Infrarotheizung 1000 Watt: welche Raumgröße die Leistung wirklich trägt
Eine Infrarotheizung mit 1000 Watt ist die meistverkaufte Leistungsklasse, und genau deshalb die am häufigsten falsch gekaufte. Die Wattzahl allein sagt nichts darüber aus, ob der Raum warm wird. Entscheidend ist das Verhältnis aus Leistung, Raumfläche und Dämmstandard, und dieses Verhältnis fällt in einem Altbau von 1965 völlig anders aus als in einem Neubau nach aktuellem Gebäudeenergiegesetz.
Dieser Ratgeber rechnet die Leistungsklassen von 100 bis 3000 Watt gegen den tatsächlichen Wattbedarf pro Quadratmeter, beziffert die Stromkosten mit realistischen Arbeitspreisen und sagt offen, wo eine Wärmepumpe oder ein Gasbrennwertgerät die deutlich günstigere Lösung bleibt. Außerdem klären wir, was elektrisch zulässig ist und wann das GEG überhaupt eine Rolle spielt.
Infrarotheizung Watt pro m2: der Bedarf je Dämmstandard
Die Frage Infrarotheizung wie viel Watt lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, weil die nötige Leistung nicht von der Heizung abhängt, sondern vom Gebäude. Ein Heizkörper muss genau so viel Wärme liefern, wie der Raum über Wände, Fenster, Dach und Lüftung verliert. Dieser Verlust unterscheidet sich zwischen einem ungedämmten Altbau und einem aktuellen Neubau um mehr als den Faktor drei.
| Gebäudezustand | Bedarf in W/m² | 1.000 W reichen für | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Neubau nach aktuellem GEG-Standard | 30-50 | 20-33 m² | dichte Hülle, Dreifachverglasung |
| Sanierter Altbau, gedämmt, neue Fenster | 50-70 | 14-20 m² | der häufigste Fall im Bestand |
| Teilsanierter Altbau, Fenster neu, Wand alt | 70-100 | 10-14 m² | Wärmebrücken oft entscheidend |
| Unsanierter Altbau, Außenwand ungedämmt | 100-130 | 8-10 m² | Direktstrom hier sehr teuer |
| Wintergarten, Hobbyraum, Anbau | 120-160 | 6-8 m² | große Glasflächen, hohe Verluste |
Alle Werte gelten für 2,5 Meter Raumhöhe. Bei 3 Metern oder mehr rechnen Sie besser über das Volumen und schlagen 15 bis 20 Prozent auf. Weitere Zuschläge sind angebracht bei Räumen über einer unbeheizten Garage, bei Eckzimmern mit zwei Außenwänden und bei einem Bad, in dem Sie 24 statt 20 Grad erreichen wollen. Für einen Wintergarten haben wir die Besonderheiten im Ratgeber zur Infrarotheizung im Wintergarten getrennt aufgeschrieben, weil dort die Glasfläche den Bedarf dominiert.
Wichtig zur Einordnung: Diese Faustformel ist eine Abschätzung. Verbindlich ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die jeder Heizungsbauer erstellt. Für ein einzelnes Zusatzpaneel ist dieser Aufwand unverhältnismäßig, für eine komplette elektrische Beheizung eines Hauses ist er es nicht.
Infrarotheizung 1000 Watt: welche Raumgröße passt
Eine Infrarotheizung mit 1000 Watt ist im Handel die Standardgröße, typischerweise als Paneel von rund 60 mal 120 Zentimetern. Übertragen auf die Tabelle oben heißt das: Im sanierten Bestand mit 50 bis 60 W/m² trägt sie 17 bis 20 Quadratmeter. Das ist ein normales Schlafzimmer oder ein kleineres Wohnzimmer.
