Warmwasserspeicher für Gastherme: richtig dimensionieren statt zu groß kaufen
Ein Warmwasserspeicher für Gastherme löst ein Problem, das viele Haushalte gar nicht haben, und schafft eines, das vorher nicht da war. Er liefert große Zapfmengen zuverlässig und gleichzeitig, kostet aber jeden Tag Bereitschaftsverlust, auch wenn niemand duscht. Wer die Speichergröße nach Gefühl wählt, zahlt diesen Verlust zwanzig Jahre lang.
Dieser Ratgeber rechnet die Auslegung durch: wie viele Liter Ihr Haushalt braucht, wie hoch der Bereitschaftsverlust je Speichergröße und ErP-Klasse ausfällt, welche Ladeleistung Ihre Therme dafür aufbringen muss, und welche Bauteile Sie wirklich brauchen. Sicherheitsgruppe, Magnesiumanode, Wärmetauscher und Heizpatrone bekommen jeweils einen eigenen Abschnitt, ebenso die Sonderfälle Ölheizung, Fernwärme, Photovoltaik und Küche.
Speicher oder Durchlauferhitzer: wann sich der Speicher lohnt
Ein Warmwasserspeicher für Gastherme ist ein isolierter Behälter mit einem Wärmetauscher darin. Die Therme heizt Heizungswasser auf, schickt es durch den Tauscher und erwärmt so das Trinkwasser im Behälter. Der Vorteil ist die Leistungsentkopplung: Ein 200-Liter-Speicher liefert kurzzeitig eine Zapfleistung, die eine Therme im Durchlauf nie erreichen würde.
Der Preis dafür ist der Bereitschaftsverlust. Der Speicher hält jeden Tag 200 Liter auf 60 Grad, auch am Wochenende, an dem niemand zu Hause ist. Eine Kombitherme im Durchlaufprinzip hat diesen Verlust nicht, kann aber nur eine Zapfstelle gleichzeitig bedienen. Wo die Grenze verläuft, zeigt die folgende Übersicht.
| Situation | Speicher sinnvoll? | Begründung |
|---|---|---|
| 1 bis 2 Personen, eine Dusche | selten | Kombitherme im Durchlauf reicht, kein Bereitschaftsverlust |
| Familie, Badewanne plus Dusche | ja | gleichzeitige Zapfung von 25 l/min ist im Durchlauf nicht darstellbar |
| Zwei Bäder in verschiedenen Etagen | ja | Gleichzeitigkeit und lange Leitungswege |
| Nur Küchenspüle | nein | ein 5- bis 15-Liter-Kleinspeicher am Ort ist günstiger |
| Regendusche mit 20 l/min | ja | Durchlauferhitzung bräuchte über 45 kW |
| Ferienhaus, unregelmäßige Nutzung | nein | Bereitschaftsverlust ohne Gegenwert, Legionellenrisiko bei Stagnation |
Rechnen Sie das kurz nach: Eine Dusche mit 12 Litern pro Minute, aufgeheizt von 10 auf 40 Grad, verlangt 1,16 Wattstunden je Liter und Kelvin, also rund 25 kW Dauerleistung. Zwei Duschen gleichzeitig verdoppeln das. Genau diese Spitze deckt der Speicher ab, ohne dass die Therme dafür ausgelegt sein muss. Wer stattdessen elektrisch arbeitet, findet die Zahlen im Ratgeber zum Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers.
