Welche Wärmepumpe ist die beste? Die Kriterien, die es tatsächlich entscheiden
Wer nach der besten Wärmepumpe sucht, sucht meist nach einer Rangliste. Die gibt es hier nicht, und zwar aus einem sachlichen Grund: Dieselbe Maschine erreicht in einem Neubau mit Fußbodenheizung eine Jahresarbeitszahl von 4,5 und in einem unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern eine von 2,4. Nicht das Gerät hat sich verändert, sondern das Gebäude drumherum.
Dieser Ratgeber ersetzt die Produktfrage durch die Auslegungsfrage. Er zeigt, welche sechs Kriterien die Effizienz einer Anlage festlegen, bevor überhaupt ein Hersteller im Spiel ist: Heizlast, Vorlauftemperatur, Jahresarbeitszahl, Bauart, Kältemittel und Schall. Am Ende steht eine Entscheidungstabelle, die Gebäudetyp und sinnvolle Wärmepumpenart zusammenbringt, und die klare Aussage, wann eine Wärmepumpe schlicht die falsche Heizung ist.
Was ist die beste Wärmepumpe? Die ehrliche Antwort
Die Frage nach der besten Wärmepumpe setzt voraus, dass es ein Gerät gibt, das überall am besten ist. Das ist bei einer Wärmepumpe technisch ausgeschlossen. Ihre Effizienz ist keine Eigenschaft der Maschine, sondern das Verhältnis zweier Temperaturen: der Temperatur der Wärmequelle draußen und der Temperatur, die das Heizsystem drinnen verlangt. Beide Werte kommen vom Gebäude, nicht vom Hersteller.
Deshalb nennen wir hier keine Modellnummern, keine Testsieger und keine Ranglisten. Wir nennen die sechs Größen, die vor der Produktauswahl feststehen müssen. Wer sie kennt, kann in jedem Herstellerkatalog innerhalb weniger Minuten die passenden Geräte herausfiltern.
| Kriterium | Was es festlegt | Woher der Wert kommt |
|---|---|---|
| Heizlast in kW | Baugröße des Geräts, Modulationsbereich | Berechnung nach DIN EN 12831 oder Verbrauchsauswertung |
| Vorlauftemperatur | ob die Anlage überhaupt wirtschaftlich läuft | Heizkurve, Heizkörpergrößen, Messung im Winter |
| JAZ und SCOP | Stromverbrauch und Betriebskosten | Datenblatt, immer mit Betriebspunkt |
| Bauart | Montageaufwand, Wartung, Platzbedarf | Monoblock, Split, Sole, Wasser |
| Kältemittel | Zukunftsfähigkeit und maximale Vorlauftemperatur | F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 |
| Schallleistungspegel | möglicher Aufstellort auf dem Grundstück | Datenblatt, TA Lärm, Abstandsberechnung |
Auffällig ist, was in dieser Liste fehlt: der Markenname. Die Verdichter, Wärmetauscher und Inverter im Consumer-Markt stammen von einer überschaubaren Zahl von Zulieferern. Die Unterschiede zwischen zwei sauber ausgelegten Anlagen derselben Klasse liegen typischerweise bei 5 bis 10 Prozent Jahresarbeitszahl. Zwischen einer sauber und einer schlecht ausgelegten Anlage liegen 40 Prozent.
Heizlast und Auslegung: das erste Kriterium
Die Heizlast ist die Leistung, die das Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht. Sie wird nach DIN EN 12831 raumweise berechnet. Wer diesen Wert nicht kennt, kann keine Wärmepumpe auswählen, sondern nur raten. Und geraten wird traditionell zu groß, weil der alte Gaskessel meist doppelt so groß war wie nötig und als Referenz herhält.
