KLIMAANLAGE

Klimaanlage mit Heizfunktion: was sie im Winter wirklich leistet

Split-Innengerät einer Klimaanlage mit Heizfunktion in einer Wohnung
Ein reversibles Splitgerät ist bauartgleich mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe, Foto: Pexels

Eine Klimaanlage mit Heizfunktion wird meistens als Zusatzfunktion verkauft, als netter Bonus zum Kühlen. Physikalisch ist es umgekehrt: Das Gerät ist eine vollwertige Luft-Luft-Wärmepumpe, die im Sommer rückwärts läuft. Wer im Oktober oder März damit heizt, erreicht Arbeitszahlen von 3 bis 4 und schlägt jede Infrarot-, Nachtspeicher- oder Konvektorheizung um den Faktor drei bis vier.

Dieser Ratgeber rechnet den Heizbetrieb durch: wie das Vier-Wege-Ventil arbeitet, was SCOP und COP wirklich aussagen, wie viel Heizleistung bei fallender Außentemperatur übrig bleibt, was Abtauzyklen kosten und wo die Grenze zur Luft-Wasser-Wärmepumpe verläuft. Die Bauarten und Ausstattungsvarianten ordnen wir ausführlich im Ratgeber zur Klimaanlage mit Heizung ein, hier geht es um die Physik und die Betriebskosten.

Warum das Gerät eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist

Eine Klimaanlage mit Heizfunktion baut keinen zweiten Kreislauf für den Winter ein. Sie benutzt dieselben vier Bauteile wie im Kühlbetrieb: Verdichter, zwei Wärmetauscher und ein Expansionsventil. Umgeschaltet wird nur die Richtung, in die das Kältemittel fließt. Damit ist das Gerät exakt das, was in der Heizungsbranche Luft-Luft-Wärmepumpe heißt.

Das Vier-Wege-Ventil

Der Umschalter sitzt direkt hinter dem Verdichter. Im Kühlbetrieb schickt er das heiße, verdichtete Gas nach außen, im Heizbetrieb nach innen. Der Wärmetauscher im Außengerät wird dadurch vom Verflüssiger zum Verdampfer, der Wärmetauscher im Innengerät umgekehrt. Eine Klimaanlage mit Wärmetauscher auf beiden Seiten ist also keine besondere Bauart, sondern der Normalfall: Ohne zwei Wärmetauscher funktioniert kein Kältekreis.

BauteilKühlbetriebHeizbetrieb
Vier-Wege-VentilHeißgas zum AußengerätHeißgas zum Innengerät
Wärmetauscher innenVerdampfer, kühlt und entfeuchtetVerflüssiger, gibt Wärme ab
Wärmetauscher außenVerflüssiger, gibt Wärme abVerdampfer, entzieht Außenluft Wärme
Kondensatfällt innen an, Ablaufschlauchfällt außen an, Kondensatwanne
Verdichterläuft, Drehzahl geregeltläuft, Drehzahl geregelt

Wichtig ist die Konsequenz für die Aufstellung: Im Heizbetrieb fällt das Kondensat draußen an, nicht drinnen. Bei Frost gefriert es unter dem Außengerät, wenn kein Ablauf und keine Kondensatwannenheizung vorhanden sind. Eine Eisplatte auf dem Balkon oder dem Gehweg ist kein theoretisches Problem, sondern der häufigste Beschwerdegrund in der ersten Heizsaison.

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SCOP, COP und die Heizleistung bei minus 7 Grad

Zwei Kennzahlen beschreiben den Heizbetrieb, und sie werden regelmäßig verwechselt. Der COP ist ein Momentanwert bei einer definierten Außentemperatur. Der SCOP ist der Saisonwert nach EN 14825, gemittelt über ein genormtes Temperaturprofil der sogenannten durchschnittlichen Heizsaison, inklusive Abtauverlusten, Standby und Teillastverhalten.

