WÄRMEPUMPE

Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe richtig auslegen

Stehender Warmwasserspeicher neben der Inneneinheit einer Wärmepumpe im Technikraum
Der Wärmetauscher entscheidet über die Ladeleistung, nicht das Speichervolumen, Foto: Pexels

Ein Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe ist kein normaler Boiler mit anderem Etikett. Er muss dieselbe Wärmemenge bei 20 bis 30 Kelvin niedrigerer Vorlauftemperatur übertragen, und das gelingt nur über eine deutlich größere Wärmetauscherfläche. Genau an dieser Zahl scheitern die meisten Sanierungen, bei denen der alte Speicher am neuen Gerät bleiben soll.

Dieser Ratgeber rechnet die Auslegung durch: wie viel Volumen ein Haushalt wirklich braucht, wie viel Quadratmeter Tauscherfläche je Kilowatt nötig sind, warum Schichtladung die Vorlauftemperatur senkt, und wo der Unterschied zwischen Pufferspeicher, Trinkwasserspeicher und Kombispeicher praktisch liegt. Dazu die Grenzwerte des ErP-Speicherlabels und die Hygieneregeln, die im Einfamilienhaus tatsächlich gelten.

Warum die Wärmepumpe einen anderen Speicher braucht

Ein Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe muss dieselbe Wassermenge erwärmen wie an einem Gaskessel, aber mit einem viel schwächeren Antrieb. Die übertragene Leistung eines Wärmetauschers hängt von drei Größen ab: der Fläche, dem Wärmeübergangskoeffizienten und der Temperaturdifferenz zwischen Heizmedium und Speicherwasser. Genau die letzte Größe bricht bei der Wärmepumpe weg.

Ein Gaskessel schickt 75 Grad heißes Wasser in die Heizschlange, gegen ein Speicherwasser von 45 Grad. Das sind 30 Kelvin Antrieb. Eine Wärmepumpe liefert im gleichen Betriebspunkt 55 Grad, also 10 Kelvin. Um dieselbe Leistung zu übertragen, muss die Fläche etwa auf das Dreifache wachsen. Das ist keine Empfehlung, sondern Arithmetik.

WärmeerzeugerTypischer VorlaufAntriebstemperaturNötige Tauscherfläche je kW
Gas- oder Ölkessel70 bis 80 °C25 bis 35 K0,08 bis 0,12 m²
Luft-Wasser-Wärmepumpe50 bis 58 °C8 bis 12 K0,25 bis 0,35 m²
Sole-Wasser-Wärmepumpe50 bis 60 °C10 bis 14 K0,20 bis 0,30 m²
Solarthermie40 bis 70 °Cstark schwankend0,30 bis 0,40 m² je m² Kollektor

Wer diesen Punkt übergeht, merkt es im Betrieb: Die Ladezeit steigt von 45 Minuten auf zwei Stunden, die Wärmepumpe fährt dabei ihre höchste Vorlauftemperatur, und die Jahresarbeitszahl für Warmwasser fällt in den Bereich von 2,0 statt 3,0. Wie stark der Warmwasseranteil die Gesamtbilanz zieht, zeigen wir im Detail im Ratgeber zur Warmwasserbereitung mit der Wärmepumpe.

Speichergröße: wie viel Liter je Personenzahl

Die klassische Faustformel aus der Kesselwelt lautet 30 bis 50 Liter je Person. Für eine Wärmepumpe ist dieser Wert zu knapp, weil das Gerät den Speicher langsam und möglichst selten nachlädt. Ein größeres Volumen erlaubt lange Ladezyklen zur Mittagszeit, wenn die Außenluft warm ist und eine Photovoltaikanlage liefert.