| Gebäudestandard | Spezifische Heizlast | Heizlast bei 140 m² | Typische Geräteklasse |
|---|---|---|---|
| Neubau Effizienzhaus 40 | 20 bis 35 W/m² | 2,8 bis 4,9 kW | 4 bis 6 kW |
| Neubau nach GEG-Standard | 35 bis 50 W/m² | 4,9 bis 7,0 kW | 6 bis 8 kW |
| Saniert: Fenster, Dach, Fassade | 50 bis 70 W/m² | 7,0 bis 9,8 kW | 8 bis 10 kW |
| Teilsaniert, Baujahr 1980 bis 1995 | 70 bis 90 W/m² | 9,8 bis 12,6 kW | 10 bis 12 kW |
| Unsaniert, Baujahr vor 1978 | 100 bis 150 W/m² | 14,0 bis 21,0 kW | 14 bis 20 kW |
Die Kontrollrechnung über den Verbrauch
Solange keine Berechnung vorliegt, liefert der alte Brennstoffverbrauch eine brauchbare Näherung. Multiplizieren Sie den Jahresverbrauch in Kilowattstunden mit dem Kesselwirkungsgrad und teilen Sie durch die Vollbenutzungsstunden, in Deutschland üblicherweise 2.000 bis 2.200 Stunden. Beispiel: 20.000 kWh Gas, Wirkungsgrad 0,9, 2.100 Stunden ergibt 8,6 kW. Davon gehen noch rund 0,8 bis 1,2 kW für Warmwasser ab, die in der Heizlast getrennt zu betrachten sind.
Warum eine zu große Wärmepumpe schlechter ist als eine knapp bemessene: Ein Inverter moduliert typischerweise bis auf 30 bis 40 Prozent seiner Nennleistung herunter. Ein 16-kW-Gerät kommt damit nicht unter etwa 5 kW. An einem Novembertag mit 3 kW Bedarf schaltet es also ständig ein und aus. Jeder Start kostet Energie und Verdichterlebensdauer. Welche Leistungsklasse zu welchem Haus gehört, rechnen wir im Ratgeber zur 12-kW-Wärmepumpe im Detail durch.
Vorlauftemperatur: warum 55 °C die Grenze ist
Die Vorlauftemperatur ist die Zahl, die eine Wärmepumpenanlage rettet oder ruiniert. Physikalisch steht dahinter der Carnot-Zusammenhang: Die Leistungszahl fällt mit wachsendem Temperaturhub zwischen Quelle und Senke. Als belastbare Faustregel gilt, dass jedes Kelvin weniger Vorlauftemperatur die Effizienz um rund 2,5 Prozent verbessert.
| Vorlauftemperatur | Typische Heizfläche | COP bei A2 | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 30 bis 35 °C | Fußboden- oder Wandheizung | 4,2 bis 4,8 | Idealfall, jede Bauart wirtschaftlich |
| 40 bis 45 °C | große Niedertemperatur-Heizkörper | 3,6 bis 4,1 | sehr gut, Standard im sanierten Bestand |
| 50 bis 55 °C | vorhandene Heizkörper, abgeglichen | 2,9 bis 3,4 | noch wirtschaftlich, die praktische Grenze |
| 60 bis 65 °C | kleine Heizkörper im Altbau | 2,3 bis 2,7 | grenzwertig, nur mit Hochtemperaturgerät |
| 70 °C und mehr | unsanierter Altbau, Einrohrsystem | unter 2,3 | Wärmepumpe ist hier die falsche Heizung |
Der praktische Test kostet nichts: Stellen Sie an einem Tag mit 0 °C Außentemperatur die Vorlauftemperatur des vorhandenen Kessels schrittweise herunter, bis es in einem Raum nicht mehr warm wird. Der letzte funktionierende Wert, hochgerechnet auf die Norm-Außentemperatur Ihres Standorts, ist die Zahl, mit der Sie planen müssen. Meist liegt sie 10 bis 15 Kelvin unter dem, was die alte Heizkurve behauptet.
Bleibt der Bedarf über 55 °C, gibt es drei Wege: Heizflächen vergrößern, Gebäudehülle verbessern oder die Wärmepumpe mit einem vorhandenen Kessel kombinieren. Wie die dritte Variante technisch und förderrechtlich funktioniert, beschreiben wir in unserem Ratgeber zur Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe.