Außentemperaturverfügbare HeizleistungCOPBedeutung
+12 °C100 %, meist gedrosselt4,8 bis 5,5Teillastpunkt D nach EN 14825
+7 °C100 % (Nennpunkt)4,2 bis 5,0Nennheizleistung nach EN 14511
+2 °C90 bis 100 %3,0 bis 3,6Abtauzyklen setzen ein
-7 °C70 bis 90 %2,1 bis 2,8der entscheidende Prüfpunkt
-15 °C55 bis 75 %1,7 bis 2,2nur Kaltklimageräte halten das
-20 bis -25 °CEinsatzgrenzeabschaltenGerät geht in Störung oder E-Heizung

Der Punkt bei minus 7 Grad ist der, den Hersteller in Prospekten am liebsten weglassen. Er entscheidet aber darüber, ob das Gerät an einem klaren Januarmorgen den Raum noch warm bekommt. Die Norm setzt für das durchschnittliche europäische Klima eine Auslegungstemperatur von minus 10 Grad an, in Deutschland liegt die regionale Norm-Außentemperatur je nach Standort zwischen minus 10 und minus 16 Grad. Wählen Sie das Gerät nach der Heizleistung bei minus 7 Grad aus, nicht nach der Kühlleistung auf dem Karton.

Die Energieeffizienzklassen für die Heizsaison

Klasse (Heizen, mittlere Saison)SCOPEinordnung
A+++ab 5,10Spitzengeräte, deutlicher Aufpreis
A++4,60 bis 5,09sinnvolles Ziel für echten Heizbetrieb
A+4,00 bis 4,59guter Durchschnitt im Handel
A3,40 bis 3,99Einstiegsklasse
B3,10 bis 3,39knapp über dem gesetzlichen Minimum
C und schlechterunter 3,10für Heizen ungeeignet

Die Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 206/2012 verlangt seit 2014 für Split-Geräte unter 12 kW mindestens SEER 4,60 im Kühlen und SCOP 3,80 im Heizen. Alles, was heute neu verkauft wird, liegt also mindestens in Klasse A. Der Sprung von A auf A++ bringt rund 20 bis 25 Prozent weniger Stromverbrauch über die Saison und rechnet sich bei ernsthaftem Heizbetrieb meist innerhalb von fünf bis acht Jahren.

Außengerät einer Split-Klimaanlage an einer Hauswand
Im Heizbetrieb wird das Außengerät zum Verdampfer und vereist bei feuchter Kälte, Foto: Pexels

Abtauzyklen: warum die Leistung im Winter einbricht

Im Heizbetrieb kühlt der Außenwärmetauscher die vorbeiströmende Luft um 4 bis 8 Kelvin ab. Liegt die Lamellentemperatur unter dem Taupunkt und unter null Grad, schlägt sich die Luftfeuchte als Reif nieder. Die Reifschicht wirkt wie eine Dämmung, der Luftstrom sinkt, die Leistung fällt. Also muss das Gerät abtauen.

Das geschieht bei den allermeisten Splitgeräten über eine Kreisumkehr: Das Vier-Wege-Ventil schaltet für einige Minuten zurück auf Kühlen, das heiße Gas läuft nach außen und schmilzt den Reif ab. In dieser Zeit heizt das Gerät den Raum nicht, sondern entzieht ihm sogar Wärme. Das Innengerät stoppt deshalb den Ventilator, damit kein kalter Zug entsteht.

BedingungAbtauhäufigkeitDauer je ZyklusSaisonverlust
unter -10 °C, trockene Kälteselten3 bis 5 Minutengering, unter 5 %
-2 bis +5 °C, Nebel oder Nieselregenalle 40 bis 60 Minuten5 bis 10 Minuten10 bis 15 %
+5 bis +10 °Ckaum nötigkeinekeiner
Außengerät in Bodennähe, Laub, Schneedeutlich häufigerlängerzusätzlich 5 bis 10 %

Der ungünstigste Bereich ist also nicht die tiefste Kälte, sondern der feuchte Nullgradbereich, der in Deutschland einen großen Teil der Heizsaison ausmacht. Praktische Gegenmaßnahmen: Außengerät mindestens 30 cm über dem zu erwartenden Schneeniveau montieren, den Kondensatablauf frei halten, das Gerät nicht in eine geschlossene Nische stellen und einen Wandabstand von mindestens 10 bis 15 cm einhalten, damit die kalte Fortluft nicht wieder angesaugt wird.

