Wärmepumpe 20 kW: Auslegung, Kaskade und alle Leistungsklassen im Vergleich
Eine Wärmepumpe 20 kW ist keine größere Version der Hausanlage, sondern ein anderes Planungsproblem. Bei dieser Leistung entscheidet nicht mehr nur die Frage „welches Gerät“, sondern ob überhaupt ein Einzelgerät sinnvoll ist, wie der Pufferspeicher dimensioniert wird, ob der Hausanschluss die Anlaufströme trägt und ob der Schallleistungspegel am nächsten Nachbarfenster noch zulässig ist.
Dieser Ratgeber ordnet die 20 kW Wärmepumpe genau ein: Für welche Heizlast sie gebaut wird, wann eine Kaskade aus zwei Geräten die bessere Wahl ist, wie Sie Puffer, Warmwasser, Stromanschluss und Schallschutz bei dieser Größe auslegen, und wie sich alle Leistungsklassen von 2 kW bis 100 kW zueinander verhalten.
Wärmepumpe wie viel kW: die Heizlast entscheidet
Bevor eine Leistungsklasse überhaupt zur Debatte steht, muss die Frage „wieviel kw braucht eine wärmepumpe“ beantwortet sein. Und zwar nicht über die Quadratmeterzahl, sondern über die Heizlast nach DIN EN 12831. Sie ermittelt raumweise, welche Leistung das Gebäude am kältesten Auslegungstag benötigt, und berücksichtigt Bauteile, Fensterflächen, Lüftungswärmeverluste und die örtliche Norm-Außentemperatur (in Deutschland je nach Region minus 10 bis minus 16 °C).
Wer nur überschlagen will, wie viel kw braucht eine wärmepumpe in einem konkreten Gebäude, nutzt die Faustformel:
- Heizlast (kW) = beheizte Fläche (m²) × spezifische Heizlast (W/m²) ÷ 1.000
- Beispiel Mehrfamilienhaus: 340 m² mit 60 W/m² ergibt 20,4 kW, also exakt die 20 kW Klasse.
- Beispiel unsanierter Altbau: 180 m² mit 110 W/m² ergibt 19,8 kW, ebenfalls 20 kW, obwohl das Gebäude nur halb so groß ist.
Die zweite Zeile zeigt, warum die Flächenfrage in die Irre führt. Zwei Gebäude mit völlig unterschiedlicher Größe landen bei derselben Klasse, weil der Dämmstandard den Ausschlag gibt. Wenn Sie sich fragen, Wärmepumpe wie viel kW für Ihr Haus nötig ist, führt kein Weg an der Berechnung vorbei.
Wann ist die 20 kW Klasse richtig?
Die Wärmepumpe 20 kW ist die Auslegungsklasse für eine berechnete Heizlast von etwa 16 bis 24 kW. Darunter greifen die Klassen, die wir im Ratgeber zur 12 kW Wärmepumpe und zur 10 kW Wärmepumpe ausführlich behandeln. Darüber beginnt der Kaskadenbereich.
| Gebäudetyp | Fläche | Spezifische Heizlast | Heizlast |
|---|---|---|---|
| Kleines Mehrfamilienhaus, 3 bis 4 Parteien | 330–400 m² | 50–60 W/m² | 17–24 kW |
| Großes Zweifamilienhaus, teilsaniert | 280–320 m² | 60–75 W/m² | 17–24 kW |
| Unsanierter Altbau, Einfamilienhaus | 170–200 m² | 100–120 W/m² | 17–24 kW |
| Gewerbeeinheit, Praxis, Büro | 300–400 m² | 50–65 W/m² | 15–26 kW |
| Saniertes Einfamilienhaus, 200 m² | 200 m² | 55 W/m² | 11 kW (20 kW wäre stark überdimensioniert) |
Die letzte Zeile ist der häufigste Fehler dieser Klasse: Ein normales Einfamilienhaus braucht auch dann keine 20 kW, wenn es groß wirkt. Wer trotzdem so dimensioniert, bekommt keine Reserve, sondern ein Gerät, das den halben Winter über taktet.