JAZ und SCOP richtig lesen
COP, SCOP und JAZ werden in Prospekten oft vermischt. Sie messen drei verschiedene Dinge, und nur eines davon zahlt am Ende Ihre Stromrechnung.
- COP: Momentanwert in einem einzigen Betriebspunkt, zum Beispiel A2/W35, also 2 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf. Ohne Angabe des Punkts ist die Zahl wertlos.
- SCOP: saisonaler Wert nach EN 14825, gemittelt über ein genormtes Klimaprofil. Für Deutschland ist die mittlere Klimazone (Referenz Straßburg) maßgeblich, die Werte für die warme Zone liegen systematisch höher.
- JAZ: die real gemessene Jahresarbeitszahl Ihrer Anlage, inklusive Heizstab, Umwälzpumpen, Abtauverlusten und Warmwasserbereitung. Sie liegt regelmäßig 0,3 bis 0,8 Punkte unter dem SCOP des Datenblatts.
- ηs: der Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad auf dem Energielabel. Er entsteht aus dem SCOP geteilt durch den Primärenergiefaktor 2,5 abzüglich Hilfsstrom. A+++ verlangt bei Niedertemperatur-Wärmepumpen mindestens 175 Prozent.
| Bauart | JAZ bei 35 °C Vorlauf | JAZ bei 55 °C Vorlauf | Mehrkosten der Quelle |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser, Monoblock | 3,5 bis 4,5 | 2,6 bis 3,2 | keine |
| Luft-Wasser, Split | 3,5 bis 4,5 | 2,6 bis 3,2 | keine |
| Sole-Wasser, Erdsonde | 4,0 bis 5,0 | 3,1 bis 3,7 | 8.000 bis 15.000 Euro |
| Sole-Wasser, Flächenkollektor | 3,8 bis 4,6 | 3,0 bis 3,5 | 4.000 bis 9.000 Euro |
| Wasser-Wasser, Grundwasser | 4,5 bis 5,5 | 3,4 bis 4,0 | 10.000 bis 18.000 Euro, plus Wasserrecht |
Lesen Sie die Tabelle waagerecht statt senkrecht: Der Sprung von 55 °C auf 35 °C bringt bei ein und derselben Bauart mehr als der Wechsel von Luft auf Erdreich. Genau deshalb ist die Investition in größere Heizkörper meist rentabler als die Investition in eine Erdsonde. Wie sich die JAZ auf konkrete Kilowattstunden übersetzt, rechnen wir unter Stromverbrauch einer Wärmepumpe nach.
Monoblock, Split oder Erdsonde: die Bauart wählen
Beide Bauarten arbeiten thermodynamisch gleich. Der Unterschied liegt darin, wo der Kältekreis endet. Beim Monoblock steckt der komplette Kreislauf in der Außeneinheit, ins Haus führen zwei wassergefüllte Leitungen. Bei der Splitanlage sitzt der Verdampfer draußen und der Verflüssiger drinnen, verbunden durch eine Kältemittelleitung.
| Merkmal | Monoblock | Split |
|---|---|---|
| Montage | ohne Kälteschein, hydraulischer Anschluss genügt | Kältetechnikbetrieb nötig, Leitung muss evakuiert werden |
| Dichtheitsprüfung | entfällt bei hermetisch geschlossenem Kreis | ab 5 t CO2-Äquivalent regelmäßig vorgeschrieben |
| Frostrisiko | vorhanden, Wasserleitung braucht Frostschutz oder Ablaufautomatik | keines, im Außenteil zirkuliert nur Kältemittel |
| Innenaufstellung | kompaktes Hydraulikmodul, oft 0,4 m² Stellfläche | Inneneinheit mit Verflüssiger, etwas größer |
| R290 verfügbar | durchgängig, Propan bleibt draußen | selten, da brennbares Kältemittel im Haus |
| Schall der Außeneinheit | meist etwas höher, Verdichter sitzt draußen | meist niedriger, Verdichter je nach Bauart innen |
Für den Regelfall im Einfamilienhaus fällt die Entscheidung zugunsten des Monoblocks, weil der geschlossene Kältekreis Wartungspflichten und Montagefehler ausschließt. Die Details zu Frostschutz, Leitungslänge und Aufstellung haben wir im Ratgeber zur Monoblock-Wärmepumpe gesammelt. Split bleibt die bessere Wahl, wenn die Außeneinheit besonders klein sein muss oder das Gebäude im Winter für längere Zeit unbeheizt bleibt.