Heizkosten gegen Gas und Direktstrom gerechnet

Der Vergleich funktioniert nur über den Preis je Kilowattstunde nutzbarer Wärme. Wir rechnen mit 0,32 Euro je Kilowattstunde Haushaltsstrom und 0,11 Euro je Kilowattstunde Gas inklusive CO2-Bepreisung. Beides sind Größenordnungen, keine Garantien: Prüfen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis, bevor Sie die Investition begründen.

WärmeerzeugerArbeitszahlEnergiepreisKosten je kWh Wärme
Direktstromheizer, Infrarot, Konvektor1,00,32 €/kWh32,0 Cent
Gasbrennwertkessel0,920,11 €/kWh12,0 Cent
Klimaanlage bei -7 °C2,20,32 €/kWh14,5 Cent
Klimaanlage über die SaisonSCOP 3,80,32 €/kWh8,4 Cent
Klimaanlage in der Übergangszeit4,00,32 €/kWh8,0 Cent
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit SondertarifJAZ 3,50,26 €/kWh7,4 Cent

Für ein Zimmer mit 25 Quadratmetern und einem Wärmebedarf von rund 1.900 Kilowattstunden im Jahr bedeutet das: etwa 160 Euro mit der Klimaanlage, rund 228 Euro mit Gas und knapp 610 Euro mit einem Direktstromheizer. Der Abstand zum Direktstrom ist der eigentliche Punkt dieses Ratgebers. Wer heute mit Strom direkt heizt, spart mit einem reversiblen Splitgerät zwei Drittel bis drei Viertel der Kosten, und zwar ohne bauliche Änderung am Heizsystem.

Gegen Gas ist der Vorsprung dagegen schmal. Er kippt, sobald der Strompreis über etwa 0,44 Euro steigt oder der SCOP durch schlechte Auslegung unter 3,0 fällt. Umgekehrt vergrößert er sich mit jeder Erhöhung der CO2-Bepreisung und mit jeder selbst erzeugten Kilowattstunde vom Dach. Wie stark eine Wärmepumpe insgesamt am Stromzähler zieht, haben wir im Ratgeber Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe aufgeschlüsselt.

Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe und die GEG-Frage

Beide Geräte holen Wärme aus der Außenluft, danach trennen sich die Wege. Die Luft-Luft-Variante gibt sie direkt an die Raumluft ab, die Luft-Wasser-Variante an einen Heizwasserkreis. Das klingt nach einem Detail und ist in Wahrheit der entscheidende Unterschied für alles Weitere.

KriteriumKlimaanlage mit HeizfunktionLuft-Wasser-Wärmepumpe
WärmeabgabeRaumluft, je Raum ein InnengerätHeizkörper oder Fußbodenheizung
Warmwassernicht möglichüber Speicher, 45 bis 55 °C
Investition je Wohneinheit2.000 bis 8.000 €15.000 bis 35.000 €
Kühlen im Sommerja, das ist die Grundfunktionnur mit Zusatzausstattung
ReaktionszeitMinutenStunden, träge Masse
Förderung nach BEGnur in Gebäuden ohne wassergeführtes Systemja, Heizungsförderung über die KfW
Nachrüstung im Bestandeinfach, Kernbohrung genügtaufwendig, Heizkreis prüfen

Die Klimaanlage ist damit ein Einzelraumgerät mit Wärmepumpentechnik, keine Zentralheizung. Sie ist stark, wo Sie schnell einen einzelnen Raum warm bekommen wollen, und schwach, wo eine gleichmäßige Grundwärme im ganzen Haus gefragt ist. Den direkten Systemvergleich vertiefen wir im Beitrag Wärmepumpe und Klimaanlage.