Die Rechnung dahinter ist simpel: 1.000 Watt geteilt durch den Wattbedarf pro Quadratmeter ergibt die Fläche. Bei 60 W/m² sind das 16,7 Quadratmeter, bei 50 W/m² genau 20. Wer im unsanierten Altbau mit 120 W/m² kalkulieren muss, landet bei 8,3 Quadratmetern, also einem sehr kleinen Raum. Genau hier entstehen die enttäuschten Bewertungen im Handel: Das Gerät ist nicht schlecht, es ist für die Aufgabe zu klein.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen. Infrarotpaneele erwärmen Oberflächen, nicht in erster Linie die Luft. Damit das funktioniert, muss die abgestrahlte Fläche die Personen tatsächlich erreichen. Ein Paneel hinter dem Sofa oder verdeckt durch einen Schrank verliert seinen Vorteil und heizt nur noch konvektiv, dann aber mit dem gleichen Stromverbrauch. Freie Sichtlinie, Montage an der Wand gegenüber dem Aufenthaltsbereich, Abstand 1,5 bis 3 Meter: Das sind die Bedingungen, unter denen die Strahlungswärme überhaupt zum Tragen kommt.
Von 100 bis 3000 Watt: alle Leistungsklassen
Die folgende Übersicht rechnet jede gängige Leistungsklasse gegen 50 bis 60 Watt pro Quadratmeter, also gegen den sanierten Altbau. Für den Neubau können Sie die Flächen etwa verdoppeln, für den unsanierten Altbau halbieren.
| Leistung | Raumfläche bei 50-60 W/m² | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 100 Watt | bis 2 m² | Spiegelpaneel, Nische, Fußbereich am Schreibtisch |
| 200 Watt | 3-4 m² | Gäste-WC, Abstellraum, Vorratskammer |
| 300 Watt | 5-6 m² | kleines Gäste-WC, Dusch-Nische |
| 400 Watt | 7-8 m² | Flur, kleines Arbeitszimmer |
| 500 Watt | 8-10 m² | Kinderzimmer klein, Homeoffice-Ecke |
| 600 Watt | 10-12 m² | Bad im sanierten Bestand |
| 700 Watt | 12-14 m² | Arbeitszimmer, kleines Schlafzimmer |
| 800 Watt | 13-16 m² | Schlafzimmer, größeres Bad |
| 1000 Watt | 17-20 m² | Wohn- oder Schlafzimmer, die Standardgröße |
| 1200 Watt | 20-24 m² | Wohnzimmer, oft als Doppelpaneel |
| 1500 Watt | 25-30 m² | großes Wohnzimmer, besser auf zwei Geräte verteilen |
| 1600 Watt | 27-32 m² | offener Wohnbereich |
| 2000 Watt | 33-40 m² | Wohnküche, Loft, immer mehrteilig |
| 2500 Watt | 42-50 m² | großer offener Bereich, mehrere Stromkreise |
| 3000 Watt | 50-60 m² | Werkstatt, Halle, Festanschluss nötig |
Warum Aufteilen besser ist als ein großes Paneel
Ab etwa 1.500 Watt sprechen drei Gründe gegen ein einzelnes Gerät. Erstens verteilt sich die Strahlung aus zwei Richtungen gleichmäßiger, kalte Zonen an der Außenwand verschwinden. Zweitens lässt sich die Leistung stufig zuschalten, sodass in der Übergangszeit nur ein Paneel läuft. Drittens ist die elektrische Belastung pro Stromkreis niedriger. Zwei Paneele mit 800 Watt sind in fast jedem Raum die bessere Lösung als ein Paneel mit 1.600 Watt.
Stromkosten pro Winter, realistisch gerechnet
Hier trennt sich Werbung von Physik. Ein Infrarotpaneel setzt elektrische Energie vollständig in Wärme um, der Wirkungsgrad liegt also bei rund 100 Prozent. Mehr geht nicht, und weniger auch nicht: Jede Kilowattstunde Strom wird zu genau einer Kilowattstunde Wärme. Die häufige Aussage, Strahlungswärme spare 30 Prozent Heizenergie, ist so nicht belegbar. Was stimmt: Bei Strahlungswärme empfinden Menschen dieselbe Behaglichkeit teils schon bei 1 bis 2 Grad niedrigerer Lufttemperatur, und jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent Heizenergie. Das ergibt in der Praxis grob 6 bis 12 Prozent, nicht 30.