Speichergröße je Haushaltsgröße
Die Auslegung nach Personenzahl ist ein Startwert, kein Ergebnis. Maßgeblich ist die größte Zapfmenge, die innerhalb von etwa 20 Minuten anfällt, und die Nachheizleistung der Therme. Ein Speicher, der in einer halben Stunde nachlädt, darf kleiner ausfallen als einer an einem schwachen Kessel.
| Haushalt | Komfortstufe | Empfohlenes Volumen | Warmwasserbedarf pro Tag |
|---|---|---|---|
| 1 Person, Dusche | sparsam | 80 bis 100 Liter | 30 bis 45 Liter bei 60 Grad |
| 2 Personen, Dusche | normal | 100 bis 150 Liter | 60 bis 90 Liter |
| 3 bis 4 Personen, Bad plus Dusche | normal | 200 Liter | 120 bis 180 Liter |
| 4 bis 5 Personen, zwei Bäder | komfortabel | 250 bis 300 Liter | 180 bis 250 Liter |
| 6 Personen oder Regendusche | hoch | 300 bis 400 Liter | 250 bis 350 Liter |
Die Angabe Warmwasserbedarf bezieht sich auf 60 Grad Speichertemperatur. Da an der Zapfstelle meist 40 Grad ankommen, ergibt jeder Liter Speicherinhalt etwa 1,6 bis 1,8 Liter Mischwasser bei 10 Grad Kaltwasser. Eine Badewanne mit 160 Litern Mischwasser zieht also nur etwa 95 Liter aus dem Speicher. Wer die konkreten Baugrößen vergleichen will, findet die Details in unseren Ratgebern zum 200-Liter-Speicher und zum 300-Liter-Speicher.
Der häufigste Fehler ist der Zuschlag aus Vorsicht. Wer statt 200 Litern 300 Liter kauft, verschenkt jeden Tag rund 0,5 kWh zusätzlich, ohne im Alltag je an die Grenze zu stoßen. Über zwanzig Jahre sind das mehrere tausend Kilowattstunden.
Bereitschaftsverlust und ErP-Label
Seit der Ökodesign-Richtlinie tragen Warmwasserspeicher ein ErP-Label mit einer Effizienzklasse von A bis G. Die Einstufung beruht auf dem statischen Verlust in Watt, gemessen bei einer Temperaturdifferenz von 45 Kelvin zwischen Speicher und Umgebung. Aus dieser Wattzahl folgt der Tagesverlust direkt: Watt mal 24 geteilt durch 1.000 ergibt Kilowattstunden pro Tag.
| Speichergröße | ErP-Klasse | Statischer Verlust | Verlust pro Tag | Verlust pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 120 Liter | B | ca. 45 W | ca. 1,1 kWh | ca. 395 kWh |
| 150 Liter | B | ca. 50 W | ca. 1,2 kWh | ca. 440 kWh |
| 200 Liter | B | 55 bis 75 W | 1,3 bis 1,8 kWh | 480 bis 660 kWh |
| 300 Liter | B | 70 bis 95 W | 1,7 bis 2,3 kWh | 620 bis 840 kWh |
| 300 Liter | C | 110 bis 140 W | 2,6 bis 3,4 kWh | 960 bis 1.240 kWh |
| 200 Liter, Baujahr vor 1995 | ohne Label | 130 bis 170 W | 3,1 bis 4,1 kWh | 1.130 bis 1.500 kWh |
Die Werte gelten bei 45 Kelvin Differenz. Steht der Speicher in einem beheizten Raum, fällt der reale Verlust niedriger aus und ein Teil davon heizt im Winter sogar mit. Im unbeheizten Keller ist er dagegen komplett verloren. Preislich liegen ordentliche indirekt beheizte Speicher je nach Größe und Ausstattung im Bereich von etwa 500 bis 1.600 Euro, Emaillierung, zweiter Wärmetauscher und Dämmstärke treiben den Preis.
Isolierung für den Warmwasserspeicher und die GEG-Pflicht
Das Gebäudeenergiegesetz verlangt in Paragraf 71 und Anlage 8, dass Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Die Dämmdicke entspricht dem Rohrinnendurchmesser bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K). Für den Speicher selbst gilt: Nachträgliche Dämmmatten sind nur bei alten Behältern ohne Werksdämmung sinnvoll, moderne Speicher tragen 50 bis 100 mm Polyurethan-Hartschaum und lassen sich kaum verbessern.