Die 65-Prozent-Regel im GEG

Paragraf 71 des Gebäudeenergiegesetzes verlangt, dass eine neu eingebaute Heizung 65 Prozent der bereitgestellten Wärme aus erneuerbaren Energien deckt. Wärmepumpen gelten als Erfüllungsoption, und die Luft-Luft-Wärmepumpe ist eine Wärmepumpe. Trotzdem erfüllt ein einzelnes Splitgerät im Wohnzimmer die Anforderung in aller Regel nicht, aus drei Gründen:

  • Deckungsgrad: Die Regel bezieht sich auf die Heizungsanlage des Gebäudes. Ein Gerät in einem von sechs Räumen deckt die Heizlast nicht.
  • Warmwasser: Bleibt die Gastherme für das Warmwasser in Betrieb, bleibt sie Teil der Wärmeversorgung.
  • Nachweis: Der Nachweis muss von einer fachkundigen Person geführt werden und stützt sich auf die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, nicht auf eine Faustformel.

Die Pflicht greift außerdem gestaffelt: In Neubaugebieten gilt sie bereits, im Bestand ist sie an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt, deren Frist für Städte über 100.000 Einwohner zum 30. Juni 2026 und für kleinere Gemeinden zum 30. Juni 2028 läuft. Wer die Klimaanlage ausdrücklich als Heizungsersatz plant, sollte die Auslegung und den Nachweis vor dem Kauf mit einem Fachbetrieb klären, nicht danach.

Monoblock, Split und Multisplit im Heizbetrieb

Für den reinen Kühlbetrieb sind alle Bauarten irgendwie brauchbar. Für den Heizbetrieb trennt sich die Spreu deutlich, weil jeder Effizienzverlust im Winter direkt auf die Stromrechnung durchschlägt.

BauartCOP im HeizbetriebEignung zum HeizenAnmerkung
Mobiles Gerät mit einem Abluftschlauch2,0 bis 2,6NotlösungUnterdruck saugt kalte Außenluft nach
Mobiles Gerät mit Zuluftschlauch (zwei Schläuche)2,4 bis 3,0brauchbarkein Unterdruck, deutlich besser
Monoblock durch die Wand, Kreis werkseitig geschlossen3,0 bis 3,6gutohne Kälteschein installierbar
Split, ein Innengerät4,0 bis 5,0sehr gutder Standard für echten Heizbetrieb
Multisplit mit 2 bis 5 Innengeräten3,6 bis 4,5gutGleichzeitigkeitsfaktor beachten
Deckenkassette, Vier-Wege-Auslass3,6 bis 4,4gutabgehängte Decke erforderlich

Der Sprung von Monoblock auf Split ist der größte Hebel im ganzen Kapitel. Ein Monoblock-Gerät muss die Wärme über Luftschläuche transportieren, ein Splitgerät über Kältemittelleitungen. Kältemittel transportiert bei gleichem Querschnitt ein Vielfaches der Energie, weil es die Phase wechselt. Deshalb liegt der COP der Splitbauweise im Heizbetrieb um Welten höher.

Wie viele Innengeräte sinnvoll sind

Eine Klimaanlage mit einem Innengerät versorgt einen Raum. Für mehrere Räume gibt es die Multisplit-Bauweise, klassisch als Klimaanlage mit 3 Innengeräten für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Büro, oder als Klimaanlage mit 4 Innengeräten für ein zusätzliches Kinderzimmer. Der Haken im Heizbetrieb: Das Außengerät ist auf einen Gleichzeitigkeitsfaktor ausgelegt und liefert weniger Leistung als die Summe aller Innengeräte. Im Sommer geht diese Rechnung auf, weil nie alle Räume gleichzeitig Volllast fordern. Im Winter fordern sie es sehr wohl, nämlich morgens um sechs. Bei einer Anlage mit drei Innengeräten, die tatsächlich heizen soll, sollten Sie das Außengerät deshalb auf mindestens 80 Prozent der Summenleistung auslegen lassen.