| Nutzungsprofil | Vollbenutzungsstunden | Verbrauch bei 1.000 W | Kosten bei 0,28-0,40 €/kWh |
|---|---|---|---|
| Gäste-WC, kurze Aufheizphasen | 250-400 h | 250-400 kWh | 70-160 € |
| Hobbyraum, gelegentlich | 300-500 h | 300-500 kWh | 84-200 € |
| Schlafzimmer, Übergangszeit | 400-600 h | 400-600 kWh | 112-240 € |
| Wohnzimmer als Zusatzheizung | 600-900 h | 600-900 kWh | 168-360 € |
| Alleinige Heizung eines Wohnraums | 900-1.400 h | 900-1.400 kWh | 252-560 € |
Vollbenutzungsstunden sind nicht Einschaltstunden. Ein geregeltes Paneel taktet: Es läuft beispielsweise 20 Minuten pro Stunde unter Volllast und ist danach aus. Zehn Stunden Betrieb mit einer Einschaltdauer von 33 Prozent ergeben also gut drei Vollbenutzungsstunden. Genau deshalb entscheidet die Regelung über die Rechnung. Ein Paneel ohne Thermostat, das über die Steckdose dauerhaft mit Strom versorgt wird, kommt schnell auf das Zwei- bis Dreifache der Werte oben. Welche Reglertypen sich eignen, steht im Ratgeber zum Thermostat für die Infrarotheizung.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Einzelpreise. Für die Produktklasse liegen 1.000-Watt-Paneele im Fachhandel typischerweise zwischen 150 und 500 Euro, ein Funkthermostat mit Wochenprogramm zwischen 30 und 120 Euro.
Ehrlicher Vergleich mit Wärmepumpe und Gas
Direktes elektrisches Heizen ist die teuerste Art, Wärme zu erzeugen. Das ist kein Meinungsbild, sondern Arithmetik: Eine Wärmepumpe holt mit einer Kilowattstunde Strom je nach Jahresarbeitszahl drei bis vier Kilowattstunden Wärme aus der Umgebung, ein Infrarotpaneel genau eine. Die folgende Rechnung geht von 6.000 Kilowattstunden Wärmebedarf im Jahr aus, was einer sanierten Wohnung von rund 60 Quadratmetern entspricht.
| System | Endenergie für 6.000 kWh Wärme | Arbeitspreis | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Infrarotheizung, Direktstrom | 6.000 kWh Strom | 0,28-0,40 €/kWh | 1.680-2.400 € |
| Wärmepumpe, JAZ 3,5 | 1.714 kWh Strom | 0,22-0,30 €/kWh | 377-514 € |
| Wärmepumpe, JAZ 4,5 | 1.333 kWh Strom | 0,22-0,30 €/kWh | 293-400 € |
| Gasbrennwert, Nutzungsgrad 90 % | 6.667 kWh Gas | 0,10-0,14 €/kWh | 667-933 € |
| Infrarot mit 15 % PV-Eigenverbrauch | 5.100 kWh aus dem Netz | 0,28-0,40 €/kWh | 1.428-2.040 € |
Der Faktor drei bis fünf gegenüber der Wärmepumpe verschwindet nicht durch eine bessere Regelung und auch nicht durch ein teureres Paneel. Wer ein ganzes Haus dauerhaft beheizen will, sollte deshalb zuerst die Wärmepumpe prüfen, unsere Einordnung dazu steht unter beste Wärmepumpe. Gegenüber steht ein realer Vorteil der Infrarotheizung: Die Anschaffung liegt bei einem Bruchteil, es gibt keinen Hydraulikkreis, keinen Schornsteinfeger und keine Wartung.
Wann Direktstrom trotzdem die richtige Wahl ist
Es gibt klar abgegrenzte Fälle, in denen die Rechnung zugunsten der Infrarotheizung kippt: Räume mit sehr geringer Nutzungsdauer wie Gästezimmer oder Hobbywerkstatt, Räume ohne Anschluss an den Heizkreis, Mietwohnungen ohne Eingriffsrecht in die Anlagentechnik und Übergangszeiten, in denen sich das Anfahren der Zentralheizung nicht lohnt. In all diesen Fällen sind die niedrigen Investitionskosten wichtiger als der hohe Arbeitspreis, weil die Betriebsstunden gering bleiben. Alternativen mit Speichermasse behandeln wir unter Elektroheizung mit Schamottekern.