HaushaltWarmwasserbedarf 45 °C je TagEmpfohlenes VolumenMit Badewanne oder Zirkulation
1 Person30 bis 50 Liter120 bis 150 Liter200 Liter
2 Personen60 bis 100 Liter200 Liter250 bis 300 Liter
3 Personen90 bis 150 Liter250 bis 300 Liter300 Liter
4 Personen120 bis 200 Liter300 Liter400 Liter
5 bis 6 Personen150 bis 300 Liter400 Liter500 Liter

Die nutzbare Energiemenge lässt sich exakt ausrechnen. Ein Liter Wasser braucht 1,163 Wattstunden je Kelvin. Für 300 Liter von 10 auf 50 Grad ergibt das 300 mal 1,163 mal 40, also rund 14 Kilowattstunden. Eine Dusche von acht Minuten mit 10 Litern je Minute und 38 Grad Mischtemperatur verbraucht davon etwa 2,6 Kilowattstunden. Vier bis fünf Duschgänge hintereinander sind aus einem 300-Liter-Speicher also machbar, danach muss nachgeladen werden.

Größer ist nicht automatisch besser. Jeder zusätzliche Liter erhöht den Bereitschaftsverlust und die Fläche, auf der sich lauwarmes Wasser hält. Ein Warmwasserspeicher mit Wärmepumpe mit 300 l in einem Zwei-Personen-Haushalt steht die meiste Zeit ungenutzt und verliert trotzdem täglich Wärme. Detaillierte Vergleiche der gängigen Baugrößen finden Sie in unseren Ratgebern zum 300-Liter-Speicher und zum 150-Liter-Speicher.

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Wärmetauscherfläche je kW: die entscheidende Zahl

Wenn Sie aus diesem Artikel eine einzige Zahl mitnehmen, dann diese: 0,25 bis 0,35 Quadratmeter Wärmetauscherfläche je Kilowatt Wärmepumpenleistung. Das entspricht einer spezifischen Übertragung von etwa 3 bis 4 Kilowatt je Quadratmeter Glattrohrfläche bei wärmepumpentypischer Spreizung.

WärmepumpenleistungMinimum 0,25 m²/kWEmpfohlen 0,35 m²/kWPassende Speichergröße
6 kW1,5 m²2,1 m²200 Liter
8 kW2,0 m²2,8 m²250 bis 300 Liter
10 kW2,5 m²3,5 m²300 Liter
12 kW3,0 m²4,2 m²300 bis 400 Liter
16 kW4,0 m²5,6 m²400 bis 500 Liter
Alter Kesselspeicher1,0 bis 1,5 m² typischan der Wärmepumpe zu klein

Achten Sie im Datenblatt auf zwei Dinge. Erstens die Angabe der Fläche in Quadratmetern, nicht die Rohrlänge in Metern. Zweitens die Dauerleistung in Litern je Stunde bei einer angegebenen Vorlauftemperatur: Ein Wert, der nur bei 80 Grad Vorlauf gilt, sagt über den Wärmepumpenbetrieb nichts aus. Seriöse Hersteller geben die Leistungskennzahl NL zusätzlich bei 50 oder 55 Grad an.

Speicher, die ausdrücklich für Wärmepumpen gebaut sind, tragen die große Heizschlange über nahezu die gesamte Speicherhöhe. Erkennbar ist das an der Bauhöhe: Ein 300-Liter-Wärmepumpenspeicher ist typisch 1,7 bis 1,9 Meter hoch bei 60 bis 70 Zentimetern Durchmesser, während ein Kesselspeicher gleicher Kapazität gedrungener ausfällt.

Monoblock-Wärmepumpe an der Hauswand, die den Warmwasserspeicher im Haus versorgt
Die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe begrenzt, was der Speichertauscher übertragen kann, Foto: Pexels

Niedrige Vorlauftemperatur und Spreizung

Warmwasser ist für jede Wärmepumpe der ungünstigste Betriebspunkt des Jahres. Während die Heizung im Winter mit 35 Grad Vorlauf auskommt, verlangt der Speicher 50 Grad und mehr. Der Verdichter arbeitet gegen einen höheren Kondensationsdruck, und die Leistungszahl fällt.