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Alle Leistungs- und COP-Angaben sind typische Bereiche aus Datenblättern der jeweiligen Geräteklasse, keine Messwerte eines bestimmten Modells.

R32, R290 und wer die Anlage anschließen darf

Das Kältemittel entscheidet über Effizienz, Umweltwirkung und darüber, wer die Anlage überhaupt anfassen darf. Maßgeblich ist die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573, die seit 2024 die frühere Verordnung 517/2014 ersetzt und die zulässigen Treibhauspotenziale schrittweise absenkt.

KältemittelGWPSicherheitsklasseDichtheitsprüfung ab
R410A2.088A1, nicht brennbar2,4 kg Füllmenge
R32675A2L, schwer entflammbar7,4 kg Füllmenge
R454B466A2L, schwer entflammbar10,7 kg Füllmenge
R290 (Propan)3A3, brennbarkein F-Gas, keine Pflicht

Die Grenze für die wiederkehrende Dichtheitsprüfung liegt bei 5 Tonnen CO2-Äquivalent. Für R32 entspricht das rund 7,4 Kilogramm Füllmenge, für R410A nur 2,4 Kilogramm. Haushaltsübliche Splitgeräte enthalten 0,5 bis 1,5 Kilogramm und liegen damit unter der Schwelle. Eine jährliche Prüfpflicht besteht für sie also nicht, eine fachgerechte Entsorgung am Lebensende sehr wohl.

R290 ist kein fluoriertes Treibhausgas und fällt deshalb gar nicht unter die Verordnung. Der Preis dafür ist die Brennbarkeit: Propan gehört zur Sicherheitsklasse A3, weshalb es im Wohnbereich fast ausschließlich in Monoblock-Bauweise mit vollständig außenliegendem Kältekreis eingesetzt wird. Die Details dazu haben wir im Beitrag zur R290-Wärmepumpe zusammengestellt.

Die Sachkundepflicht

Arbeiten am Kältekreis, also Bördeln, Vakuumieren, Befüllen und Entleeren, dürfen nach Verordnung (EU) 2015/2067 und der deutschen Chemikalien-Klimaschutzverordnung nur Personen mit einem Sachkundenachweis der Kategorie I durchführen, in der Praxis der zertifizierte Kälteanlagenbauer. Das ist kein Formalismus: Eine schlecht gebördelte Verbindung verliert über Monate Kältemittel, der COP sinkt schleichend, und der Verdichter läuft irgendwann trocken.

Systeme mit vorgefüllten, selbstdichtenden Schnellkupplungen umgehen diese Anforderung konstruktiv, weil der Kreis beim Anschluss nicht geöffnet wird. Ob das im Einzelfall trägt, hängt an der Bauart und an der Herstellerdokumentation. Was dabei zu beachten ist, steht im Ratgeber zur Klimaanlage mit Quick Connect. Für die Elektrik gilt unabhängig davon: Ein Festanschluss gehört in die Hand einer Elektrofachkraft nach VDE-AR-N 4100.

Klimaanlage mit Wasser, Solar, WLAN und Luftreinigung

Rund um die Heizfunktion kursieren viele Zusatzbezeichnungen, von denen einige eine echte Bauart beschreiben und andere reines Marketing sind. Die folgende Übersicht ordnet sie im Hinblick auf den Heizbetrieb ein.