Anschluss, Absicherung und Feuchtraum
Ein 1.000-Watt-Paneel zieht bei 230 Volt rund 4,3 Ampere. Ein üblicher Stromkreis mit 16-Ampere-Leitungsschutzschalter trägt 3.680 Watt Dauerlast, und darauf hängen in vielen Wohnungen noch weitere Steckdosen.
| Leistung | Strom bei 230 V | Anteil an 16 A | Anschluss |
|---|---|---|---|
| 300 Watt | 1,3 A | 8 % | Schuko unkritisch |
| 600 Watt | 2,6 A | 16 % | Schuko unkritisch |
| 1000 Watt | 4,3 A | 27 % | Schuko, maximal drei Paneele je Stromkreis |
| 1200 Watt | 5,2 A | 33 % | Schuko, keine Mehrfachsteckdose |
| 1500 Watt | 6,5 A | 41 % | Schuko, eigener Stromkreis sinnvoll |
| 2000 Watt | 8,7 A | 54 % | eigener Stromkreis empfohlen |
| 2500 Watt | 10,9 A | 68 % | Festanschluss empfohlen |
| 3000 Watt | 13,0 A | 81 % | Festanschluss durch Elektrofachkraft |
Drei Regeln gelten ohne Ausnahme. Erstens: keine Mehrfachsteckdosen und keine aufgerollten Verlängerungskabel für Heizgeräte, das ist eine der häufigsten Brandursachen bei elektrischen Zusatzheizungen. Zweitens: Im Bad gelten die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701, ein Paneel braucht dort mindestens die passende Schutzart und darf nicht in den Bereich um Wanne oder Dusche montiert werden. Drittens: Ab etwa 2.000 Watt gehört der Anschluss in die Hände einer Elektrofachkraft, spätestens wenn ein eigener Stromkreis in der Unterverteilung nötig wird.
Zum Mindestabstand: Halten Sie die Herstellerangabe ein, üblich sind 10 bis 30 Zentimeter zu Möbeln und Vorhängen. Die Oberfläche eines Paneels erreicht im Betrieb 85 bis 110 Grad, bei Niedertemperaturmodellen 60 bis 80 Grad. Wo Kinder in Reichweite sind, ist die Deckenmontage oder ein Modell mit begrenzter Oberflächentemperatur die sichere Variante. Weitere Bauformen für die Wandmontage vergleichen wir unter Elektroheizung für die Wand.
GEG: wann die Infrarotheizung rechtlich heikel wird
Für ein einzelnes Paneel als Zusatzheizung im Bad oder im Hobbyraum spielt das Gebäudeenergiegesetz keine Rolle. Es regelt Heizungsanlagen, nicht jedes elektrische Gerät in der Wohnung. Anders sieht es aus, wenn Infrarotpaneele die Heizung eines Gebäudes oder einer Wohnung vollständig ersetzen sollen.
Das GEG in der seit 2024 geltenden Fassung verlangt für neu eingebaute Heizungen einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie und führt Stromdirektheizungen als eigene Erfüllungsoption mit zusätzlichen Anforderungen an den Wärmeschutz des Gebäudes. Die Logik dahinter ist einfach: Eine Direktstromheizung ist nur dann vertretbar, wenn die Hülle so gut gedämmt ist, dass der Wärmebedarf gering bleibt. Genau der Fall, in dem viele Interessenten die Infrarotheizung suchen, nämlich der zugige Altbau, ist der Fall, in dem sie sowohl energetisch als auch rechtlich am schlechtesten passt.
Praktische Konsequenz: Wenn Sie eine bestehende Zentralheizung durch Paneele ersetzen wollen, lassen Sie die Zulässigkeit vorab von einem Energieberater oder der zuständigen Behörde prüfen. In vermieteten Objekten kommt hinzu, dass die Betriebskosten vollständig beim Mieter landen, was regelmäßig Gegenstand von Streit ist. Für die reine Zusatzheizung gilt nichts davon.