Deutlich mehr bringt die Leitungsdämmung. Drei Meter ungedämmtes Kupferrohr DN 22 in einem 15 Grad kalten Keller verlieren überschlägig 100 bis 200 kWh im Jahr. Das Material dafür kostet typischerweise 5 bis 15 Euro je Meter.
Temperatur für den Warmwasserspeicher und DVGW W 551
Die richtige Temperatur für den Warmwasserspeicher ist ein Kompromiss zwischen Hygiene, Kalk und Verlust. Legionellen vermehren sich zwischen etwa 25 und 45 Grad am stärksten, ab 55 Grad stirbt die Population ab, bei 60 Grad geht das binnen Minuten.
| Speichertemperatur | Hygiene | Kalkausfall | Relativer Bereitschaftsverlust |
|---|---|---|---|
| 45 Grad | kritisch, Vermehrungsbereich | gering | etwa 70 Prozent |
| 50 Grad | grenzwertig | gering | etwa 80 Prozent |
| 60 Grad | sicher, Referenzwert der DVGW W 551 | moderat ab 60 Grad | 100 Prozent, Bezugswert |
| 65 Grad | sicher | deutlich erhöht | etwa 110 Prozent |
| 70 Grad | sicher, Verbrühungsgefahr | stark | etwa 125 Prozent |
Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 unterscheidet Kleinanlagen und Großanlagen. Als Großanlage gilt grob ein Speicher über 400 Liter oder ein Leitungsinhalt über 3 Litern zwischen Erzeuger und Zapfstelle. Dort sind 60 Grad am Speicheraustritt und mindestens 55 Grad in der Zirkulation verbindlich, dazu kommen Untersuchungspflichten nach Trinkwasserverordnung, sofern die Anlage gewerblich oder öffentlich genutzt wird. Im selbst genutzten Einfamilienhaus greifen diese Pflichten nicht, die Temperaturempfehlung bleibt trotzdem richtig.
Bei 60 Grad Speichertemperatur gehört an jede Entnahmestelle ein Verbrühschutz. Ein thermostatischer Mischer direkt hinter dem Speicher begrenzt die Verteiltemperatur auf 55 bis 57 Grad und schützt vor allem Kinder.
Wärmetauscher, Ladeleistung und Wiederaufheizzeit
Der Wärmetauscher für den Warmwasserspeicher ist meist eine glatte oder gerippte Rohrschlange im unteren Drittel des Behälters. Seine Fläche entscheidet, wie viel Leistung die Therme überhaupt in den Speicher bekommt. Ein Tauscher mit 0,8 m² überträgt bei einem Vorlauf von 70 Grad je nach Bauart etwa 20 bis 25 kW, einer mit 1,4 m² deutlich mehr. Eine leistungsstarke Therme an einem kleinen Tauscher bringt nichts.
| Wärmequelle | Ladeleistung | 200 Liter von 20 auf 60 Grad | 300 Liter von 20 auf 60 Grad |
|---|---|---|---|
| Gastherme 15 kW | ca. 15 kW | ca. 47 Minuten | ca. 70 Minuten |
| Gastherme 24 kW | 20 bis 24 kW an ausreichendem Tauscher | 25 bis 35 Minuten | 40 bis 52 Minuten |
| Ölkessel 20 kW | ca. 20 kW | ca. 35 Minuten | ca. 52 Minuten |
| Fernwärme-Übergabestation | 30 kW und mehr | unter 25 Minuten | ca. 35 Minuten |
| Heizpatrone 6 kW | 6 kW | ca. 2 Stunden | ca. 3 Stunden |
| Heizpatrone 2 kW | 2 kW | ca. 5,8 Stunden | ca. 8,7 Stunden |
Die Zahlen folgen aus einer einzigen Formel: 200 Liter mal 40 Kelvin mal 1,16 Wattstunden je Liter und Kelvin ergeben 9,3 kWh. Bei 20 kW nutzbarer Ladeleistung sind das 28 Minuten, plus Zuschlag für die sinkende Spreizung gegen Ende der Ladung. Rechnen Sie deshalb rund 15 Prozent Aufschlag auf den rechnerischen Wert.