BezeichnungWas dahinterstecktNutzen beim Heizen
Klimaanlage mit WassertankKondensatbehälter im mobilen Gerätkeiner, im Heizbetrieb fällt das Kondensat außen an
Klimaanlage mit Wasserkühlungwassergekühlter Verflüssiger statt LuftGewerbe und Rechenzentrum, nicht für Wohnräume
Klimaanlage mit KaltwasserKaltwassersatz mit GebläsekonvektorenGewerbe, heizt nur mit reversiblem Chiller
Klimaanlage mit Solar oder SolarbetriebBetrieb mit PV-Stromim Sommer stark, im Winter kaum Deckung
Klimaanlage mit Gas oder GasbetriebGasmotor-Wärmepumpe oder AbsorptionskälteGewerbe ab etwa 20 kW, im Wohnbau irrelevant
Klimaanlage mit LuftreinigungFein- oder Aktivkohlefilter im Innengerätangenehm, ersetzt keinen HEPA-Luftreiniger
Klimaanlage mit Luftbefeuchterselten, meist nur ein Wasserreservoirgering, der Heizbetrieb trocknet weniger als der Kühlbetrieb
Klimaanlage mit WLANApp-Steuerung und Zeitprogrammereal, weil Vorheizen und Nachtabsenkung den SCOP verbessern

Zwei Punkte verdienen eine Einordnung. Erstens der Begriff Gas: In Anzeigen meint eine Klimaanlage mit Gas fast immer nur das Kältemittel im Kreislauf, nicht eine Gasfeuerung. Echte gasbetriebene Kältemaschinen gibt es, sie arbeiten mit Gasmotor oder Absorption und beginnen erst im gewerblichen Leistungsbereich. Zweitens die Luftreinigung: Der Filter im Innengerät schützt in erster Linie den Wärmetauscher vor Verschmutzung. Wer Sporen oder Feinstaub gezielt aus der Luft holen will, braucht ein separates Gerät nach EN 1822.

Gewerbliche Sonderfälle

Ein Restaurant mit Klimaanlage arbeitet fast immer mit Deckenkassetten oder Kanalgeräten, weil Wandgeräte im Gastraum Zugerscheinungen an einzelnen Tischen erzeugen. Die Heizfunktion ist dort wertvoll, weil sie die Übergangszeit ohne Anfahren der Zentralheizung abdeckt. Ein Serverschrank mit Klimaanlage ist der Gegenfall: Dort fällt ganzjährig Abwärme an, gekühlt wird auch im Januar, und die Heizfunktion bleibt schlicht ungenutzt. Sinnvoll ist dort eher die Frage, ob sich die Abwärme in benachbarte Räume verschieben lässt.

Typische Fehler

1. Das Gerät nach der Kühlleistung auswählen

Auf der Verpackung steht die Kühlleistung, im Winter zählt die Heizleistung bei minus 7 Grad. Die beiden Werte laufen auseinander: Ein Gerät mit 3,5 kW Kühlleistung liefert bei minus 7 Grad je nach Bauart nur noch 2,5 bis 3,1 kW Wärme. Rechnen Sie die Heizlast des Raums mit 60 bis 100 Watt je Quadratmeter und legen Sie danach aus.

2. Ein Gerät für die ganze Wohnung einplanen

Warme Luft fließt nicht um Ecken. Ein einzelnes Innengerät im Wohnzimmer heizt das Schlafzimmer hinter zwei geschlossenen Türen nicht mit. Wer mehrere Räume warm bekommen will, braucht je Raum ein Innengerät, also eine Multisplit-Anlage, oder muss die Erwartung an die Klimaanlage als Vollheizung fallen lassen.

3. Den Kondensatablauf im Winter vergessen

Im Heizbetrieb produziert das Außengerät bei jedem Abtauzyklus Wasser. Ohne Ablaufwanne, frostfrei verlegte Leitung und ausreichenden Bodenabstand entsteht darunter eine Eisplatte, im ungünstigen Fall auf einem Gehweg. Das ist der häufigste Mangel, der erst im Dezember auffällt.