Kaufkriterien, Marken und der Testsieger-Mythos
Zwischen seriösen Anbietern unterscheidet sich die Heizleistung praktisch nicht. 1.200 Watt sind physikalisch bei jedem Fabrikat 1.200 Watt, ob das Paneel von Könighaus, von Bringer oder von einem anderen Hersteller stammt. Unterschiede liegen bei Verarbeitung, Halterung, Garantie und Zubehör, nicht bei der Wärmemenge.
| Kriterium | Worauf achten | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Leistung zur Raumfläche | Fläche mal W/m² je Dämmstandard | der einzige Wert, der über Erfolg entscheidet |
| Regelung | externes Thermostat mit Wochenprogramm | halbiert gegenüber Dauerbetrieb die Kosten |
| Oberflächentemperatur | 85-110 °C Standard, 60-80 °C bei Kindern | Verbrennungsschutz und Behaglichkeit |
| Schutzart im Bad | passend zum Schutzbereich, DIN VDE 0100-701 | Sicherheitsanforderung, keine Empfehlung |
| Halterung | Wand- und Deckenmontage im Lieferumfang | Nachkauf verteuert das Projekt spürbar |
| Garantie | mindestens 5 Jahre auf das Heizelement | der Heizfilm ist das Bauteil, das ausfällt |
| Kennzeichnung | CE, Typenschild mit Leistung und Schutzart | ohne Typenschild kein belastbarer Nachweis |
| Preisrahmen der Klasse | 1.000 W: 150 bis 500 € | Ausreißer nach unten meist ohne Halterung |
Zu Suchbegriffen wie Infrarotheizung 1000 Watt Testsieger oder Infrarotheizung 1200 Watt Testsieger eine klare Ansage: Uns ist kein unabhängiger Labortest dieser Produktklasse bekannt, den wir zitieren könnten. Die meisten Siegel im Handel stammen aus Eigenwerbung oder von Portalen ohne eigenen Messaufbau. Kaufen Sie nach den Daten in der Tabelle, nicht nach einem Aufkleber.
Ein weiterer verbreiteter Irrtum betrifft Schimmel. Ein warmes Paneel hebt die Oberflächentemperatur der bestrahlten Wand und senkt dort die relative Luftfeuchte, was Tauwasserbildung an dieser Stelle erschwert. Die Ursache, also Feuchteeintrag und fehlende Dämmung, beseitigt es nicht. Wir haben das unter Infrarotheizung gegen Schimmel im Detail auseinandergenommen.
Typische Fehler
1. Die Wattzahl ohne den Dämmstandard wählen
Der mit Abstand häufigste Fehler. 1.000 Watt sind im Neubau großzügig und im unsanierten Altbau für denselben Raum deutlich zu wenig. Wer nur nach Quadratmetern kauft, liegt in jedem zweiten Fall daneben. Rechnen Sie die Fläche gegen den Wattbedarf Ihres Gebäudezustands, nicht gegen eine pauschale Herstellerangabe auf der Verpackung.
2. Ohne Thermostat betreiben
Ein Paneel direkt in die Steckdose gesteckt läuft, bis jemand es abschaltet. Bei 1.000 Watt sind das 28 bis 40 Cent je Stunde, rund um die Uhr also 7 bis 10 Euro am Tag. Ein Funkthermostat mit Wochenprogramm kostet einen Bruchteil davon und amortisiert sich in wenigen Wochen. Es ist kein Zubehör, sondern Bestandteil der Anlage.
3. Das Paneel verstellen oder verdecken
Strahlung geht geradeaus. Ein Paneel hinter dem Sofa, hinter einem Vorhang oder verdeckt durch einen Schrank verliert seinen einzigen Vorteil gegenüber einem simplen Heizlüfter. Zusätzlich steigt bei bedeckter Oberfläche die Bauteiltemperatur, was ein echtes Sicherheitsrisiko ist.