Ein zweiter Wärmetauscher, meist ganz unten im Speicher, dient für Solarthermie oder eine Wärmepumpe. Wer Warmwasser komplett von der Gastherme lösen möchte, sollte die Warmwasser-Wärmepumpe prüfen, für den Heizkreis selbst ist eher der Pufferspeicher das passende Bauteil. Ein Trinkwasserspeicher und ein Heizungspuffer sind trotz ähnlichem Aussehen nicht austauschbar.
Sicherheitsgruppe und Sicherheitsventil
Die Sicherheitsgruppe für den Warmwasserspeicher ist kein Zubehör, sondern Bedingung für den Betrieb. Wasser dehnt sich beim Aufheizen von 10 auf 60 Grad um etwa 1,7 Prozent aus. In einem geschlossenen 200-Liter-Speicher sind das gut 3 Liter, die irgendwo hin müssen. Ohne Ausdehnungsgefäß gehen sie über das Sicherheitsventil verloren.
| Bauteil | Funktion | Typischer Wert |
|---|---|---|
| Membransicherheitsventil | begrenzt den Druck im Speicher | 6 bar oder 10 bar, passend zum Typenschild |
| Rückflussverhinderer | verhindert Rückdrücken von Warmwasser ins Netz | Pflicht in der Kaltwasserzuleitung |
| Absperrventil | trennt den Speicher für Wartung | vor der Gruppe, nie dahinter |
| Manometeranschluss | Druckkontrolle | Betriebsdruck meist 3 bis 4 bar |
| Druckminderer | senkt zu hohen Netzdruck | nötig ab etwa 5 bar Vordruck |
| Trinkwasser-Ausdehnungsgefäß | nimmt das Ausdehnungsvolumen auf | 8 bis 18 Liter bei 200 bis 300 Liter Speicher |
Zwischen Sicherheitsventil und Speicher darf keine Absperrung und keine Verengung liegen. Die Abblaseleitung muss frei und beobachtbar münden, mit einem Schild, dass während des Aufheizens Wasser austreten kann. Betätigen Sie das Ventil halbjährlich einmal von Hand, damit der Sitz nicht verkalkt.
Tropft das Ventil bei jedem Ladevorgang, ist das kein Ventildefekt, sondern fast immer ein fehlendes oder falsch vorgespanntes Ausdehnungsgefäß. Der Vordruck des Gefäßes wird im drucklosen Zustand auf den Ruhedruck der Anlage eingestellt, üblicherweise etwa 0,2 bar darunter.
Opferanode und Magnesiumanode
Emaillierte Stahlspeicher haben immer mikroskopische Fehlstellen in der Glasur. Damit dort kein Lochfraß beginnt, sitzt eine Opferanode für den Warmwasserspeicher im Behälter. Sie besteht aus einem unedleren Metall und korrodiert stellvertretend. Die klassische Bauform ist die Magnesiumanode, daneben gibt es Fremdstromanoden aus Titan.
| Anodentyp | Prüfintervall | Standzeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Magnesiumanode, Stab | alle 2 Jahre | 2 bis 5 Jahre | Standard, günstig, verbraucht sich sichtbar |
| Magnesium-Kettenanode | alle 2 Jahre | 2 bis 5 Jahre | für Speicher mit wenig Einbauhöhe |
| Fremdstromanode, Titan | Sichtkontrolle jährlich | 15 Jahre und mehr | braucht Dauerstrom, wartungsarm |
| Aluminiumanode | alle 2 Jahre | 3 bis 6 Jahre | bei sehr weichem Wasser üblich |
Getauscht wird, sobald etwa die Hälfte des Materials abgetragen ist oder der Kerndraht sichtbar wird. Magnesiumanoden für Warmwasserspeicher kosten je nach Länge und Gewinde meist 20 bis 60 Euro, die Fremdstromvariante liegt im Bereich von 150 bis 350 Euro. Bei sehr weichem Wasser unter etwa 3 Grad deutscher Härte arbeitet Magnesium schlecht, weil die elektrische Leitfähigkeit des Wassers zu gering ist. Dann ist die Fremdstromanode die bessere Wahl.