SpeichertemperaturNötiger VorlaufTypische Arbeitszahl WarmwasserBewertung
45 °C50 bis 52 °C3,0 bis 3,3effizient, Komfort knapp bei Zirkulation
50 °C55 bis 57 °C2,7 bis 3,0der sinnvolle Regelfall
55 °C60 bis 62 °C2,3 bis 2,6nur mit R290 sauber erreichbar
60 °C, Legionellenprogramm65 °C oder Heizstab1,0 bis 2,2selten und kurz fahren

Als Daumenwert kostet jedes zusätzliche Kelvin Speichertemperatur etwa 2 bis 2,5 Prozent Arbeitszahl. Von 45 auf 55 Grad sind das grob 20 bis 25 Prozent mehr Strom für dieselbe Warmwassermenge. Genau deshalb ist die Tauscherfläche kein Detail: Ein großer Tauscher erreicht die Zieltemperatur mit weniger Vorlauf und spart diesen Aufschlag dauerhaft ein.

Bei einer Wärmepumpe mit Propan als Kältemittel liegt die erreichbare Vorlauftemperatur deutlich höher, was das Legionellenprogramm ohne Heizstab möglich macht. Was das technisch bedeutet, erklären wir im Ratgeber zur R290-Wärmepumpe. Wenn ein Heizstab im Speicher sitzt, sollte er ausschließlich Notreserve sein, nicht Regelbetrieb, siehe dazu den Warmwasserspeicher mit Heizstab.

Pufferspeicher, Trinkwasserspeicher oder Kombispeicher

Die drei Bauarten lösen unterschiedliche Aufgaben und werden trotzdem ständig verwechselt. Im Pufferspeicher steht Heizungswasser, das nie aus einem Hahn läuft. Im Trinkwasserspeicher steht Duschwasser und unterliegt der Trinkwasserverordnung. Der Kombispeicher versucht beides gleichzeitig.

BauartInhaltAufgabeTypisches VolumenPreisrahmen
PufferspeicherHeizungswasserTaktentkopplung, hydraulische Weiche, Abtaureserve50 bis 200 Liter300 bis 900 Euro
TrinkwasserspeicherTrinkwasserWarmwasser für Dusche, Bad, Küche150 bis 500 Liter700 bis 1.800 Euro
Kombispeicher, Tank im TankHeizungswasser plus Innenbehälterbeides in einem Gehäuse500 bis 1.000 Liter1.500 bis 3.500 Euro
Puffer plus FrischwasserstationHeizungswasser, Trinkwasser im DurchflussWarmwasser ohne Speicherinhalt300 bis 800 Liter1.500 bis 4.000 Euro

Wann ein Pufferspeicher wirklich nötig ist

Ein Heizungspuffer ist kein Pflichtbauteil. Moderne Inverter-Wärmepumpen modulieren so weit herunter, dass sie in einem Haus mit Fußbodenheizung ohne Puffer sauber durchlaufen. Nötig wird er bei kleinem Wasserinhalt der Heizkreise, bei Einzelraumregelung mit vielen geschlossenen Ventilen und als Reserve für die Abtauung des Verdampfers. Die Auslegung mit rund 10 bis 20 Litern je Kilowatt erklären wir im Ratgeber zum Pufferspeicher.

Wann eine Frischwasserstation sinnvoll ist

Eine Frischwasserstation erwärmt Trinkwasser erst im Moment der Entnahme über einen Plattenwärmetauscher. Damit steht kein stehendes Warmwasser bereit, was hygienisch vorteilhaft ist und die Legionellenfrage weitgehend entschärft. Der Preis dafür ist eine höhere nötige Puffertemperatur von etwa 55 bis 60 Grad, weil die Übertragung im Durchfluss eine Grädigkeit von fünf Kelvin kostet. Für eine reine Wärmepumpenanlage im Einfamilienhaus ist der klassische Trinkwasserspeicher deshalb meist die effizientere Wahl.

Schichtladung und Speicherhydraulik

Ein Speicher ist kein homogener Topf. Warmes Wasser ist leichter und steigt nach oben, kaltes sammelt sich unten. Diese Schichtung ist die eigentliche Leistung eines guten Speichers, denn nur ein kalter Fuß erlaubt der Wärmepumpe eine niedrige Rücklauftemperatur und damit eine hohe Arbeitszahl.