4. Die Heizfunktion als Ersatz für Dämmung betrachten

Ein COP von 4 senkt die Kosten je Kilowattstunde, nicht den Bedarf. In einem Raum mit ungedämmten Außenwänden und alten Fenstern läuft die Anlage im Dauerbetrieb an der Leistungsgrenze und arbeitet genau dann am ineffizientesten, wenn es am kältesten ist. Dämmung und Fenster zuerst, Technik danach.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Heizt in der Übergangszeit mit COP 4 bis 5 und damit drei- bis viermal günstiger als jeder Direktstromheizer
  • Kühlen und Heizen aus einem Gerät, ohne zweites System und ohne Heizkreis
  • Nachrüstbar im Bestand, eine Kernbohrung und ein Stromanschluss genügen
  • Reagiert in Minuten, ideal für selten genutzte Räume, Büro oder Hobbyraum
  • Investition von 2.000 bis 8.000 Euro je Wohneinheit, ein Bruchteil einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

✕ Nachteile

  • Kein Warmwasser, kein Heizkreis, damit kein vollwertiger Ersatz für die Zentralheizung
  • Bei minus 7 Grad bleiben nur 70 bis 90 Prozent der Nennleistung und ein COP um 2,1 bis 2,8
  • Abtauzyklen kosten über die Saison 5 bis 15 Prozent Energie und stoppen zwischendurch die Wärmeabgabe
  • Warme Luft statt Strahlungswärme, die Verteilung im Raum bleibt ungleichmäßig
  • Kältekreis nur durch zertifizierte Fachbetriebe, Außengerät braucht Zustimmung von Vermieter oder WEG

Fazit

🏆 Empfehlenswert als Ergänzung

Klimaanlage mit Heizfunktion: die beste Zusatzheizung, keine Zentralheizung

4.1/ 5

Als Ersatz für Direktstromheizungen ist ein reversibles Splitgerät technisch und wirtschaftlich klar überlegen: Statt 32 Cent kostet die Kilowattstunde Wärme 8 bis 9 Cent. Als alleinige Heizung des Gebäudes scheitert sie an Warmwasser, Raumverteilung und dem GEG-Nachweis.

Wählen Sie ein Inverter-Splitgerät mit SCOP über 4,6, achten Sie auf die ausgewiesene Heizleistung bei minus 7 Grad und planen Sie den Kondensatablauf des Außengeräts von Anfang an frostsicher. Wer mehrere Räume heizen will, plant je Raum ein Innengerät und lässt das Außengerät auf mindestens 80 Prozent der Summenleistung auslegen. Und wer die Gastherme wirklich ablösen will, prüft zuerst die Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Ist eine Klimaanlage mit Heizfunktion wirklich eine Wärmepumpe?

Ja, technisch vollständig. Sie enthält Verdichter, Expansionsorgan und zwei Wärmetauscher, genau wie jede Wärmepumpe. Der einzige Unterschied zur klassischen Heizungswärmepumpe ist das Vier-Wege-Ventil, das die Strömungsrichtung des Kältemittels umkehrt, und die Wärmeabgabe an die Raumluft statt an Heizwasser. In der Fachsprache heißt die Bauart Luft-Luft-Wärmepumpe.

Wie viel Heizleistung bleibt bei minus 7 Grad übrig?

Je nach Gerät 70 bis 90 Prozent der Nennheizleistung, die bei plus 7 Grad gemessen wird. Ein Gerät mit 3,5 kW Nennleistung liefert bei minus 7 Grad also rund 2,5 bis 3,1 kW. Gleichzeitig sinkt der COP von etwa 4,5 auf 2,1 bis 2,8. Prüfen Sie im Datenblatt die Angabe für den Punkt minus 7 Grad, nicht nur die Nennleistung.

Was kostet Heizen mit einer Klimaanlage im Vergleich zu Gas?

Bei 0,32 Euro je Kilowattstunde Strom und einem Saison-SCOP von 3,8 kostet die Kilowattstunde Wärme 8,4 Cent. Ein Gasbrennwertkessel mit 0,11 Euro Gaspreis und 92 Prozent Nutzungsgrad liegt bei 12,0 Cent. Der Vorsprung ist real, aber schmal genug, dass ein Strompreis über 0,40 Euro oder ein sehr kalter Winter ihn aufzehren kann.