Achten Sie beim Kauf auf Gewinde und Einbaulänge, üblich sind G 3/4 oder G 5/4. Über dem Speicher muss genug Platz für den Stab bleiben, sonst brauchen Sie eine Kettenanode. Die Prüfung ist Teil jeder ordentlichen Heizungswartung und dauert wenige Minuten.
Heizpatrone und Elektroheizstab nachrüsten
Eine Heizpatrone für den Warmwasserspeicher wird in den Flansch oder eine Muffe geschraubt und erwärmt das Wasser direkt elektrisch. Typische Leistungen liegen zwischen 1,5 und 9 kW. Bis 3 kW läuft das einphasig über eine gewöhnliche Steckdose, darüber braucht es Drehstrom und einen Festanschluss durch eine Elektrofachkraft.
| Leistung | Anschluss | 200 Liter um 40 Kelvin erwärmen | Sinnvoller Einsatz |
|---|---|---|---|
| 1,5 kW | 230 V, Steckdose | ca. 7,7 Stunden | Frostschutz, Ferienhaus |
| 2 kW | 230 V, Steckdose | ca. 5,8 Stunden | Photovoltaik-Überschuss |
| 3 kW | 230 V, Festanschluss | ca. 3,9 Stunden | Sommerbetrieb ohne Kessel, PV-Überschuss |
| 6 kW | 400 V, Drehstrom | ca. 1,9 Stunden | Notbetrieb, große Speicher |
| 9 kW | 400 V, Drehstrom | ca. 1,3 Stunden | gewerblich, selten im Haushalt |
Die Wirtschaftlichkeit ist ernüchternd. Eine Kilowattstunde Wärme aus Gas kostet bei 11 Cent Arbeitspreis und 90 Prozent Nutzungsgrad etwa 12 Cent, dieselbe Kilowattstunde aus Netzstrom bei 32 Cent eben 32 Cent. Elektroheizstäbe für Warmwasserspeicher rechnen sich deshalb nur mit Eigenstrom, dessen Alternative die Einspeisevergütung wäre. Wer diesen Weg gehen will, findet die Praxis im Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit Heizstab.
Wichtig ist die Einbauhöhe. Ein Heizstab im unteren Drittel erwärmt den gesamten Inhalt und braucht entsprechend lange. Ein Stab im oberen Drittel bringt nach kurzer Zeit eine nutzbare Duschmenge, lässt den unteren Bereich aber kalt. Für Legionellenschaltungen zählt nur der untere Einbau, weil sonst kalte Zonen bleiben.
Ölheizung, Fernwärme, Photovoltaik und Küche
Warmwasserspeicher für Ölheizung
Ein Warmwasserspeicher für Ölheizung unterscheidet sich baulich nicht von dem für Gas. Der Kessel erzeugt Heizungswasser, der Speicher nimmt es über den Wärmetauscher auf. Ölkessel fahren oft mit 70 bis 80 Grad Vorlauf, damit lädt derselbe Speicher schneller. Kritisch ist der Sommerbetrieb: Ein 20-kW-Kessel, der nur für 200 Liter Warmwasser anspringt, taktet stark und verliert an Wirkungsgrad. Hier ist ein größerer Speicher mit weniger Ladezyklen sinnvoller, oder eine elektrische Sommerlösung.
Warmwasserspeicher für Fernwärme
Bei Fernwärme entfällt der Kessel, die Übergabestation liefert die Wärme. Viele Stationen bereiten Warmwasser im Durchfluss über einen Plattenwärmetauscher auf, ein Speicher ist dann nur bei hohem Gleichzeitigkeitsbedarf nötig. Wenn Sie einen einsetzen: Der Versorger schreibt in der Regel eine maximale Rücklauftemperatur vor. Ein Speicher mit großem, gut durchströmtem Tauscher kühlt den Rücklauf besser aus als ein knapp bemessener und vermeidet damit Zuschläge.