Welche Wärmepumpe ist die beste für welches Gebäude?
Die folgende Tabelle beantwortet die eigentliche Frage. Sie ordnet Gebäudetypen den Bauarten zu, die dort technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind. Der Auslegungsvorlauf ist dabei der Wert bei Norm-Außentemperatur, nicht der Durchschnitt.
| Gebäude | Vorlauf | Sinnvolle Bauart | Erwartete JAZ |
|---|---|---|---|
| Neubau 140 m², Fußbodenheizung | 30 bis 35 °C | Luft-Wasser-Monoblock R290, 5 bis 7 kW | 4,0 bis 4,5 |
| Neubau mit Grundstück und Bohrgenehmigung | 30 bis 35 °C | Sole-Wasser mit Erdsonde, 6 bis 8 kW | 4,5 bis 5,0 |
| Saniertes EFH, Baujahr 1995, große Heizkörper | 45 bis 50 °C | Luft-Wasser-Monoblock R290, 8 bis 10 kW | 3,2 bis 3,8 |
| Reihenhaus, Nachbargrenze unter 4 m | 40 bis 50 °C | Split oder Monoblock mit Schallhaube, 6 bis 8 kW | 3,2 bis 3,8 |
| Zweifamilienhaus 260 m², teilsaniert | 50 bis 55 °C | Luft-Wasser 14 bis 16 kW, Puffer 300 bis 400 l | 2,9 bis 3,3 |
| Kleines Mehrfamilienhaus, 4 Parteien | 50 bis 55 °C | Kaskade aus 2 Geräten je 10 kW | 3,0 bis 3,5 |
| Unsanierter Altbau, kleine Heizkörper | 65 bis 70 °C | keine reine Wärmepumpe, erst Heizflächen und Hülle | unter 2,5 |
| Eigentumswohnung ohne eigene Heizzentrale | Zentralheizung | keine Wärmepumpe, allenfalls Luft-Luft-Splitgerät | nicht anwendbar |
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern, keine Testsieger und keine Produktpreise. Verbindlich ist allein die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch einen Fachplaner oder Heizungsbauer.
Die letzten beiden Zeilen sind die wichtigsten. Im unsanierten Altbau mit 70 °C Auslegungsvorlauf liegt die JAZ unter 2,5. Bei 0,28 Euro je Kilowattstunde Wärmepumpenstrom kostet die Kilowattstunde Wärme dann rund 11 Cent, also etwa so viel wie Gas, aber nach einer Investition von 30.000 Euro. Wer in dieser Situation zuerst Dach, Fenster und die drei kleinsten Heizkörper angeht, verschiebt den Auslegungsvorlauf oft in einem Zug von 70 auf 55 °C und verändert damit die gesamte Rechnung.
R290 und die F-Gase-Verordnung
Das Kältemittel entscheidet über zwei Dinge: die erreichbare Vorlauftemperatur und darüber, ob es das Gerät in zehn Jahren noch als Ersatzteil und Nachfüllung gibt. Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 gilt seit dem 11. März 2024 und senkt die Menge fluorierter Treibhausgase, die in der EU in Verkehr gebracht werden darf, stufenweise bis auf null im Jahr 2050.