Leistungstabelle: 2 kW bis 100 kW
Die folgende Tabelle ordnet jede Klasse einem Einsatzfall zu. Die Flächenangaben gehen von einem mittleren Dämmstandard mit 60 W/m² aus.
| Klasse | Typische Fläche (60 W/m²) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 2 kW | ca. 30–40 m² | Anbau, Passivhaus-Wohnung |
| 3 kW | ca. 50–60 m² | kleine Wohnung, Passivhaus |
| 4 kW | ca. 65–80 m² | Neubau-Reihenhaus |
| 5 kW | ca. 85–100 m² | Effizienzhaus mit Fußbodenheizung |
| 6 kW | ca. 100–120 m² | kleines Einfamilienhaus, Neubau |
| 7 kW | ca. 115–140 m² | saniertes Reihen- oder Doppelhaus |
| 8 kW | ca. 130–160 m² | saniertes Einfamilienhaus |
| 9 kW | ca. 150–175 m² | Einfamilienhaus, Standarddämmung |
| 10 kW | ca. 165–195 m² | freistehendes Einfamilienhaus |
| 11 kW | ca. 180–210 m² | größeres Einfamilienhaus |
| 12 kW | ca. 200–230 m² | teilsaniertes Einfamilienhaus |
| 13 kW | ca. 215–245 m² | Altbau mit Heizkörpern |
| 14 kW | ca. 230–265 m² | großes Haus, hohe Vorlauftemperatur |
| 15 kW | ca. 250–285 m² | Zweifamilienhaus |
| 16 kW | ca. 265–300 m² | Zweifamilienhaus, unsanierter Altbau |
| 17 kW | ca. 280–320 m² | großes Zweifamilienhaus |
| 18 kW | ca. 300–340 m² | Zweifamilienhaus mit hohem Bedarf |
| 20 kW | ca. 330–380 m² | kleines Mehrfamilienhaus, unsanierter Altbau |
| 22 kW | ca. 360–420 m² | Mehrfamilienhaus, 3 bis 4 Parteien |
| 24 kW | ca. 400–450 m² | Mehrfamilienhaus |
| 25 kW | ca. 420–470 m² | Mehrfamilienhaus, meist als Kaskade |
| 30 kW | ca. 500–560 m² | Mehrfamilienhaus, Gewerbeeinheit |
| 35 kW | ca. 580–650 m² | Gewerbe, Kaskade aus 2 Geräten |
| 40 kW | ca. 650–750 m² | größeres Mehrfamilienhaus |
| 50 kW | ca. 830–950 m² | Gewerbeobjekt, Kaskade |
| 60 kW | ca. 1.000–1.150 m² | Quartierslösung |
| 100 kW | ca. 1.600–1.900 m² | Nahwärme, immer Kaskade |
Kaskade: 2 x 10 kW oder 1 x 20 kW?
Das ist die zentrale Entscheidung dieser Leistungsklasse, und sie wird bei Einzelgeräten viel zu selten gestellt. Der Grund ist der Modulationsbereich. Ein modulierender Inverter-Verdichter regelt typischerweise bis auf 25 bis 35 % seiner Nennleistung herunter. Für eine Wärmepumpe mit 20 kW heißt das eine Mindestleistung von rund 6 bis 7 kW.
Ein Mehrfamilienhaus mit 20 kW Auslegungsheizlast braucht diese Leistung aber nur an wenigen Frosttagen. Bei 8 °C Außentemperatur, dem statistisch häufigsten Zustand der Heizperiode, liegt der Bedarf bei etwa 6 bis 8 kW. Das Einzelgerät steht damit dauerhaft an seiner unteren Grenze und beginnt zu takten.
| Kriterium | 1 Einzelgerät mit 20 kW | Kaskade 2 x 10 kW |
|---|---|---|
| Spitzenleistung | 20 kW | 20 kW |
| Mindestleistung (Modulation) | ca. 6–7 kW | ca. 2,5–3 kW |
| Takten in der Übergangszeit | häufig | selten |
| Sommerbetrieb nur Warmwasser | problematisch | ein Gerät genügt |
| Redundanz bei Störung | keine | 50 % Leistung bleibt |
| Anschaffung | günstiger | ca. 20–35 % teurer |
| Hydraulik und Platzbedarf | einfach | Verteiler, 2 Fundamente, 2 Anschlüsse |
| Erwartbare JAZ | ca. 3,0–3,4 | ca. 3,5–4,0 |
Die Rechnung: 0,5 Punkte mehr JAZ bedeuten bei 35.000 kWh Heizarbeit rund 1.400 kWh weniger Strom im Jahr, also etwa 360 € bei 0,26 €/kWh. Über 20 Jahre sind das rund 7.000 €, was den Aufpreis der Kaskade in den meisten Fällen mehr als deckt. Deshalb ist die Kaskade ab dieser Größe der Regelfall und das Einzelgerät die Ausnahme.