  • Kaltwassereintritt mit Prallblech: verhindert, dass einströmendes Kaltwasser die Schichtung durchmischt. Ohne Prallteller reicht schon eine kurze Entnahme, um den Speicher auf Mischtemperatur zu bringen.
  • Tauscher über die volle Höhe: die Heizschlange soll bis wenige Zentimeter über den Boden reichen, damit auch die unterste Schicht erwärmt wird und der Rücklauf kalt bleibt.
  • Schlankes, hohes Gehäuse: ein Verhältnis von Höhe zu Durchmesser von etwa 2,5 zu 1 hält die Schichten stabiler als ein gedrungener Behälter.
  • Fühlerposition: der Speicherfühler gehört auf etwa ein Drittel bis die Hälfte der Höhe. Sitzt er zu weit oben, startet die Ladung zu spät und die Wärmepumpe muss mit hoher Leistung nachheizen.
  • Zirkulation nur mit Zeitprogramm: eine dauerhaft laufende Zirkulationspumpe zerstört die Schichtung und kann allein 300 bis 600 kWh Wärmeverlust im Jahr verursachen.

Praktisch heißt das: Zwei Speicher mit identischem Volumen und identischer Tauscherfläche können sich um mehrere Kelvin in der nötigen Vorlauftemperatur unterscheiden, allein durch Geometrie und Einströmtechnik. Diese Differenz schlägt direkt auf die Stromrechnung durch.

Legionellen, DVGW W 551 und Trinkwasserverordnung

Legionellen vermehren sich zwischen etwa 25 und 45 Grad. Genau in diesem Bereich arbeitet eine effizient betriebene Wärmepumpe am liebsten, deshalb verdient das Thema eine nüchterne Einordnung statt Panik oder Ignoranz.

Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 unterscheidet Groß- und Kleinanlagen. Als Kleinanlage gilt eine Trinkwassererwärmung in Ein- und Zweifamilienhäusern, ebenso jede Anlage mit höchstens 400 Litern Speicherinhalt und höchstens 3 Litern Inhalt in jeder Leitung zwischen Speicherausgang und Entnahmestelle. Für Kleinanlagen schreibt das Regelwerk keine dauerhafte 60-Grad-Haltung vor.

Die Trinkwasserverordnung verlangt regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen nur für Anlagen, aus denen Wasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird, also typischerweise in Mehrfamilienhäusern mit Vermietung. Das selbst genutzte Einfamilienhaus fällt nicht darunter.

SituationEinstufung nach W 551Empfehlung
Einfamilienhaus, Speicher bis 400 l, kurze LeitungenKleinanlage50 °C Dauerbetrieb, wöchentlich einmal auf 60 °C als Vorsichtsmaßnahme
Einfamilienhaus mit ZirkulationsleitungKleinanlageZirkulation zeitgesteuert, 60-Grad-Zyklus alle 7 Tage
Speicher über 400 l oder Leitung über 3 lGroßanlage60 °C am Speicheraustritt, Zirkulationsrücklauf mindestens 55 °C
Vermietetes MehrfamilienhausGroßanlagezusätzlich Untersuchungspflicht nach Trinkwasserverordnung
Frischwasserstation ohne Trinkwasserspeicherkein stehendes TrinkwasserRisiko konstruktiv minimiert, Puffer bleibt Heizungswasser

Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Produktpreise. Ob Ihre Anlage als Klein- oder Großanlage gilt, entscheidet der Fachbetrieb anhand des tatsächlichen Leitungsvolumens, nicht der Speicheraufkleber.

Bereitschaftsverlust, ErP-Label und Speicherklasse

Jeder Speicher verliert im Stillstand Wärme. Die EU-Verordnung 812/2013 verlangt für Warmwasserspeicher bis 500 Liter ein Energielabel, dessen Klasse sich allein aus dem Bereitschaftsverlust in Watt und dem Volumen ergibt. Die Grenzwerte sind volumenabhängig, weshalb ein 500-Liter-Speicher der Klasse A mehr verlieren darf als ein 150-Liter-Speicher derselben Klasse.