Warmwasserspeicher für Photovoltaik
Ein Warmwasserspeicher für Photovoltaik ist der einfachste Weg, Überschussstrom zu nutzen. 300 Liter, von 40 auf 60 Grad geladen, nehmen rund 7 kWh auf. Voraussetzung ist ein Regler, der die Heizstableistung stufenlos oder in feinen Stufen an den Überschuss anpasst, sonst zieht der Stab bei jeder Wolke Netzstrom. Kombinieren lässt sich das mit einer Batterie, die Rangfolge sollte aber klar sein: Erst Haushalt, dann Batterie, dann Warmwasser, denn Wärme ist die geringwertigste Verwendung. Passende Speichergrößen zeigt der Ratgeber zur Batterie für die Solaranlage.
Warmwasserspeicher für die Küche
Für die Spüle lohnt ein zentraler Speicher selten. Ein 5-Liter-Kleinspeicher untertisch deckt Handwäsche und Spülen ab, ein 10- bis 15-Liter-Gerät reicht zusätzlich für gelegentliches Vorspülen. Der Vorteil ist die kurze Leitung: Bei zentraler Versorgung stehen oft 3 bis 8 Liter kaltes Wasser in der Leitung, die vor dem eigentlichen Nutzen weglaufen. Kleinspeicher in der Küche brauchen ebenfalls ein Sicherheitsventil, bei offenen Geräten die passende Niederdruckarmatur.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Arbeiten an der Trinkwasserinstallation, an Gasgeräten und am Drehstromanschluss gehören in die Hand eines eingetragenen Fachbetriebs.
Typische Fehler
1. Den Speicher aus Vorsicht zu groß wählen
Der Aufpreis von 200 auf 300 Liter ist einmalig, der Mehrverlust von etwa 0,4 bis 0,6 kWh pro Tag läuft zwanzig Jahre lang. Legen Sie nach der tatsächlich größten Zapfmenge aus, nicht nach dem unwahrscheinlichsten Szenario.
2. Die Temperatur auf 45 Grad absenken, um zu sparen
Das spart etwa 30 Prozent Bereitschaftsverlust und legt den Speicher mitten in den Vermehrungsbereich für Legionellen. Wer sparen will, dämmt die Leitungen und verkleinert den Speicher, statt die Temperatur zu senken.
3. Die Anode nie prüfen
Eine aufgebrauchte Magnesiumanode kostet 20 bis 60 Euro Ersatz, ein durchgerosteter Speicher kostet den kompletten Neukauf samt Montage. Der Zweijahresrhythmus ist der günstigste Termin im ganzen Heizungsraum.
4. Das tropfende Sicherheitsventil zudrehen oder tauschen
Beides ist falsch. Tropfen beim Aufheizen zeigt fehlendes Ausdehnungsvolumen an. Die Lösung ist ein korrekt vorgespanntes Trinkwasser-Ausdehnungsgefäß, nicht das Stilllegen der einzigen Drucksicherung des Speichers.