| Kältemittel | GWP | Max. Vorlauf | Status |
|---|---|---|---|
| R290 (Propan) | 3 | bis rund 70 °C | natürlich, von den Verboten nicht erfasst, brennbar A3 |
| R744 (CO2) | 1 | bis 90 °C bei Warmwasser | natürlich, Nische, hoher Betriebsdruck |
| R32 | 675 | bis rund 60 °C | noch verbreitet, mittelfristig von der Quote betroffen |
| R410A | 2.088 | bis rund 55 °C | auslaufend, Einzelsplit unter 3 kg seit 1.1.2025 verboten |
Für die Kaufentscheidung zählen vor allem zwei Termine aus Anhang IV der Verordnung. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Monoblockgeräte bis 12 kW mit einem Kältemittel-GWP ab 150 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Für Splitsysteme bis 12 kW greift dieselbe GWP-Schwelle ab dem 1. Januar 2029. Bestehende Anlagen dürfen weiterlaufen, aber Nachfüllmengen werden über die sinkende Quote teurer.
Der Preis für Propan ist die Brennbarkeit. R290 gehört zur Sicherheitsgruppe A3, weshalb nach DIN EN 378 und IEC 60335-2-40 ein Schutzbereich um die Ausblasöffnung einzuhalten ist. In diesem Bereich dürfen keine Kellerschächte, Lichtschächte, Kellerfenster oder Abwassereinläufe liegen, weil Propan schwerer als Luft ist und sich in Vertiefungen sammelt. Bei üblichen Füllmengen von unter 500 Gramm ist die Zone klein, sie muss aber geplant werden. Details dazu im Ratgeber zur R290-Wärmepumpe.
Schall, TA Lärm und Mindestabstand
Der häufigste Grund, warum ein technisch passendes Gerät am Ende nicht gebaut werden kann, ist der Schall. Maßgeblich ist nicht der Schallleistungspegel des Geräts, sondern der Schalldruckpegel am nächstgelegenen fremden Fenster. Die Immissionsrichtwerte der TA Lärm gelten nachts, also zwischen 22 und 6 Uhr, und genau dann läuft die Wärmepumpe im Winter durch.
| Gebietstyp | Richtwert tags | Richtwert nachts |
|---|---|---|
| Reines Wohngebiet | 50 dB(A) | 35 dB(A) |
| Allgemeines Wohngebiet | 55 dB(A) | 40 dB(A) |
| Misch- und Dorfgebiet | 60 dB(A) | 45 dB(A) |
| Gewerbegebiet | 65 dB(A) | 50 dB(A) |
Aus dem Schallleistungspegel des Datenblatts ergibt sich der Abstand über die halbkugelförmige Ausbreitung: Der Schalldruckpegel sinkt um 20 mal den Logarithmus des Abstands, abzüglich 8 dB für die Abstrahlung über dem Boden. Bei Aufstellung vor einer Hauswand kommen 3 dB dazu, in einer Gebäudeecke 6 dB. Die folgenden Werte gelten für freie Aufstellung im Nachtbetrieb.
| Schallleistungspegel nachts | Abstand für 40 dB(A) | Abstand für 35 dB(A) |
|---|---|---|
| 50 dB(A) | 1,3 m | 2,2 m |
| 55 dB(A) | 2,2 m | 4,0 m |
| 60 dB(A) | 4,0 m | 7,1 m |
| 65 dB(A) | 7,1 m | 12,6 m |
| 70 dB(A) | 12,6 m | 22,4 m |
Die beste Wärmepumpe für ein enges Reihenhausgrundstück ist deshalb oft nicht die effizienteste, sondern die leiseste. Prüfen Sie vor der Auswahl den Datenblattwert für den Nachtmodus, nicht den für Volllast. Wenn der Abstand trotzdem nicht reicht, helfen Ausblasrichtung, Sockelentkopplung und eine bauartgeprüfte Einhausung, deren Wirkung wir unter Schallschutzhaube für die Wärmepumpe einordnen.