Praktisch gelöst wird die Kaskade über einen hydraulischen Verteiler mit Trennpuffer. Der Kaskadenregler übernimmt die Führung, gibt das zweite Gerät erst bei überschrittener Grundlast frei und wechselt die Führungsrolle regelmäßig, damit beide Verdichter gleichmäßig altern. Bauform der Wahl ist dabei fast immer die Monoblock-Wärmepumpe, weil zwei Kältekreise im Freien bleiben und keine Kältemittelleitungen ins Gebäude geführt werden müssen.
Auslegung im Mehrfamilienhaus und Gewerbe
Im Einfamilienhaus genügt es, Heizlast und Warmwasser zu addieren. Im Mehrfamilienhaus kommen drei Faktoren dazu, die die Auslegung spürbar verändern.
1. Gleichzeitigkeit beim Warmwasser
Vier Parteien duschen nicht nacheinander, sondern zwischen 6:30 und 8:00 Uhr weitgehend gleichzeitig. Die Speicherladeleistung muss diese Spitze abfangen, ohne die Heizung zu blockieren. Üblich sind Ladespeicher mit 500 bis 1.000 Litern und eine Frischwasserstation, die das Trinkwasser im Durchfluss erwärmt und damit Legionellenrisiken entschärft, ohne dass eine wöchentliche thermische Desinfektion des gesamten Speichers nötig wird.
2. Vorlauftemperatur der Bestandsstränge
Mehrfamilienhäuser haben fast nie Fußbodenheizung, sondern Strangheizungen mit Heizkörpern, oft auf 70/55 °C ausgelegt. Bei 55 °C Vorlauf liefert ein Gerät, das im Datenblatt 20 kW bei A2/W35 ausweist, häufig nur noch 13 bis 15 kW. Prüfen Sie deshalb immer die Leistungskurve bei A-7/W55, nicht den Prospektwert. Eine Bivalenzlösung mit Gaskessel für die Frosttage kann hier wirtschaftlich sein, wie wir im Ratgeber zur Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe darstellen.
3. Bivalenzpunkt statt Volllastauslegung
Eine Wärmepumpe muss die Auslegungsheizlast nicht allein decken. Legt man den Bivalenzpunkt auf minus 3 °C, deckt die Wärmepumpe rund 90 bis 95 % der Jahresheizarbeit, und der Heizstab oder ein Spitzenlastkessel übernimmt die restlichen Frosttage. Aus 24 kW Heizlast wird so eine Wärmepumpe mit 20 kW plus 9 kW Heizstab, statt einer teuren 25 kW Maschine, die 350 Tage im Jahr überdimensioniert ist.
Pufferspeicher und Warmwasser dimensionieren
Bei 20 kW ist der Pufferspeicher kein optionales Zubehör mehr, sondern Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb. Er erfüllt drei Aufgaben: Er stellt das Wasservolumen für die Abtauung des Verdampfers bereit, er verlängert die Laufzeiten des Verdichters, und er überbrückt Sperrzeiten des Netzbetreibers.
| Aufgabe | Faustregel | Bei 20 kW |
|---|---|---|
| Trennpuffer, Laufzeitverlängerung | ca. 20 l je kW | ca. 400 Liter |
| Abtauvolumen (Mindestumlauf) | ca. 10–12 l je kW | mind. 200–240 Liter |
| Sperrzeitüberbrückung (2 h) | je nach Spreizung | +200–400 Liter |
| Warmwasser, 4 Parteien | getrennter Speicher | 500–1.000 Liter Ladespeicher |
Ein zu großer Puffer ist übrigens ebenfalls ein Fehler: Er erhöht die Bereitschaftsverluste und zwingt die Anlage, ein Volumen aufzuheizen, das die Heizkreise gar nicht abrufen. Für kleinere Objekte reichen deutlich kleinere Volumina, siehe unseren Ratgeber zum Warmwasserspeicher mit 200 Litern.
Stromanschluss und Absicherung ab 20 kW
Die elektrische Seite wird bei dieser Größe zum eigenen Gewerk. Eine Wärmepumpe mit 20 kW Heizleistung nimmt im Auslegungspunkt rund 5 bis 6 kW elektrisch auf, mit Heizstab kommen 6 bis 9 kW dazu. In Summe reden wir über 12 bis 15 kW Anschlussleistung, die zusätzlich zum übrigen Hausverbrauch bereitstehen muss.
- Anschluss: Drehstrom 400v, dreiphasig, eigener Stromkreis vom Zählerschrank.