VolumenKlasse A bisKlasse B bisKlasse C bisKlasse A je Tag
150 Liter29 W40 W56 Wrund 0,69 kWh
200 Liter32 W44 W61 Wrund 0,76 kWh
300 Liter36 W50 W70 Wrund 0,87 kWh
400 Liter40 W55 W77 Wrund 0,96 kWh
500 Liter44 W60 W83 Wrund 1,05 kWh

Rechnen Sie den Unterschied auf das Jahr hoch. Ein 300-Liter-Speicher der Klasse A verliert rund 320 kWh Wärme im Jahr, ein Gerät der Klasse C etwa 610 kWh. Bei einer Arbeitszahl von 2,8 sind das rund 115 gegenüber 218 Kilowattstunden Strom, also grob 30 Euro Unterschied jedes Jahr. Über zwanzig Jahre Nutzungsdauer trägt das den Aufpreis eines besser gedämmten Speichers mehrfach.

Die Dämmung selbst besteht meist aus 50 bis 100 Millimetern PU-Hartschaum oder Vlies. Achten Sie zusätzlich auf gedämmte Anschlussstutzen: Ungedämmte Rohrbögen und eine fehlende Schwerkraftbremse in der Zirkulationsleitung verursachen oft mehr Verlust als die Speicherhülle selbst. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt die Dämmung von Warmwasser- und Zirkulationsleitungen ohnehin.

Kaufkriterien und Preisrahmen

KriteriumEmpfehlungWarum
Wärmetauscherfläche0,25 bis 0,35 m² je kWbestimmt Ladezeit und nötige Vorlauftemperatur
Volumen60 bis 80 Liter je Personlange Ladezyklen statt häufiger Takte
SpeicherklasseA, hilfsweise Brund 300 kWh Verlustunterschied im Jahr
InnenbeschichtungEmail nach DIN 4753 oder EdelstahlKorrosionsschutz über die Lebensdauer
AnodeFremdstromanode statt Opferanodewartungsfrei, kein Anodenwechsel alle 2 Jahre
Fühlerhülsenmindestens zwei, tauchendfreie Wahl der Fühlerhöhe bei der Regelung
Bauhöhe und Kippmaßvor dem Kauf im Keller messenein 1,9-Meter-Speicher passt nicht durch jede Kellertür
Trinkwasserspeicher 300 l700 bis 1.800 EuroPreisrahmen der Kategorie, ohne Montage
Montage und Einbindung600 bis 1.500 EuroVerrohrung, Sicherheitsgruppe, Inbetriebnahme

Prüfen Sie vor der Bestellung die Anschlusspositionen. Viele Wärmepumpen-Inneneinheiten erwarten den Speichervorlauf oben und den Rücklauf unten in definierten Höhen, und eine nachträgliche Umverrohrung kostet mehr als die Differenz zum passenden Speicher. Wenn die Wärmepumpe erst noch ausgewählt wird, hilft die Leistungseinordnung im Ratgeber zur 10-kW-Wärmepumpe.

Typische Fehler

1. Den alten Kesselspeicher weiterverwenden

Der häufigste und teuerste Fehler bei der Sanierung. Ein Speicher mit 1,2 m² Tauscherfläche an einer 9-kW-Wärmepumpe erreicht die Zieltemperatur nur mit maximalem Vorlauf. Die Ladezeit verdoppelt sich, die Arbeitszahl fällt um ein Viertel, und bei hohen Außentemperaturen geht der Verdichter in die Hochdruckstörung. Die Ersparnis beim Speicher zahlen Sie über zwanzig Jahre Stromrechnung zurück.

2. Puffer und Trinkwasserspeicher verwechseln

Ein Pufferspeicher liefert kein Duschwasser, solange keine Frischwasserstation oder kein Innenbehälter vorhanden ist. Umgekehrt kann ein Trinkwasserspeicher keinen Heizkreis puffern, weil sein Inhalt nicht in den Heizkreislauf gehört. Wer beides braucht, kauft entweder zwei Behälter oder einen echten Kombispeicher.

3. Die Speichertemperatur auf 60 Grad stellen

Im Einfamilienhaus ist das weder vorgeschrieben noch nötig. Der Dauerbetrieb auf 60 Grad kostet gegenüber 50 Grad rund 20 bis 25 Prozent mehr Strom, zwingt viele Geräte in den Heizstabbetrieb und erhöht die Kalkausfällung im Speicher deutlich. Eine wöchentliche Aufheizung genügt.