Förderung nach BEG und die 65-Prozent-Regel im GEG
Die Förderung verschiebt die Wirtschaftlichkeitsrechnung erheblich, ändert aber nichts an der Auslegung. Zuständig für den Heizungstausch ist seit 2024 die KfW mit dem Zuschuss aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude, nicht das BAFA. Beim BAFA laufen weiterhin die Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die Heizungsoptimierung und der hydraulische Abgleich.
| Förderbaustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Wärmepumpe aus der Liste förderfähiger Anlagen, selbstgenutzt oder vermietet |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | 20 % | Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung, Selbstnutzung |
| Einkommens-Bonus | 30 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro, Selbstnutzung |
| Effizienz-Bonus | 5 % | natürliches Kältemittel wie R290 oder Erdreich, Wasser, Abwasser als Quelle |
| Maximaler Fördersatz | 70 % | Deckelung, unabhängig von der Summe der Boni |
| Förderfähige Höchstkosten | 30.000 Euro | erste Wohneinheit, also bis zu 21.000 Euro Zuschuss |
Für Mehrfamilienhäuser gelten gestaffelte Höchstbeträge: 15.000 Euro je Wohneinheit für die zweite bis sechste und 8.000 Euro ab der siebten. Der Effizienz-Bonus ist der einzige Baustein, der direkt an eine technische Eigenschaft geknüpft ist. Er ist ein zusätzliches Argument für Propan, weil er die Mehrkosten eines R290-Geräts in der Regel vollständig aufwiegt.
Die 65-Prozent-Regel des GEG
Nach dem Gebäudeenergiegesetz muss jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Für Neubauten in Neubaugebieten gilt das seit dem 1. Januar 2024. Im Bestand ist die Pflicht an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt: In Gemeinden über 100.000 Einwohnern lief die Frist am 30. Juni 2026 ab, in kleineren Gemeinden läuft sie bis zum 30. Juni 2028. Eine Wärmepumpe gilt ohne weiteren Nachweis als Erfüllungsoption, eine Wärmepumpen-Hybridheizung ebenfalls. Spätestens ab 2045 ist der Betrieb mit fossilen Brennstoffen ausgeschlossen.
Typische Fehler
1. Nach dem besten Gerät suchen statt nach der richtigen Größe
Der häufigste und teuerste Fehler. Eine um 50 Prozent überdimensionierte Wärmepumpe verliert in der Übergangszeit durch Takten mehr Effizienz, als jeder Modellunterschied je ausmachen könnte. Die Heizlastberechnung gehört an den Anfang, nicht in die Angebotsphase.
2. Die Vorlauftemperatur nie gemessen haben
Viele Altbauten kommen mit 50 statt der eingestellten 65 °C aus, weil die Heizkurve seit dem Kesseleinbau nicht angefasst wurde. Ohne den gemessenen Wert wird entweder zu vorsichtig geplant, was ein Hochtemperaturgerät und dauerhaft schlechte JAZ bedeutet, oder zu optimistisch, was den Heizstab zum Dauerbetrieb zwingt.
3. Den Aufstellort erst nach der Bestellung planen
Der Schallnachweis ist keine Formalie. Steht die Außeneinheit erst einmal 2,5 Meter vor dem Schlafzimmerfenster des Nachbarn, sind nachträgliche Maßnahmen aufwendig und in ihrer Wirkung begrenzt. Klären Sie Abstand, Ausblasrichtung und Reflexionssituation vor der Auftragsvergabe.