- Absicherung: typisch 3x25 A bis 3x35 A je nach Gerät und Heizstabgröße, Leitungsquerschnitt nach Länge und Verlegeart auslegen.
- Anlaufstrom: Sanftanlasser ist bei dieser Größe Standard, sonst überschreitet der Einschaltstrom die zulässige Spannungsänderung im Netz.
- Fehlerstromschutz: allstromsensitiver RCD Typ B oder Typ A EV, sobald der Frequenzumrichter Gleichfehlerströme erzeugen kann.
- Netzbetreiber: Anmeldung und Zustimmung sind Pflicht. Die Anlage gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG, im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.
- Zählerkonzept: separater Wärmepumpenzähler ermöglicht einen günstigeren Wärmepumpentarif von rund 0,22 bis 0,27 €/kWh.
Wenn parallel eine Wallbox geplant ist, muss ein Lastmanagement die beiden großen Verbraucher koordinieren, sonst löst der Hausanschluss aus. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir am Beispiel der Wallbox mit 11 kW.
Schallschutz bei großen Wärmepumpen
Je größer der Ventilator, desto mehr Luft muss er bewegen. Eine 20 kW Wärmepumpe wälzt im Volllastbetrieb grob 8.000 bis 12.000 m³ Luft pro Stunde um und erreicht Schallleistungspegel von rund 60 bis 68 dB(A). Zum Vergleich: Ein 8 kW Gerät liegt meist bei 52 bis 58 dB(A).
Maßgeblich ist nicht der Schallleistungspegel des Geräts, sondern der Schalldruckpegel am nächstgelegenen fremden Wohnraumfenster. Die TA Lärm setzt im allgemeinen Wohngebiet nachts 35 dB(A) an. Aus 65 dB(A) Schallleistung wird bei Halbraumabstrahlung erst nach etwa 8 bis 12 Metern ein Wert um 35 dB(A), und jede reflektierende Wand hinter dem Gerät verschlechtert die Bilanz um bis zu 3 dB.
- Nicht in Hausecken oder zwischen zwei Wänden aufstellen, dort addieren sich Reflexionen.
- Ausblasrichtung vom Nachbargrundstück weg legen, nicht auf Schlafzimmerfenster.
- Nachtabsenkung des Ventilators nutzen, sie kostet Leistung, senkt aber 3 bis 5 dB.
- Körperschall entkoppeln: schwingungsdämpfende Elemente unter dem Fundament, flexible Anbindung der Hydraulik.
- Einhausung nur mit absorbierender Innenauskleidung und ausreichendem Luftquerschnitt, sonst sinkt die Leistung. Details im Ratgeber zur Schallschutzhaube für die Wärmepumpe.
Kleine Klassen: 2 kW bis 9 kW Wärmepumpe
Zur Einordnung nach unten: Die Wärmepumpe 2 kW und die Wärmepumpe 3 kW sind Nischengeräte für Passivhäuser und Anbauten. Ab der Wärmepumpe 4 kW beginnt der Wohnhausbereich, eine 4 kW Wärmepumpe genügt für kleine Neubauten mit Fußbodenheizung.
Die Wärmepumpe 5 kW ist die typische Effizienzhausklasse, eine 5 kW Wärmepumpe deckt rund 85 bis 100 m² bei 60 W/m² und bis zu 140 m² im Neubau mit 35 W/m². Die Wärmepumpe 6 kW folgt direkt darüber, eine 6 kW Wärmepumpe passt zu kleinen Einfamilienhäusern. Die Wärmepumpe 7 kW ist die meistverkaufte Klasse überhaupt, eine 7 kW Wärmepumpe versorgt das gut sanierte Reihen- oder Doppelhaus.
Die Wärmepumpe 8 kW ist der Standard im sanierten Einfamilienhaus, eine 8 kW Wärmepumpe deckt 130 bis 160 m² ab. Die Wärmepumpe 9 kW liegt eine Stufe darüber, eine 9 kW Wärmepumpe eignet sich für Einfamilienhäuser mit Standarddämmung und 150 bis 175 m². Bei all diesen Größen ist der Modulationsbereich wichtiger als die Nennleistung.
Mittlere Klassen: 11 kW bis 18 kW Wärmepumpe
Die Wärmepumpe 11 kW und die Wärmepumpe 13 kW sind bei vielen Herstellern dieselbe Hardware wie die 12 kW Klasse, nur anders freigegeben. Sie passen zu Einfamilienhäusern mit 180 bis 245 m².