Vorteile und Nachteile
✓ Vorteile
- Deckt Zapfspitzen ab, die eine Therme im Durchlauf nicht schafft, etwa Wanne und Dusche gleichzeitig
- Konstante Temperatur ohne Schwankungen beim Öffnen einer zweiten Zapfstelle
- Nachrüstbar für Solarthermie, Wärmepumpe oder Heizstab über einen zweiten Wärmetauscher oder Flansch
- Bei 60 Grad Speichertemperatur hygienisch sicher im Sinne der DVGW W 551
- Nimmt Photovoltaik-Überschuss auf, 300 Liter speichern zwischen 40 und 60 Grad rund 7 kWh
✕ Nachteile
- Bereitschaftsverlust von 1,3 bis 2,3 kWh pro Tag, auch bei Abwesenheit
- Braucht Stellfläche und Höhe, ein 300-Liter-Speicher misst gut 1,7 Meter plus Anodenauszug
- Wiederkehrende Wartung: Anodenprüfung alle zwei Jahre, Ventilkontrolle halbjährlich
- Bei Stagnation im Ferienhaus oder Zweitwohnsitz entsteht ein hygienisches Risiko
- Zusatzkosten für Sicherheitsgruppe, Ausdehnungsgefäß und Leitungsdämmung, oft 200 bis 500 Euro
Fazit
Warmwasserspeicher für Gastherme: richtig ausgelegt eine sehr gute Lösung
Wo Wanne, zweite Dusche oder mehrere Bäder zusammenkommen, ist der Speicher der Kombitherme klar überlegen. Entscheidend ist die Größe: 30 bis 50 Liter pro Person, 60 Grad Speichertemperatur, gedämmte Leitungen und eine Anodenprüfung alle zwei Jahre.
Für einen Zweipersonenhaushalt mit einer Dusche bleibt die Kombitherme im Durchlauf die sparsamere Wahl, weil sie den täglichen Bereitschaftsverlust komplett vermeidet. Wer sich für den Speicher entscheidet, sollte lieber eine Stufe kleiner kaufen und dafür in Sicherheitsgruppe, Ausdehnungsgefäß und Leitungsdämmung investieren. Diese Bauteile kosten wenig und entscheiden über Lebensdauer und Verbrauch.
Weiterführende Links und Quellen
- Warmwasserspeicher 200 Liter, Warmwasserspeicher 300 Liter, Warmwasserspeicher mit Heizstab, Warmwasser-Wärmepumpe, Pufferspeicher für die Wärmepumpe, Batterie für die Solaranlage, Stromverbrauch Durchlauferhitzer
- DVGW-Arbeitsblatt W 551, Trinkwassererwärmungsanlagen und Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV), Untersuchungspflichten für Großanlagen bei gewerblicher oder öffentlicher Nutzung
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), Paragraf 71 und Anlage 8, Dämmpflicht für Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen
- ErP-Label für Warmwasserspeicher, Effizienzklassen auf Basis des statischen Verlusts nach Ökodesign-Richtlinie
- Umweltbundesamt, Hinweise zu Trinkwasserhygiene und Warmwasserbereitung
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Welche Größe braucht ein warmwasserspeicher für gastherme?
Rechnen Sie mit 30 bis 50 Litern pro Person. Ein Zweipersonenhaushalt mit Dusche kommt mit 100 bis 120 Litern aus, eine vierköpfige Familie mit Badewanne braucht 200 bis 300 Liter. Entscheidend ist nicht die Personenzahl allein, sondern die größte gleichzeitige Zapfmenge. Eine Badewanne fasst 140 bis 180 Liter Mischwasser, das entspricht bei 60 Grad Speichertemperatur rund 80 bis 100 Litern Speicherinhalt.
Was kostet ein warmwasserspeicher für gasheizung an Bereitschaftsverlust?
Ein aktueller 200-Liter-Speicher der ErP-Klasse B verliert etwa 1,3 bis 1,8 kWh pro Tag, also rund 500 bis 650 kWh im Jahr. Bei Gaspreisen im Bereich von 9 bis 13 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 45 bis 85 Euro jährlich, nur für das Warmhalten. Ältere Speicher ohne moderne Dämmung liegen beim Doppelten. Das Datenblatt nennt den Wert als statischen Verlust in Watt.
Welche temperatur für warmwasserspeicher ist richtig?
Stellen Sie 60 Grad ein. Nach DVGW W 551 muss der Speicheraustritt bei Großanlagen 60 Grad erreichen und die Zirkulation darf nicht unter 55 Grad fallen. Im Einfamilienhaus gilt die Regel nicht zwingend, sie ist aber die sinnvollste Praxis. Unter 50 Grad vermehren sich Legionellen, über 65 Grad steigen Kalkausfall und Bereitschaftsverlust deutlich, ohne hygienischen Zusatznutzen.