4. Mehrere große Paneele auf einen Stromkreis hängen
Drei Paneele mit 1.200 Watt ergeben 3.600 Watt und damit 15,7 Ampere, praktisch die Grenze eines 16-Ampere-Stromkreises, bevor überhaupt eine Lampe eingeschaltet ist. Bei mehr als 2.000 Watt Gesamtlast im Raum gehört die Verteilung von einer Elektrofachkraft geplant.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Sehr niedrige Anschaffungskosten, ein 1.000-Watt-Paneel liegt in der Klasse bei 150 bis 500 Euro
- Keine Wartung, kein Hydraulikkreis, kein Schornsteinfeger, keine Emissionsmessung
- Strahlungswärme erlaubt oft 1 bis 2 Grad niedrigere Lufttemperatur bei gleicher Behaglichkeit
- In Minuten montiert und in Mietwohnungen ohne Eingriff in die Anlagentechnik nutzbar
- Raumweise Regelung, sodass selten genutzte Zimmer wirklich nur bei Bedarf Energie verbrauchen
✕ Nachteile
- Direktstrom kostet je Kilowattstunde Wärme drei bis fünf Mal so viel wie eine Wärmepumpe
- Der Wirkungsgrad liegt bei 100 Prozent und lässt sich durch kein Fabrikat verbessern
- Im unsanierten Altbau mit 100 bis 130 W/m² wird die Heizrechnung schnell vierstellig
- Als zentrale Heizung greifen die GEG-Anforderungen an Stromdirektheizungen
- Oberflächentemperaturen von 85 bis 110 Grad erfordern Abstand, Freihaltung und Kinderschutz
Fazit
Infrarotheizung 1000 Watt: als Zusatzheizung stark, als Hauptheizung teuer
Ein 1.000-Watt-Paneel deckt im sanierten Bestand 17 bis 20 Quadratmeter und ist für einzelne, selten genutzte Räume eine günstige und wartungsfreie Lösung. Als dauerhafte Hauptheizung ist Direktstrom die teuerste Variante am Markt, daran ändert kein Hersteller etwas.
Bestimmen Sie zuerst den Wattbedarf pro Quadratmeter für Ihren Gebäudezustand, wählen Sie dann die Leistungsklasse und planen Sie das Thermostat von Anfang an mit ein. Wenn Sie ein ganzes Haus beheizen wollen, prüfen Sie vorher die Wärmepumpe und lassen Sie die Zulässigkeit nach GEG klären. Für das Gästebad, den Hobbyraum oder die Übergangszeit bleibt das Paneel eine vernünftige Entscheidung.
Weiterführende Links und Quellen
- Thermostat für die Infrarotheizung, Infrarotheizung gegen Schimmel, Infrarotheizung im Wintergarten, Elektroheizung für die Wand, Elektroheizung mit Schamottekern, beste Wärmepumpe
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), Anforderungen an neu eingebaute Heizungen und an Stromdirektheizungen
- DIN EN 12831, Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast von Gebäuden
- DIN VDE 0100-701, Anforderungen an elektrische Anlagen in Räumen mit Badewanne oder Dusche
- Umweltbundesamt, Bewertung von Strom als Heizenergie und Primärenergiefaktoren
- Bundesnetzagentur, Monitoring der Strompreise für Haushaltskunden
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Infrarotheizung wie viel Watt pro Quadratmeter?
Rechnen Sie im gut gedämmten Neubau mit 30 bis 50 Watt pro Quadratmeter, im sanierten Altbau mit 50 bis 70 und im unsanierten Altbau mit 100 bis 130 Watt. Diese Spannen gelten für 2,5 Meter Raumhöhe. Bei höheren Decken, großen Fensterflächen oder Räumen über einer unbeheizten Garage schlagen Sie 10 bis 20 Prozent auf. Für eine zentrale Heizung ersetzt die Faustformel keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Für welche Raumgröße reicht eine Infrarotheizung mit 1000 Watt?
Bei 50 bis 60 Watt pro Quadratmeter trägt ein 1.000-Watt-Paneel etwa 17 bis 20 Quadratmeter, also ein durchschnittliches Wohn- oder Schlafzimmer im sanierten Bestand. Im Neubau mit 30 bis 40 W/m² sind es bis zu 33 Quadratmeter, im unsanierten Altbau mit ungedämmter Außenwand dagegen nur 8 bis 10. Die gleiche Wattzahl kann also je nach Gebäude einen Faktor drei abdecken.
Welche Raumgröße schafft eine Infrarotheizung mit 800 Watt?