4. Den Förderantrag zu spät stellen
Der Zuschuss muss vor Vorhabenbeginn beantragt werden. Erforderlich ist ein bereits geschlossener Liefer- und Leistungsvertrag, der unter der aufschiebenden Bedingung der Förderzusage steht. Wer unbedingt beauftragt und erst danach den Antrag stellt, verliert den kompletten Zuschuss, im Einfamilienhaus also bis zu 21.000 Euro.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Bei 35 °C Vorlauf erreichen Luft-Wasser-Geräte JAZ 3,5 bis 4,5, Erdsonden bis 5,0
- Die BEG-Förderung deckt bis zu 70 Prozent der Kosten, maximal 21.000 Euro im Einfamilienhaus
- Eine Wärmepumpe erfüllt die 65-Prozent-Regel des GEG ohne zusätzlichen Nachweis
- R290-Geräte sind von den Verboten der F-Gase-Verordnung nicht betroffen und liefern bis rund 70 °C
- Monoblockbauweise kommt ohne Kälteschein, Dichtheitsprüfung und Kältemittelleitung im Haus aus
✕ Nachteile
- Über 60 °C Auslegungsvorlauf fällt die JAZ unter 2,5 und die Wärmekosten erreichen Gasniveau
- Überdimensionierung führt zu Takten und kostet mehr Effizienz als jeder Modellunterschied bringt
- Der Schallleistungspegel begrenzt den Aufstellort, bei 65 dB(A) sind bis zu 12,6 Meter Abstand nötig
- Erdsonde und Grundwassernutzung erfordern Genehmigung und kosten 8.000 bis 18.000 Euro zusätzlich
- In der Eigentumswohnung ohne eigene Heizzentrale ist eine Wärmepumpe faktisch keine Option
Fazit
Die beste Wärmepumpe ist die, die zu Ihrem Gebäude passt
Es gibt keine beste Wärmepumpe als Produkt. Entscheidend sind Heizlast nach DIN EN 12831, gemessene Vorlauftemperatur, JAZ im richtigen Betriebspunkt, Bauart, Kältemittel und Schallleistungspegel. Wer diese sechs Werte kennt, findet in jedem Katalog das passende Gerät.
Für das typische Einfamilienhaus mit 6 bis 10 kW Heizlast und einem Auslegungsvorlauf bis 50 °C ist ein modulierender Luft-Wasser-Monoblock mit R290 die naheliegende Wahl: geschlossener Kältekreis, zukunftssicheres Kältemittel und 5 Prozent Effizienz-Bonus obendrauf. Liegt der Auslegungsvorlauf dagegen bei 70 °C, ist keine Wärmepumpe die richtige Antwort. Dann sind zuerst Heizflächen und Gebäudehülle an der Reihe.
Weiterführende Links und Quellen
- Monoblock-Wärmepumpe, R290-Wärmepumpe, Schallschutzhaube für die Wärmepumpe, Hybridheizung Gas und Wärmepumpe, Wärmepumpe 12 kW
- Wärmepumpe 10 kW, Wärmepumpe 20 kW, Stromverbrauch einer Wärmepumpe, Negative Erfahrungen mit Wärmepumpen
- Umweltbundesamt, Kältemittel, F-Gase und Emissionen aus Wärmepumpen
- BAFA, Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Heizungsoptimierung
- Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, Anhang IV, Inverkehrbringungsverbote ab 2025, 2027 und 2029
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), 65-Prozent-Regel und Kopplung an die kommunale Wärmeplanung
- DIN EN 12831, Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast, und EN 14825 für SCOP-Angaben
- DIN EN 378 und IEC 60335-2-40, Sicherheitsanforderungen bei brennbaren Kältemitteln wie R290
- TA Lärm, Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm, Immissionsrichtwerte nach Gebietstyp
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Welche wärmepumpe ist die beste?
Die, deren Leistung zur berechneten Heizlast Ihres Hauses passt und die die tatsächlich benötigte Vorlauftemperatur ohne Heizstab schafft. Bei Fußbodenheizung und 35 °C Vorlauf ist das fast immer eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als Monoblock mit R290. Bei 55 °C und mehr entscheidet die Frage, ob sich die Heizflächen vergrößern lassen, über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage.
Was ist die beste wärmepumpe für einen Altbau?
Zuerst gilt: Wenn das Gebäude bei minus 10 °C Außentemperatur 70 °C Vorlauf braucht, ist keine Wärmepumpe die beste Lösung. Sinnvoll wird sie ab etwa 55 °C. Dann ist ein modulierendes Luft-Wasser-Gerät mit R290 die übliche Wahl, weil Propan Vorlauftemperaturen bis 70 °C ohne Heizstab erreicht. Vorher lohnt sich immer ein hydraulischer Abgleich und der Tausch der drei kleinsten Heizkörper.
Welches ist die beste wärmepumpe 2025 und 2026?