Ab der Wärmepumpe 14 kW wird der Altbau mit Heizkörpern zum Leitfall: Eine 14 kW Wärmepumpe wird oft gewählt, weil die höhere Vorlauftemperatur die verfügbare Leistung drückt, nicht weil das Haus so groß wäre. Dasselbe gilt für die Wärmepumpe 15 kW: Eine 15 kW Wärmepumpe deckt rechnerisch 250 bis 285 m², liefert bei 55 °C Vorlauf aber nur noch rund 10 kW.
Die Wärmepumpe 16 kW ist die Standardklasse im Zweifamilienhaus und im unsanierten Altbau, eine 16 kW Wärmepumpe deckt 265 bis 300 m². Die Wärmepumpe 17 kW und die Wärmepumpe 18 kW schließen die Lücke zur 20 kW Klasse, eine 18 kW Wärmepumpe versorgt ein großes Zweifamilienhaus mit hohem Bedarf. Sobald die Heizlast 16 kW überschreitet, sollten Sie die Kaskadenfrage aus dem Abschnitt oben ernsthaft prüfen.
Große Klassen: 22 kW bis 100 kW Wärmepumpe
Wärmepumpe 22 kW
Eine Wärmepumpe 22 kW versorgt ein Mehrfamilienhaus mit drei bis vier Parteien und rund 360 bis 420 m². Sie ist bei vielen Herstellern der obere Rand der Baureihe, die noch als einzelnes Monoblock-Gerät geliefert wird. Der Sprung auf zwei Geräte ist ab hier fast immer die bessere Wahl.
Wärmepumpe 24 kW
Die Wärmepumpe 24 kW deckt etwa 400 bis 450 m² und wird typischerweise als Kaskade aus zwei Geräten mit je 12 kW gebaut. Eine 24 kW Wärmepumpe als Einzelgerät moduliert selten unter 8 kW, was im Sommerbetrieb für die reine Warmwasserbereitung deutlich zu viel ist.
Wärmepumpe 25 kW
Eine Wärmepumpe 25 kW ist auf drei bis fünf Wohneinheiten und rund 420 bis 470 m² ausgelegt. Bei einer 25 kW Wärmepumpe rechnet sich die Kaskade fast immer: Zwei Geräte mit je 12 bis 13 kW erreichen dieselbe Spitzenleistung bei rund einem Drittel der Mindestleistung.
Wärmepumpe 30 kW
Die Wärmepumpe 30 kW ist die Einstiegsgröße für Mehrfamilienhäuser mit rund 500 bis 560 m² und für kleinere Gewerbeeinheiten. Eine 30 kW Wärmepumpe ohne Trennpuffer und hydraulischen Verteiler funktioniert nicht, der direkte Anschluss an die Heizkreise scheidet aus.
Wärmepumpe 35 kW
Eine Wärmepumpe 35 kW wird praktisch ausschließlich als Kaskade realisiert und deckt 580 bis 650 m². Typische Objekte sind Praxen, Bürogebäude und Wohnanlagen mit stark schwankendem Tagesprofil, bei denen die Grundlast tagsüber und nachts weit auseinanderliegt.
Wärmepumpe 40 kW
Die Wärmepumpe 40 kW eignet sich für größere Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte mit 650 bis 750 m². Eine 40 kW Wärmepumpe wird üblicherweise aus zwei Geräten mit je 20 kW zusammengesetzt, weil ein einzelner Verdichter dieser Größe im Frühjahr massiv taktet.
Wärmepumpe 50 kW
Die Wärmepumpe 50 kW versorgt Gewerbeobjekte und Wohnanlagen mit etwa 830 bis 950 m². Bei einer 50 kW Wärmepumpe werden Netzanschluss, Anlaufstrom und die Zustimmung des Netzbetreibers zu eigenen Planungsschritten, ein Online-Set gibt es hier nicht mehr.
Wärmepumpe 60 kW
Eine Wärmepumpe 60 kW deckt rund 1.000 bis 1.150 m² und wird in Quartiers- und Gewerbeprojekten eingesetzt. Sie besteht immer aus mehreren kaskadierten Modulen, damit die Anlage im Sommer für reine Warmwasserbereitung sauber im Teillastbetrieb laufen kann.
Wärmepumpe 100 kW
Die Wärmepumpe 100 kW ist eine Nahwärme- und Industrielösung für etwa 1.600 bis 1.900 m². Schallgutachten, Netzanschlussprüfung, hydraulische Fachplanung und ein Genehmigungsverfahren gehören hier zum Standardumfang. Diese Projekte plant ein Fachplaner, keine Faustformel.