Erfüllt eine Klimaanlage mit Heizfunktion die 65-Prozent-Regel des GEG?

In der Regel nicht allein. Die Bauart Wärmepumpe ist nach Paragraf 71 GEG grundsätzlich anerkannt, die Regel bezieht sich aber auf die Heizungsanlage des Gebäudes. Ein einzelnes Splitgerät im Wohnzimmer deckt weder die Heizlast aller Räume noch das Warmwasser. Nur ein durchgängiges Konzept mit Geräten in allen beheizten Räumen und einer separaten Warmwasserlösung kann den Nachweis tragen.

Kann eine Klimaanlage mit Heizfunktion auch Warmwasser machen?

Nein. Sie gibt die Wärme ausschließlich an die Raumluft ab und hat keinen Wasserkreis. Für Warmwasser brauchen Sie eine eigene Lösung, also Durchlauferhitzer, Warmwasserspeicher oder Warmwasserwärmepumpe. Das ist der wichtigste praktische Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe und der Grund, warum die Klimaanlage die Gastherme selten vollständig ersetzt.

Darf ich eine Klimaanlage mit Quick Connector selbst anschließen?

Bei Systemen mit werkseitig gefüllten, selbstdichtenden Schnellkupplungen bewerben die Hersteller genau das. Rechtlich bleibt entscheidend, ob der Kältekreis beim Anschluss geöffnet wird: Sobald das der Fall ist, greift die Sachkundepflicht nach Verordnung (EU) 2015/2067. Bei klassischen Splitgeräten mit Bördelverbindung und Vakuumieren führt kein Weg am zertifizierten Kälteanlagenbauer vorbei.

Heizt eine mobile Klimaanlage mit Abluftschlauch auch?

Manche Modelle ja, aber schlecht. Das Einschlauchgerät erzeugt Unterdruck im Raum und saugt über Fugen kalte Außenluft nach, was im Heizbetrieb einen großen Teil des Gewinns frisst. Realistisch sind COP-Werte um 2,0 bis 2,6. Eine Klimaanlage mit Zuluftschlauch, also mit zwei Schläuchen, vermeidet den Unterdruck und schneidet spürbar besser ab.

Lohnt sich eine Klimaanlage mit Solar im Heizbetrieb?

Im Kühlbetrieb ja, im Heizbetrieb kaum. Die Kühllast fällt genau dann an, wenn die PV-Anlage am meisten liefert. Im Winter liefert dieselbe Anlage 10 bis 20 Prozent ihres Sommerertrags, und die Heizlast ist abends und nachts am größten. Eine Klimaanlage mit Solarbetrieb heizt deshalb im Januar fast vollständig aus dem Netz.

Welche Klimaanlage hat wenig Stromverbrauch beim Heizen?

Ein Inverter-Splitgerät mit SCOP über 4,6, also Energieeffizienzklasse A++ oder besser für die Heizsaison. Entscheidend ist außerdem die richtige Auslegung: Ein deutlich überdimensioniertes Gerät taktet im Teillastbetrieb und verliert Effizienz. Eine Klimaanlage mit wenig Stromverbrauch ist immer eine, die möglichst lange auf niedriger Verdichterdrehzahl durchläuft.

Was ist besser zum Heizen, R32 oder R290?

Thermodynamisch liegt Propan (R290) im Heizbetrieb leicht vorn und erreicht höhere Vorlauftemperaturen bei tiefen Außentemperaturen. Sein GWP von 3 gegen 675 bei R32 ist der eigentliche Vorteil. R290 ist jedoch der Sicherheitsklasse A3 zugeordnet, also brennbar, weshalb es im Wohnbereich fast nur in Monoblock-Bauweise mit außenliegendem Kältekreis vorkommt.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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