Ein 800-Watt-Paneel deckt bei 50 bis 60 Watt pro Quadratmeter rund 13 bis 16 Quadratmeter ab. Das passt zu einem kleineren Schlafzimmer, einem Arbeitszimmer oder einem Bad im sanierten Bestand. Im Bad sollten Sie zusätzlich 10 bis 20 Prozent aufschlagen, weil dort eine höhere Raumtemperatur gewünscht ist und die Aufheizzeit kurz sein soll.
Wofür reicht eine Infrarotheizung mit 300 Watt oder 200 Watt?
Für sehr kleine Flächen. 300 Watt tragen etwa 5 bis 6 Quadratmeter, 200 Watt rund 3 bis 4, 100 Watt kaum mehr als 2. Diese Klassen sind Zusatzheizungen: Gäste-WC, Dusch-Nische, Schreibtischplatz oder ein Spiegelpaneel gegen beschlagene Flächen. Als Raumheizung für ein Wohnzimmer sind sie chancenlos, unabhängig davon, wie lange sie laufen.
Wann braucht man 2000 Watt oder 3000 Watt Infrarotheizung?
Ab etwa 33 Quadratmetern bei 50 bis 60 Watt pro Quadratmeter. 2.000 Watt decken 33 bis 40 Quadratmeter, 3.000 Watt rund 50 bis 60. Teilen Sie diese Leistung besser auf zwei bis drei Paneele an unterschiedlichen Wänden auf. Das verteilt die Strahlung gleichmäßiger und entlastet den Stromkreis, denn 3.000 Watt ziehen bei 230 Volt bereits 13 Ampere von 16 möglichen.
Was kostet eine Infrarotheizung mit 1000 Watt im Betrieb?
Bei einem Arbeitspreis von 0,28 bis 0,40 Euro je Kilowattstunde kostet jede Betriebsstunde unter Volllast 28 bis 40 Cent. Über eine Heizsaison mit 900 bis 1.400 Vollbenutzungsstunden als alleinige Raumheizung ergeben sich 250 bis 560 Euro. Als reine Zusatzheizung mit 250 bis 400 Stunden bleiben 70 bis 160 Euro. Die Spanne hängt fast ausschließlich von der Regelung ab, nicht vom Fabrikat.
Sind Infrarotheizungen von Könighaus oder Bringer besser?
Könighaus und Bringer sind zwei der meistgesuchten Anbieter im Segment, etwa mit 1200-Watt- und 600-Watt-Paneelen. Belastbare Unterschiede in der Heizleistung gibt es zwischen seriösen Herstellern kaum, denn 1.200 Watt sind bei jedem Fabrikat 1.200 Watt. Vergleichen Sie stattdessen Oberflächentemperatur, Gewicht, Garantiedauer, Wandhalterung und ob ein passendes Thermostat mitgeliefert wird.
Gibt es einen Testsieger für Infrarotheizungen mit 1000 oder 1200 Watt?
Es gibt kein von uns nachprüfbares unabhängiges Vergleichsergebnis für diese Produktklasse, das wir zitieren würden. Viele Testsieger-Siegel im Handel stammen aus Eigenwerbung oder Affiliate-Portalen ohne Messaufbau. Verlassen Sie sich auf die technischen Daten: Leistung, Oberflächentemperatur, Schutzart, CE-Kennzeichnung und die Garantiezeit auf das Heizelement.
Ist eine Infrarotheizung nach GEG noch erlaubt?
Als Zusatzheizung in einzelnen Räumen ja, ohne Einschränkung. Kritisch wird es, wenn die Paneele die zentrale Heizung eines Gebäudes ersetzen sollen: Dann greifen die Regeln des Gebäudeenergiegesetzes zu Stromdirektheizungen, die an den Wärmeschutz des Gebäudes anknüpfen. Klären Sie das vor dem Einbau mit einem Energieberater, gerade in vermieteten Objekten.
Lohnt sich eine Infrarotheizung mit eigener Photovoltaik?
Nur begrenzt. Der Wärmebedarf ist von November bis Februar am höchsten, genau dann liefert eine Dachanlage in Deutschland etwa 20 bis 30 Prozent ihres Jahresertrags. Der Eigenverbrauchsanteil eines Heizpaneels im Winter liegt realistisch bei 10 bis 20 Prozent. Der Rest wird zum vollen Arbeitspreis aus dem Netz bezogen.