Wie viel kW verbraucht eine Wärmepumpe?
Die Frage „wie viel kw verbraucht eine wärmepumpe“ beruht meist auf einem Missverständnis. Die Angabe Wärmepumpe kW auf dem Typenschild beschreibt die abgegebene Wärmeleistung, nicht die aufgenommene elektrische Leistung. Auch die Angabe Wärmepumpe Leistung kW im Datenblatt meint immer Wärme, nicht Strom.
| Heizleistung | Elektrische Aufnahme (COP 4,0) | Jahresstrom bei JAZ 3,8 | Kosten bei 0,26 €/kWh |
|---|---|---|---|
| 8 kW | ca. 2,0 kW | ca. 3.900 kWh | ca. 1.010 € |
| 12 kW | ca. 3,0 kW | ca. 5.800 kWh | ca. 1.510 € |
| 16 kW | ca. 4,0 kW | ca. 7.400 kWh | ca. 1.920 € |
| 20 kW | ca. 5,0 kW | ca. 9.200 kWh | ca. 2.390 € |
| 25 kW | ca. 6,3 kW | ca. 11.600 kWh | ca. 3.020 € |
| 30 kW | ca. 7,5 kW | ca. 13.900 kWh | ca. 3.610 € |
Bei 35.000 kWh Heizarbeit im Jahr und einer JAZ von 3,8 zieht die Anlage rund 9.200 kWh Strom. Ein Punkt weniger JAZ, also 2,8 statt 3,8, treibt denselben Verbrauch auf 12.500 kWh und die Kosten um rund 850 € pro Jahr nach oben. Genau deshalb sind Modulationsverhalten, hydraulischer Abgleich und niedrige Vorlauftemperatur wirtschaftlich wichtiger als jede Gerätemarke. Eigener Solarstrom senkt die Rechnung zusätzlich, siehe unseren Ratgeber zur 10 kW Solaranlage.
Wärmepumpe Komplettset: 20 kW und andere Größen
Online wird ein Wärmepumpe Komplettset 20 kW ebenso angeboten wie ein Wärmepumpe Komplettset 8 kW, ein Wärmepumpe 5 kW Komplettset, ein Wärmepumpe 14 kW Komplettset oder ein Wärmepumpe 16 kW Komplettset. Der Begriff verspricht mehr, als er hält. Prüfen Sie vor dem Kauf genau, was tatsächlich enthalten ist.
| Bestandteil | Im Set üblich? | Anmerkung |
|---|---|---|
| Monoblock-Außeneinheit | ja | meist mit Kältemittel R290 (Propan) |
| Hydraulikmodul, Umwälzpumpe | ja | oft inkl. Sicherheitsgruppe |
| Regelung, Raumbediengerät | ja | Heizkurve muss eingestellt werden |
| Kaskadenregler und Verteiler | nein | bei 2 Geräten zwingend erforderlich |
| Pufferspeicher 400 bis 800 Liter | selten | 1.000 bis 2.500 € extra |
| Warmwasser-Ladespeicher | nein | im Mehrfamilienhaus 500 bis 1.000 Liter |
| Fundament, Kondensatablauf | nein | frostfreie Ableitung ist Pflicht |
| Elektroanschluss, Zählerkonzept | nein | nur durch Elektrofachbetrieb |
| Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich | nein | Voraussetzung für die Förderung |
Wichtig: Die Bundesförderung setzt eine Fachunternehmererklärung und den hydraulischen Abgleich voraus. Ein reines Selbstbau-Set ohne Fachbetrieb ist damit in der Regel nicht förderfähig, und bei einem Objekt dieser Größe steht ein fünfstelliger Zuschuss auf dem Spiel.
Hinweis: Wir nennen bewusst keine Modellnummern und keine Preise. Welche Konfiguration passt, ergibt sich erst aus der Heizlastberechnung und der hydraulischen Planung Ihres Fachbetriebs. Zur Kältemittelfrage siehe unseren Ratgeber zur R290-Wärmepumpe.