4. Zirkulation dauerhaft laufen lassen

Eine ungeregelte Zirkulationspumpe hält die Leitungen warm und mischt den Speicher permanent durch. Der Wärmeverlust liegt je nach Leitungslänge bei 300 bis 600 kWh im Jahr, und die Schichtung geht verloren. Zeitprogramm auf die tatsächlichen Nutzungszeiten oder eine Anforderungstaste am Waschbecken lösen das Problem.

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Ein wärmepumpengerechter Speicher mit 0,25 bis 0,35 m² je kW senkt die nötige Vorlauftemperatur um mehrere Kelvin
  • Große Volumen erlauben Ladung zur Mittagszeit mit warmer Außenluft und PV-Überschuss
  • Speicherklasse A spart gegenüber Klasse C rund 300 kWh Wärmeverlust im Jahr
  • Getrennter Trinkwasserspeicher ist effizienter als der Umweg über Puffer und Frischwasserstation
  • Im Einfamilienhaus gilt die Anlage bis 400 Liter als Kleinanlage nach DVGW W 551, ohne dauerhafte 60-Grad-Pflicht

✕ Nachteile

  • Wärmepumpenspeicher sind wegen der großen Heizschlange teurer und deutlich höher als Kesselspeicher
  • Warmwasser bleibt der ungünstigste Betriebspunkt, die Arbeitszahl liegt unter der des Heizbetriebs
  • Jeder zusätzliche Liter erhöht den Bereitschaftsverlust, auch wenn er nie genutzt wird
  • Zirkulationsleitungen zerstören die Schichtung und kosten 300 bis 600 kWh im Jahr
  • Bauhöhen von 1,7 bis 1,9 Metern passen nicht in jeden Kellerraum und nicht durch jede Tür

Fazit

🏆 Empfehlenswert bei richtiger Auslegung

Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe: die Tauscherfläche entscheidet

4.2/ 5

Ein Speicher mit 0,25 bis 0,35 m² Wärmetauscherfläche je Kilowatt Wärmepumpenleistung, Speicherklasse A und sauberer Schichtladung liefert Komfort bei 50 Grad Speichertemperatur. Der alte Kesselspeicher tut das nicht, egal wie groß er ist.

Legen Sie das Volumen mit 60 bis 80 Litern je Person aus, prüfen Sie die Tauscherfläche im Datenblatt in Quadratmetern und setzen Sie den Speicherfühler auf halbe Höhe. Die 60-Grad-Frage stellt sich im Einfamilienhaus nur als wöchentlicher Zyklus, nicht als Dauerbetrieb. Wer diese vier Punkte einhält, bekommt eine Warmwasser-Arbeitszahl um 3,0 statt um 2,0.

Weiterführende Links und Quellen

Häufige Fragen

Wie groß muss der warmwasserspeicher bei einer wärmepumpe sein?

Rechnen Sie mit 60 bis 80 Litern je Person. Ein Zwei-Personen-Haushalt kommt mit 200 Litern aus, vier Personen fahren mit 300 Litern komfortabel. Die Wärmepumpe lädt langsamer als ein Gaskessel, deshalb liegt der Ansatz höher als die klassischen 30 bis 50 Liter je Person. Eine Badewanne, eine Regendusche oder eine Zirkulationsleitung rechtfertigen jeweils eine Stufe mehr.

Reicht ein warmwasserspeicher mit wärmepumpe 300 l für vier Personen?

Ja, 300 Liter sind der Standardfall für vier Personen. Bei 50 Grad Speichertemperatur und 10 Grad Kaltwasser stehen rund 14 kWh nutzbare Wärme bereit, das entspricht etwa vier bis fünf Duschgängen hintereinander. Voraussetzung ist ein Wärmetauscher von mindestens 2,5 m². Mit Badewanne oder Zirkulation sollten Sie eher 400 Liter einplanen.

Für wen genügt ein warmwasserspeicher mit wärmepumpe 150 l?