Wie oft muss die opferanode für warmwasserspeicher getauscht werden?
Prüfen Sie die Magnesiumanode alle zwei Jahre, bei sehr weichem oder sehr aggressivem Wasser jährlich. Getauscht wird, sobald etwa die Hälfte des Materials abgetragen ist. Je nach Wasserqualität hält eine Anode zwei bis fünf Jahre. Wer den Wechsel verschleppt, riskiert Lochfraß an den unvermeidlichen Fehlstellen der Emaillierung, und der Speicher ist dann nicht reparierbar.
Wozu dient die sicherheitsgruppe für warmwasserspeicher?
Sie schützt den Speicher vor Überdruck. Wasser dehnt sich beim Erwärmen um etwa vier Prozent aus. Ohne Ausdehnungsmöglichkeit steigt der Druck sofort über den zulässigen Wert. Die Sicherheitsgruppe kombiniert ein Membransicherheitsventil, einen Rückflussverhinderer, ein Absperrventil und einen Manometeranschluss. Sie gehört in die Kaltwasserzuleitung und darf niemals absperrbar zwischen Ventil und Speicher liegen.
Welches sicherheitsventil für warmwasserspeicher ist vorgeschrieben?
Der Ansprechdruck des Ventils muss zum zulässigen Betriebsüberdruck des Speichers passen, üblich sind 6 bar oder 10 bar laut Typenschild. Der Abblaseleitung darf kein Absperrhahn im Weg stehen und die Mündung muss beobachtbar sein. Tropft das Ventil regelmäßig beim Aufheizen, fehlt meist ein Trinkwasser-Ausdehnungsgefäß oder dessen Vordruck ist zu niedrig.
Lohnt sich eine heizpatrone für warmwasserspeicher?
Als Ergänzung ja, als Hauptquelle selten. Eine Heizpatrone mit 2 bis 6 kW schraubt sich in die Flanschöffnung und macht den Speicher unabhängig von der Therme, etwa im Sommer oder bei Photovoltaik-Überschuss. Mit Netzstrom ist Wärme aus Strom jedoch drei- bis viermal teurer als aus Gas. Elektroheizstäbe für Warmwasserspeicher rechnen sich deshalb fast nur mit eigenem Solarstrom.
Passt ein warmwasserspeicher für ölheizung genauso?
Technisch ja, hydraulisch fast immer. Ein indirekt beheizter Speicher unterscheidet sich nicht nach Brennstoff, er braucht nur einen Wärmetauscher, der zur Vorlauftemperatur und Leistung des Kessels passt. Ölkessel arbeiten oft mit höherem Vorlauf, dadurch lädt derselbe Speicher schneller. Achten Sie nur auf die Wärmetauscherfläche und darauf, dass der Kessel im Sommer nicht ausschließlich für Warmwasser taktet.
Was bringt ein warmwasserspeicher für photovoltaik?
Er verwandelt Überschussstrom in Wärme, die sonst für wenige Cent ins Netz ginge. Ein 300-Liter-Speicher nimmt zwischen 40 und 60 Grad rund 7 kWh auf, das entspricht einem guten Teil eines sonnigen Sommertags. Der Regler muss den Heizstab jedoch stufenweise oder leistungsgeregelt ansteuern, sonst schaltet er bei jeder Wolke ab und bezieht Netzstrom.
Brauche ich einen warmwasserspeicher für küche oder fernwärme?
In der Küche reicht meist ein 5- bis 15-Liter-Kleinspeicher direkt unter der Spüle, ein zentraler Speicher lohnt dafür nicht. Bei Fernwärme entfällt der Kessel, die Übergabestation liefert die Wärme. Viele Stationen bereiten Warmwasser im Durchfluss auf, ein Speicher ist dann nur bei hohem Gleichzeitigkeitsbedarf sinnvoll. Fragen Sie beim Versorger nach der zulässigen Rücklauftemperatur.