Kosten und Förderung
| Posten | Preis (20 kW Klasse) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe, installiert | 33.000–55.000 € | vor Förderung, Einzelgerät oder Kaskade |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe, installiert | 48.000–75.000 € | inkl. Bohrungen, höhere JAZ |
| Komplettset ohne Montage | 11.000–18.000 € | Förderfähigkeit prüfen |
| Kaskadenaufpreis (Verteiler, 2. Fundament, Regler) | 3.500–7.000 € | amortisiert sich über die JAZ |
| Pufferspeicher 400 bis 800 Liter | 1.000–2.500 € | je nach Volumen und Ausführung |
| Warmwasser-Ladespeicher mit Frischwasserstation | 2.500–6.000 € | im Mehrfamilienhaus Standard |
| Elektroanschluss, Zähler, Netzanmeldung | 1.500–4.000 € | Drehstrom, Sanftanlasser, Steuerbox |
| Stromkosten pro Jahr | 2.100–3.000 € | bei JAZ 3,2 bis 4,0 |
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind Zuschüsse von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich, zusammengesetzt aus Grundförderung, Effizienz-Bonus für natürliche Kältemittel wie R290, Klimageschwindigkeits-Bonus und Einkommens-Bonus. Bei Mehrfamilienhäusern steigt die förderfähige Höchstsumme mit der Zahl der Wohneinheiten, was die 20 kW Klasse wirtschaftlich deutlich attraktiver macht als eine Einfamilienhausanlage. Der Antrag läuft über die KfW und muss vor der Beauftragung gestellt werden.
Vorteile und Nachteile der 20 kW Klasse
✓ Vorteile
- Deckt Mehrfamilienhäuser mit 3 bis 4 Parteien und unsanierte Altbauten mit hoher Heizlast ab
- Als Kaskade aus zwei Geräten sehr guter Modulationsbereich und hohe Betriebssicherheit
- Im Mehrfamilienhaus steigt die förderfähige Höchstsumme mit jeder Wohneinheit
- Mit R290 als Kältemittel förderfähig über den Effizienz-Bonus
- Wirtschaftlich klar besser als mehrere Einzelgeräte pro Wohnung
✕ Nachteile
- Als Einzelgerät hohe Mindestleistung, dadurch Takten in der Übergangszeit und niedrigere JAZ
- Schallleistungspegel von 60 bis 68 dB(A) macht Aufstellort und Abstand zum Problem
- Hoher Platzbedarf: Puffer, Ladespeicher, Verteiler und zwei Fundamente wollen untergebracht sein
- Elektroanschluss mit Drehstrom, Sanftanlasser und Netzanmeldung ist ein eigenes Gewerk
- Bestandsheizkörper mit 55 °C Vorlauf drücken die verfügbare Leistung deutlich unter den Prospektwert
Fazit
Wärmepumpe 20 kW: die Kaskadenfrage entscheidet
Die 20 kW Klasse ist die richtige Wahl bei einer berechneten Heizlast von 16 bis 24 kW, also im kleinen Mehrfamilienhaus, im großen Zweifamilienhaus und im unsanierten Altbau. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern ob Sie ein Einzelgerät oder eine Kaskade aus zwei kleineren Modulen bauen.
Lassen Sie die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnen, prüfen Sie die Leistungskurve bei Ihrer echten Vorlauftemperatur, planen Sie Puffer und Warmwasser getrennt und klären Sie Stromanschluss und Schallschutz vor der Bestellung. Wer diese vier Punkte sauber abarbeitet, landet bei einer Anlage mit einer JAZ um 3,8 statt 3,0, und das ist über 20 Jahre ein fünfstelliger Unterschied.
Weiterführende Links und Quellen
- Wärmepumpe 12 kW, Wärmepumpe 10 kW, Monoblock-Wärmepumpe, R290-Wärmepumpe, Schallschutzhaube Wärmepumpe, Hybridheizung Gas und Wärmepumpe
- BAFA, Vorgaben der Bundesförderung für effiziente Gebäude
- Verbraucherzentrale, Heizlast und Dimensionierung von Wärmepumpen
- TA Lärm, Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm, Immissionsrichtwerte für Wohngebiete
- Unsere Methodik, wie wir bewerten und worauf wir uns stützen
Häufige Fragen
Wieviel kw braucht eine wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?
Für ein kleines Mehrfamilienhaus mit drei bis vier Wohneinheiten und rund 330 bis 400 m² beheizter Fläche liegt die Heizlast je nach Dämmstandard zwischen 16 und 24 kW. Damit ist die 20 kW Klasse der typische Auslegungspunkt. Verbindlich ist ausschließlich die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, ergänzt um einen Zuschlag für die gleichzeitige Warmwasserzapfung mehrerer Parteien.
Wie viel kw braucht eine wärmepumpe pro Quadratmeter?