Die Jahreszahl ändert an der Auswahllogik wenig. Verändert hat sich der Rahmen: Seit der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 wandert der Markt zu Propan, und die Fristen der kommunalen Wärmeplanung nach GEG greifen seit dem 30. Juni 2026 in Städten über 100.000 Einwohnern. Wer heute kauft, sollte deshalb ein Gerät mit natürlichem Kältemittel wählen, schon wegen des Effizienz-Bonus von 5 Prozent.
Wärmepumpe welche ist die beste für ein Einfamilienhaus?
Im typischen Einfamilienhaus mit 120 bis 160 m² und einer Heizlast von 6 bis 10 kW ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe als Monoblock der Standardfall. Sie braucht keine Kältemittelleitung ins Haus, keinen Kälteschein für die Montage und keine Bohrgenehmigung. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe erreicht 0,5 bis 1,0 JAZ-Punkte mehr, kostet aber 8.000 bis 15.000 Euro zusätzlich für die Erdsonde.
Ist eine Monoblock- oder eine Split-Wärmepumpe besser?
Für den Neubau und die meisten Sanierungen der Monoblock, weil der Kältekreis werkseitig geschlossen ist und deshalb weder eine jährliche Dichtheitsprüfung noch ein Kältetechnikbetrieb für die Verbindung nötig wird. Split ist dort im Vorteil, wo die Außeneinheit klein und leise sein muss oder wo Frostschutz für die wassergefüllte Außenleitung schwierig ist, etwa bei langen Leitungswegen.
Welche wärmepumpe hat die beste jahresarbeitszahl?
Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit Grundwasser als Quelle erreichen JAZ 4,5 bis 5,5, Sole-Wasser-Anlagen mit Erdsonde 4,0 bis 5,0, Luft-Wasser-Geräte bei 35 °C Vorlauf 3,5 bis 4,5. Der Abstand schrumpft aber, sobald die Vorlauftemperatur steigt: Bei 55 °C liegen alle Bauarten deutlich niedriger. Die Heizfläche beeinflusst die JAZ stärker als die Wahl der Wärmequelle.
Ab welcher Vorlauftemperatur lohnt sich eine Wärmepumpe nicht mehr?
Ab etwa 60 °C Auslegungsvorlauf wird es kritisch, ab 65 bis 70 °C in aller Regel unwirtschaftlich. Der Grund ist thermodynamisch: Mit jedem Kelvin Temperaturhub sinkt der COP um rund 2,5 Prozent. Zwischen 35 °C und 65 °C liegt fast eine Halbierung der Effizienz. In diesem Fall sind erst Heizflächen und Gebäudehülle dran, oder eine Hybridlösung.
Ist eine Wärmepumpe mit R290 die bessere Wahl?
In den meisten Fällen ja. Propan hat einen GWP von 3 statt 675 bis 2.088 bei den gängigen HFKW, fällt nicht unter die Verbote der F-Gase-Verordnung und erreicht Vorlauftemperaturen bis rund 70 °C. Der Preis dafür: Propan ist brennbar (Sicherheitsgruppe A3), weshalb um die Außeneinheit ein Schutzbereich einzuhalten ist, in dem keine Kellerschächte oder Lichtschächte liegen dürfen.
Wie laut darf eine Wärmepumpe im Reihenhaus sein?
Maßgeblich ist nicht das Gerät, sondern der Schalldruckpegel am nächstgelegenen fremden Fenster. Nach TA Lärm gelten nachts 40 dB(A) im allgemeinen und 35 dB(A) im reinen Wohngebiet. Bei einem Schallleistungspegel von 55 dB(A) im Nachtbetrieb und freier Aufstellung entspricht das etwa 2,2 beziehungsweise 4 Metern Abstand. Vor einer Wand kommen 3 dB dazu, in einer Ecke 6 dB.
Wie viel Förderung gibt es für eine Wärmepumpe?
Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Dazu kommen 20 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus beim Austausch einer alten fossilen Heizung, 30 Prozent Einkommens-Bonus bis 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen und 5 Prozent Effizienz-Bonus für natürliche Kältemittel oder Erdreich als Quelle. Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent auf maximal 30.000 Euro Kosten im Einfamilienhaus.