Für einen Ein-Personen-Haushalt oder eine kleine Wohnung ohne Badewanne. 150 Liter liefern bei 50 Grad rund 7 kWh, also etwa zwei Duschgänge nacheinander. Achten Sie hier besonders auf die Tauscherfläche: Kleine Speicher werden oft mit 0,8 bis 1,0 m² angeboten, was für eine Wärmepumpe ab 6 kW bereits zu knapp ist.

Was ist der Unterschied zwischen Pufferspeicher und Trinkwasserspeicher?

Im Pufferspeicher steht Heizungswasser, das nie aus einem Hahn kommt. Er entkoppelt Verdichtertakt und Heizkreis und dient als hydraulische Weiche. Im Trinkwasserspeicher steht Duschwasser, es muss trinkwassertauglich bleiben. Verwechseln Sie beide nicht: Ein Pufferspeicher ohne Frischwasserstation kann kein Warmwasser liefern, ein Trinkwasserspeicher kann keinen Heizkreis puffern.

Wie viel Wärmetauscherfläche braucht ein Speicher für die Wärmepumpe?

Rund 0,25 bis 0,35 Quadratmeter je Kilowatt Wärmepumpenleistung. Eine 10-kW-Wärmepumpe verlangt also 2,5 bis 3,5 m². Der Grund ist die geringe Temperaturdifferenz: Bei 55 Grad Vorlauf gegen 45 Grad Speicherwasser bleiben nur wenige Kelvin Antrieb, während ein Gaskessel mit 75 Grad arbeitet und mit einem Drittel der Fläche auskommt.

Kann ich den alten Speicher der Gasheizung weiterbetreiben?

Meist nicht sinnvoll. Speicher für Gas- und Ölkessel haben typisch 1,0 bis 1,5 m² Tauscherfläche. An einer Wärmepumpe steigt dadurch die nötige Vorlauftemperatur stark an, die Ladezeit verdoppelt sich und der Verdichter geht bei ungünstigen Bedingungen in die Hochdruckabschaltung. Der Tausch kostet weniger als der Effizienzverlust über die Lebensdauer.

Welche Speichertemperatur ist bei der Wärmepumpe sinnvoll?

In der Regel 48 bis 52 Grad. Jedes Grad mehr kostet etwa 2 bis 2,5 Prozent Arbeitszahl, weil der Verdichter gegen einen höheren Kondensationsdruck arbeitet. 50 Grad reichen für Komfort völlig aus, solange der Speicher richtig geschichtet ist. Über 55 Grad schafft ein R290-Gerät sauber, ein älteres R410A-Gerät nur noch über den Heizstab.

Brauche ich eine Legionellenschaltung im Einfamilienhaus?

Gesetzlich nicht. DVGW W 551 stuft Anlagen bis 400 Liter Speicherinhalt und höchstens 3 Liter Inhalt je Leitung zwischen Speicher und Entnahmestelle als Kleinanlage ein, für die keine 60-Grad-Haltung vorgeschrieben ist. Eine wöchentliche Aufheizung auf 60 Grad bleibt trotzdem eine übliche Vorsichtsmaßnahme, besonders bei Zirkulation oder längeren Stichleitungen.

Wie viel Strom kostet eine Speicherladung?

Für 300 Liter von 10 auf 50 Grad sind rund 14 kWh Wärme nötig. Bei einer Warmwasser-Arbeitszahl von 2,8 entspricht das etwa 5 kWh Strom, bei 30 Cent je Kilowattstunde also rund 1,50 Euro je Vollladung. Der Bereitschaftsverlust kommt dazu, bei Speicherklasse A sind das etwa 0,9 kWh Wärme am Tag.

Ist ein Kombispeicher die bessere Lösung?

Nur bei Solarthermie oder mehreren Wärmeerzeugern. Ein Kombispeicher hält Heizungswasser vor und bereitet Trinkwasser über einen innen liegenden Behälter oder eine Frischwasserstation. Das spart Stellfläche, kostet aber Effizienz durch die zusätzliche Übertragungsstufe. Bei einer reinen Wärmepumpenanlage ist die Trennung in kleinen Puffer und eigenen Trinkwasserspeicher meist effizienter.

Redaktion WattRatgeber Kaufberatung Haus-Energie

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