Rechnen Sie mit der spezifischen Heizlast: 30 bis 40 W/m² im Effizienzhaus, 50 bis 60 W/m² im sanierten Gebäude, 60 bis 75 W/m² im teilsanierten Altbau und 90 bis 120 W/m² im unsanierten Bestand. Eine Wärmepumpe mit 20 kW deckt damit rund 170 m² unsanierten Altbau, aber etwa 350 m² eines sanierten Gebäudes ab.
Ist eine Kaskade aus zwei Geräten besser als eine einzelne 20 kW Wärmepumpe?
In den meisten Mehrparteienobjekten ja. Zwei Geräte mit je 10 kW erreichen zusammen dieselbe Spitzenleistung, können aber bis auf etwa 2,5 kW herunter modulieren, während ein Einzelgerät mit 20 kW selten unter 6 kW kommt. Die Kaskade kostet mehr in Anschaffung und Hydraulik, taktet dafür in der Übergangszeit deutlich weniger und liefert eine höhere Jahresarbeitszahl.
Wie viel kw verbraucht eine wärmepumpe mit 20 kW Heizleistung?
Die Nennleistung beschreibt die abgegebene Wärme, nicht die Stromaufnahme. Bei einer Leistungszahl von 4,0 nimmt das Gerät im Auslegungspunkt rund 5 kW elektrisch auf. Übers Jahr gerechnet: bei 35.000 kWh Heizarbeit und einer JAZ von 3,8 sind das etwa 9.200 kWh Strom, bei 0,26 €/kWh also rund 2.400 € Stromkosten pro Jahr.
Welchen Stromanschluss braucht eine 20 kW Wärmepumpe?
Sie benötigt einen Drehstromanschluss mit 400v. Die Absicherung liegt je nach Gerät bei 3x25 A bis 3x35 A, der Anlaufstrom wird über einen Sanftanlasser begrenzt. Die Anlage ist beim Netzbetreiber anzumelden und gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG, wofür ein Smart Meter Gateway und ein Steuerbox-Anschluss vorgesehen werden müssen.
Wie groß muss der Pufferspeicher bei 20 kW sein?
Als Trennpuffer rechnet man mit rund 20 Litern je kW Heizleistung, bei 20 kW also etwa 400 Liter. Wird der Puffer zusätzlich für die Abtauung und für längere Sperrzeiten des Netzbetreibers gebraucht, sind 500 bis 800 Liter üblich. Der Warmwasserspeicher kommt separat dazu, im Mehrfamilienhaus meist als 500- bis 1.000-Liter-Ladespeicher mit Frischwasserstation.
Wie laut ist eine Wärmepumpe mit 20 kW?
Große Luft-Wasser-Geräte liegen bei einem Schallleistungspegel von etwa 60 bis 68 dB(A). Nach TA Lärm dürfen im allgemeinen Wohngebiet nachts 35 dB(A) Schalldruck am nächstgelegenen fremden Fenster nicht überschritten werden. Aus dem Schallleistungspegel ergibt sich daraus ein Mindestabstand, der bei 65 dB(A) je nach Reflexionssituation schnell bei 8 bis 12 Metern liegt.
Was kostet ein Wärmepumpe Komplettset 20 kW?
Ein Wärmepumpe Komplettset 20 kW ohne Montage liegt je nach Hersteller bei rund 11.000 bis 18.000 €. Enthalten sind üblicherweise Außeneinheit, Hydraulikmodul und Regelung, nicht enthalten sind Puffer, Warmwasserspeicher, Fundament, Elektroanschluss und Inbetriebnahme. Fertig installiert liegt eine Anlage dieser Größe bei etwa 33.000 bis 55.000 € vor Förderung.
Ab wann braucht man eine Wärmepumpe 30 kW oder mehr?
Ab rund 500 m² beheizter Fläche oder fünf bis sechs Wohneinheiten. Eine Wärmepumpe 30 kW und alles darüber wird praktisch immer kaskadiert, weil ein einzelner Verdichter dieser Größe im Sommerbetrieb für Warmwasser massiv takten würde. Ab 50 kW kommen Schallgutachten, Netzanschlussprüfung und hydraulische Fachplanung als eigene Gewerke hinzu.
Was bedeutet die Angabe Wärmepumpe Leistung kW auf dem Datenblatt?
Die Angabe Wärmepumpe Leistung kW gilt immer nur für einen Betriebspunkt, üblich sind A-7/W35 oder A2/W35. A-7/W35 heißt: minus 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf. Bei A-7/W55, also im Altbau mit Heizkörpern, liefert dasselbe Gerät oft nur noch 60 bis 70 % dieser Leistung. Vergleichen Sie ausschließlich denselben Betriebspunkt.