 Volt, bei 21 kW fließen rund 30 Ampere je Außenleiter. Arbeiten an dieser Festinstallation sind nach VDE 0100 einer Elektrofachkraft vorbehalten, die Leitungsführung folgt DIN 18015. Den hydraulischen Anschluss darf ein Fachbetrieb im selben Zuge miterledigen.
Warum wird das Wasser im Winter kälter als im Sommer?
Weil die Zulauftemperatur sinkt. Im Sommer kommt das Kaltwasser mit rund 15 Grad an, im Winter oft nur mit 8 Grad. Bei 38 Grad Zieltemperatur steigt die nötige Spreizung damit von 23 auf 30 Kelvin. Dieselbe Geräteleistung liefert im Winter deshalb rund ein Viertel weniger Liter pro Minute. Ein elektronisch geregeltes Gerät hält die Temperatur, reduziert dafür aber die Menge.
Lohnt der Umstieg von einem alten hydraulischen Gerät?
Wenn das Altgerät noch 21 kW hat und zuverlässig läuft, selten allein aus Kostengründen. Interessant wird der Tausch, wenn Sie ohnehin renovieren, wenn das Gerät älter als 15 Jahre ist oder wenn Sie täglich mit schwankender Temperatur kämpfen. Rechnen Sie mit 250 bis 450 Euro für das Gerät plus Montage durch die Fachkraft.